Aus Liebe zum Duft Shop Duft Tagebuch

Die Macht der Amygdala: Düfte, die uns in Erinnerungen schwelgen lassen.

Geschrieben in Duft am 1.07.2010

Erinnern Sie sich noch an Ihre erste Liebe? Wonach sie roch, welchen Duft sie oder er damals trug? Oder steigen Ihnen manchmal Gerüche in die Nase und versetzen Sie an einen anderen Ort oder eine vergangene Zeit? Denn das Gedächtnis speichert Düfte, wohl verwahrt in ihrem Unterbewusstsein. Mit diesen olfaktorischen Erinnerungen spielt I Profumi del Forte, das italienische Luxus-Prafum-Label.

Déjà-vu: Es gibt Momente im Leben, da reicht ein winziger Impuls, etwa ein Geruch oder bestimmter Geschmack, und es ist, als wäre ich plötzlich in einen Fahrstuhl gestiegen, der mich aus dem Hier und Jetzt in tiefere Etagen meiner Erinnerung rauschen lässt. Etwa, wenn ich eine Cola trinke. Das tue ich nämlich nur ganz selten, aber wenn, dann schrumpfe ich plötzlich, werde kleiner und kleiner, trage dunkelblaue Bügelfalten-Shorts und sitze auf einem großen weißen Gartenstuhl, die Beine baumeln, denn sie reichen noch nicht bis zum Boden. Ich sitze bei meiner Großmutter auf der sonnenüberfluteten Terrasse und sie lächelt mir zu, streicht mir über den Kopf. Und ich muss lächeln. Das ist eine so kostbare Erinnerung, dass ich vielleicht gerade deswegen nur so selten Cola trinke – damit der wundersame Effekt der mentalen Zeitreise nicht verblasst.

Oder das Parfum Roma, von Laura Biagotti. Meine erste große und leider unerfüllte Liebe trug diesen Duft. Noch heute rasen meine Gedanken durch alle Stadien des Verliebtseins, wenn ich dieses Parfum irgendwo rieche. Plötzlich Herzklopfen – ich schaue mich freudig um – da ist niemand, den ich kenne – Ärger – Wut, wieso hat das denn bitte damals nicht geklappt? – Resignation – Seufzen. Trotzdem: Ich liebe diesen Geruch immer noch.

Israelische Forscher haben übrigens herausgefunden, warum vor allem Gerüche unseren Geist auf die Reise schicken: Die Forscher des Weizmann-Instituts ziegten 60 Probanden Objekte, die mit jeweils einem signifikanten Duft eingesprüht worden waren. In einer zweiten Runde präsentierte man ihnen die gleichen Objekte noch einmal, allerdings diesmal mit anderen Gerüchen. Eine Woche später zeigte man ihnen im Labor die Objekte ein weiteres Mal – allerdings ohne Duft – und bat die Testpersonen, sich an die im Gehirn gespeicherten Gerüche zu erinnern, während ihre Hirnaktivität gemessen wurde. Resultat: Der Duft, den die Probanden als Erstes gerochen hatten, löste eine heftige Reaktion des am Gedächtnis beteiligten Hippocampus aus, sowie in jener Hirnregon, die Emotionen verarbeitet: in der Amygdala. Unser Gehirn verknüpft also tatsächlich Düfte mit Erinnerungen, mehr noch: mit Gefühlen! Diese Tatsache macht sich ein Parfumhaus in der Toskana zu Nutzen: Profumi del Forte. Spielen Sie mit uns das Memory der Luxus-Parfums:

Düfte, die aus dem Reichtum der Erinnerungen schöpfen

In der Mitte des 19. Jahrhunderts verbrachten die adeligen Familien der Toskana ihren Urlaub mit Vorliebe in dem kleinen Badeort Forte die Marmi. Selbst in den heißesten Sommern wehte hier eine kühlende Brise aus den benachbarten Apuanischen Alpen – Im Schatten mächtiger Eichen konnte man der Hitze entkommen und flanieren, auf dem örtlichen Markt türmten sich Berge duftender, sonnengereifter Zitrusfrüchte. Vom Meer wehten köstlich aquatisch-salzige Aromen in das kleine Städtchen.

Parfumeur Enzo Torre verbrachte (in unserer Zeit) seine Kindheit in dem italienischen Kleinod. Inspiriert von den Düften seiner Heimat entwarf er zusammen mit anderen großen Nasen für Profumi del Forte eine kleine, kostbare Range exklusiver Parfums, die sämtlich mit den olfaktorischen Erinnerungen an vergangene Zeiten (und vergangene Eleganz!) spielen. Seine Begegnungen mit Künstlern, seine Liebe zur Toskana und die blühenden Landschaften rund um Forte dei Marmi, Bücher, Reisen, die schönen Dinge des Lebens – Enzo Torre verarbeitet die schönsten Eindrücke seines Lebens zu Düften. Stimmungen, Erlebnisse, Emotionen verdichtet als Parfum. Jedes einzelne Werk seiner Duftkollektion ist wie eine Schatztruhe, die – wenn man sie erst einmal geöffnet hat – ihre Magie entfaltet und uns auf eine Sinnesreise schickt.

