Aus Liebe zum Duft Shop Duft Tagebuch

Aus dem Nähkästchen…

Geschrieben in Blüten,Duft am 19.10.2011

… plaudert James Heeley mit seinen nächsten beiden neuen Extraits – und zwar was Frauen angeht. So erzählt er zu seinem Duft Bubblegum Chic, dass Jasmin, dessen Hauptingredienz, für ihn der Duft purer Freude sei, einer, von der man nicht genug bekommen kann – und dieser deshalb zu seinen Lieblingsduftnoten zählt.

„Alle Lust will Ewigkeit“ – das wusste schon Nietzsche und in Goethes Faust liest man ebenfalls: „Werd ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch! Du bist so schön!“ Das hat sich Heeley zum Motto genommen und wollte – Freude konservieren. Jasmin, diese eigentlich eher flüchtige, obgleich opulente Note haltbar machen und darstellen – in einem Duft. Einem, der ein wenig, wie Heeley selbst findet, nach Erdbeerkonfitüre erinnert. Und einer, den Heeley als „sehr direkten, intensiven und berauschenden Duft“ beschreibt, der, Obacht, „einer sexuellen Phantasie“ gleicht.

Das macht mich direkt neugierig. Vor allem, weil ich Herrn Heeley auf den Bildern nicht so eingeschätzt hätte, als ob er viel über (seine) sexuelle(n) Phantasien preisgibt, aber gut… Dementsprechend „kinky“ sind auch die Tags, die Stichworte, die das Pressematerial bereithält:

„Glamour. Pink. Passion. Lippen. Sanft. Wärme Omnivor. Glitzer. Appetit. Verboten. Spaß. Fatal. Frucht. Verlangen. Lächeln. Süß. Haut. Strahlend. Berauschend. Unersättlich. Mädchen.“

Nabokovs Lolita lässt grüßen – je mehr ich über den Duft lese, desto mehr schaltet sich das Kopfkino an, es wird Zeit, ihn endlich aufzusprühen. Zuerst aber noch die Ingredienzen: Jasmin, Tuberose und weißer Moschus.

Minzig-frische Tuberose kitzelt mich in der Nase, ähnlich derjenigen von Keiko Mecheri, und überhaupt, jetzt, wo ich nachschaue, entdecke ich noch mehr Ähnlichkeiten – auch in dieser Tuberose war eine Jasminbegleitung dabei. Allerdings zeigen sich diese beiden Prachtweiber nicht nur metallisch-gefährlich und minzig-kantig, sondern auch überaus fleischlich-milchig. Jene einnehmenden Schönheiten erinnern mich an die wohlgenährten Straßenschwalben eines Sittengemäldes wie zum Beispiel Zolas Nana, in deren ausladenden und gekonnt geschnürten Dekolletes man(n) so herrlich versinken kann… Insofern kann ich Heeleys Phantastereien erotischer Natur sehr gut nachvollziehen… das Erdbeeraroma im übrigen auch – Erdbeerkonfitüre, englische, jenes Mus ohne Kerne. Alles in allem ist der Duft aber nicht nur Pink, sondern strahlend Weiß und knallig Pink, und zwar gemischt.

Bubblegum Chic passt exakt, möchte ich doch meinen, dass das hier die jasminig-moderne Variante von Piguets Fracas ist. Chapeau, Monsieur Heeley! Und – träumen Sie gerne weiter, ich bin gespannt!

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: More Jasmin opening von Mishahu/David Stern, Strawberries in sugar von John Nyberg, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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Duftverzeichnis


James Heeley…

Geschrieben in Duft,Holziges am 18.10.2011

hat unter Duftfreunden diverse Fans: Menthe Fraîche gehört zu den am meisten geliebten Minzdüften und hat viele treue Fans, Iris de Nuit ist mit Sicherheit einer der schönsten Irisdüfte da draußen auf dem großen weiten Markt, Sel Marin zählt zu den schönsten olfaktorischen Meerimpressionen und Esprit du Tigre hat mir beispielsweise völlig unverhofft letztes Jahr den Kopf verdreht, weshalb ich ihn unbedingt demnächst noch rezensieren muss.

Ehrlich gesagt ist Herr Heeley in diesem Blog ohnehin bisher viel zu kurz gekommen – seine Düfte sind durchweg schön und er selbst weckt mit seiner Ausbildung natürlich Solidarität in mir: Philosophie und Ästhetik hat der gebürtige Engländer aus Yorkshire in London studiert, und tummelt sich jetzt wie der Philosoph Lorenzo Villoresi oder die (Mode)Designerin Rei Kawakubo von Comme des Garçons auf dem Duftmarkt. Dabei beschränkt sich Heeley keinesfalls „nur“ auf Düfte, er entwirft darüber hinaus alles Mögliche, werkelt im Produkt-, Verpackungs- und Graphik- und Möbeldesign und erstellt Einrichtungskonzepte. Wie schrieb ich schon in unserem Shop:

„Die Bandbreite von Heeleys Wirken und Werken ist groß, seine Achtsamkeit gilt immer dem Detail: Simplizität und Eleganz sind das Resultat seiner Arbeiten, in denen er Form und Funktion(alität) unter besonderer Beachtung der zu verwendenden Materialien verbindet. Dies gilt natürlich auch für seine Düfte. Geschaffen im Herzen Frankfreichs charakterisieren sie allesamt Heeleys besondere Auffassung von Luxus: Die Verbundenheit mit Leben und Intelligenz, Expression findend in klaren Formen – und Düften. Es erwartet Sie hier eine puristische Kollektion, die von Frauen und Männern gleichermaßen für Ihre Ausdrucksstärke geliebt wird. Die wasserdichte Verpackung der Flakons, ebenfalls von Heeley entworfen, lässt sich im übrigens in zwei kleine Vasen verwandeln – lassen Sie sich überraschen!“

Ein rundum begabter junger Mann also. Und einer, der uns sehr bald ein paar neue Düfte beschert: Drei sind es an der Zahl in einer neuen Konzentration – Extrait de Parfum. Zu meinem, unserem Glück konnte ich vorab testen und möchte Euch diese drei Schätzchen, die vermutlich ab November in den Verkauf kommen, nicht vorenthalten.

Heute beginne ich mich Agarwoud, zu dem es wie zu allen Düften nicht nur einige Tags, Stichworte gibt, die wohl bei der geneigten Nase ein duftendes Brainstorming auslösen sollen, es gibt auch eine Erklärung von Heeley persönlich dazu: Für ihn ist Oud ein sehr gutes Beispiel dafür, dass manche Ingredienzen in konzentrierter Form am besten sind, zu Bestform gelangen. Heeley arbeitete an seinem Oudduft wohl schon seit mehr als vier Jahren, ohne ihn jemals als Bestandteil seiner Kollektion anzusehen. Primäres Ziel war es für ihn, eine zeitgemäße und elegante Oud-Version zu schaffen, die jedoch auch den ursprünglichen Charakter der Ingredienz zum Ausdruck bringt. Eine europäische Variante jener sehr intensiven und zum Teil animalisch anmutenden Zutat, die allerdings deren Wurzeln nicht verkennt – weswegen sich Heeley für eine übersichtliche Anzahl an Ingredienzen entschieden hat: Neben Oud kommen Rose, Weihrauch und Ambra zum Einsatz.

