Lalique – Mon Premier Cristal – Kunstwerke aus Glas und Parfum

Den ersten Duft brachte das Dufthaus Lalique im Jahre 1992 auf den Markt: Lalique de Lalique, ein fruchtig-floraler Orientale. Doch der Name Lalique trat bereits viel früher und in einem anderen Metier in Erscheinung. Der Franzose René Jules Lalique, geboren 1860 in dem kleinen Städtchen Ay in der Champagne, war der berühmteste Schmuck- und Glaskünstler des Art Déco und des französischen Jugendstils, genannt Art Nouveau. Nach einer mehrjährigen Zeichenausbildung und einer anschließenden Lehre bei dem exklusiven und angesehenen Pariser Luxusjuwelier Louis Aucoc, machte sich Lalique selbständig.

Durch die Übernahme einer kunstgewerblichen Werkstatt war es ihm von nun an möglich, auch eigene Schmuckkreationen herzustellen. Seine Werke beruhten nicht ausschließlich auf dem Protz und Prunk wertvoller Materialien wie Gold, Edelsteine oder Perlen. Er verarbeitete auch günstige Rohstoffe wie Emaille, Halbedelsteine oder Horn, aber auch normale Steine oder Glas. Und dennoch konnten seine Werke auf den wichtigen Ausstellungen seiner Zeit bewundert werden und wurden regelmäßig prämiert. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts fertigte Lalique die Parfumflakons für den Parfümeur François Coty. In den folgenden Jahren stammten sämtliche Flakons der führenden Dufthäuser wie Houbigant, Molyneux, d’Orsay, Worth oder Roger & Gallet aus seiner Produktion.

Lalique – Mon Premier Cristal

Lalique – Mon Premier Cristal

Die neue Dufttrilogie ist eine Hommage an die Weiblichkeit sowie an die Glaskunst des Jugenstils und des Art déco. Nicht nur die inneren Werte, auf die wir gleich eingehen werden, sind von Bedeutung, auch der Flakon selbst ist ein wahres Kunstwerk. Aus Kristallglas gefertigt, ist der Flakon der Mon-Premier-Cristal-Kollektion von der berühmten 1919 von Lalique kreierten Vase „Hirondelles“ inspiriert. Ein zartes Schwalbendekor aus Milchglas schwebt auf einem klaren Untergrund. Dies ist Jugendstil par excellence. Die Verbindung zum Art déco schaffen die zarten vertikalen Linien oberhalb und unterhalb des milchgläsernen Schwalbenflugs.

Flakons, die für alle Düfte gleich sind, tragen die Lalique-Signatur. Die einzelnen Düfte sind durch verschiedenfarbige Bänder gekennzeichnet: Fuchsia für Sensuel, Blassrosa für Tendre, Schwarz für Lumière. Diese Bänder werden von zwei Metallplaketten geziert, in die jeweils der Name der Kollektion und der Name des Dufts eingraviert wurde. Beigefügt ist ein passender Ballonzerstäuber, um dem täglichen Duftritual Raffinesse zu verleihen.

Sensuel – Die Sinnliche

Für Sensuel verpflichtete das Dufthaus Lalique die französische Parfümeurin Karine Dubreuil-Sereni. Aus den Duftnoten Bergamotte, Maiglöckchen, Heliotrop, Patchouli, Vanille, Weißer Moschus, Tonkabohne und Ambra zauberte die junge Dame diesen Sinnlichkeit versprechenden Duft.

Lalique – Mon Premier Cristal

Die Sensuel-Edition startet herb-fruchtig und mit der intensiven Spritzigkeit der Bergamotte. Dieser erste Schnupperer lässt mir selbst das trübe Grau draußen vor meinem Fenster nur halb so schlimm erscheinen. Der Auftakt von Sensuel macht auf jeden Fall Laune. 🙂 Es dauert nicht lange, da lugt das Maiglöckchen um die Ecke und verströmt seinen luftig-leichten und dezent süßlichen Lilienduft.

Auch die zarten Vanille- und Mandelnoten des Heliotrops lassen nicht lange auf sich warten und sorgen für würzig-gourmandige Akzente. Mit Patchouli wird Sensuel dunkler. Dessen sanfte Erdigkeit und die warmen Ledernoten von Ambra läuten jene Sinnlichkeit ein, die der Duft namentlich verspricht. Ganz behutsam wird Sensuel auf ein kuschelig-weiches Bett aus zarter Vanille und weißem Pudermoschus geleitet, abgerundet durch die würzige Karamellnote der Tonkabohne.