Das neueste Juwel der exquisiten Traum-Manufaktur: Versilia Platinum

“An dem Tag, als ich die Gipfel der Apuanischen Alpen erreichte,
versunken in die Betrachtung des Meeres,
war ich gefangen zwischen ganz unterschiedlichen Welten,
die ich mit einem Blick umfassen konnte:
Die brennende Sonne auf den Stränden und
die glasklare Spiegelung der Marmorberge hinter mir,
das intensive Blau des tyrrhenischen Meeres und
das starke Grün der Kastanienwälder,
die fließende Schönheit des Strandes im Sommer und
die ewige Schlichtheit dieses glühend heißen Teils von Versilia.
Ich stellte mir den Charme eines Parfums vor,
das die Landschaft mit ihren weit auseinander liegenden Stimmungen,
geschmeidig und mysteriös, bekannt und doch anders als jedes andere Parfum umfasst. Ein einzigartiger Duft, wie das kostbarste der Metalle, das Platin.”
(Enzo Torre, Chef-Parfumeur)

Versilia, das ist der vielleicht berühmteste und mit Sicherheit verträumteste Abschnitt der Toskanischen Riviera. Wo im 12. Jahrhundert einfache Fischerdörfchen entstanden, wie das für seine idyllische Schönheit berühmte Viareggio oder das romantisch-verwunschene Forte die Marmi – gibt es für Touristen heute das mondäne Lebensgefühl italienischer Kultur zu erleben. An den herrlich nostalgischen Badestränden, an denen die Zeit vor vielen Jahrzehnten stehen geblieben zu sein scheint. Auf den Wochenmärkten mit ihren südländischen Gerüchen und Farben. Oder in den schmalen, verwinkelten Gassen, in denen Lokale Tische auf den Gehweg stellen, und wo bis tief in die Nacht bei Rotwein geplaudert und gefeiert wird. Dieses pulsierende Lebensgefühl, die Schönheit der Natur und der Charme vergangener Zeiten – all das versucht I Profumi del Forte in seiner neuesten Komposition festzuhalten. Mit Erfolg! Und das Beste: Auch wenn Sie selber keine Erinnerungen an das zauberhafte Forte die Marmi haben, weil Sie noch nie dort waren – der neue Duft Versilia Platinum gibt die Eindrücke der Versilia-Region so glaubhaft wieder, dass man sich sofort verliebt, die Amygdala feuert Emotionen, löst eigene Assoziationen aus dem Unterbewusstsein in das Gefühl einer wohligen Vertrautheit auf.

Der Duft öffnet sich mit frischen Zitrus-Akkorden, wie man sie auf einem Spaziergang über einen italienischen Wochenmarkt erleben würde (Herrlich: die vibrierende Bergamotte-Nuance über allem). Würzig-strahlend, angereichert mit überschwänglichen Blumen-Aromen – Freesie, Geranium, Magnolie, Maiglöckchen… dann entwickelt sich aus der Tiefe des meisterhaft-verschlungenen Parfums eine sinnliche Warme Notierung: Hölzerne Töne von Vetiver, Eichenmoss, exotischer Weihrauch und verführerisches Patschuli. Erinnerungen ans Meer steigen unweigerlich aus dem Unterbewussten auf, man fühlt sich wie von riesigen Pinien und Eichen beschützt, die Sonne kitzelt auf der Nase. Ein herrlicher Sommerduft, stark aber nicht aufdringlich. Mir persönlich gefällt dieser olfaktorischer Spaziergang durch meine schönsten Urlaubserinnerungen ausgesprochen gut. Mondän-nostalgisch, und doch sehr modern. Verträumt, aber nicht verspielt. Ein kleines Meisterwerk. Unbedingt proberiechen!

Und noch ein kleiner Nachklapper in Sachen Hirnforschung:

Wenn Sie demnächst eine Präsentation halten müssen, oder eine Prüfung auf sie zukommt, können Sie den Hippocampus auch bewusst auf Trab bringen! Eine Studie der Universität Lübeck fand nämlich heraus, dass Düfte nicht nur Erinnerungen reaktivieren, sondern auch Gelerntes im Schlaf festigen können. Soll heißen: Wer beim Lernen einen bestimmten Duft riecht (Duftkerze!), und denselben Geruch dann beim zu-Bett-Gehen wieder riecht, wird das zuvor gelernte im Schlaf fester im Gehirn verankern. Denn Erinnerungen an Tatsachen und Ereignisse werden im Hippocampus verarbeitet, der besonders während der Tiefschlafphase aktiviert wird. Dieser Hippocampus ist nun aber mit unserem Geruchssinn direkter verbunden als Augen oder Ohren. Das erklärt übrigens auch, wieso ein Duft so effektiv Erinnerungen auslösen kann. Mithilfe von Magnetresonanzaufnhamen konnten die Lübecker Forscher nun nachweisen, dass die Aktivität bei schlafenden Probanden steigt, wenn um sie derselbe Duft (im Schlaf) versprüht wurde, den sie bereits zuvor beim bewussten Lernvorgang gerochen hatten. Beeindruckend, oder?

Ihr Constantin Herrmann.

Bildquelle: Forte dei Marmi Beach von Iardo und Forte dei Marmi Bathing Establishment von o2ma – some rights reserved. Vielen Dank!

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Welche Farbe steht mir eigentlich?

Geschrieben in Wissenswertes am 30.06.2010

Immer wieder hört man von Winter- und Sommer-Typen. Aber kaum jemand weiß, was hinter dieser schematischen Einteilung der Hautpigmentierung steckt. Oder sind alle Farb-Vorgaben eh längst überholt, und es gilt: Was gefällt, sieht auch gut aus?

Eine Kollegin fragte mich unlängst um Rat, denn Sie wolle gerne mal eine neue Haarfarbe ausprobieren – hatte aber Angst, statt in den richtigen Farbtopf eher ins Fettnäpfchen zu fallen. Denn leider sieht tatsächlich nicht jedes Haar an jeder Haut gut aus.