Und was sich auf den ersten Blick nach der Oudinflation der letzten Jahre ein bisschen fade anhört ist ganz im Gegenteil dazu ein wirklich schöner Duft: Oud, vielmehr holzig-harzig als knarzig-medizinisch, vermengt mit luzider klarer Rose, frisch und strahlend, in seinem kühlen Naturell wunderbar unterstrichen durch zivilisierten, dezent rauchigen Weihrauch und von einer subtilen Ambrawärme untermalt.

„Gleichmut. Adler. Gebet. Raum. Meditation. Tempel. Prinz. Siddharta. Gold. Dunkel. Holz. Wald. Kraft. Seele. Fruchtbarkeit. Nebel. Aufgang. Kontrolle. Reichtum. Geist. Ewigkeit.“ – Tags, von denen einige sehr gut passen, andere mir ein bisschen zu aufgeregt sind für jenen Ruhe ausstrahlenden Duft.

Heeley brillierte seit je her mit Understatement-Düften, denen es nie an Raffinesse, aber immer an meist ohnehin überflüssigen Schnörkeln fehlte. Agarwoud, ein nettes kleines Wortspiel aus Agarwood, Adlerholz, dem „Lieferanten“ und Wirt des Ouds, und der eigentlichen Ingredienz Oud, ist ein überaus schönes Beispiel dafür: Mit wenigen, hochwertigen Zutaten erschuf er hier ein kleines Juwel. Eines, das voller Klarheit daherkommt, reduziert, aber doch intensiv und beeindruckend, von zurückhaltender, aber ausgeprägter Präsenz.

Nicht so rau und ungestüm wie die Montalschen Oudrosen und auch nicht so keck französisch wie Juliette has a Guns Midnight Oud, eher fein und distinguiert wie by Kilians Rose Oud, allerdings mit mehr Ausdrucksstärke. Und somit ein toller Auftakt für die neuen Extraits, deren andere zwei Vertreter morgen und übermorgen folgen werden.

In diesem Sinne – bis dieser Tage meine Lieben!

Viele Grüße,

Eure Ulrike.

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Aus dem Nähkästchen…
Aus der Welt der Träume…
Einen raschen Blick…


Duchaufours böser Wolf

Geschrieben in Duft,Gewürziges am 17.10.2011

Den bösen Wolf aus den Grimmschen Märchen dürfte fast jeder seit der Kindheit kennen. Vielleicht geht es dem einen oder anderen wie mir. Als Kind wurden mir von den Großeltern selbsterlebte Schauergeschichten über Wölfe erzählt, wie sie ihnen im Winter im Wald begegneten, wie die Pferde, die den Schlitten zogen, Angst bekamen und wie man ihnen nur mit Mühe und Not entkommen war. Genauso wenig wie meine Vorfahren in den Verdauungstrakt eines Wolfes gelangten, genauso überzogen ist wohl auch die Furcht vor Wölfen, die in der Regel den Menschen meiden und sich schlimmstenfalls am Vieh vergreifen, irgendwie auch verständlich, wo es doch so lecker und fertig angerichtet auf der Weide steht. Zumindest scheint es auch in Deutschland einen Neuanfang mit den scheuen Fleischfressern zu geben, die man hierzulande einst erbarmungslos ausgerottet hatte.

Dem bösen Wolf, der es im Märchen auf Rotkäppchen abgesehen hat, ist auch ein Duft aus dem Hause L’Artisan Parfumeur gewidmet, der den Namen “Méchant Loup” trägt. Bertrand Duchaufours Komposition beginnt mit pfeffrig-würzigen Noten und Lakritze im Kopf, geht über in Haselnussnoten und Zedernholz und klingt mit Eichenmoos, Guajakholz, Honig und Myrrhe aus. Klingt erst einmal nicht gerade böse oder verwegen, deswegen bin ich gespannt, mit welcher Art Wolf wir es hier zu tun haben.

Canis lupus tracks in sandIch folge den Spuren des Wolfes: Auf dem Duftstreifen wirkt der Duft diffus: ich nehme zwar durchaus die Gewürze und auch die Basis wahr, aber so richtig aufschlüsseln will er sich nicht. Die Haut soll mal wieder Klarheit bringen: Und siehe da, sofort strömt mir ein Lakritze-Waldhonigduft entgegen, der von Nussigkeit begleitet wird. Zedernholz mit sauberen und frischen Anklängen rundet das Bild ab. Diese Duft ist aber keineswegs sonderlich süß. Würzige Noten und die Charakteristika des Honigs ohne dessen Süße in Zusammenspiel mit Lakritze ergeben einen äußerst interessanten Herrenduft. Aber Vorsicht ist geboten. Ich rate dringend zu einem Test auf der Haut. Bei mir dreht der Duft nach einer Weile in eine ganz ungute, leicht ranzige Richtung ab. Sehr, sehr schade, wo er doch so vielversprechend anfing.

Welche Art Wolf liegt uns mit “Méchant Loup” vor? Dieser Wolf ist kein Wolf im Schafspelz, sagen wir eher ein kultivierter Zeitgenosse. Da ist nichts Animalisches. Vielleicht ist es aber auch einfach ein Duft, der die schmeichelnden Worte an Rotkäppchen imitiert? Der böse Wolf ist ja gerade deswegen so gefährlich, da er sich nicht als böse zu erkennen gibt:

Rothkäppchen versprach der Mutter recht gehorsam zu seyn. Die Großmutter aber wohnte draußen im Wald, eine halbe Stunde vom Dorf. Wie nun Rothkäppchen in den Wald kam, begegnete ihm der Wolf, Rothkäppchen aber wußte nicht, was das für ein böses Thier war, und fürchtete sich nicht vor ihm. „Guten Tag, Rothkäppchen.“ – „Schön Dank, Wolf!“ – „Wo willst du so früh hinaus, Rothkäppchen,“ – „zur Großmutter.“ – Was trägst du unter der Schürze? – „die Großmutter ist krank und schwach, da bring ich ihr Kuchen und Wein, gestern haben wir gebacken, da soll sie sich stärken.“ – „Rothkäppchen, wo wohnt deine Großmutter?“ – „Noch eine gute Viertelstunde im Wald, unter den drei großen Eichbäumen, das steht ihr Haus, unten sind die Nußhecken das wirst du ja wissen“ sagte Rothkäppchen. Der Wolf gedacht bei sich, das ist ein guter fetter Bissen für mich, wie fängst dus an, daß du den kriegst: „hör Rothkäppchen, sagte er, hast du die schönen Blumen nicht gesehen, die im Walde stehen, warum guckst du nicht einmal um dich, ich glaube, du hörst gar nicht darauf, wie die Vöglein lieblich singen, du gehst ja für dich hin als wenn du im Dorf in die Schule gingst, und ist so lustig haußen in dem Wald.“
[zum ganzen Text]

Dass die Geschichte doch noch gut ausging, wissen wir ja. “Méchant Loup” ist meines Erachtens ein Duft für beide Geschlechter, ungewöhnlich, aber alltagstauglich, vielleicht auch ein Duft für jemanden, der mit Gourmanddüften liebäugelt, aber vor der oftmals ausgeprägten Süße zurückschreckt.

