Weiteres Neues…

… erwartet uns auch heute – und wir verweilen immer noch in Frankreich: In einer sehr viel erreichbareren Preisklasse als der gestern zuletzt erwähnte Jubiläumsduft des Hauses Maison Francis Kurkdjian liegt Patricia de Nicolaïs neuster Streich – L’Eau Chic. Ein nettes Motto hat er, und überhaupt liest er sich ganz vortrefflich:

„Add a little freshness to such a hot world! – With its blend of geranium, mint and lavender, l’Eau Chic is a little gesture of elegance: an easy-to-wear fragrance, identifiable, and long lasting. Having always loved the smell of the geranium soaps that used to lie in my parents‘ bathroom, I dreamt of using the essence of geranium as the heart and soul of my composition. It is a delicious essence, however, it has a sharp, tangy side that you need to tame to your needs. The challenge: soften it without weakening it, make it original without disguising its tone. As such, essences of crisp and peppered mint blended with lavender add a delicate touch to the Bourbon geranium. Santal, camomile and iris round this fragrance off with a slightly tangy tone coming from the cloves and spices. A cocktail of white musk reinforces the tone and allows it to last, and last, and last… throughout the entire summer.“

Inspiriert durch die Geraniumseife im elterlichen Badezimmer ist der Duft – und erinnert sofort an zwei weitere Seifendüfte: Einerseits Géranium pour Monsieur aus der Frédéric Malle Edition, dessen Geburtsstunde auf die Zeit der Herstellung der hauseigenen Geraniumseife ANTERENEA fiel, deren Duft man in einem Parfum festzuhalten gedachte. Und andererseits natürlich an Monocle Scent 2: Laurel by Comme des Garçons, jenen von den in Syrien beheimateten Alepposeifen inspirierten Lorbeerduft. Beides Düfte, die ich sehr gerne mag, was mich noch ein bisschen neugieriger auf L’Eau Chic macht, wie ich zugeben muss.

Caron möchte natürlich die Frauen nicht zu kurz kommen lassen und bringt, kurz nach der Lancierung von Yuzu Man, dem neuen (und insgesamt vierten) Männerduft, etwas Neues für die Damenwelt heraus: Délire de Roses:

„Subtle, delicious and passionately Caron, Délire de Roses presents the Queen of Flowers in an infinite variety of moods – audacious, tender, teasing, dreamy, provocative…

Delire de Roses presents the tale of a multifaceted rose scent, beginning with a dewy, sweet and incredibly romantic incarnation of the bloom, and drying down into a rich, velvety and hedonistic aroma. The exquisite blend of selected rose oils are enhanced with unusual notes of lychee and lotus, making for a modern, fairy tale scent.“

Die Ingredienzen: Rose, Lotosblüte, Maiglöckchen, Rosenblätter, grüne Noten, Jasmin, Litschi.

Alle Jahre wieder oder vielmehr: wie jedes Jahr erfreut uns Serge Lutens Mitte des Jahres mit zwei neuen Düften, einen davon für seine Export- und einen weiteren für seine Paris-exklusive Range. De Profundis heißt der neue Pariser, inspiriert durch, melancholisch-poetisch, den Tod. Den Namen trägt er in Erinnerung an einen von Oscar Wilde zwischen 1895 und 1897 im Gefängnis verfassten und später veröffentlichten Brief. Der Name De Profundis geht auf ein Zitat aus dem Psalm 130 zurück: „de profundis (clamavi ad te Domine) – Aus der Tiefe (rufe ich, Herr, zu Dir)“.

De Profundis basiert auf der Chrysantheme, darüber hinaus beinhaltet er Weihrauch, Veilchen und kandierte Früchte. Alleine die Anspielung auf Oscar Wilde lässt mich natürlich schon mit den Hufen scharren – und hat er nicht eine tolle Farbe?

Duft Nummer 2 ist Vitriol d’Œillet, ein „holzig-floraler“ Duft, der hauptsächlich auf Nelke basiert:

„No more ghostly than a train, nor more sudden than death, nor quicker than the opening of a grave, my vitriol is distilled from carnations. After a moment of hesitation, the carnation – alias the clove pink – is what I am in every sense: this fragrance fraught with anger is my riposte. Its petals, laced with tiny teeth, hold out the solution: a burst of fragrant spikes. Would it make you smile to know that the wallflower packs a real fragrant punch, that the pepper comes from Cayenne and that the scent of cloves lies deep within this composition? Yet the carnation is an obsessive and intrepid flower. When it doesn’t bloom on market stalls and in open fields in southern France, the carnation – blood red, as if bitten by a dapper criminal with a fox-like smile– perishes. North, across the English Channel, London gentlemen wear white carnations in the buttonholes of their silk lapels. In the crimson velvet interior of a cinema, a girl in a film is being used as bait. She stumbles in the eerie flicker of a street light. As usual, she’s poor and her hair is disheveled. The street corner suddenly goes dark. Unable to see, the poor thing braces herself for the worst. And one fears (and hopes) that it will happen. And it will, unless the projector providentially overheats and the film catches fire, plunging the room into inky blackness. Yes, things look very bad for our heroine. We hear her shriek – “No!” – and read the French subtitle: Non!“

Das könnte ausnahmsweise auch einmal eine Nelke sein, die mir gefällt. Die Ingredienzen: Nelke, Gewürze, Cayenne Pfeffer, schwarzer Pfeffer, rosa Pfeffer, Gewürznelke, Muskatnuss. Auf dem Foto ist die limitierte Edition zu sehen – ein hübsches Fläschchen, oder?

Im übrigen geht ja jedes Jahr ein neuer Duft aus der Paris-exklusiven Linie für zwölf Monate in den Export – sehr zu meiner Freude ist das dieses Jahr Tubéreuse Criminelle.

Comme des Garçons, das omnipräsente Label der umtriebigen Japanerin Rei Kawakubo, hat einmal mehr eine Duftkooperation auf die Beine gestellt: Zusammen mit Hussein Chalayan, Avantgarde-Modedesigner türkisch-zypriotischer Abstammung (und, nebenbei bemerkt, seit ein paar Jahren Kreativ-Chef bei Puma), wird ein Duft namens Airborne lanciert – der Name der Chalayan Herbst/Winter-Kollektion des Jahres 2007. Der Duft beinhaltet: Zitrone, Neroli, Bergamotte, Mastix(harz), Wacholderbeere, Weihrauch, Moschus und Zedernholz.

Zum Abschluss für heute habe ich Euch ein Video jener 2007er Kollektion von Chalayan herausgesucht:

Einen schönen Tag wünscht Euch

Eure Ulrike.

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Ulrike Knöll Geschrieben von:

Meine Liebe gilt seit jeher dem Ästhetischen: Mir geht das Herz auf bei jeglichen Dingen, die durch Form, Funktionalität, Design und Herzblut zu überzeugen wissen. Und wenn dann noch ein Quäntchen Historie dazu kommt, ist es meist ganz um mich geschehen … Ich bin der Nischenparfümerie mit Haut und Haaren verfallen und immer auf der Suche nach dem – oder vielmehr: einem – neuen heiligen Gral. Diese Suche sowie mein ganzes Interesse und meine Begeisterung möchte ich gerne mit Euch teilen!

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