Die Erklärung liegt an der genetisch bestimmten Pigmentierung des Teints – sie regelt die Grundrichtung des Farbtyps. Je nachdem, welcher Anteil überwiegt, erscheint der Hautton eher wärmer oder kühler. Viel Karotin, also gelbes Pigment, sorgt für einen goldenen, elfenbeinfarbenen Teint. Mehr blaues Pigment, Melanin, sorgt für eine bläulich-rosig kühltonige Farbe. Der Schweizer Maler und Kunstpädagoge Johnannes Itten formulierte in den 1920’er Jahren seine Farbtypenlehre, in der er die Wirkung von Farben in unterschiedlicher Umgebung analysierte. Dabei entdeckte er, dass manche Farben besser oder eben schlechter mit anderen Nuancen harmonieren. Itten nannte das den „Simultankontrast“.

Um das zu verstehen, muss man nur einmal für ein paar Minuten auf eine monochrome, einfarbige Fläche blicken. Ist die Fläche zum Beispiel Rot, erscheint nach einiger Zeit vor Augen ein grünes Flimmern, das ist die Komplementärfarbe. Diese Beobachtung lässt sich nun übersetzen in die Welt der Schönheit: Denn wie gesagt hat jede Haut einen eigenen Farbton. Schimmert der Teint zum Beispiel leicht bläulich (viel Melanin), so könnte ein orangefarbenes Shirt oder ein orangestichiger Lippenstift auf dem Gesicht einen bläulichen Simultankontrast erzeugen. Dadurch wirkt die Haut müde und fahl, gerötete Unreinheiten treten optisch in den Vordergrund und sogar Falten fallen mehr auf. Gegen-Beispiel: Eine Frau mit warmem, goldenem Hautton trägt starkes Violett: Der Simultankontrast hüllt den Teint in einen gelblichen Schleier und das Gesicht wirkt ungesund, büßt an Ausstrahlung ein. Daher leitet sich ein gewisses Zusammenspiel zwischen Hautton und Kleidung, bzw. Make-up ab. Man kann seine Attraktivität also mit kleinen Farb-Tricks maßgeblich steuern. Allerdings unterscheidet Itten nicht nur nach den zwei Hauttonarten – kühl und warm – sondern auch noch nach deren Intensität. So entwickelte sich das Prinzip der Farbtypen, benannt nach den vier Jahreszeiten – von warm nach kalt: Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

Der Frühlingstyp

… Dies ist der in Mitteldeutschland und in allen nordischen und östlichen Ländern Europas und den USA am weitesten verbreitete Hautton. Blondes bis aschblondes Naturhaar, bis hin zu rotblond. Der Teint: Eher blass, gelbstichig, neigt zu Sommersprossen und reagiert UV-empfindlich, im Sommer maximal goldbraun getönt. Die Augenfarben können sehr verschieden sein, von Grün über Blau bis Goldbraun.

Das steht Ihnen: Helle, warme und vor allem frische Farben wie Orange, Lindgrün, Blattgrün, Lachs, Apricot, Koralle, Beige, Kamel. Besonders schön als Make-up auf den Augen: Warme Goldtöne. Auf den Lippen sind leuchtende, klare Rottöne ideal wie Tomatenrot. Aber bitte immer ohne bläulichen Anteil, wie zum Beispiel Bordeaux-Rot.

Davon sollten Sie Abstand nehmen: dunkle Farben, schwarz. Kalte Farbtöne lassen den Teint blass und müde erscheinen. Dunkles Tannengrün, Pink oder erdiges Braun sollten Sie ebenfalls vermeiden.

Prominente Frühlingstypen: Renée Zellweger, Nicole Kidman, Gwyneth Paltrow, Michelle Pfeifer, Jane Seymour

Der Sommertyp

… kommt ursprünglich vor allem in Norddeutschland häufig vor. Die Haare sind meistens aschblond oder bräunlich. UV-Licht rötet Ihren Teint schnell und sie neigen zu Sonnenbrand. Die Augen sind meist graublau, aquagrün oder petrolfarben. Ihre Haut wirkt leicht durchscheinend, rosa oder gelblich-beige.

Das steht Ihnen: blau-basierende, gedeckte und kühle Farben. Pudriges Rosé, Hellblau oder Mint sind wunderbare Lidschatten-Nuancen für Sie. Auf den Lippen darf es ruhig mal ein kräftiges Bordeaux sein, Himbeere oder Fuchsienrot. Tabu sind Rottöne mit Orange darin, sie rauben Ihrem Teint Ausstrahlung und Jugendlichkeit. Generell steht Ihnen alles pastellige besser zu Gesicht als knallige Leuchtfarben. Auf den Wangen ein frisches Rosa kann Wunder wirken, wenn Sie sich morgens im Spiegel als zu müde oder fahl empfinden.

Davon sollten Sie Abstand nehmen: Wie gesagt orangestichiges Rot, darüber hinaus sind Schwarz, reines Weiß (lässt älter wirken), gelb und gelbstichige Brauntöne ungeschickt für Sie.

Prominente Sommertypen: Sharon Stone, Cameron Diaz, Melanie Griffith, Dolly Parton, Heather Locklear

Der Herbsttyp

… ist so etwas wie der „Klassiker“ in Süddeutschland, Irland, sowie den südlichen Benelux-Ländern. Das Haar wird von einem Rotstich dominiert, zeigt sich aber oft auch in klassischem Dunkelbraun. Der Teint ist sehr blass und neigt zu Sommersprossen. In der Sonne bräunen Sie kaum. Die Augen sind Goldbraun, Bernstein, Braungrün oder Rehbraun.

Das steht Ihnen: Erdfarben und Farben, die sich hierzulande im echten „Herbst“ zeigen. Ideal sind alle Braun-Nuancen, von Schoko bis Rost. Dunkles Grün, Olive, gedecktes Orange und Beige. Auf den Lippen steht Ihnen dunkles Bordeaux hervorragend, Orange oder ein warmer Ziegel-Ton. Als Lidschatten empfehlen sich Champagner, warmes Gelb und Lachsrosa.

