Aus Liebe zum Duft Shop Duft Tagebuch

Nofretete…nomen est omen!

Geschrieben in Kosmetik am 17.07.2008

MDCI Parfum

Unzählige Bildnisse der Pharao-Gemahlin zeigen ein makelloses Schönheitsideal. Besonders die berühmte Büste des Bildhauers Thutmosis zeigt eine faszinierende Ausstrahlung und Lebendigkeit. Doch wir können beruhigt sein, denn auf nahezu allen Bildnissen wurde die Königin nicht ganz naturgetreu dargestellt und eher zu ihrem Vorteil abgebildet, da sie natürlich ein Königreich verkörpern sollte und abermals nachdrücklich an ihren Namen „ die Schöne, die da kommt“ erinnert werden sollte.

Büsten sind die Vorfahren der Fotos und auch wenn es damals noch kein Fotobearbeitungsprogramm gab oder man mit Hilfe von Helligkeit und Schatten ins rechte Licht gerückt werden konnte, wurden auch schon zu Pharao-Zeiten hier und da kleine Schönheitsmakel weggelassen oder ausgemerzt.

Nahezu jeder bekannte Schriftsteller, Dichter und Denker wurde im Laufe seines Lebens oder auch nach seinem Tode in Form einer Büste geehrt und in eines der großen Museen verfrachtet.

In der Gedenkstätte Walhalla in der Oberpfalz wurde zum Beispiel besonders viel Wert auf die Ehrung großer deutscher Künstler oder großer Persönlichkeiten gelegt, die in enger Verbindung mit deutschsprachigen Völkern standen. Diese wurden dann mit Gedenktafeln und Marmorbüsten geehrt. So lassen sich also die Köpfe von Größen aus Kunst und Kultur wie Schiller, Goethe, Haydn, Beethoven, Dürer, Adenauer und Einstein im pfälzischen Donaustauf bewundern.

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Weitere Einträge zu diesem Thema:

Die Vergessenen: Micallef & Masaki Matsushima.
Oh süße Melancholie…
Histoires de Parfums’ Moulin Rouge 1889.


Weich wie eine Feder

Geschrieben in Duft,Fruchtiges,Reines und Pudriges am 15.07.2008

Acqua di Biella - Le Vie della Lana - Cashmere Twill

Wer einmal Kaschmir getragen hat, wird es genau deshalb lieben: Das Material, das aus dem Unterfell der Kaschmirziege gewonnen wird und das seit je her sowohl von der Kleidungs- als auch von der Einrichtungsindustrie verwendet wird, zeichnet sich durch eine einzigartige Feinheit aus, die, auf der Haut getragen, ein ganz spezielles Wohlgefühl vermittelt.

Nachdem vor einigen Jahren bereits der Edelkaschmirstricker Cristiano Fissore eine eigene Duftkollektion auf den Markt brachte, die durch die Beschaffenheit der Kaschmirwolle inspiriert wurde, griff nun die alteingesessene italienische Manufaktur Acqua di Biella diese Thematik ebenfalls auf.


Cashmere Twill
entstammt deren neuer Duft- und Körperpflegeserie, die sich durch die Verwendung von Essenzen aus Kaschmirwolle auszeichnet. Die Luxuriosität der Inhaltsstoffe, sowie die Traditionalität des Hauses spiegelt sich bereits in der Verpackung wider: Acqua di Biella verwendet hierfür einen massiven Glasflakon, welcher in seiner Form an den Sansovino-Rahmen angelehnt ist. Dieser Bilderrahmen trägt seinen Namen nach seinem florentinischen Begründer, Jacopo Sansovino, und stellt eine der berühmtesten Rahmenformen der Renaissance dar.

Ingredienzen: Kopfnote: Essenzen aus Kaschmirwolle, Himbeeren, kalabrische Bergamotte, sizilianische Zitrone, Herznote: Iris, Magnolie aus Ostasien, Kardamom, Anis; Basisnote: Libanesisches Zedernholz, Vetiver, weisser Moos, Ambrettasamen.

Die Kopfnote beginnt mit einer zitrisch frischen Cremigkeit, die alsbald von Himbeeren ergänzt wird. Diese kommen beim Test auf meiner Haut noch dominanter heraus als auf dem Teststreifen – für mich ein definitiver Pluspunkt für den Duft, da (gute) Beerendüfte und vor allem Himbeeren meines Erachtens nach recht selten sind. Die Himbeernote ist plastisch, aber nicht Plastik: Sie ist frisch, ganz frisch – man meint, die Samtigkeit der Fruchtoberfläche(n) wahrnehmen zu können. Florales gesellt sich dazu, Magnolie ist wahrnehmbar, aber nicht vordergründig präsent sondern angenehm gezügelt. Ein Tupfer Iris sorgt kaum merklich für für Transzendenz, während in der Basis zarter Moschus Weiche spendet, zu der sich holzige Zedernnoten gesellen.

Der Duft weckt Assoziationen eines wunderbar leichten Sommerkaschmirs – ein fließender Poncho vielleicht, in welchen man sich in lauen Sommerabenden einhüllen, sich einkuscheln und ganz der wohligen hautschmeichelnden Wärme hingeben kann.

Cashmere Twill ist frisch, allerdings weder frisch im ozonigen noch aquatischen Sinne, sondern fruchtig-frisch, und dies auf eine sehr positive Art und Weise: Der Duft ist ein eher leiserer, da hautnaher Vertreter, aufgrund seiner unprätentiösen Dezenz deshalb aber umso einprägsamer. Alles in allem wirkt er sehr rund, Einzelnoten sind nur vereinzelt wahrnehmbar, die Priorität liegt auch viel eher auf dem Vermitteln eines (Haut)Gefühls – hier zeigt sich auch die Relationalität zum Inspirationsstifter und Namensgeber Cashmere: Der Duft soll sanft umschmeicheln.

Meines Erachtens nach ist er ein perfekter Sommerduft, vor allem für Freunde von skinnigen Düften und Wäschedüften ein Test wert. Aufgrund seiner Natürlichkeit und seiner ungewöhnlichen fruchtigen Frische sollten allerdings auch gerade jene einen Test wagen, die sich ebenfalls einen puren Duft wünschen, denen Wäschedüfte aber oftmals vielleicht einen Tick zu „sauber“ sind.

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Weitere Einträge zu diesem Thema:

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Kopfkino oder: Laboratorio Olfattivo Teil 2.


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