[?4)-ß-D-GlcpA-(1?3)-ß-D-GlcpNAc-(1?]n – Die Beauty-Formel für Haut, die sich wohlfühlt

Durstiger Teint spannt, rötet sich und kann nicht strahlen. Dann braucht die Haut ein bisschen Hilfe, um die benötigte Feuchtigkeit wieder zu speichern, schadhafte Zell-Vernetzungen müssen wieder hergestellt werden. La Roche-Posay bringt nun eine neue Pflegelinie speziell für feuchtigkeitsarme Haut mit der kosmetischen Wunderwaffe unserer Zeit: Fragmentierte Hyaluronsäure. Aber Achtung: Nun wird es ein wenig technisch. Aber es lohnt sich, Ihre Haut wird Ihnen danken!

Wasser und Feuchtigkeit bestimmen unser Leben. Und unsere Schönheit. Denn trockene Haut büßt einiges ihrer Ausstrahlungskraft ein. Jeder Hauttyp braucht Feuchtigkeit in seiner täglichen Pflege-Routine, auch wenn man zu öligem Teint oder Mischhaut neigt. Denn: Feuchtigkeit ist keineswegs gleichzusetzen mit Fett. Je nach Hautbedürfnis sollte die Balance in ihrer Pflege stimmen:

Trockene Haut:

Sie braucht eine fetthaltige Creme, Experten sprechen von einer Wasser-in-Öl-Emulsion, die sich wie ein schützender Film auf den Teint legt und ihn mit Feuchtigkeit versorgt. Eine Creme mit zu hohem Wasseranteil wäre kontraproduktiv, denn solche Öl-in-Wasser-Emulsionen entziehen trockener Haut eher noch Feuchtigkeit. Beim Beauty-Shopping sind für trockene Haut also „reichhaltige“ Cremes ideal.

Normale Haut:

Eine frische, leichte Feuchtigkeitscreme ist hier die Idealbesetzung. Vermeiden Sie Produkte mit Fetten auf Paraffin-Basis, denn bei normaler Haut ziehen diese nicht vollständig ein, sondern können einen soliden Film auf der Haut bilden, der die Haut „abdichtet“ und verstopft.

Mischhaut und fettiger Teint:

Viel hilft diesem Hauttyp nicht viel, sondern kann schnell zu Mitessern und Unreinheiten führen. Eine Creme auf Öl-in-Wasser-Basis mit geringerem Fettanteil reicht. Nur in Ausnahmefällen, z.B. bei trockener Büroluft oder im Winter, brauchen manche Partien (z.B. die Wangen) eine Extraportion Fett. Dann können Sie lokal eine kleine Dosis zuschießen.

Viele Menschen neigen nun von Natur aus zu trockener Haut, mit zunehmendem Alter verstärkt sich das Problem. Aber auch äußere Einflüsse spielen eine wichtige Rolle. Häufiges Waschen (und Duschen), trockene oder kalte Luft, UV-Strahlung und falsche Reinigungsprodukte können das Austrocknen des Teints verschlimmern. Und das gilt für alle Hauttypen, von fettig bis sehr trocken.

Um Feuchtigkeit in der Haut zu halten, ist die Haut auf Verbindungen zwischen den Zellmembranen angewiesen. Diese so genannten „Tight Junctions“ sind schmale Bänder aus Membranproteinen, die die Zellzwischenräume schließen und so eine starke Barriere bilden: Die Diffusionsbarriere. Sie kontrolliert den Transport von Molekülen, also auch von Wasser.

Das Problem: Täglich schädigen wir unsere schützende Hautbarriere. Schaben, schrubben und reiben ein wenig von ihr ab. Wasser, Seife, Shampoo und Reinigungsprodukte lösen die Barriere-Fettstoffe heraus. Bei jedem Gesichtwaschen und trocken reiben mit dem Handtuch wird nicht nur Schmutz entfernt, sondern auch die wichtigen Fettstoffe der Barriere. Dadurch wird diese „undicht“ und Feuchtigkeit kann ganz einfach aus der Haut heraus verdunsten.
Kosmetik-Hersteller „La Roche-Posay“, der Apotheken-Spezialist für Problemlösungen, bringt nun eine neue Pfleglinie auf den Markt, die sich dem Problem der geschädigten Zellvernetzungen, der schadhaften Tight Junctions, annimmt: „Hydraphase Intense“. In der Formel enthaltene fragmentierte Hyaluronsäure soll die Regeneration der Zellvernetzungen anregen, dieser kleinen brückenartigen Bänder, die der Haut helfen, Feuchtigkeit zu speichern. Hyaluronsäure.

Schon oft gehört, kommt auch ständig in der Werbung. Aber: Was ist eigentlich Hyaluronsäure?

Ich persönlich finde den Namen ja irritierend. Hyaluronsäure. Säure! Klingt doch erstmal ziemlich unangenehm. Ist es aber nicht. Die transparente, gelartige Substanz kommt von Natur aus in den Zellzwischenräumen von Haut und Bindegewebe vor. Schon 1656 (vor über 350 Jahren also) hatten Forscher auf die Anwesenheit dieser damals noch nicht näher definierbaren Substanz hingewiesen, als sie die Nabelschnur näher untersuchten. Aber erst im Jahr 1934 konnten Karl Meyer und John Palmer im Kammerwasser des Rinderauges das Polysaccharid finden und bestimmen. Iiiih, Rinderauge, das klingt ja eklig. Aber genau daher kommt der Name Hyaluronsäure (HS), eben vom griechischen Wort „hyaloid“ für gläsern. Der abschreckende Wortanteil „Säure“ kommt schlicht vom HS-Bestandteil Glucuronsäure. Und HS steckt nicht nur in Augen, sondern im ganzen Körper, über 50 Prozent in der Haut, eben in den Zellzwischenräumen der Dermis, über die wir ja heute in diesem Text sprechen. HS ist ein wahrer Feuchtigkeitsmagnet, der von den Bindegewebszellen produziert wird, die Haut aufpolstert, die Kollagen- und Elastinfasern stützt (Anti-Aging!) und sogar Freie Radikale abfangen kann. Aber: Etwa ab dem 25. Lebensjahr leeren sich die HS-Pools nach und nach. Die hauteigene Produktion lässt nach, beziehungsweise kann den Bedarf nicht mehr decken, die haut verliert an Spannkraft und Feuchtigkeit. Dann wird es Zeit, von außen nachzuhelfen.

