5 Kommentare

  1. Waltraud Seemann
    12.Apr 2013
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    Liebe Ulrike, ich will das alles gar nicht so genau wissen. Es nimmt einem die Illusion. Ist schon klar, dass wir nicht mehr die vermeintlich „natürichen“ Essenzen in Parfüms verwenden. Keiner reibt sich mehr mit Blütenblättern, Katzen-, Wal- und Moschussekreten oder kaltgepreßtem Öl ein. Seit man so hochprozentigen Alkohol destillieren kann hat sich auch die Herstellung der Duftstoffe verändert und das, so meine ich, durchaus zu unserem Vorteil und größerem Vergnügen.
    Liebe Grüße, schönes Wochenende, Waltraud

  2. Stefanie
    12.Apr 2013
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    Geht mir ähnlich, liebe Waltraud, und irgendwie auch wieder nicht. Natürlich ist es schön, auch von der Sprache rund um einen Duft verzaubert zu werden. Manchmal führen Fantasienamen oder PR-Prosa allerdings auf eine völlig falsche Fährte oder in die Welt der inhaltarmen bis -leeren Schaumschlägerei (Uli wird vielleicht schon wissen, worauf ich mit letzterem anspiele – wobei ich da demnächst Abitte tun muss und werde, habe nämlich den ersten „Jul et Mad“ getestet und BIN verzaubert;-) Einer falschen Fährte indessen bin ich zB bei Kurkdjians „Cologne pour le Soir“ gefölgt – was da Rosenhonig heißt, riecht für mich nach einem altem, speckigem Tierfell. Bei Erik Kormanns September finde ich es somit ziemlich erfrischend, dass der Schöpfer Klartext redet. So weiß ich gleich: Nix für mich – diesmal lockt mich seine Ziel- und Zusammensetzung nicht. Kormanns erstes „Eau de Fröhliche“ indessen hatte mir fast sofort den Kopf verdreht; Im Zentrum dieses Duftes stand ein schweres dunkles Weihrauchöl,an dem man in Kormanns Seifenladen bei Interesse sogar schnuppern konnte. Hmm, köstlich – so wie der Duft auch. Und das sind doch am Ende die schönsten Illusionen – wenn sie irgendwie auch wahr sind 🙂

  3. 12.Apr 2013
    Antworten

    Liebe Uli, ich danke Dir sehr für diese wunderbaren Beschreibungen und möchte an dieser Stelle zugleich die Offenheit ein wenig verteidigen. Schließlich sind – vielleicht bis auf die Eau de Fröhliche Serie – alle Düfte im aromatischen Blog mehr oder weniger öffentlich entstanden. Als Anregung und Hilfestellung für alle, die gern mit ätherischen Ölen und Chemicals selber einen Duft mischen. Und ich persönlich würde sehr gern ein wenig von den Illusionen und Phantastereien wegnehmen, weil der ganze Kitsch häufig nur in die Irre führt. Vielleicht – ich betone das vielleicht – bräuchten wir eine neue, etwas zeitgemäßere Sprache um über Parfum zu sprechen und zu schreiben und ich finde, dies geschieht hier auf angenehme Art und Weise.
    Ein schönes WE und ganz liebe Grüße aus Berlin.
    Erik

