Aus Liebe zum Duft Shop Duft Tagebuch

Alles nur heiße Luft?

Geschrieben in Duft,Fruchtiges,Tropisches am 30.11.2010

Mit der Beschränkung auf diese Worte würde man dem heute rezensierten Duft aus dem Hause Calé Fragranze d’Autore sicherlich Unrecht tun. Und doch steckt in der Aussage, wie so oft, ein Körnchen Wahrheit, ist die Duftkomposition nach einem Ort respektive einer Räumlichkeit benannt, die aus wenig anderem als heißer Luft besteht.

Nein, ich spreche hier nicht von einer Sauna, obgleich ich einen solchen Parfumnamen zugegebenermaßen schon ganz ulkig fände. Der Name des heute besprochenen Heißluftduftes ist Tepidarium. Klingt für meine Ohren ein bisschen nach einer Mischung aus altertümlich-medizinischem Instrument, Klosterzeremonie und Sanatorium ist aber nichts anderes als ein Wärmeraum mit beheizten Bänken, Liegen, Wänden und Fußboden, in dem eine konstante Temperatur von 38-40°C herrscht. Der Unterschied zu Saune und Dampfgrotte ist nicht nur die weitaus geringere Temperatur, sondern auch die Wasserdampfsättigungsrate der Luft, sprich: die Luftfeuchtigkeit. Während diese in Sauna und Dampfgrotte sehr hoch ist, sind sie in einem Tepidarium sehr niedrig: die Luft ist trocken. Wie der Name schon vermuten lässt, war der Wärmeraum bereits ein fester Bestandteil der Badekultur im Römischen reich. Und da der Römer an sich die Dinge ja gerne mal ganz unverblümt beim Namen nannte bedeutet das lateinische Wort „tepidus“ auch nichts anderes als „lauwarm“.

Traditionell wird ein Tepidarium leicht bekleidet betreten, beispielsweise in einem Bademantel oder einer Kutte. Die trockene Wärme in diesen Räumen, die nur ein paar Grad Celsius über der normalen Körpertemperatur des Menschen liegt, wirkt nicht nur entspannend und durchblutungsfördernd, auch diverse andere positive Effekte werden diskutiert, wie etwa die Linderung von Rheuma oder die begünstigend-heilende Wirkung bei Gefäßkrankheiten und leichten Infektionen und Erkältungen.

In Anbetracht der Großwetterlage und der fortgeschrittenen Jahreszeit hätte ich persönlich nichts gegen eine zum Tepidarium umgebaute Wohnung. Oh ja, das würde mir Frostbeule, glaube ich, ganz gut gefallen. Wenn nur der damit verbundene immense Anstieg der Heizkosten nicht wäre… ;-)

Das Tepidarium des Mailänder Nischenduftlabels Calé Fragranze d’Autore wurde im Jahr 2008 lanciert und wird vom Unternehmen selbst in die Kategorie „zitrischer Moschusduft“ gesteckt. Hinzu kommen noch ein paar poetische Worte vom Meister selbst:

A moment’s relaxation in the middle of your holiday, before you decide how best to while away the rest of the time you have set aside for a temporary break from your work and your commitments. Moments like these deserve to be savoured to the full, in the utmost peace and quiet.

Ein Moment der Entspannung in der Mitte der Ferien, kurz bevor man sich überlegt, wie man den Rest der Zeit vertrödelt, die man sich von Arbeit und anderen Verpflichtungen frei genommen hat. Momente wie diese müssen bis zum letzten ausgekostet werden, in äußerstem Frieden und Ruhe. Grundsätzlich stimme ich Herrn Levis Ausführungen mehr als zu und freue mich schon auf einen Duft, der mir einen kleinen Urlaub im Alltag ermöglicht. Wie es scheint, ein weiterer Faulenzduft aus dem Hause Calé!

Die Duftnoten: Grapefruit, Zitrone, Rum, Akazienblüte, Magnolie, Pina Colada, Vetiver, Weißer Moschus, Grüntee.

Wieder einmal divergieren Teststreifen und Haut. Wir beginnen, wie üblich, mit dem Papier, auf dem der angeblich entspannte Wärmeraumduft einen Schnellstart hinlegt, ganz im Stil der Düfte in den Vorgängerrezensionen. Frisch aufgesprüht zeigen sich sehr süße, floral-zitrische Noten, die beinahe überfallartig von sahniger Piña Colada eingenommen werden. Die cremige Kokos-Ananas-Kombi verleiht dem Duft ein fruchtig-tropisches Aroma. Immer mal wieder blitzen Nuancen von Zitronen, Orangen und Mango auf, fruchtig-süß und saftig, die das olfaktorische Obsalat-Flair des Duftes noch unterstreichen. Zur Abrundung mischen sich schließlich noch Vetiver und Grüntee unter das fruchtige Spektakel, akzentuieren den Duft durch beinahe minzig anmutende, kühlende Frische und die charakteristischen Noten von aromatisierten getrockneten Grünteeblättern.

Meine Haut beginnt vielversprechend mit lecker-likörigen Rumnoten, die sehr schnell in eine weich-sahnige Cremigkeit übergehen und damit leider an Intensität und Aroma verlieren. In dieser dumpfen Sahnenote dümpelt Tepidarium eine Zeit lang vor sich hin, bevor sich eine subtile Fruchtnote den Weg zur Oberfläche bahnt. Eine fluffige Mango-Papaya-Note, zwar fruchtig, aber eher wie in einen Wattebausch gepackt, die mich in Kombination mit der Sahne an eine der vielen Fruchtcremes aus der Drogerie erinnert.

Ein eher leichter Tropifruttiduft für die wärmere Jahreszeit oder wärmere Gefilde, der das Sommer-Sonne-Strand-Feeling sehr schön einfängt. Mich persönlich erinnert er allerdings doch ein wenig zu sehr an die bereits genannten aromatisierten Sommereditionstees respektive an ähnlich duftende Körpercremes mit Waikiki Beach-Aroma.

Einen schönen Tag wünscht Euch,

Eure Stephanie.

Bildquelle: Tepidarium und A Favourite Custom von Lawrence Alma-Tadema – some rights reserved. Vielen Dank!

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Duftverzeichnis


Müßiggang ist aller Laster Anfang.

Geschrieben in Duft am 29.11.2010

Die letzten beiden vorgestellten Düfte scheinen sich diese Redewendung zu Herzen genommen zu haben, waren sie doch mit einer Dynamik ausgestattet, die ihresgleichen suchte. Wir erinnern uns, dass sowohl Brezza di Seta wie auch Dolce Riso auf Haut und Teststreifen einen schon fast weltrekordwürdigen Sprint hingelegt haben und sich erst jenseits der Ziellinie, in der Duftbasis, einen Moment der Ruhe gönnten.

So verwundert es mich ein bisschen, dass einer der beiden heute rezensierten Düfte, genau dem Gegenteil von Hektik, Stress und sonstigen Strapazen gewidmet ist: der Ruhe, der Muße und der Freizeit. Der Duft Ozio lehnt sich namentlich an das lateinische Wort Otium an, welches nicht anderes bedeutet als das oben genannte Worttriumvirat und damit als Synonym für „dolce far niente“ angesehen werden kann, das süße Nichtstun. Ein Duft zum Seele baumeln lassen. Den eigenen Interessen frönen oder auch einfach mal den lieben langen Tag rumhängen und sich treiben lassen. Die Grundaussage gefällt mir! Da bin ich mal gespannt, ob und wie es die Herren Levi und Cerizza geschafft haben, das umzusetzen.

Ozios Duftnoten: Reseda, Mastix, Iris, Pfingstrose, Mazis (Muskatblüte), Weißer Pfeffer, Sandelholz, Zedernholz, Moschus.

Und in der Tat zeigt Ozio entspanntere Züge als die Seidenbrise und der Reiskuchen von Freitag und Donnerstag letzter Woche. Auf dem Teststreifen offenbart sich direkt nach dem Aufsprühen ein aromatische Kräuterduft, denen eine dezente Pfefferschärfe innewohnt. Süßlich-florale Noten treten hinzu. Gewürze sorgen für dezent-bittere Aspekte, während die Iris mit charakteristischen Nuancen einen cremig-weichen Unterton erzeugt. Holzig-würzig klingt der Duft auf dem Teststreifen aus.

Auf meiner Haut beginnt es grün-würzig mit aromatischen Kräuternoten. Die Iris gesellt sich dazu und verströmt geschmeidig-buttrige Noten. Im weiteren Verlauf kommen zart-florale Noten hinzu. Die Gewürze sind kaum wahrnehmbar; der Pfeffer ist sehr, sehr subtil. Eine beruhigende Holz-Moschusnote mit cremig-weichen Iristupfern bildet die langanhaltende Basis des Duftes.

Ozio entpuppt sich als ruhig-transparenter Duft, obgleich seinem Verlauf schon eine gewisse Dynamik innewohnt, die allerdings nicht ganz so schnelllebig ist wie bei den beiden letzten Düften. Sehr schön, zu Beginn eher erfrischend, später kuschelig werdend, absolut alltagskompatibel für beiderlei Geschlecht. Meines Empfindens nach eher für die wärmere Jahreszeit gemacht; insbesondere im Früjahr kann ich mir Ozio gut vorstellen.

