Olatua, Towédé und Carambolage von Notes de Bas de Paje

Am Mittwoch habe ich euch in meinem Beitrag zur Marke Notes de Bas de Paje bereits die Hintergründe und Prolégomènes vorgestellt. Heute widme ich mich Olatua, Towédé und Carambolage. Wer alle vier Kreationen kennenlernen möchte, kann dies anhand von Abfüllungen tun, die ihr in unserem Online-Shop findet. Zudem führen wir ein Discovery Set, das die gesamte Linie der Marke umfasst.

Olatua von Notes de Bas de Paje als Parfumflakon mit weißer Blüte im Vordergrund

Olatua – Die baskische Welle

Die Markengründerin Alice Gensse stammt aus dem Baskenland und der Duft Olatua nimmt hierauf direkt Bezug. So wird bereits im Produkttext deutlich auf die baskischen Sommer verwiesen. Auf Sonne, Strand und Meer. Es sind Alices Erinnerungen, die in dieser Kreation olfaktorisch umgesetzt wurden. Und so stammt der Name Olatua auch aus dem Baskischen und kann mit „die Welle“ übersetzt werden. Die Komposition wurde von der Parfümeurin Elia Chiche geschaffen.

Duftnoten: Kokosnuss, Bienenwachs, Maritime Noten, Weiße Blüten, Ylang-Ylang, Schwarzer Pfeffer, Weißer Moschus, Vetiver.

Notes de Bas de Paje Olatua

Schwarzer Pfeffer und eine kräftige Meeresbrise eröffnen Olatua, gefolgt von Akkorden, die an Melone und tropische Früchte denken lassen. Die Kokosnuss bringt milchige und trockene Facetten in die Kreation, während cremige Blüten für helle, strahlende Nuancen sorgen. Pfeffer und maritime Noten sind nach wie vor deutlich wahrnehmbar, was der Komposition eine gewisse Spannung verleiht. Luftig, leicht und transparent, dabei von mittlerer Präsenz und Haltbarkeit, ist Olatua ein frühlingshaft-sommerlicher und unbeschwerter Duft, der an Wellen, Meer und Surfbretter im Süden denken lässt. Toll umgesetzt und ideal für alle, die noch einen wunderschönen und lässigen Sommerduft suchen.

Towédé – Zwischen zwei Welten

Auch Towédé ist eng mit der Geschichte der Marke verbunden. Der Duft nimmt Bezug auf Pierre-Junior Menana und seine Wurzeln zwischen Frankreich und Kamerun. Zwei Welten, die hier aufeinandertreffen und nebeneinander bestehen. Tradition und Moderne, Spiritualität und Rationalität – Gegensätze, die sich nicht ausschließen, sondern vielmehr ergänzen. Der Name Towédé fügt sich stimmig in dieses Gesamtbild ein. Die Kreation stammt aus der Feder der Parfümeurin Margaux Le Paih Guérin.

Duftnoten: Muskatnuss, Zimt, Ambra, Sandelholz, Leder, Schokolade, Cashmeran, Vanille, Patchouli.

Notes de Bas de Paje Towédé

Kräftige Gewürze eröffnen Towédé, begleitet von warmer Ambra und samtigem Sandelholz. Der Duft schleicht sich nicht heran, er ist sofort da. Präsent, kraftvoll und doch ausgewogen und fein ausbalanciert. Weiches Leder trifft auf dunkelherbe Schokolade, die sich wunderschön und sehr stimmig in die Komposition einfügen, mit Gewürzen, Hölzern und Ambra mischen und eine dichte, engmaschige Melange ergeben, die sehr harmonisch wirkt. Watteweiches Cashmeran, eine zarte Vanillewürze und holzig-erdiger Patchouli runden die Kreation gekonnt ab. Towédé verorte ich eindeutig in Herbst und Winter. Ein warm-würziger, holziger und cremig-balsamischer Duft mit behaglichen Winter-Vibes, der ohne Süße auskommt, was mir sehr gut gefällt. Auch dieser Kreation kann ich nur eine klare Testempfehlung zusprechen!

Carambolage – Mehr als ein Aufprall

Mit Carambolage verlässt Notes de Bas de Paje die Original Collection und wendet sich einem deutlich dunkleren, persönlicheren Thema zu. Der Name stammt aus dem Französischen und bezeichnet einen Auffahrunfall oder eine Kettenkollision, steht hier jedoch auch sinnbildlich für ein Ereignis, das ein anderes nach sich zieht oder ein früheres wieder aufruft. Inspiriert wurde der Duft von einem Autounfall, den Pierre-Junior Menana vor einigen Jahren erlebte und der sich mit der Erinnerung an einen früheren Verlust überlagerte. Carambolage ist damit kein Duft über den einen Aufprall, sondern über Erschütterung, Erinnerung und die Frage, was danach bleibt und was kommt. Trotz dieser Schwere geht es nicht nur um Dunkelheit, sondern auch um Licht und Hoffnung. Die Komposition stammt von der Parfümeurin Camille Chemardin.

Duftnoten: Rhabarber, Wacholder, Metallische Noten, Myrrhe, Styraxharz, Leder, Guajakholz, Virginia-Zedernholz, Kiefer.

Notes de Bas de Paje Carambolage

Carambolage startet mit einem Wow. Dunkle, tiefschwarze Noten von Holz, Leder, Gummi und Metall eröffnen die Kreation auf eindrucksvolle und kraftvolle Art und Weise. Eine feine Rauchigkeit durchzieht die Kreation. Knarziges Leder, dunkles Holz und diese spezielle Gumminote, die an Autoreifen denken lässt. Und unter all dem, wie ein Hoffnungsschimmer, dass irgendwann alles besser wird: säuerlich-süßer Rhabarber zaubert Licht und Helligkeit in den Duft. Doch zunächst bleibt die Dunkelheit vorherrschend. Seifig-trockene Noten zeigen sich im weiteren Verlauf, während das Extrait de Parfum langsam und allmählich heller wird. Carambolage ist kein Duft für jeden Tag und sicher nichts für nebenbei. Er fordert Aufmerksamkeit, bleibt dabei aber tragbar und entwickelt mit der Zeit eine überraschend ruhige, fast versöhnliche Seite.

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Julia Biró Verfasst von:

Bereits 2010 gingen so einige Blogbeiträge auf mein Konto. Dann war ich „kurz“ weg – sechs Jahre. Umso mehr freut es mich, dass ich nun wieder die Chance bekomme, mein Näschen im Dienste der Duftrezension schnuppern zu lassen und eifrig in die Tasten zu hauen. Was Nischendüfte angeht, habe ich damals übrigens schnell Feuer gefangen. Meine Ausbildung tat dazu ihr Übriges: Als diplomierte Biologin kenne ich mich nicht nur mit Fauna und Flora, sondern auch recht gut mit der Herstellung von Ölen und Extrakten aus, was den Reiz der Parfumwelt natürlich noch größer macht.

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