Der Sommer hat uns verlassen …

… – so zumindest will es mir dieser Tage scheinen. Ja, ich weiß – oder zumindest hoffe ich: Vielleicht bekommen wir noch einen goldenen Herbst. Einen, der uns jetzt im September oder auch Anfang Oktober laue Tage und Nächte samt zünftiger Temperaturen beschert. Das bringt mich momentan allerdings nicht weiter, wo ich tatsächlich schon vor circa zwei Wochen meine Heizung angeworfen habe. Heizt Ihr auch schon?

Das Herz wärme ich mir allerdings an und mit anderem – einen kleinen Überblick meiner Wohlfühlausstattung möchte ich Euch heute geben.

kusmitea-prince-wladimir-250g_1Statt leichten Fruchtschorlen ist mir abends nach Wärme, deshalb kommt Tee auf den Tisch. Ich bin seit geraumer Zeit auch tagsüber leidenschaftliche Teetrinkerin, nachdem ich Kaffee, den ich früher literweise trank, mittlerweile nicht mehr wirklich gut vertrage. Tee – ein wahnsinnig tolles Thema und eines, in das man genauso nerdig versinken kann wie in Parfums, Schokolade, Whisky und vielen anderen. Ich habe mich mittlerweile festgetrunken, und zwar an zwei Marken: Kusmi Tea und Mariage Frères, deren herrliche Teeduftkerzen wir auch schon im Laden hatten. Beides altehrwürdige Unternehmen, gegründet in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Für mich weisen die Firmengeschichten, das Packaging, die sorgfältige Pflege im Umgang mit den Produkten und die Qualität derselben durchaus Parallelen auf im Vergleich zu einigen Traditionshäusern in der Parfumbranche. Und, ich bin ganz ehrlich: Wenn ich nach neuen Teesorten suche, verlasse ich mich des öfteren auf meine Duftkenntnisse. Darüber hinaus weist mein bestehendes Teesortiment eine ähnliche Unüberschaubarkeit auf wie meine Duftsammlung und – es gibt Deckungsgleichheiten. Ich liebe beispielsweise Rauch nicht nur in Düften, sondern auch in Tees, weshalb ich (stark) geräucherte Schwarzteesorten für den Tag liebe. Mariage Frères produzieren den meinem Geschmack nach besten geräucherten Schwarztee, der auf den klangvollen Namen Empereur Chen-Nung hört. Erster Gedanke beim Genuss desselben? Le Labos Patchouli 24, Annick Menardos Schwarzwaldschinken-Patchoulinebel-Vanillrauch-Kracher. Perfekt, wenn man am hellichten Tag keinen torfigen Whisky trinken mag. Und wenn es abends dann mit Tee weitergeht, bevorzuge ich Kusmis Prinz Wladimir: Ein sanfter, moderner Schwarztee mit Vanille und Gewürzen, hell, aber dennoch markant und nicht allzu teeinhaltig, wobei ich ohnehin niemals Einschlafprobleme habe.

Salbeiblätter

Trotz allem darf es gerne auch mal ein reiner Kräutertee sein, erst recht, nachdem mich meine Freundin M. – schöne Grüße an dieser Stelle! – letztes Jahr auf den Geschmack gebracht hat: Nur Kräuter und Blüten als Tee – köstlich! Ihr selbstgemachter Tee war schnell dezimiert und getrunken, so musste ich mich nach Ersatz umsehen. Bei Dawanda wurde ich fündig und möchte Euch diese Verkäuferin nur wärmstens empfehlen, von der ich keinerlei Umsatzbeteiligung erhalte ;), deren Tees ich aber selbst liebe und schon häufig verschenkt habe.

fusseneggerAuf dem Sofa, das für mich groooß sein muss – Frau und Katzen brauchen Platz – wimmelt es bei mir von Kissen und Decken, derer man, Meiner Meinung nach, nie genug haben kann. Besonders gerne mag ich die graphischen Entwürfe von David Fussenegger, von dem ich einige Decken besitze. Und, bei Tieren ziemlich unschlagbar weil farbecht und qualitativ sehr sehr hochwertig: Bassetti Plaids. Ein herrlicher Farbtupfer in der Wohnung, wunderschöne Stoffe und einfach zu waschen. Ich habe Plaids, die auch nach Jahren trotz vieler Wäschen und einiger Unglücke noch aussehen wie neu. Mein Lieblingsmuster, ein Klassiker des Hauses: Fong.

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Dufttechnisch begleitet mich gerade ein Diffusor in den Herbst, und zwar einer von einer Firma, die momentan ohnehin zu meinen Diffusorenfavoriten gehört: Oud Nobile von Dr. Vranjes. Harmen hat, nachdem mittlerweile zur Raumbeduftung bekehrt, ja auch schon einmal im Frühjahr von diesem Schönen geschwärmt, siehe hier:

DrV_OudN_bottle_final„Oud Nobile macht mich erst einmal sprachlos, so umwerfend ist er. Preislich liegt dieser Raumduft über den anderen, was aber an der extrem hohen Ölkonzentration von 30 % liegt – dies ist durchaus spürbar, wenn man die Flüssigkeit mit dem Finger berührt und man riecht die hohe Intensität einfach auch. Dabei ist zu beachten, dass der Duft etwas länger als gewöhnlich braucht, um die Stäbchen hochzuwandern. Im Wesentlichen sind es zwei Komponenten, die den Duft ausmachen: Eine Schicht zitrischer Noten, funkelnd, frisch, glänzend und darunter als Gegenspieler das Oud, das aber keineswegs knarzt, wie man es vermuten könnte. Es ist als Oud absolut erkennbar, nur wurden seine angenehmen Seiten vortrefflich herausgearbeitet. Dunkelholzig, weich, ledrig, aber keinesfalls bitter oder medizinisch und immer wieder durchsetzt von einer zitrischen Fruchtigkeit. Hut ab vor dieser gekonnten Komposition! Ich denke, hier können auch Oud-Meider auf ihre Kosten kommen.“

Die Duftnoten: Kopfnote: Bergamotte, Neroli; Herznote: Oud; Basisnote: Myrrhe, Weihrauch.