Zur nächsten Kreation aus dem Hause Calé Fragranze d’Autore: Mistero. Die Übersetzung ist einfach: Rätsel, Mysterium. Somit hätte dieser Duft eigentlich ganz prima in unsere Rätselduftecke von vor zwei Wochen gepasst. Tja, da er aber leider aus dem falschen Elternhause kommt, muss er sich jetzt eben rätselhafterweise alleine durch die Rezension schlagen (wobei er ja wenigstens moralische Unterstützung vom Faulenzduft Ozio hat). Mistero wurde als maskuliner Duft konzipiert, sprich: für Herren. Auf der Calé-Homepage finden sich einmal wieder lustige Doppeldeutigkeiten im Begleittext zum Duft:

A man, but above all that part of him that we would like to discover. Mysterious, but not by choice.

Ein Mann, aber vor allem der Teil von ihm, den wir gerne entdecken würden. Rätselhaft, aber nicht absichtlich. Aaaaah ja! So ganz genau will ich gar nicht wissen, worauf Herr Levi da abzielt; genauer wird auf der Homepage darauf auch nicht eingegangen. Netterweise, wie ich finde. So kann jeder für sich selbst entscheiden von welchem Teil des Mannes da gesprochen wird. ;-) Herr Levi spricht jedenfalls in Rätseln, auch bezüglich des unabsichtlich Mysteriösen am oder im Mann.

Die Duftnoten des männlichen Mysteriums: Rum, Rhabarber, Minze, Piment, Elemiharz, Safran, Basmati-Reis, Eiche, Adlerholz (Oud), Labdanum (Zistrose), Moschus.

Eine interessante Zusammenstellung, möchte ich sagen. Mal sehen, wie sich das olfaktorisch so macht. Zuerst der Teststreifen: Dunkel-holzige Rumnoten, Harze und Safran. Letzterer sehr deutlich, was bei mir spontane Dzing!-Assoziationen hervorruft, aufgrund der leichten Pferdestallnoten (die hier allerdings nicht karamellisiert sind wie in Giacobettis Zirkusduft). Würzig-waldige Akzente kommen hinzu sowie eine trocken-transparente Weihrauchnote, der dezent-trüffeligen Nuancen innewohnen, die ich dem Adlerholz zuschreiben würde. Jetzt erinnert mich Mistero immer mehr an Sienne l’Hiver von Eau d’Italie. Wahrlich interessant!

Auf der Haut tritt zuerst der Rum in Aktion, der eindeutige Whiskyanklänge besitzt. Dann eine Überraschung: der Duft von gekochtem Reis. Dieser ganz charakteristische, aber dennoch sehr subtile Geruch, wenn man Reis mit geschlossenem Deckel nach der Quellmethode kocht und dann den Deckel öffnet. Der Duft bekommt eine herb-bittere Safrannote, der eine trockene Schärfe zur Seite springt. Aus dieser Kombination heraus entwickeln sich erdig-modrige Waldnuancen, die ebenfalls deutliche Trüffelaspekte besitzen. Hinzu kommen harzig-rauchige Ledernoten, die mit einer transparenten Trockenfrüchtesüße akzentuiert ist.

Während der Teststreifen mich, wie schon erwähnt, an zweierlei Düfte erinnert, nämlich zuerst Dzing! und dann Sienne l’Hiver, assoziiere ich mit der Hautvariante eher eine Mischung aus Dzongkha und Sienne l’Hiver. Ein absolut entspannter, ruhiger und in sich ruhender Wald-Laub-Erd-Moder-Duft, der meines Erachtens nicht nur dem männlichen Geschlecht vorbehalten sein sollte.

Einen schönen Tag wünscht Euch,

Eure Stephanie.

Bildquelle: Bergwiese in Kärnten von Thomas Huntke und Nebel in Ostfriesland von Matthias Süßen – some rights reserved. Vielen lieben Dank!

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Freitagsverlosung.
Duftverzeichnis
Wochenendneuigkeiten.


Baby, es gibt Reis!

Geschrieben in Duft,Hesperiden,Reines und Pudriges am 26.11.2010

Nicht nur in Helge Schneiders gleichnamigem Song aus dem Jahre 1994, sondern auch hier im Blog, denn der zweite Calé Fragranze d’Autore-Duft ist an der Reihe; schön dem Alphabet nach, widmen wir uns heute Dolce Riso, dem süßen Reis, der in mir schon beim bloßen Lesen des Namens akute Nachtischsehnsüchte weckt. Anscheinend gibt es wirklich eine italienische Köstlichkeit dieser Art: einen süßen Reiskuchen mit Mandeln und Zitrone, der eine Spezialität der norditalienischen Emilia Romagna ist. Vielleicht werde ich ja meine Backkünste hier einmal wieder einsetzten, denn Kuchen kann ich (im Gegensatz zu Plätzchen… aber das wisst Ihr ja schon.). :-)

Reis als Duftnote – eine seltene Ingredienz. Geza Schöns Nummer 1 aus dem Hause Biehl Parfumkunstwerke verwendet Basmati-Reis, ebenso wie Miller et Bertaux in A Quiet Morning. Das kleine Label Calé Fragranze d’Autore hat neben dem Süßreis noch einen zweiten Duft mit dem wärmeliebenden Süßgras bestückt, nämlich Mistero.

Aber sonst: gähnende Reisleere, wohin das Auge blickt. Oder fallen Euch noch Reisdüfte ein? Dabei steht das Fehlen von Reis in Düften im absoluten Kontrast zur sonstigen Reissituation weltweit. Ist doch Reis für mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung Hauptnahrungsmittel. In Asien besteht 80% der täglichen Nahrung aus Reis. Dort, also in Asien oder genauer gesagt: in China wurde der Reis laut archäologischen Funden erstmals kultiviert. Dies geschah beim Übergang von der Jäger-Sammler-Lebensweise zur Subsistenzwirtschaft mit Ackerbau, Viehzucht und dauerhaften Siedlungen. Dieser Übergang, die sogenannte Neolithische Revolution, fand in mehreren Regionen der Erde unabhängig voneinander (und zum Teil zu verschiedenen Zeitpunkten) statt. Weizen, Roggen und Gerste wurden erstmals in der Levante, im heutigen Nahen Osten, angebaut. Damals natürlich noch in ihrer Urform. Von dort schwappte die Getreidewelle langsam aber sicher auch zu uns nach Mitteleuropa herüber (langsam meint hier einen Zeitraum von mehreren tausend Jahren später). Laut Fundlage fand die Domestikation von Reis in China etwa zeitgleich mit der von Weizen & Co. in der Levante statt: ganz grob gesagt vor etwa 15.000 Jahren.

Heute wird in beinahe allen tropischen und subtropischen Ländern der Welt Reis angebaut, hauptsächlich in Asien. Aber auch in Frankreich, Spanien, Portugal und Norditalien finden sich Reisfelder. Letztere interessieren uns heute, liegen sie doch in der Poebene, jener fruchtbaren Fläche durch die der Fluss mit dem Gesäßnamen fließt, in der auch die Stadt Mailand liegt. Einen gewissen Bezug zu Reis hat das Milaneser Label Calé Fragranze d’Autore also; ja, und auch die auf Süßreiskuchen spezialisierte Emilia Romagna ist nicht allzu fern. Schön, wie man sich die Verwendung von Reis als Duftnote in einem italienischen Eau de Toilette so hinkonstruieren kann, als ob es nichts Naheliegenderes gäbe. ;-)

Die Duftnoten des süßen Reises: Apfel, Limette, Beifuß, Reis, Getreide, Weißer Pfeffer, Moschus, Vanille, Tonkabohne.

Klingt wirklich fast wie die Zutatenliste einer Nachspeise, abgesehen vom Pfeffer vielleicht. Mal sehen, ob der Duft beim Schnüffeln auch hält, was er verspricht. Herr Levi verspricht auf seiner Homepage folgendes:

Positive, sweet and optimistic. A balanced harmony with a delicately sweet dominant that inspires tenderness, spontaneity, happiness and joie de vivre.

Lebensbejahend, süß und optimistisch. Eine ausbalancierte Harmonie mit einer köstlich-süßen Dominante, die Zärtlichkeit, Spontanität, Fröhlichkeit und Lebensfreude weckt. So, so!

Der Teststreifen bringt gleich zu Beginn seine ganze Daseinsfreude durch süß-fruchtige Noten zum Ausdruck, die alsbald grün-zitrisch werden, begleitet von pfeffriger Schärfe. Nach dieser rasanten Achterbahnfahrt durch die schönen Seiten des Lebens, äh der Düfte entwickelt Dolce Riso eine zitronige Süße, die mich an den Duft von Milchreis erinnert – an solchen, der mit frisch geriebener Zitronenschale gekocht wurde. Mmmh!

Auf meiner Haut toben sich direkt nach dem Aufsprühen erst einmal die Pfeffernoten aus, bevor der Duft zitrische Spritzigkeit erlangt. Auch hier ist der Duftverlauf im Zeitraffer unterwegs, denn ganz flugs werden die frischen Hesperidennoten durch eine einlullende Weichheit abgefedert; Dolce Riso wird pudrig-kuschelig, gespickt mit dezenten Fruchtakzenten, mandelig-vanilligen Nuancen und transparenter Pfefferschärfe. Während mich das Papier an Milchreis erinnert hat, assoziiere ich mit der epidermalen Duftausprägung eher einen Kuchen… die süße Reistorte mit Mandeln und ordentlich Zitronenaroma!!

