Aus Liebe zum Duft Shop Duft Tagebuch

Von meinem Dufterlebnis mit Maybach…

Geschrieben in Wissenswertes am 3.05.2012

… hatte ich gestern bereits angefangen zu erzählen. Auf Einladung der „Society & Technology Research Group” war ich nach Sindelfingen zur Daimler AG gereist, um mir dort bei einer Fahrt ins Grüne die Duftkugel, die erfolgreichste Sonderausstattung des Maybachs, zu Gemüte zu führen.

Auf der Mittelkonsole im Fond angebracht sitzt das Paradebeispiel einer, genauer: der ersten geglückten Automobilbeduftung. Eine Acrylglaskugel, die sich mit einem mundgeblasenen Flakon bestücken lässt, und dann mittels eines sogenannten Bypass-Systems den Fahrzeuginnenraum mit bedufteter Luft anreichert. Das funktioniert völlig lautlos – per Knopfdruck.

Auch hier hat man sich einige Gedanken gemacht: Die Duftintensität ist variabel und mittels Rändelrad frei wähl- und einstellbar. Weil die menschliche Nase Düfte alsbald adaptiert und, sobald sie zur Gewohnheit geworden sind, ignoriert, schaltet sich die Anlage nach zehn Minuten automatisch aus, woraufhin nach wenigen Augenblicken auch der Duft verschwindet. So lässt sich der Duftgenuss ganz auf die Bedürfnisse, das Verlangen und die Nase des Benutzers abstimmen. An der Kleidung verbleiben natürlich keinerlei duftende Rückstände, was ich nur bestätigen kann. Schade eigentlich, denn ich glaube, dass Euch die Düfte sehr gut gefallen würden…

Was für Düfte sind es denn, die in der Duftkugel verwendet werden? Ganz abgesehen davon, dass jeglicher Duft hier zum Einsatz kommen kann, die Duftkugel also den höchsten Grad an Individualisierbarkeit hat, den sie haben kann, liefert Maybach zwei Düfte mit der Duftkugel aus, die auch über ein spezielles Fach im Rücksitz verfügen – eine Schatzkammer, wie ich meinen möchte. Drei Wechselflakons werden mit der Anlage ausgeliefert, die extra dafür von einem regional ansässigen Künstler, dem Glasbläser Michael Schwarzmüller aus Karlsruhe, gefertigt werden.

Das Duftkonzept wurde, wie ich gestern schon erwähnte, im Hause selbst ersonnen, ein Aspekt, den ich höchst bemerkenswert finde und der die Philosophie der Daimler AG widerzuspiegeln scheint: Man gibt nichts außer Haus, sondern entwickelt selbst – und greift dann auf die Hilfe von externen Experten zurück. Dieselben waren im Falle der Beduftungsanlage unter anderem Roman Kaiser, Aromastoffchemiker bei Givaudan und Buchautor, sowie Ursula Wandel, Parfumeurin bei Givaudan, die auch die Düfte kreierte.

Die Zielsetzung war sehr nachvollziehbar: Ein Duft sollte „easy to like“ sein, wie Engelhardt sich ausdrückte, etwas sein, das jeder als angenehm empfinden solle. Eine schwierige Aufgabe, bedenkt man, dass Daimler als europäisches Unternehmen weltweit tätig ist und gerade Maybach-Kunden aus aller Herren Länder besitzt, alle mit unterschiedlichen Wurzeln, aus unterschiedlichen Kulturen stammend und somit über andere olfaktorische Prägungen verfügend.

Und doch ist es gelungen: Schlicht „Citrus“ genannt ist der Duft, der sich dahinter verbirgt, längst nicht so eindimensional wie der Name. Transparent ist er in der Farbe und Transparenz ist auch sein Motto: Er erfüllt binnen weniger Augenblicke den Raum, umfängt mich geschmeidig und ich vermag zu verstehen, wie gut die Idee aufgegangen ist. Citrus hat keinerlei Kanten, ohne dass es ihm jedoch an Tiefe mangelt: Hesperidische Frische atmend weckt er die Lebensgeister, ohne allzu forsch dabei vorzugehen – Zitrone, Bergamotte und, wie ich meine, Limette, die meiner Nase nach zu urteilen auf hauchfeinen Aromen grünen Tees angerichtet sind. Schwer macht er es einem, ihn ingredienzentechnisch zu packen… Trotzdem liegt in jedem Falle Moschus darunter, weich und wattezart, ohne sich aufzudrängen. Die Sauberkeit mit einer Ahnung Holz lässt mich auf Zeder tippen, die mit einer Ahnung Vanille zart untermalt sein könnte, von einem unidentifizierbaren Hauch Blüte begleitet.

Ein überaus gelungener Spagat: Ein Duft für jedermann, der aber kein Jedermann ist. Ein Duft, der gefällt und gefällig ist, ohne flach zu sein. In meinen Augen ist dieser Vorsatz geglückt.

Duft Nummer Zwei geht in eine ganz andere Richtung – und war auch genau so konzipiert: Einen Duft wollte man haben, der die Einzigartigkeit der Marke unterstreicht, deren Geist einfängt. Die Konsequenz aus diesem Anspruch war in meinen Augen schon klar, als man mir davon erzählte – es musste ein Oudduft sein. Oud als teuerste Ingredienz der Welt für eine der teuersten Limousinen der Welt – welches Material könnte Luxus und Historizität besser ausdrücken? Vor allem in Anbetracht dessen, dass ein großer Teil des klavierlackbeschichteten Interieurs aus Edelholz besteht. Geschmacksache, mit Sicherheit – zum Auto aber passt es, und zum Kunden auch: Ich hatte vorher geraten – der durchschnittliche Maybachkunde ist männlich und Ende 50. Im übrigen sind es meist die Frauen, die die Sonderausstattung bestimmen – vielleicht auch ein Grund, weshalb die Duftkugel sich so reißenden Absatzes erfreut. Ich würde sofort eine nehmen, bezweifle aber, dass sie mir jemand in mein Konkurrenzgefährt einbauen mag ;)

Kommen wir aber zurück zum Oudduft, der unprätentiös „Agarwood“ getauft wurde, es aber in sich hat: Zuallererst hielt ich ihn im Wagen für eine relativ zahme Oudinterpretation, was ich rückblickend aber korrigieren muss. Agarwood hat – Schmackes, mit Verlaub. Und schon wieder imponiert mir Maybach, nämlich mit der Auswahl dieses Duftes – dessen Markanz und der Mut dazu finde ich bravourös. Eine Marke, die auf eine so lange Geschichte zurückblicken kann und sich ganz klar dem Luxussegment zuordnen lässt, die sollte Gesicht und Persönlichkeit zeigen. Und einen Duft von Gewicht wählen, von Aussagekraft – kein identitätslos-austauschbares Wässerchen. Format, bitteschön. Und das hat Agarwood ohne Zweifel: Die medizinischen Facetten hat man zwar etwas ausgeblendet, dafür hat man eine andere Seite des Ouds herausgearbeitet, die nicht minder typisch ist – die rauchig-harzig-holzige. Diesbezüglich knistert und rauchschwadet Agarwood unübersehbar, schwelt und glüht, von einer samten-süßen, vermutlich durch Harze veredelten und maskulin-würzigen Basis untermalt. Bittersüß wirkt er auf eine Art, von Anflügen von Tabak begleitet und von einer subtilen Ledernote vollendet.

Ein gewagter, aber dennoch klassischer Duft für ein Herrenzimmer – was der Maybach, mit Verlaub und Pardon für die Saloppheit, ja auch irgendwie ist. Ich jedenfalls habe es mir darin überaus gerne gemütlich gemacht und könnte mich sogleich sehr gut daran gewöhnen.

Etwas Vergleichbares gibt es in der Tat auf dem Parfummarkt nicht, allerdings entdecke ich entfernte Ähnlichkeiten mit einem Wunschkind aus der Liaison von by Kilians Pure Oud und Nasomattos Black Afgano.

Sollte also letzterer einmal wieder vergriffen sein Ihr Lieben – dann würde ich Euch einfach empfehlen, Euch einen Maybach zu leisten. Dieser bietet mehr als vollwertigen Ersatz ;)

Herzlichst, Eure Ulrike.

Bildquelle: Maybach-Pressematerial der Daimler AG – alle Rechte vorbehalten. Alle verwendeten Fotos zeigen das limitierte Modell Zeppelin.

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Raumdüfte von LINARI – Symbiose aus puristischer Eleganz von Duft und Design


Was haben…

Geschrieben in Wissenswertes am 2.05.2012

Aus Liebe zum Duft und Maybach gemein? Mir kommen auf Anhieb einige Dinge in den Sinn, in jedem Falle aber – eine ausgeprägte Affinität zu Düften. Maybach verfügt nämlich seit 2009 als erstes Automobil über ein weltweit einzigartiges Ausstattungsmerkmal: Eine fest installierte Flüssigbeduftungsanlage, die als Sonderausstattung auf Kundenwunsch eingebaut werden kann. Und gewünscht wird sie wohl sehr häufig – es ist die meistverkaufte Sonderausstattung der Marke.

Uns Parfumliebhabern mag der Gedanke sicher als logische Konsequenz erscheinen, uns auch im Auto mit Duft zu umgeben – viele von uns praktizieren das ja bereits ausgiebig in ihren Wohnräumen. Für Autohersteller ist dieser Zugang noch ein relativ neuer: Erst seit etwas mehr als einem Jahrzehnt beschäftigt man sich intensiv damit, wie man Autofahren alle Sinne umfassend noch angenehmer gestalten kann – „In-Car-Living“ ist das Zauberwörtchen dafür, geht man doch davon aus, dass in allernächster Zukunft die Zeit steigen wird, die wir Menschen in (unseren) Autos verbringen. Diese möchten uns die Hersteller möglichst angenehm gestalten, um zu unserem Wohlbefinden beizutragen.

Sich wohl zu fühlen hängt von der Psyche ab, von unserem Gefühlsleben – wie könnte man hier besser für Harmonie sorgen als mit der richtigen Umgebungsluft, einer, die man gut „riechen“ kann? Düfte treffen, wie wir als Duftfans ja wissen, größtenteils auf direktem Wege auf die Amygdala, welche für Emotionen zuständig ist. Dort können sie unmittelbar Gefühle wecken und Erinnerungen wachrufen, was das Riechen von allen anderen Sinneswahrnehmungen unterscheidet. Jene nehmen den Umweg über den Thalamus, dem „Tor zum Bewusstsein“, bevor sie von dort aus selektiv und sortiert weitergeleitet werden. Das ist die hirnphysiologische Antwort auf die Frage, wieso uns Düfte manchmal wie ein Schlag treffen – im Positiven wie im Negativen.

