Der Name Gold klingt nach Luxus, nach Glanz und diesem besonderen Strahlen. Die amerikanische Nischenduftmarke Commodity hat diese Inspiration in ein Parfum verwandelt. Kein opulenter oder schwerer, sondern ein klarer, eleganter Duft, der von einer feinen Gourmand-Note durchzogen ist. In Gold verbinden sich die Nuancen von Vanille, Sandelholz und Ambra zu einer cremigen, fast schimmernden Aura, die edel und kostbar wirkt.
Statt überwältigender Opulenz bietet Gold eine ausgewogene, moderne Interpretation des Gourmand-Themas – weich, transparent und mit einer stilvollen Eleganz. Ganz anders als der Marshmallow-Tonkabohnen-Gourmand Milk, den ich euch in meinem gestrigen Beitrag vorgestellt habe. Und wie alle Kreationen der Marke ist auch das Commodity Gold Parfum in drei Scent-Space-Varianten erhältlich: von der sanften, zurückhaltenden Personal-Version bis hin zur selbstbewusst-intensiven Bold-Edition.
Donna Ramanauskas – die Nase hinter Gold
Die drei Varianten von Gold stammen aus der Feder von Donna Ramanauskas, die zum Kreativteam von Commodity gehört. Auch wenn über ihre Laufbahn nur wenig öffentlich bekannt ist, tragen ihre Düfte eine klare Handschrift. Nach vielen Jahren beim französischen Duftunternehmen Robertet prägt sie heute als Senior Perfumer bei Agilex Fragrances in den USA die Welt der Parfumkreation.
Für Commodity hat Ramanauskas nicht nur die drei Gold-Düfte erschaffen, sondern war auch für die Moss- und Paper-Trios verantwortlich, die ich euch in meinen kommenden Beiträgen noch vorstellen möchte. Wie bereits erwähnt, bauen die drei Kreationen der Gold-Serie auf den Ingredienzien Vanille, Sandelholz und Ambra auf, die für Ramanauskas sinnbildlich das Edelmetall mit seinem einzigartigen Schimmer und seiner kostbaren Eleganz widerspiegeln.
Scent Space 1 – Gold- | Personal
Die Parfümeurin Donna Ramanauskas wollte eine Art ätherischen Golds herstellen. Der Grundstruktur aus Vanille, Sandelholz und Ambra fügte sie daher das Molekül Iso E Super hinzu, das in vielen Kompositionen für seine luftigen, holzigen und an warme Haut erinnernden Facetten genutzt wird. Abgerundet wurde die Kreation durch Wacholderbeeren und Benzoeharz, die die holzigen und würzig-cremigen Akzente unterstreichen. Und wie duftet das nun?
Gold- startet mit den wunderbar prickelnden Holznuancen der Wacholderbeeren, die von sanfter Vanille, warmer Ambra und cremig-lieblichem Benzoeharz untermalt werden. Über allem schwirrt eine flirrende, schwer greifbare Wolke aus Iso E Super, die der Kreation eine herrlich molekülige Transparenz und Luftigkeit verleiht. Und tatsächlich empfinde ich den Duft als schimmernd, so als wäre ein zarter Goldschleier über die Komposition gelegt.
Das Commodity Gold Parfum aus der Personal Collection ist pudrig-cremig und holzig-warm, wie eine umhüllende Kaschmirdecke oder die sanfte Umarmung einer geliebten Person, tröstlich und vertraut. Ich persönlich empfinde Gold- weniger als Gourmand, sondern eher als holzig-cremigen Duft mit pudrig-würzigem Finish. Nichtsdestotrotz ist der Duft einfach wunderschön, büro- und alltagstauglich und unisex. Ein absolut angenehmer, ruhiger und meditativer Duft, der ganz weit nach oben auf meine Must-have-Liste gehört.
Scent Space 2 – Gold | Expressive
Nach dem zurückhaltenden Gold- folgt nun Gold aus der Expressive Collection. Die Messlatte liegt schon hoch und meine Erwartungen ebenso. Die Parfümeurin Donna Ramanauskas nutzt hier natürlich einmal mehr das Trio Vanille, Sandelholz und Ambra und kombiniert es in dieser Variante mit Wacholderbeeren und Benzoeharz. Statt Iso E Super kommt Moschus hinzu, der der Kreation möglicherweise einen Hauch mehr Bodenhaftung und Pudrigkeit verleihen könnte.
Cremig, warm, dezent holzig offenbart sich der Auftakt des Commodity Gold Parfums aus der Expressive Collection. Die Verwandtschaft zu Gold- lässt sich nicht verleugnen, allerdings ist Gold etwas kraftvoller, weniger molekülig-luftig und wirkt insgesamt dichter. Doch auch die Expressive-Variante ist von transparenter Natur, eher zurückhaltend, nur eben greifbarer. Wacholderbeeren bringen wieder diese sanft prickelnden Holznoten in die Komposition, während das Benzoeharz die cremigen, vanilligen Aspekte der Kreation unterstreicht.
Der Moschus sorgt für kristalline, feinpudrige und helle Akzente, die das Parfum auf wundervolle Art und Weise abrunden. Auch Gold ist absolut alltags- und bürotauglich, ein angenehmer, fein ausbalancierter und kontemplativer Duft, der in meinen Augen auch ganzjährig getragen werden kann. Herrlich unaufgeregt, eine Kreation, in die man sich fallen lassen möchte.
Scent Space 3 – Gold+ | Bold
Gold+ aus der Bold Collection ist das Parfum, das die deutlichsten Veränderungen innerhalb des Trios erfahren hat. Der altbewährten Melange aus Vanille, Sandelholz und Ambra fügt die Parfümeurin Donna Ramanauskas Safran, Muskatnuss und Patchouli hinzu. Es dürfte also dunkler, würziger und holzig-erdiger werden, so meine Vermutung.
Und tatsächlich startet Gold+ mit üppigen, ledrig-würzigen und dunklen Safrannoten, die der Kreation vom ersten Moment an eine außergewöhnliche Tiefe verleihen. Setzt das Commodity Gold Parfum gleich im Auftakt ein Statement? Definitiv! Nach und nach schieben sich pudrig-cremige Nuancen in die Komposition, auch wenn der Safran noch immer die olfaktorische Bühne dominiert. Muskatnuss bringt eine aromatische Schärfe in den Duft, die von erdig-holzigem Patchouli begleitet wird. Samtiges Sandelholz sorgt im weiteren Verlauf für Wärme, während die Vanille eine köstlich-würzige Süße in die Komposition zaubert. Mit ledrig-ambrierten Nuancen klingt das Parfum allmählich aus.
Gold+ aus der Bold Collection ist perfekt für alle, die üppige gourmandig-würzige Safrandüfte mit samtig-süßem Finish lieben. Tiefgründig, dunkel, ein wunderschöner Kandidat für die kühlere Jahreszeit, einmal mehr richtig toll komponiert und fein ausbalanciert. Die Präsenz würde ich als mittel einstufen, die Haltbarkeit ist gut. Da die Kreation nach einer geraumen Zeit leiser wird, empfinde ich den Duft auch als büro- und alltagstauglich. Ein krönender Abschluss dieses Trios rund um edles Gold.
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