Die Düfte von Sue Wong …

… kannte ich bisher noch gar nicht – das werden wir heute ändern, meine Lieben!

Was gibt es zum Thema Sue Wong zu sagen? Wiki USA hilft weiter und übernimmt eine prägnante Zusammenfassung für mich:

suewongperson „Sue Wong (born April 1949) is a Chinese-born American fashion designer best known for her dress designs with a contemporary twist based on old Hollywood glamor style.[1] Her collections, available in some 27 countries, have been noted for her interpretations of the traditions of couture dressmaking of romantic eras such as Weimar Berlin, 1930s Shanghai, pre-code Hollywood, and Manhattan’s gilded Jazz Age. She owns Sue Wong Studio S, based in Los Angeles, Cal.“

Kleider sind es meistens, eigentlich eher Roben, die Sue Wong kreiert. Für Damen – nicht für kleine Mädchen. Die Intention, siehe die Seite der Firma:

„Sue Wong truly captures and embodies through her work, her mantra of Beauty. Magic. Transformation. It is the Eternal Feminine Goddess energy that Sue Wong aspires to honor in every woman, creating beauty and sorcery that both enchants as it empowers, leaving a trail of wistful romantics speechless in its wake…“

Beauty, Magic, Transformation – das Motiv bei Sue Wong. Und so heißen praktischerweise dann auch gleich die ersten drei Düfte. Einen vierten gibt es auch noch, der auf den Namen – Trommelwirbel – Sue Wong Eau de Parfum hört. Letzterer war leider als Pröbchen noch nicht verfügbar für mich, ich verspreche aber, ich reiche die Rezension nach.

Prinzipiell trage ich zwar seltenst Roben, ich mag aber die Ausgangsbasis, das Konzept: Jede Frau ist schön. Jede Frau hat ihre Schokoseiten. Die muss man betonen. Ich glaube, so lässt es sich kurz zusammenfassen. Schön, wenn Designer das so sehen, selten genug.

„Die Vision der Marke Sue Wong: Schönheit. Zauber. Veränderung. Märchenhaft verwandelt sich die Sue-Wong-Frau mit Eleganz, Selbstvertrauen und Verführung in eine Göttin.“

Ich halte mich heute mit den Düften hübsch an Wongs Reihenfolge, den Anfang macht demnach Beauty:

beauty „Der erste Schritt der Sue-Wong-Trilogie ist „Beauty“: Eine Frau will sich schön fühlen, für sich selbst und für den Mann, der sie liebt. „Beauty“ steht für den Moment, in dem sie ihr Kleid, ihren Schmuck und ihr Parfum auswählt, um ihre Verwandlung zu beginnen. Deshalb sind die Noten von „Beauty“ blumig und üppig. Die Farbe Zartrosa ist das Symbol für Jugend, Glück und Weiblichkeit.“

Die Duftnoten: Kopfnote: Gewürznelke, Pfeffer, Mandarinenblüte; Herznote: Jasmin, Nelke, Maiglöckchen; Basisnote: Zedernholz, Sandelholz, Weihrauch.