Kulturhistorisch galt die Nase genauso wie die Zunge und die Haut lange als Sinnesorgan zweiter Klasse, Riechen, Schmecken und Tasten als Sekundärsinne und demzufolge den Augen und den Ohren untergeordnet. In jüngster Zeit hat sich das geändert – schon alleine aufgrund der Hirnforschungsergebnisse kann man die Nase nicht mehr sträflich außer Acht lassen. Ich rieche, also bin ich – dieses abgewandelte Descartes-Zitat hat durchaus seine Berechtigung.

Autos sind eine hoch emotionale Angelegenheit, auch wenn einem mancher anderes weismachen möchte. Düfte, wie wir wissen, natürlich erst recht. Eine Verknüpfung von beidem, gerade auch im Hinblick auf das zukünftige Mobilitätsverhalten, liegt also auf der Hand. Konzepte für Autobeduftung gab es bisher erstaunlich wenige, erfolgsgekrönt war bisher noch keines – bis Maybach kam und den Standard setzte.

Zugegeben – ein Maybach ist Luxus. Die wenigsten Normalsterblichen werden jemals einen besitzen, fängt das Sortiment doch mit den Basismodellen bei ca. 380.000 Euro an, ohne besonderes Zubehör versteht sich. Bei solch einem Preis fällt die Beduftungsanlage, die für knapp 5.000 Euro zu haben ist, nicht weiter ins Gewicht. Trotzdem ist eine Auto-Beduftungsanlage Luxus, Düfte generell sind Luxus – die zweite verbindende Gemeinsamkeit zwischen Maybach und Aus Liebe zum Duft: Daimler hat mit Maybach eine hochkarätige und traditionsreiche Luxusmarke im Portfolio. Derlei ist uns bei Aus Liebe zum Duft auch nicht fremd, blicken wir doch ebenfalls mit Stolz auf ein handverlesenes Sortiment namhafter und prestigeträchtiger Häuser und Hersteller.

Eine gewisse Parallele ist also da – das sahen auch die Entwickler der Flakon-Beduftungsanlage so und ließen mir die Ehre zuteil werden, mir diese im Rahmen eines Werksbesuchs samt Spritztour genauer anschauen zu dürfen.

 

Immer der Nase nach… dieses Credo führte mich deshalb dieser Tage „zum Daimler“, wie der Stuttgarter Lokalpatriot sagen würde. Genauer: zu der Daimler AG nach Sindelfingen zu deren ,,Society & Technology Research Group”, der Abteilung für Zukunftsforschung, wohin mich Sabine Engelhardt eingeladen hatte. Sie und ihr Kollege Alexander Mankowsky forschen dort – und zwar zu den Themenkreisen Auto und Gesellschaft sowie Mobilität und Zukunft. Bei genauerer Betrachtung liegt eigentlich nichts näher, als dass sich Geisteswissenschaftler über derlei Fragen den Kopf zerbrechen. Und wenn man noch eine Sekunde länger darüber nachdenkt, weiß man auch, wie wichtig und weichenstellend die Antworten auf diese Fragen sind: Wie verändert sich die Gesellschaft, wie verändert sich damit die Mobilität? Was für Anforderungen und Ansprüche haben Menschen an Autos? Wie ist das bedingt durch Regionales, durch Kulturelles? Wohin geht die Reise und welche Produkte braucht man dafür? Hier spürt man gesellschaftlichen Trends nach, dem Zeitgeist – und leitet daraus Innovationen für das Unternehmen ab. Zukunftsentwicklung eben.

Auch die Idee der Flakon-Beduftungsanlage wurde hier geboren – dank Engelhardt, die darin einen hohen Mehrwert sieht:

„Duft – und insbesondere Parfum als die höchststehende Entwicklung von Duft – ist ein Kulturträger ersten Ranges. Durch Parfüm werden Wahrnehmung, Ästhetik und Sinnlichkeit zu einem Gesamterlebnis verschmolzen. Eine Beduftung im Fahrzeug bietet somit die Möglichkeit, die Stimmungslage der Fahrzeuginsassen positiv zu beeinflussen und gleichzeitig Premium-Fahrzeuge weiter zu individualisieren.“

Luxus als Erlebnis von Komfort und Individualität – ich denke, das können wir Duftliebhaber komplett unterschreiben. So begann man vor Jahren im Hause Daimler an einem Beduftungskonzept zu arbeiten. Flüssigbeduftung sollte es sein, ganz klassisch – und umso schwieriger umsetzbar. Ich möchte nicht wissen, was die Entwicklung gekostet hat, ich habe auch nicht gefragt. Allerdings hat es mir die Daimler AG sehr sympathisch gemacht, dieses so gar nicht schwäbische Vorgehen (wir sind ja hier gemeinhin für unsere Sparsamkeit bekannt…) : Zuerst, dass man einer so geschichtsträchtigen und renommierten Marke wie Maybach neues Leben einhaucht (die Markenrechte besaß man seit 1960). Und dass man in Folge Geld investiert, viel Geld, und Herzblut, um das sinnliche Erleben in jeglicher Hinsicht zu perfektionieren. Dass die Fahrzeuge technisch überragend sind, dürfte jedem klar sein. Dass sie darüber hinaus aber auch bis ins kleinste Detail individualisierbar sind, in ihrer Handhabung trotz ihrer Technik überaus intuitiv und dass rundherum Wert darauf gelegt wurde, dass der Besitzer sich wohlfühlt, mit all seinen Sinnen – das würde ich als Luxus bezeichnen, echten Luxus, in dem es sich vorzüglich schwelgen lässt, wie ich herausfinden durfte…

„Reisen wie in einer Sänfte“ – dieses Zitat aus dem Pressematerial kann ich nur unterschreiben. Der Maybach 62, mit dem ich unterwegs war, ist ein sicheres und äußerst kraftstrotzendes Schiff voller Erhabenheit, das einen von natürlicher Eleganz beinahe unbemerkt über die zum Teil unliebsamen Wellen des Lebens befördert. Sacht und leise fährt er vor sich hin, während ich mich in einer ganz anderen Welt befinde. Eine Rückbank, die den Namen nicht verdient, weil sie eher einer luxuriösen Couch von opulentem Ausmaß entspricht. Fußräume, so groß, wie ich sie noch nirgends angetroffen habe. Und da ist es dann auch, das Objekt der Begierde: Auf der Fondsmittelkonsole angebracht thront die Duftkugel. Denn eine solche ist es in der Tat: Eine aus Acrylglas gefertigte Kugel, je nach Gusto von unten zu beleuchten, in der sich ein kleiner mundgeblasener Flakon befindet, dessen metallene Kappe mit der Oberseite der Duftkugel schließt – das Herzstück der Anlage.

In den Raum gelangt der Duft mittels eines Bypass-Verfahrens, das in der Pressemappe anschaulicher erklärt wird, als ich es jetzt hätte erzählen können:

„Unter dem mit Klavierlack veredelten Untersatz der Kugel saugt auf Tastendruck eine pneumatische Pumpe bereits vorgereinigte Luft aus dem Innenraum an und schickt einen sanften Luftstrom in die Acrylglaskugel. Dieser gelangt durch vier Öffnungen im Verschlusskopf in den Flakon und transportiert dadurch Parfümmoleküle aus der Spitze des Flakonverschlusses in den Innenraum. Aus einem Lüftungsgitter am Fuß der Kugel strömt ebenfalls vom Fahrzeug-Klimasystem gereinigte und vorbereitete Luft und unterstützt die Verteilung der mit Duftmolekülen angereicherten Luft im Raum.“

Das alles erfolgt vollkommen geräuschlos und auf Knopfdruck. Wie ich schon erzählte war ich vollkommen begeistert von der Eingängigkeit der technischen Funktionen: Es muss eine riesige Abteilung schlauer Menschen gewesen sein, die sich über die Verteilung der vielen kleinen Knöpfe für die unzähligen Bedienungsfunktionen sowie über deren Formen, Beschriftung und Icons Gedanken gemacht hat. Die Taste für den Duft (es gibt zwei, eine hinten und eine vorne beim Fahrer) hatte ich somit innerhalb von 13 Sekunden erspäht und dann – nach höflich-gut erzogener, aber ob meiner Neugierde anstrengender Zurückhaltung – alsbald nach Aufforderung gedrückt. Und siehe da – es dauert nicht lange, bis man ihn wahrnimmt, den Duft…

… über den ich Euch morgen berichten werde ;)

Es grüßt, leider nicht mehr aus dem Maybach, sondern vom alltäglich-überfüllten Schreibtisch,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Maybach-Pressematerial sowie allgemeines Pressematerial der Daimler AG – alle Rechte vorbehalten.

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Sissel Tolaas…

Geschrieben in Verwandtes,Wissenswertes am 21.04.2012

… ist unbestritten eine der interessantesten Personen in der Welt der Düfte. Ich bin mir nicht sicher, ob sie allen Lesern bekannt ist, deshalb war es mir ein Anliegen, Euch einmal auf sie und ihre Tätigkeit(en) hinzuweisen.

Wiki vermerkt zu der Wahlberlinerin Folgendes:

“Sissel Tolaas (* 1961) ist eine norwegische Künstlerin, Geruchsforscherin und Professorin. Fachübergreifend zwischen Wissenschaft und Kunst befasst sie sich mit der Erforschung von Gerüchen.

Leben: Von 1981 bis 1988 studierte sie Mathematik, Chemie, Linguistik und Kunst an den Universitäten von Oslo, Moskau, Leningrad, Oxford und Princeton und lernte insgesamt neun Sprachen. Seit 1990 baut sie ein Duftarchiv auf, in dem mittlerweile 7800 Düfte gelagert sind. Seit 2006 ist sie Professorin an der Harvard Business School für „unsichtbare Kommunikation und Rhetorik“. Sissel Tolaas erhält immer wieder Aufträge aus der Industrie, unter anderem von Louis Vuitton, Cartier, Estee Lauder, Sony und Universitäten. Mit ihrem Arbeitgeber IFF war sie an dem Film Das Parfum beteiligt. Sie hat in der ganzen Welt ausgestellt, unter anderem im MoMA in New York und auf der Biennale von São Paulo.”

