Arm, aber …

… sexy? Ob letzteres für mich gilt, das müssen andere beantworten. Ersteres ist aber auf jeden Fall zutreffend nach meiner Stippvisite in der deutschen Hauptstadt. Es färbt eben ab – vor allem angesichts des immer noch laufenden Sommerschlussverkaufs und der vielen anderen Möglichkeiten, die Inhalte der eigenen Brieftasche wirtschaftsfördernd unter das Volk zu bringen. Ich habe mein Bestes gegeben 😉

Berlin skyline

Alexander Cahlenstein „Berlin Skyline“ – via Flickr – CC BY 2.0

Ein paar Tage Hochsommer, der ruhig ein paar Grad kälter hätte sein dürfen, in Berlin, und zwar mit der besten Freundin – was will man mehr? Und was habe ich für ein Projekt daraus gemacht davor, bis wir gebucht hatten – aber es hat sich gelohnt. Bahnfahren zum Schnäppchenpreis: Ich wusste ja bis vor kurzem nicht, dass die Bahn über einige Busreisenportale ebenfalls Tickets verkauft – zum deutlich günstigeren Preis als auf ihrer eigenen Webseite. Bucht man dann aber weniger als sieben Tage im voraus, gibt es nochmals Ermäßigung. Und somit konnten wir zum Spottpreis fahren: 150 Euro inklusive Sitzplatzreservierung hin und zurück, einmal von Stuttgart aus und einmal vom Pott aus – da kann man wirklich gar nichts sagen, zumal die Tickets normalerweise gut und gerne um die 550 Euro kosten. Wer also diesen Trick noch nicht kennt – Fernbusportale abklappern, meine Lieben!

Unser Hotel war diesmal im Westen: Nachdem wir uns das letzte Mal für das wirklich wunderschöne Mandala Suites entschieden hatten, war diesmal das Sofitel am Kudamm dran. Und wir haben es nicht bereut: Riesige Zimmer mit über 40qm, große Bäder mit tollen Kosmetikartikeln und ein Frühstück, meine Lieben, ich sage Euch …! Hermès Eau d’Orange Verte macht sich prima im Sommer – ich hatte den Duft irgendwie völlig verdrängt. Ansonsten gab es noch Les Notes de Lanvin in der Sorte Vetyver Blanc. Mir war die Serie gänzlich unbekannt bisher: Es war wohl Lanvins Versuch, in den exklusiven Bereich vorzudringen – Ihr wisst schon, genauso wie Armani mit der Privée-Kollektion, Dior mit seiner Collection Privée und so weiter und so fort. Bei Lanvin augenscheinlich nicht mit Erfolg gekrönt – die Düfte sind alle nicht mehr erhältlich. Einzige Ausnahme, wie ich recherchiert habe: Vetyver Blanc, und zwar ausschließlich als Kosmetik/Pflegelinie. So, wie es aussieht, gibt es diese auch nur in Hotels und Co. und nicht auf dem normalen Markt – schade eigentlich, mir haben die Pflegeprodukte sehr gut gefallen.

Sehr empfehlenswert ist ein Besuch der Unterwelten Berlins: Der gleichnamige Verein bietet verschiedene – sehr nachgefragte! – Touren an:

„Erleben Sie Berliner Stadtgeschichte aus einer ungewöhnlichen Perspektive! Der Berliner Unterwelten e.V. bietet seit 1999 regelmäßige Führungen durch unterirdische Bauwerke an. Verkehrsgünstig gelegen, haben wir insbesondere rund um den Regional- und Fernbahnhof Gesundbrunnen, aber auch an anderen Stellen in der Stadt, mehrere Touren für Sie zusammengestellt, die durch geheimnisumwitterte und lange Zeit in Vergessenheit geratene Bunker- und Verkehrsanlagen des Berliner Untergrunds führen. Herzlich willkommen in der Berliner Unterwelt!“

Thematisiert wird Verschiedenes: Der 2. Weltkrieg, der kalte Krieg, die (Technik)Geschichte Berlins sowie die Fluchttunnel von Berlin nach Berlin. Wir haben uns für die „Dunkle Welten“ entschieden, eine Tour durch die Bunkeranlage aus dem 2. Weltkrieg am U-Bahnhof Gesundbrunnen. Sehr sehr sehenswert, unter anderem auch dank dem exzellenten Tourguide. Eine dringende Empfehlung, meine Lieben!

Ein Besuch im Bikini Berlin durfte selbstredend auch nicht fehlen – die unkonventionelle Mall mit Jungdesignern und vielem mehr, unter anderem auch Kusmi Tee (mmmhhh …) ist wirklich sehenswert. Abends ein Abstecher in das direkt nebenan gelegene und überaus schöne sowie stylische 25 Hours-Hotel, genauer: In dessen Restaurant und Bar, beide über den Wolken gelegen, oder vielmehr im 10. Stock, was eine grandiose Sicht über Berlin beschert.

Das Restaurant Neni zeichnet sich durch eine gekonnte, extrem leckere Küche aus mit einem schönen Konzept dahinter

„Das NENI Berlin ist ein kulinarisches Mosaik aus persischen, russischen, arabischen, marokkanischen, israelischen, türkischen, spanischen, deutschen und österreichischen Einflüssen. Das Konzept von Haya Molcho lebt vom Teilen und gemeinsam Erleben der Gerichte. Im 10. Stock genießt man die vielfältige Küche und den Panoramablick über Berlin und den Zoo.“

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Bildquelle: Neni Restaurant/Stephan Lemke for 25 Hours Hotel – all rights reserved.

