Simone Andreoli im Pacific Park, in Malibu und Singapur

Simone Andreoli hat in letzter Zeit gleich drei Düfte veröffentlicht, die ich Euch heute gesammelt vorstellen möchte: Pacific Park, Malibù und Sentosa.

Simone Andreoli – Pacific Park

Simone Andreoli – Pacific Park

Mit Pacific Park hat Simone Andreoli ganz offensichtlich Kindheitserinnerungen verarbeitet. So schreibt er in seinem Diario Olfattivo – seinem Dufttagebuch:

Erinnerungen, wiederentdeckte Gefühle aus einer unbeschwerten Kindheit folgen mir bei jedem Karussell auf dem Pier und werfen in meine Gedanken Bilder eines Kindes, das ich vergessen hatte. Ein Kind, das ohne Sorge spielte und Süßigkeiten aß. Aus der Gegenwart war dieser Film so fern, doch nun scheint er nah. Ich lasse den Film laufen, um mich zu verzaubern und mich sanft fortzutragen.

Oh, das ist ein fröhlicher und unbeschwerter Duft. Es kommen mir ganz vergnügte quietschige Fruchtnoten entgegen, die sofort an Lutscher, Bonbons und Fruchtgummi denken lassen. Süßigkeiten, wie man sie als kleines und später auch großes Kind noch gerne nascht. Da haben wir limonadige Mandarinennoten, Birne und säuerlich-frische Schwarze Johannisbeere. Gute Laune pur. Und als wäre das nicht schon genug Zucker, werden wir noch mit weichen Karamellnoten im Hintergrund verwöhnt. Die Basis aus Vanille und Moschus steht nicht im Rampenlicht und unterstützt den süßen Rummel lediglich.

Pacific Park ist der perfekte Duft für Naschkatzen und Freunde fruchtig-gourmandiger Kreationen.

Die Duftnoten von Pacific Park

Kopfnote: Mandarine, Birne, Schwarze Johannisbeere
Herznote: Karamell, Maiglöckchen
Basisnote: Vanille, Weißer Moschus

Malibù – die Power-Limette

Simone Andreoli – Malibù

Malibù – bei diesem Namen, muss ich gestehen, denke ich unwillkürlich an die berühmtesten Rettungsschwimmer der Welt: Baywatch. Die Stadt Malibu am Pazifik ist außerdem für ihre Sandstrände bekannt und natürlich für die Prominenten, die dort ihr bescheidenes Obdach gefunden haben. Simone Andreoli beschreibt seine Eindrücke dieses Ortes wie folgt:

Jeder Moment an deiner Seite ist das pure Leben für mich. Die Musik des Clubs dringt in diese Bucht des Glücks, eine Melodie der Sinne, die weiterleuchtet, während die Sonne ins Meer fällt und unter unserer Haut aufgeht im Schwung des Sonnenuntergangs. Der Alkohol fließt, der Wind weht und die Wellen brechen auf dem Sand, um ins unermessliche Meer in neuer Form zurückzukehren; Sommernoten, denen ich bis zum Sonnenaufgang lauschen will.

Da hat sich wohl jemand verknallt. In einen Ort. Wenn ich mir die Duftnoten unten ansehe, kann dabei doch eigentlich nur ein Cocktail herauskommen, oder was meint Ihr? Ich muss grinsen. Das ist Limette in all ihrer Pracht! Wie frisch zerdrückte Limettenviertel im Glas zwischen Eiswürfeln und Minzblättern, spritzig, sauer, frisch und fruchtig – herrlich! Hinzu kommt dann ganz langsam und behutsam eine leicht zuckrige Kokosnussnote und ein Hauch Rum. Ich bin vor allem überrascht über das Stehvermögen der Limette, Oft verpuffen die anfänglichen Zitrusnoten nach kürzester Zeit ins Nichts. Hier nicht. Ein wunderbarer zitrischer und cocktailinspirierter Duft!

Die Duftnoten von Malibù

Kopfnote: Limette
Herznote: Kokosnuss, Zucker
Basisnote: Rum, Sandelholz

Sentosa – the night escape

Simone Andreoli – Sentosa – The Night Escape

Nun zu unserem letzten Kandidaten: Sentosa. Der Name dieser singapurischen Insel klingt spanisch, ist tatsächlich aber malaiisch und bedeutet „Ruhe“ oder „Frieden“. Zumindest nach Bettruhe klingt die Beschreibung Simone Andreolis keineswegs, aber lest selbst:

Der Ausblick auf die Abenddämmerung und der Zauber einer Nacht erinnert an den Geschmack zweier Liebender, verborgen von heißen Reflexen der Liebe und respektlosen Provokationen. Ein abstraktes Bewusstsein, berauscht von Essenzen und Düften, die mich dazu bringen, Schritt für Schritt unvernünftig zu werden bis hinauf zur Tür meiner Suite. Seit dieser Nacht liegt über meiner Haut ein Parfüm, das ich erlebe und dem ich lausche; es spricht von Verführung, während ich – aus dem Fenster meines Zimmers blickend – das nächtliche Singapur bewundere.

Ihr seht, was ich meine, das klingt eher nach zerwühlten Laken als nach tiefem Schlaf. Sentosa trägt die Untertitel „The Night Escape“ und „Der Duft Singapurs“. Erklärt mich für verrückt oder auch nicht. Der erste Schnupperer führte mich auf eine absonderliche Spur: Martini. Ich finde, der Duft riecht auf dem Streifen original wie Martini. Auf der Haut relativiert sich dieser Eindruck wieder. Pfeffrige Noten und scharfer Zimt dominieren den Auftakt, dann wird es sandelholzig, auch ein wenig harzig. Ich muss an klassische Rasierwässcherchen denken – das ist offen gesagt nicht meine Welt, aber definitiv etwas für Liebhaber klassischer Herrendüfte.

Die Duftnoten von Sentosa

Kopfnote: Rosa Pfeffer, Zimt
Herznote: Vanille, Patchouli, Sandelholz
Basisnote: Labdanum (Zistrose), Ambra

Mein Favorit von Simone Andreoli ist heute der wunderbare Limettenduft „Malibú“. Wie sieht es bei Euch aus? Habt Ihr die drei Düfte schon getestet?

Liebe Grüße
Harmen

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Harmen Biró Verfasst von:

Hallo, ich heiße Harmen, war bis vor Kurzem irgendwas­unddreißig und habe immer die Nase im Wind, um Duftschätze für Euch zu finden und hier vorzustellen. Selbst bevorzuge ich feine Lederdüfte oder Gewürzkompositionen, ohne mich da aber festzulegen. Warum auch? Es gibt ständig so viel Neues in der Welt der Düfte zu entdecken. → BIRÓ

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