Aus Liebe zum Duft Shop Duft Tagebuch

Royal Crown die Dritte.

Geschrieben in Aquatisches,Duft,Hesperiden,Leder am 27.01.2012

Drei Düfte sind vorerst noch übrig geblieben für unsere Royal Crown-Reihe, und zwar zwei für die Männerwelt – Musk Ubar und Rain – sowie ein „Unisex“-Duft, Celebration.

Musk Ubar ist angedacht, von dem „eleganten“ Mann getragen zu werden, wie es die Firma verlauten lässt. Ein „dichter, mysteriöser, warmer und rassiger“ Duft, der wohl sein Pendant sucht – einen Abenteurer natürlich oder auch einen Kapitän (nicht jeden, den unter diesen gibt es, wie wir spätestens seit neuestem leider wissen, auch ausgeprägte Hasenfüße…), jemand, der die Klippen des Lebens gut zu umschiffen weiß und der sturmerfahren ist. Souverän hört sich das an – schauen wir, ob es der Duft auch ist… Die Ingredienzen: Kopfnote: Angelika (Engelwurz), Wermut, Geranium; Herznote: Rose, Jasmin, Galbanum, Basisnote: Moschus, Ambra.

Musk Ubar zeigt sich als seiner Krone würdig, absolut. Ich bin normalerweise kein allzu großer Moschus-Liebhaber, diesen Duft aber würde ich nur zu gerne am richtigen Mann riechen. Moschus geht, möchte man es vereinfachen, vor allem in zwei Richtungen: Entweder in die weiche Ecke, dann entweder sauber und/oder süßlich interpretiert, oder in Richtung Bleistift, gerne mit animalischen Anklängen, die sich ab und an aber auch in die weichen Kandidaten verirren (Etros Musk ist dafür ein schönes Beispiel – ich spiele liebend gern mit diesem kleinen Schmuddelkind!). Dieser Moschus hier tendiert ganz klar in die Bleistiftrichtung, hat diesen feinen Graphitgeruch, der von Angelika und Geranium genial unterstrichen wird. Wärme stiften diese und Frische gleichermaßen, Würzigkeit und eine Prise Kraut. Und zudem entsteht in dieser ambrierten Kombination, die sachte von floralen Noten eingerahmt wird, eine ledrig-animalische Komponente. Dezent, aber wahrnehmbar. Temperamentvoll, aber erlesen und zivilisiert und von einer subtilen Süße untermalt. Endlich einmal wieder ein toller Moschus. Und eigentlich das, was ich von Lutens’ Muscs Koublaï Khän erwartet hätte.

Rain zelebriert einen Regentanz und soll als „zeitgemäßer, eleganter und klassischer Männerduft“ an Quellwasser, vielleicht gar einen Wasserfall erinnern. Gedacht natürlich auch für einen modernen Naturburschen, einen Kosmopoliten und weitgereist. Die Ingredienzen: Kopfnote: Mandarinenblätter, Bergamotte, Neroli

Herznote: Jasmin, Reseda, Rose; Basisnote: Sandelholz, Heliotrop, Vetiver, Ambra.

Rain ist – keiner jener aquatischen Schnösel, die man zuhauf draußen findet, nein. Vielmehr gehört er zu der Sorte Düfte, die ich als Edel-Aquatische bezeichnen würde: Eine kühle Mandarine im Kopf, saftig-frisch, ohne jedoch den normalerweise für Zitrusfrüchte üblichen Prickel-Charakter zu besitzen, gepaart mit einer minzig-floralen Frische, einer nahezu undefinierbaren. Die Basis zeigt sich von leichter, sonniger Wärme mit dezenten Holzanleihen. Ich mag derlei helle, frische und der Tendenz nach maskuline Düfte bisweilen gerne – habe aber mit Carons Anarchisten und mit Creeds Himalaya schon zwei sehr ähnliche Kandidaten bei mir stehen, insofern ist Rain für mich sicher kein Kaufkandidat, obgleich er sich als noch etwas ausgefeilter und komplexer als die beiden erweist.

Celebration, der letzte Duft der Royal Crown-Serie, ist einem Jubiläum gewidmet: 150 Jahre Bella Italia – die Geburt Italiens am 17.03.1861, die letztes Jahr groß gefeiert und von einigen Düften zelebriert wurde: Il Profumo, Profumi del Forte und Xerjoff leisteten ebenso ihren Beitrag.

Celebration sticht für mich eindeutig aus der Royal Crown-Kollektion heraus, und zwar in mehrfacher Hinsicht: Meiner Meinung nach ist er – experimenteller, nicht als typisch italienisch einzuordnen, reduzierter, kantiger. Die Ingredienzen lassen die Wucht, mit der einem dieses Düftchen um die Ohren oder vielmehr in die Nase knallt, nur schwerlich erahnen: Kopfnote: Zitrische Noten; Herznote: Grüne Minze, Mandarine, Bergamotte; Basisnote: Lilie, Iris.

Gleißend ist das erste Wort, das mir zu Celebration einfällt. Gleißend hell und von einer ohrenbetäubenden zitrischen Frische zeigt er sich. Tief durchatmen lässt er einen, obgleich er einem den Atem raubt. Nicht näher zu definierende Hesperiden haben sich hier zu einer grandiosen Macht zusammengeschlossen mit einer pfeffrig-frischen Minze. Mandarine stiftet verhalten süße, aber vor allen Dingen fruchtig-saftige Anklänge, während die Basis erdig und wässrig-floral unterstützt. Für mich eine Art ultramodernes Cologne, das, weil es kein Cologne ist, natürlich eine sehr viel bessere Haltbarkeit zeigt als jene. Eine Frischekick allererster Güte, der in seiner Reduziertheit ein wenig an die Handschrift architektonisch anmutend minimalistischer Düfte wie Humiecki & Graefs Eau Radieuse oder Putmans Préparation Parfumée erinnert. Vor allem mit ersterem hat er gewisse Ähnlichkeit – ein fetter Pluspunkt in meinen Augen, der in sofort auf meinen persönlichen Platz 1 der Kollektion katapultiert.

Wie sieht es bei Euch aus, schon getestet, schon etwas gefunden?

Viele herzliche Grüße und ein schönes Wochenende,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Picture of a waterfall (Kjosfossen) nearby Flåm, Norway von Yorian, Electric von Kavewall, some rights reserved, vielen lieben Dank!

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Ein Duft mit Pferdestärken – Godolphin von Parfums de Marly

Geschrieben in Duft,Leder am 24.01.2012

Heute habe ich einen kleinen Exkurs bzw. Ausritt vor in eine mir unbekannte Welt: die der Pferde. Noch nie saß ich auf einem Gaul, das muss ich zugeben. Dessen ungeachtet war ein bestimmter Duft Anlass genug, mir die drei Blogartikel von Uli noch einmal näher anzusehen, welche sich mit den Düften von Parfums de Marly beschäftigten. Wer sie selbst noch einmal lesen möchte, sei hier, hier und hierhin verwiesen und wird sogleich merken, dass sich alles um Pferde dreht.

