Jahresrückblick 2025 – Januar & Februar

Das Duftjahr 2025 hatte olfaktorisch einiges zu bieten. Zahlreiche neue Kreationen, spannende Marken und unterschiedlichste Duftcharaktere haben mich im Laufe der vergangenen Monate begleitet. Und doch ist es wie so oft: Vieles, was uns im Moment der Entdeckung begeistert hat, rückt mit der Zeit in den Hintergrund oder gerät beinahe in Vergessenheit.

Genau aus diesem Grund möchte ich hier auf dem Blog einen Blick zurückwerfen und das Jahr 2025 noch einmal olfaktorisch Revue passieren lassen. In diesem mehrteiligen Jahresrückblick sollen die Düfte und Beiträge des vergangenen Jahres erneut Raum bekommen – als Erinnerung, als Einordnung und vielleicht auch als Einladung, den ein oder anderen Duft noch einmal neu zu entdecken.

Winterliches Stillleben mit Kalenderblatt „2025 – January & February – A Year in Scent“, Kerze, Lichterkette und Strickdecke vor verschneitem Fenster

Januar 2025

Der Januar 2025 begann auf diesem Blog mit einem ruhigen, retrospektiven Auftakt ins neue Duftjahr. Bevor wir uns den aktuellen Neuerscheinungen widmeten, stand zunächst das bewusste Ordnen und Strukturieren im Vordergrund. Den Jahresrückblick auf 2024 habe ich in mehreren Beiträgen aufgearbeitet, die ich hier noch einmal gesammelt verlinke:

Erst im weiteren Verlauf des Monats rückten neue Parfums, einzelne Duftporträts und markante Nischenkreationen in den Fokus. Den Auftakt bildeten zwei Beiträge zur neuen Extrait-Kollektion von Atelier Materi: Néroli Hasbaya – Die neuen Extraits de Parfum von Atelier Materi und Burgundy Oud und Ambre Papier von Atelier Materi, die den olfaktorischen Ton für den Jahresbeginn setzten.

rei Extrait-de-Parfum-Flakons von Atelier Materi – Burgundy Oud, Ambre Papier und Néroli Hasbaya – auf geometrischen weißen Podesten inszeniert
Parfumflakon von BeauFort London mit schwarzem Verschluss, inszeniert auf dunklem, steinigem Untergrund

Nahezu nahtlos schloss sich die Force Majeure Collection von BeauFort London an. Mit Pyroclasm, Cape Wrath und The Grudge widmete sich der schottische Parfümeur Euan McCall in drei kraftvollen Kreationen den entfesselten Elementen der Natur: rau, kompromisslos und von eindringlicher Ausdrucksstärke.

Ab Ende Januar veränderte sich die Stimmung spürbar. Die Düfte auf dem Blog wurden heller, offener und ließen erstmals eine Ahnung der kommenden wärmeren Monate zu. Mit aloeae von Nomenclature – Die Essenz des endenden Sommers hielt eine transparente, fast schwebende Frische Einzug, die einen leisen Kontrapunkt zu den zuvor kraftvollen Kompositionen setzte.

Es folgten Arabians Musk und Dallachaï von Montale, zwei Düfte, die eine helle und weiche Seite der Marke zeigten. Arabians Musk überzeugte mit luftiger Moschusfluffigkeit, sanfter Süße und einer zarten, fließenden Wärme. Dallachaï schlug eine fruchtig-milchige, behagliche Richtung ein und brachte mit seiner exotischen Leichtigkeit endgültig Bewegung in den winterlichen Duftauftakt.

Parfumflakon von Nomenclature – aloeae – vor Aloe-Vera-Pflanzen und sommerlicher Meereskulisse inszeniert
Nomenclature – aloeae

Mit Rue de la Paix von Isabey setzte sich die helle, weich gezeichnete Duftstimmung fort. Cremig, floral und von klassischer Eleganz geprägt, verband die Komposition luftige Transparenz mit feinen Vintage-Anklängen und wirkte dabei durchgehend modern und ausgewogen.

Den Abschluss des Monats bildeten Fuchsrot und Satin Cache von Bodé Studios aus der Schweiz sowie Cherry Cherry, Fig Me Up und Cinque Terre von Mancera. Mit ihren hellen, frühlingshaft-sommerlichen Facetten markierten gerade die Mancera-Kreationen den Übergang in eine deutlich leichtere olfaktorische Richtung.

Februar 2025

Der Februar 2025 stand auf diesem Blog ganz im Zeichen einzelner Duftporträts. Anders als im Januar rückten weniger Kollektionen in den Vordergrund, vielmehr ging es um individuelle Kreationen mit jeweils eigener Handschrift und Stimmung. Den Auftakt machte Hyperion von Rubini, ein vielschichtiger Duft aus zitrischen Lichtblitzen, Weihrauch und maritimen, mineralischen Facetten, der sich erst mit Zeit erschließt und den Monat mit einer intensiven Note eröffnete.