Tendre – Die Sanfte

Keine Freundin langer Worte bzw. Duftnotenaneinanderreihungen ist die Parfümeurin Sidonie Lancesseur. Sie ist für ihre präzisen und klaren Duftkreationen bekannt, die Ausruck besitzen, ohne viel Schnickschnack zu benötigen. Wenig verwunderlich also, dass man die von ihr für Tendre gewählten Duftnoten an einer Hand abzählen kann: Birne, Maiglöckchen, Rose, Weißer Moschus und Vanille.
Lalique – Mon Premier Cristal

Als große Birnenliebhaberin verzückt mich der Auftakt von Tendre vollkommen: Der Duft startet mit einer derart authentischen, saftig-köstlichen Birnennote, die mir das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Dieser Fruchtigkeit wohnt eine gewisse Süße inne, doch ist diese weit entfernt von klebrig-quietschig. Diese Birne ist einfach nur zum Hineinbeißen lecker! Ganz vorsichtig arbeitet sich das Maiglöckchen ins Duftgeschehen.

Dessen hellen und leichten Liliennoten besitzen dezent milchige Akzente, was dem fruchtig-floralen Duo einen wunderschönen und bezaubernden Frühlingscharakter verleiht. Das Zartrosa des Dufts spiegelt sich in der Rose wider, die die Duftbühne im weiteren Verlauf betritt: fein ausbalanciert ohne jede Seifig- oder Madamigkeit. Eine lieblich duftende Rose, wie man sie des Sommers in so manchem Garten erschnuppern kann. Vanille gesellt sich hinzu und leitet den Übergang in die Basis ein. Hier vergnügt sich das edle Gewürz mit der watteweichen Kuschelnote von weißem Moschus und klingt so ganz allmählich aus.

Lumière – Die Leuchtende

Die junge Parfümeurin Alexandra Monet kreiert den letzten Duft des Laliqueschen Dufttrios: Lumière. Die Duftnoten setzen sich wie folgt zusammen: Mandarine, Safran, Mandel, Jasmin, Tuberose, Süßholz (Lakritze), Patchouli, Cashmeran und Moschus. Lumière ist dem Leuchten der weißen Blüten Tuberose und Jasmin gewidmet. Man darf also gespannt sein. 🙂

Lalique – Mon Premier Cristal

Lumière beginnt mit den charakteristischen Noten von edlem Safran, kombiniert mit der gourmandigen Cremigkeit der Mandel und fruchtig-süßer Mandarine. Ein interessanter und jahreszeitlich recht passender Auftakt wie ich finde. 😉 Die Protagonisten des Duftes lassen nicht lange auf sich warten: Tuberose und Jasmin sorgen mit ihren hellen und berauschenden Blütennoten für florale Sinnlichkeit. Dunkel-süße Lakritze gesellt sich zur weißen Blütenpracht. Mit den köstlichen Gewürznoten wird Lumière körperreicher und wärmer. Die dezent erdige Holzigkeit von Patchouli und die seidige Weichheit von Cashmeran führen den Duft langsam in die Basis. Hier wartet bereits ein kuschelhungriger Moschus darauf, Lumière in seine pudrig-sanften Arme zu schließen.

Drei wunderschöne und sehr, sehr feminine Düfte, die optisch wie olfaktorisch ein Hingucker sind. Liebhaber von fein ausbalancierten, edlen und doch modernen Düften werden unter diesen Dreien bestimmt fündig. 🙂

Damit verabschiede ich mich für diese Woche aus dem Duft-Tagebuch. Ich wünsche Euch noch eine gute Zeit und bis in Bälde!

Liebe Grüße,
Steffi

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Bereits 2010 gingen so einige Blogbeiträge auf mein Konto. Dann war ich „kurz“ weg – sechs Jahre. Umso mehr freut es mich, dass ich nun wieder die Chance bekomme, mein Näschen im Dienste der Duftrezension schnuppern zu lassen und eifrig in die Tasten zu hauen. Was Nischendüfte angeht, habe ich damals übrigens schnell Feuer gefangen. Meine Ausbildung tat dazu ihr Übriges: Als diplomierte Biologin kenne ich mich nicht nur mit Fauna und Flora, sondern auch recht gut mit der Herstellung von Ölen und Extrakten aus, was den Reiz der Parfumwelt natürlich noch größer macht.

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