Duftnoten

Rinden, Hölzer und Harze

Adlerholz
Adlerholz (auch Paradies-, Rosen-, Aloe-, Agallocheholz, Oudh, Calambac) ist ein sehr seltenes und wertvolles asiatisches Räucherholz. Nur das durch Pilzbefall oder Verletzung verharzte Holz von alten Adlerholzbäumen wird als Räucherholz verwendet. Seine Geruchspalette reicht von balsamisch-süß über würzig-bitter bis rauchig-erdig. Das aus dem Räucherholz gewonnene ätherische Öl ist einer der exlusivsten Duftrohstoffe der Welt.

Benzoe
Als Benzoe bezeichnet man das Harz des Benzoebaumes. Man unterscheidet zwischen rötlichem Benzoeharz aus Siam und dunkelbraunem aus Sumatra. Siam-Benzoe riecht intensiv lieblich-balsamisch und erinnert an Schokolade; Sumatra-Benzoe wirkt im Vergleich wärmer, pudrig-cremiger und balsamisch-süßer. Das Harz eignet sich insbesondere für warme, balsamische Duftkompositionen und dient zugleich als Fixativ.

Elemiharz
Als Elemi bezeichnet man das Harz des gleichnamigen Baumes, das häufig als Räucherwerk verwendet wird. Das durch Destillation gewonnene ätherische Elemi-Öl besitzt einen frischen würzig-pfeffrigen, zitrisch-waldigen Duft mit leichten Fenchelnoten und Weihrauchanklängen. Sowohl das Harz als auch das Öl werden häufig in Chypre-, Fougère- und Koniferen-Düften eingesetzt.

Galbanum
Aus dem Gummiharz iranischer Steckenkräuterarten wird das ätherische Galbanumöl gewonnen. Es besitzt einen grünen, würzig-laubartigen Geruch mit waldigen, koniferigen und balsamischen Noten. In der Parfümerie kommt es besonders in blumig-krautigen und koniferigen Duftkompositionen zur Erzeugung grüner Kopfnoten zum Einsatz.

Guajakholz
Das harzreiche Holz des südamerikanischen Guajakholz-Baumes (auch Pockholz, Franzosenholz oder Lignum vitae genannt) dient zur Gewinnung des gleichnamigen ätherischen Öls. In früherer Zeit war es als Heilmittel äußerst beliebt. So wurde ihm unter anderem nachgesagt, die Pockenkrankheit oder auch die Syphilis zu heilen, was ihm den Namen Lignum vitae (Holz des Lebens) einbrachte.
Guajakholzöl duftet balsamisch-süß mit erdig-holzigen, rauchigen und leicht veilchenartigen Noten. Es wird besonders in holzigen Duftkompositionen und als Fixateur in floralen Düften verwendet.

Myrrhe
Das Harz des Echten Myrrhenbaumes kann ähnlich wie Weihrauch verräuchert werden. Außerdem wird es in pharmazeutischen Präparaten und der Naturheilkunde traditionell eingesetzt. In der Parfümerie finden sowohl das Harz als auch das ätherische Öl Verwendung. Myrrhe verströmt einen natürlichen, balsamisch-süßen und würzig-warmen Duft und wird gerne in holzige, grüne, orientalische und ambrierte Duftkompositionen eingebunden.

Opoponax
Das Harz des Süßen Myrrhenbaumes (auch Bisabol-Myrrhe oder Burseraceen-Opoponax) unterscheidet sich deutlich vom Harz der Echten Myrrhe. Opoponaxharz duftet sehr süß, fast zuckerig und dennoch warm und kräftig. In der Parfümerie wird es gerne in frischen holzigen Duftkompositionen mit zarten Leder- und Tabaknuancen verwendet.
Das aus dem Harz gewonnene Opoponaxöl besitzt einen warmen, balsamischen, süß-holzigen Geruch mit leicht-erdigen, fast waldpilzartigen Noten. Es findet besonders in orientalischen, holzigen sowie Chypre-Düften Verwendung.

Rosenholz
Der Rosenholzbaum gehört zur Familie der Lorbeergewächse und nicht etwa zu den Rosengewächsen, wie der Name vermuten lässt. Aus dem Holz des Baumes wird durch Destillation das ätherische Rosenholzöl gewonnen, das einen blumigen, leicht rosigen, fast maiglöckchenartigen Duft mit einer süß-würzigen Note verströmt.

