Datte Opaline und Néroli Cuivré von Mezel Paris – Neroli zwischen Süße und Metall

Einen floralen Star des Tages gibt es heute: Neroli spielt sowohl in Datte Opaline als auch in Néroli Cuivré eine Rolle – zwei weitere Düfte von Mezel Paris, denen ich mich nun widmen möchte. Neben der Bitterorangenblüte steht bei beiden Kreationen erneut Marokko im Fokus. Wer meinen ersten Beitrag Mezel Paris – Der Zauber des Anfangs gelesen hat, weiß um die besondere Bedeutung des Landes für das Label.

Fünf Duftflakons von Mezel Paris nebeneinander vor hellem Hintergrund mit feinen goldenen Linien, darunter Datte Opaline und Néroli Cuivré.

Datte Opaline – Hochzeitstradition mit Dattel

Hochzeitsrituale finden sich in vielen Ländern. In Italien kennt man die Confetti – mit weißem Zuckerguss überzogene Mandeln, die den Gästen überreicht werden. Auch in Griechenland und Frankreich sind Zuckermandeln fester Bestandteil der Vermählungstradition. In Indien wiederum stehen Süßspeisen und gewürzte Milch im Mittelpunkt der Feierlichkeiten. Ähnlich verhält es sich in Marokko: Frisch Vermählten werden Datteln und mit Orangenblüte aromatisierte Milch gereicht – Sinnbilder für Reinheit, Großzügigkeit und ein glückliches gemeinsames Leben.

Gemeinsam mit der Parfümeurin Julie Massé übersetzt Mezel Paris diese symbolische Geste in eine zeitgenössische Duftkomposition: Datte Opaline. Die Dattel wird dabei nicht auf ihre Süße reduziert; vielmehr rückt ihr Facettenreichtum in den Mittelpunkt. Der Zusatz „Opaline“ verweist auf milchige, helle und leicht schimmernde Nuancen, die der Komposition innewohnen. Zugleich entsteht so ein direkter Bezug zur Milch, die bei marokkanischen Hochzeiten traditionell gereicht wird.

Kopfnote: Neroli, Rosa Pfeffer, Tannenbalsam
Herznote: Dattel, Zimt, Benzoeharz
Basisnote: Vanille, Milch, Ambroxan, Moschus

Mezel Paris Datte Opaline Eau de Parfum mit Datteln auf weißem Stoff vor dunklem Hintergrund

Datte Opaline von Mezel Paris im Test

Süß, würzig und vom ersten Moment an präsent eröffnet Datte Opaline als balsamisch-cremige Komposition mit lieblich-scharfen Untertönen. Neroli steuert fruchtig-aromatische Nuancen bei und bringt eine gewisse Leichtigkeit ins Spiel, während die Dattel von transparent-milchigen und warm-würzigen Facetten umgeben bleibt. Ihre Süße wirkt honigartig und tiefgründig, durch Gewürze fein akzentuiert, beinahe likörig. Die einzelnen Ingredienzen greifen eng ineinander, wodurch ein komplexer, ausdrucksstarker und facettenreicher Duft entsteht.

Datte Opaline von Mezel ist ein ausgewogenes, likörig-süßes und wohlig-würziges Eau de Parfum, das besonders in Herbst und Winter gut zur Geltung kommt. Sicherlich nichts für Fans frischer, leichter Kompositionen. Wer jedoch warme, süß-würzige Düfte bevorzugt, findet hier eine facettenreiche, fein ausbalancierte Kreation mit mittlerer bis starker Präsenz und sehr guter Haltbarkeit.

Néroli Cuivré – Metall meets Orangenblüte

Auch Néroli Cuivré beruft sich auf eine marokkanische Tradition. So war es üblich „Gäste mit Orangenblütenwasser aus einem Messinggefäß zu begrüßen – als Zeichen der Gastfreundschaft und des Respekts.“ Diese Gefäße, häufig aus Messing oder Kupfer gefertigt, sind Teil einer jahrhundertealten Handwerkstradition, die insbesondere in Städten wie Fès oder Marrakesch gepflegt wird. Charakteristisch sind ihre fein ziselierten Oberflächen mit floralen und geometrischen Ornamenten sowie das warme Schimmern des Metalls. Viele Stücke entstehen in aufwendiger Handarbeit, bei der das Material gehämmert, graviert und poliert wird. So werden aus Gebrauchsgegenständen Objekte, die kunstvoll gestaltet und zugleich funktional sind.

Die Parfümeurin Mathilde Bijaouni verweist in diesem Zusammenhang auf ihre persönlichen Erinnerungen: „Die Inspiration hat mich sehr angesprochen, da ich einen doppelten, einen französisch-tunesischen Hintergrund habe. Ich habe mich in meine Kindheitserinnerungen vertieft, um die großzügige Süße der Orangenblüte nachzubilden, kombiniert mit diesem seltenen Messingakkord, der dieser Kreation einen einzigartigen Platz in der Duftlandschaft verschafft.“

Kopfnote: Kardamom, Haselnuss
Herznote: Neroli, Orange, Magnolie
Basisnote: Metallische Noten, Kaschmirholz, Benzoeharz, Moschus

Mezel Paris Néroli Cuivré Eau de Parfum mit Orangen bei Sonnenuntergang auf gravierter Metallfläche

Néroli Cuivré von Mezel Paris im Test

Hell, strahlend und luftig eröffnet Néroli Cuivré. Zart-zitrische Nuancen treffen auf die aromatische Frische von Kardamom und fein-nussige, beinahe milchig anmutende Akzente, begleitet von sanften, leicht wässrigen Blütenfacetten der Magnolie. Der Komposition wohnt ein warmer, metallischer Schimmer inne, der ihr Struktur und eine besondere Klarheit verleiht. Orange bringt eine spritzig-fruchtige Süße ins Spiel, bevor weiches Kaschmirholz und cremiges, leicht vanilliges Benzoeharz die Basis abrunden.

Sanft und schimmernd zeigt sich Néroli Cuivré von Mezel Paris als frühlingshaft-sommerliche Komposition aus Zitrusnoten, Blüten und holzig-pudrigen Facetten, dezent unterlegt von einem metallischen Akzent. Im Auftakt frisch, entwickelt sich der Duft zunehmend weicher und wärmer, ohne an Transparenz zu verlieren. Ideal für alle, die leise, zurückhaltende und dennoch präsente Kreationen schätzen. Vielseitig und unkompliziert tragbar.

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Julia Biró Verfasst von:

Bereits 2010 gingen so einige Blogbeiträge auf mein Konto. Dann war ich „kurz“ weg – sechs Jahre. Umso mehr freut es mich, dass ich nun wieder die Chance bekomme, mein Näschen im Dienste der Duftrezension schnuppern zu lassen und eifrig in die Tasten zu hauen. Was Nischendüfte angeht, habe ich damals übrigens schnell Feuer gefangen. Meine Ausbildung tat dazu ihr Übriges: Als diplomierte Biologin kenne ich mich nicht nur mit Fauna und Flora, sondern auch recht gut mit der Herstellung von Ölen und Extrakten aus, was den Reiz der Parfumwelt natürlich noch größer macht.

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