Kilian L’Œuvre Noire – dunkle Gelüste

Wir kommen jetzt ans Ende meiner Kilian Serie – L’Œuvre Noire ist die verbleibende Kollektion, die ich mir heute und morgen noch anschauen werde. Hinzu kommt noch der neueste Duft „Moonlight in Heaven“, von dem ich nicht sicher bin, ob er in diese Reihe gehört. Außerdem liegen auf meinem Tisch „Liaisons Dangereuses“, „Straight to Heaven“, „A Taste of Heaven“, „Back to Black“ und „Love“. Bei den übrigen „Prelude to Love“, „Cruel Intentions“ und „Sweet Redemption“, „Beyond Love“, „Love and Tears“ ist ein Teil ist meines Wissens nach „discontinued“ oder auf dem besten Weg dorthin, den Rest werde ich Euch bei Verfügbarkeit nachbesprechen.

Das himmlische Trio hebe ich mir für den Schluss auf.

L’Œuvre Noire

L’Œuvre Noire lässt sich als „das schwarze Werk“ oder vieleicht auch die schwarze Kunst übersetzen. Jedenfalls ist hier die Magie im Spiel, da sich Kilian Hennessy eine faustische Szene vorstellte. „Ich wollte einen Zauber bewirken, wie solche, die Rimbauds Geist verdunkelten oder die die Hexen in Macbeth heraufbeschworen. Gleichzeitig dachte ich an zeitgenössische R’n’B-Musik, hörte die Texte von 50 Cent, Snoop Dogg oder Pharell Williams, die alle trotz der allgegenwärtigen urbanen Gewalt von Verführung erzählen, wie es bereits schon Baudelaire in seiner lyrischen Prosa tat“, lässt Hennessy wissen.

Solche Gegensätze sind durchaus spannend, gerade wenn Assoziationsketten von schwarzer Magie bis hin zur Black Music weitergesponnen und sogar realisiert werden. Auch wenn ich mir Snoop Dogg nicht so recht als Dandy im Stile eines Dorian Gray vorstellen kann oder wie MC Baudelaire seine Rhymes spittet, spannend ist die Idee allemal.

Liaisons Dangereuses – Typical Me

L’Œuvre Noire – Gefährliche Liebschaften wird als Pflaumenduft angekündigt, der an das Schlafgemach erschöpfter Liebender erinnern soll. Calice Becker verwendete eine wunderbare Fruchtnote, die mich persönlich auch an eine Mirabelle erinnert. Das Schöne ist die Klarheit und Einfachheit dieses Dufts. Wir haben hier die Pflaumenfruchtigkeit und als weiteres Element kommt mit Sri-Lanka-Zimt gewürztes ägyptisches Geranium hinzu, das bekanntlich nach grünen Noten und Rosen duftet. Zur Abrundung, die ebenfalls recht unaufgeregt daherkommt, wurde cremiges Sandelholz aus Indien und weicher Moschus verwendet.

Duftkomposition
Kopfnote: Pflaume
Herznote: Geranium, Zimt
Basisnote: Sandelholz, Moschus

Für mich ist „Liaisons Dangereuses“ kein Duft, der nun nicht mit jeder Pore Lust und Leidenschaft atmet, aber dennoch mit seiner Weichheit und Fruchtigkeit überzeugt. Sinnlichkeit, die nicht laut oder aufdringlich ist.

Liaisons Dangereuse_Visual L’Œuvre Noire

Back to Black – Aphrodisiac

Wie alle heute besprochenen Düfte stammt auch „Back to Black“ von Calice Becker. Hier soll die dunkle Seite der Schönheit dargestellt werden. Ich stelle mir das als das dunkle Leuchten einer Sonnenfinsternis vor.

sonnenfinsternis

Und weil es vom Titel so schön passt, lasse ich ein bisschen Amy Winehouse laufen. 🙂

Los geht es mit einem frischen Bergamotte-Hauch, mit Gewürzen wie Muskatnuss, Kardamom und Koriander, abgerundet mit einer hauchdünnen, aber durchaus wahrnehmbaren Himbeer-Kamillen-Note. Und nun kommt, worum sich alles dreht, dunkler Honig, der von rauchigen Noten begleitet wird: Weihrauch, Vetiver und Zedernholz. In der Basis warten würzige Ambernoten, Labdanum und Vanille sowie etwas Mandel.

Obwohl Honig hier der Hauptakteur ist bleibt der Duft herb, würzig, warm und wird nicht zu süß – ein dunkles Funkeln und Leuchten. Ich bin begeistert. Absolut ein Kandidat für unsere Honig-Empfehlungsseite.

Duftkomposition
Kopfnote: Bergamotte, Muskatnuss, Kardamom, Koriander, Himbeere, Kamille
Herznote: Honig, Weihrauch, Atlas-Zedernholz, Vetiver, Eichenmoos, Patchouli
Basisnote: Ambra, Labdanum (Zistrose), Bourbon-Vanille, Mandel

Back to Black_Visual L’Œuvre Noire

Love – Don’t be Shy

Duftkomposition
Kopfnote: Neroli
Herznote: Jasmin, Rose, Iris
Basisnote: Vanille, Moschus

Als ich die Duftnoten las und dass der Duft von köstlichen Marshmallows inspiriert sei, war ich zugebenermaßen ein wenig skeptisch. Mir wollte auch nicht recht einleuchten, wie aus diesen Noten die Schaumzuckerware alias Mäusespeck werden sollte. 😉  Riecht man an „Love“ wird klar, dass neben der Süßigkeit auch die weiche Konsistenz gemeint sein muss. Neroli sorgt für eine zarte Frische, die mit den Weißblühern und der Rose im Herzen verschmilzt. Die weißen Blüten wurden sehr geschmeidig eingearbeitet und harmonieren miteinander, keiner will den anderen übertrumpfen. Vielleicht sind es aber auch die süße Vanille oder der Moschus in der Basis, die alles so einträchtig beisammen halten.

Für mich ist „Love“ (der Überbegriff L’Œuvre Noire passt hier so gar nicht!) eher eine wilde Verliebtheit, süße Kaugummiküsse, vielleicht auch eine Teenager-Liebe, der Duft lässt sich nur schwer an einer erwachsenen Frau vorstellen und ja, das ist wirklich einmal ein femininer Duft. Möglicherweise stellt der Duft aber auch ein hinterlistiges weibliches Wesen dar, das mit seiner Unschuld kokettiert und und ganz genau weiß, was es tut. Wie dem auch sei, wir Männer sind da wie so oft unser Gutgläubigkeit ausgeliefert. 😉

L’Œuvre Noire Love Kilian

„Love“ ist also absolut etwas für Freundinnen Süßigkeiten-inspirierter Gourmanddüfte.

Für mich persönlich ist „Back to Black“ die Entdeckung des Tages.

Liebe Grüße und bis morgen zum letzten Teil der Kilian-Reihe
Harmen

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Harmen Biró Verfasst von:

Hallo, ich heiße Harmen, war bis vor Kurzem irgendwas­unddreißig und habe immer die Nase im Wind, um Duftschätze für Euch zu finden und hier vorzustellen. Selbst bevorzuge ich feine Lederdüfte oder Gewürzkompositionen, ohne mich da aber festzulegen. Warum auch? Es gibt ständig so viel Neues in der Welt der Düfte zu entdecken. → BIRÓ

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