Sandelholz
Unter dem Namen Sandelholz (auch Santelholz, Santalholz) kommen verschiedene asiatische Hölzer in den Handel. In der Parfumherstellung werden nur das weiße und das gelbe Sandelholz verwendet. Das ätherische Öl des weißen Sandelholzes besitzt einen balsamisch-süßen, samtig-warmen Holzduft und wird typischerweise in Chypre-, Fougère- und orientalischen Düften eingesetzt.

Tolubalsam
Tolubalsam ist das Harz des Balsambaumes, das sich durch einen anhaftenden süß-harzigen und vanillig-balsamischen Geruch auszeichnet, der an Hyazinthen erinnert. Sowohl das durch Destillation gewonnene Tolubalsamöl als auch das Harz verleihen Duftkompositionen eine warme und süße Note und werden gerne als Fixateur verwendet.

Wacholder
Der immergrüne Wacholder gehört zu den Zypressengewächsen. Holz, Zweige und Beeren werden gerne als Räucherwerk eingesetzt. Der Rauch von Wacholdernadeln und -holz riecht intensiv holzig und frisch zugleich, während Wacholderbeeren einen angenehm-würzigen, balsamischen Rauch verströmen. Aus Beeren und Nadeln kann man außerdem ein ätherisches Öl gewinnen, das einen rauchig-ledrigen, grün-krautigen Koniferenduft verströmt

Weihrauch
Echtes Weihrauchharz (Olibanum) wird aus dem Weihrauchbaum gewonnen. Die Weihrauchproduktion dauert mehrere Monate und ihre Ausbeute hängt stark von Alter, Größe und Zustand des Baumes ab. Das Harz zeichnet sich durch einen warmen balsamisch-würzigen, koniferigen und charakteristischen Weihrauchduft aus. Schon im Alten Ägypten fand es als Räucher- und Heilmittel Verwendung. Das aus dem Harz gewonnene ätherische Weihrauch-Öl besitzt einen vollen balsamischen, harzig-holzigen Duft mit leichten Zitronennoten.

Zedernholz
Da mehrere Koniferenarten im allgemeinen Sprachgebrauch als Zedern bezeichnet werden, gibt es verschiedene Zedernholzöle unterschiedlicher botanischer Herkunft. In der Parfümerie werden zumeist nur die Öle der Arten Atlas-Zeder, Virginia-Zeder und Texas-Zeder verwendet. Das Öl der Atlas-Zeder besitzt einen lang anhaftenden, aromatischen, holzig-süßen Duft. Virginia- und Texas-Zedernholzöl zeichnen sich beide durch einen charakteristischen würzig-pinienartigen Zedernholzgeruch aus. Sie werden häufig als wärmende Komponenten in holzigen, Chypre-, Fougère- und Tabakdüften eingesetzt.

Zypresse
Die jungen Zweige der Echten bzw. Mittelmeer-Zypresse werden zur Herstellung des ätherischen Zypressenöls verwendet. Das Öl besitzt einen würzig-limonigen, fichtenholzähnlichen Geruch mit Ambra-Noten. Es wird besonders für maskuline Parfums sowie die Erzeugung von Chypre- und Ambra-Noten genutzt.

Hesperiden

Bergamotte
Aus den Fruchtschalen der unreifen Bergamottefrüchte wird durch Kaltpressung das ätherische Bergamotteöl gewonnen, das sich durch einen reinen, spritzigen, frisch-herben, leicht süß-fruchtigen Duft auszeichnet. In der Parfümerie kommt es besonders in Chypre-, Fougère-, Ambra- und floralen Düften sowie in Eau de Colognes zum Einsatz.

Bitterorange
Die Fruchtschalen der Bitterorange (auch Pomeranze, Sevilla-Orange, saure Orange) liefern bitteres Orangenöl (oder Pomeranzenöl). Dieses Öl zeichnet sich durch einen leicht bitteren Mandarinenduft aus und wird besonders in Eau de Colognes verwendet.

Grapefruit
Durch Kaltpressung wird aus den Fruchtschalen von Grapefruits (auch Paradiesapfel) das ätherische Grapefruitöl hergestellt, das einen charakteristischen frischen krautig-bitteren Duft besitzt. Es wird besonders als Komponente für frische Kopfnoten eingesetzt.