Ein bestimmter Duft wurde in dieser Reihe nicht besprochen, der es aber durchaus verdient hätte. Wahrscheinlich kam er erst später in die Kollektion. Auf dem letzten, hier bereits öfter erwähnten Dufttreffen in Bruchsal stieß ich auf einen ganz feinen Lederduft – ihr könnt es Euch jetzt schon denken, auf Godolphin aus genanntem Hause.

Wir dürfen wohl mit Fug und Recht von einem statusbewussten Flakon sprechen, so stellt sich die Firma auch auf ihrer Internetseite dar. Bedenkt man allerdings die Preisklasse mancher Pferde, so dürfte er durchaus ein treffendes Abbild sein.

Wie bei den anderen Düften der Reihe handelt es sich auch bei Godolphin um ein berühmtes Pferd seiner Zeit. “Godolphin Barb” und auch “Godolphin Arabian” wurde es genannt, ein Berberhengst, der ursprünglich Sham hieß und den der Bey von Tunis König Ludwig XV. schenkte. Wir befinden uns also im 18. Jahrhundert – Godolphin Barb lebte sein Pferdeleben von etwa 1724 bis 1753. Der König schaute diesem geschenkten Gaul wohl ins Maul oder war aus einem anderen Grund nicht zufrieden mit dem Tier, sodass es in den Besitz des Engländers Edward Cox gelangte, wo es das vermutlich fröhliche Leben eines Deckhengstes genoss. Shams Bemühungen blieben nicht unbelohnt, und er wurde Vater des berühmten Rennpferdes Lath. Hier sehen wir Godolphin in seiner ganzen Pracht:

Cox starb, weswegen der Hengst in die Hände des 2. Earl of Godolphin gelangte – messerscharf lässt sich von seinem Namen der Name des Pferdes ableiten, unter welchem es bis heute bekannt ist. Nun, auch ein Pferdeleben endet einmal. In der Weihnachtszeit des Jahres 1753 segnete Godolphin das Zeitliche, wurde aber in allen Ehren in seinem Stall begraben. Die Stelle wurde mit einem Gedenkstein versehen, die bis heute im Wandlebury Ring zu sehen ist, einige Meilen südlich von Cambridge.

Godolphin Arabian grave

Selbst in einem Buch wurde seine Lebensgeschichte verewigt, in Marguerite Henrys Kinderroman “König der Winde” und ich bin mir nicht sicher, ob nicht auch die ganze Geschichte oben oder ein Teil davon eher aus dem Roman stammt. Wie dem auch sei, wir haben es mit einem berühmten Pferd zu tun.

Kommen wir nun endlich zum Duft: Feine Gewürze bilden den Auftakt des Duftes. Thymian, Safran, Zypresse und Grüne Noten sind angegeben, doch darf man sich diese in einer weichen und runden Verfassung vorstellen. Gezügelte Würzigkeit mit einem frischen Hauch, der sogleich von einem fruchtig-floralen Beiwerk unterlaufen wird. Und schon zeigen sich die Ledernoten, fein von Zedernholz akzentuiert und weich mit Iris, Moschus, Ambra und Vanille unterlegt. Auf der Haut lässt sich der Duft weniger gut differenzieren. Ich würde sagen, dass die fruchtigen Noten und die Vanille etwas deutlicher herauskommen, krautig angehauchte florale Noten nehmen dem Leder jegliche Bitterkeit und runden den Duft zu einem Ganzen. Sehr fein, sehr distinguiert und meines Erachtens wie das idealistische Duftgemälde eines Spitzenpferdes.

Ein kleiner Geheimtipp von meiner Seite: Wer Clive Christians “C” für Herren liebt, dürfte hier einen unerwarteten und etwas günstigeren Zwillingsbruder finden. Beide sind für mich große Entdeckungen des vergangenen Jahres gewesen.

Mit einem Wiehern verabschiede mich heute von Euch, liebe Leser
Harmen

PS: Die kompletten Duftnoten: Kopfnote: Thymian, Safran, Zypresse, Grüne Noten, Fruchtige Noten, Maté; Herznote: Rose, Iris, Jasmin; Basisnote: Leder, Vetiver, Zedernholz, Moschus, Ambra, Vanille.

Bildquelle: Godolphin via Wikimedia Commons – vielen Dank!

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Herren vor – Atelier Flou die Dritte.

Geschrieben in Chypre,Duft,Hesperiden,Holziges,Leder am 20.01.2012

Heute sind wir wieder bei Atelier Flou gelandet, denn es stehen noch einige Düfte dieser von Jean‐François Cabos ins Leben gerufenen Linie an, die es zu rezensieren gilt. Stürzen wir uns zum Abschluss der Woche auf die verbleibenden Männer, die da heißen: Black Purple, Eau D’Aviateur und Monsieur Mon Amour.

Black Purple… Beginne ich bei diesem Namen ein kleines Brainstorming, fällt mir sofort im Zusammenhang mit Düften natürlich die Pflaume als Ingredienz ein. Und der Song Black Velvet. Mit ersterem liege ich schon einmal komplett falsch – keine Früchte weit und breit, dafür Folgendes: Kopfnote: „Chypre-Akzent“; Herznote: Rosmarin, Muskatnuss; Basisnote: Ambra, Vetiver, Liatrix.

„Mystery, Terrestrial and celestrial, Charming. All is extreme in this combination of heat and cold. The subtle association between the coolness of the rosemary of Morocco, the true harmony of the nutmeg of Indonesia and a passionate touch of absolute of Liatrix of America delicately associated with a deep amber. Between sky and earth.“

Von Ambivalenz ist bei Black Purple die Rede, von dem Spannungsverhältnis zwischen Wärme und Kälte… Viel interessanter ist aber für viele hier sicher die Frage nach Liatrix – was ist das? Liatrix, Liatris auch Liatrix Odoratissima oder auch Deer’s Tongue ist ein amerikanisches Kräutlein, das vornehmlich in der Savanne wächst. Auf den ersten Blick unscheinbar, entwickelt es getrocknet einen warmen, süßen, zum Teil pudrigen und stark an Vanille erinnernden Duft mit Anleihen von Heu (klar – Liatrix hat einen sehr hohen Cumarin-Gehalt) und Tabak. Zur Aromatisierung von letzterem diente die Pflanze auch Jahrzehnte.

Auch in diesem Duft scheint sie eine zentrale Rolle zu spielen: Zimtige Tabakblätter renken sich meinem Näschen entgegen und es entfaltet sich ein gar eigenartiger Duft. Blattwerk, dunkelgrünes, und Rosmarin, deutlich wahrzunehmen, sehen sich kontrastiert von warm-würzigen Akzenten, die im Duftverlauf immer mehr die Oberhand gewinnen. Samtene Wärme drückt hindurch, und es kommen in der Tat Noten zum Vorschein, die eigentlich nur von besagtem Liatrix-Pflänzchen stammen können: Vanille und Heu, von einem Hauch Ambra geadelt. An was erinnert mich das? Ein kleines bisschen an Parfumerie Générales Felanilla, was dessen dicht gewebtes Vanille-Ambra-Heu-Lager angeht. Sehr interessant – und sehr schwer einzuordnen. Auf den Ursprung des Namens komme ich allerdings immer noch nicht beziehungsweise kann nicht folgen, ganz abgesehen davon, dass ich farblich ganz anderes mit dem Duft assoziiere.

