Jahresrückblick 2025 – März & April

Nach dem intensiven Auftakt des Duftjahres und der Esxence 2025 in Mailand wirkte der März wie eine natürliche Fortsetzung dieser Impulse. Die Eindrücke der Messe hallten noch nach, und zwar nicht nur in Form weiterer Neuheiten, sondern auch durch den Blick auf ganze Kollektionen, Markenwelten, die Geschichten und Gesichter dahinter.

Frühlingshafte Stillleben-Szene mit Kalender „2025 – March & April – A Year in Scent“, umgeben von zarten Blüten, Knospen und hellem Tageslicht – Jahresrückblick Duftjahr 2025

März 2025

Der März 2025 knüpfte inhaltlich zunächst noch einmal an die Esxence in Mailand an. Mit dem Beitrag Neue Düfte, neue Marken – Esxence 2025 habe ich Eindrücke vertieft, die bereits im Rückblick auf Januar und Februar angeklungen waren, und um weitere Entdeckungen ergänzt. Der Artikel bildete damit eine fließende Brücke zwischen den Messeerlebnissen und den neuen inhaltlichen Schwerpunkten des Frühjahrs.

Im weiteren Verlauf des Monats verlagerte sich der Fokus spürbar. Statt einzelner Duftporträts rückten zunehmend ganze Kollektionen und ausführliche Markenbetrachtungen in den Mittelpunkt. Besonders prägend waren hier die Beiträge zu Perris Portofino, House of Fanatics und L’Objet, die jeweils sehr unterschiedliche ästhetische und olfaktorische Welten eröffneten.

Den Auftakt machte die Parfumkollektion von L’Objet, einem Label, das bislang vor allem für luxuriöse Designobjekte, Tableware und Wohnaccessoires bekannt war und seine ästhetische Handschrift nun auch olfaktorisch übersetzt. Alle meine Beiträge zu der Marke findet ihr im Folgenden:

Flakons der L’Objet Parfumkollektion mit charakteristischen, rissigen Kugelverschlüssen, arrangiert vor dunklem Hintergrund – Côté Maquis, Bois Sauvage und weitere Düfte
Indian Leather von Memo Paris – Parfumflakon vor farbenfroher, illustrativer Kulisse mit indischen Motiven, Lotusblüten und orientalischer Architektur
Ruby von Kajal Perfumes – tiefroter Parfumflakon inszeniert zwischen skulpturalen, rubinfarbenen Säulen vor dunklem Hintergrund
Amber K von Ella K – Parfumflakon mit warm schimmerndem Amberton, inszeniert mit Licht- und Palmblatt-Schatten auf natürlichem Untergrund

Mit Memo Paris reisten wir im Anschluss kurzerhand von Abu Dhabi nach Indien, während uns Ruby von Kajal Perfumes gourmandig-fruchtige Duftgenüsse bescherte. Und auch von Ella K gab es letztes Jahr einen Neulancierung, die ich bereits auf der Duftmesse in Mailand kennenlernen durfte. Amber K von Ella K versprach karibische Träume, perfekt für den noch kühlen März und die Aussicht auf ein baldiges Aufblühen der wärmeren Jahreszeit.

Danach ging es unmittelbar weiter mit einer neuen Marke, die zu Jahresbeginn vor allem durch die außergewöhnliche Optik ihrer Flakons Aufmerksamkeit erregte: House of Fanatics. Die Düfte selbst erwiesen sich als deutlich zugänglicher und feiner ausbalanciert, als das provokante Design zunächst vermuten ließ. Es waren echte Entdeckungen darunter. Rückblickend hatte die Marke aus meiner Sicht durchaus das Potenzial, sich auch langfristig viral zu etablieren, ist zumindest in den sozialen Medien jedoch erstaunlich schnell wieder leiser geworden.

House of Fanatics Parfumkollektion – skulpturale Flakons in verschiedenen Farben mit eiförmigem Design vor hellem Hintergrund
In Riviera von Perris Portofino – Parfumflakon vor der farbenfrohen Küstenkulisse von Portofino an der italienischen Riviera
Pigmentarium Brutal – Parfumflakon neben einem Glas mit rotem Drink auf einer verspiegelten Oberfläche, minimalistische Stillleben-Komposition

Zu Perris Portofino erschienen gegen Ende des Monats März noch zwei Beiträge: Perris Portofino Collection – Die Schönheit der ligurischen Küste und Fiori di Mare und Blu Profondo aus der Perris Portofino Collection – Was will man Meer? Den krönenden Abschluss des Monats bildete schließlich Ganz schön Brutal – Der neue Duft von Pigmentarium, eine üppige, eigenständige Kreation, die den März gekonnt ausklingen ließ.

April 2025

Im April 2025 wurde das Duftjahr spürbar opulenter und sinnlicher. Die Beiträge des Monats waren geprägt von intensiven Kompositionen, mediterraner Sehnsucht und einer zunehmenden Leichtigkeit, die den Frühling nun endgültig einläutete.