Limette
Limettenöl kann sowohl durch die Kaltpressung der Fruchtschalen als auch durch Destillation der ganzen Früchte hergestellt werden. In der Parfümerie wird hauptsächlich gepresstes Limettenöl als Frische-Komponente in Duftkompositonen verwendet. Es verströmt ein spritziges, herb-süßes, an Zitrone erinnerndes Aroma.

Mandarine
Aus den Fruchtschalen von Mandarinen wird das ätherische Mandarinenöl gewonnen, das zu den Zitrus-Ölen gezählt wird. Man unterscheidet zwischen grünlich-gelbem Mandarinenöl, das aus unreifen Früchten hergestellt wird und herb-spitzig ausfällt, und rötlich-orangenem Öl aus reifen Früchten, das einen warmen, süßen, weich-fruchtigen charakteristischen Mandarinenduft besitzt.

Neroli
Aus den Blüten des Bitterorangenbaumes kann Neroliöl (auch Pomeranzenblütenöl, bitteres Orangenblütenöl, Neroli Brigaradeöl) gewonnen werden, das sich durch einen starken, aromatisch-blumigen, leicht würzig-bitteren und dennoch süßen Orangenblütengeruch auszeichnet.

Orange
Aus den Schalen reifer Orangen (auch Apfelsine) kann süßes Orangenöl (auch Orangenschalenöl oder Portugalöl) gewonnen werden. Dieses Öl besitzt einen frisch-fruchtigen Orangenduft. Es wird in der Parfümerie in Zitrus-Noten, Fougère- und Chypre-Düften sowie Eau de Colognes verwendet.

Petitgrain
Die Blätter des Bitterorangenbaumes liefern das ätherische Petitgrainöl (auch Pomeranzenblätteröl, bitteres Orangenblätteröl, Petitgrain Brigaradeöl), das einen kräftig-krautigen Orangengeruch verströmt. Verwendung findet es besonders in frischen floralen Düften und Eau de Colognes.

Zitrone
Aus den Fruchtschalen von Zitronen (auch Citrone) kann das ätherische Zitronenöl gewonnen werden, das einen angenehm-frischen Zitronenduft besitzt und hauptsächlich als Komponente in den Kopfnoten von Eau de Colognes und anderen frischen Duftkompositionen verwendet wird.

Blätter, Gräser, Moose, Beeren, Samen und Wurzeln

Angelika (Engelwurz)
Aus den getrockneten Wurzeln der Angelika (auch Arznei-Engelwurz, Echter Engelwurz) kann ätherisches Angelikaöl gewonnen werden. Es zeichnet sich durch einen moschusähnlichen, krautig-pfeffrigen und aromatisch-balsamischen Geruch mit einer würzig-grünen Kopfnote aus. Angelikaöl wird hauptsächlich in maskulinen Parfums verwendet.

Eichenmoos
Die auf der Baumrinde von Eichen lebende Flechte liefert das für die Parfümerie wichtige Eichenmoos-Resinoid. Es zeichnet sich einen erdig-ledrigen, moosig-holzigen Geruch aus und wird besonders in Fougére- und Chypre-Parfums sowie als Fixateur verwendet.

Iriswurzel
Aus den Wurzeln der Schwertlilie kann durch Destillation Iriswurzelöl gewonnen werden. Dieses verströmt einen süßen und blumig-fruchtigen Veilchenduft mit buttrig-waldigen Noten. Fälschlicherweise wird Iriswurzelöl aufgrund des Veilchendufts mitunter als Veilchenwurzelöl bezeichnet. In der Parfümerie kommt es häufig in blumigen Duftkompositionen zum Einsatz.

Lorbeer
Der Echte Lorbeer (auch Edler Lorbeer, Gewürzlorbeer) ist ein im Mittelmeerraum beheimateter, immergrüner Strauch oder Baum. Neben der Verwendung als Gewürz dienen die ledrigen Blätter des Echten Lorbeers zur Gewinnung von ätherischem Lorbeeröl, das einen frischen, süß-würzigen, aromatisch-kampherartigen Duft besitzt und in der Parfümerie gerne eingesetzt wird.

