(H)Eis(s)kalt erwischt …

… haben mich die Temperaturen dieser Tage: Sommer, ehrlich, es gibt Dich noch? Kaum vorstellbar, wir haben wirklich fast 30 Grad. Und irgendwie hatte ich mich so an Herbstschmuddelwetter gewöhnt, auch wenn es zu schwül dafür war.

Was trage ich denn jetzt, was für Sommerdüfte habe ich überhaupt? Same procedure as every year, James … Völlig unverhofft und unerwartet kommt … der Sommer. Und ich weiß dann weder, was ich anziehen soll, noch, was ich für Düfte tragen soll. Natürlich ist es so wie mit meinem Klamotten-, Schuh- und Taschenrepertoire: Ich habe, objektiv, „genug“. Andere würden vielleicht auch „massig“ sagen. Trotzdem stehe ich davor und … finde nichts, habe ergo nichts. Kennt Ihr das, meine lieben Frauen da draußen?

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Eine kurze Bestandsaufnahme meines Duftschrankes zeigt – es muss sich etwas ändern. Ich brauche Sommerdüfte, mehr. Denn die Auswahl ist nicht überzeugend und … Neues ist immer gut 😉 Wie sieht es denn bei Euch aus, seid Ihr gewappnet? Was tragt Ihr gerne im Sommer? Was tragt Ihr bei über 30 Grad (für mich der Härtefall …)?

Meine Evergreens – unsortiert in der Präferenz, immer vorhanden in meiner Kollektion:

  • Profumi di Pantelleria Dammusokomplette Rezension siehe hier: „Limette und Zitrone satt sowie Grapefruit – alle deutlich wahrnehmbar. Dieses zitrische Trio wird alsbald ergänzt von einer dunklen, vollen Brombeere (eine viel zu seltene Note)– fein-herb und beerig-reif gesellt sie sich gleichberechtigt zu den Hesperiden. Grün-frischer Kardamom (ähnlich wie in Clive Christians göttlichem X for Men) rundet das Ganze zusammen mit Grüntee und ebenfalls grünem, leicht grasigem und verhalten rauchigem Vetiver gekonnt ab. Die (restliche) Basis ist bis auf verhaltene Zedernholzakzente wenig wahrnehmbar, muß aber auch nicht – Dammuso überzeugt, so wie er ist. Zumindest mich – und das auf ganzer Linie.“
  • Asprey Purple Water – komplette Rezension siehe hier: „Ein schlichter, aber feiner Vertreter seiner Gattung ist Aspreys Purple Water. Ein ganz klassisches Cologne, aber sehr straight interpretiert. Understatement pur, zurückhaltend, erlesen. Nicht innovativ, nicht ausgefallen und auch nicht besonders auffallend – aber gerade darin liegt für mich der Reiz dieses Klassikers auf seinen leisen Sohlen. Mandarine und Zitrone in der Kopfnote und Jacarandablüte, die für mich immer, vermutlich auch in Kombination mit der Orangenblüte im Herzen, nach Akazien riecht, nach blühenden Akazien, die ich liebe. Ein wenig Ingwerherbe sowie ein Büschel Basilikum, in der Basis Pfeffer, Vetiver und Moschus – fertig ist ein sehr tragbarer Immergeher.“
  • The Different Company Sél de Vetiver: Mariela hat ihn einmal hier rezensiert – Salz auf meiner Haut. Er ist so herrlich: Strand in Skandinavien, Dänemark. Zarte Gischt, viel Salz, Schäfchenwolken am Himmel und Alleinsein, den ganzen Strand für sich haben. Noch toller als ohnehin schon trägt er sich, wenn es richtig heiß ist.
  • The Different Company Aurora Nomadekomplette Rezension siehe hier: „Eine „Ode an die Lebensfreude“ soll er sein, der Duft, der „olfaktorische Schönheit anstrebt“… Worthülsen, sicher. […] Die Vielschichtigkeit dieses Duftes aus den Händen von Bertrand Duchaufour ist unglaublich: Im Auftakt präsentiert sich bereits sogleich eine – Bananenblüte, deutlich wahrnehmbar. Reife Banane, tropisch-florale Anklänge, herb-fruchtige, leicht säuerliche Noten, die die Sternfrucht symbolisieren (und, ja, diese wirklich olfaktorisch abbilden). Über diese tropische Impression weht ein zart-maritimes Lüftchen hinweg, krautig-kräuterig und Muskat begleitet. Unsere liebe Strohblume sorgt hier für prägnante, aber zivilisierte Würze und wird selbst Zögernden schwer zuviel werden. Die Basis wärmt sanft und cremig mit einem Hauch Vanille. Diese Mischung aus Bekanntem und Exotisch-Fremdem. Jener Cocktail aus heimisch anmutenden und tropischen Früchten, jene Anklänge von Blüten, von Nektarsüße, von Meer, von fernen Ländern und von Kräutern, Gräsern, alles ineinander verwoben und… von einer gütigen Sonne beschienen. Denn Aurore Nomade ist in der Tat ein Sonnenanbeter. Ich kenne kaum Düfte, die es wie dieser vermögen, Sonne in eine Flasche zu bannen.“
  • Rhabarber, Rhabarber – ich liebe ihn einfach. Der allererste Rhabarber ist natürlich Aedes de Venustas Classic, der mich seit Sommer 2012 stetig begleitet – meine Rezension dazu müsst Ihr, glaube ich, einfach ganz lesen 😉
  • Rhabarber Nummer Zwei, der umgehend nach seiner Lancierung bei mir eingezogen ist, ist Olfactive Studios Flash BackHarmen hat ihn damals hier rezensiert.
  • Rhabarber Nummer Drei und nicht minder schön ist das tolle Cologne Rare von La Manufacture, Rezension siehe hier: „Der Auftakt gibt sich zitrisch-grün: Herb-frische, prickelnd-säuerliche Bergamotte und soeben gepflückte, zwischen den Fingern zerdrückte Basilikumblätter. Was für eine wundervolle Angelegenheit! Dazu gesellt sich herrlicher Rhabarbersaft in der ihm eigenen fruchtigen Herbheit – ich liebe dieses Gemüse, ehrlich! Die Rhabarbernote ist prägnant und sehr gut wahrnehmbar – toll! Ich finde es ganz prima, dass das Stangengemüse endlich mehr in Düften vertreten ist – und in einem Cologne macht es sich ausnehmend gut! Vetiver grast, grünt und salzt sachte drumherum und hinein, während im Hintergrund subtiles Unterholz zu entdecken ist. Monsieur Patchouli hält sich zurück, stiftet aber eine gewisse Erdigkeit und, im weiteren Duftverlauf, auch ein Quentchen Wärme.“
  • Wenn es so richtig richtig heiß ist, geht für mich außer Sél de Vetiver fast nur noch ein Duft, einer, der ein echter Spalter ist – Eau Radieuse von Humiecki & Graef, Rezension hier nachzulesen: „Eau Radieuse springt einen sogleich an – mit einer mehr als kräftigen Portion mentholischer Pfefferminze, die einem sofort Kopf und Brust freibläst und alsbald den Blick oder vielmehr die Nase freigibt auf seltsam anmutende, aber sehr präsente, grün-schillernde Bananenblätter. Rhabarberfasern stiften bitter-fruchtige, heftige Herbheit und ein kleiner Bambusbursche wässert die Basis mit einem dezent aquatischen Hauch. Moderner geht nimmer – passender oder besser bei wirklich heißen Temperaturen auch nicht. Über 30 Grad lösen bei mir eben genau jenes Gefühl aus, für das Eau Radieuse steht: Die Sehnsucht, das Begehren, das Verlangen – nach ebenjenem Duft. I love it.“