Eine beeindruckende Biographie, ein unglaublich spannender Job und ein sicher sehr interessantes Leben – mit vielen interessanten Projekten, immer an der Schnittstelle zwischen Kunst, Wissenschaft und der Mode- und Parfumindustrie. Für ihr Projekt Body as Communication zum Beispiel sammelte Sissel Tolaas über Jahre den Schweiß von Phobikern und stellte diesen nachher aus – auf Gemälden, um Reaktionen zu provozieren und anzuregen, zu was auch immer. Im Magazin Brandeins lässt sich ein schönes Interview nachlesen, das unter anderem von exakt diesem Projekt erzählt, siehe hier:

“Kann man Angst riechen? Und wenn ja, wie reagieren andere auf diesen Geruch? Für das Projekt “Body As Communication” besucht Sissel Tolaas seit sechs Jahren überall auf der Welt Menschen, die an Phobien, panischer Angst vor anderen Menschen leiden, und bittet sie, in krisenhaften Situationen ihren Schweiß mit speziellen Geräten aufzufangen. Die Moleküle dieser Ausdünstungen analysiert die Geruchsforscherin, um sie danach zu reproduzieren und als Öle in einer Wandfarbe in Galerien zu präsentieren. Freigesetzt werden die intensiven Schweißgerüche durch das Berühren der Wände, was zu drastischen Reaktionen führen kann. Etwa im Jahr 2005 in New York: “Der Sommer war extrem heiß. Und die Besucher trommelten mit den Fäusten wütend gegen die Wände, beschmierten sie oder verließen fluchtartig den Raum”, erinnert sich Sissel Tolaas mit offensichtlichem Vergnügen.”

Extrait.it hat bereits vor einiger Zeit ein nettes Interview mit Sissel Tolaas über ihre Tätigkeit(en) geführt, siehe hier:

Ende Februar diesen Jahres war Madame Tolaas nun auf der Design Indaba Conference in Capetown/Kapstadt, jener renommierten Designmesse, und trabte dort fröhlich durch die Stadt, um deren Gerüche zu entdecken:

Auf der Messe selbst entstand dann auch dieses Interview:

Interessant, oder? Kanntet Ihr Madame Tolaas? Und findet Ihr sie genauso faszinierend?

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Jean-Claude Ellena…

Geschrieben in Bücherkiste,Verweise,Wissenswertes am 30.07.2011

kann nicht nur Parfums, er kann auch Bücher: Journal d’un parfumeur : Suivi d’un abrégé d’odeurs heißt sein Werk, das aus dem Leben eines Parfumeurs, in diesem speziellen Falle von einem der besten weltweit, erzählt. Bei Nowsmellthis gibt es bereits eine Rezension, siehe hier, und wer mag kann sich auch einen kurzen Film ansehen, in dem der Meister selbst dazu erzählt:

Jean-Claude Ellena – Journal d’un parfumeur von Librairie_Mollat


Jean-Claude Ellena – Journal d'un parfumeur von Librairie_Mollat

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Oxymoronalarm – Oriental Lounge von The Different Company.
Jean Paul Gaultiers…
Spezereien aus fernen Ländern


Making Scents…

Geschrieben in Verweise,Wissenswertes am 21.07.2011

ist der Name des ersten Videos der zur IFRA (International Fragrance Association) gehörenden IFRANA (IFRA North America). Hier wird in nettem Comic-Stil erklärt, wie Düfte gemacht werden und was so darin landet. Dast stellt im Übrigen mittlerweile ein Problem dar, welches an einer Stelle des Films deutlich wird: Verantwortlich dafür ist der IFRA-Code of Practice. Dieser ist die verbindliche Grundlage für die Herstellung und Weiterverarbeitung aller Duftstoffe und deren Anwendung. Die Einhaltung desselben ist Grundvoraussetzung für alle Parfumhersteller, die Mitglied des IFRA sind oder diesem mittels nationaler Verbände angeschlossen sind. Die meisten weiterverarbeitenden Hersteller wie z.B. jene von Hygieneartikeln oder Haushaltsprodukten erwarten Produkte gemäß des IFRA-Standards, welcher weltweit gültig ist.

In den letzten Jahren kam die IFRA unter Parfumliebhabern wegen den darin enthaltenen sehr restriktiven Vorschriften unter Verruf: Sie hatte Anfang des Jahres 2010 erweiterte Vorschriften erlassen, die den Einsatz etlicher natürlicher und in vielerlei Parfums verwendeter Duftstoffe entweder strikt verbot oder erheblich reduzierte, was viele Duftfans und Parfumeure auf die Barrikaden trieb. Deren entrüstete Bemühungen waren, obgleich meines Erachtens nach zu Recht angesichts des “Regulierungsterrors”, von dem zu lesen war, leider umsonst. Was hätte mit Warnhinweisen wie z.B. auf Lebensmitteln gelöst werden können (“Kann Spuren von X enthalten”) hat bereits einige Düfte vom Markt verschwinden, andere reformuliert unkenntlich werden lassen.

Sicher gibt es einige Duftstoffe, die heutzutage nicht mehr verwendet werden können – weil sie tierischen Ursprungs sind und wir Gott sei Dank heutzutage andere Tierschutzgesetze haben (die, nebenbei bemerkt, immer noch nicht streng genug sind für meinen Geschmack). Oder weil es einfach nicht mehr den passenden Rohstoff dafür gibt, vielleicht auch nicht in der nachgefragten Menge und/oder in gleichbleibender Qualität.

Von der IFRA-Regelung sind aber leider nicht nur Exoten betroffen, Duftstoffe, die kaum zum Einsatz kommen. Es sind vermehrt die ganz gewöhnlichen Stoffe wie zum Beispiel Eichenmoos oder Bergamotte, die grundlegend sind für Duftfamilien wie die der Fougère- und Chypre-Düfte und damit in Klassikern wie zum Beispiel Guerlains Mitsouko verwendet werden. Dem wurde nun ein Riegel vorgeschoben: Mit dem Zusatzartikel 43, der am 01. Januar 2010 in Kraft getreten ist, ist es mit dem Spaß vorbei. Eichenmoos wird beispielsweise nur noch in einer Konzentration von bis zu 0,03 Prozent zugelassen, da es über zwei Moleküle verfügt, die die Haut reizen können und bei einer verschwindet geringen Menge an empfindlichen Menschen zu allergischen Reaktionen führen kann. Jenes Klientel könnte im übrigen auch auf Ylang-Ylang reagieren, auf arabischen Jasmin (Jasminum Sambac) und auf vieles andere auch. Deshalb beschützt man nun die Menschheit vor ihnen. Viele Häuser haben bereits vor Jahren auf die ersten Warnzeichen und bereits vor Jahren an den Rezepturen gedreht – Guerlain beispielsweise hat seine Düfte schon 2006 angepasst, was diverse Duftfans zum Bunkern veranlasste.

Luca Turin, Nasenpapst und Verfasser des lesenwerten Buches „Perfumes – The Guide“ bezeichnete diese Entwicklung Mitte 2010 in einem seiner Duftnoten-Artikel für Folio, das Magazin der Neuen Züricher Zeitung, als „Katastrophe“ und als „offiziellen Tod der Kunst der Parfumerie“. Und hat sowohl Gegenargumente als auch die passende Lösung parat, auf die leider niemand gehört hat:

„Man gewinnt den Eindruck, als sollten Düfte demnächst nicht mehr von Parfumeuren, sondern von einem Expertengremium der EU komponiert werden. Was tun? Es ist vollkommen sinnlos, die Logik der EU in Frage zu stellen, und zwar aus folgendem Grund: Parfum hat keinen nachweisbaren Nutzen ausser Schönheit. Schönheit kann nicht von Umweltchemikern gemessen werden, sie kann, wie man fairerweise zugeben muss, überhaupt nicht gemessen werden. Im Fall von Arzneimitteln wägt man die positiven gegen die negativen Wirkungen ab und nennt die negativen «Nebenwirkungen». Aber wo es keinen nachweisbaren Nutzen gibt, muss jedes Risiko unannehmbar hoch erscheinen – als ob man eine Zahl durch null teilen würde: Es kommt immer unendlich dabei heraus.

Natürlich muss die Zusammensetzung von Hautcrèmes und Shampoos geändert werden, aber Parfums im engeren Sinn sind etwas anderes. Für sie gibt es nur eine, wunderbar einfache Lösung: Die Firma Guerlain, die durch diese Gesetzesänderungen am meisten zu verlieren hat, müsste die Federführung übernehmen und, erstens, Mitsouko in seiner alten Pracht wiederherstellen (es ist witzlos, weiter daran herumzudoktern) und, zweitens, einen kleinen Hinweis auf das Flacon kleben: Nicht auf die Haut sprühen!“

Was für ein Verlust, dass wir nun im Laden nie wieder Mitsouko kaufen können, nie wieder Youth Dew, die Carons und etliche mehr – Octavian Coifan listete in seinem Blog 1000 Fragrances beispielhaft betroffene Düfte auf.

Ich fühle mich wirklich gegängelt, habe natürlich damals auch Hamsterkäufe getätigt und ärgere mich noch heute über die bereits umgesetzte Regelung, das Kleinbeigeben der Parfumindustrie und die Bevormundung von seitens irgendwelche EU-Bürohengste. Ich bin selber groß und würde gerne für mich entscheiden, von welchen Ingredienzen ich mir wo Pickel machen lasse. Oder wie seht Ihr das?

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Gestern war…
Our summer draw goes into extra time!
New friends, new luck – summer draw on Facebook [Update]


Welche Farbe steht mir eigentlich?

Geschrieben in Wissenswertes am 30.06.2010

Immer wieder hört man von Winter- und Sommer-Typen. Aber kaum jemand weiß, was hinter dieser schematischen Einteilung der Hautpigmentierung steckt. Oder sind alle Farb-Vorgaben eh längst überholt, und es gilt: Was gefällt, sieht auch gut aus?

Eine Kollegin fragte mich unlängst um Rat, denn Sie wolle gerne mal eine neue Haarfarbe ausprobieren – hatte aber Angst, statt in den richtigen Farbtopf eher ins Fettnäpfchen zu fallen. Denn leider sieht tatsächlich nicht jedes Haar an jeder Haut gut aus.

Die Erklärung liegt an der genetisch bestimmten Pigmentierung des Teints – sie regelt die Grundrichtung des Farbtyps. Je nachdem, welcher Anteil überwiegt, erscheint der Hautton eher wärmer oder kühler. Viel Karotin, also gelbes Pigment, sorgt für einen goldenen, elfenbeinfarbenen Teint. Mehr blaues Pigment, Melanin, sorgt für eine bläulich-rosig kühltonige Farbe. Der Schweizer Maler und Kunstpädagoge Johnannes Itten formulierte in den 1920’er Jahren seine Farbtypenlehre, in der er die Wirkung von Farben in unterschiedlicher Umgebung analysierte. Dabei entdeckte er, dass manche Farben besser oder eben schlechter mit anderen Nuancen harmonieren. Itten nannte das den „Simultankontrast“.