Muskatellersalbei
Muskatellersalbei (auch Muskat-Salbei, Römischer Salbei, Scharlei) gehört wie viele andere Pflanzenarten, die aufgrund ihrer aromatischen Öle als Gewürzpflanzen genutzt werden, zur Familie der Lippenblütler. Aus den blühenden Trieben und den Blättern der Pflanze kann durch Destillation das ätherische Muskatellersalbeiöl gewonnen werden, das sich durch einen krautig-würzigen, lavendelartigen Geruch auszeichnet, der leichte Ambranoten besitzt und an den Duft von Wein erinnert.

Patchouli
Als Patchouli wird sowohl die strauchartige Pflanze Pogostemon als auch das aus den getrockneten Blättern dieser Pflanze gewonnene ätherische Öl bezeichnet. Der schwere und lang anhaftende Duft von Patchouli ist erdig, holzig-herb und balsamisch-süß zugleich. Außerdem wird ihm eine aphrodisierende Wirkung zugeschrieben. Patchouli ist ein wichtiger Dufteckpfeiler vieler Parfumkompositionen.

Tabak
Die Tabakpflanze gehört wie auch die Tomate, die Kartoffel oder die Tollkirsche zu den Nachtschattengewächsen. Mit der Entdeckung Amerikas gelangte der Tabak nach Europa und wurde dort anfangs als Heilpflanze genutzt.
Aus den Blättern der Tabakpflanze kann das Tabakblätter-Resinoid extrahiert werden, das einen starken, süß-warmen und aromatischen Tabakduft verströmt. In maskulinen Parfums werden gerne liebliche, moosige, holzige und honigartige Tabaknoten eingesetzt, die den Duftkompositionen eine reichhaltige Milde verleihen.

Tonkabohne
Tonkabohnen sind die länglichen Samen des südamerikanischen Tonkabaumes (auch Toncabaum). Das aus ihnen gewonnene Resinoid besitzt einen warm-süßen waldmeisterähnlichen Duft mit zarten Karamelnoten. In der Parfümerie wird es besonders in blumigen und süß-balsamischen Düften sowie als trocken-süße Komponente in maskulinen Parfums verwendet.

Veilchenblätter
Das Duftveilchen (auch Märzveilchen oder Wohlriechendes Veilchen) wird schon seit der Antike in Europa kultiviert und seit dem Mittelalter als Zier- und Heilpflanze verwendet. Erwähnenswert ist, dass zur Herstellung der beliebten Veilchenparfums des 19. Jahrhunderts nicht etwa das Duftveilchen sondern vielmehr die Iriswurzel verwendet wurde, deren ätherisches Öl einen feinen Veilchenduft verströmt.
Heutzutage kommen in der Parfümerie hauptsächlich die Blätter des Duftveilchens zum Einsatz. Aus ihnen kann das Veilchenblätter-Resinoid gewonnen werden, das einen starken, grün-krautigen und pfeffrig-laubigen Veilchengeruch besitzt.

Vetiver
Vetiver ist ein tropisches Süßgras, das sich oberirdisch durch einen hohen Wuchs und unterirdisch durch ein äußerst dichtes und extrem tiefgreifendes Wurzelgeflecht auszeichnet. Aus eben diesen Wurzeln wird das ätherische Vetiveröl gewonnen. Es besitzt einen intensiven, lang anhaftenden holzig-balsamischen Geruch mit stark-erdigen, wurzelartigen Noten.

Tierische Sekrete

Ambra
Ambra (auch Amber) ist ein graues, wachsartiges Stoffwechselprodukt aus dem Verdauungstrakt des Pottwals. Heutzutage werden in der Parfumherstellung aus Artenschutzgründen fast ausschließlich synthetische Substanzen verwendet. Die Duftnote variiert zwischen holzig, trocken, balsamisch und etwas tabakartig bis bouquethaft. Gewöhnlich wird Ambra in der Basisnote eines Duftes eingesetzt.

Castoreum
Castoreum (auch Bibergeil) ist ein Sekret aus den Drüsensäcken des Bibers. Aus Artenschutzgründen wird es heute synthetisch hergestellt. Castoreum riecht lang anhaltend und angenehm nach Leder, Birkenteer und Moschus mit zart-fruchtigen Nuancen. In der Parfümerie wird es gerne für bestimmte Leder- und Chypre-Noten sowie als Fixteur verwendet.

