Wimpern-Wunder

Stars wie Madonna lassen sich schonmal für 10.000 Dollar künstliche Wimpern basteln, inklusive Nerzhaar und Diamanten-Besatz. Affig? Finden wir auch. Und out noch dazu. Denn wer etwas auf sich hält in der Welt der Schönen und Reichen investiert jetzt in „Wimpern-Botox“. Finden wir noch gruseliger. Und verraten lieber, wie jede Frau im Handumdrehen atemberaubend schöne Wimpern bekommt!

Wimpern sind eine delikate Sache. Die kleinen Härchen – am Oberlid sind es bis zu 250, der untere Wimpernkranz besitzt circa 150 Wimpern, die nur langsam und wenig wachsen, aber nach etwa 150 Tagen schon wieder ausfallen. Das bewirkt, dass eine Wimper so gut wie nie ihre volle, mögliche Länge erreicht, denn sie segelt leider irgendwann unbemerkt zu Boden, bevor sie ihre volle Pracht erreicht. Ausnahmen bestätigen die Regel, denn Jolie Matzes listete das Guinness Buch der Rekorde mit der bisher längsten natürlichen Wimper der Welt: stolze 6,4 Zentimeter trug die Amerikanerin zur Schau. Aber wie gesagt, unter normalen Umständen brechen die Wimpern ab oder fallen aus, bevor sie ihre maximale Länge erreichen. Da helfen nur Mascaras, um dem spärlichen Wimpernkranz etwas mehr dramatik zu schenken. Deswegen tuschen Frauen rund um den Globus jeden Morgen, was das Zeug hält, greifen zur Wimpernzange, oder laufen sogar ins Wimpernstudio, um sich die echten Haare mit künstlichen verdichten und verlängern zu lassen. Im extremfall – siehe Madonna, Jennifer Lopez und Co. sogar mit Echt-Pelz.
Aber wie wäre es nun, wenn es ein Mittelchen gäbe, dass die Wimpern ohne Tusche und ganz von alleine toller aussehen, länger wachsen und dichter klimpern könnten?

Talika und das Wimpernwachstum

Talika LipocilsDie Idee, ein „Wimpern-Wunder-Präparat“ zu kreieren, ist keineswegs neu. Der Beauty-Legende nach war es im zweiten Weltkrieg, als die junge Ärztin Danielle Roches schwere Verbrennungen behandelte. Aus Mangel an genug Medikamenten mischte und experimentierte sie selber mit Kräutern und Pflanzen, bis sie ein respektables Vernarbungsmittel auf Pflanzenbasis schuf, das sie fleißig einsetzte – und siehe da! Neben der wundheilenden Wirkung beobachtete Roches, dass merkwürdigerweise bei den behandelten Patienten die Wimpern begannen nachzuwachsen, beziehungsweise dichter und länger zu werden. Eine kleine Sache könnte man denken, aber dieser kosmetische Zufall erlangte schon bald Weltruhm, denn die französische Firma „Talika“ entwickelte aus diesem Präparat ein Wimpern-Mittel, „Lipocils“, dass in den letzten 50 Jahren zu einem wahren Klassiker der Branche avancierte. Zweimal täglich auf den Wimpernkranz aufgetragen, wachsen kurze und geschwächte Wimpern schon nach 28 Tagen länger und voluminöser nach! Das Produkt ist sogar für Kontaktlinsenträgerinnen geeignet. Fans weltweit geben dem kleinen „Lipocils“-Wunder recht: Es wirkt. Effektiv und sichtbar.
Aber, wie heißt es so schön, eine gute Idee klappt auch zweimal. Dachte sich wohl auch der amerikanische Pharmahersteller „Allergan“ und beschloss, ein Gegenpräparat auf den Markt zu bringen.