Wie auch schon der gestrige Duft entpuppt sich Dolce Riso als zart-transparenter Alltagsbegleiter; Unisex mit femininen Zügen würde ich sagen. Eine weitere Übereinstimmung zu Brezza di Seta von gestern: der sehr beschwingte Duftverlauf. Von „Eile mit Weile“ haben die bisher rezensierten Calé Fragranze d’Autore-Düfte anscheinend noch nichts gehört. Im Schnelldurchlauf hetzen beide durch Kopf- und Herznote. Die Basis scheint schon jenseits der Ziellinie zu sein, denn hier machen sie es sich gemütlich und bleiben lange, lange, lange erhalten. Ich bin schon gespannt, ob die Sprintermentalität allen Levischen Kreationen anhaftet. Falls ja, würde ich beinahe mutmaßen, dass ein Sportreporter bei der Live-Übertragung eines Leichtathletikevents ihn zur Komposition der Düfte inspirierte statt der von Levi erwähnten Erzählungen und Anekdoten. Oder war Herr Levi etwa selbst einmal Sportreporter und schöpft aus diesem Erinnerungsfundus?? ;-)

Einen schönen Tag wünscht Euch,

Eure Stephanie.

Bildquelle: Reis-Rispe von Leo Michels und Jasmine Rice von Henningklevjer – some rights reserved. Vielen lieben Dank!

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Die Schöne und das Biest: a quiet morning
Die Schöne und das Biest: Don’t get me wrong…
Farmacia SS. Annunziata die Zweite.


Olfaktorische Poesie

Geschrieben in Duft,Reines und Pudriges am 25.11.2010

Mit diesen malerischen Worten umschreibt Silvio Levi, der Inhaber des Mailänder Nischenduftlabels Calé Fragranze d’Autore, seine duftenden Werke, die in Zusammenarbeit mit dem italienischen Parfumeur Maurizio Cerizza entstanden sind und in den Jahren 2008/2009 lanciert wurden.

1955 gründete Levis Großvater Giuseppe Casolari das Unternehmen Calé in Mailand. Bereits vor dem zweiten Weltkrieg hatte er dort eine Damenfriseur- und Schönheitssalon betrieben – mit großem Erfolg. Mit Calé konzentrierte er sich auf den Vertrieb von Nischendüften, die Casolari liebevoll und mit großem Eifer auswählte und dann aus dem Ausland importieren ließ. Zur damaligen Zeit bahnbrechend, war doch die italienische Duftwelt der 1950er Jahre hauptsächlich von französischen Kreationen bestimmt, die zumeist dem Schoße diverser Haute Couture-Unternehmen entsprungen waren.

Auch heute noch befindet sich das Calésche Hauptquartier im Zentrum Mailands, schräg gegenüber der Kirche Santa Maria alla Porta. Im Jahre 1995 übernahm Silvio Levi das Familienunternehmen. Zuvor war der studierte Chemiker in der pharmazeutischen Industrie tätig. Mit der Zusammenarbeit mit Maurizio Cerizza und der Kreation einer Riege von acht Düften unter dem Namen Calé Fragranze d’Autore, erfüllte sich Levi einen lang gehegten Traum:

To establish his own brand with fragrances, created entirely under his own guidance, from the first inspiration to the final composition.

Die Erschaffung eines eigenen Labels mit Düften, die von der ersten Idee bis zur eigentlichen Gestaltung ganz seiner Leitung unterliegen. Dabei hat er ein ganz eigenes Konzept vor Augen:

Each Perfume from Calé Fragranze d’Autore is inspired by short excerpts from stories, flashes of memories and of emotions, to which Silvio Levi wants to give an olfactory form.

So ist jedes Parfum von Anekdotensplittern, Erinnerungsfetzen und Gefühlen inspiriert, die Herr Levi mittels Herrn Cerizza in eine duftende Form brachte. Man könnte auch sagen: Herr Levi ist der Erzähler und Herr Cerizza hält die kreative Duftfeder und bringt das Erzählte so in eine beständige Form: olfaktorische Poesie – zwar nicht auf Papier, sondern in einer Phiole, das tut ihrer Expressivität aber keinen Abbruch. Vielleicht sogar ganz im Gegenteil! Denn kann nicht ein an einer Phiole Schnuppernder in einen Duft viel mehr persönliche Empfindungen hineinlegen als in einen geschriebenen Text? Obliegt einer Duftkomposition nicht ein viel größerer Interpretationsspielraum als einem Schriftstück? Ein Parfumeur gibt dem Schnuppernden höchstens einen kleinen olfaktorischen Anstoß, welchen duftenden Weg die Phantasie eines jeden aber beschreitet, bleibt der Persönlichkeit, den Erfahrungen, den Erinnerungen, der Individualität des jeweiligen überlassen…. Ihr seht: Herr Levi versetzt mich auch schon in ganz poetische Stimmung. ;-)

Genug herumphilosophiert! Kommen wir zu Potte! Fünf Düfte möchte ich Euch in meinen nächsten Rezensionen vorstellen, nämlich Brezza di Seta, Dolce Riso, Misterio, Ozio und Tepidarium. Beginnen wird doch am besten ganz klassisch alphabetisch mit Brezza di Seta. Zu deutsch „Seidenbrise“ oder „Brise aus Seide“, das bleibt jedem selbst überlassen. Klangvoller finde ich persönlich den Namen, einmal wieder, in der ursprünglichen italienischen Form.

Die Duftnoten: Schwarze Johannisbeere, Veilchenblätter, Neroli, Lavendel, Wasser-Schwertlilie, Magnolie, Rose, Patchouli, Vetiver, Vanilleschote, Tonkabohne.

Laut Herrn Levi ist Brezza di Seta ein schillernd-delikates Wechsel- und Zusammenspiel zahlreicher Emotionen. Ein femininer Duft, als einziger der Kollektion als solcher konzipiert. Herr Levi und seine Homepage bringen mich ehrlicherweise ein wenig zum Schmunzeln, weil die Texte gerne eine gewisse Doppeldeutigkeit besitzen. Wobei ich, mangels Italienischkenntnissen, nicht weiß, ob das der englischen Übersetzung geschuldet ist oder wirklich willentlich so formuliert wurde. „Schillernd-delikates Wechsel- und Zusammenspiel zahlreicher Emotionen“ in einem explizit femininen Duft könnte für mich ein poetisch-augenzwinkernder Ausdruck für weibliche Launenhaftigkeit und Stimmungsschwankungen sein. Aber vielleicht sitzt mir auch nur der Schalk im Nacken und ich lese deshalb solch ironische Doppeldeutigkeiten zwischen den Levischen Zeilen. Da die Kollektion auch einen ausdrücklich maskulinen Duft aufweist, bin ich schon gespannt, welche Zweideutigkeiten ich hier aufdecken werde. ;-)

Teststreifen und Haut divergieren ziemlich, daher möchte ich mich zuerst dem Papier widmen: hier beginnt die Seidenbrise floral und grün. Iris eilt herbei und bringt cremig-pudrige Noten mit sich. Dezente Fruchtnoten zeigen sich, die ich aber eher einem Pfirsich zuordnen würde, denn der angegebenen schwarzen Johannisbeere (von letzerer rieche ich überhaupt nichts, ebenso wenig wie vom Lavendel). In Anbetracht der Duftnoten vermute ich, dass hinter der zart-samtigen Fruchtigkeit Neroli steckt. Die Iriscremigkeit bliebt nach wie vor dominant. Mit der Zeit wird die Seidenbrise holziger. Patchouli taucht auf, sehr zurückhaltend, schenkt Tiefe und dunklere Noten. Ab und an entdecke ich ein paar rauchige Momente, die mich in Kombination mit der dunklen Cremenote an den typischen Duft der Bourbon-Vanille erinnern.

Auf der Haut startet Brezza di Seta grün-fruchtig. Auch hier ist von einer charakteristischen schwarzen Johannisbeernote allerdings weit und breit nichts zu entdecken. Wie auf dem Teststreifen eilt auch epidermal die Iris den grünen Note zur Hilfe, bringt schnell cremige Aspekte hinzu und… Pudernoten. Eine sehr intensive Pudrigkeit, die mich für einen kurzen Moment an eine stark abgeschwächte Interpretation der Moulin-Rouge-Puderquaste von Histoires de Parfums erinnert. Doch blitzschnell tauchen unter all dem Irispuder aquatisch-florale Noten auf. Lavendelherbe schießt herbei und verfliegt so schnell wie sie gekommen ist. Die Seidenbrise gewinnt an Raum, wird holzig-krautiger. Die Pudernote bleibt aber dominant, wird weicher, feuchter und offenbart im Ausklang deutliche Vanillezüge. Den Namensbestandteil „Brise“ findet ich Hinblick auf den rasanten Duftverlauf auf meiner Haut äußerst treffend, denn einzig der abschließende Vanillepuder ist wirklich langanhaltend, umhüllt den Duftträger wie ein zarter Mantel aus Seide, womit auch die Seidenassoziation ihr olfaktorisches Plätzchen gefunden hat. ;-)

Einen schönen Tag wünscht Euch,

Eure Stephanie.

Bildquelle: Mulberry Silk von Laura Appleton (Silkconcept) und Marquise de Pompadour at the Toilet Table von François Boucher – some rights reserved. Vielen lieben Dank!

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Die Tuberosenmanie…
Neuigkeiten die Zweite, 2011.
„Brown Collection“ – die neuen Herbstdüfte von MONTALE PARIS


In der Weihnachtsbäckerei

Geschrieben in Duft,Gourmand am 16.11.2010
gibt es manche Leckerei.
Zwischen Mehl und Milch
macht so mancher Knilch
eine riesengroße Kleckerei.