Moschus
Ursprünglich wurde Moschus aus dem Drüsensekret männlicher Moschushirsche gewonnen, heutzutage wird aus Artenschutzgründen hauptsächlich synthetisch hergestellter Moschus verwendet. Seine strukturelle Ähnlichkeit zu Pheromonen soll ihm eine aphrodisierende Wirkung verleihen. Moschus besitzt einen animalischen Duft mit fein-holzigen und pudrigen Nuancen sowie einer süßen Note. In der Parfümerie wird er gerne zur Belebung, Abrundung und Harmonisierung von Duftkompositionen verwendet.

Zibet
Zibet wurde ursprünglich aus Drüsen der Zibetkatze gewonnen. Unverdünnt riecht das Sekret sehr intensiv und fast unangenehm. Erst nach entsprechender Verdünnung entfaltet sich ein animalischer, süßlich-moschusartiger Duft mit ledrigen Anklängen. In der Parfümerie wird zwischenzeitlich synthetisch hergestelltes Zibet für schwere, orientalische Parfums sowie als Fixateur verwendet.

Blüten

Geranium
Ätherisches Geraniumöl (auch Pelargoniumöl genannt) wird durch Destillation aus den Blättern von Duftgeranien- und Duftpelargonienarten gewonnen. Je nach Ausgangsprodukt weist das Öl einen eher laubartigen, angenehm rosenartigen Geruch mit minzig-fruchtigen Anklängen oder einen leichteren, weniger minzigen mit starkem Rosenaroma. In der Parfümerie werden Geraniumöle besonders für Rosendüfte, aber auch für Chypre-, Fougère- und andere Duftkompositionen verwendet.

Hyazinthe
Die zu den Spargelgewächsen zählende Garten-Hyazinthe wird sowohl als Zierpflanze als auch zur Duftstoffgewinnung verwendet. Aus ihren Blüten kann durch Destillation Hyazinthen-Absolue gewonnen werden, das einen intensiv-süßen, laubartig-grünen und narkotisch-blumigen Duft besitzt und in der Parfümerie gerne in grünen und floralen Duftkompositionen eingesetzt wird.

Immortelle (Italienische Strohblume)
Die Italienische Strohblume (auch Italienische Immortelle, Currykraut) stammt aus dem Mittelmeerraum. Aus dem Kraut der Pflanze kann durch Destillation ein ätherisches Öl gewonnen werden, das einen intensiven honigartigen, süß-fruchtigen Duft mit Tee- und Kamillenoten verströmt. Aus den Blüten der Immortelle kann ein Absolue extrahiert werden, das einen honigartig-süßen und fruchtig-kräuterartigen Geruch mit Sellerie- und Tabakblätternuancen aufweist. Immortelle wird in der Parfümerie gerne zur Erzeugung von Kräuter-Noten verwendet.

Jasmin
Der zu den Ölbaumgewächsen zählende Jasmin (auch Echter Jasmin, Gewöhnlicher Jasmin) ist neben der Rose zweifelsohne der am meisten verwendete Blütenduft. Das aus den Blüten der Pflanze gewonnene Absolue besitzt einen intensiven honigartigen, süßlich-blumigen Duft mit fruchtig-kräuterartigen Noten.

Lavendel
Aus den frischen Blütenständen des Echten Lavendels kann durch Destillation das ätherische Lavendelöl gewonnen werden. Das ätherische Öl besitzt einen angenehm-frischen, balsamisch-süßen bis krautigen Lavendelgeruch mit waldig-blumigen Noten. In der Parfümerie findet es besonders häufig in Chypre- und Fougère-, aber auch in vielen anderen Duftkompositionen Verwendung.

Maiglöckchen
Das Maiglöckchen ist eine mehrjährige, krautige Pflanze mit langgestielten Blättern und einem traubigen Blütenstand mit bis zu zehn nickenden, breitglockigen Blüten. Dichte Maiglöckchenteppiche sind in den Wäldern der nördlichen Hemisphäre nicht selten. Die reinweißen Blüten des Maiglöckchens verströmen im Frühjahr einen charakteristischen intensiv-süßlichen Duft. Aus eben diesen Blüten wird das betörende ätherische Öl hergestellt, das in der Parfümerie gerne verwendet wird.