Eau d’Aviateur, der Duft des Piloten… Luftfahrtdüfte gab es schon einige, man erinnere sich beispielsweise an den großartigen En Avion von Caron, gewidmet der ersten Frauen, die fliegend den Himmel eroberten (Maryse Bastié, Adrienne Bolland & Hélène Boucher), oder an Brecourts Eau Libre. Abenteurer sind sie immer, diese Flieger – das sehen auch Atelier Flou so:

„Adventure, Density, Spirit. When the intense scene of extreme skies forces the contemplation by the voyager, from the Andes cordillera to Siberia. Bouquet of blue flowers, petitgrain of Sicily and orange oil of Brazil for this water which goes like one second spiritual skin. Obviousness.“

Flieger, grüß mir die Sonne – und die Agrumenfrüchte, die unter derselben so unwahrscheinlich köstlich heranreifen. Eau d’Aviateur ist ein Hesperidenduft, und insofern nicht wahnsinnig innovativ, gesellt er sich doch zu einer ganzen Reihe an zitrischen Früchtchen innerhalb der Parfumlandschaft. Auch die Ingredienzen oder deren Kombination stechen auf den ersten Blick nicht ins Auge: Kopfnote: Zitrische Noten, Orange, Bergamotte; Herznote: Veilchenblätter, Florale Noten, Petitgrain; Basisnote: Maté, Moschus, Zibet, Sandelholz.

Und doch – Eau d’Aviateur gefällt mir gut. Frisch, dynamisch, prickelnd, bitzelnd, säuerlich-zitrisch. Ein Hesperidenschwall mit dominanter Bergamotte, der Freude macht und den Kopf wach hält, umrankt von ein bisschen grünem Blattwerk und subtilen floralen Anklängen. Dazu gesellt sich eine Prise Tee und die Basis wärmt sandelholzig und moschusgeschwängert. Erinnert mich ein bisschen an Carthusias Mediterraneo oder an Acqua di Parmas Blu Mediterraneo Bergamotto di Calabria und befindet sich insofern in bester sommerlicher Gesellschaft.

Monsieur Mon Amour – beschwört die große Liebe, oder wie darf ich das verstehen?

„Elegant, Refined, Smart. Ultimate elegance signs this fragrance: the glowing of the hearth and the feeling of cosy leathers for an unusual and astonishing refinement. When the incense of Somalia meets the attar of the wood of Gaïac of Paraguay. Serenity.“

Was sich in der Theorie eher abenteuerlich anhört, hat auf dem Teststreifen tatsächlich das gewisse Etwas: Die Mischung aus Zitrusfrüchten, Jasmin, Hölzern und Leder, die ich mir vorab nicht so richtig vorzustellen vermochte. Der Teststreifen kündet von einem Strahlemann: Zitrisch-dynamisch mit einem interessanten Weißblüher-Kick, gebettet auf den üblichen Holzverdächtigen und von einem kühlen Leder veredelt. Hat was – leider nur auf dem Papier. Mein Handgelenk potenziert die vorhandenen Agrumenfrüchte derart, dass mir eine lange Zeit nur noch Fruchtbonbons im Stile von Nimm2 entgegenleuchten. Jene Vitaminexplosion zügelt sich im Verlauf des Duftes, sodass sich Haut und Papier vom Ergebnis her wieder annähern, trotz allem gefällt mir das Ergebnis auf meinem Händchen so nicht. Ich bin aber auch kein Mann, an denen wird sich Monsieur Mon Amour ohnehin schöner entfalten, da bin ich mir sicher.

Für diese Woche werde ich es damit bewenden lassen, nächsten Montag geht es dann weiter mit den letzten beiden Damendüften.

Bis dahin alles Liebe und Euch ein schönes Wochenende,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Electric von Kavewall, Photograph of aviator Charles J. Biddle (born 1890), Toul, September 1, 1918 via Wiki Commons, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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Knize Sec und Knize Ten – zwei ungleiche Brüder

Geschrieben in Ambriertes & Harziges,Duft,Leder,Tabak & Rauchiges am 16.01.2012

Bereits im März 2010 schrieb Uli über diverse Lederdüfte, unter denen auch Knizes legendärer Duft “Ten” zu finden war. Dieser Duft harrt schon lange in meiner Probensammlung aus, um heute endlich einmal getestet zu werden. Aber der Duft, der heute eigentlich im Rampenlicht steht, ist “Sec“.

Zuerst möchte ich mir ein Bild von “Ten” machen, welcher nach der “+10″, dem besten Handicap im Polo-Sport benannt wurde. Ich bin sehr erstaunt, wie extrem dieser Duft von anderen wahrgenommen wird, manche sprechen von Scheuermitteln oder Aschenbecher…ich habe einen sehr viel runderen Eindruck: Kurz nach dem Aufsprühen zeigen sich die zitrischen Noten kurz aber heftig – ich würde hier fast auf eine kräftige Orange tippen, um daraufhin, wohlgesittet in den Hintergrund zu treten. Die vertretenen Hölzer sind deutlich vorhanden und dominieren den Duft im Herzen und werden von leicht floralen Noten – hier nehme ich die Rose wahr – und würzigen Noten gesäumt. Ich hätte fast geschrieben, dass ich das Leder hier gar nicht herausbekomme. Aber etwas Geduld ist gefragt. Man muss der Basis durchaus einige Zeit geben, um die Lederassoziation zu entwickeln, kein Lederkracher à la TauersLonestar Memories“, sehr viel subtiler. Ein weicher, zurückhaltender Lederduft, der vermutlich von Vanille, Ambra und Moschus seine Weichheit bezieht. Aber damit keine Missverständnisse aufkommen: der gesamte Duft ist sehr kultiviert, nichts Lautes oder Aufdringliches ist zu vernehmen. Mir sind ja mittlerweile so einige Herrendüfte im Zeichen des britischen Understatements untergekommen. Dieser gehört auch dazu, besitzt aber eine wärmere Seele und ein nicht ganz so aristokratisches Auftreten. Ich bin wirklich begeistert und merke ihn mir definitiv für einen Kauf vor. Übrigens unbedingt auf der Haut testen!

Nun aber endlich zu Knize “Sec”, der nach diesem Glanzlicht einen wirklich schweren Stand haben müsste. Aber auch hier bin ich sofort begeistert. Willkommen zurück in der Lavendelserie! Kräftige zitrische Noten verbinden sich mit einem wirklich krautig daherkommenden Lavendel, der mich vielleicht durch die Salbeinoten stark an Patchouli erinnert. Ich kann mir nicht helfen, es muss definitiv noch Weihrauch genannt werden und vielleicht fehlt ebenso einfach auch der Patchouli in den Noten. Im direkten Vergleich nimmt sich “Sec” als geradeaus, wild, ungestüm und trocken aus, eine klare Ansage, wo sich doch “Ten” sehr viel kultivierter zeigt. Ich mag ihn aber trotzdem und möchte ihn allen Weihrauch-Fans wärmstens ans Herz legen. “Ten” hätte ich eher in die Männerkiste gesteckt, wogegen “Sec” durchaus für diejenigen Damen geeignet ist, die auch nicht vor Comme des GarçonsWeihrauch-Serie zurückschrecken, im Gegenteil, diese sollten bei “Sec” unbedingt einmal hineinschnuppern.

