Mezel Paris – Der Zauber des Anfangs

Marokko und Frankreich – diese beiden Länder vereint Mezel Paris. Sie sind die Heimat der Gründerin Sophia Gyé-Jacquot und zugleich die kulturellen Bezugspunkte, zwischen denen sich das junge Dufthaus bewegt. Marokkanisches Erbe trifft hier auf französische Parfümeurskunst, wodurch sich eine spannende, facettenreiche Kollektion ergibt, die modern, ausdrucksstark und vielfältig ist. Fünf Düfte umfasst die Linie von Mezel Paris, denen ich mich heute und in den kommenden Tagen widmen möchte. Zunächst jedoch lohnt ein Blick auf die Hintergründe, die gestalterischen Details und die Inspirationsquellen der Marke.

Detailaufnahme des MEZEL Paris Parfumflakons mit goldener Kappe, geschwungener Architekturform und feinen goldenen Fäden vor hellem Hintergrund.

Mezel Paris – Auf Spurensuche in Marokko

Wer sich intensiver mit Mezel Paris beschäftigt, merkt schnell, dass die Marke ihre Wurzeln nicht nur olfaktorisch, sondern auch im Design sichtbar macht. So ist die Form des Flakons von der Hassan-II.-Moschee in Casablanca inspiriert – genauer gesagt von ihrer geometrischen Silhouette aus der Vogelperspektive. Das Bauwerk gilt als Symbol für Toleranz, Offenheit und handwerkliche Präzision.

Auch die Farbwelt der Marke spiegelt die Verbindung zu Marokko wider: Smaragdgrün ist eine Reminiszenz an die Hassan-II.-Moschee und die Fülle der marokkanischen Kultur. Gold erinnert an traditionell gearbeitete und reich verzierte Messingobjekte und die vergoldeten Häuserfassaden in Paris. Weiß als Hommage an die weiße Stast Casablanca und Schwarz als kontrastierendes Stilmittel.

Auf dem Etikett finden sich goldene Linien, die von Goldfäden inspiriert sind. Sie stehen sinnbildlich für die Verbindung zwischen Marokko und Frankreich, zwischen handwerklicher Tradition und kreativer Weiterentwicklung.

Detailaufnahme des MEZEL Paris Parfumflakons mit goldener, architektonisch geformter Kappe und feinen goldenen Linien vor blauem Hintergrund.

Café Défendu – Verbotener Kaffee

Der erste Duft aus der Kollektion von Mezel Paris, den ich euch vorstellen möchte, ist Café Défendu. Übersetzt bedeutet der Name „verbotener Kaffee“ – ein Hinweis auf eine Ingredienz, die für den Namenszusatz der Komposition mitverantwortlich ist: Cannabis.

Café Défendu entführt gedanklich in ein verborgenes Café in Tanger, fernab der Hauptstraßen, irgendwo in den engen Gassen der Altstadt. Gedämpftes Licht, zugezogene Vorhänge, eine Atmosphäre, die gleichermaßen geheimnisvoll wie vertraut wirkt. Parfümeur Jérôme di Marino stellte bei der Entwicklung bewusst Kontraste in den Mittelpunkt, um eine Komposition zu erschaffen, die so unwiderstehlich ist, dass man immer wieder auf sie zurückgreifen möchte.

Kopfnote: Cannabis, Weihrauch, Rosa Pfeffer
Herznote: Kaffee, Kakao, Tonkabohne
Basisnote: Vetiver, Ambra, Hölzer, Moschus

MEZEL Paris Café Défendu Flakon auf grün-blauem Mosaiktisch im marokkanischen Stil, goldene Kappe und bernsteinfarbene Flüssigkeit im Sonnenlicht.

Café Défendu von Mezel Paris im Test

Herb, harzig und dunkel eröffnet Café Défendu, begleitet von einer schwer greifbaren, krautigen Frische, die vermutlich dem Cannabis-Akkord zu verdanken ist. Tiefschwarze, geröstete Kaffeebohnen bringen beinahe oudige Anklänge ins Spiel. Weihrauch und rosa Pfeffer verleihen der Komposition rauchig-kühle sowie trocken-würzige Facetten und sorgen zugleich für Transparenz. Vetiver unterstreicht die kühle, leicht erdige Seite des Duftes, bevor er schließlich in pudrig-warme und cremig-holzige Nuancen übergeht.

Café Défendu ist eine eigenwillige, markante Kreation, die krautig-frische, rauchige und erdige Elemente mit geröstetem Kaffee verbindet. Tendenziell maskulin angehaucht, zeigt der Duft eine mittlere bis starke Präsenz und überzeugt mit sehr guter Haltbarkeit. Wer eine süße, gourmandige Kaffeekomposition erwartet, wird hier nicht fündig. Stattdessen richtet sich Café Défendu an alle, die dunkle, aromatische und holzige Düfte bevorzugen. Ungewöhnlich und ausdrucksstark.

Neueste Kommentare

Julia Biró Verfasst von:

Bereits 2010 gingen so einige Blogbeiträge auf mein Konto. Dann war ich „kurz“ weg – sechs Jahre. Umso mehr freut es mich, dass ich nun wieder die Chance bekomme, mein Näschen im Dienste der Duftrezension schnuppern zu lassen und eifrig in die Tasten zu hauen. Was Nischendüfte angeht, habe ich damals übrigens schnell Feuer gefangen. Meine Ausbildung tat dazu ihr Übriges: Als diplomierte Biologin kenne ich mich nicht nur mit Fauna und Flora, sondern auch recht gut mit der Herstellung von Ölen und Extrakten aus, was den Reiz der Parfumwelt natürlich noch größer macht.

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