Dieses Lied verfolgt mich seit meiner Kindheit. Irgendwann, es muss Ende der 1980er gewesen sein, hörte ich es im Fernsehen oder Radio, seither hat sich der Text des Refrains in mein Hirn eingebrannt; fast so wie die im Liedtext vorkommenden verschmorten Plätzchen. Dabei war ich schon als Kind von Herrn Zuckowski und seiner Musik eher wenig begeistert, das Lied fand ich schon beim ersten Hören doof und trotzdem taucht der Refrain jedes Mal, spätestens im November, wenn die Weihnachtszeit zum Greifen nah zu sein scheint, in meinem Köpfchen auf und geistert als Ohrwurm tage- bis wochenlang in selbigem herum. Wahnsinn! Nicht nur für mich lästig, sondern auch für mich umgebende Menschen, bin ich doch die ganze Zeit am Summen, Singen, Trällern. Immer die gleiche Textstelle. Das nervt selbst den hartgesottensten Begleiter an meiner Seite. Ihr, liebe Leser, könnt also froh sein, dass Ihr nur Geschriebenes von mir zu sehen bekommt, so ganz ohne akustische Untermalung. Obwohl ich es jetzt ja auch geschafft habe, die Weihnachtsbäckerei in einem Blogartikel zu verewigen und… vielleicht geht es ja dem ein oder anderen von Euch ähnlich wie mir. Für diesen Fall bitte ich um Rückmeldung, weil ich dann ernsthaft über die Gründung einer Selbsthilfegruppe nachdenke. Vielleicht unter dem Titel „Die anonymen Weihnachtsbäckereigeschädigten“? ;-)

Trotz aller Schmähungen passt das Lied aber nicht nur zur momentanen Saisonlage wie die Faust auf das Auge, sondern auch zu unserem heutigen Artikel. Habe ich doch in meinem Probenschächtelchen noch eine Handvoll Gourmandphiolen gefunden, die jetzt so kurz vor der Adventszeit eigentlich nach einer Rezension schreien. Den Buß- und Bettag haben wir mittlerweile hinter uns gebracht (ach, wie schön war das, als der noch ein ordentlichen Feiertag war! Einfach so mal mitten in der Woche frei! Himmlisch!), wenn auch arbeitenderweise. Totensonntag steht in drei Tagen vor der Tür und am Sonntag darauf ist dann auch schon der erste Advent. Unglaublich wie das Jahr dahinrast! Eben war doch noch Silvester und der Jahresbeginn 2010… Bestimmt hat der ein oder andere von Euch auch schon angefangen Weihnachtsplätzchen zu backen. Ich überlege mir jedes Jahr gegen Herbst auch immer wieder etwas in die Richtung zu unternehmen, habe ich doch ganz hervorragende Plätzchenrezepte von Muttern. Ihre Vanillekipferl sind zum Dahinschmelzen. Und auch der Rest: grandios lecker! Einen Versuch, diese wunderbaren mürben Vanillehörnchen herzustellen, habe ich vor ein paar Jahren mal unternommen und scheiterte kläglich. Meine Vanillekipferl waren nicht locker-fluffig, zerfielen nicht allein im Mund vor lauter willenloser Mürbheit. Nein, meine waren bockelhart, zum Wände einschlagen. Für das Mitführen meiner selbstgebackenen vanillinen Betonhörnchen hätte man eigentlich einen Waffenschein gebraucht. So bleibt es auch dieses Jahr wohl mehr beim guten Vorsatz selbst zum Weihachtsbäcker zu werden. Da vertraue ich lieber auf Mutterns Backkünste, die haben mich noch nie enttäuscht. :-)

Widmen wir uns heute, sozusagen als Gebäckersatz meinerseits, dem ein oder anderen Gourmandduft. Ersatz deshalb, weil ich mich beim ersten Schnupperer durch die Phiolenriege vor mir spontan an Kokosmakrone, Bärentatze und sonstiges süßes Backwerk denken musste. So reiche ich Euch heute einen Teller olfaktorischer Plätzchen und bin gespannt wie sie Euch munden. :-)

Wie ungebackener Schokoteig riecht Montales Chocolate Greedy. Backkakao, Butter und Zucker, kombiniert mit einem Hauch Bitterorangenschale und der dunklen Süße der Bourbon-Vanille. Für Teignascher und Schokofans ein absolutes Must-Try!

Von dem Gerücht, dass Herr Montale früher bei Comptoir Sud Pacifique gearbeitet hat, habe ich Euch vor ein paar Wochen schon berichtet. Bestätigen würde es dieser Duft aus dem Hause CSP, der doch eindeutige Ingredienzähnlichkeiten zum eben genannten Schokoteig aufweist: Amour de Cacao. Süß-pudriger Kakao kombiniert mit Karambole und Orangenschale, gebettet auf eine Basis aus Vanille. Allerdings sind schnuppernderweise Unterschiede erkennbar. Die Kakaonoten übertönen das fruchtige Duo, das auf meiner Haut nicht wirklich zum Tragen kommt, dafür zeigt sich die Vanille schon sehr früh. Keine aristokratisch anmutende Bourbon-Vanille mit rauchig-dunkler Süße, sondern viel mehr die zuckrig-blumige Variante. Eine süß-weiches Schoko-Vanille-Mousse ohne Teigtendenzen.

Masakis Matsushimas Chocolat Mat kombiniert Früchte wie Grapefruit und schwarze Johannisbeere mit Rose, Kakao und Schokolade, gebettet auf Sandelholz und Moschus. Auf meiner Haut beginnt der Duft dezent zitrisch, doch alsbald bahnt sich die Schokolade den Weg: edelherb und dunkel. Der zartbittere Geselle verabschiedet sich recht schnell wieder. Zurück bleiben weich-pudrige florale Noten der unbestimmbaren Sorte. Interessant und eher schnelllebig!

Zurück zu CSP und dem ersten Vanilleduft: Vanille Abricot. Der Liebling vieler Hollywoodstars kombiniert Jackfrucht, Aprikose und Papaya mit Gourmandnoten und Vanille. Auf der Haut zeigt der Duft eine recht gleichbleibende Struktur: Samtige Früchte, sehr dicht gewebt und nicht einzeln auseinanderpflückbar, und quietschige Bonbonnoten, in deren Dunstkreis bestimmt auch irgendwo die Vanille herumschwirrt, ergeben ein sehr süßes, mitunter künstlich anmutendes Duftdessert.

Der CSP-Duft Vanille Coco vereint Heliotrop, Banane, Kokos, Milch und Vanille. Auf der Haut präsentiert er sich zuerst als mit Vanillearoma versetzte Bananenmilch, später zeigen sich cremig-wässrige Kokosnoten, die in mir leichte Kokossonnencremeassoziationen wecken. Die Kokosmakrone unter den Düften!

Herrn Montales Vanille Exstasy erinnert auf den ersten Blick ein wenig an Vanille Abricot, kombiniert er doch Aprikose mit Vanille, Ylang-Ylang, Jasmin, Hölzern und Harzen. Der Selbstversuch zeigt süße Fruchtnoten, die sofort von cremig-betörenden Weißblühernoten gekapert werden. So verbleibt der Duft auch: quietschig-weißflorale Bubblegum-Noten auf einem samtig-weichen und süßen Vanillebett.

Zuletzt noch eine Gourmandbombe: Bouche Baie von Nez à Nez. Waldbeeren, Maracuja, Weißblüher, Kirschen, Pfirsich, Kokosnuss, Honig, Vanille und Mandeln sind die Zutaten für den Duftteig. Auf der Haut entwickelt er zunächst eine milchige Brombeernote, dem recht schnell die weißen Floralen zur Seite springen bis der Duft schließlich in einer cremigen Mandel-Vanille-Basis ausläuft, die mit einer gehörigen Kokosraspeln bestreut ist. Ein opulentes Duftdessert für eingefleischte Gourmandfans.

Womit wir zum Ende unserer heutigen Duftvorstellung kommen. Ich selbst rieche mittlerweile auch wie ein wandelndes Vanillekipferl mit Schokoglasur und werde alsbald eine Dusche nehmen, bevor mich mein Freund, der mit einer recht empfindlichen Nase ausgestattet ist, noch stinkenderweise vor die Tür setzt. ;-)

Einen schönen Tag und frohes Backen wünscht Euch,

Eure Stephanie.

Bildquelle: Weihnachtsgebäck und Nahansicht Plätzchen von Tommy Rumrich und Coconut Art von Nicolai Schäfer – some rights reserved. Vielen lieben Dank! :-)

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Duftverzeichnis L – Z
Duftverzeichnis


Unendlich ist das Rätsel der Natur!

Unserem dritten Denksportartikel steht ein Zitat des deutschen Dramatikers, Dichters und Freiheitskämpfers Karl Theodor Körner (*1791 – †1813) vor. Wie wir mittlerweile wissen, sind nicht nur die Rätsel der Natur unendlich, sondern auch die der Parfumerie Générale-Düfte. Meine letzten beiden Rezensionen drehten sich bereits um die Kreationen des werten Herrn Guillaumes und so soll es auch heute sein. Diesmal sind es zwei an der Zahl, nämlich Cozé und Brûlure de Rose.