Davon sollten Sie Abstand nehmen: Kalte Töne sowie grelles, blaustichiges Pink. Nuancen wie Jade oder Seegrün sind zu kühl für Ihren Teint, ebenso Marine und Jeansblau.

Prominente Herbsttypen: Julia Roberts, Cindy Crawford, Jennifer Lopez, Sophia Loren

Der Wintertyp

… ist ebenfalls vor allem in Süddeutschland, Südeuropa, den USA und Asien beheimatet. Er hat fast immer schwarzes oder sehr dunkles braunes Haar, ein leuchtendes Augenweiß und bräunt sehr schnell. (Ausnahme: Der „Schneewittchen“-Typ. Er bräunt fast gar nicht und bleibt meistens blass.) Die Haut ist im Winter bläulich, im Sommer olivfarben und langanhaltend braun. Die Augenfarbe ist dunkelbraun, grün oder Schwarzbraun.

Das steht Ihnen: Kräftigende, leuchtende Farben wie Rot, Blaugrün, Royalblau, Indigo, Violett und Pink.

Wunderbar als Lidschattenfarbe eignet sich Türkis oder – wer es prägnanter mag – Violett, sowie Silber. Auf die Lippen gehört rubinrot, rosa oder Pink. Der Wintertyp ist außerdem so ziemlich der einzige, der mit Schwarz hervorragend zurecht kommt. Das gilt sowohl als Haarfarbe, Oberbekleidung aber auch (abends für die Party) auf den Lippen und als deutlich sichtbarer tiefschwarzer (und je nach Augenform ruhig etwas breiterer) Lidstrich.

Davon sollten Sie Abstand nehmen: Mischtöne wie Graublau, jedes Braun und alle pudrigen Pastell-Nunacen stehen Ihrem Typ nicht so gut. Ebenso können Sie auf Gelb und goldene Nuancen gut verzichten. Am schlechtesten steht Ihnen aber Orange – diese Farbe lässt Sie müde und abgespannt wirken.

Prominente Wintertypen: Catherine Zeta-Jones, Monica Belluci, Demi Moore

Aber zurück zu meiner Kollegin und ihrer Frage nach dem Haarefärbe-Wunsch. Denn eigentlich hat das Farbschema der Vier Jahreszeiten-Typen in unserer Zeit ein wenig an Relevanz verloren. Noch in den achtziger Jahren als einzig wahre Lösung von Mode- und Typberatern ausgegeben (und in unzähligen Büchern breitgetreten), hat sich der Blick heutzutage etwas gelockert. Erlaubt ist alles, was gefällt. Und da kann es nun mal passieren, dass ein Sommertyp sich am Liebsten ganz in schwarz kleidet und seine Haare umfärbt, weil sie den Effekt des Blassen, Strengen nun mal lieber mag, als in pudrigem Pastellblau charmant zu wirken. Gut aussehen kann die Frau dennoch. Allerdings kann es eben vorkommen, dass Sie sich morgens im Spiegel nicht so gefallen, und Sie sich bewusst eben doch für eine Farbe entscheiden, die Ihrem Typ gerecht wird – und voilà, auf einmal finden Sie die andere da im Spiegel wieder toller und hübscher. Außerdem hat man gelernt, dass der Simultankontrats umso stärker auftritt, desto näher die Störfarbe am Gesicht ist. Tiefschwarz gefärbtes Haar oder eine schwarze Bluse kann an einem Frühlingstyp absolut „daneben“ aussehen, ein schwarzer rock dagegen schon wieder super. Denn er wirkt sich optisch weniger stark auf den Teint aus, da er ja (logisch) weiter vom Gesicht entfernt ist. Wer also wie meine Kollegin seinen Typ z.B. mittels einer neuen Haarfarbe verändern möchte, sollte sich zuerst überlegen, welchen Effekt er (jaja, oder: sie) damit erzielen möchte – mehr Strenge oder mehr Charme – und sich dann für oder eben gezielt gegen eine für ihn (sie) harmonische Farbe entscheiden. Der schlichtweg beste Tipp wird aber immer sein, bevor man sich die Haare färbt: Besorgen Sie sich eine Bluse oder ein T-Shirt in dem gewünschten Farbton, den die Haare demnächst bekommen sollen, und tragen sie so die Nuance – direkt neben dem Gesicht – erstmal Probe. So werden sie ganz schnell feststellen, wie wohl Sie sich fühlen. Und dann erst ab zum Friseur…

Ihr Constantin Herrmann.

Bildquelle: Renee Zellweger von David Shankbone, Cameron Diaz von Angela George, Jennifer Lopez von Steve Bott und Monica Bellucci von Manfred Werner – alle via Wikimedia Commons. Some rights reserved. Vielen lieben Dank!

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Yoga findet Dich!

Geschrieben in Bücherkiste,Wissenswertes am 28.06.2010

Promis lieben Yoga, von Ralf Bauer bis Jennifer Aniston, von Ursula Karven bis Madonna. Wer kein Yogi ist, fühlt sich irgendwie ausgeschlossen, fast „out“. Zuerst dachten wir, der Trend gehe schon wieder vorbei. Weit gefehlt, immer mehr Yoga-Schulen, -Lehrer und –Bücher schießen aus dem Boden. Vielleicht wird es doch Zeit zu lernen, was Hatha Yoga, Jivamukti und Bikram bedeutet. Und vielleicht ist es an der Zeit zu erfahren, was Yoga für jeden einzelnen von uns tun kann…

Fangen wir von vorne an. Was ist Yoga eigentlich genau? Ein Wundermittel? Sehen all die Stars und Promis so gut aus, weil sie zu Musik fernöstlicher Klangschalen irgendwelche spirituellen Mantras murmeln? Nicht wirklich. Denn Yoga ist durchaus harte Arbeit.