Mimose
Die Blüten der Silber-Akazie (auch Falsche Mimose) werden zur Herstellung von Mimosen-Absolue verwendet. Nicht zu verwechseln ist die Silber-Akazie oder Falsche Mimose mit der echten Mimose (auch Schamhafte Sinnpflanze genannt). Beide gehören zwar zu den Mimosengewächsen, jedoch ist die Silber-Akazie ein ursprünglich aus Australien stammender Baum und die Mimose ein südamerikanischer Halbstrauch, dessen Blätter sich bei Berührung oder Erschütterung zusammenklappen.
Das Mimosen-Absolue der Silber-Akazie riecht intensiv, leicht grün und blumig nach Veilchen mit strohig-bitteren Anklängen.

Osmanthus
Osmanthus (auch Duftblüten genannt) gehört zur Familie der Ölbaumgewächse und ist vornehmlich in Asien beheimatet. Aus den Blüten des Strauches kann Osmanthus-Absolue extrahiert werden, das einen fruchtig-blumigen und dennoch holzigen Pfirsichduft mit ledrigen und animalischen Noten verströmt.

Rose
Die Rose wurde bereits im antiken Griechenland als „Königin der Blumen“ bezeichnet. Seit mehr als 2000 Jahren wird sie in Europa als Zierpflanze gezüchtet. Das aus den frischen Blütenblättern hergestellte ätherische Rosenöl und das aus Blütenknospen extrahierte Rosen-Absolue gehören zu den wertvollsten Duftrohstoffen der Welt.
Das ätherische Rosenöl wird aus den von Hand gepflückten Kronblättern der in Bulgarien, der Türkei, Russland, Marokko und Indien kultivierten hellrot-rosa blühenden Damaszener-Rose, aber auch der in Marokko, Italien und Südfrankreich gezüchteten Provence-Rose gewonnen. Je nach Ausgangsprodukt und Herkunftsland unterscheidet man zwischen verschiedenen Rosenölen, die sich in ihren Nuancen voneinander abgrenzen lassen. Allen gemein ist ein ebenso charakteristischer wie nachhaltiger Rosenduft, oft verbunden mit Tee- und Honignoten unterschiedlicher Intensität.
Das aus den Blütenknospen der Damaszener- und Provencerose extrahierte Rosen-Absolue besitzt einen ausgeprägten Rosengeruch mit honigartig-würzigen Noten.
In der Parfümerie ist die Rose ist neben dem Jasmin einer der am häufigsten verwendeten Blütenduftbausteine und eine der essentiellsten Komponenten für Parfumkompositionen.

Tiaré
Die Tiaré gehört zu den Gardenien und ist in Polynesien beheimatet. Die weißen Blüten des immergrünen Busches besitzen neben einem intensiven und unvergleichlichen Duft auch feuchtigkeitsspendende Eigenschaften. In Kombination mit Kokosnussöl bilden Tiaré-Blüten den Hauptbestandteil des auf Tahiti hergestellten, traditionellen Schönheitsmittels Monoi-Öl (oder Monoi Tiaré de Tahiti).

Tuberose
Die zu den Agavengewächsen zählende Tuberose (auch Nachthyazinthe) stammt ursprünglich aus Mittelamerika und wird heute in Frankreich, Nordafrika, Indien und auf den Komoren kultiviert. Aus den Blüten der Pflanze kann durch Extraktion Tuberosen-Absolue hergestellt werden, das einen schweren, betäubend-süßen und honigartigen Blütenduft verströmt. In der Parfümerie ist die Tuberose häufig Bestandteil betörend-verführerischer Duftkompositionen.

Veilchen
Von den rund vierhundert Arten der Veilchengewächse wird nur die Gattung „Viola“ in der Parfümerie verwendet. Das Duftveilchen (auch Märzveilchen, Wohlriechendes Veilchen) besticht durch seinen angenehmen, unaufdringlichen, aber beständigen Duft.

Ylang-Ylang
Der tropische Ylang-Ylang-Baum stammt ursprünglich aus Südostasien, wird heutzutage jedoch hauptsächlich auf Madagsakar und den Komoren zur Ölgewinnung kultiviert. Das aus den intensiv duftenden, gelblich-weißen Blüten destillierte ätherische Öl besitzt einen nachhaltig-blumigen, narkotischen und balsamisch-süßen Geruch, der an den Duft von Jasminblüten erinnert. Ylang-Ylang-Öl wird gerne für floral-betörende und orientalische Duftkompositionen verwendet.

