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Die Männer …

Geschrieben in Duft,Hesperiden,Leder,Solifloral am 22.08.2014

… sind gestern bei Le Galion etwas ins Hintertreffen geraten, deshalb ist es heute ein wenig anders verteilt: Zwei Herrendüfte, einmal Unisex und eine letzte Dame stelle ich Euch vor.

Da ich mich an der Zeit des Erscheinungsdatums der Vorgänger orientiert habe, geht es flott so weiter – La Rose ist an der Reihe, der dritte Soliflor des Hauses. Erschienen im Jahre 1950 widmete Paul Vacher, damaliger Eigner und Parfumeur von Le Galion, La Rose allen Frauen. Als großer Rosenliebhaber testete er wohl jedes Jahr Dutzende Rosensorten, was es sicherlich nicht einfacher machte, die geeigneten Rosen für einen Rosenduft zu finden. Allerdings ist La Rose weniger monothematisch, als man es anhand des Namens vielleicht vermuten würde – ein Blick auf die Ingredienzen lässt es bereits erahnen: Kopfnote: Kopfnote: Bergamotte, Veilchenblätter; Herznote: Rose, Ylang-Ylang, Pfirsich, Lilie; Basisnote: Zedernholz, Patchouli, Vanille, Moschus.

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Was für eine Rose oder was für Rosen nun letztendlich Zugang zu der schönen Komposition gefunden haben, verraten Le Galion nicht in ihrem Pressematerial. Ein fruchtiger, junger Typ Rose ist es auf jeden Fall, eine samtig-opulente raumfüllende, die durch Lilien an wässriger Frische und Tiefe gewinnt. Ylang sorgt für einen zarten Honiganstrich, während Pfirsich die Fruchtigkeit der Blüten gekonnt aufgreift. Anfangs vermute ich noch einen Hauch im positiven Sinne dumpfen Zimt in dem Geschehen, der sich aber alsbald als Konglomerat aus anderen Zutaten entpuppt: Ein erdig-pudriges, auf subtile Art Kakaoanleihen verströmendes Duo aus Veilchen und Patchouli auf einem Bett aus cremig-vanilligem Moschus.

Feminin & aussagekräftig – La Rose ist eine stolze Vertreterin ihrer Gattung und für Freunde von Rosendüften in jedem Fall ein Must-Try.

Es folgen unsere zwei Männer: Snob von 1952 und Whip von 1953. Ich mag sie ja schon, diese Namen … und die alte Werbung dazu ist auch klasse.

legalionsnob

Snob war eine klare Antwort Vachers auf den Zeitgeist:

“In den 1950er Jahren zeigten die Modefotografien Frauen von einer kalten, harten Seite, ein wenig hochmütig, um nicht zu sagen … versnobt. Gerne wurden die Models vor der Skyline von Manhattan oder auf der Spitze des Eiffelturms mit ausdruckslosem Gesicht gezeigt. Die Proportionen des „New Look“ unterstrichen diese Haltung. Es ist die Zeit der Twinsets, Perlen und hohen Absätze. Die Filme dieser Zeit spiegelten diese vornehme Gesinnung wider – „Frühstück bei Tiffany“, „Die oberen Zehntausend“, „Die barfüßige Gräfin“ und „Wie angelt man sich einen Millionär?“.

Als Reflexion dieser Zeit schuf Paul Vacher „Snob“ mit seinem fruchtigen, gewürzigen und floralen Bouquet. Opulent und mit einem großen Charakter eignet sich dieser Duft perfekt für Feste und Zusammenkünfte. „Snob“ zeigt ein florales Bouquet mit weißen Blüten, gepaart mit Rose, für einen sinnlichen Effekt. Gewürze wie iranischer Safran erzeugen eine Hitze, die von kostbaren Hölzern ausgeglichen wird: australisches Sandelholz und Virginia-Zeder, umgeben von Weißem Moschus.”

… oh, und wie ich diesen Snob liebe! Das ist kein arroganter, neureicher Emporkömmling, sondern ein ironischer, sarkastischer Freigeist. Dieser Mann kokettiert – mit seiner Selbstgewissheit. Er spielt, gekonnt – und weiß es so, die Aufmerksamkeit an sich zu reißen. Meine ist ihm sicher, das steht fest!