Die positiven Effekte kommen nur durch regelmäßiges Training. Und das über einen längeren Zeitraum, mindestens so etwas zwischen sechs Wochen und vier Monaten. Und zwar bei täglichem Training! Aber die, so sagen Yogis, lassen sich locker durchhalten, denn manche Veränderungen sind doch sofort spürbar. Gestresste fühlen sich auf einmal gelassener, Untrainierten wird ein saftiger Muskelkater am nächsten Tag zeigen, dass auch die „ach-so-sanften“ Übungen eine Menge abfordern.

Ausflüchte wie “Dafür bin ich einfach nicht beweglich genug”, “mein kaputter Rücken erlaubt mir keinen Sport” oder der Klassiker: „ich bin doch kein Hippie“ gelten nicht. Denn erstens kann jeder Mensch Yoga üben, nämlich einfach die Übungen, die er machen kann, so gut er es nun mal kann. Und zweitens kann man das Esoterische auch ausblenden. Was bleibt ist ein Workout für Geist und Körper, der den Stress des Tages minimieren kann, Verspannungen löst, der Psyche mehr Energie spendet und für ein besseres Körperbewusstsein sorgt. Man sitzt aufrechter, hält den Rücken gerader, verfügt über eine dauernde Körperspannung und fühlt sich auf einmal wohler in seinem Körper. Klingt doch super, oder! Das ist auch der Grund, warum die meisten Menschen erst zum Yoga kommen, wenn Sie schon unter Rückenproblemen, Kopfschmerzen oder geistiger Unruhe leiden. Wie sagen Yogis so schön: Wenn die Zeit richtig ist, erwischt sie einen ohnehin, die “Sucht” nach mehr Wohlgefühl.

Was ist Yoga eigentlich?

Diese Frage ist eigentlich andersrum leichter zu beantworten: Was ist Yoga nicht?

Yoga ist keine Religion und auch kein Dogma. Yoga ist vielmehr eine Philosophie aus Indien. Das Wort „Yoga“ stammt aus dem Sanskrit und bedeutet so viel wie „Vereinigung“. Vereinigung von Körper und Geist mit „dem großen Ganzen“. Gut, dass klingt jetzt schon wieder unglaublich nach Esoterik-Kram, auf den nun mal nicht jeder steht. Aber in Normal-Deutsch übersetzt bedeutet das nichts anderes als: Yoga vermittelt ein neues Körpergefühl. Geist und Körper werden in Einklang gebracht. Man lernt, Stress wegzuatmen, innere Knoten und Anspannungen mit Workout zu beheben und im Alltag gelassener an die Dinge heranzugehen. Also gar nicht sooo schlimm esoterisch.

Yoga ist aber auch keine Sportart. Auch wenn sie immer wieder so dargestellt wird.

Yoga ist ein Übungsweg. Ziel dieses Weges ist es, zu sich selbst zu finden. Plötzlich versteht man, wieso bestimmte körperliche Probleme auftreten, wie sie entstehen und wie man dagegen steuern kann. Yoga ist weniger Workout für den Körper, sondern vielmehr Entspannung für den Geist. Der Geist lernt mit Hilfe der Methoden des Yoga sich zu sammeln und friedvoll zu werden – vielleicht nicht ständig, aber immer öfter, und vor allem auf Abruf! Das dürfte nicht nur dem Autor dieser Zeilen zugute kommen, der ein rechter Hitzkopf ist. Wenn ich mir angucke, wie viele Menschen morgens beim Autofahren nicht ohne hysterisches Hupen zur Arbeit kommen, würde ich sagen: viel mehr Menschen sollten Yoga machen!

Aber was bedeutet eigentlich: Yoga machen?

Durch die Körper-Übungspraxis des Hatha-Yoga (das ist der erste Übungsweg im Yoga, der Geist und Körper gemeinsam bearbeitet) kann man schlichtweg fitter werden, Muskeln aufbauen und spezielle Symptome, etwa Rückenschmerzen, bekämpfen. Alles das kann laut Yoga-Experten aber nur gelingen, wenn man auch seine „geistigen und spirituellen Muskeln“ trainiere. Soll heißen: mangelnde Fitness, Schwäche und Rückenschmerzen haben in der Regel auch ihre Ursachen darin, dass die Psyche nicht fit und durch vielfältige Zerstreuungen geschwächt ist.

Seien wir ehrlich: Kaum jemand hat Zeit (oder Lust – und vor allem die Kraft, den doofen inneren Schweinehund zu massakrieren), um wirklich regelmäßig ins Fitness-Center zu gehen oder einen Yoga-Kurs zu besuchen. Also bleibt die Bewegung letztendlich bei den meisten auf der Strecke. Umso schlimmer, wenn wir Stress haben. Natürlich: Wer abends erschöpft nach einem langen Tag nach Hause kommt, würde sich lieber auf das Sofa werfen, statt den Körper zu trainieren. Und morgens? Lieber eine halbe Stunde länger schlafen, als Frühsport zu probieren.

Aber hier ist Yoga doch der perfekte Weg zu mehr Stärke. Denn man kann „yogieren“, wann immer man nur will. Ganz Ungeübte sollten am besten nur 10 bis 15 Minuten üben und die Trainingsdauer dann allmählich steigern. Das kann morgens nach dem Aufstehen sein, um Kreislauf, gute Laune und Beweglichkeit zu fördern, oder abends, um den Stress des Tages abzuschütteln und Verspannungen zu lösen.