Auf der einen Seite hätte es sicherlich wildere und damit auch interessantere Interpretationen dieses Themas geben können, auf der anderen Seite passt der Duft aber auch gut in ein Märchen. Eine geschlossene Welt mit klaren Gut-Böse-Zuordnungen, mit einfachen und nachvollziehbaren Figuren. Spannend wird es, wenn man diese Welt verlässt und sich überlegt, was sie zu bedeuten hat. Werden in diesem Märchen kleine Kinder vor Sittenstrolchen gewarnt? Roald Dahl, der es mit seinen absurd-komischen Kurzgeschichten wie “Küsschen, Küsschen” zu Weltruhm brachte, dreht den Spieß um und lässt in seiner Interpretation des Märchens Rotkäppchen den Wolf erschießen, um sie letztlich mit seinem Pelz im Wald umherzustolzieren zu lassen. Der arme Wolf!

Wer kennt und schätzt den Wolfsduft?

Es grüßt wölfisch
Harmen

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Das Wandern ist des Müllers Lust
Von einem, der auszog, die Welt zu entdecken…
Halbzeit…


Herbstliche Novitäten die Dritte.

Geschrieben in Ankündigungen am 14.10.2011

Ein paar Schmankerl habe ich noch für Euch, die uns im Herbst diesen Jahres erwarten – beginnen wir doch gleich mit den Amis:

Clean Perfume rücken uns auf die Pelle, und zwar mit „Skin“:

„This fragrance captures the delicate scent of bare skin. Hints of dewy flower petals wrap around notes of pure creaminess and warm musk to evoke the simple scent of touchable skin. Enticing, fresh, pure. Clean skin at its best.“

Umgesetzt wird der Eindruck von nackter Haut mit Lotosblüte, Honigtau, ozonigen und aquatischen Noten, „blauer Rose“, weißem Moschus, Ambra, Hölzern und Vanille.

New York ist groß und Bond No. 9 längst noch nicht fertig mit der olfaktorischen Abbildung des Big Apple – im September rückt man dem allerdings ein Stückchen näher: Drei neue Düfte, und zwar die ersten drei einer neuen Serie, die, oh Wunder, den Namen „I love New York“ trägt: I love New York for Her, I love New York for Him und I love New York for All.

Hierfür hat man sich mit der bekannten „I love New York“-Marke zusammengetan:

„We are ecstatic to be partnering with the iconic I LOVE NEW YORK brand in connection with a new series of fragrances that expand our collection beyond our beloved city to encompass the scents of the entire Empire State. This partnership celebrates the diversity and uniqueness of New York in a distinct way, which makes it a perfect fit. Our collaboration is a means of extending our creative expression of love to all of New York.“

Die Düfte im Einzelnen:

„I LOVE NEW YORK for Her, in a pink bottle, is surely the most scrumptious Bond No. 9 eau de parfum yet—a pastry gourmand so delectable, you can practically taste the vanilla frosting. Yet this scent has a worldly balance, as well, making it as perfect for late-night clubbing in a fluttering, glam top and satin peg-leg jeans as it is for bike-riding through the parks in a camisole and shorts. The opening notes—mandarin zest, spicy nutmeg, and a blueberry muffin accord (SO New York)—are instant attention-getters which soon segue into a bouquet of roses and pink peonies, laced with sultry patchouli. But then the tone deepens, with a drydown of sexy musk, vanilla bourbon frosting, sandalwood, and a soft leather accord, adding elegance to the earlier notes.

I LOVE NEW YORK for Him, in a blue bottle, will appeal to fast-paced men who live a multifaceted city lifestyle as well as enjoy all the outdoor adventures of the great state of New York. The opening notes—grapefruit zest, juniper berry, ginger, and an electric energy accord—are all about get-up-and-go. Then, once your attention has been riveted, the scent (like the man) segues into more thoughtful, sophisticated notes: an exquisite extract of soothing lavender (a longtime staple of male perfumes), full-bodied geranium and patchouli, and an animal leather accord. The base notes that linger—sandalwood, balsam-like labdanum, musk, and, updating it all, a modern amber accord—are frankly smoky and sensual, but still very much in control.

In a black bottle, I LOVE NEW YORK for All is velvety smooth yet sense-awakening—like a really good and fresh cup of java laden with cream. In fact, at the heart of this warmth-inducing gourmand’s delight is an infusion of coffee beans with soothing but slightly spicy cacao natural and tantalizing creamy chestnut. But those aren’t the first flavors you smell. At the outset, a gentle wake-up call: a citrus-floral-spice blend of bergamot, lily of the valley, and pepper. Top-notes usually aren’t as softspoken as these, but for sure your attention is riveted, and remains so as the coffee aroma begins percolating. The mellowness is sustained at the end with base notes of exotic, always-entrancing patchouli, animal leatherwood, hypnotic sandalwood, and, adding a rum-like kicker, vanilla.“

A Lab on Fire, jene kleine Marke, die aus S-Perfume hervorgegangen ist, macht mit neuen Düften von sich reden: Irgendwie ein Geheimtipp, mysteriös umfirmiert und eigentlich immer exzellente Parfumeure am Start – man sollte sich die Düfte, die uns hier erwarten, einmal näher anschauen! Nach L’Anonyme ou OP-1475-A kommt jetzt Rose Rebelle SC-7545 auf den (wohl ausschließlich europäischen) Markt, ein Rosenduft mit Baldrian, roter Johannisbeere, Efeublättern, bulgarischer und türkischer Rose, Labdanum, Moschus.

Neben Rose Rebelle ist What We Do Is Secret der zweite neue Duft von A Lab on Fire dieses Jahr:

„What We Do Is Secret is the olfactive footprint of A Lab on Fire. It is unusual without being strange, rich without money, fresh without green, masculine without male.“ Die Noten: Bergamotte, Muskatnuss, Pfeffer, Leder, Jasmin, Sandelholz, Birkenholz, Patchouli.

Darüber hinaus erwarten uns in nächster Zeit: What We Do In Paris Is Secret (kreiert vom legendären Dominique Ropion, kommt Ende 2011) und Sweet Dream 2003 (von Thierry Wasser geschaffen, kommt Anfang 2012).