Die Duftnoten: Kopfnote: Zitrische Noten; Herznote: Salbei, Lavendel; Basisnote: Hölzer, Weißer Moschus

Ich bin sehr angenehm überrascht über die beiden Knize-Düfte und werde auch hier dranbleiben. Ich denke ein weiteres Stöbern sollte sich in jedem Fall lohnen.
Was meint Ihr zu den beiden? Diskutiert Ihr auch so kontrovers wie man in vielen Foren nachlesen kann?

Duftend grüßt Euch
Harmen

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Andrea Maacks duftende Kunstwerke – Teil 3.

Geschrieben in Duft,Leder,Solifloral am 13.01.2012

Island war diese Woche Thema, und zwar mit der Duftkollektion von Andrea Maack, deren letzte zwei Düfte heute an der Reihe sind – Silk und Dark, unterschiedlicher kann es auf den ersten Blick kaum werden.

„Silk feels like a delicate fabric touching the skin. Drawing inspiration from original hand-drawn prints, it is a scent of timeless luxury, paying tribute to French fashion houses with a heritage of silk scarves. The idea of Silk is to enhance the feeling of wearing a perfume – its powdery, airy, earthy, leathery aura makes you imagine a silky smoothness caressing your neck.“

Eine Hommage an die französischen Modehäuser mit ihren Seidenschals – gemeint ist hier sicher vor allem auch Hermès. Aber keine Angst, so klassisch geht es bei Andrea Maack nicht zu. Auf den ersten Blick ist es gar nicht das, was ich mir unter Seide vorstelle – Seide, das war in meiner Assoziation etwas, nun ja, Leichtes, das den Spagat zwischen warm und kühl spielend ausbalanciert. Silk mit seinen Ingredienzen zielt irgendwie in eine ganz andere Ecke: Veilchenblätter, Freesien, Limettenbaum, Leinen, Magnolie, Labdanum, „Erde“, Papyrus, Vanille, Ambra.

Agrumenschalen, aquatisch-wässrige Blüten, von einer eigentümlichen fruchtigen Süße begleitet. Sauber wird es dann, frisch ist es ohnehin schon und bleibt es auch. Und grasig-grün. Lange versenke ich meine Nase in dem Duft – um schlussendlich darauf zu kommen: Für mich riecht Silk mittig nach blühendem Klee, und zwar blühendem weißem Klee, den man mitsamt seiner erdigen Wurzel aus dem Erdreich pflückt.

Je länger ich mich mit dem Duft beschäftige, desto besser kann ich verstehen, was Maack damit meint und kann ihre Seidenassoziation nachvollziehen – nur gelb muss er für mich sein, der Seidenschal, mit weißer Musterung, vielleicht weißen Polkadots? Denn Gelb ist die Farbe, die ich mit Silk assoziiere.

Dark beschwört, wie der Name vermuten lässt, vermutlich andere Bilder herauf:

„Dark is heavily oxidized rose mixed with violets and leather. Its a take on the classic rose note, a bloody, flowery, leathery, seductive perfume with a purpose. The heavy metallic note in the scent brings an unexpected surprise while its animalistic and powdery side suggests certain comfort both reassuring and protective. Dark is a scent with a mind of its own, and it can take you to places you never dreamed of going.“

Plätze, von denen ich nie gewagt hatte zu träumen? Schon wieder große Versprechen, Frau Maack – schauen wir, ob Dark sie einzulösen vermag.

Dark ist – eindrucksvoll. Wuchtig. Voluminös. Raumgreifend. Extrem. Und auch hier fällt man, falle ich über die eigenen klischeebeladenen oder, freundlicher: empirisch erschlossenen Vorurteile: Düster in Kombination mit Rose hätte ich mir anders vorgestellt – zumindest wären die ersten Gedanken in eine andere Richtung gewandert. Montales Oudrosen wären mir in den Sinn gekommen, mit denen Dark so gar keine Ähnlichkeit besitzt. Von zitrisch-säuerlicher Gewalt zeigt sich Dark in der Kopfnote, ein überschäumendes Temperament, dass er da an den Tag legt, von Pfefferkörnern kokett kontrastiert. Durchdringend sind sie, die Hesperiden, und lassen auch im späteren Duftverlauf nicht von meiner Nase ab. Den Apfel, den grünen, entdecke ich ebenfalls, sich vornehm hinter der Agrumenfront zurückhaltend. Und eine Rose, groß und beeindruckend, strahlend. Mit metallischen Noten, luzide und durch und durch kühl, scharf, dornig.

Die metallische Rose erinnert mich an Clemency von Humiecki & Graef sowie Rossy de Palmas Eau de Protection von État Libre d’Orange. Der Duft in seiner Gesamtheit duldet allerdings keine Vergleiche, einzig einen möchte ich einwerfen, einen entfernten: Rose Noir von Byredo. Ebenfalls von einer kraftvollen suggestiven Präsenz erschließt sich auch hier die Finsternis-Assoziation erst auf den zweiten Blick, dann aber in voller Größe.

Eigenartig, sonderbar und bemerkenswert sind sie, die Düfte von Andrea Maack. Und haben damit bei mir schon wieder voll ins Schwarze getroffen, auch oder gerade weil ich einige Anläufe brauchte. Und bei Euch, wie sieht es aus meine Lieben, schon probiert, schon infiziert?

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Coloured Stripes von kodakgold/Samuel Rosa, White clover von speedy2/Jef Bettens, Ausbruch des Geysir Strokkur in Island von Andreas Tille, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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Die Vergessenen: Montale, Goutal, Jourquin & Zolty.

Meine Schubladen quillen über. Die letzten Monate kamen viele, viele Düfte auf den Markt, wie jedes Jahr in der Herbst/Wintersaison. Nach meinem Empfinden waren es aber dieses Jahr mehr als sonst. Und ich hinke mal wieder schwer hinterher, wie sollte es auch sonst sein. Deshalb kurz und knackig heute und auch in nächster Zeit mal wieder ein paar der (zu Unrecht) Vergessenen.

Montales Dark Purple – … ähnelt auf den ersten Riecher Montales Aoud Rose Petals. Und auch auf den zweiten lässt sich hier eine Bekanntschaft herstellen: Beide sind kühler, sehr kühler Natur. Während Aoud Rose Petals mit Rose und Oud (was sonst) auf Teakholz brilliert, findet sich hier ein Früchtestilleben – Pflaume, Blutorange und Beeren – vornehmlich in allen Rotnuancen leuchtender Früchte, von mit minzigem Geranium gestützten Rosen umrankt, auf einer leicht angewärmten Teakholzplatte.

