Jahresrückblick 2025 – Juli & August

Nach den Jahresrückblicken Januar & Februar, März & April sowie Mai & Juni folgt nun der Jahresrückblick 2025 zu Juli & August. Im Zentrum der beiden Monate standen zum einen zahlreiche Einzelrezensionen, zum anderen aber auch die Vorstellung der neuen Linie von Gravel inklusive Interviews mit zwei Parfümeuren sowie die Präsentation der Kollektion von Commodity.

Üppig blühender Bauerngarten im Hochsommer mit bunten Stauden und sommerlicher Leichtigkeit – Jahresrückblick 2025 Juli & August

Juli 2025

Der Juli begann mit einer kleinen, in sich geschlossenen Serie zur französischen Nischenmarke Sora Dora, die Familiengeschichte und zeitgenössische Parfümerie auf besondere Weise miteinander verbindet. In mehreren Beiträgen habe ich mir Sora Dora genauer angesehen – von der Marke selbst bis hin zu einzelnen Düften, die sehr unterschiedliche Seiten des Hauses zeigen.

Direkt darauf folgte die Rezension zu Velvet Iris von Essential Parfums, einem wunderschönen, cremig-ledrigen und grünlich-erdigen Irisduft, der der edlen Schwertlilie überraschend andersartige Facetten entlockte. Und dann startete der Sommer so richtig durch: Histoire d’Orangers Extrême von L’Artisan Parfumeur, Pomelo Assoluto von Gritti und Isleta von D:SOL MMXVI verwöhnten uns mit sonnigen, mediterran angehauchten Noten, während Sueño Latino von Aedes de Venustas auf besondere Weise die Atmosphäre eines tropischen Regenwalds evozierte.

Ylop von pernoire – eleganter Parfumflakon mit marmoriertem Verschluss und warm schimmerndem Duft in atmosphärischem Licht.
Velvet Iris von Essential Parfums vor violettem Hintergrund, umgeben von blühenden Irisblüten – eleganter Irisduft mit cremig-erdiger Ausstrahlung.
Histoire d’Orangers Extrême von L’Artisan Parfumeur mit frischen Orangen und Orangenblüten – intensiver Orangenblütenduft in warmem Stillleben.
Isleta von D:SOL MMXVI mit Feigenblatt und Feige – sommerlicher Nischenduft mit grünen, mediterranen Facetten.
Sueño Latino von Aedes de Venustas inszeniert mit Papagei, Mango und tropischer Vegetation in dunkler, stimmungsvoller Szenerie.

Danach folgten mehrere Beiträge zur Marke Gravel, einem US-amerikanischen Dufthaus mit außergewöhnlicher Geschichte, das bereits 1957 gegründet wurde.

Matsu Kï von Masakï Matsushïma zeigte sich zum Abschluss des Julis fröhlich, optimistisch und wunderbar sommerlich. Der zitrisch-helle Duft wirkte unbeschwert und lebensfroh, mit mittlerer Präsenz und guter Haltbarkeit – ein unkomplizierter Begleiter für warme Tage, der sofort gute Laune verbreitet.

Flakon von Eau d’Omninance aus der Transcendence Collection von Gravel vor grafisch gemustertem Hintergrund in Rot und Gold.
Masakï Matsushïma Matsu Kï Eau de Parfum in rundem, orangefarbenem Flakon auf weißem Podest mit Mandarine, Himbeeren, weißen Blüten und karamellartigem Akzent vor apricotfarbenem Hintergrund.

August 2025

Schrill und bunt sind die Kreationen von New Notes häufig, und auch mit Mangomina D und Felina bleibt das italienische Nischenduftlabel dieser Linie treu – ein knallig-präsenter Mangoduft trifft hier auf ein gourmandig-würziges, am Kaffee nippendes Rassekätzchen. Herrlich! Direkt im Anschluss folgte Idilìos – so duftet es im Himmel. Das Parfum offenbart aprikosige Osmanthusblüten mit tropischen Kokosakzenten, wirkt transparent, luftig und watteweich – perfekt für den Sommer.

Vanille Carbone von Atelier Materi vereint drei verschiedene Vanillenuancen zu einem mineralisch-hellen und luftig-transparenten Gewürzduft, der unglaublich spannend ist. Wer Vanille in Parfums mag, sollte sich diese Kreation unbedingt merken.

Auch im August war Herbert Stricker Thema im Duft-Tagebuch. Seine olfaktorische Hommage an seine Kindheit in den Bergen Südtirols präsentierte ich im Beitrag Fleur Alpine von The Nose Behind – ebenfalls eine Kreation, die sich dem Thema Vanille widmet, hier in Form der Alpenorchidee Nigritella.