Safran in seiner ihm genuinen, trocken-fruchtig-herb-holzig-würzigen Art tändelt mit reifen Früchtchen, genauer: Zitrischem (Mandarine und Bergamotte) sowie einem stolzen grünen Apfel. Ein Röschen fängt diese frische Fruchtigkeit auf und vertieft, während Iris im Zusammenspiel mit der Basis aus Sandel- und Zedernholz sowie Moschus irgendwoher Lederanklänge herzaubert, die von betörend cremigem Jasmin verheißungsvoll kontrastiert werden. Sexy, sehr sexy, meine Lieben – und vermutlich nicht nur an Männern … Zumindest gedenke ich dieses Schmankerl auch selbst zu tragen; werde berichten, ob es was bringt ;)

Grant, Cary (Suspicion) 01 Crisco edit

Whip, die Peitsche, greift die Sexyness zumindest im Namen auf – oder ist das jetzt meine Phantasie, die da mit mir durchgeht? Und nein, ich habe Shades of Grey NICHT gelesen. Wo könnte er wohl herkommen, bei Whip, der Peitschenhieb? Schauen wir uns die Zutaten an:  Kopfnote: Zitrone, Bergamotte, Estragon, Lavendel, Kardamom; Herznote: Jasmin, Veilchen, Iris, Galbanum; Basisnote: Eichenmoos, Vetiver, Patchouli, Leder.

Gustav Marx Begegnung am See

Da haben wir es ja schon, das Leder, wer hätte es geahnt … Dem Pressetext nach zu urteilen vergriff sich an Whip allerdings nicht nur die Herrenwelt, auch die Damen pflegten ihn zu tragen. Ich kann es nachvollziehen, allerdings sehe ich Whip, anders als unseren Snob, tatsächlich eher an einem Mann. Liebe Männer, wenn es Euch nach einem Hesperidengesellen gelüstet, zieht doch einmal diesen schönen und markanten Duft in Erwägung, bevor Ihr Euch ein 0815-Cologne kauft! Zitrisch-prickelnd, sportlich und frisch, von würzig-grünen Kräutern geprägt, dank Iris und Veilchen subtil pudrig und mit einer markanten Ledernote brillierend, in der Basis von Moos, grasigem Vetiver und erdigem Patchouli gekonnt vervollkommnet – Whip ist ein Statement und trotz allem ein Immergeher für einen Mann, einen richtigen.

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Eau Noble, der (hoffentlich nur vorerst) letzte Duft von Le Galion, zielt, zumindest auf den ersten Blick, in eine ganz ähnliche Richtung wie Whip: Zitrusfrüchte und Leder sind Thema. Allerdings sind sie hier viel zarter, eleganter, weniger kantig und markant verpackt. “Smooth” wäre das passende Wort dafür. Die Agrumenfrüchtchen tollen nicht herum, sondern scheinen und strahlen gleichbleibend, Frische und Herbheit einhauchend. Galbanum stiftet herb-bitteres Blattgrün, von Salbei und Lavendel krautig untermalt, während Geranium dem zitrischen Obst zur Verstärkung gereicht, minzig deren ätherische Komponente verstärkend. Irgendwo im Hintergrund ist da Weichheit und Moos und – ja, Leder. Sanftes, aber dennoch bestimmtes Leder. Ein eleganter Hesperide ist Eau Noble und wird so seinem Namen mehr als gerecht – so wünsche ich mir einen Zitrusduft!

Alles in allem bin ich sehr positiv überrascht von Le Galion – es sind doch einige Düfte bei mir sehr nachhaltig hängengeblieben, bei Euch auch?

Vergesst nicht, dass uns der Vertrieb von Le Galion dankenswerter Weise zwei Exemplare des wunderschönen und luxuriösen “Sample-Sets” zur Verfügung stellt: Le Coffret genannt, handelt es sich um 9x jeweils 7,5ml der Düfte in Sprühzerstäubern plus einem sehr wertigen Bakelit-Taschenflakon, in dem man die Phiolen schöner aufbewahren und transportieren kann.