Eigentlich … ist rosa ja nicht meine Farbe. Aber, ich gestehe, wir haben uns angenähert in den letzten Jahren: Den Anfang hat es mit Nude genommen, für mich ein guter Einstieg, pinkfarbene Accessoires haben mich dann ebenfalls dem Farbton Rosa nähergebracht. Und jetzt habe ich seit gut einem halben Jahr ein altrosa-weißes Arbeitzimmer mit Akzenten in Gelb und Grau. Die Zeiten ändern sich 😉 Im Zusammenhang mit Sue Wong kann ich sagen, dass mich der Flakon diesmal reizt – ich finde ihn wirklich sehr hübsch und muss ihn mir demnächst mal live ansehen. Den Duft rezensiere ich Euch allerdings sofort, das Pröbchen hat bereits seinen Dienst getan und ich schnuppere fleißig am Handgelenk … und was ich da wahrnehme, gefällt mir ausnehmend gut. Der erste Eindruck – Damendüfte. Keinesfalls madamig, sondern modern, aber eben sehr feminin, genauso wie die Mode der Frau Wong. Für mich ist der Duft allerdings gefühlt weniger Rosa als vielmehr eine Kombination aus eben jenem Zartrosa und Pastellgelb: Sachte Pudrigkeit, roséfarbene, der, wenn man die Nase interessiert im Duft versenkt, kleine Sternchen von saftigen Mandarinen innewohnt, strahlend und funkelnd. Weiße und leicht gelbe Blümchen, die, man merkt es kaum, wenn man nicht genau hinsieht, von leisem Blattgrün umrankt sich zeigen. Ein kleines sauberes Maiglöckchen, ein paar wilde Gartennelken und frischer, nektargesüßter und Gott sei Dank nicht indolischer Jasmin, das hätte diesem Duft nicht gestanden. Kokett gewürzt von Pfeffer und Gewürznelke wird dieser Duftaspekt von warmem Sandelholz von einer zurückhaltenden Süße untermalt. Die Basis spiegelt wider, was das Sandelholz so nett vorbereitet hat: Ein warmes, kuscheliges Lager aus Hölzern, sachter Wärme und einem klitzekleinen Quentchen Rauch, der ziemlich gut mit den Pudernoten harmoniert.

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Ein guter Einstieg in die Kollektion – ich fühle mich bei Beauty ein wenig an einen meiner Lieblinge erinnert, an Fifi Chachnils Signature. Wer diesen mag, könnte hier richtig liegen, vor allem wenn er eine etwas gefälligere Schwester sucht. Darüber hinaus bin ich mir sicher, dass Freunde pudrig-zarter Düfte, die gerne eine erwachsene Ausstrahlung haben dürfen, hier genau richtig sind.

Machen wir uns an Magic, den zweiten Duft der Trilogie:

magic „Ein besonderer Moment in der Erfahrung der Verwandlung, wenn die Frau die Veränderung spürt. Mit Hingabe und großer Faszination ist sie von dem Zauber und von allem um sie herum begeistert … Die Duftnoten sind strahlend, mit Aprikosenblüte und warmen Akkorden, mit einer poetischen, üppigen Signatur. Die goldene Bernsteinfarbe steht für das magische Gefühl, das jede Frau liebt.“

Die Duftnoten: Kopfnote: Pfirsich, Blattgrün, Freesie; Herznote: Osmanthus, Nymphaea (Seerose), Aprikosenblüte; Basisnote: Sandelholz, Ambra, Vanille.

Das liest sich ausgesprochen lecker, mag ich doch Pfirsich und Aprikose sehr in Düften – und die Osmanthusblüten dürften diesen Eindruck noch verstärken, wohnt innen doch für gewöhnlich ebenfalls eine pfirsich-samtige Note inne. Zuallererst aber erreichen die wässrigen Blüten aus Magic meine Nase, Seerose und Freesie. Frisch, angenehm feucht und von einer wie Zimt in der Nase kitzelnden Süße, einer grün-schillernden – als ob man Pfefferminze oder ähnliches in den Fingern zerreibt und Blattsaft, krautiges Grün, Feuchtigkeit, Würze und Süße in einem zu schnuppern bekommt. An dieser Stelle hänge ich fest mit der Nase am Arm, denn sie fasziniert mich – und lässt alsbald auch das Kernobst in Erscheinung treten: Überaus zarte Anleihen desselben, von floralen Anklängen begleitet, deren cremiges Naturell das Grün-Wässrige wunderbar ausbalanciert. Die angesprochene Cremigkeit ist es auch, die das Herz und die Basis des Duftes ausmacht, sprich – den späteren Verlauf. Eine überaus zarte Wärme von subtiler Würze veredelt, Sandelholz und Ambra, die üblichen Verdächtigen, und Vanille vervollkommnet in all ihrer Pracht.