Tom Ford erweitert seine „normale“ Duftkollektion um Violet Blonde – wie immer mit sehr ansprechenden Fotos visualisiert lockt uns das Veilchenblondchen mit Veilchenblättern, Iris, Jasmin Mandarine, rosa Pfeffer, Benzoeharz, Zedernholz, Vetiver, Moschus und Wildleder.

Zum Abschluss unserer Neuigkeitenreihe diese Woche komme ich nochmal nach Europa zurück:

L’Occitane en Provence nehmen sich einer ur-französischen Ingredienz an, und zwar einer, für die auch noch die Geburtsregion der Firma berühmt ist: Dem Lavendel. Eau de Cologne Lavande heißt der neue Duft, der gleich in der 300ml-Flasche kommt und als Splash oder als Spray benutzt werden kann:

“Brightened by the radiant freshness of citrus fruits, the Lavender Eau de Cologne has a light, breezy scent, underlined by a woody, musky base with a captivating trail.This vibrant Cologne is a celebration of summer that captures the sunshine and brightness of Haute-Provence.”

Dior erweitert seine vormalig als La Collection Couturier Parfumeur benannte exklusive Linie, die jetzt schlicht La Collection Christian Dior heißt, um einen Duft namens Patchouli Impérial:

„Potent and sensual, Patchouli is an essential House of Dior ingredient that took up its place at the beginning of the New Look revolution in 1947. Full of elegance, François Demachy’s composition, Patchouli Impérial, is a celebration of this legendary oriental ingredient with notes as sultry as they are sophisticated. „Patchouli is a major note, the most animal of all the plant notes. It is refined, revealing unprecedented elegance.““

Der Duft ist von Francois Demachy und beinhaltet Bergamotte, Mandarine, Koriander, Zedern- sowie Sandelholz und natürlich Patchouli.

Ärgerlicherweise ist die ganze Kollektion mittlerweile in Deutschland nur noch schlecht erhältlich. Ich hatte mir einmal den Spaß gemacht und herumtelefoniert – leider konnte ich keinen Flagshipstore in Deutschland mehr ausmachen, der diese Dior-Kollektion (noch) führt – wisst Ihr da mehr?

Und überhaupt: Seid Ihr neugierig geworden? Welche neuen Düfte sprechen Euch an, welche sind testens- und/oder habenswert?

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,

Eure Ulrike.

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Herbstliche Novitäten die Zweite.
Herbstliche Novitäten…
Sommerliche Novitäten…


Freitagsverlosung

Geschrieben in Allgemein am 14.10.2011

Hallo Ihr Lieben,

wie jede Woche so auch diesen Freitag unsere Freitagsverlosung: Fünf Probenpakete möchten sich auf den Weg machen – wer eines empfangen möchte, schreibt uns eine Mail bis Sonntag 24.00 an info@ausliebezumduft.de und nennt uns neben Namen und Adresse einen Duft, den wir diese Woche hier im Blog rezensiert haben. Viel Glück!

In der letzten Woche haben gewonnen: Petra C., Claudia H., Renate W., Sandro V. und Günther W.  – herzlichen Glückwunsch und viel Freude beim Testen!

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,

wünscht euch

Euer duftes Team

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Freitagsverlosung.
Freitagsverlosung.
Freitagsverlosung


Herbstliche Novitäten die Zweite.

Geschrieben in Ankündigungen am 13.10.2011

Neuigkeiten en masse – nachdem wir gestern in Frankreich gestartet waren mit den Herbstlancierungen schauen wir mal, was Resteuropa so zu bieten hat.

Die Engländer zeigen sich gewohnt emsig und erfreuen uns gleich mit drei neuen Düften: Juniper Sling aus dem Hause Penhaligon’s sowie Floris‘ Sirena und Mahon Leather.

Juniper Sling von Penhaligon’s liest sich ganz herrlich: „Inspired by London Dry Gin and the gin-drinking Bright Young Things of the 1920s”, geschaffen von Olivier Cresp:

„Introducing Juniper Sling, an intoxicating new fragrance inspired by the most iconic and atmospheric of spirits: London Dry Gin. Created for Penhaligon’s by Master Perfumer Olivier Cresp, Juniper Sling is a playful, chilled and mysterious homage to the Bright Young Things of London’s roaring twenties.

For enigmatic boys and girls, Juniper Sling is a crisp cocktail shot of gin with the freshness of juniper, cool measures of angelica and brandy and a beating libertine heart of black pepper, cardamom, soft leather and orris. A gourmand base of brown sugar, black cherry and amber add sensuality to the scent.

A beloved and iconic tipple has been transformed into a complex and compulsive skin scent. Apply liberally and drink in.“

Hört sich toll an, oder? Und die Fotos vom Launch im Penhaligon’s-Blog machen auch richtig Lust auf den Duft, finde ich: Siehe hier.

Floris widmen sich mit ihren beiden neuen der Private Collection zuzurechnenden Düften der Insel Menorca.

Zu Sirena liest man Folgendes:

„Minorca, the birthplace of Juan Famenias Floris and home of the bronze mermaid of Mahon, was the inspiration for this creation. The scent captures the spirit and warmth of this sun kissed Mediterranean island and its rich flora lingering on a gentle sea breeze. A distillation of summer memories.

Sirena is a sparkling floral marine fragrance with the freshness of a sea breeze introducing the soft floral heart of oleander, peony and rose with summer berries on a bed of musks and sandalwood.“

Und zu Mahon Leather haben Floris dieses zu sagen:

„Inspired by Minorca the theme combines the scent of the warm liqueur Calent, an infusion of wine and spices dating back to ancient times, paired with the exhilarating aroma of leather tack worn by the Minorcan Horse, symbolic of most cultural celebrations and fiestas on the island. Mahon Leather is a distillation of the tradition, soul and artistry of the birthplace of Juan Famenias Floris.“

Die beiden zentralen Noten der Kreation sind Leder und Safran, „in ein elegantes Herz von Vetiver gewebt“ und mit Hölzern und Ambra unterlegt.

Die Italiener von Prada erweitern ihre Exclusives Linie um die No. 11 – Cuir Styrax, von Daniela Andrier geschaffen. Außer Leder und Styraxharz finden sich wohl noch Weihrauch, Vanille, Orangenblüte und weißer Moschus in dem Duft, der wie gewohnt in der 30ml-Größe erscheinen wird.

Der dänische Avantgarde-Designer Henrik Vibskov hatte uns bereits im Rahmen der Six Scents-Reihe mit einem Duft erfreut: Fragrance 3 Solar Donkey Power aus der Series 2 war von ihm, jener warme, an eine skandinavische Sauna erinnernde Hesperidenverwöhner.

