Ein Wöchelchen Urlaub hatte ich …

… und habe es, wie vermutlich noch einige andere außer mir, zu Hause verbracht. Das hatte nicht nur Covid-19 als Grund, sondern vornehmlich auch meine neue alte „Hütte“.

Diese hat die letzten zwei Jahre genügend monetäre und auch sonstige Ressourcen verschlungen, wie ich immer mal wieder erwähnt habe – viel recherchiert und gelesen habe ich, darüber hinaus auch richtig viel selbst gemacht. Vorher undenkbar – zumindest für einen Teil meines Umfelds, da ich mich bis dahin eher mit geistigen Purzelbäumen hervorgetan hatte als Schreibtischtäterin. Nun ja, wer ein älteres Haus hat, das vielleicht gar über mehr als 3ZKB verfügt (das muss es noch nicht einmal …), weiß, dass Sanieren und Renovieren ein Prozess ist. Ob das schon einmal irgendein wie auch immer gearteter Denker entdeckt hat, dass das eine sehr hübsche Analogie hinsichtlich des Lebens darstellt? Unsere Existenz will erfahren werden, aktiv vollzogen – und ist deshalb immer im Fluss, siehe Heraklits Panta rhei, Alles fließt. Das ist bei meinem, vermutlich bei allen alten Häusern genauso – ein ewiges Werden, der Weg ist das Ziel 😉

Was mir immer wieder und immer noch Mut macht, ist diese ganz phantastische Dokumentation vom NDR aus deren Serie NordstoryMit Mut, Mörtel und ohne Millionen, sechs fantastische Teile sowie ein Special (war das jetzt ein Teil der sechs Folgen oder eine separate, quasi siebte?). Sollte wer von Euch Lust haben, ich kann die Doku-Reihe nur empfehlen, darüber hinaus gibt es vielleicht die eine oder andere Anregung zwecks Urlaub in unseren Landen, einige der Renovierer vermieten Ferienwohnungen, -apartments, -zimmer:


Der NDR begleitet die Protagonisten schon seit etlichen Jahren. Ob alleine, als Paar oder als Familie haben sich alle in das Projekt Altbausanierung gestürzt, und zwar so richtig: marode Gutshäuser in der ehemaligen DDR haben sie gekauft und ziehen sie einmal auf links, was bisweilen größenwahnsinnig bis völlig verrückt wirkt, wenn man sich die (Wohn)Flächen der Häuser anschaut. Das macht sie alle so wahnsinnig sympathisch, diese begeisterten Idealisten voller Visionen.

Meine zwei Lieblingsgeschichten sind die des ziemlich coolen Pärchens Christina von Ahlefeld und Knut Splett-Henning, die in ihrer Region überaus rege sind, immer wieder neue Häuser kaufen und renovieren, vermieten, an andere Liebhaber weiter vermitteln – und das von ihrem Haupthaus Gut Rensow aus (siehe auch: AirBnB), wo sie ebenfalls einzelne Flächen unterschiedlicher Art an Urlauber vermieten. Dass von Ahlefeld studierte Designerin ist, sieht man – sie und ihr Partner haben einen außerordentlich tollen Geschmack, alles ist traumhaft eingerichtet, vor allem aber auch authentisch. Ein ähnlich gutes Händchen dafür hat auch der (während des über Jahre andauernden Drehs größtenteils) alleinerziehende Witwer Philipp Kaszay mit seinem Lebenswerk, dem Gutshaus Kobrow, das mittlerweile wohl bei AirBnB zu den Top-Unterkünften in Deutschland gehört zwecks der Anzahl der Buchungen.

Im Vergleich zu deren Projekten ist mein Haus ein echtes „Häusle“ mit seinen paar Hundert Quadratmetern Fläche, ergo muss ich mir einfach nur immer wieder einreden, dass ich eigentlich quasi nur eine Doppelgarage renoviere 😉 Denkmalschutz hat es auch und ist ein paar Hundert Jahre alt, weswegen ich den Respekt, die Begeisterung der obigen Protagonisten, ihre Leidenschaft für die Geschichte, die diese Häuser aus jeder Pore verströmen, so gut nachvollziehen kann.

Kennt jemand die Doku bereits? Dann würde ich mich über Feedback freuen, genauso wenn einer, eine von Euch sich dieser Tage eventuell auf meine Empfehlung hin die Serie zu Gemüte geführt hat 🙂 … überhaupt: sind auch welche unter Euch, die in alten, vielleicht gar sehr alten Häusern wohnen und eventuell auch selbst Hand angelegt haben?

Nun ja, wie komme ich darauf? Weil ich in meiner einen Urlaubswoche vornehmlich gelesen habe, recherchiert. Zu weiteren Themen hinsichtlich der zukünftigen Schritte meiner Hausrenovierung, darüber hinaus habe ich selbstredend ein bisschen Zeit im Garten verbracht, wozu ich in Verbindung mit unserem Haupt- und Lieblingsthema Duft noch ein bisschen was schreiben werde in Zukunft.

Ihr ahnt es schon, wenn man Zeit vor dem Bildschirm und im Internet verbringt, kommt man oder zumindest ich von Hölzchen auf Stöckchen. So habe ich selbstredend auch ein paar Fundstücke in Sachen Duft aufgestöbert, die ich Euch nicht vorenthalten möchte – et voilà!