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Ein sehr angenehmer und schöner Duft. Understatement ist hier das Thema, nichtsdestotrotz verzaubert Magic, Nomen est Omen. Und ist ein echter Allrounder – ich sehe keine Tages- oder Jahreszeit und auch keinen Anlass, zu dem man den Duft nicht tragen könnte.

Transformation bildet den Abschluss der Triologie und ist auch unser letzter Duft für heute:

transformation „Der letzte und vermutlich der wichtigste Schritt ist der Moment, wenn sich die Frau bereit fühlt, ihre innere Schönheit zu enthüllen, wenn sie sich göttlich und verführerisch fühlt.

Der Duft muss der intensivste der Trilogie sein, um diesem letzten Moment noch eine Steigerung zu verleihen. Die Farbe, wie Meeresschaum, beschwört die Verwandlung herauf, die die Natur zeigt, wie eine sich öffnende Blüte oder die Verwandlung eines Schmetterlings.“

Die Duftnoten: Kopfnote: Blattgrün, Mandarine, Pfeffer; Herznote: Gardenie, Tuberose, Jasmin; Basisnote: Sandelholz, Zedernholz, Vanille.

Ihr seht schon, die Duftnoten des Trios überschneiden sich zum Teil, haben Deckungsgleichheiten – ich bin gespannt, ob sie gelayert funktionieren, die Hübschen, und werde das demnächst einmal ausprobieren, wo wir doch vor ein paar Tagen das Thema erst hier im Blog hatten.

Dass Transformation der „intensivste“ Duft aus der Linie ist, dürfte klar sein, nachdem das Herz voller weißer Blüten ist und gleich die Königin der narkotisierenden weißen Blümelein präsentiert: Tuberose, in doppelter Ausführung, da Gardenie ohnehin fast immer mit Hilfe von Tuberose „nachgestellt“ wird.

Ja, ich sage es gleich vorab: Zwar bleibt Transformation der Duftkollektion insofern treu, dass der Duft nicht „brachialer“ Natur ist, kein ausgesprochen markiger Geselle darstellt. Aber – er wird deutlich dominiert von den beiden Weißblüherschönheiten Tuberose und Gardenie, insofern ist er weniger Crowdpleaser als die anderen beiden Parfums. Denn, ich muss es nicht weiter erwähnen, die zwei Blümelein sind Geschmackssache. Für einen Weißblüherduft ist er ein mittleres Kaliber, kein absoluter Einsteigerduft, aber auch keine Kante, wie ich immer zu sagen pflege. Tuberose, verführend und narkotisch, opulent. Und Gardenie, subtil pilzig, ganz typisch für diese Blume, und ebenfalls überbordend in ihrer Strahlkraft. Blattwerk und sachte Anklänge von Mandarine balancieren aus, Pfeffer akzentuiert leise. Und die Basis schafft eine wohlig-warme Süße.

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Mir persönlich gefallen die anderen beiden Düfte besser, das mag aber sicherlich daran liegen, dass ich, wenn schon denn schon, weniger zaghafte Tuberosen bevorzuge 😉 Was ich aber nicht nachvollziehen kann ist die Farbe des Flakons, die meiner Meinung nach nicht treffend ist – unabhängig davon, dass ich das Textchen dazu nachvollziehen kann 🙂

Habt Ihr schon getestet? Was sind denn Eure Lieblingsdüfte, was wirklich dezidiert feminine Düfte angeht?

Viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Ulrike Knöll Verfasst von:

Meine Liebe gilt seit jeher dem Ästhetischen: Mir geht das Herz auf bei jeglichen Dingen, die durch Form, Funktionalität, Design und Herzblut zu überzeugen wissen. Und wenn dann noch ein Quäntchen Historie dazu kommt, ist es meist ganz um mich geschehen … Ich bin der Nischenparfümerie mit Haut und Haaren verfallen und immer auf der Suche nach dem – oder vielmehr: einem – neuen heiligen Gral. Diese Suche sowie mein ganzes Interesse und meine Begeisterung möchte ich gerne mit Euch teilen!

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