Allergan – die Marke, der wir Botox „verdanken“

Der amerikanische Pharmahersteller Allergan, bei dessen bloßer Erwähnung manche am Liebsten vor Entzücken die etwas eingefrorenen Augen aufreißen würden, erlangte mit seiner Erfindung, dem „Anti-Falten-Mittel Botox“ Weltruhm. Botox-Parties, Botox-Babes, Botox-Schönheitswettbewerbe – es gibt wohl niemanden in der westlichen Welt, dem das Nervengift nichts sagt. Und genauso erfolgreich, wenn es nach dem Hersteller geht, soll nun auch „Latisse“ werden, das neue Wundermittel für schönere Wimpern.
Dass der Markt Bedarf hat, beweist nicht nur der erfolg von Talikas „Lipocils“, sondern auch die Tatsache, dass fast jede Frau Morgen für Morgen Mascara aufträgt. Denn wer träumt nicht von dichteren, dunkleren, längeren, umwerfend schönen Wimpern? Studien zufolge besitzen nämlich nur rund 20 Prozent aller Frauen weltweit perfekte Wimpern: Lang, voluminös, dicht gewachsen und dunkel. Der Rest muss eben jeden Tag mit Tusche nachhelfen. Das soll jetzt alles anders werden, proklamiert Allergan und rührt seit mehreren Monaten fleißig die Werbetrommel für seinen neuen kommenden Bestseller. Das Produkt wurde angeblich – ähnlich wie bei Talikas Lipocils – ganz zufällig erfunden. Bei der Behandlung der Augenkrankheit „Grüner Star“ mit dem Wirkstoff „Lumigan“. Bei der Therapie der erkrankten Augen beobachteten Forscher, dass die Wimpern der Patienten voller und länger wurden. „Lumigan“ wurde daraufhin etwas modifiziert, in der Dosierung sehr stark reduziert und erlangte in den USA bereits Marktreife, eben als „Latisse“. Durch die Verdünnung der Konzentration auf 0,03 Prozent sollen auch die Nebenwirkungen vermieden werden – unter anderem Juckreiz, Rötung des Lidrands sowie eine Verfärbung von Oberlidern oder gar der Iris, wie sie bei der Anwendung gegen grünen Star manchmal auftraten. Aber den streit um etwaige Risiken und Folgeerscheinungen scheut Allergan ja bekanntlich nicht, wie alle Botox-Gegner zur genüge wissen dürften.
Das Produkt wird abends mit einem speziellen Einweg-Applikator wie ein Lidstrich aufgetragen und soll die versprochenen Effekte – mehr Länge und dunklere Wimpern -nach acht Wochen erzielen. Da aber wie anfangs erklärt eine Wimper nun mal nur circa 150 Tage am Auge wächst, bevor es ausfällt, darf der Hersteller auf eine Botox-ähnliche Abhängigkeit der Konsumentinnen hoffen. Ein teures Unterfangen, denn die Monatskur, die es bislang nur in den USA gibt, kostet schlappe 120 Dollar. Und ist, ganz nebenbei erwähnt, natürlich rezeptpflichtig. Rechnen Sie doch einmal mit: Der Effekt bleibt nur so lange bestehen, wie das Präparat verwendet wird, das macht nach Adam Riese stolze 1.440 Dollar pro Jahr. Umgerechnet in Talikas „Lipocils“ sind das 32 Flaschen des französischen Wundermittels (á circa 31 Euro pro Monat). Eine merkwürdige Rechnung: Das teure rezeptpflichtige Allergan-Produkt mit etwaigen Nebenwirkungen, das in Europa noch nicht einmal zugelassen ist, oder der Klassiker von Talika, der seit über 50 Jahren die Frauen begeistert und wesentlich einfacher zu beschaffen ist. Ich wage einmal die Prognose: Marketing-Power und Werbe-Etat hin oder her, das amerikanische „Latisse“ wird kein Verkaufsschlager werden. Da können noch so viele Stars wie das Latisse-Werbegesicht Brooke Shields beteuern, wie toll sie das angebliche Wunderzeug finden.
Wir meinen: Lipocils oder Finger weg!

Und wer lieber den klassischen Weg geht:
Die besten Tusche-Tricks für XXL-Wimpern

1. Arbeiten Sie in mehreren Schichten!
Erst eine dünne Lage Mascara auftragen, dann etwas losen Puder auf die Härchen stäuben – das klappt am Leichtesten mit den Fingern. Durch diesen Extra-Mantel werden die Härchen sofort voluminöser. Anschließend wieder eine Schicht Tusche auftragen.