Beginnen wir ganz forsch ohne viel Vorgeplänkel mit dem Erstgenannten. Entstanden im Jahre 2002 ist Cozé laut Hersteller „woody, oriental and spicy, vibrant“ – also ein lebhafter holzig-würziger Orientale. Tja, namentlich ist der Duft wieder einmal eine gehörige Kopfnuss. Wie ich hörte, bringen ihn manche mit dem englischen Wort „cozy“ in Verbindung (zu deutsch: „gemütlich, kuschelig“), wobei ich nach einem ersten Probeschnupperer hier allerdings keinen wirklichen Zusammenhang sehen kann. Was mir einleuchtender erscheint (nein, jetzt kommt keine obskure Verschwörungstheorie, womöglich mit Außerirdischen oder ähnlichem. Keine Sorge!) ist eine Guillaumsche Abwandlung, eine Art Französisierung des englischen Verbs „to cozen“, welches nichts anderes als „ködern, betrügen“ heißt. Wäre möglich und klingt einigermaßen plausibel. Ein kleiner Lichtblick! :-)

Natürlich trägt auch der Duft Cozé eine Nummer, nämlich die 2 (alles andere wäre ja auch seltsam beim Zahlenfreund Guillaume) und besitzt folgende Duftnoten: Cannabis, Pfeffer, Piment, Kaffee, Schokolade, Ebenholz, Bourbon-Vanille. Wieder eine Kreation, die mit dem verbotenen Inhaltsstoff Cannabis kokettiert, dabei haftet dem hier als Duftnote eingesetzten Hanfsamenöl soviel Illegalität und Verruchtheit an wie einem jungen Hühnerküken. Hanfsamenöl findet in vielerlei Bereichen Verwendung, beispielsweise als technisches Öl, in der Medizin, in Kosmetika und selbst in der Küche ist es nicht zu Verachten (nein, nicht aufgrund seiner beruhigend-berauschenden Wirkung, die hat es nämlich nicht), da es ein umfassendes Fettsäurespektrum besitzt und deshalb ernährungsphysiologisch für den Menschen besonders wertvoll ist.

Frisch aufgesprüht zeigen sich sogleich pfeffrig-würzige Noten, dunkel, trocken, mit krautigen Anklängen und irgendwie erdig-dreckig wirkend. Intensive tief-schwarze Holznoten erzeugen eine beinahe staubige Trockenheit. Während auf dem Teststreifen ab und an dezente Kaffee-Kakaonoten hindurchscheinen, fehlen diese auf meiner Haut völlig, dafür entdecke ich im weiteren Verlauf auf selbiger Teenoten und getrocknete Kräuter; ja, der Duft erinnert mich ein wenig an eine entschärfte Version des Wüstensohnes Harmatan Noir. Ich rieche wieder diese leicht-salzige und trocken-staubige Kühle. Obgleich Cozé auf meiner Haut transparenter wirkt als der Wüstensohn, empfinde ich ihn doch als irgendwie maskuliner als den neutralgeschlechtlichen dunklen Saharawind Harmatan. Und, wenn ich ganz ehrlich sein darf, nach und nach entwickelt sich Cozé auf meiner Haut zu einem Duft, der mich ganz stark an Enthaarungscreme erinnert. Meine Hautchemie scheint da nicht ganz optimal zu sein…

Brûlure de Rose, die Nummer 13, stammt aus dem Jahre 2003. Laut Parfumerie Générale handelt es sich bei der Verbrennung der Rose (so die wörtliche Übersetzung) um einen holzig-floralen Orientalen.

A stylistic composition dedicated to the Rose, surrounded by metallic and powdery tones.

Eine stilistische Komposition, die der Rose gewidmet ist; umgeben von metallischen und pudrigen Nuancen. Die Protagonistin des Duftes war in diesem Falle leicht zu bestimmen, kommt sie doch schon im Namen vor. Was es allerdings mit ihrer Verbrennung auf sich hat (unter „brûlure“ versteht man eine Verbrennung im medizinischen Sinne), bleibt ein Geheimnis, ein Rätsel – wieder einmal. Die Duftnoten der verbrannten Rose lassen mich aufhorchen: Himbeere, Rose, Kakao, Vanille, Ambra, Moschus, Palisanderholz. Habe ich mir doch vor nicht allzu langer Zeit einen äußerst leckeren Himbeer-Kakao-Roiboostee gekauft. Da bin ich doch gespannt, ob zwischen Duft und Tee Ähnlichkeiten bestehen.

Bereits vom ersten Moment an zeigt sich die Protagonistin in ihrer vollen Pracht. Zart-pudrige Rosennoten, jung und frisch, erzeugen bei mir spontane Sonnenaufgangs- und Morgentauassoziationen. Denn der Duft besitzt eindeutig wässrige Züge, ja, beinahe wie Rosenwasser. Eine weiche, hellrosa, beinahe porzellanfarbene Rose sehe ich vor mir, gerade im Aufblühen an einem noch kühlen Sommermorgen. Die Sonne scheint bereits durch die Wipfel hindurch, dampfend steigt der Nebel vom Boden auf; Gräser und Pflanzen sind mit Tau bedeckt, feucht ist die Luft und kühl, der Atem sichtbar. Ein romantisches Bild, ein ebensolcher Duft. Nach geraumer Zeit der rosig-pudrigen Einsamkeit entdecke ich plötzlich dezente Kakaonoten. Brûlure de Rose gewinnt ein wenig an Tiefe, wird dunkler, aber dennoch nicht dunkel. Cremig-buttrig erscheint mir der Kakao, nicht bitter, nicht herb. Tonangebend bleibt aber weiterhin die blühende Protagonistin, von deren wunderschön-authentischem Duft ich vollkommen begeistert bin. Endlich eine Rose ohne diese typischen Seifenanklänge. Gespannt warte ich auf die Himbeere, von der bisher noch nichts zu erschnuppern ist. Dafür entwickelt sich die Gourmandnote im Hintergrund zu einer ziemlich leckeren Angelegenheit: Vanille hat sich hinzu gesellt und akzentuiert die cremige Kakaobutternote auf vorzüglichste Art und Weise. Die Rose tritt schließlich in den Hintergrund, verschwimmt mit einer weichen Mandelnote; beinahe wie ein Dessert aus Rosenwasser und Mandeln, gespickt mit Vanille und Kakaobutter. Einfach köstlich!

Zwei sehr gegensätzliche Düfte, wobei mir persönlich der zweite besser gefällt, auch wenn ich die vom Hersteller angekündigten opulenten Dunkelrosennuancen (und auch die Himbeere) etwas vermisst habe, habe ich mich dennoch ein bisschen in die verbrannte Rose verliebt. Unschuldig und romantisch wie sie ist. :-)

Einen schönen Tag wünscht Euch,

Eure Stephanie.

P.S.: Der Rosenduft hat übrigens nichts mit dem Tee gemein, der dann doch ein eindeutiger Schoko-Himbeer-Geselle ist. Kräftig schokoladig und extrem lecker! :-)

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Duftverzeichnis L – Z
Aus Liebe zum Duft – Hinter den Kulissen, Teil 12
So viele Rätsel hat der Mensch gelöst – nur mit sich selbst kann er nie einig werden.


Ein ewig Rätsel will ich bleiben, mir und den anderen.

Wie Ihr alle wisst, ist heute der 11. November – ein bedeutungsvoller Tag. Nicht nur, dass heute um 11:11 die große Sause der Karnevalszeit beginnt. Die Zeit, in der sich gestandene Erwachsene, ohne sich Schämen zu müssen, wie Kinder benehmen können: sich verkleiden, laut sein, aus unerfindlichen Gründen kollektiv fröhlich oder zumindest, und das unterscheidet von richtigen Kindern, betrunken, gerne auch mal bis Oberkante Unterkiefer. Ja, die jecke Zeit beglückt uns wieder und dauert diesmal ungewöhnlich lange, denn die eigentliche Hochphase und Jubelwoche aller Feierwütigen mit Weiberfastnacht, Rosenmontag & Co. findet erst im März nächsten Jahres statt. Wie sich vielleicht zwischen den Zeilen herauslesen lässt, ist Fasching, Karneval oder Fastnacht nichts, was mich hinter dem Ofen vorlockt. Nein, viel eher gehöre ich zu denjenigen, die das bunte Treiben auf Straßen und in Lokalen so gut es geht meidet. Das war bisher auch kein Problem, denn Stuttgart, Tübingen und wohl auch Lindau sind mit den rheinländischen Karnevalshochburgen nicht zu vergleichen. Glück für mich! :-) Doch solltet Ihr mich mittlerweile so gut kennen, dass Ihr wisst, wie mein Lieblingsmotto lautet: „Jedem Tierchen sein Pläsierchen!“ Von daher wünsche ich allen Faschings-, Karnevals- und Fastnachtsbegeisterten eine wunderschöne fünfte Jahreszeit. Helau, Alaaf, Narri-Narro! Oder wie auch immer man bei Euch ruft. :-)

Abgesehen vom Beginn der jecken Jahreszeit ist heute auch noch Martinstag, der Gedenktag des gleichnamigen Heiligen. Ihr wisst schon, der ehemalige Bischof von Tours, der seinen Mantel mit einem armen Bettler geteilt hat, dann später zum Bischof ernannt wurde. Da er dies aber nicht werden wollte, versteckte er sich angeblich in einem Gänsestall, wo er von dem schnatternden Federvieh verraten wurde. Der Legende nach ist das der Grund, weshalb Gänse heute noch vielerorts für ihr vorlautes Verhalten von damals büßen müssen und zum Martinstag traditionell als saftiger Braten auf dem Tisch landen. Aus meiner Kindergartenzeit erinnere ich mich noch an die alljährlichen Laternenumzüge zu Sankt Martin und die kleinen Baisergänse, die jedes Kind nach dem Laternenlauf geschenkt bekam. Lecker! :-)

Doch wollen wir uns natürlich heute auch noch in duftende Gefilde begeben und zwar in die der Parfumerie Générale. Da wir nun schon mitten in der frostigen Jahreszeit stecken und zielsicher auf Weihnachten zusteuern, möchte ich heute und in meinen kommenden Rezensionen kuschelig-wärmende Düfte vorstellen, gerne auch mal mit gourmandigen Noten. Zu Herrn Guillaume, dem Gründer von Parfumerie Générale und seinem Parfumhaus habe ich in einem meiner letzen PG-Artikel schon das ein oder andere Wörtchen verloren, nachzulesen hier. Nach den drei atemberaubenden Teedüften Harmatan Noir, L’Eau Rare Matale und Hyperessence Matale sitze ich nun schon mit scharrenden Hufen an meinem Laptop und harre der Schnupperei. Doch gemach! Gemach!

