Im virtuellen Blätterwald …

… rauscht es dieser Tage wieder im Hinblick auf die Duftwelt – ein paar Fundstücke für Euch zum wochenendlichen Schmökern wollte ich Euch nicht vorenthalten, viel Spaß damit!

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Düfte und Erinnerungen – ein meines Erachtens nach immer noch unterschätztes Thema … Die meisten Parfumistas wissen es: die olfaktorische Wahrnehmung ist die einzige, die direkt über die Amygdala läuft, die wiederum für die emotionale Verarbeitung zuständig ist. Alle anderen Sinneswahrnehmungen laufen im Gehirn zuallererst über den Thalamus, der als eine Art Pförtnerzentrale sortiert. Was heißt das? Das man sich Düften nicht entziehen, nicht erwehren kann. Die Emotion ist zuerst da, unmittelbar, danach, eventuell nach etwas Überlegen, die kognitive Erklärung für eben diese. Das Lächeln im Gesicht und das wohlige Gefühl, das von dem Geruch der Lindenblüten herrührt, der an die Urlaube bei der Großmutter auf dem Land erinnern, die man als Kind herbeisehnte. Das Parfum des oder der Unbekannten, das einen an die erste große Liebe erinnert und den oder die Fremde gleich unglaublich sympathisch macht. Ich denke, jedem fallen dazu Situationen ein. Im Spiegel erschien dieser Tage ein Artikel, der über die neuesten Forschungen zum Thema Düfte oder vielmehr olfaktorische Wahrnehmung berichtet, seht hier: Nase als Erinnerungsorgan.

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Das Managermagazin veröffentlichte vor einigen Tagen ein Interview mit Christine Nagel, Chefparfümeurin bei Hermès und als solches Nachfolgerin der Parfumeurslegende Jean-Claude Ellena – lest hier. Ende letzten Jahres erschien auch ein Artikel in der Frankfurter Allgemeinen zu deren Arbeit, der an dieser Stelle ebenfalls erwähnt werden soll, seht hier. Auch in der Welt war schon etwas zu ihr zu lesen, klick.

Ich meine, dass uns dieser Artikel hier entgangen ist – der MDR Ende letzten Jahres zu Besuch bei Sven Pritzkoleit.

Alberto Morillas‘ Name ist dieser Tage in aller Munde, wurde er doch soeben bei den Duftstars für sein Wirken und Werken ausgezeichnet. In der Folge wird im momentan eine ganze Menge mediale Aufmerksamkeit geschenkt: das Handelsblatt berichtet über ihn genauso wie The National, in der New York Times gibt es einen Artikel zu CK ONE und dessen Einfluss auf eine ganze Generation (ein Duft, den Morillas mit kreierte).

Der New Yorker hat Annette Green besucht und einen tollen Artikel dazu lanciert – Green ist gerade 95 Jahre alt geworden und war über vierzig Jahre für die Fragrance Foundation tätig, viele davon auch als deren Präsidentin.

Künstliche Intelligenz, die als Parfumeur tätig wird? Ganz genau. Philyra heißt diese durch Symrise und IBM initiierte Erfindung, die gerade für Furore sorgt – lest hier im Handelsblatt, auf der Seite des ZDF, bei der FAZ, beim Deutschlandfunk, bei der Süddeutschen.

Carine Roitfeld, ehemalige Vogue-Paris-Chefin und Stilikone, macht jetzt „in Düfte – lest hier in BusinessOfFashion, bei Forbes und bei Bloomberg sowie in der In-Style darüber. Ebenfalls auf Duftpfade ausgewichen sind … Rammstein. Glaubt Ihr nicht? Doch. Kokain heißt deren Duft, den Rossmann ab 26. Mai exklusiv vertreiben wird – Shitstorm auf Instagram gab es schon vorab, lest hier bei Ruhr24.

Bei Premiumbeautynews findet Ihr ein Interview mit Jeanne Doré, Mitgründerin des Magazins Nez (neben Dominique Brunel) zu der Zukunft des Nischenduftmarkt beziehungsweise dessen Distribution. „Indie Fragrances and Niche Perfumes are a growing billion-dollar industry“ konstatiert die Financial News vollkommen korrekt – lest hier.

