Flower Lust und Rose Blaze von D’Orsay – Duftende Blumengrüße zum neuen Jahr

Das neue Jahr beginnt frostig und hier oben an der Ostsee auch schneereich. Trotzdem bin ich innerlich schon wieder ein bisschen auf Frühling eingestellt. Die ersten Hyazinthentriebe lugen bereits aus dem Boden und an Büschen und Sträuchern sind schon deutliche Knospen zu sehen. Diese sind dem milden Winter der letzten Monate geschuldet und werden hoffentlich in den nächsten Tagen und Nächten mit Minusgraden nicht erfrieren. Weihnachten ist abgehakt, Silvester auch. Das Jahr 2026 liegt vor uns wie ein Buch voller leerer Seiten, die beschrieben werden möchten. Außerdem befinden wir uns nun auf der Schwelle zur wärmeren Jahreszeit. Grund genug, einen ersten Blick auf florale Kreationen zu werfen, die möglicherweise genau das Richtige für Frühling und Sommer sein könnten: Flower Lust und Rose Blaze von D’Orsay.

Flakon von Flower Lust von D’Orsay Extrait de Parfum, inszeniert mit gelben Blüten und roten Beeren vor dunklem Hintergrund

Flower Lust – Blumiges Vergnügen

Die Richtung, die Flower Lust einschlägt, ist bereits im Namen zu erraten: Es wird floral. Dabei setzt das französische Label zum einen auf den Meisterparfümeur Dominique Ropion und zum anderen auf die blumigen Komponenten Orangenblüte und Ylang-Ylang. Diese kombiniert Ropion mit rosa Pfeffer, schwarzem Pfeffer, Benzoeharz, Sandelholz, Tonkabohne, Patchouli und Vetiver, um einen Duft zu erschaffen, „der sehr sinnlich, kraftvoll, tief und berauschend ist, eine Art Liebestrank.“

Mit Dominique Ropion setzte D’Orsay auf einen der erfahrensten und renommiertesten Parfümeure der Gegenwart. Der 1955 in Paris geborene Ropion absolvierte seine Ausbildung an der Roure Bertrand Dupont Akademie in Grasse, einer der prägenden Ausbildungsstätten der modernen Parfümerie. Seit vielen Jahren arbeitet er bei dem Duftstoff-Unternehmen IFF (International Flavors & Fragrances) und wurde vor nunmehr acht Jahren zum Meisterparfümeur ernannt.

Im Laufe seiner langen Karriere erschuf er mehrere Hundert Kreationen, von denen diverse Kompositionen zu wahren Klassikern geworden sind: Alien von Mugler etwa, Portrait of a Lady und Carnal Flower von Frédéric Malle, Vanille Leather von bdk Parfums, Velvet Iris von Essential Parfums, einen Teil der Sepia Collection von Olfactive Studio oder Osmo und Magma von Andrea Maack, um nur einige wenige zu nennen.

Flakon von Flower Lust von D’Orsay Extrait de Parfum, inszeniert mit gelben Blüten, weißen Akzenten und roten Beeren vor grünem Hintergrund

Wie duftet Flower Lust von D’Orsay?

Flower Lust startet fruchtig und floral. Die Orangenblüte bringt deutliche Fruchtakzente in die Kreation und zeigt sich im Auftakt weniger cremig als gewohnt. Frische, prickelnde Facetten von Pfeffer – dezent scharf und trocken – verleihen der Orangenblüte würzige Momente und sorgen für eine gewisse Spannung. Bald schon wird der Duft ruhiger, sanfter. Ylang-Ylang lässt seine tropisch-milchigen Nuancen aufblitzen, die sich mit der vanilligen Süße von cremigem Benzoeharz und der würzig-mandeligen Wärme der Tonkabohne vereinen. Die Orangenblüte verschmilzt mit dieser verführerischen, dichten und opulenten Melange, die von erdig-holzigem Patchouli und ambriert anmutendem Sandelholz untermalt wird.

Ist Flower Lust ein Duft für die kühlere oder die wärmere Jahreszeit?