Nun war es wohl an der Zeit für eine eigene Duftkollektion:

„Danish fashion designer Henrik Vibskov has developed a new unisex fragrance series named TYPE. The series consists of three scents that reflect a specific moment in time in three different cities: Berlin, Copenhagen and Damascus. Playing with the simplicity of the cities’ initial letters, the Eaux de Toilette called TYPE B, TYPE C and TYPE D not only represent three very unique and different fragrances, but above all reflect some of the very characteristics of each of the represented cities.“ (Quelle: Colette.fr)

Schöne Städte und hoffentlich auch schöne Düfte? Sie lesen sich zumindest sehr interessant:

„TYPE B, for Berlin, captures a cold winter’s day in the former Eastern part of the city, where – even today – numerous buildings and houses are heated with coal. While the scent starts with spicy and fizzy top notes (black pepper, sulphur match), it soon ignites its soft woody heart (cedarwood, vetyver, gaiac wood) and evolves towards an unexpected, yet cosy and welcoming musky black wood dry down (birch and coal tar), recollective of smoky and leatherish odors on the streets of Pankow.

TYPE C, for Copenhagen – Henrik’s homebase and creative cradle – is reminiscent of the salty air and fresh waters experienced on boating trips outside Trekroner fortress at the entrance to Copenhagen’s harbour, the best place to catch herrings. Fresh and tonic, TYPE C begins with a clear harmony of citrus (bergamot, mandarin, lemon) mixed with an ozonic “sea breeze” accord, marked by salty and solar facets. The drydown is a comfortable woody blend, enriched with the key note of the fragrance, sea weed.

TYPE D, for Damascus, is inspired by the fantasy of the Middle East and the ancient marketplaces of Damascus on a hot summer’s day – down the colourful, narrow streets where the air is saturated with a rich collection of enticing scents. Starting with the freshness of a spicy, citrus accord (bergamot, pink pepper), the scent soon unfolds into a warm and opulent floral boúqúet (jasmine, orange flower, ginger bread, cinnamon). The rich and sensual drydown unveils a woody, balsamic harmony of styrax wood, sandalwood, tonka bean and vanilla.”

Und, seid Ihr auch neugierig geworden? Morgen gibt es noch mehr, das Euch vielleicht mit den Hufen scharren lässt – bis dahin alles Liebe,

Eure Ulrike.

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Herbstliche Novitäten…
Herbstliche Novitäten die Dritte.
Sommerliche Novitäten die Zweite.


Herbstliche Novitäten…

Geschrieben in Ankündigungen am 12.10.2011

Dem Herbst schaue ich wie so oft freudigen Blickes entgegen – nicht nur, dass er für mich als Herbstkind die schönste Jahreszeit darstellt, nein, er hält darüber hinaus auch jedes Jahr eine ganze Menge Neulancierungen für mich, für uns bereit – die möchte ich Euch dieser Tage vorstellen.

Gérald Ghislain von Histoires de Parfums bleibt seiner Vorliebe für Trios treu und stellt nach seinem 2009er Tuberosen-Trio, das ich hier rezensiert hatte, ein weiteres Trio vor: Pétroleum, Ambrarem und Rosam, alle einer Ingredienz gewidmet, die den einen von Euch nun jubeln, den anderen die Augen verdrehen lassen – Oud, einmal mehr und wieder.

Pétroleum ist wohl holzig-ledriger Natur mit animalischem Touch und beinhaltet neben Oud Bergamotte, Rose, Aldeyhde, Zibet, Leder, Patchouli und weißen Moschus. Ambrarem ist ein „Ausdruck von Leidenschaft und Verlangen“ und setzt diese mit maritimen, animalischen und floralen Noten um – Elemiharz, rosa Pfeffer, Iris, Safran, Castoreum, Bourbonvanille, Ambra, Sandelholz und natürlich Oud. Rosam ist eine Hommage an die Rose und kombiniert diese mit Zitrone und Safran, Weihrauch, Ambra, Sandelholz, Patchouli und Oud.

Mit 18% werden die Düfte eine recht hohe Konzentration haben und kommen als Absolu de Parfum in 60ml-Flakons auf den Markt.

Bleiben wir in Frankreich: Diptyque, die soeben ihren Geburtstag mit ihrem Duft 34 gefeiert hatten, spendiert uns zum selben Anlass nun gleich eine ganze neue Kollektion – Les Invités de Trente-Quatre, drei limitierte Juwelen zum 50:

„To celebrate its 50th anniversary, Diptyque launches an exclusive collection that highlights its skills as a perfumer. The three closest perfumers of the house had carte blanche to create an ephemeral collection with great olfactory and creative freedom! Be tempted by the Curiosité scented candle by Olivia Giacobetti, Eau Mage eau de toilette by Fabrice Pellegrin and multi-use perfumed water Eau Particulière by Olivier Pescheux.“ (Quelle: Colette.fr)

Eau Mage ist ambivalenter Natur, kontrastreich wie das in Schwarz-Weiß gehaltene Label von Diptyque: Ambroxan, grüne Mandarine, Cashmeran, Kumin, Rose, Patchouli, Labdanum. Eau Particulière ist ein frischer Duft, der auf einem floral-grünen Akkord basiert, der von Minze, Rosen und Moschus vervollkommnet wird. Giacobettis Kerze hört sich ganz toll an: Hölzer, gerne auch älteren Datums, Ambra, Papier und Kohle – inspiriert durch Desmond Knox-Leet, einen der Diptyque-Gründer und dessen wohl abenteuerliche Arbeitsräumlichkeiten.

Maître Parfumeur et Gantier haben ebenfalls einen neuen Duft in petto: Cuir Fétiche heißt der neue, und sieht sich inspiriert von einem Arbeitsausflug des Hausparfumeurs Jean Paul Millet Lage, der neue Materialien für die hauseigene Lederhandschuhkollektion zu kaufen gedachte und dafür ein französisches Atelier besuchte. Augenblicklich fühlte er sich gefangengenommen von der Atmosphäre dieser Lokalität – und schuf aus dieser Impression einen Duft, der folgende Ingredienzen beinhaltet: Bergamotte, Zitrone, rote Mandarine, Geranium, Leder, Ylang-Ylang, Jasmin, Rose, Iris, Vanille, Moschus, Ambra, Patchouli, Zedernholz, Sandelholz. Im Blog Scented Salamander findet sich bereits eine Rezension zum Duft – siehe hier.

Robert Piguet erfreut uns mit Altbekanntem: Sein Dauerbrenner Fracas, die von vielen geliebte Kaugummi-Tuberose, kommt in zwei Sammlerflakons auf den Markt, beide natürlich limitiert und über und über mit Swarovski-Kristallen verziert. Die 60ml-Parfum-Ausführung für günstige 700 Pfund, wenn es etwas mehr sein darf kommt dann der Liter-Flakon in Frage für 8500 Pfund und mit bestimmt ein paar Glitzersteinchen mehr drauf. Im übrigen soll es nicht die letzte Kooperation der beiden Häuser sein, man darf als gespannt sein und schon mal anfangen zu sparen… Wem das ein paar Cent zu viel sind, der findet Fracas, den schönen Tuberosenklassiker auch weiterhin im normalen Flakon – siehe hier in unserem Shop.