Zu allererst möchte ich noch ein paar Worte zum heutigen Duft loswerden, der den Namen Aomassaï trägt und natürlich noch eine Nummer, denn Herr Guillaume ist ja fast so etwas wie der Graf Zahl der Düfte, nämlich die 10. Da ich ja bekanntermaßen ein Faible für das Onomatologische habe (da sieht man es wieder: Jedem Tierchen sein Pläsierchen), wittere ich natürlich beim Lesen des Duftnamens sofort Blut und vermute einen Zusammenhang mit der bekannten Volksgruppe Ostafrikas: den Massai. Laut Herstellerseite ist der Duft mit dem klangvollen Namen aber dem südlichen Afrika und dem Stamm der Baule gewidmet oder besser: der Kunst der Baule. Über die genauen Wechselbeziehungen zwischen dem PG-Namen, dem Kontinent und dem Volksstamm bin ich mir nicht wirklich im Klaren. Lebt das Volk der Baule (und somit auch ihre Kunst) nicht im südlichen Teil des schwarzen Kontinents, sondern in Westafrika. Warum also der Bezug zu Südafrika? Und warum ein Name, der an das berühmte Halbnomadenvolk aus Ostafrika erinnert? Fragen über Fragen und, wenn ich ganz ehrlich bin, ich habe keine Lösung parat, was mich ein bisschen traurig macht. Vielleicht sollte ich Herrn Guillaume einmal anschreiben und befragen, denn, wenn ich das schon einmal vorwegnehmen darf, auch die Namen der anderen PG-Düfte sind eher rätselhaft.

Kein Geheimnis dagegen sind die Duftnoten der Nummer 10 aus dem Jahre 2006: Bitterorange, Heu, Karamell, Geröstete Haselnuss, Süßholz (Lakritze) Gewürze, Vetiver, Weihrauch, Harze, Wengeholz.

Teststreifen und Haut zeigen einen übereinstimmenden Duftverlauf. Frisch aufgesprüht offenbaren sich sofort deutliche Karamellnoten, die eine dezente zitrische Fruchtigkeit aufweisen. Der Duft gerösteter Haselnüsse in Kombination mit den karamelligen Noten lässt mir das Wasser im Mund zusammenlaufen. Durch die gourmandigen Anklänge wirkt die Nummer 10 süß, aber eher süß-würzig. Keine künstlich-klebrige Zuckerwattensüße, sondern der leckere Duft schmelzenden braunen Zuckers, karamellisiert auf hoher Flamme, beinahe zu heiß werdend und daher köstliche Röstaromen in sich tragend. Gehackte Nüsse und Gewürze kommen hinzu, vereinen sich mit dem goldbraunen Schmelzzucker auf deliziöse vanillig-mandelige Art und Weise. Harzig-holzige Rauchnoten unterstreichen die geröstete Herbe. Tonangebend bleibt aber eindeutig die karamellisiert-krustige Crème Brûlée-Note. Süße Gelüste überkommen mich einmal wieder. :-)

Ich empfinde Aomassaï als sehr komplexen und authentischen Gourmandduft. Warm-weich und gleichzeitig dunkel-trocken hält die Nummer 10 gekonnt die Balance zwischen karamelliger Süße und geräuchterer Holzigkeit. Keine Note sticht unangenehm hervor. Mir erscheint der Duft eher wie ein gut eingespieltes Orchester, ein harmonisches Miteinander, eine Symphonie der Sinne mit einem Dirigenten aus Karamell…. So präsentiert Herr Guillaume einmal wieder eine Komposition allererster Güte; ein Kunstwerk, das die Grenzen zwischen Gustatorischem und Olfaktorischem verschwimmen lässt und mich einmal wieder an den Kühlschrank treibt. Noch ein paar Mampfi-Mampfi-Süß-Düfte mit Plätzchenaroma und ich sehe aus wie eine Kugel. ;-)

Was mich alten Bluthund nicht locker lässt, ist das Namensrätsel, das mit dem Testen des Duftes einer Lösung auch nicht wirklich näher kommt. Bezweifle ich doch, dass es die Kunst der Baule ist, Karamell herzustellen. Und auch eine vanillig-warme Crème Brûlée mit Knusperkruste bringe ich nicht annähernd in Zusammenhang mit Südafrika geschweige den dem Nomadenvolk der Massai…. So hält es Aomassaï wohl mit den Worten des schrillen Bayernkönigs Ludwig II.: „Ein ewig Rätsel will ich bleiben, mir und den anderen.“ ;-)

Einen schönen Tag wünscht Euch,

Eure Stephanie.

Bildquelle: Crème Brûlée Closeup von BenFrantzDale – some rights reserved. Vielen Dank! :-)

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Duftverzeichnis L – Z


La Fée Verte

Geschrieben in Blüten,Duft,Gewürziges,Grünes,Krautiges am 8.11.2010

„Hochprozentig” und „Grün” sind zwei Stichworte, die mir zum heutigen Duftprotagonisten als erstes einfallen: Absinth oder die grüne Fee. Das Modegetränk des ausgehenden 19. Jahrhunderts schlechthin. Der alltägliche Begleiter und angebliche Inspirationsquelle vieler Künstler und Literaten der damaligen Zeit: Charles Baudelaire, Edgar Allen Poe, Oscar Wilde, Vincent van Gogh, alles, was heute (aus dem 19. Jahrhundert) Rang und Namen hat, war ganz versessen auf den grünen Kräuterschnaps.

Ende des 18. Jahrhunderts entstand die Rezeptur des hochprozentigen Getränks, das seinen Namen von der Ingredienz Wermut (Artemisia absinthium) erhielt. Ursprünglich als Heilmittel konzipiert, fand es als solches auch zunächst Verwendung. Wermut ist unter anderem ein sehr zuverlässiges Entwurmungsmittel und gilt, wie andere Bitterstoffe auch, als hilfreich bei Magen-Darm-Problemen (und findet daher auch Verwendung in Magenbitter & Co.). Militärärzte schenkten zu Beginn des 19. Jahrhunderts Absinth an Soldaten aus, um unter schlechten hygienischen Bedingungen die Ausbreitung von Seuchen zu vermeiden. Ob der Absinth mit den Soldaten den Weg vom Kriegsfeld in die Lokale der europäischen Metropolen nahm, lässt sich heute nicht mehr verifizieren. Nach dem Ende des Deutsch-Französischen Krieges etablierte sich die grüne Stunde (la heure verte) zwischen 17 und 19 Uhr im Alltag der Bewohner der französischen Großstädte.

Absinth schon zur Nachmittagszeit war absolut en vogue; ja, selbst Frauen, die nicht der anrüchigen Halbwelt angehörten, durften sich am helllichten Tag in der Öffentlichkeit ein Gläschen genehmigen (bekannterweise mit Wasser verdünnt), was eine absolute Neuerung darstellte. Zudem war das hochprozentige Getränk sehr günstig, so dass sich nicht nur Besserverdienende große Mengen davon leisten konnten. Übermäßiger Absinthkonsum war durch die Bevölkerungsschichten hindurch gang und gäbe – mit nachhaltigen Folgen. Schwindel, Übererregbarkeit, Wahnvorstellungen, Krämpfe, Depressionen und Krämpfe bis hin zur Blindheit konnten bei den Konsumenten zur Hochphase der Absinthpopularität beobachtet werden (und wurden als Absinthismus bezeichnet). Als verantwortlich hierfür wurde der Wermutbestandteil Thujon gemacht, ein Nervengift, das zu eben diesen Symptomen führt.

Nun ja, wie jeder weiß, wurde der grüne Schnaps Anfang des 20. Jahrhunderts fast europaweit (und in den USA) aufgrund der schädigenden Wirkung des Nervengiftes Thujon verboten. Anfang der 1990er etablierte sich eine gemäßigte Variante des grünen Kräuterschnapses, deren Thujongehalt weitaus niedriger war, als im Absinth des 19. Jahrhunderts (aufgrund der toxischen Wirkung wurde im historischen Absinth ein bis zu 100fach höherer Thujongehalt angenommen), wodurch die Wermutspirituose trotz Verbot erlaubt war. Da Absinth den reizvollen Ruf des Verbotenen besaß, entwickelte sich der „legale“ Absinth schnell zum Modegetränk. Vom kanadischen Autor Taras Grescoe stammen diese, meiner Meinung nach äußerst zutreffenden Worte:

Hätte man Gin und Vermouth anstatt des Absinth verboten… dann würden Sammler heute ein Vermögen für alte, konische Gläser zahlen und ehrfurchtsvoll Dorothy Parker und Dashiell Hammett über die narkotischen Qualitäten des berüchtigten Martinis zitieren.

