Farmacia SS. Annunziata…

bescheren uns gleich doppelt zu Weihnachten: Zwei neue Düfte hat die Florentiner Duftapotheke, deren Geschichte sich bis ins Jahr 1561 zurückverfolgen lässt, für uns im Programm: Gelsorosa und Arabico heißen die beiden, die ich mir heute für Euch zur Brust beziehungweise Nase nehme.

gelsorosa Gelsorosa ist natürlich ein Jasmin, das entdecken Sprachkundige sofort. Allerdings haben wir es hier mitnichten mit einem monothematischen Jasmin zu tun, was Gelsorosa für mich zu einem besonderen Duft macht: In der Kopfnote überraschen uns Bergamotte und vor allem Orange – wir haben es hier mit typischen Hesperidengesellen zu tun, die ihren Dienst vorschriftsmäßig erledigen. Ein Hauch prickelnd-zitrischer Bergamotte als Begleitung für eine saftige, überaus reife, fruchtig-süße und gleichermaßen pricklende Orange, der man bereits die Basis des Duftes anmerkt. Schon früh nach dem Aufsprühen machen sich warme, balsamische Noten breit – Ambra ist angegeben, ich hätte ebenfalls auf Moschus getippt. Denn die Basis ist weich, watteweich. Und von einer warmen Süße, die für meine Nase nicht ausschließlich nach Harzen riecht. Die Protagonisten sind allerdings Jasmin und Tuberose, wobei letztere einen für ihre Natur sehr gemäßigten Standpunkt vertritt: Es ist wirklich Jasmin, der uns betört – ein üppiger, femininer Jasmin ohne jegliche indolische Anklänge, die auch für eine Tuberose nicht unbedingt selten gewesen wären. Eben jene riecht man, wenn überhaupt, nur dezent im Hintergrund, während güldener, nektarsüßer Jasmin seine Vermählung mit der Basis des Duftes eingeht.

Gelsorosa ist eine Ode an die Weiblichkeit: Ein warmer, verführerischer Jasmin für Vollblutfrauen.

arabico

Arabico, unser Duft Nummer Zwei, lässt auf eine orientalisch inspirierte Kreation mit italienischer Finesse hoffen.

Im Auftakt enttäuscht uns der Name, natürlich: Pfeffer und Zitrone sind angegeben, und somit erinnert die Kopfnote an ein schönes, original italienisches Eau de Cologne – nicht an einen waschechten Orientalen, der uns versprochen wurde. Zitrone, vielmehr: Agrumen generell funktionieren immer zusammen mit Pfeffer, ganz besonders aber in Herrendüften. Arabico macht seinem Namen – meiner Meinung nach Gott sei Dank – keine besondere Ehre, denn weiter geht es nicht mit Harzen, balsamisch-aromatischen, sondern mit Weihrauch und Zedernholz. Letzteres ist ein knarziges Hölzlein, das häufig ein wenig aquatisch duftet, aber auch über ein ganzes Portfolio an anderen Facetten verfügt: Streng und sauber, seifig und holzig gleichermaßen erfreut uns es uns an dieser Stelle und sieht sich von Vetiver begleitet. Salzig-grün-grasige Vetivernoten runden den Duft auf überaus kompetente Art und Weise ab, wozu Patchouli als gewohnt-gekonntes Duft-Rückgrat sein Quentchen beiträgt.

...to the sunrise

Cloudy Sky Across The Horizon

Ein mehr als idealer Begleiter durch den Tag (und die Nacht).

Viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Ulrike Knöll Verfasst von:

Meine Liebe gilt seit jeher dem Ästhetischen: Mir geht das Herz auf bei jeglichen Dingen, die durch Form, Funktionalität, Design und Herzblut zu überzeugen wissen. Und wenn dann noch ein Quäntchen Historie dazu kommt, ist es meist ganz um mich geschehen … Ich bin der Nischenparfümerie mit Haut und Haaren verfallen und immer auf der Suche nach dem – oder vielmehr: einem – neuen heiligen Gral. Diese Suche sowie mein ganzes Interesse und meine Begeisterung möchte ich gerne mit Euch teilen!

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