Im Neni kommt zusammen, was zusammen gehört: Essen und Kommunikation. Ich könnte mich jetzt ganz fürchterlich darüber auslassen, was an Esskultur hierzulande heutzutage verloren gegangen und dass das für mich dem Untergang des Abendlandes gleichkommt, früher alles besser war und so weiter … Tue es aber nicht. Oder nur ganz wenig. Denn ich empfinde es wirklich so: Zusammen essen, gerne länger, am Tisch sitzen, es sich gut gehen lassen und Gespräche führen, Lachen, sich austauschen und selbiges gerne auch mit dem Essen praktizieren – ich liebe es. Im Neni wird Teilen großgeschrieben: Am besten und schönsten isst man da, wenn man sich den Tisch mit vielen kleinen und großen Tellern füllen lässt und gemeinsam genießt. So haben wir das auch gemacht – und hatten ein gar wunderbares Mahl dort.

Der Weg in die benachbarte Monkey Bar für einen Absacker ist nicht weit – einmal über den Flur bitte, mit sympathisch- offenem Blick in die Neni-Küche. Die Monkey-Bar brilliert selbstredend mit ihrer wortwörtlich himmlischen Lage, darüber hinaus aber mit ihrem Design, ihrer Einrichtung und nicht zuletzt auch mit ihrer Karte: Ausgefallene und sehr leckere Cocktails und eine erlesene Auswahl an Alkoholika (Gin- und Whiskey-Freunde wie ich kommen auf ihre Kosten!). Ich war schon einmal dort, und zwar anlässlich der Daimler-Einladung zur Präsentation ihres Air Balance Pakets, ich hatte davon berichtet – seht hier. Tagsüber schon ein Erlebnis überzeugte die Monkey Bar selbstverständlich auch am Abend.

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Bildquelle: Monkey Bar/Stephan Lemke for 25 Hours Hotel – all rights reserved.

Ebenfalls eine sehr schöne Angelegenheit muss die Fragrance Bar im Ritz Carlton sein, ich glaube, ich hatte sie schon einmal erwähnt? Ein tolles Konzept: Düfte – nachgestellt als Cocktails. Es erwarten einen dort Mainstreamer genauso wie Nischendüfte, die Karte ist wechselnd, liest sich unglaublich lecker und muss es wohl auch sein, wie mir unter anderem Marc vom Ende bestätigte. Hier könnt Ihr sie nachlesen – und hier findet sich ein netter Artikel darüber. Leider hat es auch diesmal nicht geklappt – wir wollten einigermaßen ausgeruht am Donnerstag früh abreisen, das kollidierte mit den Öffnungszeiten der Fragrance Bar 😉

Wieder nicht? Ja, wieder nicht – ich war nämlich im April bereits ein paar Tage in Berlin, wie ich in einem Artikel angekündigt hatte, seht hier. Und habe selbstredend sowohl damals als auch dieses Mal die duftenden Must-See-Locations frequentiert, von denen ich Euch sehr gerne erzählen mag.

Bei Frau Toni in der Nähe des Checkpoint Charlie haben wir schon das letzte Mal Station gemacht – die Geschichte hinter dem schönen Laden lässt sich hier nachlesen. Minimalistisch-cleanes Design und viele, viele riesige Flaschen, an deren Stöpseln man schnuppern kann, um sich hernach das gewünschte Parfum in der gewünschten Größe abfüllen zu lassen. Eine tolle Idee, die selbstredend auch richtig gut funktioniert. Ich hätte schon damals gerne über Frau Toni geschrieben, hatte mich auch im Shop diesbezüglich erkundigt – allerdings war das Interesse nicht allzu ausufernd, als ich mein Anliegen vorbrachte. Gut, Blogger gibt es viele, die unter ferner liefen in den Untiefen des Internets unterwegs sind. Allerdings schreibe ich das Dufttagebuch nun schon seit über sieben Jahren und mit unseren Inhalten dürften wir mittlerweile das größte deutsche Duftblog sein … ich finde, dass man uns kennen kann, wenn man mit Düften zu tun hat 🙂 Egal.

Ohne Pröbchen kein Artikel, meine zwei Düfte, die ich bei Frau Toni erworben habe, hätten einen solchen nicht gefüllt. Nun, dann war da noch Harry Lehmann, der letztes Mal in Berlin quasi hinten runter gefallen ist mangels Zeit – und nachdem ich mich mit dieser kleinen, aber feinen Parfumerie nach dem Urlaub im April beschäftigt habe, hat es mir wirklich leid getan: Alle Düfte von Frau Toni stammen nähmlich aus dem Hause Harry Lehmann.

Der Besuch dort musste also dringend nachgeholt werden, auch und gerade weil die Parfumerie Harry Lehmann ein absoluter Anachronismus ist und dort die Zeit stehen geblieben zu sein scheint … Dazu aber morgen mehr, meine Lieben – es wird spannend, ich verspreche es!

Viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Meine Liebe galt schon seit je her dem Ästhetischen: So geht mir das Herz auf bei jeglichen Dingen, die durch Form, Funktionalität, Design und Herzblut zu überzeugen wissen. Und wenn dann noch ein Quäntchen Historie dazu kommt, ist es meist ganz um mich geschehen … Ich bin der Nischenparfümerie mit Haut und Haaren verfallen und seitdem immer auf der Suche nach dem oder vielmehr: einem neuen heiligen Gral. Diese Suche sowie mein ganzes Interesse, meine Begeisterung möchte ich gerne mit Euch teilen!

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