Eine Studie des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamts in Karlsruhe aus dem Jahre 2008 besagt, dass der wirkliche Thujongehalt des historischen Absinths in etwa dem heutigen entspricht, also nicht um ein Vielfaches höher ist. Die toxischen Wirkungen des damaligen Absinths werden vielmehr dem Alkohol und dem chronischen Konsum zugeschrieben. Da das Getränk damals möglichst günstig produziert wurde, oft auch schwarz gebrannt, enthielt Absinth billigen Alkohol, Fuselöle und Methanol (welches allein schon zu schweren Vergiftungserscheinungen wie Erblindung und Krampfanfällen führen kann). Der maßlose und regelmäßige Konsum des hochprozentigen Getränks tat sein Übriges. Die Symptome des Absinthismus sind im Grunde identisch mit denen des chronischen Alkoholismus.

So ist die Fee entzaubert, auch wenn ihr der Ruf des Verbotenen noch immer innewohnt. Selbst in die Welt der Parfums hat der Absinth seinen Weg gefunden. Parfum d’Interdits lancierte im Jahre 2006 den Duft Absolument Absinthe, der nicht nur mit dem Reiz der grünen Fee spielt, sondern auch einen zweiten verbotenen Inhaltsstoff als Duftnote in sich trägt: Cannabis.

Absolument Absinthe wird als ein Parfum beschrieben, das je nach Hautchemie anders riecht; bei Frauen eher floral, bei Männern frisch-würzig. Mögen da wohl die Hormone eine Rolle spielen? Diese Mutmaßung stammt von mir. Diese generelle Aussage des Herstellers finde ich ein wenig gewagt; mich persönlich würde die Größe der Versuchsgruppe interessieren, deren Ergebnisse die Behauptung verifizieren. Aber da kommt wohl wieder die Laborratte in mir hoch. ;-) Einigen wir uns darauf, dass der Duft je nach Hautchemie des Trägers anders ausfällt.

Die Duftnoten: Schwarztee, Bergamotte, Cannabis, Absinth, Galbanum, Maiglöckchen, Lotosblüte, Jasmin, Ylang-Ylang, Muskatnuß, Kardamom, Sandelholz, Moschus.

Laut Hersteller:

Absolument Absinthe reveals the mythical essence of absinthe and cannabis plants. The daring fragrance at once fortifying and fresh, ist both subtle and sensual.

Zwei Dinge kann ich bestätigen, nämlich erstens: Teststreifen und Haut riechen deutlich unterschiedlich und zweitens: meine Haut riecht floral. Frisch aufgesprüht beginnt der Duft hier leicht zitrisch und mit einer krautig-weichen Note, bevor sich, sehr deutlich, das Maiglöckchen im Duftgeschehen breitmacht. Lotosblüte bringt wässrige Tendenzen hinzu. Aromatische Kräuterimpressionen, nicht explizit bestimmbar, würde ich Galbanum und Absinth zuschreiben, oder besser: dem Wermut, denn Absinth assoziiere ich immer mit einer starken Anisnuance, die hier aber völlig fehlt. Grün-aromatisch ist der Duft im weiteren Verlauf, begleitet von einer subtil floralen Note. Helle Hölzer und cremig-weicher Moschus begleiten die aromatische Kräutertinktur schließlich auf ein sanftes Lager.

Auf dem Teststreifen wirkt der Duft dagegen völlig anders. Ich traue es mich kaum zu sagen: er erinnert mich irgendwie an CK One. Da gefällt mir die Variante auf der Haut weitaus besser. Ein (auf meiner Haut) floral-aromatischer Duft, der mir sehr gut gefällt; recht transparent, harmonisch und schön ausbalanciert, den ich eher der wärmeren Jahreszeit zuordnen würde. Das Kokettieren mit den ach so verbotenen Substanzen hat er meiner Meinung nach nicht nötig, denn als gewagten Duft würde ich ihn nicht bezeichnen; nein, auf meiner Haut ist er absolut alltagstauglich. :-)

Einen schönen Tag wünscht Euch,

Eure Stephanie.

Bildquelle: Absinthe Glass von Eric Litton und Absinthe Robette von Henri Privat-Livement – some rights reserved. Vielen lieben Dank!

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Es war einmal

Geschrieben in Duft,Gourmand am 2.11.2010

und es ist schon ziemlich lange her, da ließ sich eine Familie im Gebiet der Grande Champagne nieder… So oder so ähnlich könnte die Geschichte der Frapins beginnen.

Nach unserer freitäglichen Reise in die Bordeauxer Region und in die Welt der Winzer, begeben wir uns heute erneut ins Umland der Stadt an der Garonne. Ein bisschen weiter weg diesmal, nämlich etwa 200 km östlich, liegt eine Region, die den Namen Grande Champagne trägt. Nicht zu verwechseln ist diese mit der Champagne, jener Region im Nordosten Frankreichs aus der der gleichnamige Champagner kommt. Die Grande Champagne ist bei Liebhabern feiner Alkoholika nicht unbedingt weniger bekannt, liegt hier doch die Stadt Cognac, die dem Weinbrand ihren Namen gab.

Den Namen Grande Champagne trägt die Region aufgrund ihrer besonderen Bodenverhältnisse, die exakt denen der Champagne am anderen Zipfel Frankreichs entsprechen. Diese begünstigen den Anbau von Weintrauben und sind so die Grundlage der hochwertigen Produkte, die diese Gegenden weltweit berühmt gemacht haben.

Doch zurück zur Familie Frapin. Eben diese ließ sich im Jahre 1270 in der Grande Champagne nieder, wo sie sich zuerst auf den Weinbau und die Winzerei konzentrierten und später auf die Weinbrandbrennerei umstiegen. Die Destille Frapin ist seit 20 Generationen in Betrieb und produziert Cognacs der oberen Spitzenklasse. Das Anbaugebiet liegt ausschließlich in der offiziell als „Premier Grand Cru“ eingestuften Grande Champagne und umfasst ein Areal von etwa 300ha. Auf allein 200ha wird die Rebsorte Ugni-Blanc angebaut, eine sehr alte weiße Trebbiano-Traube. Laut Frapin selbst, werden die Reben nach traditionellen Anbaumethoden kultiviert, eine Art „vernünftige Landwirtschaft“, die Bedürfnisse der Pflanzen und des Bodens respektiert. Und die Ansprüche einer Weinrebe sind nicht gerade gering: Boden, Lage und Klima müssen stimmen, sonst misslingt der Anbau und damit auch die Ernte. Ein kapriziöses Pflänzchen also! ;-)

Die Grande Champagne beherbergt die Frapins nun also schon seit 1270. Mittlerweile haben sie ihren Familienstützpunkt in das Châteaux de Fontpinot verlegt, ein Schloß vor den Toren von Segonzac, einer kleinen Ortschaft im Herzen der Grande Champagne.

Das Unternehmen ist im Besitz von Geneviève Frapin und ihrem Mann Max Cointreau, dessen Name dem Liebhaber von Orangenlikör nicht unbekannt sein dürfte (und allen anderen eigentlich auch). Deren Tochter Béatrice Frapin-Cointreau brachte im Jahre 2002 den Signaturduft 1270 auf den Markt, der im 2008 in unveränderter Rezeptur re-lanciert wurde.

Der Name des Duftes nimmt Bezug auf das Gründungsjahr des traditionsreichen Cognachauses, wie auch der Duft selbst, rein farblich zumindest, an die bernsteinerne Färbung von französischem Weinbrand erinnert. Und wie sieht es mit dem Geruchlichen aus? Zu allererst einmal die Duftnoten: Kandierte Orange, Nuss, Rosine, Pflaume, Kakao, Tonkabohne, Kaffee, Weinblüte, Sand-Strohblume, Lindenblüte, Pfeffer, Gewürze, Hölzer, Guajakholz, Honig, Vanille.

Teststreifen und Haut entwickeln sich bei mir ziemlich konträr, weshalb ich zuerst auf das Papier eingehen werde: frisch aufgesprüht offenbart sich hier sofort ein sehr satt-komplexer, süß-würziger Duftteppich, der beinahe orientalisch anmutet. Wie ein Spaziergang durch einen Basar, von dessen Marktständen intensiv-kräftige Gewürznoten emporsteigen. Hinzu kommen likörig-gourmandige Noten: ein deutlich erkennbares Nussaroma, ich vermute Haselnüsse, und der milde Duft eines Caffè mocha, jener Kombination aus dunklem Kaffee und süßer Schokolade. Mit der Zeit beruhigt sich 1270, wird insgesamt transparenter und pendelt sich auf einer vanilligen Honignote mit dezent-gerösteten Haselnussakzenten ein.