Annick Goutal Mon Parfum Chérie par Camille – Die Ingredienzen verraten hier wenig über die Heftigkeit des Duftes (Kopfnote: Patchouli, Pflaume; Herznote: Heliotrop, Veilchen, Iris; Basisnote: Patchouli, Gewürze)… Wäre interessant, Camille Goutal, die den Duft ihrer Mutter gewidmet hat (die ihr seiner Zeit die wunderschöne Mädchenbirne Petite Chérie widmete), zu ihrem Verhältnis zu befragen sowie zu ihrem Mutterbild. Mon Parfum Chérie ist ein ziemlicher Kracher: Heftig viel Patchouli, erdig, aber staubtrocken und somit in Verbindung mit Veilchen und Iris eine pudrige Skinnote bildend, die Lippenstiftcharakter an den Tag legt. Überhaupt erinnert der Duft zusammen mit der fruchtigen Herbheit der Pflaume an eine kräftigere und chyprierte Variante von Histoires de Parfums Moulin Rouge 1889. Mon Parfum Chérie ist aber die finstere Schwester, würde ich sagen. Was noch dunkler ist als das traditionelle Etablissement in Paris? Die Ledernoten, die Mon Parfum Chérie in der Basis samt einer bitteren Würzigkeit an den Tag legt. Gegen diese Reitgerten-Lady haben die unschuldigen Tanzmädchen im Moulin Rouge keine Chance.

David Jourquin ist ein neues Label – und ausnahmsweise mal ausschließlich für die Herrenwelt. Cuir Mandarine Jour pour Homme und Cuir Tabac Soir pour Homme heißen sie, die beiden Lederknaben, und sind, wie der Name schon verheißt, ein gut durchdachtes Duo für den ganzen Tag. Cuir Mandarine hätte, wie mir sofort klar wird, eigentlich Cuir Lavendel heißen sollen und wäre insofern etwas für Harmens Lavendel-Serie gewesen. Ob er ihm wohl gefallen würde, meinem Mitschreiberling? Ich glaube schon: Würziger Lavendel in der ihm üblichen eleganten Strenge, sehr klassisch ausgeprägt, aber von Mandarine fruchtig aufgelockert. Tabak begleitet aromatisch, während sich das Geschehen holzig auf glattem Leder räkelt. Ein cooler, dynamischer und eleganter Businessmann – ob der sich wohl abends auch aus dem Anzug schält? Nein. Tut er nicht. Er lässt die sportliche Mandarine weg und wirft sich würziger, aromatischer und ein bisschen erotischer, aber immer noch im Anzug (Wiederspricht sich das? Nein.) ins Nachtleben. Das Leder hier immer noch glatt, aber wärmer, facettierter, dominanter. Ein schönes Duo, wirklich – für den richtigen Mann. Für Frauen meines Erachtens nach weniger geeignet – ähnlich wie bei Knizes Ten (der in diesem Zusammenhang mein Lieblingsbeispiel ist) sind die beiden Düfte unverkennbar maskulin, ohne allerdings den Mann-Mann raushängen zu lassen.

Kommen wir zu einem weiteren netten Herrn, dem ehemaligen Männermodel Jacques Zolty, der es sich schon seit längerer Zeit auf der Karibikinsel St. Barthélemy, kurz: St. Barth, bequem gemacht und der uns von dort aus mit hübschen Düften erfreut: À bientôt heißt er, der neueste Streich – ein fröhlich zugerufenes „Bis bald!“, dessen Einladung ich gerade zu gerne folgen würde, urlaubsreif wie ich mal wieder bin.

Nach dem ersten Test würde ich gerne noch schneller in Richtung karibische Inseln entfleuchen, denn der neue Zolty ist wirklich ein Leckerchen: Fröhlich-herbe Hesperiden prickeln zitrisch vor sich hin wie eine Champagnerbowle, von aromatischen Kräutern, säuerlicher schwarzer Johannisbeere und wässrig-floralen Akzenten begleitet. In der Basis grün-grasiger Vetiver, die Kräuterchen aufgreifend, ein weiß-sauber-strahlendes Zedernholzbettchen und wärmende Ambrasonnenstrahlen. Meine Lieben, so lässt es sich leben!

In diesem Sinne – bis morgen, Euch allen einen schönen Tag!

Liebe Grüße,

Ulrike.

Bildquelle: Pears and Plums 3 von MichaelaW, Moulin Rouge von Andreas Praefcke, Shell Beach St. Barts von Nolangaskill, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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Unser kleines Weihnachtsgeschenk…


LM Parfums – die Zweite.

Geschrieben in Duft,Leder,Reines und Pudriges,Tabak & Rauchiges am 4.11.2011

Drei von vier Düften aus der LM Parfums-Kollektion stehen noch aus – die möchte ich Euch heute vorstellen, beginnend mit O des Soupirs.

Ein nettes Wortspiel, das diesen Duft hier ziert, „soupir“ heißt nämlich Seufzer und „O“ steht hier demgemäß für „eau“, das Wasser, als auch für den Ausspruch oder eher Lautäußerung:

„Peony petals peek hemmed purple with a sigh and whisper its secrets … ballet rose gardens mixed with hawthorn impish, innocent to the orange blossom and subtle blue heliotrope. Languorous fragrance that abandons the banks where grows the water lilies and purple hyacinths.“

Ein pudriger Traum, würde ich sagen: Heliotrop ist raumgreifend erkennbar und pudert mandelig vor sich hin, von wässrigen Blüten untermalt. Hagedorn, der in Düften nicht sehr häufige, stiftet herb-bitter-krautige Aspekte, von golden-honighaft-fruchtsüß anmutender Orangenblüte sanft abgemildert, während Rose dem Duft minzige Frische einhaucht.

Nicht unbedingt etwas für Männer, die Damenwelt darf dafür genauer hinsehen: Wer pudrige Düfte liebt und darin florale Akzente schätzt, der wird hier um einen Test nicht herumkommen. Die Zutaten für diesen Hautschmeichler: Kopfnote: Rose, Weißdorn, Hyazinthe; Herznote: Nymphaea (Seerose), Pfingstrose, Orangenblüte; Basisnote: Heliotrop, Weißer Moschus.

Welche beiden Ingredienzen fehlen jetzt noch? Richtig – Patchouli und Ambra, jedem von ihnen ein Duft gewidmet.

„The Patchouly Bohème, sensual and insolent dressed in precious woods, spices intoxicating … It sows confusion, mystery, we hugged its wake profound and haunting, like a play of shadows and light with hints of leather, tobacco, resin tolu and tonka bean.“

Bohème, aha, man grenzt sich also ab – intellektuell möchte man sein (und natürlich auch wirken), und richtet sich natürlich in irgendeiner Form gegen den Mainstream. Nun – einen Patchouli-Duft in einer solch überschaubaren Linie ist jetzt nicht wirklich eine neue Idee geschweige denn Nische, dieses nette Kleinod hebt sich trotzdem wohltuend von der Flut der Patchouli-Kandidaten ab: Anfänglich minzig-kampherartigen Auftakts schält sich alsbald unser lieber Gruftifreund heraus, ein erdig-süßer, verhalten modrig-feuchter Patchouli, der in seinem Herzen eine ganz besondere Leidenschaft offenbart – Tabak. Süße Tabakblätter, die trockene Würze generieren, wildledrig eingerahmt, von Harzen samtig-süß untermalt und von einer Prise Vanille abgerundet.

