Einen Mojito und dazu Heavy Metal

Parfumerie Générales Collection Croisière wurden jüngst um zwei weitere Düfte ergänzt: „Mojito Chypre“ und „Métal Hurlant“. Damit haben wir sechs von acht geplanten Düften auf der Uhr, „Foudre“ und „Rivages Noirs“ werden die Kollektion dann irgendwann abschließen.

Wer es noch einmal nachlesen möchte, „Entre Ciel et Mer“ und „Jangala“ habe ich mir in diesem Artikel angeschaut, „Long Courrier“ und „Paris Seychelles“ in diesem.

Einen Mojito Chypre, bitte

mojito-chypre Der Sommer zeigt uns gerade seine Rückseite und wenn wir ehrlich sind, ist trotz einiger sonniger Tage der Herbst schon da. Aber gerade in der kalten Jahreszeit sollte man sein Immunsystem auf Trab bringen und wie geht das besser als mit Vitamin C, wie man es in Limetten findet. Ihr seht schon, das Ganze hier läuft einen Gesundheitstipp Format Taschenspielertrick heraus, ach was solls, ein Mojito ist einfach immer eine leckere Sache und wenn man Lust darauf hat, hinter die Binde damit.

Pierre Guillaume hatte bei dieser Kreation die legendären Strandpartys von Ibiza im Sinn, verband aber diese Idee mit einer traditionellen Duftfamilie, den Chypredüften. Nein, liebe Freunde, das riecht dann am Ende nicht nach Seniorengymnastik im Hallenbad, glaubt es mir, der Duft ist trotz Chypre durchaus modern ausgefallen.

Ein Mojito enthält Limetten bzw. Limettensaft, Rum, Rohrzucker und Sodawasser – diese Ingredienzen sind im Grunde auch in „Chypre Mojito“ sofort wahrnehmbar. Hinzu kommt eine ganz überraschende quietschige, sagen wir einmal so, nicht ganz natürlich duftende Erdbeernote (kennt Ihr noch die Erdbeerkaugummis?), die sich dann aber überraschend gut mit der frischen Minze verträgt. So weit, so Mojito. Als Chypre outet sich der Duft erst später, aber die Kopfnoten dürfen durchaus als Teil des Chypreakkords verstanden werden, der im Kopf ja klassischerweise auf Zitrusfrüchten, hier Limette, basiert.

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Das Herz mit Patchouli, Vetiver und Labdanum sowie die Basis mit Vanille und Eichenmoos bekennen sich dann vollkommen zum Chyprethema, aber bleiben trotzdem erstaunlich dezent. Die Erdbeere hat eine hohe Haltbarkeit auf meiner Haut, Patchouli und Eichenmoos bleiben handzahm, Vetiver ist eigentlich kaum auszumachen. Wie die anderen Düfte der Collection Croisière bewahrt sich auch „Mojito Chypre“ eine Leichtigkeit, er ist übrigens definitiv kein aquatischer Duft. Ihm gelingt es, das oftmals heftig ausgeführte Chyprethema leicht und sommerlich umzusetzen, was ich mir schon schwierig genug vorstelle. Nostalgisch oder antiquiert ist hier überhaupt gar nichts. Nach meinem persönlichen Geschmack wäre die Erdbeere nicht nötig gewesen, da sie bei mir leider so haltbar ist, fällt der Duft für mich durch. Schade, denn ein Mojito ist das für mich das Höchste der Gefühle, wenn es um Longdrinks geht. Wer das synthetische Früchtchen mag, wird den Duft feiern, am Strand in Ibiza oder im heimischen Badezimmer. 🙂

Die Duftkomposition
Kopfnote: Limette, Minze, Erdbeere, Rum
Herznote: Patchouli, Vetiver, Labdanum (Zistrose)
Basisnote: Vanille, Eichenmoos

Métal Hurlant – Röhrendes Metall

Moschus, Leder und Benzin – „Métal Hurlant“ hat mich sofort neugierig gemacht. Ich gehörige zwar nicht zur zweirädrigen Zunft, aber ein schöner Lederduft mit metallischen Benzinnoten, das wäre doch mal etwas anderes. Métal hurlant war übrigens auch der Titel einer französischen Comic-Serie und ist das französische Pendant des Begriffs „Heavy Metal“.

Ein duftender Motorrad-Trip durch die USA, natürlich entlang der legendären Route 66.

Mit „Metal Hurlant“ aus der Collection Croisière von Parfumerie Générale geben Sie mit Ihrer Harley Vollgas auf dem Asphalt. Der Duft von Chrom, einer frisch lackierten Stahlkarosserie und Gummi vermischt sich mit Benzin und Leder im heißen Wind von Arizona. Dieses „aerodynamische“ Leder wird von animalischem und sinnlichem Moschus elektrisiert und zaubert selbst jedem bärtigen und tätowierten Biker ein breites Grinsen hinter die Ray-Ban-Brille. „Heavy Metal Thunder“ für alle, die „Born to be Wild“ sind!

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Yeehaa, das klingt jedenfalls nach Späßchen und da wird die liebe Uli vermutlich auch an die Sons of Anarchy denken müssen, die Begeisterung für diese tolle Biker-Serie teilen wir nämlich – mit dem wunderbaren Ron Perlman, Katey Sagal (auch bekannt als Peggy Bundy in „Eine schrecklich nette Familie“) sowie mit einer besonders witzigen Nebenrolle von Walton Goggins. Wie dem auch sei, „Métal Hurlant“ ist ein sehr, sehr geiles Teil. Ein Duftverlauf, Fehlanzeige, wir fahren einfach geradeaus. Sofort ist eine luftige, kühle, ozonische Note da, die von einer durchaus mutigen, ledrigen Benzinnote kontrastiert wird, in der meiner Meinung nach auch ein ordentlicher Schwung Patchouli enthalten ist. Wie gesagt, ich bin kein Motorradfahrer, aber genau so stelle ich mir das vor. Auf dem geliebten Hobel die Route 66 runterknattern, der Geruch von Benzin und heißen Schmierstoffen, die Lederkutte sitzt und der Fahrtwind pfeift durch die Nüstern. Passt solch ein Duft überhaupt in die Collection Croisière? Die luftige Note ist gewissermaßen die Eintrittskarte. Klasse, wirklich toll!

Ich hoffe, ich konnte Euch zwei überaus interessante Düfte näherbringen!

Liebe Grüße
Harmen

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Hallo, ich heiße Harmen, war bis vor Kurzem irgendwas­unddreißig und habe immer die Nase im Wind, um Duftschätze für Euch zu finden und hier vorzustellen. Selbst bevorzuge ich feine Lederdüfte oder Gewürzkompositionen, ohne mich da aber festzulegen. Warum auch? Es gibt ständig so viel Neues in der Welt der Düfte zu entdecken. → BIRÓ

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