Parfumflakon von Rubini – Hyperion – auf dunklem, grafischem Hintergrund inszeniert
Parfumflakon von Imaginary Authors – The Language of Glaciers – auf schneebedecktem Untergrund fotografiert
Parfumflakon von BORNTOSTANDOUT – Be My Cookie – inszeniert mit Keksen und Puderzucker vor rotem Hintergrund

Es folgte The Language of Glaciers von Imaginary Authors, ein leiser, nach innen gerichteter Duft, der weniger Kälte als vielmehr Ruhe ausstrahlt. Koniferige Frische, krautig-waldige Nuancen und blumig-pudrige Facetten verbinden sich zu einer vielschichtigen Komposition, die die Sprache der Gletscher auf wunderschöne Weise transportiert.

Be my Cookie und Angels’ Powder von BORNTOSTANDOUT verliehen dem Februar gourmandige Akzente. Himbeerlikör und schokoladige Kekskrümel trafen im ersten Duft auf animalisch-erotische Facetten, während sich die zweite Kreation verspielt, zuckerwattrig und farbenfroh präsentierte – schrill und extravagant, ganz im Stil des südkoreanischen Labels.

Auch die It-Frucht der vergangenen Jahre war 2025 vertreten: Cherry Blush von Les Sœurs de Noé vereinte fruchtige, florale und cremige Nuancen zu einer frühlingshaft-sommerlichen Komposition und bereicherte die ohnehin sehr stimmige Linie der französischen Marke um eine weitere Facette.

Parfumflakon von Les Sœurs de Noé – Cherry Blush – inszeniert mit Kirschen und rosafarbenem Puder
Parfumflakon von Sensatio Paris – Golden Pistachio – auf spiegelnder Fläche mit Pistazien arrangiert

Zwei Beiträge widmeten sich zudem der neuen Marke Sensatio Paris, gegründet von den Brüdern David und Sacha Perrin. Kulinarische Inspirationen standen hier im Mittelpunkt, jedoch nicht im klassischen Sinne, sondern übersetzt in fein ausgearbeitete Extraits de Parfum. Besonders Golden Pistachio überzeugte mit einer hellen, cremigen Gourmand-Interpretation, die Genuss, Transparenz und Eleganz auf bemerkenswert ausgewogene Weise verband.

Mit Venom – Secret of Shaman von Simone Andreoli hielt schließlich eine dunklere, rauschhafte Note Einzug. Gewürztes Leder, Trockenfrüchte und warme Harze verbanden sich zu einer intensiv-orientalischen Komposition, die spirituelle Tiefe andeutete, ohne ins Extreme zu kippen. Den Abschluss der regulären Duftreviews im Februar bildeten Tantrism und 36 Jacob von Spiritum. Zwei charakterstarke Düfte, die zwischen Opulenz und innerer Ruhe changierten.

Parfumflakon von Simone Andreoli – Venom – Secret of Shaman – auf warmem, erdigem Untergrund inszeniert
Parfumflakon von Spiritum – Tantrism – auf dunklem Felsen am Wasser fotografiert
Esxence 2025 in Mailand – Ausstellungsfläche der internationalen Fachmesse für Nischendüfte

Abschließend ließ ich Euch im Februar an einem besonderen Ereignis teilhaben: der Esxence 2025 in Mailand. Die internationale Fachmesse für Nischendüfte bot nicht nur Raum für neue Eindrücke, sondern auch für Gespräche, Entdeckungen und einen intensiven Blick auf aktuelle Entwicklungen innerhalb der Branche. In drei Beiträgen habe ich meine persönlichen Eindrücke, ausgewählte Marken und prägende Duftmomente der Esxence festgehalten:

Wie sich das Duftjahr 2025 in den folgenden Monaten weiterentwickelte, erzähle ich im nächsten Teil dieses Rückblicks mit März und April.

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Julia Biró Verfasst von:

Bereits 2010 gingen so einige Blogbeiträge auf mein Konto. Dann war ich „kurz“ weg – sechs Jahre. Umso mehr freut es mich, dass ich nun wieder die Chance bekomme, mein Näschen im Dienste der Duftrezension schnuppern zu lassen und eifrig in die Tasten zu hauen. Was Nischendüfte angeht, habe ich damals übrigens schnell Feuer gefangen. Meine Ausbildung tat dazu ihr Übriges: Als diplomierte Biologin kenne ich mich nicht nur mit Fauna und Flora, sondern auch recht gut mit der Herstellung von Ölen und Extrakten aus, was den Reiz der Parfumwelt natürlich noch größer macht.

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