Auch wenn der Name sofort an einen Sommerduft denken lässt, sehe ich Flower Lust eher in der kühleren Jahreszeit. Denn das Extrait de Parfum überzeugt mit wunderschönen Noten von Orangenblüte – sehr spannend kombiniert mit Pfeffer – und Ylang-Ylang. Doch die Basis gibt dem Ganzen eine würzige, süße, cremig-behagliche Richtung. Die Präsenz von Flower Lust aus dem Hause D’Orsay würde ich als mittel einstufen, die Haltbarkeit ist sehr gut. Ein idealer Duftbegleiter für alle, die floral-würzige und süßlich-ambrierte Kreationen bevorzugen.

Rose Blaze – Rosenverführung

Jordi Fernández ist – nach Tonka Hysteria – zum zweiten Mal im Einsatz für die Marke D’Orsay und widmet sich mit Rose Blaze dem Thema Rosendüfte. Die Rose als klassische Ingredienz in floralen Kompositionen steht ja symbolisch für die Liebe, die Leidenschaft und das Verlangen. Und genau hier setzt der Parfümeur an:

„Ich wollte, dass Rose Blaze einen bleibenden Eindruck hinterlässt – nicht nur die Liebe beschwört, sondern auch das Feuer, das sie hinterlässt. Ich stellte mir diesen Duft als eine Geschichte der Kontraste vor: zwischen Licht und Schatten, Zärtlichkeit und Begierde. Ein Duft, der Gegensätze mit Intensität und Finesse vereint, mit der Rose im Herzen.“

Der Rose stellt Jordi Fernández in Rose Blaze die Ingredienzien Bergamotte, Pfirsich, rosa Pfeffer, Iris, Sandelholz, Tonkabohne und Benzoeharz zur Seite und evoziert so einen Duft, „der sowohl Unschuld als auch Sinnlichkeit symbolisiert.“

Flakon von Rose Blaze von D’Orsay Extrait de Parfum, inszeniert mit rosafarbenen Blüten und warmen Amberreflexen vor dunklem Hintergrund

Wie duftet Rose Blaze von D’Orsay?

Im Auftakt offenbart Rose Blaze pfeffergewürzte Rosennoten, subtil scharf und leicht prickelnd-holzig, die sehr elegant, honigsüß und erwachsen wirken. Ein durchaus gelungener Start in diese Komposition, in der im Folgenden samtiger Pfirsich für feine Fruchtakzente sorgt, während sich im Hintergrund cremige Iris, vanillig-milchiges Benzoeharz und warmes Sandelholz vereinen. Dazu eine Prise Tonkabohne für die Würze. Ich nehme auch eine sanft-erdige, dunkle, an Patchouli erinnernde Nuance wahr, ganz unterschwellig. Die Rose wird im Verlauf leichter, unbeschwerter, verliert etwas von ihrem anfänglichen Ernst, die erwachsene Attitüde, und lässt sich mit nektarsüßen Blütennoten nur zu gerne in die verführerische Melange fallen.

Wann trägt man Rose Blaze am besten?

Rose Blaze ist kein unbekümmerter, jugendlicher Frühlingsrosenduft, sondern eine Rose in voller Blüte, eine Femme fatale, eine Verführerin, die weiß, was sie möchte. Tiefgründig, geheimnisvoll, komplex. Einerseits feminin, andererseits durchaus unisex. Die Präsenz ist mittel bis stark, die Haltbarkeit sehr gut. Ideal für alle, die hochwertige, elegante und moderne Rosendüfte mit deutlicher Sillage bevorzugen. Die Kreation passt eher in die kühlere Jahreszeit und eignet sich besonders für den Abend, zum Ausgehen und zu besonderen Anlässen.

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Julia Biró Verfasst von:

Bereits 2010 gingen so einige Blogbeiträge auf mein Konto. Dann war ich „kurz“ weg – sechs Jahre. Umso mehr freut es mich, dass ich nun wieder die Chance bekomme, mein Näschen im Dienste der Duftrezension schnuppern zu lassen und eifrig in die Tasten zu hauen. Was Nischendüfte angeht, habe ich damals übrigens schnell Feuer gefangen. Meine Ausbildung tat dazu ihr Übriges: Als diplomierte Biologin kenne ich mich nicht nur mit Fauna und Flora, sondern auch recht gut mit der Herstellung von Ölen und Extrakten aus, was den Reiz der Parfumwelt natürlich noch größer macht.

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