2. „Pumpen“ Sie nie mit dem Bürstchen in die Flasche, um mehr Farbe aufzunehmen. Dadurch geraten nämlich leider Sauerstoff und eventuell Bakterien in die Tusche, sie trocknet schneller aus und kann unter Umständen zu Entzündungen des Auges führen. Moderne Mascara-Tiegel sind eh so designt, dass stets die optimale Menge Farbe am Bürstchen haften bleibt. Mehr Farbe würde nur dazu führen, dass die Wimpern zusammenkleben.

3. Falls doch einmal die unschönen „Fliegenbeine“ enstehen…
Das passiert vor allem bei Volumen-Mascaras ganz schnell. Dann hilft am besten ein „Wimpernkamm“, mit dem man nach dem Tuschen noch einmal durch die Härchen gleitet und sie separiert. Falls Sie schon sehen, dass zuviel Mascara am Bürstchen klebt (vor allem an der Spitze), nehmen Sie etwas von der Tusche mit einem Kosmetiktuch ab. Streifen Sie den Überschuss nicht am Tiegel ab, denn sonst trocknet er dort fest und bröckelt beim nächsten Auftragen auf die Wimpern.

4. Malen Sie unten und oben!
Diese Saison werden beide Wimpernkränze betont. Erst mit der Länge des Bürstchens die obere Wimpernreihe akzentuieren, dann noch mal ein bisschen farbe aufnehmen und die unteren, kürzeren Härchen mit der spitze des Bürstchens entlangfahren. Zum schluß noch einen deutlichen Lidstrich malen, der ist ganz aktuell nämlich wieder top angesagt! (Der Look der Sixties ist wieder „in“!)

5. Investieren Sie in neue Entwicklungen:
Sie lieben Ihre Mascara und verwenden seit Jahren dieselbe? Glauben wir gerne. Aber probieren Sie trotzdem mal eine der neuen Hightech-Tuschen, denn in ihnen stecken viele Jahre Forschung, neue Formulierungen und neuartige Bürstchen, die sie begeistern könnten.

Unsere Neuesten Lieblinge:

„Respectissime Mascara Extension“ von La Roche-Posay
XXL-Länge & optimale Verträglichkeit
La Roche Posay RespectissimeDer Spezialist für optimale Verträglichkeit bietet eine neue stärkende und super-verlängernde Mascara, natürlich hypoallergen, ohne Duftstoffe, für Kontaktlinsenträgerinnen geeignet und wenig „bröckelnd“. Denn Studien zufolge leidet jede zweite Frau unter empfindlichen Augen.
Doch nicht nur Augen, sondern auch Wimpern sind empfindlich. Mechanische Reibung (zum Beispiel beim Abschminken) , UV-Strahlen oder die falsche Augen-Kosmetik können die Haarstruktur schädigen, aufrauen und dazu führen, dass die Härchen schneller abbrechen. „Respectissime Mascara Extension“ enthält ein spezielles Repair-Polymer, das die Schuppenschicht der Wimpern langanhaltend glättet. Aufpolsternde Wachse spenden außerdem tolle Verlängerung und Schwung.

Diorshow Extase „Diorshow Extase“ von Dior
Oversize-Volumen & Perfekt getrennte Wimpern
Vergessen Sie umständliche Fake Lashes! Diese Mascara zaubert im Handumdrehen spektakuläres Volumen dank einem „Metamorphose“-Puder mit auffüllender Wirkung, dass beim Kontakt mit den Wimpern sein Volumen vervielfacht. Die spezielle „Volant-Bürste“ mit zwei verschiedenen Fasern kämmet die Wimpern beim Auftragen und täuscht so größere Dichte vor, und umhüllt jede Wimper einzeln mit Farbe. Ein in der Textur enthaltenes Ceramid mit pflegeähnlichen Eigenschaften glättet und repariert die Wimpern außerdem – das lässt sie herrlich dreidimensional glänzen. Das Resultat: ein extravaganter Blick. Klimpern gehört bei Dior eben zum Handwerk.

Sie sehen, es gibt verschiedene Methoden, die Wimpern zu boosten. Ein wahres Wunder-Elixir aus Frankreich, oder eine State-of-the-Art-Mascara. Ein fragwürdiges Wimpern-Botox brauchen Sie nicht, versprochen! Sie sehen auch ohne kostspielige Experimente im Handumdrehen umwerfend schön aus.

Einen guten Start in die Woche wünscht Ihnen

Ihr Constantin Herrmann.

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