Jahresrückblick 2025 – September & Oktober

Nach einem ausgesprochen sommerlichen Juli und August veränderte sich im September langsam die Stimmung im Duft-Tagebuch. Die Kreationen wurden facettenreicher, stellenweise komplexer, ohne dabei an Leichtigkeit zu verlieren. Neben neuen Markenentdeckungen rückten auch etablierte Dufthäuser mit spannenden Kollektionen und Einzelrezensionen in den Fokus.

Im Oktober zeigte sich dann deutlich der Übergang in die kühleren Monate: Vanille, Hölzer, Gewürze und samtige Texturen gewannen an Präsenz. Zwischen eleganten Herbstinterpretationen, charakterstarken Extraits und einigen besonders stimmungsvollen Neulancierungen entwickelte sich das Duftjahr 2025 spürbar weiter.

September 2025

Der September beginnt so wie der August geendet hat: fest in der Hand des US-Labels Commodity, das mit den beiden Beiträgen Commodity Book – wenn Eukalyptus zum Lesen einlädt und Commodity Moss – Begleitet uns auf einen Waldspaziergang olfaktorisch den Herbst einläutete.

Crème Ébène von Nicolaï ließ erste Wohlfühlmomente aufkommen – ein wunderschöner und cremig-weicher Duft, der feine Gewürze mit geschmeidigen Hölzern und süßer Dattel vereint, auf einer pudrigen und samtigen Basis. Perfekt für alle, die es in der kühleren Jahreszeit gerne cozy und behaglich mögen. Klare Testempfehlung!

Direkt im Anschluss wurde es farbenfroh und fröhlich mit dem französischen Nischendufthaus Maison Matine. Die Marke steht für eine junge, klare Handschrift ohne opulente Inszenierung und setzt stattdessen auf vegane Formeln, recycelbare Verpackungen und eine eigenständige visuelle Sprache, die von internationalen Illustratorinnen geprägt wird.

Commodity Book+ Parfumflakon in Schwarz, inszeniert mit Eukalyptusblättern und einem Stück Holz auf hellem Hintergrund.
Crème Ébène von Nicolaï als Eau de Parfum, inszeniert zwischen Treibholz auf warm-beigem, wellenförmigem Hintergrund – elegante, herbstliche Duftkomposition.
Warni Warni von Maison Matine – transparenter Flakon mit weißem Deckel und farbenfroher, grafischer Illustration auf klarem Hintergrund.

Ein weiterer Duft, der perfekt in die kühlere Jahreszeit passt, ist Lucid Dream von Reinvented Parfums. Ich habe die Kreation in meinem Beitrag als – in meinen Augen – eine der besten Neulancierungen des Jahres 2025 bezeichnet und dazu stehe ich nach wie vor. Eine unwiderstehliche, cremig-ledrige und fruchtig-würzige Komposition für alle, die cozy Herbst-Winter-Düfte lieben.

Polarisierend aufgrund einer ungewöhnlichen Ingredienz war Oudian von Pernoire. Die Komposition vereinte die Noten der Stinkfrucht Durian mit Oud und fruchtigen Akzenten, wodurch sich ein exotisch-animalischer Mix ergibt, der ebenso außergewöhnlich wie eigenwillig ist. Ein olfaktorisches Statement für alle, die auffallen wollen.

Ende September begaben wir uns noch auf ein weiteres Abenteuer. Mit der Marke Estoras wandelten wir in den Beiträgen Estoras – Im Zeichen von Abenteuer und Erbe und Port of Alexandria, Shadows of Giza und Shores of Asyut von Estoras – Die Abenteuer des jungen Antal auf den Spuren von Prinz Antal Esterházy, der in den 1920er Jahren gemeinsam mit seinem Freund Graf Lászlo Almásy in einem österreichischen Steyr die Sahara durchquerte.

Lucid Dream Reinvented Parfums Extrait de Parfum mit roter Kugelkappe, inszeniert vor einer knienden Frau im weißen, fließenden Kleid in warmem Licht.
Oudian von pernoire vor aufgeschnittener Durian-Frucht, inszeniert mit Holzstücken vor leuchtend gelbem Hintergrund.
Estoras von Port of Alexandria arrangiert mit Kakaoschote, Zimt, Dattel, grünen Blättern und Gewürzen auf einer Landkarte mit Lupe.

Den Abschluss des Septembers bildete die Review zu It’s a Match-A von versatile, einem umwerfend-cremigen Grünteeduft, der mit fruchtiger Blaubeere, nussiger Pistazie und milchiger Süße aufwartet. Perfekt für alle Fans von (grünen) Teedüften, die das Besondere lieben. Einfach unwiderstehlich köstlich!

