Erleuchtung durch Accendis …

… werden wir heute vielleicht erfahren, so zumindest verspricht es Emy Rodriquens, die Frau hinter der soeben neu bei uns im Shop gelandeten Marke:

Accendis ist das Ergebnis meiner persönlichen und spirituellen Suche nach dem inneren Licht.

Im Lateinischen bedeutet accendis ‚du erleuchtest‘, aber auch ‚du verströmst‘. Ich habe immer geglaubt, dass die Pop-Art erleuchtet, im Sinne von, dass sie die Dinge in ein neues Licht setzen kann. Die Pop-Art hat Accendis – sowohl die Formen als auch Düfte – stark beeinflusst. Die Kollektion ist mein Werk und meine Leidenschaft.

Ich habe meinen Düften eine starke Persönlichkeit verliehen, denn Licht ist stärker als Dunkelheit. Sie werden in einem Glasflakon präsentiert, der so rein wie Kristall ist, in einer Box mit kostbarem Samt, denn das Licht muss gut gehütet werden.“ – Emy Rodriquens

Licht in unseren Seelen, Licht & Liebe, das Licht am Ende des Tunnels … Ich bin nicht gläubig, nichtdestoweniger kann man diese Aussagen meiner Meinung nach als eine Art Platzhalter sehen, für persönliche Entwicklungsprozesse beispielsweise. Rodriquens ließ sich von ihrer Liebe zur Pop-Art als auch Neo-Pop-Art leiten – getreu nach Andy Warhol: „Pop-Art ist eine Weise, Dinge zu lieben.“ Ich bin gespannt, ob ich das in irgendeiner Form umgesetzt in beziehungsweise an den Düften erkenne, die vor allem auch prägnante Harz- und Holznoten besitzen, deren Symbolkraft hinsichtlich Leben und Sakralität ich sicherlich nicht erwähnen muss.

Stürzen wir uns also sogleich auf das Trio von Accendis!

accendis1 Unser erster Kandidat ist Accendis 0.1, der mit folgenden Ingredienzen aufwartet: Kopfnote: Davana, Galbanum; Herznote: Pfingstrose, Nagarmotha; Basisnote: Benzoeharz, Sandelholz, Hölzer, Ambra, Leder.

Es gibt sie, diese Kombinationen, die man noch nie vorher gerochen hat, bei denen man aber sofort denkt, wenn man sie denn das erste Mal erschnuppern darf „Ja, klar!“ und, gleich danach: „Wieso ist da noch niemand vorher draufgekommen?“ Gemeint ist hier das Duo aus Pfingstrose und Nagarmotha. Nagarmotha macht sich, wie Ihr vielleicht bereits aus dem Blog und meinen Lobpreisungen wisst, hervorragend mit Oud. Wir sprechen hier von einem Gräselein, dass einen eigenartig leuchtenden, leicht grasigen, aber vielmehr für mich unbeschreiblich ätherischen, bisweilen ein wenig medizinisch anmutenden Geruch verströmt, der auf mich hell wirkt, luzide. Die Pfingstrose greift das selbstverständlich herrlich auf mit ihrem herrlichen, wässrig-fruchtigen Naturell. Galbanum, gerne auch mal als Waldmeisterduft tituliert, malt grüne Nuancen, schillernd und quicklebendig. Accendis 0.1 hat eine rohe Qualität, wie wir sie beispielsweise von D.S. & Durga kennen. Kein fragil-französisches Parfumgebilde, eher eine Zeichnung in kräftigen Farben, mit dickem Strich. Das ist Geschmackssache, weiß aber bei Accendis durchaus zu überzeugen. Mich erinnert diese floral-grüne Strahlen an … Natur, an Irland, ein wenig. An satte grüne Wiesen und Trolle, Feen und Lebenslust. Die Basis wärmt sonnig mit Harzen und Hölzern, Ledernoten erkenne ich auf meiner Haut nur sehr abstrakt.

Connemara

Fred Bigio „Connemara“ via Flickr – CC BY 2.0

accendis2 Accendis 0.2 beschert uns folgende Zutaten: Kopfnote: Perubalsam, Schwarzer Pfeffer; Herznote: Guajakholz, Zedernholz; Basisnote: Adlerholz (Oud), Labdanum (Zistrose).

Ohh, wie schön! Zuerst dachte ich – Kokosnuss in dunkler Schokolade. Und muss mich gleich korrigieren – allerdings bin ich mir sicher, dass Ihr dieses kurze Aufflackern auch nachvollziehen können werdet. Accendis 0.2 ist gar köstlich: Kräftiger schwarzer Pfeffer, Wildlederanmutungen und ein herrliches Tummeln von Harzen und Hölzern. Warme Süße, samtige Anklänge, knarzig-trockene Hölzer, ein Quentchen Baumharz, ein klitzekleiner Hauch Medizin dank dem Oud. Darüber hinaus zeigt sich der Duft balsamisch und kontemplativ, wabert gar wundervoll auf meiner Haut und lullt mein Näschen aufs feinste ein. Und doch, der Eindruck bleibt – getrocknete Kokosraspeln und ein Hauch Zartbitterschokolade.

accendis01

Die Nummer Drei und der (vorerst?) letzte Duft von Accendis hört auf den Namen Aclus und beinhaltet folgende Ingredienzen: Kopfnote: Bergamotte, Zitrone; Herznote: Iris, Tolubalsam, Labdanum (Zistrose), Davana, Kardamom; Basisnote: Nagarmotha, Guajakholz, Adlerholz (Oud), Gurjunbalsam.

accendisacclus Aclus ist mein Liebling, das kann ich jetzt schon sagen – er ist herrlich. Ein Leuchten von zitrischen Früchten bahnt sich den Weg zu mir, nicht flackernd, sondern von gleichmäßiger Strahlkraft. Im Herzen eine kühle, verhalten-pudrige Iris mit cremigen Anklängen, die von fruchtig-floralen Davanablüten (Birnennoten!) getragen wird. Eine Art Süße, eine warme, parfümige, die kostbar, elegant und edel duftet, geht von diesem Herz aus, das von Nagarmotha, Ihr wisst schon, in seinem Charakter und seiner, nochmals: Strahlkraft, seinem Leuchten, unterstrichen wird. Ich kann es nicht anders formulieren – und schwelge, meine Nase eng am Handgelenk. Die Basis ist herrlich – balsamisch, holzig, harzig-warm und tief, von leisen Lederanklängen (das Oud …) geküsst. Ein innovativer und wunderschöner Duft! Aber – meiner Meinung nach eher den Damen gewidmet. Die beiden anderen Düfte sind definitiv unisex.

Bianca YSL Le Smoking

Tiina L.(www.tiinathestore.com) „Bianca – YSL Le Smoking“ via Flickr – CC BY 2.0

Aclus müsst Ihr in jedem Falle testen – und dann will ich endlich mal *mit dem Fuß auf den Boden stampf* ein Feedback, meine Lieben!

Viele herzliche Grüße,

Eure Ulrike.

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Ulrike Knöll Verfasst von:

Meine Liebe gilt seit jeher dem Ästhetischen: Mir geht das Herz auf bei jeglichen Dingen, die durch Form, Funktionalität, Design und Herzblut zu überzeugen wissen. Und wenn dann noch ein Quäntchen Historie dazu kommt, ist es meist ganz um mich geschehen … Ich bin der Nischenparfümerie mit Haut und Haaren verfallen und immer auf der Suche nach dem – oder vielmehr: einem – neuen heiligen Gral. Diese Suche sowie mein ganzes Interesse und meine Begeisterung möchte ich gerne mit Euch teilen!

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