Wie Ihr eines der beiden Coffrets gewinnen könnt? Nichts einfacher als das: Postet mir einfach bis Sonntag, 24.08., 24 Uhr unter einen der  drei Le Galion-Artikel, WARUM Ihr es haben wollt und welcher Duft Euch am meisten interessiert. Wir wählen nächste Woche zwei Gewinner aus.

Ein schönes Wochenende Euch und viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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4 Kommentare »

  1. Kommentar by Margot am 22. August 2014 um 16:31

    Hallo Uli,

    durch meine Miniaturensammlung bin ich schon vor Jahren auf Le Galion gestossen, und trotz vieler Neuerscheinungen machte immer das neugierig, was es nicht mehr gibt. Einige alte Miniflakons von Le Galion stehen bei mir zu Hause. Doch als Sammler macht man diese a) nicht auf und hätte b) keinerlei Sinn gehabt, da diese Tropfen sowieso nicht mehr zu definieren sind. Ein Fan “alter” Dufthäuser die wieder zum Leben erweckt werden bin ich daher schon lange und die, teils tragischen Geschichten dazu, liebe ich sehr. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich durch euch die Gelegenheit hätte diese “alte” Marke in all ihren neuen Facetten zu testen. Sortilege ganz vorne dran, dann (inzwischen) die Rose sowie Snob + Whip, die beide Inhaltsstoffe aufweisen, die meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

    Schönes WE an alle und LG,
    Margot

  2. Kommentar by Gaby am 24. August 2014 um 08:13

    Guten Morgen,
    auch ich würde sehr gern eins der beiden Sample-Sets gewinnen. Ich mag Tuberosen-Düfte sehr gern, insofern hat mich diese Duftbeschreibung neugierig gemacht. Insbesondere die Kombination mit Himbeeren und Birnen finde ich spannend und würde diese gerne schnuppern. Mein Mann dürfte dann “Snob” testen…
    Herzlichen Dank für das schöne Gewinnspiel.

  3. Kommentar by Ingeborg am 24. August 2014 um 12:03

    Liebe Uli,
    der Grund, einen Kommentar zu schreiben, ist für mich in erster Linie Le Galions “Sortilège, denn diesen Duft hat schon meine Mutter getragen. Obwohl verboten, habe ich ihn mir dann doch mal heimlich aufgetupft und gehofft, dass meine Mutter nichts bemerkt. Einer meine Lieblinge aus der Iris-Familie ist neben Iris Poudre “Hiris” von Olivia Giacobetti. Einer meiner Favoriten im Frühjahr ist “Isotta” von Cerchi Nell’aqua mein Lieblingsveilchen. Der Duftbeschreibung nach hätte “Snob” sehr gut zu Cary Grant (siehe Foto) gepasst, der auch im nassen Anzug im Film Charade (mit Audrey Hepburn) bella figura machte.
    Herzliche Grüße
    Ingeborg

  4. Kommentar by Thomas am 24. August 2014 um 20:58

    Guten Abend Ulrike,

    das ist mein erster Kommentar im Dufttagebuch, ich beginne gerade erst, mich mit der Welt der Düfte zu beschäftigen. Und es ist genau dieses hier vermittelte Hintergrundwissen, das mich neugierig aufs Testen macht.
    Warum ich also gewinnen möchte? Wenn ich hier so im Archiv schmökere, ist es ein unendliches Abenteuer und so könnte ich mit dem Duftset gleich auf den fahrenden Zug springen…
    Da ich mittlerweile immerhin schon weiß, dass Iris und Veilchen zu meinen Lieblingsblumennoten gehören (nachdem ich z.B. eine Probe von Khol de Bahrein testen konnte, steht dieser ganz oben auf meiner Wunschliste), faszinieren mich “222” und “Iris.
    Tuberose liegt mir nicht so sehr, und von den reinen Herrendüften interessiert mich der “Snob” – da ist ja dann auch wieder die Iris mit von der Partie. Also: Ich wähle den “Snob”.

    Danke für das Gewinnspiel und schöne Grüße,
    Thomas

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