Oktober 2025

Der Oktober war geprägt von vielen Einzelrezensionen. Alles begann mit Coro und Purple Accento von Xerjoff, zwei neuen Highlights der Vibe Collection der Marke, die farbenfrohe Facetten und einen Hauch von Sommer in den Herbst brachten. Perfekt für alle, die tropisch-fruchtige und aquatisch-florale Kreationen mit Twist bevorzugen.

Die Time Nomad Collection von Simone Andreoli war als Nächstes an der Reihe: Criminal Lipstick tauchte das Duft-Tagebuch zunächst in fruchtig-cremige und dunkelholzige Noten – sehr sinnlich, verführerisch und elegant –, um uns anschließend mit Apricot Innocence und Kite in Crystal Reef eine bezaubernde Aprikosen-Kreation und einen aquatisch-fruchtigen Freshie zu präsentieren. Alle drei sind absolut empfehlenswert!

Brunch-Szene mit Pancakes, Beeren und Matcha-Getränken, daneben It’s a Match(a) Roll-on von Versatile auf dem Tisch.
Coro und Purple Accento von Xerjoff, zwei farbige Flakons vor üppigem Blumen- und Fruchtarrangement mit Mango und Ananas.
Apricot Innocence von Simone Andreoli, dunkler Flakon mit Aprikosen vor farbenfrohem Hintergrund.

Zwei Düfte von Room 1015 habe ich in meiner nächsten Review einander gegenübergestellt: Electric Wood Extrait vs. Electric Wood Eau de Parfum offenbarten zwei ganz unterschiedliche Seiten eines Duft-Themas, beide auf wunderschöne Art und Weise umgesetzt. Mir persönlich hat es insbesondere das Extrait angetan, das ich euch wärmstens ans Herz lege.

Auch von Trudon gab es im Oktober 2025 gleich drei neue Kreationen auf dem Blog: die Nuit Rouge Collection der französischen Traditionsmarke begeisterte mich mit den Düften Mystique, 45° und Midnight Omen. Vanille-Fans sollten sich das Eau de Parfum 45° merken, das edle Bourbon-Vanille mit Honig, Zitrusfrüchten und cremig-holzigen Nuancen verbindet. Absolut köstlich!

Und mit Vanille ging es weiter: Madagascar Le Baume Vanille von Parfums d’Empire war der Hit der Herbst-Winter-Saison 2025 und ein Duft, der für ganz viel Aufsehen sorgte. Die likörig-würzige Komposition rund um einen madagassischen Vanilledrink ist aber auch einfach zu schön – fast zu schön, um wahr zu sein.

Electric Wood von Room 1015, roter Flakon in dramatischer Beleuchtung mit Spiegelreflexion.
Nuit Rouge von Trudon, drei rote Parfumflakons vor schwarzem Hintergrund mit goldenen Labels.
Madagascar Le Baume Vanille von Parfum d’Empire, goldener Flakon umrahmt von hängenden Vanilleschoten.

Zarkoperfume lancierte letztes Jahr zwei neue Düfte, die von der Familie Zarko Ahlmann Pavlovs inspiriert waren: Carate Urio fängt die mediterranen Noten rund um den Comer See olfaktorisch ein – eine Hommage an die Tochter Olivia –, während Dreamer mit maritim-moleküligen und hell-holzigen Facetten die Persönlichkeit des Sohnes Isak widerspiegeln soll.

Auch von Jean Poivre durfte ich zwei neue Kreationen rezensieren: Sounds like a Melody und Lost in Moon River bezaubern mit marzipanig-liköriger Süßkirsche, würzigem Safran und karamellig-sahniger Vanillesüße, gebettet auf ambriertes Wildleder sowie cremig-floralen, hell-pudrigen und cleanen Noten. Zwei ganz unterschiedliche Kompositionen, die man unbedingt testen sollte.

Im nächsten Beitrag reisten wir in den Oman: Kashmir Print und Ever Lit von Ojar waren die Stargäste der Review und insbesondere der erste Duft wusste mich zu begeistern. Würzig-floral und cremig-frisch war Kashmir Print eine orientalisch angehauchte, cleane Moschusinterpretation von feinster Kaschmirwolle. Ganz nach meinem Geschmack! Ever Lit vereinte herb-fruchtige, koniferig-holzige und cremige Nuancen zu einem eleganten und modernen Freshie, der durchaus als Allrounder durchgeht.