Hermès erweitert seine Hermèssence-Kollektion um einen weiteren, natürlich ebenfalls von Hausparfumeur Jean-Claude Ellena geschaffenen Duft: Santal Massoïa, eine Hommage an das gleichnamige Hölzchen aus Neuguinea, welches wohl an, man höre und staune, an den Duft von Kokosnuss, untermalt von Pfirsich und Butterscotch, erinnern soll. Dazu kommt natürlich Sandelholz und irgendwelche Gourmandanleihen, die an Süßigkeiten aus Milch und getrockneten Früchten erinnern sollen. Lokum? Müsli? Ich bin gespannt… (Quelle: Fragrantica)

Und noch ein Franzose für heute: Reminiscence bescheren uns zum 40. Geburtstag ihres beliebten Patchouli-Duftes einen weiteren Patchouli – L’Incroyable Patchouli. Dieser beinhaltet eine spezielle Ernte des berühmten Java-Patchoulis, ist aber ansonsten in der Formulierung wohl gleich wie sein Vorbild.

Morgen geht es munter weiter mit Neuem – bis dahin alles Gute und liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Herbstliche Novitäten die Zweite.
Herbstliche Novitäten die Dritte.
Sommerliche Novitäten die Zweite.


Die Nächte des Kaisers Hadrian

Geschrieben in Duft,Hesperiden am 11.10.2011

Hadrian Greek BM Sc1381Gestern widmeten wir uns Annick GoutalsEau d’Hadrien“, dem Duft, welcher Kaiser Hadrian zugeeignet ist und vor allem Marguerite Yourcenars Werk „Mémoires d’Hadrien“.

Bei „Eau d’Hadrien“ erwies sich die Duftkomposition als treffendes Abbild des Kaisers, der sinnierend zwischen Zitronenbäumen sitzt, Erinnerungen nachhängt und sich inmitten dieses südländischen Paradieses manch erfreuliche aber auch wehmütige Frage stellt. Heute werde ich mir „Les Nuits d’Hadrien“ ansehen.

Was mich wohl erwartet? Ein grübelnder Hadrian, der schlaflos im Bett liegt oder wie ein Schatten ruhelos durch die Korridore seiner Villa wandert? Ist es ein Kaiser, der sich in nächtlichen Gelagen die Sinnenfreuden des Lebens schmecken lässt? Die Villa Adriana, der Altersruhesitz Hadrians, gehört übrigens zum UNESCO Weltkulturerbe und wirkt selbst auf Bildern pompös und äußerst beeindruckend.

Kommen wir nun endlich zum Duft mit den folgenden Noten:

Canopus de la villa d'Hadrien de nuit

Kopfnote: Bergamotte, Zitrone, Mandarine; Herznote: Zypresse, Basilikum, Kumin, Wacholderbeeren, Ylang-Ylang; Basisnote: Vanille, Sandelholz, Patchouli, Ambra, Weißer Moschus

Bei „Les Nuits d’Hadrien“ haben wir es nicht sofort mit einer frisch augeschnittenen Zitrone zu tun, wobei aber die Anwesenheit der Hesperiden völlig fraglos ist. Die würzigen Noten sind jedoch schon im Auftakt präsent und geben ihm einen herberen Zug, sagen wir: eine grüne Zitronenschale. Auf der Haut bestätigt sich dieser Eindruck: ein frischer Auftakt voller zitrischer Aspekte wird sogleich von würzigen-frischen, aber auch grünen Noten der Zypresse und des Basilikums abgelöst. Obwohl die Basis mit ihren Kandidaten durchaus einen schweren Nachklang vermuten lassen könnte, stellt sich dieser nicht ein.
Ganz offen gesagt ähneln sich „Eau d’Hadrien“ und „Les Nuits d’Hadrien“ ungemein und sind sicher als Variationen eines Themas zu verstehen denn als eigenständige Düfte. Im direkten Vergleich erweist sich „Eau d’Hadrien“ als ein wenig leichter, „Les Nuits d’Hadrien“ hingegen hat durch seine reichhaltigere Basis einen hölzernen, sauberen und weichen Ausklang.

Die Unterschiede sind meines Erachtens nicht gerade fundamental. „Les Nuits d’Hadrien“ ist keine Abendvariante seines großen Bruders, viel mehr eine Spielart, die sich eine breitere Basis erlaubt. Von Schwere, Melancholie und dergleichen keine Spur. In der Historia Augusta, einem Sammelwerk mit den Biographien der römischen Kaiser, heißt es, dass Hadrian vor seinem Tode ein Gedicht geschrieben haben soll, das da lautet:

animula vagula blandula,
hospes comesque corporis
quo nunc abibis? in loca
pallidula rigida nubila –
nec ut soles dabis iocos.

Kleine Seele, schweifende, zärtliche,
Gast und Gefährtin des Leibs,
Die du nun entschwinden wirst dahin,
Wo es bleich ist, starr und bloß,
Und nicht wie gewohnt mehr scherzen wirst …

Diese Zeilen drücken Schicksalsergebenheit aus, Bescheidenheit und ein heiteres Gemüt. Um auf meine Frage zurückzukommen, ob Hadrian nachts rastlos durch seine Villa strich… Ich denke dieses Gedicht wie auch Annick Goutals Duft beschreiben einen Geist, der mit sich selbst in Einklang ist, sowie mediterrane Freuden, die niemals oberflächlich werden und tiefsinnige Anklänge, welche jedoch niemals die Heiterkeit des Südens auch nur annähernd verdrängen können.

Liebe Leser, was meint Ihr zu diesem Duftduo?

Liebe Grüße
Harmen

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Die Erinnerungen des Kaisers Hadrian

Geschrieben in Duft,Hesperiden,Holziges am 10.10.2011

Seit längerem schon liegen zwei Duftproben bei mir, die ich längst besprechen wollte, aber nicht dazu kam. Aus aktuellem Anlass darf die Rezension nun nicht mehr warten: zum 30. Jubiläum des Hauses Annick Goutal wurden Sondereditionen des Duftes „Eau d’Hadrien“ herausgegeben, von dem hier heute die Rede sein wird.

Übrigens haben wir bei diesem Duft wie gewohnt die Auswahl zwischen einem Damen- und einem Herrenfläschchen. Hinzukommt eine begrenzte Auflage des Duftes in einem schwarzen Schmuckkästchen und anlässlich des gerade erwähnten 30. Jubeljahres ein Sonderflakon, der von dem bekannten Juwelier Arthus-Bertrand gestaltet wurde, gewissermaßen das gläserne Abendkleid zur Feier des Tages. Hiervon ist nun ein Eau de Toilette und ein Eau de Parfum sowie ein ebenfalls zu diesem Anlass erschienenes Absolu erhältlich. Letzteres allerdings in der gewohnten Aufmachung.

