Black Crème und Black Karak von BORNTOSTANDOUT – Die Extrait Extrème Collection bekommt Zuwachs

In letzter Zeit macht sich hier auf dem Blog ein Trend bemerkbar, der schon seit Längerem auch die Nischenduftwelt beherrscht: Der Wunsch nach potenten Düften, die krawallig, intensiv und langanhaltend sind. Je lauter und kraftvoller, desto besser – so möchte man zumindest meinen. Und doch gibt es sie natürlich immer noch, die leisen, zarten subtilen Kreationen, die eine unnachahmliche Eleganz ausstrahlen und auf Zurückhaltung statt auf Opulenz setzen. Heute soll es mit Black Crème und Black Karak aber einmal mehr um die lauteren Kompositionen gehen, denn die in dunkles Beerenrot getauchte Extrait Extrème Collection von BORNTOSTANDOUT klotzt und kleckert nicht.

Roter Flakon von Black Karak von BORNTOSTANDOUT, eingebettet in rotes Leder mit passend lackierten Fingernägeln.

Black Crème – Köstliches Unterfangen

Vier Kreationen dieser besonderen Linie habe ich euch bereits in den Beiträgen Extrait Extrême Collection von BORNTOSTANDOUT – Beyond Imagination und Oud Candy und Purple Stain von BORNTOSTANDOUT – Zwei Düfte, kein Kompromiss vorgestellt. Heute folgen nun also Nummer Fünf und Sechs. Beginnen möchte ich mit Black Crème, einer Kreation, die wie heißes, zähfließendes Wachs über schweißnasse Haut gleitet.

Der Parfümeur Quentin Bisch war für die kreative Umsetzung des Parfums verantwortlich. Wir kennen bereits zahlreiche Werke von ihm, wie etwa Bois Impérial von Essential Parfums, Myrrh Shadow von Bon Parfumeur, Guidance von Amouage oder die Düfte von Marc-Antoine Barrois. Seine Kreationen strahlen einen unglaublichen Facettenreichtum aus, da er sowohl leise als auch kraftvolle Töne beherrscht. Wie er sein Können in einer High-Performer-Linie wie der Extrait Extrème Collection einsetzt, werden wir gleich erfahren.

Kopfnote: Milch, Bienenwachs, Ambrette, Iris
Herznote: Adlerholz (Oud), Leder, Vanille, Myrrhe
Basisnote: Karamell, Sandelholz, Hölzer, Ambra

Dunkelroter Flakon von Black Créme von BORNTOSTANDOUT zwischen strukturierter Baumrinde in kontrastreicher Schwarz-Weiß-Inszenierung.

Weich, samtig und pudrig zeigt sich Black Crème von BORNTOSTANDOUT im Auftakt, wobei von Beginn an ledrig-holzige Nuancen wahrnehmbar sind, die an eine geschmeidigste Lederiris erinnert. Myrrhe und Vanille steuern eine balsamische Süße hinzu, die sich mit sahnigem Karamell und ambrierten Hölzern zu einer behaglichen und unglaublich stimmigen Melange vereinen. Wunderschön!

Ich habe die Düfte der Extrait Extrème Collection ja bereits letztes Jahr auf der Esxence kennenlernen dürfen (nachzulesen hier) und später dann ja auch rezensiert. Die ersten vier Kreationen waren wirklich etwas für all jene, die es krawallig und kräftig mögen. Mit Black Crème bleibt BORNTOSTANDOUT seiner Linie diesbezüglich nicht treu, dafür Quentin Bisch umso mehr. Er hat eine Kreation erschaffen, die einfach herrlich ist: ruhig, umhüllend, milchig, mit wildledrig-würzigen Noten, die Wärme und Vertrautheit ausstrahlen. Sicherlich ist das Parfum durchaus präsent, bleibt aber stets wohldosiert. Für mich der erste Duft dieser Kollektion, den ich auch privat tragen würde und der in mir auch akute Must-have-Gelüste auslöst. Absolute Testempfehlung!

Black Karak – Arabische Teegenüsse

Die Latte hängt hoch nach Black Crème und ich bin gespannt, ob Black Karak hier mithalten kann. Vom Thema her interessiert mich das Parfum ungemein, denn Teedüfte finde ich immer super. Wobei auch schon Black Crème in meinen Augen gewisse Chai-Akzente besaß. Nun bin ich durchaus neugierig darauf, welche Facetten unser jetziger Kandidat auf Lager hat. Die Parfümeure Maxime Exler und Véronique Nyberg waren für die olfaktorische Umsetzung der Kreation zuständig, die von dem in arabischen Ländern gerne getrunkenen Karak-Tee inspiriert ist. Hierzu wird kräftiger Schwarztee verwendet, der aus Kondensmilch, Kardamom und weiteren Gewürzen sowie einer nicht zu verachtenden Menge Zucker zubereitet wird.

Kopfnote: Tee, Kardamom, Kaffee
Herznote: Schwarztee, Nagarmotha, Safran
Basisnote: Ambra, Hölzer, Tonkabohne, Guajakholz

Tiefroter Flakon von Black Karak von BORNTOSTANDOUT vor hellem Hintergrund, kombiniert mit einem intensiv roten Blatt als kontraststarkes Designelement.

Deutlich dunkler, herber und kantiger startet Black Karak in den Duft. Ledriger Safran und erdige Nagarmotha treffen auf aromatisch-frischen Kardamom, auf gerbstoffreichen Schwarztee und geröstete Kaffeebohnen. Was hier zunächst noch uneins wirkt, harsch, medizinisch anmutend und düster, löst sich im weiteren Verlauf allmählich auf. Black Karak wird in Nuancen sanfter und runder, obschon die knarzige Unruhe auch jetzt noch greifbar ist. Eine feine Rauchnote durchzieht die Komposition, die die kühle Frische des Kardamoms wunderbar umspielt. Ambra und Tonkabohne sorgen für eine subtile, ambriert-holzige Basis.

Mit Black Karak liefert BORNTOSTANDOUT einmal mehr einen Duft ab, den ich blind der Extrait Extrème Collection zugeordnet hätte. Kraftvoll, ausdrucksstark, ein Grenzgänger. Sicherlich nicht gefällig und auch kein Crowdpleaser, sondern einer, der all jenen gefallen dürfte, die es gerne lauter, kantiger und markanter mögen. Ideal für Herbst und Winter und eher eine Kreation für den Abend oder zum Ausgehen.

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Julia Biró Verfasst von:

Bereits 2010 gingen so einige Blogbeiträge auf mein Konto. Dann war ich „kurz“ weg – sechs Jahre. Umso mehr freut es mich, dass ich nun wieder die Chance bekomme, mein Näschen im Dienste der Duftrezension schnuppern zu lassen und eifrig in die Tasten zu hauen. Was Nischendüfte angeht, habe ich damals übrigens schnell Feuer gefangen. Meine Ausbildung tat dazu ihr Übriges: Als diplomierte Biologin kenne ich mich nicht nur mit Fauna und Flora, sondern auch recht gut mit der Herstellung von Ölen und Extrakten aus, was den Reiz der Parfumwelt natürlich noch größer macht.

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