Um das zu verstehen, muss man nur einmal für ein paar Minuten auf eine monochrome, einfarbige Fläche blicken. Ist die Fläche zum Beispiel Rot, erscheint nach einiger Zeit vor Augen ein grünes Flimmern, das ist die Komplementärfarbe. Diese Beobachtung lässt sich nun übersetzen in die Welt der Schönheit: Denn wie gesagt hat jede Haut einen eigenen Farbton. Schimmert der Teint zum Beispiel leicht bläulich (viel Melanin), so könnte ein orangefarbenes Shirt oder ein orangestichiger Lippenstift auf dem Gesicht einen bläulichen Simultankontrast erzeugen. Dadurch wirkt die Haut müde und fahl, gerötete Unreinheiten treten optisch in den Vordergrund und sogar Falten fallen mehr auf. Gegen-Beispiel: Eine Frau mit warmem, goldenem Hautton trägt starkes Violett: Der Simultankontrast hüllt den Teint in einen gelblichen Schleier und das Gesicht wirkt ungesund, büßt an Ausstrahlung ein. Daher leitet sich ein gewisses Zusammenspiel zwischen Hautton und Kleidung, bzw. Make-up ab. Man kann seine Attraktivität also mit kleinen Farb-Tricks maßgeblich steuern. Allerdings unterscheidet Itten nicht nur nach den zwei Hauttonarten – kühl und warm – sondern auch noch nach deren Intensität. So entwickelte sich das Prinzip der Farbtypen, benannt nach den vier Jahreszeiten – von warm nach kalt: Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

Der Frühlingstyp

… Dies ist der in Mitteldeutschland und in allen nordischen und östlichen Ländern Europas und den USA am weitesten verbreitete Hautton. Blondes bis aschblondes Naturhaar, bis hin zu rotblond. Der Teint: Eher blass, gelbstichig, neigt zu Sommersprossen und reagiert UV-empfindlich, im Sommer maximal goldbraun getönt. Die Augenfarben können sehr verschieden sein, von Grün über Blau bis Goldbraun.

Das steht Ihnen: Helle, warme und vor allem frische Farben wie Orange, Lindgrün, Blattgrün, Lachs, Apricot, Koralle, Beige, Kamel. Besonders schön als Make-up auf den Augen: Warme Goldtöne. Auf den Lippen sind leuchtende, klare Rottöne ideal wie Tomatenrot. Aber bitte immer ohne bläulichen Anteil, wie zum Beispiel Bordeaux-Rot.

Davon sollten Sie Abstand nehmen: dunkle Farben, schwarz. Kalte Farbtöne lassen den Teint blass und müde erscheinen. Dunkles Tannengrün, Pink oder erdiges Braun sollten Sie ebenfalls vermeiden.

Prominente Frühlingstypen: Renée Zellweger, Nicole Kidman, Gwyneth Paltrow, Michelle Pfeifer, Jane Seymour

Der Sommertyp

… kommt ursprünglich vor allem in Norddeutschland häufig vor. Die Haare sind meistens aschblond oder bräunlich. UV-Licht rötet Ihren Teint schnell und sie neigen zu Sonnenbrand. Die Augen sind meist graublau, aquagrün oder petrolfarben. Ihre Haut wirkt leicht durchscheinend, rosa oder gelblich-beige.

Das steht Ihnen: blau-basierende, gedeckte und kühle Farben. Pudriges Rosé, Hellblau oder Mint sind wunderbare Lidschatten-Nuancen für Sie. Auf den Lippen darf es ruhig mal ein kräftiges Bordeaux sein, Himbeere oder Fuchsienrot. Tabu sind Rottöne mit Orange darin, sie rauben Ihrem Teint Ausstrahlung und Jugendlichkeit. Generell steht Ihnen alles pastellige besser zu Gesicht als knallige Leuchtfarben. Auf den Wangen ein frisches Rosa kann Wunder wirken, wenn Sie sich morgens im Spiegel als zu müde oder fahl empfinden.

Davon sollten Sie Abstand nehmen: Wie gesagt orangestichiges Rot, darüber hinaus sind Schwarz, reines Weiß (lässt älter wirken), gelb und gelbstichige Brauntöne ungeschickt für Sie.

Prominente Sommertypen: Sharon Stone, Cameron Diaz, Melanie Griffith, Dolly Parton, Heather Locklear

Der Herbsttyp

… ist so etwas wie der „Klassiker“ in Süddeutschland, Irland, sowie den südlichen Benelux-Ländern. Das Haar wird von einem Rotstich dominiert, zeigt sich aber oft auch in klassischem Dunkelbraun. Der Teint ist sehr blass und neigt zu Sommersprossen. In der Sonne bräunen Sie kaum. Die Augen sind Goldbraun, Bernstein, Braungrün oder Rehbraun.

Das steht Ihnen: Erdfarben und Farben, die sich hierzulande im echten „Herbst“ zeigen. Ideal sind alle Braun-Nuancen, von Schoko bis Rost. Dunkles Grün, Olive, gedecktes Orange und Beige. Auf den Lippen steht Ihnen dunkles Bordeaux hervorragend, Orange oder ein warmer Ziegel-Ton. Als Lidschatten empfehlen sich Champagner, warmes Gelb und Lachsrosa.

Davon sollten Sie Abstand nehmen: Kalte Töne sowie grelles, blaustichiges Pink. Nuancen wie Jade oder Seegrün sind zu kühl für Ihren Teint, ebenso Marine und Jeansblau.

Prominente Herbsttypen: Julia Roberts, Cindy Crawford, Jennifer Lopez, Sophia Loren

Der Wintertyp

… ist ebenfalls vor allem in Süddeutschland, Südeuropa, den USA und Asien beheimatet. Er hat fast immer schwarzes oder sehr dunkles braunes Haar, ein leuchtendes Augenweiß und bräunt sehr schnell. (Ausnahme: Der „Schneewittchen“-Typ. Er bräunt fast gar nicht und bleibt meistens blass.) Die Haut ist im Winter bläulich, im Sommer olivfarben und langanhaltend braun. Die Augenfarbe ist dunkelbraun, grün oder Schwarzbraun.

Das steht Ihnen: Kräftigende, leuchtende Farben wie Rot, Blaugrün, Royalblau, Indigo, Violett und Pink.

Wunderbar als Lidschattenfarbe eignet sich Türkis oder – wer es prägnanter mag – Violett, sowie Silber. Auf die Lippen gehört rubinrot, rosa oder Pink. Der Wintertyp ist außerdem so ziemlich der einzige, der mit Schwarz hervorragend zurecht kommt. Das gilt sowohl als Haarfarbe, Oberbekleidung aber auch (abends für die Party) auf den Lippen und als deutlich sichtbarer tiefschwarzer (und je nach Augenform ruhig etwas breiterer) Lidstrich.

Davon sollten Sie Abstand nehmen: Mischtöne wie Graublau, jedes Braun und alle pudrigen Pastell-Nunacen stehen Ihrem Typ nicht so gut. Ebenso können Sie auf Gelb und goldene Nuancen gut verzichten. Am schlechtesten steht Ihnen aber Orange – diese Farbe lässt Sie müde und abgespannt wirken.

Prominente Wintertypen: Catherine Zeta-Jones, Monica Belluci, Demi Moore

Aber zurück zu meiner Kollegin und ihrer Frage nach dem Haarefärbe-Wunsch. Denn eigentlich hat das Farbschema der Vier Jahreszeiten-Typen in unserer Zeit ein wenig an Relevanz verloren. Noch in den achtziger Jahren als einzig wahre Lösung von Mode- und Typberatern ausgegeben (und in unzähligen Büchern breitgetreten), hat sich der Blick heutzutage etwas gelockert. Erlaubt ist alles, was gefällt. Und da kann es nun mal passieren, dass ein Sommertyp sich am Liebsten ganz in schwarz kleidet und seine Haare umfärbt, weil sie den Effekt des Blassen, Strengen nun mal lieber mag, als in pudrigem Pastellblau charmant zu wirken. Gut aussehen kann die Frau dennoch. Allerdings kann es eben vorkommen, dass Sie sich morgens im Spiegel nicht so gefallen, und Sie sich bewusst eben doch für eine Farbe entscheiden, die Ihrem Typ gerecht wird – und voilà, auf einmal finden Sie die andere da im Spiegel wieder toller und hübscher. Außerdem hat man gelernt, dass der Simultankontrats umso stärker auftritt, desto näher die Störfarbe am Gesicht ist. Tiefschwarz gefärbtes Haar oder eine schwarze Bluse kann an einem Frühlingstyp absolut „daneben“ aussehen, ein schwarzer rock dagegen schon wieder super. Denn er wirkt sich optisch weniger stark auf den Teint aus, da er ja (logisch) weiter vom Gesicht entfernt ist. Wer also wie meine Kollegin seinen Typ z.B. mittels einer neuen Haarfarbe verändern möchte, sollte sich zuerst überlegen, welchen Effekt er (jaja, oder: sie) damit erzielen möchte – mehr Strenge oder mehr Charme – und sich dann für oder eben gezielt gegen eine für ihn (sie) harmonische Farbe entscheiden. Der schlichtweg beste Tipp wird aber immer sein, bevor man sich die Haare färbt: Besorgen Sie sich eine Bluse oder ein T-Shirt in dem gewünschten Farbton, den die Haare demnächst bekommen sollen, und tragen sie so die Nuance – direkt neben dem Gesicht – erstmal Probe. So werden sie ganz schnell feststellen, wie wohl Sie sich fühlen. Und dann erst ab zum Friseur…

Ihr Constantin Herrmann.

Bildquelle: Renee Zellweger von David Shankbone, Cameron Diaz von Angela George, Jennifer Lopez von Steve Bott und Monica Bellucci von Manfred Werner – alle via Wikimedia Commons. Some rights reserved. Vielen lieben Dank!

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Yoga findet Dich!

Geschrieben in Bücherkiste,Wissenswertes am 28.06.2010

Promis lieben Yoga, von Ralf Bauer bis Jennifer Aniston, von Ursula Karven bis Madonna. Wer kein Yogi ist, fühlt sich irgendwie ausgeschlossen, fast „out“. Zuerst dachten wir, der Trend gehe schon wieder vorbei. Weit gefehlt, immer mehr Yoga-Schulen, -Lehrer und –Bücher schießen aus dem Boden. Vielleicht wird es doch Zeit zu lernen, was Hatha Yoga, Jivamukti und Bikram bedeutet. Und vielleicht ist es an der Zeit zu erfahren, was Yoga für jeden einzelnen von uns tun kann…

Fangen wir von vorne an. Was ist Yoga eigentlich genau? Ein Wundermittel? Sehen all die Stars und Promis so gut aus, weil sie zu Musik fernöstlicher Klangschalen irgendwelche spirituellen Mantras murmeln? Nicht wirklich. Denn Yoga ist durchaus harte Arbeit.