Es gibt mittlerweile unzählige Yoga-Bücher und –DVDs, die eine Grundanleitung für Asanas (= Yoga-Übungen) bereit halten. Aus denen kann man sich die Übungen heraus picken, auf die man Lust hat, und die eventuellen geistigen oder körperlichen Symptome behandeln. Besonders möchte ich das „Yoga Gesundheitsbuch“ von Anna Trökes empfehlen, das mir beim Einstieg enorm geholfen hat. Hier werden die Grundbegriffe des Yogas erklärt und Asanas gezeigt, die gezielt Beschwerden wie Gelenkschmerzen, Angstzustände, Schlafstörungen, Asthma oder Rückenprobleme behandeln. (Gräfe und Unzer-Verlag 22,90 Euro). Ein toll bebildertes, umfangreiches Kompendium, mit dem man schon ganz schnell loslegen kann.

Mein zweiter Buchtipp wäre Ursula Karvens „Yoga für Dich und überall“, das 60 süß illustrierte und unterhaltsam beschriebene Übungen für den Alltag bereit hält. Denn Yoga kann man zwischendurch auch ganz bequem in den Alltag integrieren. Eine kleine Übung morgens im Bett, um besser in den Tag zu starten. Eine am Schreibtisch, um akuten Stress zu minimieren, eine beim Kochen oder sogar beim Faulenzen im Kinosessel, um ganz nebenbei die Muskulatur zu straffen.

Im Laufe der Zeit haben sich viele Traditionslinien des Yoga herausgebildet, vor 3500 Jahren am Beginn war der Yoga noch sehr stark von einer magischen Sicht auf die Welt geprägt. Daher dürfte auch dieser esoterische Kram rühren, den Yoga immer ein wenig umweht (und mich persönlich Jahre lang davon abgehalten hat, mich mit Yoga auseinanderzusetzen). Die Yogis – früher „Rishi“ (Seher) genannt – waren Menschen, die intensiven Kontakt mit ihren vedischen Göttern pflegten. Sie glaubten, mittels bestimmter Atem- und Meditations-Übungen in Kontakt zu ihren Gottheiten zu treten. Erst ab dem 6. Jahrhundert vor Christus wurden aus diesen als Außenseiter der Gesellschaft betrachteten Rishis richtiggehende Weisheitslehrer, die ihr Können an willige Schüler weitergaben. Aus dieser Zeit stammen auch die ersten reinen Yogatexte, denn bis dahin wurde das Wissen um Yoga nur mündlich weitergegeben – ein bisschen wie eine Art Geheimlehre.

Yoga wird seitdem in der Gemeinschaft trainiert. 500 v. Christus zog so ein Yogi namens Siddharta Gautama Shakyamuni durch Nordindien, besuchte diverse Yoga-Gruppen und –Lehrer und fand irgendwie alles nicht so richtig toll. Die Lehren, die damals vermittelt wurden, engten ihn zu sehr ein. Er suchte das reine Bewusstsein. Und als er es fand – unter einem Pappelfeigen-Baum, wurde er zu „Buddha“, dem „Erwachten“. Seitdem ist Yoga frei von allen Gottheiten, frei von Religion. Der Yogaweg wie wir ihn heute kennen, nahm seinen Lauf.

Welche Yoga-Arten gibt es, und welche ist die Richtige für mich?

Den zweiten Teil der Frage muss sich wohl jeder Yoga-Neuling selber stellen. Eine Anweisung kann es nicht geben, man findet seinen Stil nur durch Herumprobieren. Am einfachsten ist es wohl, mit dem klassischen Hatha-Yoga zu beginnen und dann nach Lust und Laune hin und wieder etwas Neues zu probieren. Wichtig ist allerdings, dass man nach einiger Zeit einen Yoga-Lehrer sucht und Stunden nimmt (alleine oder in der Gruppe). Erstens, damit sich bei den Übungen nicht Fehler einschleichen und festsetzen, zweitens weil es nur mit einem „Guru“ (ebenfalls ein Wort aus dem Sanskrit, das übersetzt so viel bedeutet wie „der, der Licht ins Dunkel bringt“) möglich ist, Geist und Körper im Sinne des Yoga als Philospohie in Einklang zu bringen.

Hier die wichtigsten Yoga-Wege als Übersicht:

Anusara-Yoga

… vereint mehrer klassische Ansätze. Ziel ist eine freudvolle Praxis, um im Einklang mit dem Körper innere Schönheit zu erleben. Klingt hochgestochen, macht aber richtig Spaß. Man denkt viel über innere Schönheit nach und wie man sie nach außen vermitteln kann.

Ashtanga-Vinyasa

… ist sehr kraftvoll und dynamisch. Basierend auf dem Hatha-Yoga werden sehr anspruchsvolle Asana-Reihen im indischen Stil geübt, die durch Sprünge miteinander verbunden sind. Sehr wichtig dabei: Die typische Yoga-Atmung.

Bikram-Yoga

… ist definitv nichts für Anfänger, denn man kommt mächtig ins schwitzen. Trainiert wird bei 38° Celsius und bis zu 40 % Luftfeuchtigkeit. 24 Hatha-Yoga-Übungen und zwei Atemübungen werden „durchgehechelt“, um Kraft, Balance und Biegsamkeit des Körpers zu steigern. Gleichzeitig soll das Schwitzen den Körper entgiften.

Hatha-Yoga

… ist so etwas wie die Urform aller Yogi-Übungen, ein Oberbegriff für Körper- und Atemübungen, um Seele und Körper in Harmonie zu bringen. Hatha bedeutet so viel wie Kraft, Ausdauer, Energie.