Ganz entgegen dem opulenten Auftakt auf dem Papier, schluckt meine Haut den Duft beinahe völlig. Direkt nach dem Aufsprühen zeigt sich eine äußerst transparente, aber deutliche Haselnussnote mit cremig-weichen Untertönen. Mehrmaliges Nachschnuppern bestätigt meine erste Assoziation: ich rieche wie ein Nusszopf. Der Duft bleibt durchgängig sehr zart; ein leichtes Bittermandelaroma unterstützt mein ersten Backwarengedanken. Im weiteren Verlauf gewinnt 1270 an Tiefe, wird intensiver und endet, wie auch auf dem Teststreifen, in einem Honig-Vanille-Komplex, hier aber ohne Haselnusstupfer. Na, dann: Prost, Mahlzeit! ;-)

1270 ist ein edler, sehr klassischer Damenduft, der meines Erachtens eher zu einer abendlichen Unternehmung, denn ins alltägliche Büroleben passt.

Einen schönen Tag wünscht Euch,

Eure Stephanie.

Bildquelle: Weinfeld in Cognac von Tobi Toaster und Cognac von Sami Keinänen – some rights reserved. Vielen lieben Dank! :)

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In vino veritas

Geschrieben in Duft,Gourmand am 29.10.2010

„Im Wein liegt die Wahrheit“ heißt es so schön, wie Uli uns diese Woche ja ebenfalls schon belehrt hat, auch wenn der österreichische Schriftsteller und Journalist Moritz Gottlieb Saphir in seinem Buch „Nachtschatten der Zeit und des Lebens“ bemerkt: „Der Wein und die Wahrheit sind nur insofern ähnlich, als dass man mit ihnen anstößt.“ Ganz wunderbar würde jetzt ein Zitat passen, dass ich vor kurzem gefunden habe, aber Urheber und genauer Wortlaut sind mir leider entfallen und auf die Schnelle nun auch unauffindbar. Aber so ungefähr lautete es: „Wein und Parfum haben eines gemeinsam – beides ist nur in Maßen erträglich.“ Auch hierin steckt ein Körnchen Wahrheit! :-)

Doch die Gemeinsamkeiten zwischen Wein und Parfum reichen weit über die mengenmäßige Aufnahme beziehungsweise das Auftragen hinaus. Auch was den Fachjargon und die Aromen angeht, gibt es Überschneidungen. So verwundert es nicht, dass berühmte Wein- und Cognacfabrikanten wie Ginestet, Frapin oder Courvoisier nebenbei auch noch Duftwässerchen auf den Markt bringen. Der Luxuscognac-Hersteller Courvoisier lancierte etwa im Jahre 2007 das von Alexis Dadier kreierte Eau de Parfum L’Édition Impériale. Ginestet folgte im Jahre 2008 mit drei Düften.

Im Jahre 1897 von Ferdinand Ginestet in Bordeaux gegründet, ist das traditionsreiche Unternehmen, im Gegensatz zu Courvoisier und Frapin, die beide Cognacbrennereien sind, voll und ganz auf Wein spezialisiert. So sind die drei Düfte allesamt von verschiedenen Weinsorten inspiriert und diesen nachempfunden: Sauvignonne erinnert mit einen spritzig-fruchtigen Sauvignon Blanc, Le Boisé an einen vollmundig-würzigen, im Barrique ausgebauten Rotwein und Botrytis an den süßen Edelwein Sauternes.

Die Weinlese findet von September bis November statt, je nach Traubensorte und Lage des Weinbergs, ist also momentan voll im Gange. Und welcher der eben genannten Düfte passt zum goldenen Oktober wie die Faust auf’s Auge? Na, klar: Botrytis, das güldene Eau de Toilette mit dem zungenbrecherischen Namen, der mich persönlich ganz stark an die griechische Mythologie erinnert. Ohne weiteres könnte ich mir etwa einen Satyr gleichen Namens vorstellen; eines jener Mischwesen aus Mensch und Huftier mit Pferdeschweif und –hufen, die zum Gefolge des Dionysos gehörten, der bekanntlich ja der Gott des Weines, der Freude und der Fruchtbarkeit ist. Zufälle gibt es! :-)

Und doch hat der Ginestetsche Duft seinen Namen von einem ganz anderen Gesellen, der von Mystik und Mythologie weiter nicht entfernt sein könnte: Botrytis cinerea – ein Schimmelpilz, der auch Grauschimmel oder Edelfäulepilz genannt wird. Dieser Schimmelpilz mit dem klangvollen Namen ist in der Auswahl seiner Beute nicht wählerisch, befällt er doch mehr als 200 verschiedene Pflanzenarten. Nur bei einer einzigen Wirtspflanze, nämlich der Weintraube, kann aus dem Befall aus unserer Sicht etwas Positives entstehen. Natürlich ist für den Pilz jeder Befall einer Pflanze Grund zum Feiern, kann er doch dadurch wachsen, gedeihen und, was das Wichtigste für Pflanze, Tier und Schimmelpilz ist: er kann sich vermehren. Die befallene Pflanze kriegt dagegen den Schwarzen Peter zugeschoben, denn, wie es halt so ist mit Parasit und Wirt, der Pilz lebt voll und ganz auf ihre Kosten und sie hat nichts davon. :-(

Auch der Befall von Weintrauben mit Botrytis cinerea ist nicht unbedingt ein Segen für den Winzer. Befällt der Schimmelpilz nämlich unreife Weintrauben, ist die gesamte Ernte im Eimer. Nur beim Befall von reifen Trauben (in Kombination mit einer bestimmten Wetterlage) entsteht die sogenannte Edelfäule, die für einen höheren Zuckergehalt in den Weintrauben verantwortlich ist. Schon der Saft aus Edelfäuletrauben besitzt eine andere Farbe und ein deutlich anderes Aroma als der Saft aus nicht befallenen Trauben der gleichen Sorte: viel süßer, ja beinahe honigartig. Das Edelfäule-Bukett oder Botrytiston, wie es auch genannt wird, wird bei Gourmets hoch geschätzt. Besonders hochwertige Edelsüßweine stammen aus der Sauternes im Umland von Bordeaux, aber auch deutsche Mosel- und Rheingauweine sind nicht zu verachten. Die ganze Sache mit der Edelfäule ist allerdings ein sehr risikoreiches Unterfangen. Wie schon erwähnt, befällt der Pilz die Trauben zu früh, ist die ganz Ernte unbrauchbar, außerdem ist der Anbau insgesamt sehr aufwändig, die Ernte generell sehr gering, die Preise für ein erstklassiges Fläschchen Edelsüßwein entsprechend hoch.

Im Weinbaugebiet Sauternes sind die klimatischen und geographischen Bedingungen für einen Befall mit der Edelfäule zum richtigen Reifezeitpunkt beinahe ideal. Die letzten Jahre ohne Edelfäule waren 1978 und 1985. Man kann also schon fast von einem sehr zuverlässigen Edelsüßweinanbaugebiet sprechen. Da Ginestet auch in dieser Region beheimatet ist, gibt es natürlich auch in ihrem Sortiment einen edelsüßen Sauternes, in dessen Degustationsrezesionen folgendes vermerkt ist:

This wine presents very brilliant gold tints. Complex and rich, the nose is full of white flowers (acacia), white pulp fruits (quince) and toasted and grilled notes.

Eine goldene Farbe, komplex, reich, duftend nach weißen Blüten und Früchten wie Quitten, außerdem geröstete und gegrillte Aromen. Eine Beschreibung, die den Duftnoten von Botrytis nicht unähnlich ist: Kandierte Früchte, Quitte, Traube, Weiße Blüten, Honig, Honigkuchen, Ambra.

Nachdem die Zeilenzahl schon so weit fortgeschritten ist, komme ich nun schnell zum Testen! Papier und Haut zeigen deutliche Unterschiede, daher folgt eine getrennte Analyse. Zuerst der Teststreifen: Auf diesem beginnt Botrytis sehr, sehr süß und gourmandig, mit deutlichen Honignoten und fruchtigen Tendenzen, denen aber jegliche Spritzigkeit und Frische fehlen, weshalb ich sie den kandierten Früchten zuweisen würde. Im weiteren Verlauf wird der Duft weicher, cremiger und floraler, die Honignoten und eine zuckrige Süße sind aber nach wie vor dominant. Diese Kombination aus Honigsüße und Cremigkeit erinnert mich ganz stark an den Duft brennender Bienenwachskerzen. Nach und nach gewinnt der Duft an Tiefe, bleibt aber insgesamt gesehen (und überraschenderweise) eher ein Leichtgewicht.

Die Haut: Hier zeigt sich Botrytis zu allererst von seiner süß-likörigen Seite, wobei die Betonung hier eindeutig auf den Likörnoten liegt, wird schnell weicher und cremiger. Die weißen Blüten sind herausschnupperbar, aber sehr dezent. Unter allem schwebt eine subtile Honignote. Der Duft ist sehr zart, sehr transparent und weniger süß als auf dem Teststreifen. Außerdem meine ich Mandelnoten zu entdecken. Im weiteren Verlauf schleichen sich Gewürze hinein, möglicherweise dem Lebkuchen geschuldet, während Ambra, sehr hell, sehr leicht, die duftende Honigkomposition auf ein weich-warmes Lager mit deutlichen Vanilleanklängen führt.

Ein wunderschöner Kuschelduft für die kalte Jahreszeit! Allerdings möchte ich eine Warnung aussprechen: Der Duft macht Appetit! Zumindest bei mir. Während des Testens habe ich mehrmals die Küche aufgesucht, weil mich süße Gelüste gepackt hatten. In Zeiten von Plätzchen & Co. kann sich das verheerend auswirken! ;-)

Süße Grüße sendet Euch,

Eure Stephanie.

Bildquelle: Sauternes von Olivier Aumage und Botrytis auf Riesling von Tom Maack – some rights reserved. Vielen lieben Dank!

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