  4. Üt
    13.Apr 2013
    Antworten

    Liebe Uli,

    habe neulich ein Buch über die Geschichte des Parfums gelesen mit einem Interview von Erik am Schluss. Beim lesen des Buches fiel mir auf, ich weiß eigentlich gar nix über das Thema. Außer das ich weiß, das mag ich gerne riechen und das weniger. Wie es hergestellt wird, weiß der Geier. Nun ist mir ein Zufall des Buch von Jean-Claude Ellena in die Hände gefallen: Parfum – Ein Führer durch die Welt der Düfte – und er erklärt alles auf seinen 171 Seiten. Keine Frage die noch offen bleibt. Er beschreibt alles wunderschön und ich habe große Hochachtung davor was ein Parfumeur leistet. Fühlte mich wie aus dem Tal der Ahnungslosen. Einen Duft zu „zaubern“ hat für mich was alchemistisches. Im Grunde sind es doch alle verkappte Alchemisten in ihren Höhlen – die mich dann – wenn meine Nase verzückt ist – ins Paradies befördern. Natürlich benutzen alle Alchemisten eine Geheimsprache. Entweder kann ich diese für mich auch entschlüssen – oder ich lasse es bleiben. Finde es aber super cool, das Uli die Geheimsprache auch entschlüsseln kann.

    Empfehle jetzt allem mal die mehr darüber wissen wollen das Buch von Jean-Claude Ellena: Parfum

    Neue Proben habe ich mir auch schon ausgesucht, nächste Woche mehr darüber, dann halte ich sie vermutlich schon in den Händen. Vorfreude, schönste Freude!!!!

    Werde jetzt mit meinem „Ananas“-Duft grenzenlose Entspannung einatmen und mir natürlich vorstellen, das mich der Duft von Millionen glücklich ausgequetschen Ananas benetzt.

    Und allen Alchemisten da draußen – und natürlich Uli, ohne Euch wäre das Leben, düster und traurig!!!!

    Üt

  5. Waltraud Seemann
    15.Apr 2013
    Antworten

    Hallo Ihr alle zusammmen, ich kritisiere das nicht so negativ, wie es vielleicht rübergekommen ist. Ich habe das in gestraffter, übersichtlicher und verständlicher Form geschriebene Buch von Eléna mit Begeisterung gelesen, ich besitze es. Ich kann also bei Bedarf nachschlagen, wenn ich etwas genau rekapitulieren möchte. Mit dem Lesen habe ich kapiert, wie das heutzutage funktioniert mit den Parfüms. Und ich finde das vollkommen in Ordnung. Es steht ja auch auf den Verpackungen, wenn es einen interessieren sollte. Ich bin doch eine, die immer alles wenigstens in Grundzügen genau wissen will.
    Aber mehr brauche ich nicht zu wissen, ganzheitlich im Hinterkopf. Düfte müssen auch für mich ihre Dufterotik behalten ohne dass ich jedesmal zu denken gezwungen werde: Ah, das ist Javanol, das soll den Duft…evozieren. Im Parfumo ist ein interessanter Blog von einem Parfümeur der das noch weiter ausführt, den habe ich mir auch ausgedruckt und in meinen Parfümordner geheftet.
    Aber ich wünsche mir nicht, dass nun jeder Duft auf diese Weise rezensiert und vorgestellt wird.
    Außer, wenn damit angedeutet werden soll ohne das zu verreißen, dass der Duft eher nicht so klar rüberkommt oder die Chemie dominiert – so in etwa.
    Es gibt nämlich Menschen, die mögen genau solche Düfte.
    Mir ist nur wichtig, ob ein Duft nach dem Thema des Parfüms auch so duftet in etwa. Sowieso habe ich beschlossen, nicht mehr zu sagen: Das und das mag ich als Duft und das nicht. Ich muss die Düfte auf der Haut und unter der Nase testen. Dann kann ich sagen, ob er mir gefällt, mich begeistert, hinreißt oder mich eben abstößt, den Bäh-Effekt hat oder was man sonst für merkwürdige Gerüche wahrnehmen kann bei gewissen, wie soll ich schreiben: Konzeptdüften.
    Kurz, ich brauche auch die Duftillusion. Elléna-Düfte sind eine Klasse für sich, die perfekte Illusion zuweilen. Wer will sich nicht gerne durch Illusionen verführen lassen, hier und da?
    Schlecht komponierte Düfte werden durch die Benutzer abgestraft. Es ist dann auch wieder eine Frage des Preises ob man die Chemie noch wahrnimmt und/oder akzeptiert oder nicht.
    Waltraud

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