Hormon-Yoga

… ist eine Kombination aus Hatha-Yoga, tibetischen Energieübungen und dem Kundalini-Yoga. Eierstöcke, Schilddrüse und Nebennieren werden gezielt stimuliert, um die Hormonproduktion anzukurbeln. Viele Frauen in den Wechseljahren schwören darauf! Eine Studie der Universität Sao Paolo stellte bei Frauen fest, dass der Östrogen-Spiegel nach vier Monaten Hormon-Yoga um 254 Prozent gestiegen war. Beeindruckend! Aber bitte fragen Sie jetzt nicht, was bei Männern passiert, die dieses Training absolvieren. Ich weiß es nicht…

Jivamukti-Yoga

… stammt aus dem New York der 1980er-Jahre. Jivamukti bedeutet übersetzt so viel wie „Befreiung der Seele“. Fließende, tänzerische Bewegungen statt einzelner Asanas wechseln mit Gesang und Atem-Training, um mentale Stärke und Ausgeglichenheit zu erreichen.

Lassen Sie mich zwei Sätze als Fazit zu meiner neuen Yoga-Begeisterung sagen: Erstens, Yoga hat für jeden etwas zu bieten. Wen das Esoterische nicht stört, oder wer es sogar etwas spirituell mag, für den ist Yoga sowieso super! Wer, na sagen wir, etwas bodenständiger veranlagt ist, der kann das Klim-bim ausblenden und Yoga als sportliche Ertüchtigung sehen. So oder so spürt man schon nach ein paar Trainingsrunden eine effektive Wirkung auf Körper und Geist. Ich persönlich fühle mich herrlich beruhigt. Bei der anschließenden Tiefen-Entspannung, die ich immer noch gleich mitmache, schlafe ich zwar im Handumdrehen ein, und meine Yoga-Lehrerin sagt, das Schnarchen sei eine Zumutung für die Gruppe, aber gleichzeitig verspricht sie, das werde mit der Zeit besser. Denn das ist das Tolle an Yoga: es wird mit der Zeit wirklich immer besser! Man kann immer tiefer und schneller entspannen, spürt, wie der Körper Übungen schafft, bei denen er vorher gestreikt hat. Man spürt, wie Rückenschmerzen und Verspannungen sich in Wohlgefallen auflösen. Und wenn ich jetzt Madonna im Fernsehen wieder mal weise nicken sehe, kann ich zurück lächeln. Ich bin jetzt nämlich ein „Insider“. Und das können Sie auch werden. Oder wie sagt der Yogi so schön: Du findest nicht zu Yoga, Yoga findet dich!

Ihr Constantin Herrmann.

Bildquelle: Bonsai von Gabriella Fabbri und Yoga von Aaron Neifer – beide via StockXng. Some rights reserved. Vielen lieben Dank!

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[→4)-ß-D-GlcpA-(1→3)-ß-D-GlcpNAc-(1→]n – Die Beauty-Formel für Haut, die sich wohlfühlt.

Geschrieben in Kosmetik am 24.06.2010

Durstiger Teint spannt, rötet sich und kann nicht strahlen. Dann braucht die Haut ein bisschen Hilfe, um die benötigte Feuchtigkeit wieder zu speichern, schadhafte Zell-Vernetzungen müssen wieder hergestellt werden. La Roche-Posay bringt nun eine neue Pflegelinie speziell für feuchtigkeitsarme Haut mit der kosmetischen Wunderwaffe unserer Zeit: Fragmentierte Hyaluronsäure. Aber Achtung: Nun wird es ein wenig technisch. Aber es lohnt sich, Ihre Haut wird Ihnen danken!

Wasser und Feuchtigkeit bestimmen unser Leben. Und unsere Schönheit. Denn trockene Haut büßt einiges ihrer Ausstrahlungskraft ein. Jeder Hauttyp braucht Feuchtigkeit in seiner täglichen Pflege-Routine, auch wenn man zu öligem Teint oder Mischhaut neigt. Denn: Feuchtigkeit ist keineswegs gleichzusetzen mit Fett. Je nach Hautbedürfnis sollte die Balance in ihrer Pflege stimmen:

Trockene Haut:

Sie braucht eine fetthaltige Creme, Experten sprechen von einer Wasser-in-Öl-Emulsion, die sich wie ein schützender Film auf den Teint legt und ihn mit Feuchtigkeit versorgt. Eine Creme mit zu hohem Wasseranteil wäre kontraproduktiv, denn solche Öl-in-Wasser-Emulsionen entziehen trockener Haut eher noch Feuchtigkeit. Beim Beauty-Shopping sind für trockene Haut also „reichhaltige“ Cremes ideal.

Normale Haut:

Eine frische, leichte Feuchtigkeitscreme ist hier die Idealbesetzung. Vermeiden Sie Produkte mit Fetten auf Paraffin-Basis, denn bei normaler Haut ziehen diese nicht vollständig ein, sondern können einen soliden Film auf der Haut bilden, der die Haut „abdichtet“ und verstopft.

Mischhaut und fettiger Teint:

Viel hilft diesem Hauttyp nicht viel, sondern kann schnell zu Mitessern und Unreinheiten führen. Eine Creme auf Öl-in-Wasser-Basis mit geringerem Fettanteil reicht. Nur in Ausnahmefällen, z.B. bei trockener Büroluft oder im Winter, brauchen manche Partien (z.B. die Wangen) eine Extraportion Fett. Dann können Sie lokal eine kleine Dosis zuschießen.

Viele Menschen neigen nun von Natur aus zu trockener Haut, mit zunehmendem Alter verstärkt sich das Problem. Aber auch äußere Einflüsse spielen eine wichtige Rolle. Häufiges Waschen (und Duschen), trockene oder kalte Luft, UV-Strahlung und falsche Reinigungsprodukte können das Austrocknen des Teints verschlimmern. Und das gilt für alle Hauttypen, von fettig bis sehr trocken.