Alte Zutat, neuer Twist – mit Hilfe von Folgendem sehr nett umgesetzt: Kopfnote: Geraniumblätter, Hölzer; Herznote: Patchouli, Virginia-Tabak, Leder; Basisnote: Moschus, Tolubalsam, Tonkabohne.

Ambre Muscadin weiß ebenfalls zu überraschen:

„The opulence of the atlas cedar adorned with mystery. A bold violet, a charmer vetyver rise up its natural elegance. White honey, lascivious vanilla, highlights its facets flesh and velvety. Then Amber reveals its heart of a sensuous mosaic cryptic, balsamic radiates the charms of the Orient…“

Ich kann mich noch sehr genau erinnern, wie enttäuscht ich war, als ich Serge Lutens’ Muscs Koublaï Khän erneut testen durfte, als er in der Exportlinie nach Deutschland kam: Kein Tier – so lässt sich meine Bitterkeit auf den Punkt bringen. Wo war sie, die Bergziege, die ich hier in Erinnerung hatte? Das Animalische fehlte mir in diesem Moschus, der sich auf meiner Haut wie ein zahmes weiches und weißes Wölkchen gerierte. Ambre Muscadin ist nun ungefähr das, was ich mir unter Lutens’ Duft vorgestellt habe: Deliziöse Moschusweichheit mit pudriger Vanille von samtener Opulenz. Holzig-strenge Zeder, likörig-sähmige Honigsüße und, da, mittendrin – ein Tier. Mindestens eines. Ein wenig Holzfeuer im Hintergrund, glimmende Harze… doch, hier kann man durchaus verweilen, meine Lieben!

Habt Ihr denn schon getestet?

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Paul Gustave Fischer (1916): The Bathers, Nubian Ibex in Negev von Little Savage, some rights reserved – vielen lieben Dank!

Hier finden Sie die Kollektion von LM Parfums in unserem Shop.

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Liebesgeflüster…

Geschrieben in Duft,Leder am 7.10.2011

Lieber Yann,

wann hat es mit uns angefangen? Lass mich nachdenken… Ich glaube, das erste Mal habe ich Dich wahrgenommen, als ich über die Herrendüfte von Divine gestolpert bin: Göttlich ist genau das richtige Wort für ein Juwel wie L’Homme de Cœur – sachte schlich sich dieser Herzensmann in mein ebensolches mit zarter Iris, aromatisch-ätherischem Wacholder sowie Angelika und seinem unvergleichlichen Understatement. Und ließ mich aufhorchen, animierte mich, mir die restlichen Düfte des kleinen, aber feinen Franzosenlabels ebenfalls vorzunehmen. Einige der Damen ließen mich, obwohl gut gemacht, eher kalt – die entstammen ja aber auch nicht samt und sonders Deiner Phiole, wie ich heute weiß. Die beiden L’Etre Aimé-Düfte wiederum sprachen mich an – nicht allein des Namens wegen, das muss ich sicher nicht erwähnen. Und L’Homme Sage verzückte mich ebenfalls. Im Vorbeigehen hatte ich Dich also das erste Mal entdeckt – und Du bist meinem Blickwinkel wieder etwas entwischt, das muss ich zugeben.

In meinen Fokus bist Du dann wieder gerückt, als mich die Six Scents Series 2 gefangen nahmen. Du hattest Dich beteiligt, und zwar zusammen mit Damir Doma. Die No. 2 war Euer großer Auftritt, der den Namen Ende/Anfang trug und den ich begeistert rezensierte:

Inspirierendes Moment war ein Tagesanfang, die Dämmerung: Ein Ende, das Sterben der Nacht, sowie ein Anfang, der neue Tag, der beginnt. So zumindest nach Doma. Vasnier scheint ein echter Fan von Domas Mode zu sein seiner eigenen Aussage nach. Er wollte dessen Vision in einem Duft einfangen, dem Geist seiner Mode Ausdruck verleihen – Sensibilität, Spiritualität, Intelligenz, Purismus, Einheit, Harmonie zwischen Körper und Seele, Natürlichkeit, Respekt. Da Doma viele natürliche Materialien verwendet und gerne Stoffe layert war für Vasnier ausschlaggebend, ebenfalls nur natürliche Essenzen zu verwenden und diese in feinen Schichten übereinander zu drapieren.

An diesem Parfum werden, ich verwette meine ganze Kollektion, sämtliche Weihrauch- und Holzliebhaber ihre große Freude haben: Ende/Anfang ist durch und durch Holz, Gewürz und Weihrauch und dabei wunderbar harmonisch. Kühl, tröstlich, holzig, harzig, gewürzig und wunderschön – wenn man es mag. Überflüssig zu erwähnen – ich mag ihn ;) Verwendet wurde Ingwer, verschiedenste Arten Weihrauch aus unterschiedlichen Ländern, Elemiharz, Labdanum, Benzoeharz, Storax, Gurjumbalsam, Birkenteer, Kardamom, Koriander, Tonkabohne, Sandelholz, Guajakholz, Bienenwachs, Vetiver, Patchouli, Myrrhe.

Ein philosophischer Name, ein erlesen schöner Duft, ein toller Designer – jetzt hattest Du mich, hattest meine Neugierde geweckt, die Recherche konnte beginnen. Und ich musste entdecken, dass Du einiges geschaffen hattest, was mir gefiel: Comme des Garçons Red Series Palisander und Rose waren frühe Werke von Dir, Le Labos Aldehyde 44 hatte ich irgendwie verdrängt, aber schon damals positiv in Erinnerung gehabt. Auch viele schöne Mainstreamer hast du kreiert – für Marc Jacobs einige seiner Splashs, unter anderem die Feige und den Ingwer sowie Donna Karans Gold, das zu Recht viele Freunde hat.

Ab Ende des ersten Jahrzehnts des neuen Jahrtausends war dann Deine Zeit gekommen: Du hast Dich gemausert, endlich, und zum gefragten Mann entwickelt – Tommy Hilfiger buchte Dich und Marc Jacobs setzte Eure Zusammenarbeit fort, Tom Ford zog hinterher und True Religion wollten Dich haben. Verständlich, dass Dir bei all dem Trubel zwischendurch ein wenig schwindelig wurde – deshalb sei Dir Dein Ausflug mit Baby Phats Fabulosity auch verziehen.

Du hast aber bei all den Mainstreamern auch die Nische nicht aus den Augen verloren – und ich Dich deshalb auch nicht: Für Delrae Roth hast Du begonnen und bist dort in die Fußstapfen eines ganz Großen getreten – in die des Michel Roudnitska.

Mit Mythique hast Du einen wirklich guten Start, denn Du mit Deinen beiden Folgedüften scheinbar spielend getoppt hast: Panache harrt hier immer noch einer Rezension, ich verspreche, ich werde es noch tun. Zu schön war er, ist er – dieses einzigartig-eigenartige saubere Blütenbouquet von Jasmin, Iris, Magnolie und Geißblatt. Eine Verbeugung vor und für uns moderne Frauen. Ein Damenduft fürs 21. Jahrhundert. Und nein, davon gibt es nicht viele, ganz im Gegenteil. Mit Coup de Foudre hattest Du es dann geschafft: Du hast mich zu Tränen gerührt, so sehr hat mich diese Deine wundervolle Rose berührt:

Eine Rose in solch einer ultimativen Schönheit wie sie (nur?) in der Natur vorkommt, reich, tief, frisch und verführerisch. Eine, die einen sofort im Sturm erobert, eben – Liebe auf den ersten Blick oder vielmehr: Riecher.