Gleich zu Beginn stand die Marke Fabbricca della Musa im Mittelpunkt – mit den Düften Île Bourbon ( für mich eine absolute Testempfehlung), Opera Infernal und Oud Touareg. Es folgte eine Reihe von Einzelreviews, die die Bandbreite des Monats unterstrichen: Hypnotic Musk von Micallef sorgte für fruchtig-pudrige Moschusfluffigkeit, Flux von Andrea Maack begeistere mit kühl-cleanen Nadelhölzern und spannenden Blaubeerakzenten, während Stælios von Pierre Guillaume holzig-ledrige mit aromatisch-pudrigen Facetten verband.

Île Bourbon von Fabbrica della Musa – Parfumflakon auf einem gedeckten Tisch in warmer, atmosphärischer Restaurant- oder Lounge-Szene
Hypnotic Musk von M. Micallef – korallfarbener Parfumflakon mit goldener Kappe neben einer rosafarbenen Blüte in weichem Licht
Flux von Andrea Maack – tiefblauer Parfumflakon vor strukturierter, dunkler Steinoberfläche mit kühler Lichtstimmung
Stælios von Pierre Guillaume Paris – Parfumflakon in violett-orangem Farbverlauf vor dunklem Hintergrund mit flammenartiger Lichtinszenierung

Auch im weiteren Verlauf des Aprils ging es Schlag auf Schlag. Mit Aldebaran von Marc-Antoine Barrois eröffnete sich ein neuer, spannender Blick auf die Tuberose, die hier in ungewöhnlicher Kombination mit Paprika und Tonkabohne interpretiert wurde. Verführerisch wurde es anschließend mit Fortuitous Finley von Penhaligon’s, der jüngsten Kreation der Portraits Collection. Der Duft kreist nicht nur um die Figur eines allzu charmanten Gärtners, sondern verbindet Wildleder, Pistazie und Grüntee zu einer ebenso spielerischen wie sinnlichen Komposition.

Ganz anders geartet dagegen Moroccan Medjool und Caspian Cherry von Electimuss, die ambriert-süße und zitrische Nuancen und warm-würzige, fruchtige Akzente ins Duft-Tagebuch brachten. Im Anschluss rückten Duftkerzen in den Fokus: Paul’s Garden von Paul Smith sorgte mit den drei farbenfrohen Kerzen Rose, Jasmine und Leaf endgültig für frühlingshafte Stimmung.

Einen Ausflug ins Rockgenre bescherte die Kollaboration von Xerjoff und Duran Duran. Neo Rio erscheint in gleich vier unterschiedlichen Neon-Tönen und überzeugte olfaktorisch mit likörig-ambrierten, fruchtig-holzigen und süßen Nuancen – ein echter Gute-Laune-Duft, der den Spirit der britischen Synthiepopper gekonnt einfängt. Black Moonlight wiederum zelebriert einen weiteren Hit der Band und kombiniert Haselnuss und Kardamom mit warm-würzigen sowie ambrierten Akzenten zu einer dunkleren, dichteren Komposition.

Aldebaran von Marc-Antoine Barrois – schlanker Parfumflakon mit goldener Flüssigkeit vor dunklem Himmel und weichen Wolken
Fortuitous Finley von Penhaligon’s – grüner Parfumflakon mit goldenem Pferdekopf in formaler Gartenlandschaft, gerahmt von zwei Pferden
Rosafarbene Duftkerze von Paul Smith im transparenten roten Glas vor rustikaler Backsteinwand im Außenbereich
Xerjoff x Duran Duran „NeoRio“ – vier farbige Parfumflakons der Kollaboration vor pinkem, grafischem Hintergrund
Carthusia Basilico – grüner Parfumflakon eingebettet in frische Basilikumblätter und weiße Blüten
La Cérémonie de l’Encens von L’Artisan Parfumeur – dunkler Parfumflakon arrangiert zwischen keramischen Gefäßen mit aufsteigendem Weihrauchrauch

Nach Italien ging es anschließend. Die Intenso Collection von Carthusia huldigt dem Mittelmeerraum mit den Düften Basilico, Ginestra und Mirto – farbenfroh, ausdrucksstark und so wunderbar mediterran. Den Abschluss des Monats bildete La Cérémonie de l’Encens von L’Artisan Parfumeur, ein wunderschöner Weihrauchduft, der modern, meditativ und zugleich sehr fein ausbalanciert wirkte und den April mit ruhiger Tiefe ausklingen ließ.

Mit Mai und Juni setzt sich dieser olfaktorische Jahresrückblick fort – zwei Monate, in denen das Duftjahr 2025 weiter an Fahrt aufnahm und von zahlreichen neuen Kreationen und olfaktorischen Eindrücken geprägt war.

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Julia Biró Verfasst von:

Bereits 2010 gingen so einige Blogbeiträge auf mein Konto. Dann war ich „kurz“ weg – sechs Jahre. Umso mehr freut es mich, dass ich nun wieder die Chance bekomme, mein Näschen im Dienste der Duftrezension schnuppern zu lassen und eifrig in die Tasten zu hauen. Was Nischendüfte angeht, habe ich damals übrigens schnell Feuer gefangen. Meine Ausbildung tat dazu ihr Übriges: Als diplomierte Biologin kenne ich mich nicht nur mit Fauna und Flora, sondern auch recht gut mit der Herstellung von Ölen und Extrakten aus, was den Reiz der Parfumwelt natürlich noch größer macht.

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