Die positiven Effekte kommen nur durch regelmäßiges Training. Und das über einen längeren Zeitraum, mindestens so etwas zwischen sechs Wochen und vier Monaten. Und zwar bei täglichem Training! Aber die, so sagen Yogis, lassen sich locker durchhalten, denn manche Veränderungen sind doch sofort spürbar. Gestresste fühlen sich auf einmal gelassener, Untrainierten wird ein saftiger Muskelkater am nächsten Tag zeigen, dass auch die „ach-so-sanften“ Übungen eine Menge abfordern.

Ausflüchte wie “Dafür bin ich einfach nicht beweglich genug”, “mein kaputter Rücken erlaubt mir keinen Sport” oder der Klassiker: „ich bin doch kein Hippie“ gelten nicht. Denn erstens kann jeder Mensch Yoga üben, nämlich einfach die Übungen, die er machen kann, so gut er es nun mal kann. Und zweitens kann man das Esoterische auch ausblenden. Was bleibt ist ein Workout für Geist und Körper, der den Stress des Tages minimieren kann, Verspannungen löst, der Psyche mehr Energie spendet und für ein besseres Körperbewusstsein sorgt. Man sitzt aufrechter, hält den Rücken gerader, verfügt über eine dauernde Körperspannung und fühlt sich auf einmal wohler in seinem Körper. Klingt doch super, oder! Das ist auch der Grund, warum die meisten Menschen erst zum Yoga kommen, wenn Sie schon unter Rückenproblemen, Kopfschmerzen oder geistiger Unruhe leiden. Wie sagen Yogis so schön: Wenn die Zeit richtig ist, erwischt sie einen ohnehin, die “Sucht” nach mehr Wohlgefühl.

Was ist Yoga eigentlich?

Diese Frage ist eigentlich andersrum leichter zu beantworten: Was ist Yoga nicht?

Yoga ist keine Religion und auch kein Dogma. Yoga ist vielmehr eine Philosophie aus Indien. Das Wort „Yoga“ stammt aus dem Sanskrit und bedeutet so viel wie „Vereinigung“. Vereinigung von Körper und Geist mit „dem großen Ganzen“. Gut, dass klingt jetzt schon wieder unglaublich nach Esoterik-Kram, auf den nun mal nicht jeder steht. Aber in Normal-Deutsch übersetzt bedeutet das nichts anderes als: Yoga vermittelt ein neues Körpergefühl. Geist und Körper werden in Einklang gebracht. Man lernt, Stress wegzuatmen, innere Knoten und Anspannungen mit Workout zu beheben und im Alltag gelassener an die Dinge heranzugehen. Also gar nicht sooo schlimm esoterisch.

Yoga ist aber auch keine Sportart. Auch wenn sie immer wieder so dargestellt wird.

Yoga ist ein Übungsweg. Ziel dieses Weges ist es, zu sich selbst zu finden. Plötzlich versteht man, wieso bestimmte körperliche Probleme auftreten, wie sie entstehen und wie man dagegen steuern kann. Yoga ist weniger Workout für den Körper, sondern vielmehr Entspannung für den Geist. Der Geist lernt mit Hilfe der Methoden des Yoga sich zu sammeln und friedvoll zu werden – vielleicht nicht ständig, aber immer öfter, und vor allem auf Abruf! Das dürfte nicht nur dem Autor dieser Zeilen zugute kommen, der ein rechter Hitzkopf ist. Wenn ich mir angucke, wie viele Menschen morgens beim Autofahren nicht ohne hysterisches Hupen zur Arbeit kommen, würde ich sagen: viel mehr Menschen sollten Yoga machen!

Aber was bedeutet eigentlich: Yoga machen?

Durch die Körper-Übungspraxis des Hatha-Yoga (das ist der erste Übungsweg im Yoga, der Geist und Körper gemeinsam bearbeitet) kann man schlichtweg fitter werden, Muskeln aufbauen und spezielle Symptome, etwa Rückenschmerzen, bekämpfen. Alles das kann laut Yoga-Experten aber nur gelingen, wenn man auch seine „geistigen und spirituellen Muskeln“ trainiere. Soll heißen: mangelnde Fitness, Schwäche und Rückenschmerzen haben in der Regel auch ihre Ursachen darin, dass die Psyche nicht fit und durch vielfältige Zerstreuungen geschwächt ist.

Seien wir ehrlich: Kaum jemand hat Zeit (oder Lust – und vor allem die Kraft, den doofen inneren Schweinehund zu massakrieren), um wirklich regelmäßig ins Fitness-Center zu gehen oder einen Yoga-Kurs zu besuchen. Also bleibt die Bewegung letztendlich bei den meisten auf der Strecke. Umso schlimmer, wenn wir Stress haben. Natürlich: Wer abends erschöpft nach einem langen Tag nach Hause kommt, würde sich lieber auf das Sofa werfen, statt den Körper zu trainieren. Und morgens? Lieber eine halbe Stunde länger schlafen, als Frühsport zu probieren.

Aber hier ist Yoga doch der perfekte Weg zu mehr Stärke. Denn man kann „yogieren“, wann immer man nur will. Ganz Ungeübte sollten am besten nur 10 bis 15 Minuten üben und die Trainingsdauer dann allmählich steigern. Das kann morgens nach dem Aufstehen sein, um Kreislauf, gute Laune und Beweglichkeit zu fördern, oder abends, um den Stress des Tages abzuschütteln und Verspannungen zu lösen.

Es gibt mittlerweile unzählige Yoga-Bücher und –DVDs, die eine Grundanleitung für Asanas (= Yoga-Übungen) bereit halten. Aus denen kann man sich die Übungen heraus picken, auf die man Lust hat, und die eventuellen geistigen oder körperlichen Symptome behandeln. Besonders möchte ich das „Yoga Gesundheitsbuch“ von Anna Trökes empfehlen, das mir beim Einstieg enorm geholfen hat. Hier werden die Grundbegriffe des Yogas erklärt und Asanas gezeigt, die gezielt Beschwerden wie Gelenkschmerzen, Angstzustände, Schlafstörungen, Asthma oder Rückenprobleme behandeln. (Gräfe und Unzer-Verlag 22,90 Euro). Ein toll bebildertes, umfangreiches Kompendium, mit dem man schon ganz schnell loslegen kann.

Mein zweiter Buchtipp wäre Ursula Karvens „Yoga für Dich und überall“, das 60 süß illustrierte und unterhaltsam beschriebene Übungen für den Alltag bereit hält. Denn Yoga kann man zwischendurch auch ganz bequem in den Alltag integrieren. Eine kleine Übung morgens im Bett, um besser in den Tag zu starten. Eine am Schreibtisch, um akuten Stress zu minimieren, eine beim Kochen oder sogar beim Faulenzen im Kinosessel, um ganz nebenbei die Muskulatur zu straffen.

Im Laufe der Zeit haben sich viele Traditionslinien des Yoga herausgebildet, vor 3500 Jahren am Beginn war der Yoga noch sehr stark von einer magischen Sicht auf die Welt geprägt. Daher dürfte auch dieser esoterische Kram rühren, den Yoga immer ein wenig umweht (und mich persönlich Jahre lang davon abgehalten hat, mich mit Yoga auseinanderzusetzen). Die Yogis – früher „Rishi“ (Seher) genannt – waren Menschen, die intensiven Kontakt mit ihren vedischen Göttern pflegten. Sie glaubten, mittels bestimmter Atem- und Meditations-Übungen in Kontakt zu ihren Gottheiten zu treten. Erst ab dem 6. Jahrhundert vor Christus wurden aus diesen als Außenseiter der Gesellschaft betrachteten Rishis richtiggehende Weisheitslehrer, die ihr Können an willige Schüler weitergaben. Aus dieser Zeit stammen auch die ersten reinen Yogatexte, denn bis dahin wurde das Wissen um Yoga nur mündlich weitergegeben – ein bisschen wie eine Art Geheimlehre.

Yoga wird seitdem in der Gemeinschaft trainiert. 500 v. Christus zog so ein Yogi namens Siddharta Gautama Shakyamuni durch Nordindien, besuchte diverse Yoga-Gruppen und –Lehrer und fand irgendwie alles nicht so richtig toll. Die Lehren, die damals vermittelt wurden, engten ihn zu sehr ein. Er suchte das reine Bewusstsein. Und als er es fand – unter einem Pappelfeigen-Baum, wurde er zu „Buddha“, dem „Erwachten“. Seitdem ist Yoga frei von allen Gottheiten, frei von Religion. Der Yogaweg wie wir ihn heute kennen, nahm seinen Lauf.

Welche Yoga-Arten gibt es, und welche ist die Richtige für mich?

Den zweiten Teil der Frage muss sich wohl jeder Yoga-Neuling selber stellen. Eine Anweisung kann es nicht geben, man findet seinen Stil nur durch Herumprobieren. Am einfachsten ist es wohl, mit dem klassischen Hatha-Yoga zu beginnen und dann nach Lust und Laune hin und wieder etwas Neues zu probieren. Wichtig ist allerdings, dass man nach einiger Zeit einen Yoga-Lehrer sucht und Stunden nimmt (alleine oder in der Gruppe). Erstens, damit sich bei den Übungen nicht Fehler einschleichen und festsetzen, zweitens weil es nur mit einem „Guru“ (ebenfalls ein Wort aus dem Sanskrit, das übersetzt so viel bedeutet wie „der, der Licht ins Dunkel bringt“) möglich ist, Geist und Körper im Sinne des Yoga als Philospohie in Einklang zu bringen.

Hier die wichtigsten Yoga-Wege als Übersicht:

Anusara-Yoga

… vereint mehrer klassische Ansätze. Ziel ist eine freudvolle Praxis, um im Einklang mit dem Körper innere Schönheit zu erleben. Klingt hochgestochen, macht aber richtig Spaß. Man denkt viel über innere Schönheit nach und wie man sie nach außen vermitteln kann.

Ashtanga-Vinyasa

… ist sehr kraftvoll und dynamisch. Basierend auf dem Hatha-Yoga werden sehr anspruchsvolle Asana-Reihen im indischen Stil geübt, die durch Sprünge miteinander verbunden sind. Sehr wichtig dabei: Die typische Yoga-Atmung.