Und – ich bin mir fast sicher: Den meisten Rosenliebhabern wird es genau so ergehen. Wer Rosen mag MUSS diesen Duft lieben, daran führt kein Weg vorbei. Im Auftakt stieben mir prickelnde Agrumen wie funkelnde Sterne entgegen, in deren Folge sich eine entrückte und berückend schöne Rose zeigt. Vasnier lässt uns an allen ihren Facetten teilhaben: Ihrem zitrischen Perlen, ihrer taubenetzten Frische von grünem Blattwerk gesprenkelt und von Pfingstrose und Magnolie wundervoll im Eindruck verstärkt. Minzige Noten und eine subtile pfeffrige Schärfe unterstreichen ihre beeindruckenden Konturen, bis sie uns im Abgang auf ihre Wurzeln blicken lässt, die in wohlig-weichem sonnendurchwirktem Moos ruhen, welches von einer feinen Süße und einer zarten Rauchigkeit kontrastiert wird.

Head-over-Heels war es um mich geschehen. Und es zeigten sich erste Suchttendenzen sowie erwartungsvolle Freude, Sehnsucht… nach mehr von Dir.

Das hast Du nun prompt geliefert: In der Series 3 der Six Scents bist Du wieder mit von der Partie, sehr zu meiner Freude. Mit Ohne Titel hast Du kooperiert, zwei Damen, und hast für sie M, den Duft Nummer Sechs geschaffen. Aber bitte, ich möchte Dir nicht Worte in den Mund legen, erzähle selbst:

„M was a collaborative project with Ohne Titel. Meeting Flora and Alexa, you are immediately struck by the level of ease, familiarity and cohesiveness of their conversation together. They build off each other’s ideas, sharing the same open vision. The same pattern translated for their choice of ingredients and the expression of the fragrance, they both gravitated to the same ingredients we smelled and built together. I started Oh My Deer with a core of leather and an animalic feeling. Alexa and Flora spoke about their rebellious side when growing up, night clubs and late outings, the feeling of warm, slightly sweaty skin. I tried to recreate their attention to intricate tailoring, architecture of design, their care of detail, all these very feminine aspects using these strong and signature materials like cardamom, safraleine, and leather.“ – Yann Vasnier.

Feminin sind die Entwürfe von Ohne Titel, fließend und überlappend, einmal mehr an Großmeister Rick Owens erinnernd, aber mit eigenem Twist. Ein nettes Damenpaar hast Du Dir da rausgesucht, ich könnte glatt eifersüchtig werden, mit Eurem, Deinem Duft besänftigst Du mich aber schnell: Wow, was ist dass denn lieber Yann?! Leder, feinstes Wildleder butterweicher Natur hast Du hier karamellisiert, mit zuckrigen Karamellkristallen wie mit Sternen funkelnd überzogen. Hast ihm eine violett schimmernde Pflaumendiva an die Seite gestellt, die fruchtige Kühle einhaucht. Und weich-würzige Vanillewärme daruntergelegt, trockene, die die holzige Strenge besänftigt, während von irgendwo her der Duft eines stolzen und eindrucksvollen Raubtieres herüberweht – ein Panther vielleicht, ein Leopard?

„Night Noises – pass away
Heat remains
Smell of Memory.“

Das ist die Story zu Eurem Duft M, jenem Originellen, der wenn überhaupt nur einen Richtungsverweis duldet – den auf das kongeniale Giacobetti-Meisterwerk Dzing!. Kurz, aber dennoch bedeutungsschwanger ist sie, Eure Geschichte. Und passt so gut zu Deinem Duft, der sich gegen Ende seines Verlaufes so wunderbar kühl-seidig-ledrig um meine Haut legt wie eine Umarmung.

Das mit uns Yann, das spüre ich, das weiß ich seitdem – das ist etwas Ernstes. Und daraus kann noch etwas ganz Großes werden, da bin ich mir sicher. Auch, wenn Du mich mit Buxton & Bourdon, Kurkdjian, Giacobetti und Duchaufour teilen musst.

Ganz die Deine -

Ulrike.

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Duftverzeichnis L – Z


Beim Namen Pony Club…

Geschrieben in Ambriertes & Harziges,Aquatisches,Duft,Holziges,Leder am 28.06.2011

… schwante mir ehrlich gesagt nichts Gutes, wenn auch lediglich nebulös. Man möge es mir nachsehen, vermutlich bin ich eine echte Spaßbremse, aber die Lektüre des Pressetextes hat es nicht besser gemacht:

„Pony Club Kampen – das ist Kult, Glamour, Nightlife, prickelnde Leidenschaft oder wie Gunther Sachs einst verlauten ließ: Die Perle in der Auster. Mitten im Herzen von Kampen – dem heimlichen St. Tropez des Nordens – befindet sich der älteste Club Deutschlands. Der Inhaber Oskar Schnitzer versteht es wie kein zweiter, unterschiedliche Charaktere auf unvergessliche Art und Weise zusammenzuführen. Gäste von damals und die junge Generation von heute treffen sich allabendlich – wohlgestylt – zum angeregten Smalltalk und ausgelassenem Feiern. Seit mehr als vier Jahrzehnten ist das PONY berühmt für seine legendären Parties, die meist erst mit Sonnenaufgang enden. Die überspringende gute Laune und die fröhliche Atmosphäre machen das PONY dabei so außergewöhnlich und so begehrt. Bereits am späten Nachmittag öffnet die Außenbar: Champagnerkorken knallen, Gläser werden zugeprostet und so feiert das illustre Party-Volk ausgelassen bis in die frühen Morgenstunden… Die Stimmung ist immer locker und amüsant und zu vorgerückter Stunde geradezu überschäumend prickelnd.“

Gunther Sachs, der jetzt wohl nicht mehr (dort) feiert, Blubberbrause in rauen Mengen und „wohlgestylte unterschiedliche Charaktere“, allesamt Stammgäste auf Sylt und in Kampen, dem „heimlichen St. Tropez des Nordens“… Bohlen? Ammer? Eden? Ich vermute sehr stark, dass das nicht meiner Kragenweite entspricht, in welcher Hinsicht auch immer. Einfach nicht meine Welt, nein. Deshalb war mir auch ein wenig mulmig zumute, als mir die beiden neuen Signaturedüfte des Hauses Pony Club auf den Schreibtisch purzelten, die auf die reizenden Namen Pony 1961 VIP Queen und Pony 1961 VIP King hören. Allerdings wurde ich eines Besseren belehrt, wie ich Euch im Folgenden darlegen werde.