  • Und noch ein vierter Rhabarber, ziemlich genau seit der Esxence dieses Jahr: La Baie des Anges von Hervé Gambs, ich muss ihn (und die ganze Linie) hier unbedingt noch ausführlicher rezensieren: „LA BAIE DES ANGES provides the irresistible sweetness of the air during summer days when we relax, daydream and enjoy our vacation. The composition blends luminous grapefruit accords with rhubarb, vanilla and jasmine, providing pure pleasure.“
  • Pfefferminze im Sommer ist ganz grandios, neben Herba Fresca von Guerlain, den ich mittlerweile nur noch selten trage, liebe ich Heeleys Menthe Fraîche, meine Lieblingsminze, Rezension hier nachzulesen: „Im Auftakt eine echte „Zahnarzt“Minze, ebenfalls scharf, aber weniger pfeffrig (als Herba Fresca) als vielmehr ausgesprochen kühl. Im Gegensatz zu Herba Fresca, der im Duftverlauf durch Florales sowie die Zeder schneller weich und sauber wird, verbleibt Heeley mit seiner Minze lange in eisigen Höhen, um diese dann durch die typisch aquatisch-floralen Noten von Lotos und Freesie harmonisch abzurunden. Matétee tut hier sein übriges und unterstreicht das Kalt-Nass-Frisch-Blumig-Anmutende. In der Basis weist Heeleys frische Minze durchaus auch saubere Zedernnoten vor, besitzt jedoch insgesamt mehr Kühle als der Minzbruder von Guerlain.“
  • Byredo PulpRezension siehe hier: „Der Auftakt gleicht bereits einer Naturgewalt: Bitter-herbe Fruchtnoten in einer Dominanz und Präsenz, wie man sie selten erlebt. Bergamotte von ihrer zitrischsten Seite sowie dunkelste schwarze Johannisbeere mitsamt all ihrer Säuerlichkeit, mächtige grüne Feige und prominente Apfelnoten. Mir fällt kein einziger vergleichbarer Duft ein, der diese (Frucht)Intensität in ähnlicher Weise verkörpern würde. Allenfalls, vielleicht – Humiecki & Graefs Multiple Rouge mit seinen Beerennoten, die, so sehr zugespitzt, schon fast weh tun. Auch bei Pulp hat jemand deutlich am Verstärker gespielt – aber: Pulp ist nichtsdestotrotz durchaus sehr tragbar (und tragbarer als Multiple Rouge), wenn auch: mutig. Tatsächlich wird Pulp im Duftverlauf etwas gemächlicher, gelassener. Zeder kühlt ein wenig ab und einige florale Noten (die ich nicht unbedingt als Pfirischblüte und Tiaré identifizieren hätte können) mildern die nach wie vor noch vorhandene Frucht(bombe) etwas ab und es treten für diesen Duft sonderbar cremig-süße Gourmandnoten verhalten zutage.“
  • Annick Goutals Ninfeo Mio ist ebenfalls eine alte Liebe von mir, dieser wunderhübsche verwunschene Garten, über den ich hier geschwärmt habe: „Im Auftakt präsentiert sich der Duft bereits strahlend smaragdgrün, was auch kennzeichnend für ihn bleiben wird: Zitronenverbene mit der für sie typischen Intensität dominiert, umrankt von Galbanumharz, dem Waldmeisterharz, welches grüngrasig-blättrige Noten schafft, sowie einer noch grünen Feige. Im Herzen ist Ninfeo Mio ebenfalls ein Grüner, fein austariert wird er durch einen Hauch Lavendelwürze und kaum wahrnehmbare Bitterorange. Die Basis enthält meines Erachtens nach nur eines: Vanillezitronenblätter.Ihr kennt keine Vanillezitronenblätter? Ich auch nicht. Ich bin mir aber sicher – wenn es ihn irgendwo gibt, den Vanillezitronenbaum, dann in den Nymphengärten, denn Ninfeo Mio riecht in der Basis exakt so: Eine zitrische Frische, die auf einem warmen Lager liegt, ein holzig anmutendes mit weichen Vanillekissen. Zum Niederknien.“
  • Ein paar Blümelein gibt es natürlich auch bei mir für den Sommer, vor allem aber die folgenden drei – zuallererst sei Van Cleef & Arpels Gardenia Pétale genannt, hier rezensiert. Für mich wirklich der ultimative Sommernachtstraum, ein femininer wunderschöner Blütenduft, sinnlich, aber dennoch oder gerade deswegen perfekt an warmen, auch heißen Sommerabenden.
  • Serge Lutens‘ Klassiker Fleurs d’Oranger bietet Weißblüher satt – Tuberose, Jasmin, Orangenblüten, und das in so gar nicht homöopathischen Dosen. Mit Vorsicht zu verwenden, aber dafür umso mehr zu genießen 😉 Bois de Jasmin hat eine treffende Rezension dazu geschrieben, hier nachzulesen.
  • L’Artisan Parfumeurs Nuit de Tubéreuse liebe ich sehr, schon immer – er wohnt hier, seitdem er erschienen ist, seine Rezension findet Ihr hier: „Bereits im Auftakt strömt einem die hypnotisierende Hauptfigur entgegen: Luzide und betörende Tuberose, allerdings ganz anders gebettet als sonst der Fall. Diese Tuberose sieht sich sofort flankiert von Pfeffer, dessen scharfe Würzigkeit von krautigem Engelwurz und Ginster unterstützt wird. Dazu gesellt sich überraschend deutlich wahrnehmbar fruchtig-herbe Mango, deren exotische Facette von Orangenblüte und Ylang im Herzen aufgegriffen werden. Im Laufe der Zeit gewinnt die Tuberose an Cremigkeit, dank dem akzentuierenden Pfeffer wahrt der Duft allerdings gelungen (s)eine Balance, ohne ins allzu Semifloral-Süße abzudriften. Die Basis läßt den Duft holzig-erwärmt ausklingen und untermalt nochmals dessen Würzigkeit. Ein sinnlicher Duft und eine ungewöhnliche, weil herb-fruchtige (Mango-)Tuberose, modern, aber doch zeitlos umgesetzt. Und – sportlich zwar, weil frisch, aber eben doch – Femme Fatale.“

