Kurz und knackig…

bespreche ich für Euch heute diese Neuigkeiten: Von Eusersdorff Classic Orange, Masakï Matsushïma Tokyo Days, Odem Swiss Silberdistel und Loewe Aura Loewe.

classic_orange Classic Orange – der Name ist natürlich an die restlichen Düfte der Kollektion aus dem Hause Von Eusersdorff angelehnt. Ich weiß nur nicht, ob man sich damit solch einen Gefallen getan hat. Einerseits mag ich ja schlichte Namen, aber im Falle dieses Duftes weckt der Name einfach falsche Erwartungen beziehungsweise führt in die Irre. Wir haben es hier nicht mit dem 237.ten colognelastigen Hesperidenwässerchen zu tun, ganz im Gegenteil: Classic Orange ist dem Charakter nach ziemlich ausgefallen: Blutorange (jawohl!), saftig-süße, vermischt sich hier mit dem aprikosig-pfirsichhaft anmutenden Duft von betörendem Osmanthus. Umrankt wird dieses herrliche Duo von Blattgrün sowie Tee und sieht sich auf einer weichen, warm-würzigen Basis von Moschus und Sandelholz gebettet. Irgendwo in dieser Ambivalenz zwischen Fruchtfrische und weicher, sonniger Wärme verbergen sich noch verlockende Anklänge von samtigem Wildleder. Ein besonderer Schönling und keinesfalls klassisch im Sinne von altbekannt!

Blood Orange

Nach Tokyo Smile folgt nun Tokyo Days in der Kollektion von Masakï Matsushïma: Ein Duft für die „romantische und aktive“ Frau soll es sein, die sowohl natürlich als auch raffiniert ist. Der Flakon in Violett gekleidet – das ist Absicht, weil das wohl die Farbe Tokyos ist. Tokyo, die Stadt mit den schönen Gärten. War schon jemand dort? Großstadtleben, Charakter, Femininität, Dynamik und Authentizität gilt es wohl darzustellen – dazu hat man sich in desem Duft einiger typisch japanischer Ingredienzen bedient: Kirschblüte und Yuzu dürfen natürlich nicht fehlen, dazu gesellen sich Zitrone, Honigmelone, Jasmin, ein paar andere Hesperiden, Rose, Pfirsich, Pfingstrose und der normalerweise von Keiko Mecheri wohlbekannte Kristallmoschus (den ich immer noch nicht ganz verstehe… egal).

Spring

Tokyo Days ist ein beschwingter, unbeschwerter, fröhlicher Duft: Agrumenfrüchte tanzen durch die Luft, begleitet von heiter-lockender Melone, süß-mehlig und saftig. Ein paar Weißblüher, umschmeichelt von zarten Pfirsichanklängen sowie wässrig-frisch-florale Avancen aus dem watteweichen Hintergrund machen Tokyo Days zu einem unkompliziert-jugendlichen Begleiter für den Alltag – und zwar, ganz klar, für die Damenwelt.

odemswisssilberdistel Odem Swiss Perfumes haben ein neues duftendes Pflänzchen für uns, und zwar die Silberdistel: Eine „Zauberblume“, die uns „Kraft und Magie“ verleihen soll, so hell wie sie auf den kargen Bergwiesen glänzt und leuchtet im Licht der Sonne.

Ich mag Disteln. Und ich mag auch diese Distel hier, die silberne, die ich dufttechnisch in der Tat im grau-schattig-silbrig-glänzenden Farbspektrum ansiedeln würde. Wer einen Blick auf die Ingredienzen wirft, der weiß schon ungefähr, was ihn erwartet: Kopfnote: Neroli, Koriander, Wermut; Herznote: Kardamom, Pfeffer, Iris; Basisnote: Zedernholz, Ambra, Vetiver.

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Ein zitrisch frischer, pfeilartiger Auftakt, gleisend, der in die kontemplative Mitte des Duftes führt: Würzige Trockenheit und feuchte Kühle dominieren diesen schönen puristischen Holzduft, der von sauber-knarziger Zeder und Pfeffer dominiert wird. Feinste Rauchschwaden hüllen ein, während der Duft seine Strahlen aussendet. Kräftig und charakterstark, prägnant – und doch Understatement. Silberdistel hätte auch… von Comme des Garçons sein können. Oder von Miller et Bertaux. Und gehört einer meiner absoluten Lieblingsgattungen innerhalb der Duftwelt an. Was für ein toller Duft! Trutzburg und Rückgrat in einem, erdend, entspannend, beschützend, wohlwollend und klärend. Ich bin angetan, sehr.

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„Either you have it or you don’t” erklären uns Loewe zu ihrem neuen Duft Aura Loewe:

„Ist Ihnen jemals eine ganz besondere Frau begegnet? Wir reden nicht einfach von einer schönen oder intelligenten Frau… Wir meinen eine Frau mit dem gewissen Etwas, mit Anziehungskraft… Etwas das nicht mit Worten beschrieben werden kann… Entweder hat man es, oder eben nicht.“

Das ist wohl wahr. Ich jedenfalls habe eines nicht: Die Haut für diese Aura… dachte ich die ersten Minuten, wo sich ein seltsames Tohuwabohu auf meiner Haut vollzieht. Allerdings sollte man keine vorschnellen Urteile fällen, das sollte ich ja eigentlich wissen… ein klitzekleines Weilchen später entwickelt sich nämliche eine, ja, wie der Name schon sagt: Aura, die mir recht gut gefällt: Luzide Rose, himbeergeküsst, sacht gepfeffert und von ferne johannisbeerig angehaucht. Elegant, feminin, fein – und später noch ein bisschen weiblicher dank ein paar Jasminblüten. Eine Prise Wildleder dazu als Kontrast und darunter eine gewohnt gekonnte Basis aus Sandel- und Zedernholz, die warme Sauberkeit stiftet. Durchaus eine adrette Weibse, doch!

Ein schönes Wochenende meine Lieben und viele herzliche Grüße,

Eure Ulrike.

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Ulrike Knöll Verfasst von:

Meine Liebe gilt seit jeher dem Ästhetischen: Mir geht das Herz auf bei jeglichen Dingen, die durch Form, Funktionalität, Design und Herzblut zu überzeugen wissen. Und wenn dann noch ein Quäntchen Historie dazu kommt, ist es meist ganz um mich geschehen … Ich bin der Nischenparfümerie mit Haut und Haaren verfallen und immer auf der Suche nach dem – oder vielmehr: einem – neuen heiligen Gral. Diese Suche sowie mein ganzes Interesse und meine Begeisterung möchte ich gerne mit Euch teilen!

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