Emperor Hadrian Louvre Ma3131Bei Hadrian handelt es sich um keinen Geringeren als den römischen Kaiser Hadrian, welcher im Jahr 76 geboren wurde und im Jahre 138 verstarb. Annick Goutal ließ sich aber viel mehr von der fiktiven Autobiographie der belgischen Schriftstellerin Marguerite Yourcenar „Mémoires d’Hadrien” inspirieren als von der historischen Person. Der deutsche Titel heißt „Ich zähmte die Wölfin. Die Erinnerungen Hadrians” – wer auch immer sich mit diesem Zusatz selbstverwirklichen wollte.

Das Buch ist aus der Sicht Hadrians als Lebensbeschreibung erzählt, welche er in Briefform an seinen Adoptivenkel, den späteren Kaiser Mark Aurel richtet. Als Sechzigjähriger, durch Krankheit am Ende seines Lebens stehend, lässt Hadrian in seiner Villa in Tibur sein Leben Revue passieren. Die Geburt in Spanien, seine politische Laufbahn in Rom bis hin zur Kaiserherrschaft, seine Beziehung zu Trajans Frau Plotina, Kriege und auch der frühe Tod seines Geliebten Antinous spielen dabei eine Rolle. Die Briefe sind von Erinnerungen und Sinnfragen durchwoben und umfassen auch die Überlegung, ob er sich durch den Freitod seiner Schmerzen entledigen dürfe. Letztlich stirbt er im Kreis seiner Vertrauten, im Einklang mit sich selbst. – Übrigens soll das Buch von John Boorman verfilmt werden und befindet sich seit 2010 in Produktion.

Ich bin nun gespannt, wie viel Kaiser und Geschichte in „Eau d’Hadrien“ steckt oder ob sich Frau Goutal eher vom Sinnieren und der Nachdenklichkeit einer erinnerungs­trächtigen Lebensbeschreibung inspirieren ließ. Die Duftnoten sind wie folgt angegeben: Kopfnote: Zitrone, Cedrat (Citrus Medica), Grapefruit, Mandarine; Herznote: Ylang-Ylang, Aldehyde; Basisnote: Zypresse.

Eine echte Zitrone wie sie im Buche steht, ist mein erster Gedanke als ich am Teststreifen schnuppere. Ein frisch aufgeschnittene Zitrone würde nicht anders riechen! Mit Zitrone, Citrus Medica, Grapefruit und Mandarine in der Kopfnote ist Marschrichtung ganz klar vorgegeben und ich werde nicht enttäuscht. Nach einer Weile klingt der Duft in eine Richtung aus, die ich nicht ganz einordnen kann und erhoffe mir Klarheit durch einen direkten Versuch auf der Haut: hier erweist sich der Duft als etwas weniger zitronig und auch die anderen Darsteller bekommen ihren Auftritt. Ylang-Ylang und vor allem die zu Recht als kokosnussartig beschriebenen Aldehyde kommen nun zum Vorschein. Die leichte Nussigkeit letzterer geht in den holzig-frischen Noten der Zypresse auf, die auf meiner Haut zumindest daraufhin am deutlichsten hervortritt.

Wildlemon

Welch ein gelungenes Duftbild. Der alte Kaiser sitzt in seiner Villa zwischen Zitronenbäumen, hängt den Erinnerungen eines erfüllten Lebens nach, hin und wieder mischt sich eine herbe Note hinein, wenn er an die Kämpfe und Enttäuschungen denkt. Die Duftkomposition bleibt aber stets kopflastig, so spiegelt sich die Erinnerungsarbeit auch hierin wider. Eau d’Hadrien ist meines Erachtens eine Hommage an den Süden, an die große Vergangenheit des römischen Reiches, aber auch an die wohlgesetzte Prosa einer Marguerite Yourcenar. Auf dem Duftstreifen kommen die süßen Erinnerungen besser zum Tragen als auf meiner Haut – vielleicht wird der eine oder andere dies auch beobachten.

Ein absolut männer- und frauentauglicher Duft für den Sommer, der schon die ersten Züge des Herbstes erahnen lässt. Keine völlige Unbeschwertheit, aber mit einer optimistischen Frische, die große Leistungen zu würdigen weiß.

Habt Ihr schon mit Hadrian Bekanntschaft gemacht? Morgen erfahrt Ihr mehr von ihm. :-)

Liebe Grüße von
Harmen

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Liebesgeflüster…

Geschrieben in Duft,Leder am 7.10.2011

Lieber Yann,

wann hat es mit uns angefangen? Lass mich nachdenken… Ich glaube, das erste Mal habe ich Dich wahrgenommen, als ich über die Herrendüfte von Divine gestolpert bin: Göttlich ist genau das richtige Wort für ein Juwel wie L’Homme de Cœur – sachte schlich sich dieser Herzensmann in mein ebensolches mit zarter Iris, aromatisch-ätherischem Wacholder sowie Angelika und seinem unvergleichlichen Understatement. Und ließ mich aufhorchen, animierte mich, mir die restlichen Düfte des kleinen, aber feinen Franzosenlabels ebenfalls vorzunehmen. Einige der Damen ließen mich, obwohl gut gemacht, eher kalt – die entstammen ja aber auch nicht samt und sonders Deiner Phiole, wie ich heute weiß. Die beiden L’Etre Aimé-Düfte wiederum sprachen mich an – nicht allein des Namens wegen, das muss ich sicher nicht erwähnen. Und L’Homme Sage verzückte mich ebenfalls. Im Vorbeigehen hatte ich Dich also das erste Mal entdeckt – und Du bist meinem Blickwinkel wieder etwas entwischt, das muss ich zugeben.

In meinen Fokus bist Du dann wieder gerückt, als mich die Six Scents Series 2 gefangen nahmen. Du hattest Dich beteiligt, und zwar zusammen mit Damir Doma. Die No. 2 war Euer großer Auftritt, der den Namen Ende/Anfang trug und den ich begeistert rezensierte:

Inspirierendes Moment war ein Tagesanfang, die Dämmerung: Ein Ende, das Sterben der Nacht, sowie ein Anfang, der neue Tag, der beginnt. So zumindest nach Doma. Vasnier scheint ein echter Fan von Domas Mode zu sein seiner eigenen Aussage nach. Er wollte dessen Vision in einem Duft einfangen, dem Geist seiner Mode Ausdruck verleihen – Sensibilität, Spiritualität, Intelligenz, Purismus, Einheit, Harmonie zwischen Körper und Seele, Natürlichkeit, Respekt. Da Doma viele natürliche Materialien verwendet und gerne Stoffe layert war für Vasnier ausschlaggebend, ebenfalls nur natürliche Essenzen zu verwenden und diese in feinen Schichten übereinander zu drapieren.

An diesem Parfum werden, ich verwette meine ganze Kollektion, sämtliche Weihrauch- und Holzliebhaber ihre große Freude haben: Ende/Anfang ist durch und durch Holz, Gewürz und Weihrauch und dabei wunderbar harmonisch. Kühl, tröstlich, holzig, harzig, gewürzig und wunderschön – wenn man es mag. Überflüssig zu erwähnen – ich mag ihn ;) Verwendet wurde Ingwer, verschiedenste Arten Weihrauch aus unterschiedlichen Ländern, Elemiharz, Labdanum, Benzoeharz, Storax, Gurjumbalsam, Birkenteer, Kardamom, Koriander, Tonkabohne, Sandelholz, Guajakholz, Bienenwachs, Vetiver, Patchouli, Myrrhe.