Letztes Jahr sind genau drei Düfte bei mir eingezogen für den Sommer:

  • Auf Anhieb ein Favorit, der es in meine Jahreslieblinge geschafft hat – Atelier Colognes Pomélo Paradis, hier rezensiert: „Eine herrliche Pampelmuse, die ich nur selten von einer Grapefruit unterscheiden kann, säuerlich, herb, spritzig, frisch, prickelnd wie eisgekühlter Schaumwein, in herrlicher Kombination mit Cassis – das lässt mir das Wasser buchstäblich im Munde zusammenlaufen: Ein schöner Sekt- oder Champagner-Cocktail, so heiter und leicht wie ein Sommerabend, erfrischend und lebensfroh, dynamisch. Ein Blättchen Minze, fruchtig-jugendliches Rosenwasser und ein paar nektarsüß-neckische Orangenblüten. Ein Hauch Salz auf meiner Haut wie ein paar wässrige Perlen des köstlichen Getränks, die nicht auf dem Glas, sondern auf dem Handgelenk gelandet sind. Iris erdet und Ambra wärmt verhalten – was will man mehr? Für mich ist Pomélo Paradis einer der Düfte des Sommers, wenn nicht gar der Duft! Der muss her, keine Frage. Und die Sillage ist dank der 15%igen Konzentration auch ganz hervorragend für einen Hesperidenduft.“
  • Diors Eau Sauvage – der Klassiker. Früher einmal gehabt, dann lange vergessen, musste unbedingt wieder her. Im übrigen hat das Molekül Hedione, von dem wir es letzte Woche im Zusammenhang mit Æther hatten, mit diesem Duft quasi seinen Siegeszug angetreten. Eine sehr gute Rezension findet sich einmal mehr bei Bois de Jasmin.
  • Alt, aber toll – und dazu noch ein Schnäppchen, hier rezensiert: Coriandre von Jean Couturier Paris: „Coriandre ist toll, fein ausbalanciert und ist als relativ zahmer Chypre sicherlich auch ein perfekter Einsteigerduft in diese Duftfamilie, somit auch bestens für ein jüngeres Klientel geeignet. Ich sehe ihn an Frauen als auch an Männern gleichermaßen – er ist edel und elegant, brilliert aber gleichfalls auch mit seinem Understatement, ohne dass es ihm an Charakter fehlen würde. Ein grün-herber, luftig-frischer Chypre für jeden Tag – und dazu noch ein wirkliches Schnäppchen.“

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… ok, es gibt wohl doch ein bisschen Auswahl … Nichtsdestotrotz muss noch was her für den Sommer, die Frage ist nur – was? In der engeren Auswahl:

  • Diptyques Florabellio: „“foreign yet familiar…blurring the perspectives between land and sea, flower and fruit, softness and bitterness“ – diese Beschreibung von Diptyque trifft es ziemlich genau. Irgendwie bekannt, Blüten und Früchte, leicht, aber dennoch … verwunderlich, überraschend, ambivalent, im positiven Sinne – denn es finden sich auch Anklänge von Kaffee, grasig-salzigem Vetiver und, ja, Single Malt? Torf, Malz? Sehr gelungen.
  • Nishane, und zwar Boszporusz und W?lóng Cháhier in eine Rezension gepackt.
  • Humboldt von Fueguia 1833, hier rezensiert: „Tjaja, ein Duft für Abenteurer – das gefällt mir natürlich. Dass Passionsfrucht enthalten ist ebenfalls – und erst recht, dass es eine Art Cologne sein soll. Und – Humboldt enttäuscht nicht, ganz im Gegenteil: Was für eine herrliche Maracuja! Saftig und bereit zum Genuss, aber nicht überreif, ganz im Gegenteil – ein leckeres, gelb-rotes Früchtchen. Kontrastiert wird sie hier mit Bergamotte und Mandarine, was überaus gut harmoniert: Saftige, aber ebenfalls nicht über die Maßen süße Mandarine, leicht-perlend auf der Haut, sowie zitrische Herbheit von Bergamotte. Letztere sorgt, wie ich meine, in dieser Kombination, diesem Zusammenspiel, auch für Anklänge von Minze und Limette, die ich einfach nur herrlich finde.“
  • Cedro di Taormina aus Acqua di Parmas Blu Mediterraneo-Kollektion, hier rezensiert: „Oh ja, ich brauche diese Zeder für den Sommer! Und – mein erster Eindruck, vielmehr meine Vermutung hat mich nicht getäuscht: Unisex, aber mit einem in Richtung Männerwelt. Was ich hier wahrnehme auf meinem Handgelenk duftet so schön, so intensiv und dennoch so „immer richtig“ – wow! Eine herrliche, saubere Zeder mit seifigen Anleihen. Eine, die Frische atmet und versprüht dank des zitrischen Esprits in der Kopfnote. Eine, die wunderbar lavendelwürzig daherkommt und von Basilikum gegrünkrönt wird. Vetiver salzt und grast ebenfalls mit hinein, von einem Quentchen Pfeffer leise kontrastiert. Und die Basis, die wird wärmer – und erinnert so an die Strahlen der Sonne, an Sommerferien in Italien. Der Duft ist ein wundervoller Urlaubsflirt, er duftet nach Auszeit, nach Seele baumeln lassen, mediterran, wie versprochen und – nach nahem Meer, und das ganz ohne aquatisch zu sein. Für mich ist es ein schöner, schlichter Volltreffer und ein sensationeller Immergeher, der meine Sommergarderobe in jedem Falle bereichern wird!“
  • Atelier Cologne haben mit ihren letzten fünf, sechs Düften einen ganz großartigen Eindruck hinterlassen bei mir – Mimosa Indigo wird definitiv noch einziehen, allerdings nicht unbedingt für den Sommer. Aber auch für den bin ich fündig geworden, und zwar mit Philtre Ceylan, hier rezensiert: „Hiermit erkläre ich ganz offiziell: Ich habe sie gefunden, die Liebe. Und zwar die ewig gesuchte, den heiligen Gral der Teedüfte, zumindest für mich. So viele Herzchen kann ich gar nicht malen, wie ich hier hinterlassen wollen würde … zumal das auch, ja kitschig wäre. Insofern lieber ganz seriös weiter im Text: Philtre Ceylan hat die schönste, die allerschönste Kuminnote, die ich jemals in einem Duft wahrgenommen habe. Ok – ich schätze The Different Companys dreckige Rose Poivrée sehr genauso wie den schönen Sonderling von vero.profumo, Rubj (das Eau de Parfum mit Maracuja, jaaa!). Beide duften aber dank des Kumins nach … transpirierenden Körpern. Nach – Erotik, auf ihre Art. Philtre Ceylon lässt diese für Kumin typische Assoziation nicht aufkommen, nicht wirklich – weil er dessen kantig-eigenartigen Geruch mit Minze, frischer, mentholischer, leuchtender kombiniert, kontrastiert eigentlich eher. Bergamotte strahlt kräftig herb-säuerlich-zitrisch von oben, während das Herz von Tee nur so überquillt: Schwarzer und grüner, herb-bitter, charakteristisch und majestätisch, erdig untermalt von Iris und einem Quäntchen Guajakholz, das eine äußerst subtile Wärme, kaum wahrnehmbar, stiftet. Papyrus unterstreicht das dynamische und überaus energiegeladene Grün des Duftes in seiner herben Bitterkeit.“
  • Paradisone, ich bin verliebt, wie ich letzte Woche schon berichtet hatte in dem ersten Æther-Artikel. Deshalb muss efflor_esce von Nomenclature her, Rezension hier nachzulesen: „Wie Ihr ja wisst – Eau Sauvage ist gerade erneut bei mir eingezogen. Ich liebe ihn einfach, diesen Duft. Einmal mehr war hier Frank Voelkl am Werk, der bereits adr_ett schuf, den ersten von mir vorgestellten Duft aus dem Hause Nomenclature. efflor_esce liest sich sehr spannend – und landet deshalb schwupps … umgehend auf meiner Haut … Oh – wow. Das hier ist ein leuchtendes, strahlendes, funkelndes, mächtiges Beispiel für all jene, die immer noch glauben, dass Natur, reine, unachahmlich ist in Düften und das Nonplusultra. Voelkls Blütenparadies ist ein Wunderwerk an Aromen, eine Duftachterbahn, die meine Nase sekündlich mit neuen Eindrücken überrascht und betört – Blüten und Früchte, satt, reif, süß und frisch, herb und gleichermaßen lieblich. Orangen- und Zitronenbäume, ihre Früchte als auch ihre Blüten, Osmanthus, Jasmin, Pfirsich und Aprikosen liebkosen meine Nase, ein Feuerwerk an Wohlgerüchen, die schillern und glitzern wie Sterne. efflor_esce ist herrlich – vielfältig und satt, aber gleichzeitig nie zu viel, zu üppig oder zu überbordend. Ein heiterer, lebensfroher und wundervoller Duft, der, ja – für meine Nase einen überaus authentischen Charakter ausstrahlt und keinesfalls quietschebunt oder künstlich duftet, ganz im Gegenteil. Für mich kommt er umgehend auf meine Liste für die (hoffentlich bald) kommenden wärmeren Jahreszeiten!“