Bikram-Yoga

… ist definitv nichts für Anfänger, denn man kommt mächtig ins schwitzen. Trainiert wird bei 38° Celsius und bis zu 40 % Luftfeuchtigkeit. 24 Hatha-Yoga-Übungen und zwei Atemübungen werden „durchgehechelt“, um Kraft, Balance und Biegsamkeit des Körpers zu steigern. Gleichzeitig soll das Schwitzen den Körper entgiften.

Hatha-Yoga

… ist so etwas wie die Urform aller Yogi-Übungen, ein Oberbegriff für Körper- und Atemübungen, um Seele und Körper in Harmonie zu bringen. Hatha bedeutet so viel wie Kraft, Ausdauer, Energie.

Hormon-Yoga

… ist eine Kombination aus Hatha-Yoga, tibetischen Energieübungen und dem Kundalini-Yoga. Eierstöcke, Schilddrüse und Nebennieren werden gezielt stimuliert, um die Hormonproduktion anzukurbeln. Viele Frauen in den Wechseljahren schwören darauf! Eine Studie der Universität Sao Paolo stellte bei Frauen fest, dass der Östrogen-Spiegel nach vier Monaten Hormon-Yoga um 254 Prozent gestiegen war. Beeindruckend! Aber bitte fragen Sie jetzt nicht, was bei Männern passiert, die dieses Training absolvieren. Ich weiß es nicht…

Jivamukti-Yoga

… stammt aus dem New York der 1980er-Jahre. Jivamukti bedeutet übersetzt so viel wie „Befreiung der Seele“. Fließende, tänzerische Bewegungen statt einzelner Asanas wechseln mit Gesang und Atem-Training, um mentale Stärke und Ausgeglichenheit zu erreichen.

Lassen Sie mich zwei Sätze als Fazit zu meiner neuen Yoga-Begeisterung sagen: Erstens, Yoga hat für jeden etwas zu bieten. Wen das Esoterische nicht stört, oder wer es sogar etwas spirituell mag, für den ist Yoga sowieso super! Wer, na sagen wir, etwas bodenständiger veranlagt ist, der kann das Klim-bim ausblenden und Yoga als sportliche Ertüchtigung sehen. So oder so spürt man schon nach ein paar Trainingsrunden eine effektive Wirkung auf Körper und Geist. Ich persönlich fühle mich herrlich beruhigt. Bei der anschließenden Tiefen-Entspannung, die ich immer noch gleich mitmache, schlafe ich zwar im Handumdrehen ein, und meine Yoga-Lehrerin sagt, das Schnarchen sei eine Zumutung für die Gruppe, aber gleichzeitig verspricht sie, das werde mit der Zeit besser. Denn das ist das Tolle an Yoga: es wird mit der Zeit wirklich immer besser! Man kann immer tiefer und schneller entspannen, spürt, wie der Körper Übungen schafft, bei denen er vorher gestreikt hat. Man spürt, wie Rückenschmerzen und Verspannungen sich in Wohlgefallen auflösen. Und wenn ich jetzt Madonna im Fernsehen wieder mal weise nicken sehe, kann ich zurück lächeln. Ich bin jetzt nämlich ein „Insider“. Und das können Sie auch werden. Oder wie sagt der Yogi so schön: Du findest nicht zu Yoga, Yoga findet dich!

Ihr Constantin Herrmann.

Bildquelle: Bonsai von Gabriella Fabbri und Yoga von Aaron Neifer – beide via StockXng. Some rights reserved. Vielen lieben Dank!

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Unter der Sonne Kaliforniens

Geschrieben in Wissenswertes am 25.06.2010

In meinem letzten Artikel haben wir die Duftvorlieben der großen Diven des alten Hollywoods kennengelernt. Heute werden wir einen Blick auf die Herren der Schöpfung werfen. Außerdem werden wir auch noch erfahren, was die prominenten Männlein und Weiblein heutzutage so an ihre Haut lassen. Was denkt Ihre denn? Was ist heute so Trend bei Hollywoods?? Schade, dass der rote Buzzer hier fehlt und wir nicht einfach mal schnell ein bisschen interaktiv werden können. Manchmal wäre das schon toll. Naja, warten wir einfach noch ein paar Jahre, dann geht das doch bestimmt auch. Er ist ja schließlich unaufhaltsam, der Fortschritt! :-)

Ganz altmodisch werden wir jetzt erst einmal. Ganz soweit zurück wie in meinem letzten Artikel gehen wir allerdings nicht, wir bleiben im 20. Jahrhundert. Erster Kandidat unserer Old Hollywood-Beaus ist kein geringerer als Clark Gable. Berühmt wurde er für die Rolle des Rhett Butler in ‚Vom Winde verweht’ aus dem Jahre 1939. Einen Oscar besaß er zu dieser Zeit schon: 1934 gewann er die begehrte Trophäe für die Hauptrolle in der Screwball-Komödie ‚Es geschah in einer Nacht’. Für die Rolle des Rhett blieb es für ihn bei der Nominierung. Vom American Film Institute wurde er auf Rang 7 der 25 größten männlichen Filmlegenden aller Zeiten gewählt. Sein Lieblingsduft war der Chypre von Coty.

Den ersten Platz in der Herren-Filmlegendenrangliste belegte kein anderer als der wandelnde Trenchcoat Humphrey Bogart. Zu seinen berühmtesten Filmen zählen unter anderem ‚Casablanca’ und ‚Die Spur des Falken’, in denen er zumeist hartgesottene, schnodderige und zynische Charaktere spielte, immer bewaffnet mit einem Glas Whisky und einer Fluppe im Mund. Wenig verwunderlich ist seine Duftpräferenz: Tabarome Millesime von Creed. Wenn man den Duft trägt, fühlt man sich angeblich, als ob man in die Blätter einer kubanischen Zigarre eingewickelt wäre – also: Tabak pur! Das passt, finde ich! Das Schüsschen Single-Malt muss man sich halt dazu denken (oder was trinkt der gute Humphrey immer?). ;-)

Dicht hinter Bogey, auf Platz 2 im Ranking der männlichen Filmlegenden lauert Cary Grant. Der gebürtige Brite brillierte als selbstironisch-unwiderstehlicher Weltmann in unzähligen Komödien und diversen Hitchcock-Filmen. Seine verführerische Wirkung mag vielleicht an seinem Parfum gelegen haben. Creed kreierte für ihn den sportlich-eleganten Duft Green Irish Tweed. Zeitgleich mit Grant machte auch Gary Cooper in Hollywood Karriere. Ich verwechsle die zwei irgendwie auch immer namentlich. Cary und Gary ist aber ja auch zu ähnlich und mein Namensgedächtnis war eh noch nie das beste. Naja, und optisch sind die beiden Herren sich ja nun auch nicht unähnlich mit ihren dunklen Haaren. In den ollen Schwarz-Weiß-Filmen wirkt das ja dann noch mal ähnlicher. Nun, genug meiner persönlichen Zuordnungsprobleme! Herr Cooper war jedenfalls auch ein Anhänger der Creed-Düfte. Er pflegte den Duft Epicea zu tragen, welcher –für die, die Französisch können: Nomen est omen – die Noten von Fichte, Lavendel und Gewürznelke vereint und angeblich die perfekte Verkörperung von Wildnis und Abenteuer darstellt. Gut, diese Duftassoziation lässt mich persönlich spontan eher an einen Indiana Jones oder Crocodile Dundee denken als an den recht schweigsamen, stets integeren Charakterdarsteller Cooper. Aber dafür bin ich halt dann wahrscheinlich doch zu sehr Kind der 80er. Mein Bild von Wildnis respektive Abenteuer basiert auf verschwitzt-verstaubten Archäologen mit Schlapphut und Peitsche oder faltigen Krokodiljägern mit Messer und Lederweste – wenig sophisticated, ich gebe es zu – und nicht nicht mehr auf den ebenso knarzig-ledrigen wie wortkargen Westernhelden mit Fluppe oder Zahnstocher im Mundwinkel, die wohl die Haudegen der Cooper’schen Generation darstellen. Ja, die Zeiten ändern sich! ;-)

Und wenn wir nun schon einmal dabei sind, verlassen wir doch die Bogarts, Grants und Coopers und wenden uns der jüngeren Vergangenheit sowie dem Heute zu. Nehmen wir zum Beispiel mal den eben genannten Indiana Jones-Darsteller Harrison Ford. Im Gegensatz zu seinem berühmten Filmcharakter, der wahrscheinlich nur nach Schweiß, Blut und dem Staub der Wüste duftete, trägt Herr Ford mit Vorliebe….. na, was wohl: Creed. Wie auch George Clooney (mmmh, lecker Kerlchen!), Kevin Costner, Pierce Brosnan, Richard Gere, Russell Crowe, Tom Hanks und der Equidenflüsterer Robert Redford. Eine recht illustre Runde. Mir scheint gar: Jeder, der in Starkreisen was auf sich hält und der gehobeneren Promiriege angehört, trägt die edlen Creed’schen Duftwässerchen. Aber nicht nur Charakterdarsteller mittleren Alters, auch die Pop-R’n’B-Heulboje Justin Timberlake und der ewig verschmitzte Lausbub Robbie Williams tragen Parfums des Traditionshauses. Und: Usher, Ricky Martin, Ozzy Osbourne, Gerard Depardieu, David Beckham, 50 Cent… Ja, die alle auch. Vielleicht muss ich meine These noch mal überdenken…

Mir bekannte Ausnahmen wären Brad Pitt (Musk von Lorenzo Villoresi), Robert Downey Jr. (Gendarme), Jared Leto (CK One), Seal (Gendarme), Tom Cruise (Gendarme), Robert DeNiro (mag die Herrendüfte von Annick Goutal) und noch viele, viele andere.