Beginnen wir zuerst einmal mit der Königin: „So prickelnd wie ein Glas Champagner“ soll sie sein, was mich zuerst an Carons Royal Bain erinnert, das Champagnerbad, mit dem die VIP Queen aber nichts gemein hat: Im Auftakt präsentiert sie sich zitrisch-prickelnd mittels feinperliger Hesperiden, die durch säuerliche Birnenoten akzentuiert werden. Aromatische Wacholderbeeren sorgen für fruchtige Herbheit und das Ganze beginnt mich langsam tatsächlich an einen Schampus-Cocktail zu erinnern. Zarte Blüten, allen voran grüner Jasmin und floral-aquatische Akzente, beherrschen das Herz, das von hauchfeinen Wildleder eingerahmt auf einer überraschend warmen Basis von ambrierten Hölzern und weißem Moschus schlummert.

Ich bin durchaus angetan meine Lieben, erinnert mich der Duft doch von der Ausrichtung her ein wenig an meinen Sommer-Lederliebling, auch ein Club-Duft, nämlich VIP Room, meine Piña Colada trinkende Domina oder Mata Hari auf Hawaii. Während VIP Room eindeutig in tropischen Gefilden angesiedelt ist, passt diese sommerliche Ferienvariante mit Ledertouch perfekt an einen eher weniger heißen Strand wie Sylt. Schön! Aber – bitte auf der eigenen Haut testen. Teststreifen und Haut differieren bei mir sehr – und leider kommt das weibliche Pony auf meiner Haut weniger nett raus als auf Papier, wohingegen der Arm meines Kumpels, der ebenfalls zum Testen herhalten musste, gar köstlich duftet. Das möge bitte unterstreichen, was ich ohnehin noch erwähnen wollte: Pony 1961 VIP Queen adressiert sich zwar dem Namen nach an die Damenwelt, ich halte den Duft aber für vollkommen unisex, genauso wie sein männliches Pendant.

Pony 1961 VIP King zeigt sich im Auftakt maritim und aquatisch, frisch, aber nicht nervig. Geschickt eingesetzte Pfefferkörnchen akzentuieren, während Kardamom die vorherrschende Frische grün-würzig unterstreicht. Anklänge von Rum sind auszumachen, die sachte Süße spenden und auf einer sauberen Zedernholz-Vetiver-Basis zur Ruhe kommen. Zurück bleibt ein kühler und cooler frischer Sommerduft, der mich gedanklich an einen netten Strand mit noch netteren Surfern entführt. Einzig – die angepriesene Caipirinha-Note vermag ich nicht zu entdecken, zumal Rum jetzt auch nicht unbedingt dasselbe ist wie Cachaça, darüber hinaus auch nirgends eine Limette zu entdecken ist.

In jedem Falle bin ich positiv überrascht: Auch wer kein Sylt- oder Pony-Club-Fan ist sollte sich die beiden Düftchen ruhig mal zu Gemüte führen, vor allem das weibliche Pony hat durchaus seine Reize!

Viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Blick über die Dünenlandschaft und den Königshafen bei List/Sylt (2003) von Sean O’Flaherty, Beach Chair at Westerland/Sylt von Magnus Manske, Sunset Surfer von shoemaker11, beides via Wiki Commons, some rights reserved – vielen lieben Dank!

Hier finden Sie die Pony Club Kampen-Düfte in unserem Shop.

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Freitagsverlosung.
Freitagsverlosung.


Echte Kerle: Yatagan

Am 18. März kündigte Uli die Fortsetzung einer neuen Reihe an – „Echte Kerle“, Düfte für echte Männer: das Mundwerk war schneller als der Zeitplan es zuließ, und es wurde bislang nichts daraus. Aber mit ein bisschen männlicher Hilfe sollte die Kiste doch mal endlich in Schwung kommen. Uli erwähnte in besagtem Artikel das treffende Zitat Friedrich Torbergs „Was ein Mann schöner ist wie ein Aff’, ist ein Luxus!“ Und so ist es! Ich denke, mit dieser Erwartungshaltung kann man etwas anfangen. Wir wollen uns also in nächster Zeit in unregelmäßigen Abständen mit dem Thema „Echte Kerle“ befassen, Parfums für Herren vorstellen und uns humorvoll, jenseits von Emanzipationsgequackel und Gleichberechtigungswahnsinn, dafür aber volles Pfund Klischee, mit allem beschäftigen, was den echten, baumfällenden Kerl ausmacht. Ach ja, zur allgemeinen Erheiterung ein Klassiker – heute in der deutschen Version:

Weltenbummler Ernest Daltroff, Gründer des Hauses Caron, war auf seinen Reisen durch Europa, Nord- und Mittelamerika gekommen, und hatte von dort viele Impressionen, auch duftender Art, mitgebracht. Übrigens könnte man sagen, dass Daltroff ein richtiger Mann war. Vor der Gründung von Caron hatte er es bereits erfolglos mit einem anderen Ladengeschäft versucht, aber er zeigte Durchhaltevermögen und auch den Mut, sich nicht von seinem Vorhaben abbringen zu lassen: Caron ist deswegen heute ein großer Name in der Parfumwelt, der sich einen festen Platz erobert hat. Auch vor starken Frauen hatte er keine Angst, so dass seine Gefährtin Félicie Wanpouille, während seiner Flucht vor den Nazis, den Laden weiterführte. Ganz im Zeichen großer Eroberer und alter Reiche steht auch der von Vincent Marcello entworfene und 1976 lancierte Duft „Yatagan“. Liest man sich Rezensionen und Meinungen zu diesem Duft im Internet durch, so scheint der Befund eindeutig: Ein männlicher, dreckiger Duft, voller Gefahr, Feuer, Aggression – ein Nutzer verglich ihn mit einem lauten, mechanisch primitiven Motorrad, das aber ungeheuer viel Spaß macht.

Minze und Basilikum im Kopf evozieren einen Duft von Nadelbaumharz, im Untergrund schwelt der Weihrauch – ein damit frischer, aber doch äußerst holzig-harziger Geselle – soweit auf dem Teststreifen. Auf der Haut erscheint dann der wirkliche Charakter dieses Duftes: Ledrige Akzente und eine tierische Note – wahrscheinlich dem Castoreum geschuldet – machen sich zusätzlich breit, das Harzige tritt zur Seite, aber nicht in den Hintergrund.


Meine Herren, ein wahrhaft heftiger und kantiger Duft, der keine Gefangenen macht. Nicht zu Unrecht nach dem osmanischen Säbel Yatagan benannt. Hier haben wir es mit einem Reiterheer aus dem wilden Osten zu tun, ein ungestümer Einfall aus den erdigen Steppen, harzigen Wäldern, und auch etwas ungebändigt Tierisches lässt sich ausmachen. Man könnte sagen, ein Leder-Tauer, mit dem die Pferde durchgegangen sind.

Eine dringende Testempfehlung, harzig genug für einen Holzfäller, modern genug für ein Bikertreffen.

Harmen

Kopfnote: Minze, Basilikum; Herznote: Patchouli; Basisnote: Weihrauch, Castoreum, Eichenmoos, Leder

Bildquelle: Ulpiano Checa – Attila, Images of yataghans from Richard Burton’s The Book of the Sword, 1884. – via Wikimedia Commons – some rights reserved, vielen Dank!

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Echte Kerle: Der Yuzu-Mann von Caron
Von Schwertern & Samurai – Atelier Flou die Zweite.
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