New Notes Parfumflakon mit Leopardenmuster und schwarzem Deckel vor rotem Hintergrund, darüber eine Leopardentatze mit roten Krallen.
Vanille Carbone von Atelier Materi, dunkelblauer Flakon mit hellem Verschluss, umgeben von echten Vanilleschoten auf neutralem Hintergrund.
Idilìos von Rubini, kunstvoll gestalteter Flakon in zartem Blau und Rosé mit sanftem Leuchteffekt vor hellem Hintergrund.
Fleur Alpine von The Nose Behind, dunkelblauer Flakon vor alpiner Bergkulisse mit Edelweiß, Schokolade, Beeren und Blüten.

Tropisch-fruchtig, sommerlich und sonnig wurde es im Anschluss mit Kolada von Kajal Perfumes. Das Extrait de Parfum ist von Piña Colada inspiriert und überraschend luftig und transparent umgesetzt. Wer exotisch anmutende Kreationen bevorzugt, kann sich Kolada für diesen Sommer schon einmal auf die To-try-Liste setzen.

Es blieb fruchtig. Drei fruchtige Sommerdüfte: La Playa, Whipped Cherry & Orange Crush Extrait standen im Fokus der nächsten Rezension. Ob cremig-floral mit Pistazie und Kokos, fruchtig-gourmandig mit saftiger Kirsche oder molekülig-minimalistisch mit spritziger Orange – bei diesen dreien ist sicherlich für jeden ein passender Duft für die wärmere Jahreszeit dabei.

Castley von Parfums de Marly setzte maskuline Akzente: zitrisch-leuchtend im Auftakt, würzig-holzig im Verlauf und stets klar und elegant strukturiert. Ein moderner Freshie mit Tiefe, der Frische, Pfefferwürze und warme Harze gekonnt verbindet – stilvoll, vielseitig und angenehm unkompliziert.

Kajal Kolada Extrait de Parfum auf grün gekachelter Ablage mit Meerblick und Palmenblatt – sommerlich-tropische Inszenierung.
Fugazzi Orange Crush Flakon in einer halbierten Orange platziert – leuchtend-zitrische Duftinszenierung.
Parfums de Marly Castley Flakon in silberner Optik mit stilisiertem Modell in urbaner Schwarz-Weiß-Szene.
Pernoire Anelo Flakon auf gerolltem weißen Seil vor dunklem Holzhintergrund – clean und maritim inszeniert.
Penhaligon’s The Cut Eau de Parfum in der Hand gehalten, mit karierter Schleife und warmem Licht.
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Commodity Milk Flakons mit gerösteten Marshmallows, Holzstücken und Samen – dunkle, minimalistische Duftinszenierung.

Anelo von pernoire zeigte sich als energiegeladener Sommerbegleiter dank spritziger Pomelo, saftiger Ananas und einem Hauch Ingwer, die auf cremig-holzige Wärme treffen. Tropisch, aber nie klebrig, transparent und doch langanhaltend und damit ein idealer Daily-Wear-Kandidat für heiße Tage.

Mit The Cut von Penhaligon’s präsentierte ich euch einen modern interpretierten Fougère. Lavendel, Basilikum und Minze sorgen für einen kühl-krautigen Auftakt, dem ein holziger Ausklang folgt. Elegant, präzise und vielseitig tragbar – ein Duft mit britischem Understatement und Savile-Row-Charakter.

Den Abschluss der August-Beiträge bildete eine kleine Rezensionsreihe zur US-Marke Commodity. Das Label steht für klare Linien, reduziertes Design und die Überzeugung, dass Einfachheit der wahre Luxus ist. Besonders spannend ist das Scent-Space-Konzept, bei dem jeder Duft in drei Intensitätsstufen – Personal, Expressive und Bold – angeboten wird und so unterschiedliche Bedürfnisse in Sachen Präsenz und Ausstrahlung bedient. Hier meine Beiträge:

Wie sich das Duftjahr 2025 im Spätsommer und mit dem ersten Hauch von Herbst weiterentwickelte, erzähle ich im nächsten Teil dieses Rückblicks mit September und Oktober.

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Julia Biró Verfasst von:

Bereits 2010 gingen so einige Blogbeiträge auf mein Konto. Dann war ich „kurz“ weg – sechs Jahre. Umso mehr freut es mich, dass ich nun wieder die Chance bekomme, mein Näschen im Dienste der Duftrezension schnuppern zu lassen und eifrig in die Tasten zu hauen. Was Nischendüfte angeht, habe ich damals übrigens schnell Feuer gefangen. Meine Ausbildung tat dazu ihr Übriges: Als diplomierte Biologin kenne ich mich nicht nur mit Fauna und Flora, sondern auch recht gut mit der Herstellung von Ölen und Extrakten aus, was den Reiz der Parfumwelt natürlich noch größer macht.

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