Und die Ladies im heutigen Hollywood? Nun, wenn ich das so richtig sehe, duftet man als weiblicher Promi am besten süß-exotisch nach Vanille, Kokos oder einfach sauber nach frischer Wäsche respektive frisch geduscht– die Düfte von Comptoir Sud Pacifique, La Maison de la Vanille und die gesamte Clean-Duftbrigade sind absolut hip und up-to-date in den Hügeln rund um Los Angeles. Fast alle aktuellen weiblichen Promis haben diese Düfte auf Ihrer persönlichen Hitliste. Ausnahmen gibt es natürlich auch, wenn auch wenige. Da wären zum Beispiel Schmollmund Scarlett Johansson (passenderweise eher wuchtbrummig: Chanel No. 5 und Muglers Angel), die ewig hüftschwingende Shakira (der leichte, pudrig-florale Duft Petits & Mamans von Bulgari – da hätte ich etwas anderes erwartet), Halle Berry (layert die L’Artisan Düfte Mimosa Pour Moi und Premier Figuier), Jennifer Lopez (anscheinend so überzeugt von sich und ihren Duftkreationsfähigkeiten, dass sie doch tatsächlich hauptsächlich ihren eigenen Duft Glow trägt) und Sarah Jessica Parker, die ihren eigenen Duft Lovely mit dem CdG-Weihrauchduft Avignon layert (das kommt jetzt ehrlich gesagt auch ein wenig unerwartet… mmh, Frau Parker und Weihrauch?? Also, ich find’s gut! Daumen hoch von mir!). Die drei letzteren haben allerdings auch die Exotik- und Sauberdüfte in ihrem Duftschränkchen stehen, wie mir eine zuverlässige Quelle versichert hat. :-)

Nun aber genug des Promi-Geplänkels aus dem sonnigen Kalifornien!

Einen schönen Tag wünscht Euch,

Eure Stephanie.

Bildquelle: Humphrey Bogart & Lauren Bacall und Cary Grant & Audrey Hepburn – beide via WikiMedia Commons. Some rights reserved. Vielen Dank!

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ALzD-Duftsampleprogramm.
Einen schönen Feiertag…
Öfter mal was Neues: Samstagsverlosung.


Old Hollywood Glamour

Geschrieben in Wissenswertes am 21.06.2010

Mode, Parfums und Stars – diese drei Begriffe scheinen in der heutigen Zeit irgendwie zusammenzugehören wie in meiner Jugend nur Tick, Trick und Track. Fast jeder Promi, der wahlweise eine Rolle in einem Hollywood-Blockbuster ergattern konnte oder auch nur einmal einen Top100-Hit landete, ist nebenberuflich als Mode- oder Duftdesigner tätig. Naja, oder besser: Man gibt seinen Namen dafür her. So bleibt man in aller Munde, was für die praktisch veranlagte Promiseele ja äußerst wichtig ist. Die Düfte von Fräulein Spears, der SATC-Quäkstimme Sarah Jessica Parker und dem ausladenden Gesäß La Lopez überfluten die Drogerien und Parfumerien. Das Schlimmste dabei ist: Es ist kein Ende in Sicht. Denn: Die Duftwässerchen verkaufen sich und zwar nicht zu knapp. Ich erinnere mich noch an eine Nahtoderfahrung (ja, man kann es ruhig und getrost so nennen), als ich mein zartes Näschen voller Einfalt und jugendlichem Leichtsinn über einen mir angebotenen Teststreifen hielt, auf dem ein Duft war von… leider weiss ich nicht mehr genau, von wem. Prominent war er/sie/es auf jeden Fall. Nun ja, mir verschlug jedenfalls es dabei nicht nur die Sprache, sondern auch fast den Atem und ich möchte betonen: Nicht vor Verzückung! Aber wie ich mir immer so schön ins Gedächtnis rufe: Geschmäcker sind verschieden! Außerdem war ich auch mal 15 (mein Duft damals, als Teenie der 90er nicht verwunderlich: CK One) und kann mich daher rückblickend ansatzweise in die hormongeplagten, dauergiggelnden Mädels hineinversetzen, die wohl das Hauptklientel der prominenten Duftwässerchen darstellen. In entsprechenden Foren tauschen sich jene jedenfalls ausgiebig über die, ich zitiere: „Hamma“-Düfte von Britney, Kylie, JLo & Co aus. Nun, was den Kostenpunkt angeht, dürfte das Taschengeld für den Erwerb von Lovely, Curious und Glow sowie all die anderen ähnlich klingenden, da immer irgendwie mädchenhaft-bezaubernd betitelten Parfums reichen, da sie dann doch eher im schülerfreundlichen unteren Preissegment angesiedelt sind.

Mir persönlich stellt sich da die Frage, was denn die werten Damen (und Herren) Hollywood-Duftkreateure denn selbst an ihre zarte Promihaut lassen. Nur schwerlich kann ich mir vorstellen, dass da nur Wasser und ganz wichtig: der eigene Duft ran darf. Was sind denn überhaupt die Lieblingsdüfte unserer Stars und Sternchen? Und was trugen die großen Diven vergangener Zeiten?

Wie wir noch erfahren werden und wie auch irgendwie zu erwarten war, haben sich die Parfumgeschmäcker in den letzten 120 Jahren ziemlich gewandelt. Wir beginnen vor langer, langer Zeit, sprich: Im ausgehenden 19. Jahrhundert. Wir befinden uns hier zwar noch nicht in den Hügeln des kalifonischen Sonnenstaates, die amerikanische Filmmetropole existierte zu diesem Zeitpunkt nämlich noch gar nicht. Im Europa des späten 19. Jahrhunderts war die Französin Sarah Bernhardt die prominenteste Schauspielerin, berühmt unter anderem für ihre Darstellung der Kameliendame. Die göttliche Bernhardt duftete am liebsten nach dem holzigen Orientalen ‚Jicky’ von Guerlain aus dem Jahre 1889, später dann nach dem Houbigant Blütenklassiker ‚Quelques Fleurs’. Einige Jahrzehnte später (nun sind wir in Kalifornien angekommen) trug eine andere Schauspielerin den Beinamen ‚die Göttliche’: Greta Garbo. Die gebürtige Schwedin ist eine der größten US-Filmlegenden und unsere erste wirkliche Repräsentantin des Old Hollywood Glamours. Zu ihren Duftlieblingen gehörten The Crown Perfumerys Florientale ‚Tanglewood Bouquet’ und die Balmain-Düfte ‚Vent Vert’ sowie ‚Ivoire de Balmain’.

Wie die Garbo zählt auch Marlene Dietrich zu den Filmgöttinnen des alten Hollywoods. Bereits vor ihrer Emigration in die USA war die Dietrich irgendwie anders als andere Frauen ihrer Zeit. Sie war nicht gefällig, hatte Ecken und Kanten, trug gerne Männerkleidung und rauchte wie ein Schlot. Damals ein Skandal! Rebellisch und unkonventionell zeigen sich auch ihre Duftpräferenzen: Der wild-ledrige ‚Bandit’ von Piguet, Carons Ode an die rauchende Frau ‚Tabac Blonde’ sowie der Peitschenhieb ‚Coup de Fouet’. Auch ‚Fracas’ zählte zu den Düften ihrer Wahl und natürlich ihre persönliche Duftkreation aus dem Hause Creed ‚Angelique Encens’ aus dem Jahre 1933, der mittlerweile leider vom Markt genommen wurde – den Reformulierungen sei Dank.

Irgendwie anders und unkonventionell in ihrer Art war auch ihre Hollywood-Kollegin Katharine Hepburn. Sie war hoch gebildet, hatte einen Uni-Abschluss in Philosophie und Geschichte, was in der damaligen Zeit als Frau und unter Schauspielern eher argwöhnisch beäugt wurde. Außerdem besaß sie eine gehörige Portion Selbstbewusstsein, eine scharfe Zunge und ein oftmals herrisches Auftreten, was ihr den Beinamen ‚die Zarin’ eintrug. Anspruchsvoll war sie nicht nur in ihrer Rollen-, sondern auch in ihrer Duftauswahl: Sie liebte den Guerlain-Duft ‚Vol de Nuit’ aus dem Jahre 1933.

Ganz anders dagegen ihre zarte Nachnamensvetterin Audrey. Die grazile Schönheit mit den braunen Rehaugen liebte florale Düfte: ‚Spring Flower’ von Creed gehörten ebenso zu ihrem Sortiment wie Patous Jasmin- und Rosenbombe ‚Joy’ oder der fruchtige Blütenduft ‚Ivoire de Balmain’. Untrennbar verbunden ist die Holly Golightly-Darstellerin aber mit einer Duftkreation aus dem Hause Givenchy. Der französische Modeschöpfer Hubert de Givenchy lernte die damals 24-jährige Schauspielerin bei den Dreharbeiten zu ihrem Film ‚Sabrina’ kennen. Es entwickelte sich eine langjährige Freundschaft. Sie wurde seine Muse, er ihr „Leib- und Magen“-Modedesigner. Fortan trug sie in allen ihren Filmen seine Kostüme. Er kreierte ihr zu Ehren den romantisch-floralen Duft ‚L’Interdit’.

Zeitgleich mit der jungen Hepburn etablierte sich auch eine andere junge Schauspielerin vor den Kameras Hollywoods, die aber das genaue Gegensteil der zart-elfenhaften Audrey war. Marilyn Monroe stilisierte sich innerhalb weniger Jahre zum sexbombigen Weltstar. Sie war schon zu Lebzeiten eine Legende und ist es bis heute geblieben. Und welcher ebenso legendäre Duft lag ihr wohl besonders am Herzen? Ja klar: ‚Chanel No. 5’. Im Bett trug sie nach eigener Aussage gewöhnlich nur ein paar Tropfen dieses Duftes. Ah ja… Aber ehrlich: Hätten wir etwas anderes erwartet? Neben Chanels fünfter Sinfonie hatte sie (außerhalb des Bettes) eine Vorliebe für den Rosen- und Jasminkracher ‚Joy’ sowie ‚Fracas’, diese trug sie dann auch gerne in Kombination mit Kleidung. ;-)

Der kühlen US-Ostküstenschönheit Grace Kelly wurde zu ihrer Hochzeit mit dem monegassischen Fürsten Rainier vom Traditionshaus Creed der Duft ‚Fleurissimo’ kreiert. Eine Sonderanfertigung, die fünf Jahre lang nur ihr vorbehalten war. Nach Ablauf dieser Exklusivfrist war Jackie Kennedy eine der ersten, die die florale Komposition (ja, der Name lässt es bereits vermuten) aus Tuberose, Veilchen, Iris und Rose orderten.

Mit ihrem Creed-Exklusivduft ist die schöne Grace in illustrer Gesellschaft. Bereits im Jahre 1760 (!!) in London gegründet, erlangte das Parfumhaus Creed schnell großes Ansehen beim englischen Hofe. Alsbald wurde Creed offizieller königlicher Hoflieferant Queen Victorias. Auch die anderen Königshäuser Europas konnten gar nicht genug von den Creed’schen Spezialkreationen bekommen. Was früher nur Königs vorbehalten war, kann heute jeder in Auftrag geben, der genug Zaster im Portokässchen zur Verfügung hat: Für einen Betrag im sechsstelligen Rahmen kreiert Creed jedem einen persönlichen Duft nach eigenen Wünschen und Vorlieben, auf den man 5 Jahre lang das Exklusivrecht hat. Nicht schlecht! Zum bedufteten Auftragsklientel gehörten die schon erwähnten Marlene Dietrich und Audrey Hepburn, aber auch Cary Grant, Winston Churchill oder Gerard Depardieu trugen bzw. tragen maßgeschneiderte Creed-Parfums.

