Die restliche Kollektion von Atelier des Ors …

… möchte ich Euch heute vorstellen – ein paar Tage zu spät, eigentlich war dieser Artikel schon für Weihnachten geplant. Der Weihnachts-Essen/Besuche/Gedöns-Stress hat mir da einen schönen Strich durch die Rechnung gemacht – danach war der Akku alle, sprich: Ich lag fiebernd darnieder. Kennt Ihr das? Eine ganze Zeit lauft Ihr auf Hochtouren – und danach bretzelt es Euch einfach hin, wieder Schwabe so schön sagt?

Pünktlich zum Wochenbeginn kann ich aber wieder aufrecht sitzen und, ganz wichtig, düfteln. So gibt es heute noch die anderen drei Schönheiten aus der Atelier des Ors-Kollektion, die letzte Woche bereits so fulminant gestartet war. Beginnen wir am besten gleich mit meinem zweiten Liebling nach Cuir Sacré, mit Lune Féline:

lune_f_line_2 „Lune Féline von Atelier Des Ors strahlt wie ein Stern – unwiderstehlich verströmt er seine Verführungskraft mit seinen Noten aus Vanille und Süßigkeiten. Mit Moschus und dunklen, animalischen Noten berauscht er wie eine Versuchung.

Der Duft beginnt mit lebendigen Akkorden aus warmen Gewürzen wie Zimt, Kardamom und Rosa Pfeffer, welche mit intensiven und kostbaren Harzen und Hölzern im Herzen verschmelzen. Ein dunkler und animalischer Duft, der auf Vanilleschoten und sinnlichen Blüten basiert, warm unterlegt von balsamischen und moschuslastigen Akkorden … und im Gefolge des Sterns ein Schweif aus köstlich süßen Noten.“

Lune Féline, alleine der Name erinnert mich schon an einen anderen Duft, der auch auf Katzen verweist im Namen und mir nicht nur deshalb sehr gut gefällt – Parfumerie Générales Félanilla. Lune Féline hat ebenfalls Katze und Vanille zum Thema und wird diesem überaus gerecht: Es ist eine Vanille, ja, aber was für eine! Eine animalische Vanille, eine erotische. Ein Raubkätzchen mit samtweichem Fell und Krallen. Vanille, cremig, würzig, pudrig und gleichzeitig auch milchig nebst Anmutungen der zugehörigen Orchideenblüten. Den Zimt nehme ich nur subtil wahr im Rahmen der Pudrigkeit, er hat darüber hinaus seinen Anteil an der leisen Schärfe, die die Wehrhaftigkeit unseres Kätzchens erahnen lässt. Rosa Pfeffer tut hier ebenfalls sein Übriges und dann sind da noch diese anderen Noten, jene animalischen Facetten … Rauchigkeit nehme ich wahr genauso wie Leder, darüber hinaus Anklänge von, ja, warmem Fell – und ich als passionierter Katzenbesitzer und Dosenöffner weiß, wovon ich da spreche 😉 Lune Féline ist ein Gourmand für Erwachsene, ein erotischer, sinnlicher Duft – meilenweit entfernt von all jenen pappsüß-klebrigen Düften, die sich gerne mal mit Zielgruppe Teenager oder Wanna-Be-Lookalike auf dem Gourmandmarkt tummeln und in mir das Grausen wecken, das mich sonst nur bei billigen Plompenziehern überkommt.

Cat

Larmes du Désert, unser zweiter Kandidat, trägt einen überaus poetischen Namen:

larmes_du_d_sert_2 „Atelier Des Ors’ Larmes du Désert – Tränen der Wüste – stehen für Erinnerungen, die vergessen geglaubt durch die Kraft der Essenzen ihre Auferstehung erleben. Ein heiliges, unauslöschliches Feuer brennt und die Magie der Rauchopfer zieht alles in ihren Bann. Eine Hommage an die Ambra und den Weihrauch des Mittleren Ostens, eine Verbeugung vor dem Geburtsort der Parfümerie.

Gold, Myrrhe und Weihrauch verleihen diesem wunderbar gemachten und wohltönenden Duft einen Hauch des Göttlichen. Ein himmlischer Nektar, der die Sinnlichkeit noblen Ambers und magischer Myrrhe mit der geheimnisvollen Würze von Weihrauch zu verbinden weiß. Elemiharz, Zypresse, aber auch Patchouli und Zedernholz befeuern den Zauber des Augenblicks – wenn Harze und Hölzer zur heiligen Sprache unserer Worte und Wünsche werden, zur Zwiesprache mit dem Ewigen und Göttlichen.“

Die Tränen der Wüste – dahinter können sich eigentlich nur Harze, rauchige verbergen, oder? Nicht ganz, aber fast – die Noten: Kopfnote: Elemiharz, Weihrauch, Zypresse; Herznote: Patchouli, Guajakholz, Zedernholz; Basisnote: Zitrische Noten, Benzoeharz, Hölzer.

Ooooh ja, ein Harzling! Und zwar einer der besonderen, der besonders schönen Sorte: Oftmals sind mir Harzdüfte zu trocken und/oder zu süß. Larmes du Désert oszilliert zwischen den Polen und bindet deren ganze Umgebung mit ein: Trockene Hitze und Kühle, harzgetränkt-feuchte. Ein opulenter, dicht gewebter Duftteppich, der in allen nur erdenklichen Erdfarben schimmert und schillert, von dunkelgrünen Fäden durchzogen. Kostbares, wunderbare weiches und warmes Guajakholz mit der ihm eigenen Süße betört, während Zedernholz Ernsthaftigkeit suggeriert. Ein paar zitrische Sternchen beleuchten das ganze Geschehen, während die Trockenheit der Hölzer auch ihre Harze offenbart: Rare, dunkelbraune Köstlichkeiten, balsamisch duftend und nach Nadeln der Bäume, frisch zwischen den Fingern zerrieben. Weihrauch hüllt in majestätischen Rauch, während Patchouli einmal mehr Bodenhaftung und Volumen spendiert, erdig-kakaopudrig sich zeigend.