Ein philosophischer Name, ein erlesen schöner Duft, ein toller Designer – jetzt hattest Du mich, hattest meine Neugierde geweckt, die Recherche konnte beginnen. Und ich musste entdecken, dass Du einiges geschaffen hattest, was mir gefiel: Comme des Garçons Red Series Palisander und Rose waren frühe Werke von Dir, Le Labos Aldehyde 44 hatte ich irgendwie verdrängt, aber schon damals positiv in Erinnerung gehabt. Auch viele schöne Mainstreamer hast du kreiert – für Marc Jacobs einige seiner Splashs, unter anderem die Feige und den Ingwer sowie Donna Karans Gold, das zu Recht viele Freunde hat.

Ab Ende des ersten Jahrzehnts des neuen Jahrtausends war dann Deine Zeit gekommen: Du hast Dich gemausert, endlich, und zum gefragten Mann entwickelt – Tommy Hilfiger buchte Dich und Marc Jacobs setzte Eure Zusammenarbeit fort, Tom Ford zog hinterher und True Religion wollten Dich haben. Verständlich, dass Dir bei all dem Trubel zwischendurch ein wenig schwindelig wurde – deshalb sei Dir Dein Ausflug mit Baby Phats Fabulosity auch verziehen.

Du hast aber bei all den Mainstreamern auch die Nische nicht aus den Augen verloren – und ich Dich deshalb auch nicht: Für Delrae Roth hast Du begonnen und bist dort in die Fußstapfen eines ganz Großen getreten – in die des Michel Roudnitska.

Mit Mythique hast Du einen wirklich guten Start, denn Du mit Deinen beiden Folgedüften scheinbar spielend getoppt hast: Panache harrt hier immer noch einer Rezension, ich verspreche, ich werde es noch tun. Zu schön war er, ist er – dieses einzigartig-eigenartige saubere Blütenbouquet von Jasmin, Iris, Magnolie und Geißblatt. Eine Verbeugung vor und für uns moderne Frauen. Ein Damenduft fürs 21. Jahrhundert. Und nein, davon gibt es nicht viele, ganz im Gegenteil. Mit Coup de Foudre hattest Du es dann geschafft: Du hast mich zu Tränen gerührt, so sehr hat mich diese Deine wundervolle Rose berührt:

Eine Rose in solch einer ultimativen Schönheit wie sie (nur?) in der Natur vorkommt, reich, tief, frisch und verführerisch. Eine, die einen sofort im Sturm erobert, eben – Liebe auf den ersten Blick oder vielmehr: Riecher.

Und – ich bin mir fast sicher: Den meisten Rosenliebhabern wird es genau so ergehen. Wer Rosen mag MUSS diesen Duft lieben, daran führt kein Weg vorbei. Im Auftakt stieben mir prickelnde Agrumen wie funkelnde Sterne entgegen, in deren Folge sich eine entrückte und berückend schöne Rose zeigt. Vasnier lässt uns an allen ihren Facetten teilhaben: Ihrem zitrischen Perlen, ihrer taubenetzten Frische von grünem Blattwerk gesprenkelt und von Pfingstrose und Magnolie wundervoll im Eindruck verstärkt. Minzige Noten und eine subtile pfeffrige Schärfe unterstreichen ihre beeindruckenden Konturen, bis sie uns im Abgang auf ihre Wurzeln blicken lässt, die in wohlig-weichem sonnendurchwirktem Moos ruhen, welches von einer feinen Süße und einer zarten Rauchigkeit kontrastiert wird.

Head-over-Heels war es um mich geschehen. Und es zeigten sich erste Suchttendenzen sowie erwartungsvolle Freude, Sehnsucht… nach mehr von Dir.

Das hast Du nun prompt geliefert: In der Series 3 der Six Scents bist Du wieder mit von der Partie, sehr zu meiner Freude. Mit Ohne Titel hast Du kooperiert, zwei Damen, und hast für sie M, den Duft Nummer Sechs geschaffen. Aber bitte, ich möchte Dir nicht Worte in den Mund legen, erzähle selbst:

„M was a collaborative project with Ohne Titel. Meeting Flora and Alexa, you are immediately struck by the level of ease, familiarity and cohesiveness of their conversation together. They build off each other’s ideas, sharing the same open vision. The same pattern translated for their choice of ingredients and the expression of the fragrance, they both gravitated to the same ingredients we smelled and built together. I started Oh My Deer with a core of leather and an animalic feeling. Alexa and Flora spoke about their rebellious side when growing up, night clubs and late outings, the feeling of warm, slightly sweaty skin. I tried to recreate their attention to intricate tailoring, architecture of design, their care of detail, all these very feminine aspects using these strong and signature materials like cardamom, safraleine, and leather.“ – Yann Vasnier.

Feminin sind die Entwürfe von Ohne Titel, fließend und überlappend, einmal mehr an Großmeister Rick Owens erinnernd, aber mit eigenem Twist. Ein nettes Damenpaar hast Du Dir da rausgesucht, ich könnte glatt eifersüchtig werden, mit Eurem, Deinem Duft besänftigst Du mich aber schnell: Wow, was ist dass denn lieber Yann?! Leder, feinstes Wildleder butterweicher Natur hast Du hier karamellisiert, mit zuckrigen Karamellkristallen wie mit Sternen funkelnd überzogen. Hast ihm eine violett schimmernde Pflaumendiva an die Seite gestellt, die fruchtige Kühle einhaucht. Und weich-würzige Vanillewärme daruntergelegt, trockene, die die holzige Strenge besänftigt, während von irgendwo her der Duft eines stolzen und eindrucksvollen Raubtieres herüberweht – ein Panther vielleicht, ein Leopard?

„Night Noises – pass away
Heat remains
Smell of Memory.“

Das ist die Story zu Eurem Duft M, jenem Originellen, der wenn überhaupt nur einen Richtungsverweis duldet – den auf das kongeniale Giacobetti-Meisterwerk Dzing!. Kurz, aber dennoch bedeutungsschwanger ist sie, Eure Geschichte. Und passt so gut zu Deinem Duft, der sich gegen Ende seines Verlaufes so wunderbar kühl-seidig-ledrig um meine Haut legt wie eine Umarmung.

Das mit uns Yann, das spüre ich, das weiß ich seitdem – das ist etwas Ernstes. Und daraus kann noch etwas ganz Großes werden, da bin ich mir sicher. Auch, wenn Du mich mit Buxton & Bourdon, Kurkdjian, Giacobetti und Duchaufour teilen musst.

Ganz die Deine -

Ulrike.

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