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„Move Over, France: These Are the New Perfume Capitals of the World“ – Frankreich, mach Platz für die neuen Parfumhauptstädte der Welt, damit stapelt die Allure hoch. Und hat doch gar nicht mal so unrecht, wenn man sich die Entwicklungen der letzten Jahre so ansieht. Es gibt auch andere Städte als Parfum oder Grasse sowie andere Länder als Frankreich (oder Italien oder England), aus denen mittlerweile nicht wenige, zum Teil sehr erfolgreiche Duftmarken kommen.

Tania Sanchez, Luca Turins Co-Autorin von Perfumes – The Guide, schreibt im Guardian anlässlich von Michelle Pfeiffers neuer Duftkollektion über die Bewandnis von „cleanen“ Inhaltsstoffen in Düften – lest hier.

Die Zeit hat Olivier Polge zu seiner neuen Chanel-Kreation 1957 interviewt – lest hier. Und in der Elle darf François Dimanchy zu seiner heiligen Pfingstrose, zu Holy Peony für Christian Diors La Collection Privé zu Wort kommen.

Berlin hat ein neues Parfum-Start-up, Aer – die Morgenpost berichtete kürzlich darüber, bei Harper’s Bazaar und Beautypunk war schon früher etwas davon zu lesen.

Und weiter geht es mit den Parfümeuren und Markeninhabern: „Alles Roja“ – ein hübsch-griffiger Titel für einen FAZ-Artikel über … na klar, Roja Dove. Die deutsche Vogue widmete sich vor einiger Zeit Romy Kowalewski, der Frau hinter 2787 Perfumes Barcelona – lest hier. Andreas Wilhelm, der „Punk-Parfumeur aus Zürich“ in der NZZ – klick. Hochparterre widmet dem Architekten und Parfumeur Antonio Gardoni ein Interview – und berichtet in einem Video über die Geschichte dazu.

Macht wer demnächst Urlaub auf Zypern? Wenn ja, sollte man sich diesen Artikel einmal ansehen – es gibt dort wohl seit nicht allzu langer Zeit eine Art Duftpark, der die Düfte der Insel zeigt und sich der duftenden und parfumistischen Vergangenheit der Insel widmet.

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Die Elle prophezeit uns Kaffee und grüne Noten als Trend-Ingredienzen für Düfte dieses Jahr – was sonst noch vorausgesagt wird, lest hier. Auf PrestigeOnline hat man sich zehn Nischenduftmarken herausgepickt, die Unisex-Düfte kreieren – zugegeben, das ist irgendwie willkürlich, wie wir ja alle wissen, produzieren fast alle Nischenduftmarken Düfte, die selten mit einem Geschlecht versehen werden beziehungsweise oft genug erst nachträglich durch die Verkaufsstellen, weil es Kunden den Einstieg erleichert. Düfte suchen sich ihre Träger ohnehin selbst, wie ich immer zu sagen pflege … dennoch, die Auflistung ist hübsch gelungen und adrett bebildert. „Meersalz und Sonnencreme – Diese zehn Parfums duften nach Sommer“ – unter diesem Titel veröffentlichte die Welt dieser Tage eine Liste, die zumindest hälftig aus Nischendüften besteht. Dazu fallen uns selbstredend noch mehr … habt Ihr Interesse an einem solchen Artikel dieser Tage? Oder was wünscht Ihr Euch sonst vielleicht an Input zu (neuen) Sommerdüften? Her mit den Wünschen, ich plane sie gerne ein!

In diesem Sinne – ein hoffentlich sonniges und geruhsames Wochenende wünsche ich Euch!

Herzlichst

Eure Ulrike

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Meine Liebe galt schon seit je her dem Ästhetischen: So geht mir das Herz auf bei jeglichen Dingen, die durch Form, Funktionalität, Design und Herzblut zu überzeugen wissen. Und wenn dann noch ein Quäntchen Historie dazu kommt, ist es meist ganz um mich geschehen … Ich bin der Nischenparfümerie mit Haut und Haaren verfallen und seitdem immer auf der Suche nach dem oder vielmehr: einem neuen heiligen Gral. Diese Suche sowie mein ganzes Interesse, meine Begeisterung möchte ich gerne mit Euch teilen!

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