"Sundowner" at Spitzkoppe, Namibia

h_neidhardt „Sundowner at Spitzkoppe, Namibia“ via Flickr – CC BY 2.0

Ja, ich denke, diese Wüstenprinzessin wird ihre Verehrer finden. Zumal ich mir gar nicht sicher bin, ob es nicht ein Wüstenprinz ist? In jedem Fall ist Larmes du Désert für beide Geschlechter gleichermaßen geeignet und verbreitet ein solch behagliches, beschützendes Gefühl, dass ich mich umgehend auf dem Sofa in meiner Kuscheldecke lang machen könnte 😉

Eine Rose darf natürlich in keiner Duftkollektion fehlen – et voilà, der vorerst letzte Duft aus dem Hause Atelier des Ors, Rose Omeyyade:

rose_omeyyade_1 Rose Omeyyade von Atelier Des Ors zeigt eine Blüte in all ihrer Zartheit, eine Rose mit ihren sinnlichen Blütenblättern – und all dies im Reich der Umayyaden, im magischen Orient. So gibt man sich willig den Freuden der Sinne hin – auf einem Bett aus duftenden Hölzern.

Ein intensiver und betörend samtiger Duft, welcher von der kostbaren wie faszinierenden Damaszener-Rose inspiriert wurde. Diese schmückt sich mit pikantem Rosa Pfeffer und einer fruchtigen Himbeernote. Holzige und ledrige Akkorde kennzeichnen diese einzigartige, elegante und sinnliche Kreation: Guajakholz wurde mit Patchouli verstärkt und mit braunem Zucker bestreut, Sandelholz, Ambra und etwas Oud lassen die tiefen Sehnsüchte einer geheimnisvollen Seele erahnen.

Meine Güte, viel falsch laufen konnte da aber auch wirklich nicht … Bisher brillierte Atelier des Ors mit sehr schönen Düften, das trifft auch auf Rose Omeyyade zu. Dann – eine Rose, eine Damaszenerose, und die in Verbindung mit luftig-leichten Himbeernoten, einer feinen, fruchtig-jungen Süße, die kokett der opulenten, ausladenden Rosenmajestät schmeichelt, die darüber hinaus von Guajakholz, dem warmen, balsamischen, wunderschönen gestärkt wird. Dazu noch Lederanmutungen, ein Hauch (wirklich: nur ein Hauch, versprochen!) Oud für die Tiefe, Anklänge von Kakaopuder und karamellisiertem Zucker, Erde und Ambra – Ihr ahnt es schon: Rose Omeyyade ist herrlich. Und könnte so auch bei Amouage im Portfolio sein.

A rose amongst darkness

Cook24v „A rose amongst darkness“ via Flickr – CC BY-ND 2.0

Ich bin durchweg angetan – und habe leider, leider schon wieder einige Kandidaten für den Dauertest, man weiß ja nie, was noch hier einziehen muss? Doch, Ihr werdet es bald wissen – und zwar an Silvester in meinem Jahresabschlussartikel 😉

Ganz viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Ulrike Knöll Verfasst von:

Meine Liebe gilt seit jeher dem Ästhetischen: Mir geht das Herz auf bei jeglichen Dingen, die durch Form, Funktionalität, Design und Herzblut zu überzeugen wissen. Und wenn dann noch ein Quäntchen Historie dazu kommt, ist es meist ganz um mich geschehen … Ich bin der Nischenparfümerie mit Haut und Haaren verfallen und immer auf der Suche nach dem – oder vielmehr: einem – neuen heiligen Gral. Diese Suche sowie mein ganzes Interesse und meine Begeisterung möchte ich gerne mit Euch teilen!

2 Kommentare

  1. Ute
    28. Dezember 2015
    Antworten

    Liebe Ulrike,

    danke für wieder wundervollen duftenden Bericht. Du hast soviel
    Freude mit Deinen Beschreibungen gebracht – entlang 2015.

    Hoffe sehr, dass Deine Gesundheit Dir den Rest von 2015 und dann
    das ganze Jahr 2016 sehr treu zur Seite steht. War selbst gebeutelt
    mit sehr Unschönem, aber immer haben mir die Päckchen von
    Aus Liebe zum Duft den Zauber, die Freude ins Haus gebracht.

    An die neue Präsentation der Website muss ich mich noch gewöhnen,
    bin aber sehr froh, dass der Schriftfont vom Duft Tagebuch der alte
    geblieben ist, da der Font der neuen Website für Menschen mit
    Augen-Problemen nicht so ganz einfach zu lesen ist, da sehr fein und klein.

    Ich wünsche Dir und dem ALzD Team einen guten Start in ein
    wundervolles, gesundes, friedliches und echt duftes Jahr 2016.

    Ute

  2. Harmen Biró
    29. Dezember 2015
    Antworten

    Hallo Ute,
    vielen Dank für die Anregung. Wir arbeiten noch an der Optimierung der Schriftdarstellung. Es soll ja alles sehr gut lesbar sein! 🙂
    Liebe Grüße
    Harmen

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