Poppy Riot von Room 1015 – Rebellion in Mohn

Auf Room 1015 ist schlichtweg Verlass. Kaum hatte ich einen Duft der Marke auf der Haut, war es auch schon um mich geschehen – und die innere Wunschliste wuchs und wuchs. Cherry Punk (ob EdP oder Extrait), Wavechild, Love-O-Matic, Electric Leather – am liebsten hätte ich sie alle. Und doch sucht man Room 1015 in meiner Duftkollektion bislang vergeblich. Das muss sich ändern. Unbedingt!

Und jetzt also der nächste Streich des Labels: Poppy Riot. Schon der Name hat Wumms. Markant, selbstbewusst, ein wenig rebellisch. Und dann enthält das Eau de Parfum auch noch Mohn. Eine Ingredienz, die ich einfach liebe – optisch wie kulinarisch. Klingt nach einem vielversprechenden Auftakt.

Room 1015 Poppy Riot Eau de Parfum auf der Sohle eines braunen High Heels mit Schlangenleder-Optik, minimalistische Studioaufnahme mit umgedrehten Beinen vor hellem Hintergrund.

Poppy Power

Bevor wir uns der Duftkomposition widmen, lohnt ein kurzer Blick auf den Mohn selbst. Botanisch gehört er zur Gattung Papaver innerhalb der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae). Besonders bekannt ist der Schlafmohn (Papaver somniferum), daneben existieren zahlreiche Zierarten wie der leuchtend rote Klatschmohn (Papaver rhoeas), der im Frühsommer ganze Felder in ein Meer aus roter Farbe taucht. Charakteristisch für Mohn sind die zarten, fast papierdünnen Blütenblätter und der markante, kugelige Fruchtknoten, aus dem sich später die typische Mohnkapsel entwickelt.

Olfaktorisch ist Mohn spannend, denn anders als beispielsweise Rose oder Jasmin besitzt er keinen ausgeprägten Eigenduft. Die Samen verströmen allenfalls feine, nussig-teigige Nuancen, während die Blüten selbst eher zart, grünlich und leicht staubig wirken. In der Parfümerie ist die Duftnote Mohn daher meist eine Interpretation, ein Akkord aus pudrigen, milchigen, manchmal mandelartigen oder leicht würzigen Facetten, die an Mohn erinnern sollen, nicht aber sein natürliches Aroma in sich tragen.

Poppy Riot – Duft einer neuen Generation

Poppy Riot versteht sich als Duft einer neuen Generation – für alle, die Grenzen verschieben, Konventionen hinterfragen und ihren eigenen Stil selbstbewusst leben. Inspiriert von Jugendkulturen, von Punk über Grunge bis Hip-Hop, verkörpert er kreativen Aufbruch und permanente Neuerfindung. Gründer Michael Partouche beschreibt ihn als kompromisslos und ikonisch. Weniger Parfum als vielmehr ein Statement – lauter, freier, individueller.

Kopfnote: Bitterorange, Pflaume, Mandarine
Herznote: Mohn, Safran, Milch, Davana
Basisnote: Tabak, Hölzer, Tonkabohne, Moschus

Room 1015 Poppy Riot Eau de Parfum Flakon vor hellem Hintergrund mit warmem Lichtreflex und weichem Schattenspiel.

Poppy Riot von Room 1015 im Test

Als wäre die Farbe des Eau de Parfum nicht schon Statement genug, überzeugt Poppy Riot auch olfaktorisch auf ganzer Linie. Vom ersten Moment an zeigen sich kraftvolle, likörig-fruchtige Nuancen, die an feine Spirituosen, eingelegte Früchte und honigsüßen, goldschimmernden Tabak erinnern. Safran steuert eine würzige, leicht metallische Tiefe bei, während milchige Facetten für eine transparente Cremigkeit sorgen. Auch den Mohn nehme ich wahr: nussig-dunkel, mit jenen vertrauten Noten, die man von frischem Mohngebäck kennt. Vanillige Cumarin-Akzente der Tonkabohne und seidig-weiche Hölzer untermalen die Komposition sanft und lassen sie ruhig, warm und elegant ausklingen.

Ich hatte es geahnt und bekomme nun die Bestätigung: Eine weitere Kreation von Room 1015 landet direkt auf meiner Must-have-Liste. Ein cremig-milchiger, fruchtig-würziger Duft mit deutlichen boozy Vibes, der mit einer mittleren bis starken Präsenz und einer ausgezeichneten Haltbarkeit gesegnet ist. Sicherlich keine leise Office-Kreation, allerdings – moderat dosiert – durchaus büro- und alltagstauglich. Seinen großen Auftritt hat Poppy Riot jedoch am Abend und in der kühleren Jahreszeit. Ein selbstbewusster Unisex-Duft für alle, die Room 1015 und boozy-fruchtige und würzige Kompositionen lieben. Klare Testempfehlung!

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Julia Biró Verfasst von:

Bereits 2010 gingen so einige Blogbeiträge auf mein Konto. Dann war ich „kurz“ weg – sechs Jahre. Umso mehr freut es mich, dass ich nun wieder die Chance bekomme, mein Näschen im Dienste der Duftrezension schnuppern zu lassen und eifrig in die Tasten zu hauen. Was Nischendüfte angeht, habe ich damals übrigens schnell Feuer gefangen. Meine Ausbildung tat dazu ihr Übriges: Als diplomierte Biologin kenne ich mich nicht nur mit Fauna und Flora, sondern auch recht gut mit der Herstellung von Ölen und Extrakten aus, was den Reiz der Parfumwelt natürlich noch größer macht.

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