neo rose, palmetto und pink ivory von Nomenclature – Rosa, Grün und Pink

Zum Abschluss unseres Zweiteilers zur Modern Eclectics Collection von Nomenclature möchte ich Euch heute neo rose, palmetto und pink ivory vorstellen (Teil I findet Ihr hier). Wir erinnern uns, dass ein Eklektiker laut duden.de folgendes ist: „Philosoph, der aus verschiedenen philosophischen Systemen das Passende auswählt und zu einem eigenen System verarbeitet.“

Man darf also davon ausgehen, dass wir es heute bei neo rose mit einem Rosenduft der anderen Art zu tun haben werden, bei palmetto vermutlich mit einer grünlichen, palmenartigen Kreation, die innovativ umgesetzt wurde, und bei pink ivory? Namentlich erinnert mich das an Candy, an Süßigkeiten, an Pastellfarben. Mal sehen, wie unsere letzte Komposition des heutigen Tages dann schließlich ausfallen wird.

Nomenclature - Modern Eclectics

neo rose – No. 003

neo rose, das klingt schon nach einer neuartigen Rose. Dafür muss man des Griechischen gar nicht großartig mächtig sein, denn das durchaus geläufige Wort „neo“ bedeutet ja gemeinhin „neu“. Was genau neu und innovativ an der Rose ist, verrät uns Nomenclature vielleicht im Pressetext:

Eine Geschichte, die sich nicht wiederholt, sondern die sich wandelt. Eine Rose, die zwischen den Seiten eines in Wildleder gebundenen Buches gepresst wurde. Als sie schließlich entdeckt wird, ist sie nicht in ihrem geschnittenen Zustand erhalten geblieben. Vielmehr taucht sie als etwas völlig Neues auf.

Nomenclature – neo rose

Das klingt erstmal nebulös und lässt viel Spielraum offen. Die Duftnoten Bergamotte, Jasmin, Türkische Rose, Freesie, Rosa Pfeffer, Patchouli, Hölzer und Schwarztee lassen mich erstmal aufatmen. Keine neue Variante der Oudrose! Da bin ich schon mal froh! Eingefleischte Fans der Kombi mögen mir bitte verzeihen. 😉

floral – woody

Die Einschätzung der Marke selbst zu ihrer Kreation lässt eine blumige und holzige Komposition erwarten. Alleine von den Duftnoten her gehe ich damit d’accord. Doch was besagt der Praxistest? Nach dem Aufsprühen zeigt sich neo rose von Nomenclature sogleich als zitrisch angehauchter Rosenduft, der in lebhaftem Rosa schillert. Auch hier wieder das typische synthetisch-molekülige Flirren, das die Kreation so ätherisch und schwer greifbar macht.

Pfeffer bringt eine trockene Schärfe mit in den Duft, der immer noch sehr rosenbetont ist. Auch den Patchouli nehme ich wahr, seine erdig-waldigen Nuancen, die die Komposition etwas dunkler und tiefgründiger machen. Herber und zart-rauchiger Schwarztee rundet das Eau de Parfum ab.

Nomenclature – neo rose

neo rose ist ein durchaus präsenter und haltbarer Rosenduft mit zitrisch-hellem Auftakt, der später dunkler und erdig-holziger wird. Von allen drei bisher getesteten Kreationen der kräftigste Duft, der mit fortschreitendem Verlauf eher noch an Intensität und Tiefe zunimmt. Perfekt für Freunde von eher dunklen Rosendüften ohne allzu große Süße. Unisex, alltagstauglich und ideal für wärmere Tage. 🙂

palmetto – No. 004

palmetto klingt nach Palmen, nach Strand oder Oase, nach der Farbe Grün. Einen Duft in dieser Schattierung gab es bisher auch noch nicht in der Kollektion, daher spricht für mich viel dafür, dass wir es hier mit einem Kandidaten aus der Familie der Gründüftler zu tun haben.

Ein neuer Blickwinkel. Himmelhohe, träge Palmen, die von heißen Winden geschwungen werden. Eine Hand, die durch hohes Gras streicht. Die Ruhe, die sich einstellt, wenn man von oben herabschaut. palmetto von Modern Eclectics fängt die Seele einer Palme ein. Weniger ein Ideal als vielmehr ein vollständiges Bild: üppige Blätter, schlanker Stamm, erdige Wurzeln; jedes Element verströmt sein eigenes Aroma, das von Früchten, Blumen und Erde geprägt ist.

Nomenclature – palmetto

Der Pressetext bestätigt meine Vermutung und was sagen die Duftnoten dazu? Szechuanpfeffer, Zitrone, Angelika (Engelwurz), Jasmin, Galbanum, Feige, Ambra und Moschus. Klingt in meinen Augen durchaus spannend. Hoffe auf schöne Feigennoten, denn davon kann ich eigentlich nie genug bekommen. 😉

green – spicy

Üppiges Blattgrün bestimmt den Auftakt von palmetto, von einer cologneartigen Zitrusfrische untermalt, zu der sich alsbald die sanfte Schärfe von Szechuanpfeffer gesellt. Die grünlich-waldigen Nuancen von Engelwurz und Galbanum sind auf cremig-weichen und hellen Jasmin gebettet.