Gewürze

Anis
Ätherisches Anisöl wird aus den Früchten der Anispflanze hergestellt wird, die zur Gattung der Bibernellen (auch Pimpernellen, Pimpinellen) gehört. Ursprünglich im östlichen Mittelmeerraum beheimatet, wird Anis heutzutage hauptsächlich in Osteuropa kultiviert. Das ätherische Öl besitzt einen angenehm-süßen, würzig-krautigen und lebendigen Anisduft und wird in der Parfümerie gerne als Nuanceur in Tabak- oder Moosdüften verwendet.

Basilikum
Das aus der italienischen Küche allseits bekannte Basilikum wird zur Herstellung von ätherischem Basilikumöl verwendet. Es besitzt einen grünen, frisch-süßen und würzigen Basilikumduft und wird gerne als Komponente in maskulinen Parfums sowie Eau de Colognes verwendet.

Grüne Minze
Die Grüne Minze (auch Ährige Minze, Speer-Minze, Krauseminze) gehört zur Familie der Lippenblütler. Ursprünglich im nördlichen Mittelmeerraum beheimatet wurde sie als Kulturpflanze durch den Menschen verbreitet und wächst heute wild oder kultiviert in ganz Europa und Nordamerika. Das aus dem blühenden Kraut der Grünen Minze gewonnene ätherische Öl riecht angenehm-frisch, durchdringend minzig und leicht kümmelartig. In der Parfümerie wird es gerne in grünen und Fougère-Düften eingesetzt.

Ingwer
Ingwer (auch Ingber, Imber, Immerwurzel, Ingwerwurzel) ist hinlänglich als Gewürz- und Arzneipflanze bekannt. Aus der getrockneten und gemahlenen Ingwerwurzel kann durch Destillation ein ätherisches Öl hergestellt werden, das einen charakteristischen, lang anhaltenden, scharf-würzigen Ingwerduft mit zitrischen Noten aufweist.

Kardamom
Grüner und Schwarzer Kardamom (auch Nepal-Kardamom, Brauner Kardamom, Elaichi) sind südasiatische Gewürzpflanzen und zählen zu den Ingwergewächsen. Sie werden traditionell in der asiatischen und arabischen Küche verwendet und sind mittlerweile weltweit, als Hauptbestandteil des bekannten und allseits beliebten Chai-Tees, in aller Munde.
Aus den ganzen Samenkapseln oder nur den Samen kann durch Destillation ätherisches Kardamomöl hergestellt werden, das einen durchdringend-würzigen, aromatischen, leicht kampherartigen und balsamisch-blumigen Geruch aufweist und gerne in würzigen Duftkompositionen verwendet wird.

Kümmel
Kümmel (auch Wiesenkümmel, Gemeiner Kümmel) ist vielen als klassisches Küchengewürz bekannt und wird besonders in der nord- und osteuropäischen Küche gerne und traditionell eingesetzt, um den Appetit anzuregen und gehaltvolle, schwere Speisen leichter verdaulich zu machen. In der Parfümiere wird ätherisches Kümmelöl gerne in modernen maskulinen Duftkompositionen verwendet. Es wird aus gequetschten Kümmelfrüchten durch Destillation hergestellt und besitzt einen charakteristischen, mild-würzigen Kümmelgeruch.

Kumin
Bereits im Alten Ägypten und in der römischen Antike war Kumin (auch Kreuzkümmel, Mutterkümmel, weißer Kümmel, römischer Kümmel, welscher Kümmel, Cumin) als Heil- und Gewürzpflanze bekannt. Heutige Hauptanbaugebiete sind Südasien und der Mittelmeerraum. Aus den getrockneten und zerstoßenen Früchten kann ätherisches Kuminöl gewonnen werden, das ein grünes, süß-krautiges und anisartiges Aroma besitzt.

