Parfumerie Générales Collection Croisière: heute „Entre Ciel et Mer“ und „Jangala“

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Wir hatten die Collection Croisière von Parfumerie Générale bereits in unserem Newsletter, Uli hat in ihrem Messebericht von der Esxence schon eine Vorschau gegeben, aber eine genauere Besprechung steht bis jetzt noch aus. Vier der insgesamt acht Düfte sind bereits erhältlich: „Entre Ciel et Mer“, „Jangala“, „Long Courrier“, „Paris Seychelles“.

Nach eigener Aussage widmet sich Pierre Guillaume von nun an weniger den monothematischen Duftkompositionen, sondern knöpft sich weiter gefasste Gegenstände seines Duftschaffens vor. Und weil er vermutlich Herausforderungen liebt, darf es auch gleich das Genre der aquatischen Düfte sein. Ich habe es schon hier und da erwähnt, natürlich habe ich früher auch Pierre Bourdons „Cool Water“ für Davidoff getragen und das über Jahre. Heute hat man das Gefühl, dass die aquatischen Düfte ihre beste Zeit lange hinter sich gelassen haben und auf der Stufe des Sportduschgels und entsetzlicher Drogeriedüfte für Herren angekommen sind. Ganz ehrlich, ich brauche sie nicht mehr. Da nun aber alle die Wiederauferstehung dieses Genres durch die neue Collection Croisière so gefeiert haben, werde ich trotz allem ganz unvoreingenommen meine Nase ausstrecken.

Weit entfernt davon, einfach nur salzig duftende Moleküle aneinanderzureihen, erforscht die Croisière Collection die Weite der Räume, die ungezähmte Wildnis und entlegenen Landschaften, die es zu entdecken gilt. Sie zelebriert das Meer, ferne Inseln, den Dschungel und vor allem … die Bewegung.

Mit diesem weit gefassten Ansatz kann ich mir das dann doch auch problemlos vorstellen.

Entre Ciel et Mer – im Dufthimmel

entre ciel et mer … „zwischen Himmel und Meer“ … das könnte auch das Motto eines Segelclubs sein oder aber die Stellenbeschreibung eines Sportfliegers. Der Duft wird als kühl und vom Wind geformt beschrieben und tatsächlich eröffnen sich auf den ersten Riecher frische, ozonisch-luftige und helle Töne. Charmant finde ich besonders die deutliche Birnennote im Auftakt, aber auch grüne Pflanzensaft- und Blättertöne sowie maritime Noten stellen sich erwartungsgemäß ein, unterlegt von einer clean anmutenden hellholzigen Cremigkeit. Keine meiner Befürchtungen hat sich erfüllt, ganz im Gegenteil. Hier schwappen nicht die Wässerchen der 90er durchs Bild, nein, mit „Entre Ciel et Mer“ entstand ein frischer Unisexduft (vielleicht mit Tendenz zum Herrenduft), der das Aquatische auf eine ganz neue Weise darstellt, in drei Worten: fruchtig, luftig, cremig.

Die Duftnoten
Kopfnote: Maritime Noten, Lavendel, Birne, Thymian
Herznote: Algen, Flechte, Ambra
Basisnote: Zedernholz, Moos, Sandelholz

Twelve Apostles Helicopter Flight
Harris Walker: „Twelve Apostles Helicopter Flight“ via flickr (CC BY 2.0)

Jangala – Im indonesischen Dschungel

jangala_2 „Jangala“ ist tatsächlich das Wort auf Sanskrit, von dem sich „jungle“ und „Dschungel“ ableitet. In der Ausgangssprache bezeichnet es eher eine Ödnis, ein trockenes und unfruchtbares Land. Die Briten haben es dann vermutlich den undurchdringlichen Wäldern zugeordnet. Bei „Jangala“ bin ich mir gar nicht sicher, ob er überhaupt noch in die Schublade „aquatische Düfte“ hineinpasst. Es geht mit grünen, minzigen Eukalyptusnoten sowie Kardamomfrische los – und dabei kommt der Eukalyptus wirklich deutlich zur Geltung. Dieser Duft ist schon etwas schwieriger zu beschreiben. Direkt verläuft er in die Herznoten, Kräuter und Ingwer sind hier angegeben, die sich in die vorangehenden Noten bestens einfügen. Bei dem Ingwer handelt es sich um eine ganz besondere Sorte, nämlich um die süßen Blüten des nicht essbaren Kahili-Ingwers. Und dann kommt die schräge Seite von „Jangala“, Sandelholz und vor allem Kokosnuss geben dem Duft eine unerwartete Wendung. Geht Kokosnuss auch anders als süß und gourmandig? Ich sage ja. Wer schon einmal eine echte Kokosnuss gegessen hat – sie also nicht nur vom bekannten Schokoriegel kennt –, weiß, dass Kokosnuss an und für sich nicht unbedingt sehr süß, sondern auch ein bisschen wässrig und faserig und eben typisch nach Kokos schmeckt. 🙂 Am Ende des Duftverlaufs finden sich außerdem noch ozonische Noten, die den Duft mit einer gewissen Leichtigkeit und Transparenz durchwehen, feine Hölzer bilden den Abschluss.

Die Duftnoten
Kopfnote: Eukalyptus, Kardamom, Rosenholz
Herznote: Kräuter, Ingwer
Basisnote: Sandelholz, Kokosnuss, Vetiver, Ozonische Noten

Beide Düften stellen auf ihre ganz eigene Art und Weise das Thema der aquatischen Düfte dar. „Entre Ciel et Mer“ als „klassischere“ Variante, die Luft, Wind und Meer aufgreift und damit die bekannten maritimen Düfte auf ganz eigene Art und Weise fortsetzt. „Jangala“ finde ich noch eine Spur mutiger. Auch wenn ich dem Dschungelbild nicht ganz folgen kann, verstehe ich durchaus, was gemeint ist: auch der feuchtwarme Dunst des Regenwaldes ist ja nichts anderes als Wasser, wo wir wieder beim Adjektiv „aquatisch“ wären.

Ihr seht schon, ich bin positiv überrascht und vermelde hiermit die Rückkehr der aquatischen Düfte in der Königsklasse der Nischendüfte. „Long Courrier“ und „Paris Seychelles“ sollen dies morgen unterstreichen.

Liebe Grüße von
Harmen

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Harmen Biró Verfasst von:

Hallo, ich heiße Harmen, war bis vor Kurzem irgendwas­unddreißig und habe immer die Nase im Wind, um Duftschätze für Euch zu finden und hier vorzustellen. Selbst bevorzuge ich feine Lederdüfte oder Gewürzkompositionen, ohne mich da aber festzulegen. Warum auch? Es gibt ständig so viel Neues in der Welt der Düfte zu entdecken. → BIRÓ

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