Die Feige haucht der Komposition grünlich-fruchtige Noten ein, die schließlich auf die sanften und samtigen Akzente von Ambra und Moschus treffen und in einer pudrigen Basis ausklingen.

Nomenclature – palmetto

palmetto ist farblich gesehen der Hoffnungsträger in der Kollektion, ist der doch allumfassend der Farbe der Hoffnung gewidmet. Zwischen knarzigem Blattsaft, leuchtend hellem Tulpengrün, waldig-erdigem Dunkelgrün und fruchtigem Feigengrün hin- und herpendelnd. Das gefällt mir richtig gut. Auch wieder mit einer sehr guten Präsenz, Intensität und Haltbarkeit versehen, ist palmetto dennoch ein wunderbarer Duftbegleiter für alle Gelegenheiten. Das Pröbchen wandert direkt in meine Kiste für Frühling und Sommer und wird mich im nächsten Jahr sicherlich an so manchem Tage olfaktorisch erfreuen. 🙂

pink ivory – No. 005

Last but not least, pink ivory. Was fehlt uns noch im Reigen der Düfte hier in der Kollektion? Vielleicht noch etwas Gourmandiges? Ich hatte bei der Namensgebung ja schon auf irgendwelche pastellfarbenen Candys gedacht. Buntes Cotton Candy, also Zuckerwatte, in zartem Pink vielleicht?

Ein Traumzustand. Ein sich entwickelndes Reich voller funkelnder Ruhe und dynamischer Freundlichkeit. Ein Moment, in dem man sich daran erinnert, dass das Leben wirklich süß ist. Nicht zuckersüß, sondern wunderschön.

Nomenclature – pink ivory

Kirmes oder Süßwarenparadies? Oder einfach nur ein Moment größter Freude, in dem das Leben ganz besonders schön und herrlich erscheint? Die Duftnoten Karotte, Bergamotte, Veilchen, Iris, Ambra, Kaschmirholz und Zucker klingen für mich auf den ersten Blick zumindest nicht nach Zuckerwatte, wobei selbige für mich auch nicht den Moment des größten Glücks ausdrückt. Mag ich nämlich nicht. Viel zu süß!

floral – musky

Pudrig-süße Karotten – in meinen Augen eher die Samen als die Frucht – treffen ebenso geartetes Veilchen und herb-frische Bergamotte. Die Ambra verleiht der Kreation schon früh im Duftverlauf eine samtige und dezent holzige Wärme, die von den kristallinen Noten von Zucker unterlegt ist. Nicht in gerösteter Form, sondern fruchtig-floral, zwischen zartem Rosa und kräftigem Pink mit lila Untertönen schillernd.

Die Iris mischt sich in diese wunderbare Melange, die so wunderbar unaufgeregt und dennoch überaus fröhlich wirkt. Cremig, sanft und pudrig, von einer subtilen Erdigkeit durchdrungen und unglaublich geschmeidig wirkt die edle Schwertlilie, von weichen Hölzern untermalt, die ihre einzigartigen Facetten unterstreichen.

Nomenclature – pink ivory

pink ivory ist nun vielleicht nicht der Gourmandduft à la Candy Cotton, den ich erwartet hatte, aber das Eau de Parfum ist eine fruchtig-pudrige Hommage an die Farbe Pink in all ihren Schattierungen. Warm, weich und fluffig dank Iris, Ambra und Kaschmirholz, auch die Karottensamen spielen hier mit hinein. Zitrusfrüchte und beerige Blütennoten sorgen für Leichtigkeit und Lebendigkeit. Ein unkomplizierter und lieblicher Duftbegleiter, den ich eher als feminin einstufen würde, der in meinen Augen aber nahezu zu jeder Gelegenheit und zu jeder Jahreszeit getragen werden kann. 🙂

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Julia Biró Verfasst von:

Bereits 2010 gingen so einige Blogbeiträge auf mein Konto. Dann war ich „kurz“ weg – sechs Jahre. Umso mehr freut es mich, dass ich nun wieder die Chance bekomme, mein Näschen im Dienste der Duftrezension schnuppern zu lassen und eifrig in die Tasten zu hauen. Was Nischendüfte angeht, habe ich damals übrigens schnell Feuer gefangen. Meine Ausbildung tat dazu ihr Übriges: Als diplomierte Biologin kenne ich mich nicht nur mit Fauna und Flora, sondern auch recht gut mit der Herstellung von Ölen und Extrakten aus, was den Reiz der Parfumwelt natürlich noch größer macht.

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