Sounds Like a Melody von Jean Poivre, roter Glasflakon vor leuchtend rotem Hintergrund mit silbernem Verschluss.
Kashmir Print von Ojar, bernsteinfarbener Flakon in einer Hand, Parfum wird vor warmem Hintergrund versprüht.

Auch das französische Dufthaus The Different Company war im Oktober auf dem Blog vertreten, und zwar mit den beiden Neulancierungen Love is coming … Chapter II und Azhi Ardara. Ersterer war eine fruchtig-florale Interpretation der Farbe Grün mit spannenden Tomaten- und Paprikaakzenten, während der in Blau gehaltene Azhi Ardara eine kraftvolle Himbeernote mit Gewürzen, Hölzern und erdig-pudrigen Facetten abrundet.

Der nächsten Vanille widmeten wir uns in einem Beitrag zu Mancera: Xplicit Vanilla und Intense Instant Crush waren so gegensätzlich wie zwei Düfte nur sein können. Xplicit Vanilla zeigte sich dunkel, würzig und leicht likörig, mit Kakao, feinen Oud-Akzenten und cremig-holziger Wärme – ein eleganter Herbst- und Winterbegleiter. Intense Instant Crush startete dagegen kühl und markant mit Bergamotte, Safran und Leder, bevor Karamell, Moschus und Sandelholz für eine wohlig-würzige Tiefe sorgten.

Nach Skandinavien entführte uns im Anschluss das schwedische Label Pana Dora Sweden mit der Kreation Skadi. Der nordischen Göttin der Jagd gewidmet präsentiert sich das Eau de Parfum als frischer, klarer und eher kühler Duft, der zitrisch-fruchtige, rauchig-cremige Noten miteinander vereint. Still, zurückhaltend und skandinavisch-minimalistisch – ein Allrounder für jeden Anlass und jede Jahreszeit.

Chapter II Azhi Ardara von The Different Company, blauer Flakon mit aufsteigendem Rauch auf Felsen inszeniert.
Xplicit Vanilla von Mancera, goldener Flakon mit Vanilleschoten und Blüte auf warmem Holzuntergrund.
Imperial Parfums Kashmir Flakon vor golden schimmerndem Stoff mit weichen Lichtreflexen und zarten weißen Blüten im Vordergrund.
Gritti Muskaria und Vanilla Tanà Extrait de Parfum, zwei Flakons mit goldenen Kappen vor orientalischer Kulisse.
Pizzuta Extrait de Parfum von Olfattology mit goldener Plakette, inszeniert in einem flauschigen weißen Rahmen mit Goldakzenten.

Der Oktober endete wohlig und warm. Jahreszeitlich entsprechend ging es mit sanften, behaglichen Kompositionen weiter, die allmählich die beginnende Adventszeit ankündigten. Kashmir von Imperial Parfums machte den Anfang: eine gourmandig-fruchtige und cremige Kreation, die Birne, Vanille und Honig miteinander verbindet und an feine Kaschmirwolle erinnern soll. Wundervoll umgesetzt und zum Verlieben schön!

Auch das italienische Dufthaus Gritti war im Oktober nochmal vertreten. Mit Muskaria und Vanilla Tanà präsentierte ich euch nicht nur die letzte Vanille des Monats, sondern auch einen umwerfenden und cremig-würzigen Moschusduft. Beide Kompositionen kann ich euch uneingeschränkt empfehlen.

Den Abschluss des Oktobers bildete die Rezension zu Pizzuta von Olfattology. Der Duft ist von der edlen Pizzuta-Mandel inspiriert und offenbarte pudrig-kristalline, cremige und milchig-wohlige Nuancen, sehr hell, clean und transparent. Ein ruhiger und eleganter Mandelduft, der leise und zurückhaltend ist.

Mit November und Dezember geht dieser olfaktorische Rückblick in die finale Runde – mit winterlicher Noten, festlichen Akzenten und einigen ganz besonderen Duftmomenten zum Jahresausklang.

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Julia Biró Verfasst von:

Bereits 2010 gingen so einige Blogbeiträge auf mein Konto. Dann war ich „kurz“ weg – sechs Jahre. Umso mehr freut es mich, dass ich nun wieder die Chance bekomme, mein Näschen im Dienste der Duftrezension schnuppern zu lassen und eifrig in die Tasten zu hauen. Was Nischendüfte angeht, habe ich damals übrigens schnell Feuer gefangen. Meine Ausbildung tat dazu ihr Übriges: Als diplomierte Biologin kenne ich mich nicht nur mit Fauna und Flora, sondern auch recht gut mit der Herstellung von Ölen und Extrakten aus, was den Reiz der Parfumwelt natürlich noch größer macht.

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