Ich habe auch Hoffnung, dass ich bei Frédéric Malle noch etwas finden könnte – seine letzten Düfte kenne ich noch nicht, habe aber aus der Kollektion schon einiges in meinem Besitz und da Malle gerade bei uns im Sortiment aufgenommen wurde, ich die Düfte eh demnächst für Euch rezensiere, … wer weiß?

Jetzt, meine Lieben, verratet aber Ihr mir doch mal, wie Eure Sommergarderobe, die olfaktorische, aussieht! Was sind Eure All-Time-Favoriten, was kam oder kommt neu dazu? Ich bin gespannt!

Viele liebe Grüße,

Eure Ulrike

 

P.S.: Den Abschluss meiner Rezensionen zu ÆTher könnt Ihr am Freitag hier lesen 🙂

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Meine Liebe galt schon seit je her dem Ästhetischen: So geht mir das Herz auf bei jeglichen Dingen, die durch Form, Funktionalität, Design und Herzblut zu überzeugen wissen. Und wenn dann noch ein Quäntchen Historie dazu kommt, ist es meist ganz um mich geschehen … Ich bin der Nischenparfümerie mit Haut und Haaren verfallen und seitdem immer auf der Suche nach dem oder vielmehr: einem neuen heiligen Gral. Diese Suche sowie mein ganzes Interesse, meine Begeisterung möchte ich gerne mit Euch teilen!

2 Kommentare

  1. Waltraud S.
    24.Jun 2016
    Antworten

    Nachdem ich vor dem gleichen Problem stand, was Düfte betrifft, griff ich zur Abfüllung von „Frapin, Paradi perdu“ und voilá! Der ist es, sofort habe ich mir einen Flakon „gesichert“ hier, vor mit steht der kleine Glückkubus. Sonst: Eau Gentian Blanche von Hermès und die Mediterranée Düfte von Elléna,. Die Jardins Mediterranée’s sind mit allerdings bei s7olcher Hitze zu wuchtig.

  2. Ulrike Knöll
    29.Jun 2016
    Antworten

    Oh, liebe Waltraud, eine schöne Auswahl – die erinnert mich gleich daran, dass ich natürlich den mediterranen Garten von Hermès vergessen habe 😉 Den mag ich nämlich ebenfalls sehr und trage ihn, wenn es nicht viel zu heiß ist, sehr gerne 🙂

    Viel Freude mit der neuen Liebe und herzliche Grüße,

    Ulrike

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