Doch was die Herren der Schöpfung in Old Hollywood so an ihre Haut ließen und wie man als Promi unter der Sonne Kaliforniens heutzutage duftet, das erfahrt Ihr in meinem nächsten Artikel!

Einen schönen Tag wünscht Euch,

Eure Stephanie.

Bildquelle: Sarah Bernhardt von Nadar, Marlene Dietrich sowie Marilyn Monroe – alle via WikiMedia Commons. Some rights reserved. Vielen Dank!

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Love is in the Air

Geschrieben in Wissenswertes am 15.06.2010

So ganz genau kann ich gar nicht sagen woran es liegt, aber mir ist heute irgendwie ganz frühlingshaft-romantisch zumute. Einen wirklichen Grund dafür kann ich nicht finden… Vielleicht liegt es am schönen Wetter, an dem vielen Grün draußen, den Blumen, dem Duft des Frühsommers oder den herumsurrenden Bienchen und Hummeln… Man weiß es nicht. Verklärten Blickes sitze ich hier auf meinem Balkon in der Sonne, betrachte die fleißigen Pollensammler um mich herum, die herrlichen Blümchen und wie meine ach-so-schöne Kletterrose knospt, sprießt und porzellanrosa blüht… Ach je, und ich wundere mich, dass mir so sonnig-warm ums Herz ist. ;-)

Neulich fiel mir mein altes Rodin-Buch in die Hände. Ihr wisst schon, ein solches mit seinen Zeichnungen, Skulpturen und diversen biographischen Hintergrundinfos. Mit Freude habe ich es seit langem mal wieder durchgeblättert. Seit ich in der 12. Klasse im Kunst-LK ein Referat über ihn halten musste, bin ich dem bärtigen Franzosen, oder besser: seinen Werken, verfallen. Die Ausdrucksstärke und Dramatik, die seinen Skulpturen innewohnt – faszinierend! Einfach schön! War von Euch schon einmal jemand im Pariser Rodin-Museum? Für Kunstliebhaber, insbesondere Freunde von Plastiken, äußerst empfehlenswert. Für Fans von Rodin natürlich ein absolutes Muss.

Doch nicht nur seiner Werke, auch seine Biographie ist beachtenswert. Rainer Maria Rilke war zeitweilig sein Privatsekretär. Er wird als Wegbereiter der Moderne angesehen, der mit den traditionellen Werten und Stilmitteln der damaligen Kunst brach und neue Maßstäbe setzte. Seine Geschichte ist dicht verwoben mit der einer anderen französischen Künstlerin: Camille Claudel. Sie war seine Schülerin, seine Geliebte, seine Muse. Sie stand ihm Modell und wurde in vielen seiner Werke verewigt. Klingt seeeeeehr romantisch! Doch ihre Liebe war zeitlebens schwierig, nicht nur wegen des Alterunterschieds (er war 24 Jahre älter als sie). Camille war emotional äußerst labil. Streitereien, Eifersüchteleien und unkontrollierte Gefühlsausbrüche bestimmten die Zweisamkeit der beiden Künstler. Zudem blieb ihre Beziehung größtenteils heimlicher Natur. Nach der Trennung von Rodin verschlechterte sich Claudels psychischer Zustand. Sie verfiel immer mehr dem Wahnsinn und verbrachte schließlich die letzten 30 Jahre ihres Lebens ins einer Anstalt. Eine wahrlich gepeinigte Künstlerseele!

Das inspirierende Moment Liebe, die fruchtbare Konstellation von Künstler und Muse finden wir auch in der Welt der Düfte. Spontan fällt mir da zum Beispiel der gute Herr Daltroff von Caron ein. Er fand seine Muse in der ehemaligen Damenschneiderin Félicie Wanpouille, die er nach der Gründung des Parfumhauses Caron zu seiner künstlerischen Beraterin machte. Was das Verhältnis der beiden angeht, geben die Quellen unterschiedliche Auskünfte. Die einen sagen, dass Daltroff seine Liebe zu ihr stets für sich behielt und sie unerwidert blieb. Die Sehnsucht nach ihr soll seine Kreationen erst so einzigartig-umwerfend gemacht haben. Die anderen Quellen lassen verlauten, dass sie seine Geliebte war. Nun, da ich persönlich nicht dabei gewesen bin und nicht im Gräbele lag (wie wir im Schwabenland sagen würden), kann ich mich nur auf die Quellenlage verlassen und gebe hier auch beide Varianten an. Soll ja alles korrekt vonstatten gehen hier, nicht wahr? ;-)

Im Internet kursieren ein paar Fotos der beiden. Ich darf ganz ehrlich sein: Wenn ich mir die Bilder so anschaue, kann ich mit Mademoiselle Wanpouille nur schwerlich als heißblütig-angeschmachtete Muse vorstellen. Verströmt sie doch einen eher spröden Fräulein Rottenmeier-Charme. Gut, das Foto dürfte sie in gereifterem Alter zeigen. Außerdem waren damals andere Zeiten und anderes up-to-date als heute. Aber dennoch habe ich in meinem kleinen Steffi-Köpfchen als Assoziation einer Muse irgendwie eher ein anderes Bild. Naja, vielleicht sollte ich da nicht zu festgefahren sein. Außerdem sind Geschmäcker ja bekanntlich verschieden. Herr Daltroff war jedenfalls Feuer und Flamme für Mademoiselle Wanpouille. Er kreierte die Parfums, sie die dazugehörigen Flakons. Die beiden waren viele Jahre lang ein echtes Erfolgsteam. 1939 musste Daltroff, der aus einer jüdisch-russischen Familie stammte, aus hinlänglich bekannten Gründen ins amerikanische Exil fliehen. Félicie Wanpouille übernahm fortan die Leitung des Parfumhauses Caron und behielt diese auch bis zu ihrem Tod in den 1960er Jahren. Irgendwie ja schon romantisch, das alles.

Ebenso herzerwärmend ist meiner Meinung auch die Geschichte von Alfred d’Orsay und seiner Geliebten Marguerite, der Countess of Blessington. Diese war prekärerweise außerdem seine Schwiegermutter, was einen kleinen bis mittleren Skandal auslöste, die beiden allerdings nicht davon abhielt, ihre Beziehung weiterzuführen. Bei diesen beiden trug es sich nun zu, dass die Countess eine etwas unglückliche Hautchemie besaß, was dazu führte, dass alle bis dahin gängigen Parfums auf ihrer Haut nicht wirklich angenehm dufteten – zumindest ihrem Empfinden nach. So begann der gute Alfred, der den schönen Künsten und so auch der Parfumeurskunst nicht abgeneigt war, selbst ein bisschen herumzuexperimentieren. Ganz Kavalier und Gentlemen kreierte er eigens für seine Holde den Lindenduft Tilleul. Ihr kennt Ihn bestimmt. Ich hatte kürzlich auch einmal die Gelegenheit ihn zu schnuppern und muss sagen: Schöner Duft, gefällt mir gut. Für meine Nase haben blühende Linden in natura manchmal eine fast schon unangenehm-intensive Komponente. Ich weiß nicht, ob es da nur mir so geht. Aber oft kann ich unter einem blühenden Lindenbaum nicht allzu lange stehen, weil mir die Duftwolken zu viel und irgendwie zu aufdringlich sind. Tilleul duftet seeehr authentisch nach Lindenblüten, allerdings ohne diese (meine) Kopfschmerzkomponente. Daher finde ich den Duft ziemlich gelungen. Auch der Countess Blessington scheint er gefallen zu haben und das will ja was heißen. ;-)

Eine weitere Liebesgeschichte ist die zwischen dem Parfumeur Edmond Roudnitska und seiner Frau Thérèse. Exklusiv für sie entwarf er in den frühen 50er Jahren einen Duft, der nirgends käuflich zu erwerben war. Vierzig Jahre lang trug nur sie ganz alleine dieses Parfum. Erst nach seinem Tod erlaubten Roudnitskas Witwe und sein Sohn, dass der Duft unter dem Namen Le Parfum de Thérèse von Frédéric Malle auf den Markt gebracht wurde. So können wir alle heutzutage Teil an der großen Liebe von Edmond und Thérèse haben und sie mit dem Duft inhalieren, genießen. Ist das nicht zum Heulen schön? Ich jedenfalls habe schon ein Tränchen im Auge….

Reichlich Tränen vergossen hat wahrscheinlich auch die Protagonistin der Novelle La Bataille von Claude Farrère. Die Japanerin Mitsouko (na, wisst Ihr schon worum es geht?) wartete zur Zeit des russisch-japanischen Krieges Anfang des 20. Jahrhunderts verzweifelt auf die Rückkehr ihrer beiden Lieben – ihrem Mann, einem japanischen Admiral, und ihrem Liebhaber, einem englischen Offizier. Die herzergreifende Darstellung dieser unglücklich-verzwickten Dreiecksbeziehung in Zeiten von Hoffen und Bangen inspirierte den damaligen Chefparfumeur Jacques Guerlain des gleichnamigen Traditionshauses zu dem fruchtigen Chypreklassiker Mitsouko.

Last but not least noch ein letztes Pärchen bei dem man die Bezeichnung Liebespaar allerdings nicht zu wörtlich nehmen sollte. Marie Louise von Habsburg, die Herzogin von Parma, war dem Veilchen optisch und olfaktorisch mit Haut und Haar verfallen. Sie liebte das Blümchen so sehr, dass sie ihre Briefe mit violetter Tinte schrieb und diese mit einer Veilchenblüte anstelle ihrer Signatur unterzeichnete. Auf ihr Bitten hin versuchten die Mönche eines nahegelegenen Parmeser Klosters den Duft des zarten Veilchens zu destillieren, was ihnen schließlich und endlich auch gelang. Dies war die Geburtsstunde des wunderbaren Veilchenduftes Violetta di Parma, der viele Jahre nach dem Tod der Herzogin von Lodovico Borsari auf den Markt gebracht wurde und uns heute noch durch seine schlichte Eleganz und Schönheit verzaubert. Ach, seufz!

Rosarote Grüße sendet Euch,

Eure Stephanie.

Bildquelle: Bouquet of Tulips, Poppy Field und Swan in Sunset von John Nyberg – some rights reserved. Vielen lieben Dank!

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