Ich wünschte, der Doktor würde uns ein Parfum zu diesem wunderschönen Raumduft gönnen! Edles, samtiges Oud, dezent pudrig, verhalten holzig, elegant ledrig und subtil rauchig. Erhabenheit, gepaart mit glitzernden krautig-zitrisch-kräuterigen Noten, dunkelgrün-minzig anmutend. Oud Nobile ist – ein König. Und macht sich in so gut wie jedem Ambiente gut, ob nun minimalistisch oder voller Antiquitäten, dieser Oudschönling verleiht jedem Zuhause eine edle Wohlfühlatmosphäre. Ihr seht schon, mich hat es richtig erwischt, weshalb der Duft auch gleich dreifach in meiner Wohnung steht 😉

donnatarttZum Rumlullen auf dem Sofa möchte ich Euch abschließend noch eine Leseempfehlung für lange Herbstabende mit auf den Weg geben – Den Distelfinken. Oder gleich alles von der Autorin, von Donna Tartt. Ich liebe sie seit ihrem ersten Roman, mit dem sie sich von Null auf Hundert unter die besten amerikanischen Schriftsteller geschrieben hat. Der Distelfink ist Nummer Drei – und völlig zu recht auf den Bestsellerlisten gelandet. Wer kennt ihn schon, wer kennt Ihre anderen Bücher?

Und überhaupt: Was lest Ihr so, wie macht Ihr es Euch gerade schön? Ich bin gespannt und freue mich auf Tipps!

Viele liebe Grüße und ein schönes Wochenende,

Eure Ulrike.

 

 

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Meine Liebe galt schon seit je her dem Ästhetischen: So geht mir das Herz auf bei jeglichen Dingen, die durch Form, Funktionalität, Design und Herzblut zu überzeugen wissen. Und wenn dann noch ein Quäntchen Historie dazu kommt, ist es meist ganz um mich geschehen … Ich bin der Nischenparfümerie mit Haut und Haaren verfallen und seitdem immer auf der Suche nach dem oder vielmehr: einem neuen heiligen Gral. Diese Suche sowie mein ganzes Interesse, meine Begeisterung möchte ich gerne mit Euch teilen!

3 Kommentare

  1. Jutta L.
    5.Sep 2014
    Antworten

    Liebe Uli, danke für die schönen Empfehlungen, ist Alles notiert! 2 Buchtips habe ich für Dich, Americanah von Chimamanda Ngozi Adichie, mein Buchhighlight dieses Jahr und Der Trafikant von Robert Seethaler. Liebe Grüße, Jutta L.

  2. Dorothea
    5.Sep 2014
    Antworten

    Hach, was für ein Zufall! Gestern habe ich angefangen, „The Goldfinch“ zu lesen! Ich liebe dicke Wälzer und die Geschichte hört sich ganz großartig an. „Americanah“ habe ich vor wenigen Wochen gelesen, auch für mich war es ein Highlight. Wobei ich empfehlen würde, wenn es geht, die Englisch-Version zu lesen, bei der Übersetzung geht doch einiges vom Sprach-Kolorit verloren…
    Und „Der Trafikant“ liegt auch schon auf meinem Nachttisch 🙂
    Eines meiner diesjährigen Buch-Highlights war auch „The Hare with Amber Eyes“ von Edmund de Waal (gibt’s auch als Übersetzung), eine bewegende Familiensaga.
    Und schwarzer Tee – oder sogar Chai – geht bei mir auch immer, sogar im Sommer!
    Liebe Grüße
    Dorothea

  3. Ulrike
    10.Sep 2014
    Antworten

    Huhuu Ihr Lieben,

    ich bin ja SEHR gespannt, was Ihr von Frau Tartt haltet! Ich kann mich selbst gar nicht so sehr entscheiden, ich glaube aber, dass mir ihr erster Roman am besten gefallen hat. Mag vielleicht auch daran liegen, dass er irgendeinen Nerv getroffen hat, keine Ahnung. Die anderen beiden, der Goldfink und der Freund, wirken, finde ich, eher in der Rückschau. Ich zehre von diesen beiden Büchern am meisten, wenn ich sie mir rückblickend nochmals vor Augen führe – ist selten bei mir, passiert eher mal bei bestimmten Filmen, aber auch da nicht oft.

    Eure Buchtipps habe ich schon notiert bzw. in den Onlinewarenkorb geworfen für den nächsten Einkauf – und ja, gerne auch in Originalsprache 🙂

    Witzig, dass wir über ähnliche Bücher gestolpert sind, oder? 🙂

    Und Schwarztee gibt es hier natürlich auch das ganze Jahr über – aber der geräuchterte macht sich am besten im Herbst.

    Viele liebe Grüße,

    Eure Uli.

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