Hyaluronsäure steckt hochkonzentriert in (Achtung: Jetzt wird es wieder eklig): in der Kammerflüssigkeit des Auges, in der Synovialflüssigkeit der Nabelschnur und in Hahnenkämmen. Aber keine Sorge, heutzutage sind Forscher in der Lage, HS künstlich herzustellen, um genauer zu sein: biotechnologisch aus Fermentation von Mikroorgansimen zu gewinnen, etwa aus Weizen. Die so gewonnene HS ist reiner als die Variante aus dem Hahnenkamm und löst keine Allergien aus, da sie keine tierischen Eiweiße enthält. Diese HS nennt man „Non-animal-source-Hyaluronan“, oder kurz: NASHs, noch so ein Lieblingswort der Kosmetikindustrie.

Das Faszinierende an Hyaluronsäure: Sie besitzt die fast magische Fähigkeit, relativ zu ihrer Masse gewaltige Mengen an Wasser zu binden. Ein Gramm HS kann bis zu unglaubliche sechs Liter Wasser binden! Beispiel aus dem menschlichen Alltag: Der Glaskörper des Auges besteht zu 98 Prozent aus Wasser, das an nur 2 Prozent Hyaluronsäure gebunden ist! Das ist ein bisschen wie bei Götterspeise: Man braucht nur extrem wenig Pulver, um aus viel Wasser ein Dessert zu zaubern…

Der Clou in der neuen La-Roche-Posay „Hydraphase Intense“ ist nun aber eine spezielle Hyaluronsäure, nämlich sogenannte „Fragmentierte HS“:

HS ist nämlich eigentlich ein relativ großes Molekül, zumindest wenn es um den Einsatz in Kosmetikprodukten geht. Topisch aufgetragen, also per Creme auf die Haut aufgebracht, würde HS gar nicht in die Haut eindringen, sie nicht penetrieren. Die Lösung: Man muss das langkettige Molekül aufbrechen, kleiner machen, es eben „fragmentieren“. Dabei hat sich in der langen Entwicklungsgeschichte von HS als kosmetischem Feuchtigkeitsbinder aber herausgestellt, dass nicht die kleinsten Fragmente am Besten funktionieren. Denn: zu kleine Stückchen dringen zwar super bis in die Lederhaut ein, erzielen aber keine nachweisbare Wirksamkeit mehr. Der Mittelweg ist ideal. Nur Fragmente „mittlerer“ Größe (für Chemie-Fans: Molmasse von 50.000 bis 400.000 Daltons) dringen wie gewünscht ein und erreichen eine nachweisbare Wirksamkeit. Diese geringere HS-Molekülmasse macht auch den Effekt der „Hydraphase Intense“ aus:

Besser als bei „konventioneller“ Hyaluronsäure überwindet die HS in fragmentierter Version die Hautbarriere und dringt tiefer in die Epidermis ein. Und dort legt sie los und kurbelt die Synthese der Zellvernetzungsproteine an. Soll heißen: Das eingangs besprochene Problem, dass die Verbindungen zwischen den Zellmembranen geschädigt sind, kann so wieder behoben werden.

Auf gut deutsch zusammengefasst bedeutet das:

„Hydraphase Intense“ spendet nicht nur intensiv Feuchtigkeit, sondern hilft der Haut auch nachhaltig, diese zu speichern. Der Feuchtigkeitsverlust der Haut wird einfach ausgebremst. Eine raffinierte Technologie, die sich auch noch sagenhaft gut anfühlt. Schon kurz nach dem Auftragen spürt man, wie sich der Teint entspannt. Ein seidiger, angenehmer Wellness-Effekt, den jeder lieben wird, dessen durstige Haut spannt und zickt.

Aber erinnern Sie sich an die Hauttypen, über die wir vorhin gesprochen haben? Jeder Teint braucht andere Formulierungen? Auch hier haben die Macher der „Hydraphase Intense“ mitgedacht: Denn es gibt die Power-Creme in zwei Formulierungen, einmal als „Legere“ für normale bis Mischhaut, und als „Riche“ – den reichhaltigen Kollegen für trockene Haut.

Ihr Constantin Herrmann.

Bildquelle: Around the loghouse von Phil Landowski, Erotic von Marek Bernat und Jelly von Fran Gambín – some rights reserved. Vielen Dank!

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Ein Kommentar

  1. 25.Jun 2010
    Antworten

    „Die fast magische Fähigkeit […]“ fast so wie die Produkte von Apple, jedenfalls wenn es nach Steve Jobs geht ;-).
    Im Ernst: Ein sehr schöner, infomativer und ausführlicher Artikel zum Thema. Vor allem das die Hautalterung bereits in so jungen Jahren einsetzt, war mir neu. Und Hunger hab‘ ich durch den Wackelpudding da oben auch noch bekommen ;-)!

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