Pfeffer
Aus den ganzen oder zerstoßenen Früchten des Echten Pfeffers (auch Pfefferstrauch, Schwarzer Pfeffer, Pfeffer) wird durch Destillation ätherisches Pfefferöl hergestellt, das einen charakteristisch-krautigen und würzig-warmen Pfeffergeruch aufweist. Man unterscheidet zwischen verschiedenenfarbigen Pfefferkörnern, wie grünem, weißem, schwarzem und rotem Pfeffer, die alle von der gleichen Pflanze stammen, aber zu unterschiedlichen Zeiten geerntet beziehungsweise nach der Ernte verschiedenartig behandelt werden. So wird grüner Pfeffer unreif geerntet und dann sogleich bei hohen Temperaturen getrocknet oder gefriergetrocknet, wodurch er seine grüne Farbe behält. Schwarzer Pfeffer wird ebenfalls unreif geerntet, erhält aber durch eine langsame Trocknung seine typische schwarze Farbe. Roter Pfeffer wird vollreif geerntet und bleibt ungeschält. Die geschälte, vollreif geerntete Variante ist weißer Pfeffer.

Piment
Aus den unreifen Früchten des zu den Myrtengewächsen zählenden Pimentbaums (auch Nelkenpfeffer, Jamaikapfeffer, Neugewürz, Englisches Gewürz, Viergewürz, Wunderpfeffer, Gewürzkorn) kann durch Destillation ätherisches Pimentöl gewonnen werden. Es riecht pfeffrig, balsamisch-würzig und gleichzeitig fruchtig-süß und erinnert an Gewürznelken. Pimentöl wird in vielen Duftkompositionen verwendet, vornehmlich in maskulinen oder solchen mit Gewürz-, Chypre- und Fougère-Noten.

Rosmarin
Die Blüten und Blätter des zu den Lippenblütlern zählenden Rosmarins liefern das ätherische Rosmarinöl. Es besitzt einen charakteristischen, erfrischend-angenehmen, herb-krautigen Geruch mit leichten Lavendel- und Kampheranklängen. In der Parfümerie wird Rosmarinöl gerne für warme Kräuternoten in Duftkompositionen verwendet.

Safran
Safran ist eine Krokus-Art, aus deren violetten Blüten die duftenden Stempelfäden als das gleichnamige Gewürz gewonnen werden. Sie verströmen ein intensives, süß-würziges Aroma mit leicht bitteren Noten. Da die Stempelfäden einzeln von Hand gepflückt werden müssen und man für die Ernte von 1 Kilogramm etwa 80.000 bis 15.000 Blüten benötigt, zählt Safran zu den kostbarsten Gewürzen der Welt.

Thymian
Aus dem blühenden Kraut diverser Thymianarten (unter anderem dem Echten Thymian oder dem Spanischen Thymian) kann durch Destillation ätherisches Thymianöl hergestellt werden, das einen intensiven, würzig-süßen und kräuterartigen Geruch aufweist und in der Parfümerie gerne für Duftkompositionen mit würzigen Leder- oder Kräuternoten verwendet wird.

Vanille
Aus den stangenförmigen Kapselfrüchten der ursprünglich aus Mittelamerika stammenden Orchideenpflanzen Echte Vanille und Tahiti-Vanille wird die „Königin der Gewürze“ gewonnen – die Vanille.
Man unterscheidet hier zwischen der Echten Vanille oder Bourbon-Vanille (auch Gewürzvanille), die hauptsächlich auf Madagaskar, den Komoren und La Réunion (ehemals Île Bourbon) angebaut wird und einen intensiv-warmen, balsamisch-süßen und eher dunklen Vanillegeruch aufweist, und der südpazifischen Tahiti-Vanille, die sich durch einen geringeren Vanillin-Gehalt auszeichnet und ein blumiges Aroma besitzt.
Die Vanilleproduktion ist mühsam. Außerhalb ihrer mittelamerikanischen Heimat müssen die Blüten der rankenden Orchideenpflanzen einzeln von Hand bestäubt werden – nicht ohne Grund ist die Vanille eines der kostbarsten Gewürze der Welt.

Zimt
Aus der getrockneten Rinde des Ceylon-Zimtbaumes (auch Echter Zimtbaum) kann durch Destillation Ceylonesisches Zimtrindenöl hergestellt werden. Das ätherische Öl riecht intensiv nach Zimt. Doch nicht nur aus der Rinde des Baumes kann ätherisches Öl gewonnen werden. Die Blätter dienen zur Herstellung von Zimtblätteröl, das einen warm-würzigen Geruch besitzt, der an Zimt und Gewürznelken erinnert. Beide ätherischen Öle werden in der Parfümerie gerne für Chypre- oder orientalische Duftkompositionen verwendet.