Decimo und 19-68 von Gritti – Zahlenmäßig überlegen

Mit Decimo und 19-68 von Gritti wird es heute einmal mehr zahlenlastig im Dufttagebuch. Bei 19-68 muss ich bezüglich der Ziffern wenig erklären. Decimo dagegen mag nicht für jeden gleich mit einer Zahl in Verbindung gebracht werden können, doch ist es das italienische Wort für die Zehn. Ich kann mit noch weiteren Zahlen aufwarten: Meine letzte Rezension zu einem Duft von Gritti liegt in etwa genau ein Jahr zurück. Die Rezension aus dem Jahre 2019 könnt Ihr hier nachlesen.

Gritti – Decimo

Ganz nach dem Motto „Alter vor Schönheit“ nehmen wir heute Decimo zuerst ins Visier. Die Duftkomposition stammt nämlich aus dem Jahre 2016, während 19-68 im letzten Jahr lanciert wurde.

Decimo – Gritti

Decimo, die Zehn, aus dem Hause Gritti gehört wie auch 19-68 zur Black Collection des italienischen Duftlabels und beinhaltet die Ingredienzien Bergamotte, Schwarze Johannisbeere, Birke, Patchouli, Rose, Moschus, Ambra und Vanille.

Decimo (italienisch für zehn) von Gritti ist zweifellos ein erhabener Duft und das Highlight in der klassischen schwarzen Kollektion des Dufthauses. Die Zahl 10 steht seit jeher für Harmonie, Perfektion und Stärke. Sie wird auch als göttlich angesehen, da sie Basis vieler Einheiten bildet und Anfang und Ende von vielem ist.
Der Duft „Zehn/Decimo“ spielt mit olfaktorischen Gegensätzen: Er beginnt kühl, dann wird er warm und edel und endet mit harzigen und balsamischen Noten. Ein Unisexduft der Unendlichkeit …

Gritti – Decimo

Numerische Harmonie

Frisch und herb mit den zitrischen Noten von Bergamotte startet Decimo von Gritti in unser heutiges Duftdate. Birke und Patchouli untermalen die grüne Hesperide mit dunkleren, holzigen und dezent ledrigen Nuancen, während die Schwarze Johannisbeere eine leichte Fruchtkomponente ins Spiel bringt.

Decimo ist von Beginn an präsent und hell, besitzt aber auch eine gewisse Ernsthaftigkeit, Seriosität und Eleganz. Ruhig und im positiven Sinne gediegen schippert die venezianische Gondel Nummer Zehn durch den Duftverlauf. Hier und da blitzt ein Rosenbusch auf und sorgt mit seinen floralen Noten für Harmonie und Entspannung. Auch die charakteristischen Akzente der Ambra lassen sich immer wieder wahrnehmen.

Doch am Duftruder bzw. am Riemen der olfaktorischen Gondel Decimo stehen eindeutig die zitrische Frische der Bergamotte und die holzigen Noten von Birke und Patchouli.

Gritti – Decimo

Decimo aus dem Hause Gritti ist eine echte Hausnummer. Ob ich die Aussage „Alter vor Schönheit“ so halten kann, ist ungewiss. Denn natürlich ist Decimo der ältere unserer heutigen Pröblinge, doch ist 19-68 wirklich schöner? Mich begeistert Decimo auf jeden Fall schon sehr. Seine holzig-zitrische Frische, die grünen Akzente, die helle Trockenheit machen Decimo zu einem echten Wow-Duft. Sehr elegant, sehr erwachsen und ruhig, strahlt Decimo doch eine unglaubliche Modernität und Zeitlosigkeit aus. Ein Unisex-Duft, der durchaus das ganze Jahr getragen werden kann, der nie fehl am Platze ist. Ein Allrounder schlechthin. Freunde von Aventus von Creed werden in Decimo sicherlich eine gelungene Alternative finden. 🙂

19-68 – Gritti

1968 ist das Geburtsjahr von Luca Gritti und macht den Duft 19-68 dadurch zu einer ganz persönlichen Kostbarkeit des italienischen Duftlabels mit Schwerpunkt Venedig. Die Ingredienzien weisen 19-68 als echten Fougère aus: Bergamotte, Grapefruit, Mandarine, Rosa Pfeffer, Schwarze Johannisbeere, Lavendel, Rose, Magnolie, Patchouli, Vetiver, Ambra, Tonkabohne und Moschus.

