Alles neu…

bringt, nicht macht der Mai in diesem Falle: Es gibt schon wieder Neues zu berichten von Düften, die alsbald des einen oder anderen Herz erfreuen werden.

Madame Mecheri, die ubiquitäre Wahlkalifornierin, zeigt sich wie eh und je als emsig-fleißige Arbeitsbiene und hat schon wieder zwei neue Düfte in petto: Camellia und Paradise Lost. Über Camellia steht zu lesen: „A velvety floral bouquet that reveals all the delicacy of the Japanese camellias. An expression of pure femininity.” Die Noten sind angegeben mit Kamelie, weißem Tee, Pflaume, Magnolie, Hölzern und Ambra. Paradise Lost, das verlorene Paradies, wird Folgendes nachgesagt: „Free spirit creatures, flower children and mystics altogether celebrating the enlightenment of life. A get-away to the sun infused Goa beaches in India. Feminine.” Die Ingredienzen: Limette, Bergamotte, Jasmin, Tuberose, Sandelholz, Bourbon-Vanille und Moschus.

Bleiben wir weiter in den USA: Le Labo, eines meiner Lieblingshäuser, haben sich lange, lange bitten lassen. Jetzt endlich wurden die vielen Fans erhört: Le Labo lanciert einen Sandelholzduft, der auf der äußerst beliebten Sandelholzkerze des Hauses basiert – Santal 33, welcher der Phiole von Frank Voelkl (Le Labo Baie Rose 26, Le Labo Iris 39, Le Labo Musc 25, u.a. Chantecaille, Marc Jacobs, Kenneth Cole etc.) entspringt. Die Noten: Sandelholz, Kardamom, Virginia-Zedernholz, Veilchen, Papyrus, Gewürze, Leder, Ambra und Moschus. Mir gefällt ja der zugehörige Pressetext sehr, hört er sich doch vielversprechend an:

„Do you remember the old Marlboro ads? A man and his horse in front of the fire on a great plain under tall, blue evening skies – A defining image of the spirit of the American West with all it implied about masculinity and personal freedom.

This man, firelight in his face, leaning on the worn leather saddle, alone with the desert wind, an icon so powerful that every man wanted to be him and every woman wanted to have him…

From this memory is born SANTAL 33: the ambition to create an olfactive form inspired by the great American myth still a source of fantasy for the rest of the world…

A perfume that touches the sensual universality of this icon… that would intoxicate a man as much as a woman… that introduces our use of cardamom, iris, violet, ambrox which crackle in the formula and bring to this smoking wood alloy (Australian sandalwood, papyrus, cedarwood) some spicy, leathery, musky notes, and gives this perfume its unisex signature and addictive comfort.

Here are, in a few words, what SANTAL 33 is… An open fire… The soft drift of smoke… Where sensuality rises after the light has gone.“

Wagen wir jetzt einmal einen Sprung von den Staaten nach Europa, wo auch jede Menge frischer Wind weht.

Die Italiener von Carthusia huldigen einmal mehr der Damenwelt: Carthusia Lady heißt ihre neueste Kreation, die ein floraler Chypreduft für Frauen sein soll. Als Ingredienzen werden genannt: Kopfnote: Bergamotte, Alpenveilchen, Ylang-Ylang; Herznote: Iris, Jasmin, Pfirsich, Maiglöckchen; Basisnote: Sandelholz, Patchouli, Moschus.

Italien und sein Nationalstolz… Nach Profumi del Forte und Il Profumo lassen es sich Xerjoff (ja, Italiener!) ebenfalls nicht nehmen, einen Duft zu Ehren des 150. Geburtstags Italiens zu lancieren, 1861, welcher folgende Ingredienzen enthält: Mandarine, Bergamotte, Limette, Pfefferminze, Maiglöckchen, Zedernholz, Ambra, Moschus.

Maison Martin Margiela veröffentlicht den zweiten Duft des belgischen Avantgarde-Modedesigners: Nach dem krautig-frischen Untitled folgt nun Untitled L’Eau, der ein zitrisch-aromatischer Geselle für beiderlei Geschlechter sein soll. Die Ingredienzen: Zitrone, Orange, Mandarine, Orangenblüte, grüne Noten und Minze, was sich für mich herrlich sommerlich liest.

Annick Goutal präsentiert uns im September Mon Parfum Chéri, ein Duft, der sich von den alten Hollywood-Schauspieler-Diven inspiriert sieht und als „sehr feminin, elegant und betörend“ beschrieben wird. Geschaffen wurde er einmal mehr von Stammparfumeurin Isabelle Doyen – die Ingredienzen: Patchouli, Pflaume, Iris, Veilchen und Heliotrop. Ich bin sehr gespannt, nachdem ich die letzten Goutalschen Kreationen seit den Orientalisten ausnahmslos besitze und liebe (exklusive, sorry, Le Mimosa). Darüber hinaus lesen sich die Ingredienzen so, als könnte das in Richtung von Histoires de Parfums Moulin Rouge 1889 und Humiecki & Graefs Geste gehen, was ich ganz vortrefflich finden würde…

Morgen geht es weiter mit den restlichen Neuigkeiten – bis dahin alles Gute und viele Grüße,

Eure Ulrike.

Neueste Kommentare

Ulrike Knöll Geschrieben von:

Meine Liebe gilt seit jeher dem Ästhetischen: Mir geht das Herz auf bei jeglichen Dingen, die durch Form, Funktionalität, Design und Herzblut zu überzeugen wissen. Und wenn dann noch ein Quäntchen Historie dazu kommt, ist es meist ganz um mich geschehen … Ich bin der Nischenparfümerie mit Haut und Haaren verfallen und immer auf der Suche nach dem – oder vielmehr: einem – neuen heiligen Gral. Diese Suche sowie mein ganzes Interesse und meine Begeisterung möchte ich gerne mit Euch teilen!

2 Kommentare

  1. Evelyn
    25.Mai 2011
    Antworten

    Ohhhhh! *staun*

    Da kann ich (und sicherlich einige andere mehr!) ja schon mal wieder mit den Hufen scharren, liebe Uli! :-))

    Die beiden neuen Keikos klingen super-spannend, der Santal muss dringend getestet werden, ebenso verlockend und verheißungsvoll hört sich die Sommer-Frische von Maison Martin Margiela an!

    Und dann dieser neue Goutal! Wow, wenn das so lecker ist, wie sich das nun hier anhört, dann könnte das mein ERSTER Goutal werden… *ganz gespannt bin*

    Hach, sagte ich schon, dass ich gespannt bin?! :-))

    Dann mal weiter mit den News, ich kanns kaum erwarten! :-))

    Herzlichst
    Evelyn

  2. Ulrike Knöll
    Ulrike
    29.Mai 2011
    Antworten

    Ja liebe Evelyn, gell, da sind einige Verlockungen dabei, das sehe ich genauso 😉 Dann bleibt uns nichts anderes übrig als uns in Geduld zu üben – meine ähöm beste Tugend und leichteste Übung *räusper* 😉

    Liebe Grüße,

    die Uli.

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