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In Forschung & Lehre widmete man sich vor nicht allzu langer Zeit dem Thema Welche Macht Düfte im Berufsleben haben seht hier. Laut neuester Forschung haben wohl Menschen mit einem besseren Näschen, will sagen: diejenigen, die besser riechen können, tendentiell ein größeres soziales Umfeld und Netzwerk haben und über mehr Empathie verfügen. Emotionale Befindlichkeiten und Zustände werden ebenfalls wahrgenommen, allerdings auf eher unterbewusster Ebene – Angst, Aggression und so weiter. Diese wiederum haben einen Einfluss auf andere Menschen, auch im beruflichen Umfeld – lest ruhig, ist kurz, aber spannend 🙂

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Ziemlich passend zu den derzeitigen, größtenteils dann doch auch mal hochsommerlichen Temperaturen haben amerikanische Forscher die Ursache des bösen Schweißgeruchs geknackt, seht hier: Staphylococcus hominis heißt der Übeltäter, der in Verbindung mit den eigentlich recht harmlosen weil geruchsfreien Körperabsonderungen zu den fiesen Nasenkillern wird. In diesem Artikel bei Tag24 könnt Ihr die Hintergründe zu der Entdeckung auf Deutsch nachlesen.

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Gewitter und Regen – das sind olfaktorische Themen und Motive, die sich großer Beliebtheit erfreuen und häufig nachgefragt werden, bei uns seitens unserer Kunden als auch in Foren im Netz und so weiter … Ein Duft, der nach Gewitter riecht in Landschaft X, regennasser Asphalt in der Großtstadt aus dem Flakon oder auch ein Garten nach einem Sommerschauer, viele Wünsche und Sehnsüchte nach derlei Düften werden immer wieder laut. Dieser Artikel in der InFranken beschäftigt sich damit – Warum kann man Regen riechen?

https://www.pexels.com/photo/animal-ape-banana-cute-321552/

Primaten sind im übrigen logischerweise begehrtes Forschungsobjekt, unter anderem weil  man doch von unseren nahen Verwandten so einiges ableiten kann. Zwei Artikel sind vor nicht allzu langer Zeit erschienen zum Thema Affen und Düfte: 1. wird derzeit in Salem geforscht, an bzw. mit den Bewohnern des Affenbergs, und zwar zum Thema Duft, Geruchsinn, deren Ausprägung und Bedeutung für Affen, auch speziell im Hinblick auf deren soziale Interaktion und Kommunikation – seht hier. 2. Eine bestimmte Art (junger) männlicher Lemuren, sogenannte Kattas, sondern, wie man soeben festgestellt hat, über Drüsen an ihren Handgelenken einen fruchtig-blumigen Duft aus, der Partnerinnen anlocken soll. Es handelt sich dabei wohl um eine spezielle Aldehyd-Verbindung (Dodecanal), die sich in ähnlicher Form in diversen Düften, so auch in Chanel No. 5 findet, lest hier bzw. hier 😉

https://www.pexels.com/photo/close-up-fashion-female-girl-373945/

Was auf die Ohren gefällig? Der MDR hat in der Vergangenheit eine ganze Reihe netter Podcasts rund um Duft, Düfte produziert. Einige davon sind schon etwas älter, das macht aber gar nichts, weil die Themen sehr allgemein gehalten sind und insofern trotzdem noch aktuell. Hier findet Ihr eine Übersicht, unter anderen mit Podcasts zu Olfaktorischer Kodierung, zum Duftpapst Hanns Hatt, der als Prof an der Uni Bochum lehrt.

Eine Buchempfehlung gibt es auch noch, last but not least: Karl Schlögel, Der Duft der Imperien – Chanel No. 5 und Rotes Moskau, erschienen bei Hanser. Auf der Website des Deutschlandfunks findet Ihr eine Besprechung dazu 🙂

Ich hoffe, es ist etwas für Euch dabei – für eines der nächsten Wochenenden oder für ein paar freie Tage 🙂

Herzlichst

Eure Ulrike

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Ulrike Knöll Geschrieben von:

Meine Liebe gilt seit jeher dem Ästhetischen: Mir geht das Herz auf bei jeglichen Dingen, die durch Form, Funktionalität, Design und Herzblut zu überzeugen wissen. Und wenn dann noch ein Quäntchen Historie dazu kommt, ist es meist ganz um mich geschehen … Ich bin der Nischenparfümerie mit Haut und Haaren verfallen und immer auf der Suche nach dem – oder vielmehr: einem – neuen heiligen Gral. Diese Suche sowie mein ganzes Interesse und meine Begeisterung möchte ich gerne mit Euch teilen!

2 Kommentare

  1. Ulrike Knöll
    Ulrike Knöll
    18.Sep 2020
    Antworten

    Huhuu Balzac,

    erst einmal sorry für die späte Antwort, ich hatte keinerlei Benachrichtigung und habe sie deshalb übersehen :/
    Es freut mich sehr, dass Dir die Texte gefallen – das hört/liest man selbstredend gerne 🙂 Vielen Dank auch für den Hinweis – diesen Podcast kannte ich noch nicht. Kommt gerade richtig für dieses oder nächstes Wochenende 🙂

    Ein schönes ebensolches wünsche ich Dir!

    Viele herzliche Grüße

    Ulrike

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