Gritti erweitert die Geschichte seiner Black Collection mit der Schöpfung 19-68, benannt nach dem Geburtsjahr von Luca Gritti. Der ursprünglich ausschließlich persönliche Duft reiht sich als aromatischer Fougére nun doch in die Duftlinie ein und spiegelt einen weiteren wichtigen Aspekt der Marke wider: die Persönlichkeit ihres Schöpfers und Besitzers. Innerhalb des gegenwärtigen Markenprofils war die schwarze Kollektion die erste Linie des Hauses und repräsentiert das Wesen Grittis: Nischenparfümeure und eine lange venezianische Familiengeschichte.

Gritti 19-68

Der Duft 19-68 besetzt eine von Anfang an vorgesehene Stelle. Das Rückgrat dieses Eau de Parfum ist eine klassische Fougére-Struktur mit leichten Andeutungen aromatischer Kräuter und einem unerwarteten Wechsel zu einer intensiveren Hölzer-Ambra-Basis. Dieser Wechsel gibt perfekt die Spontanität und Lebhaftigkeit des italienischen Charakters wieder sowie den Respekt für sowohl Tradition als auch Innovation.

19-68 ist ein Duft für jeden, der bereit ist, das Leben zu nehmen, wie es ist – für jeden, der den Glanz der Vergangenheit bewahrt und zugleich der Zukunft zugewandt ist.

Das olfaktorische Jahr 1968

Ein bunter Strauß an Hesperiden bildet den Auftakt von 19-68 aus dem Hause Gritti. Eine samtige Fruchtnote gesellt sich hinzu, die florale Noten mit sich bringt. Magnolie und Rose erden die zitrischen Noten, Lavendel sorgt mit seinen krautig-frischen Noten für den typischen Fougère-Charakter des Dufts.

Schon früh im Duftverlauf zeigen sich die Cumarinnuancen der Tonkabohne, die nach und nach von den warmen und leicht-ledrigen Akzenten der Ambra begleitet werden. Das Gemisch aus Zitrusfrüchten, floralen Noten und einer warm-würzigen Holzigkeit macht 19-68 zu einem in sich besonders stimmigen und entspannten Duft. 19-68 ruht in sich.

Keine Duftnote schießt über das Ziel hinaus, 19-68 ist eine überaus harmonische und runde Komposition, die von Anfang bis Ende Freude bereitet. Die Lavendelnoten sind deutlich wahrnehmbar, aber nicht zu herb, nicht zu frisch oder zu krautig, sondern genau richtig dosiert – wie auch alle anderen Komponenten dieses Dufts aus dem Hause Gritti.

Gritti 19-68

Wer Lavendel mag, wer warme, würzige und gleichzeitig frische Düfte liebt und der Tonkabohne nicht abgeneigt ist, dem könnte 19-68 richtig gut gefallen. Mich überzeugen heute beide Kreationen des italienischen Duftlabels Gritti – jede auf ihre Weise. Zwei überaus moderne, zeitlose und wunderschöne Düfte, die sicherlich viele Freunde finden werden.

Damit verabschiede ich mich für heute und wünsche Euch noch eine schöne Restwoche.

Liebe Grüße,
Julia

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Julia Biró Verfasst von:

Bereits 2010 gingen so einige Blogbeiträge auf mein Konto. Dann war ich „kurz“ weg – sechs Jahre. Umso mehr freut es mich, dass ich nun wieder die Chance bekomme, mein Näschen im Dienste der Duftrezension schnuppern zu lassen und eifrig in die Tasten zu hauen. Was Nischendüfte angeht, habe ich damals übrigens schnell Feuer gefangen. Meine Ausbildung tat dazu ihr Übriges: Als diplomierte Biologin kenne ich mich nicht nur mit Fauna und Flora, sondern auch recht gut mit der Herstellung von Ölen und Extrakten aus, was den Reiz der Parfumwelt natürlich noch größer macht.

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