Um Feuchtigkeit in der Haut zu halten, ist die Haut auf Verbindungen zwischen den Zellmembranen angewiesen. Diese so genannten „Tight Junctions“ sind schmale Bänder aus Membranproteinen, die die Zellzwischenräume schließen und so eine starke Barriere bilden: Die Diffusionsbarriere. Sie kontrolliert den Transport von Molekülen, also auch von Wasser.

Das Problem: Täglich schädigen wir unsere schützende Hautbarriere. Schaben, schrubben und reiben ein wenig von ihr ab. Wasser, Seife, Shampoo und Reinigungsprodukte lösen die Barriere-Fettstoffe heraus. Bei jedem Gesichtwaschen und trocken reiben mit dem Handtuch wird nicht nur Schmutz entfernt, sondern auch die wichtigen Fettstoffe der Barriere. Dadurch wird diese „undicht“ und Feuchtigkeit kann ganz einfach aus der Haut heraus verdunsten.
Kosmetik-Hersteller „La Roche-Posay“, der Apotheken-Spezialist für Problemlösungen, bringt nun eine neue Pfleglinie auf den Markt, die sich dem Problem der geschädigten Zellvernetzungen, der schadhaften Tight Junctions, annimmt: „Hydraphase Intense“. In der Formel enthaltene fragmentierte Hyaluronsäure soll die Regeneration der Zellvernetzungen anregen, dieser kleinen brückenartigen Bänder, die der Haut helfen, Feuchtigkeit zu speichern. Hyaluronsäure.

Schon oft gehört, kommt auch ständig in der Werbung. Aber: Was ist eigentlich Hyaluronsäure?

Ich persönlich finde den Namen ja irritierend. Hyaluronsäure. Säure! Klingt doch erstmal ziemlich unangenehm. Ist es aber nicht. Die transparente, gelartige Substanz kommt von Natur aus in den Zellzwischenräumen von Haut und Bindegewebe vor. Schon 1656 (vor über 350 Jahren also) hatten Forscher auf die Anwesenheit dieser damals noch nicht näher definierbaren Substanz hingewiesen, als sie die Nabelschnur näher untersuchten. Aber erst im Jahr 1934 konnten Karl Meyer und John Palmer im Kammerwasser des Rinderauges das Polysaccharid finden und bestimmen. Iiiih, Rinderauge, das klingt ja eklig. Aber genau daher kommt der Name Hyaluronsäure (HS), eben vom griechischen Wort „hyaloid“ für gläsern. Der abschreckende Wortanteil „Säure“ kommt schlicht vom HS-Bestandteil Glucuronsäure. Und HS steckt nicht nur in Augen, sondern im ganzen Körper, über 50 Prozent in der Haut, eben in den Zellzwischenräumen der Dermis, über die wir ja heute in diesem Text sprechen. HS ist ein wahrer Feuchtigkeitsmagnet, der von den Bindegewebszellen produziert wird, die Haut aufpolstert, die Kollagen- und Elastinfasern stützt (Anti-Aging!) und sogar Freie Radikale abfangen kann. Aber: Etwa ab dem 25. Lebensjahr leeren sich die HS-Pools nach und nach. Die hauteigene Produktion lässt nach, beziehungsweise kann den Bedarf nicht mehr decken, die haut verliert an Spannkraft und Feuchtigkeit. Dann wird es Zeit, von außen nachzuhelfen.

Hyaluronsäure steckt hochkonzentriert in (Achtung: Jetzt wird es wieder eklig): in der Kammerflüssigkeit des Auges, in der Synovialflüssigkeit der Nabelschnur und in Hahnenkämmen. Aber keine Sorge, heutzutage sind Forscher in der Lage, HS künstlich herzustellen, um genauer zu sein: biotechnologisch aus Fermentation von Mikroorgansimen zu gewinnen, etwa aus Weizen. Die so gewonnene HS ist reiner als die Variante aus dem Hahnenkamm und löst keine Allergien aus, da sie keine tierischen Eiweiße enthält. Diese HS nennt man „Non-animal-source-Hyaluronan“, oder kurz: NASHs, noch so ein Lieblingswort der Kosmetikindustrie.

Das Faszinierende an Hyaluronsäure: Sie besitzt die fast magische Fähigkeit, relativ zu ihrer Masse gewaltige Mengen an Wasser zu binden. Ein Gramm HS kann bis zu unglaubliche sechs Liter Wasser binden! Beispiel aus dem menschlichen Alltag: Der Glaskörper des Auges besteht zu 98 Prozent aus Wasser, das an nur 2 Prozent Hyaluronsäure gebunden ist! Das ist ein bisschen wie bei Götterspeise: Man braucht nur extrem wenig Pulver, um aus viel Wasser ein Dessert zu zaubern…

Der Clou in der neuen La-Roche-Posay „Hydraphase Intense“ ist nun aber eine spezielle Hyaluronsäure, nämlich sogenannte „Fragmentierte HS“:

HS ist nämlich eigentlich ein relativ großes Molekül, zumindest wenn es um den Einsatz in Kosmetikprodukten geht. Topisch aufgetragen, also per Creme auf die Haut aufgebracht, würde HS gar nicht in die Haut eindringen, sie nicht penetrieren. Die Lösung: Man muss das langkettige Molekül aufbrechen, kleiner machen, es eben „fragmentieren“. Dabei hat sich in der langen Entwicklungsgeschichte von HS als kosmetischem Feuchtigkeitsbinder aber herausgestellt, dass nicht die kleinsten Fragmente am Besten funktionieren. Denn: zu kleine Stückchen dringen zwar super bis in die Lederhaut ein, erzielen aber keine nachweisbare Wirksamkeit mehr. Der Mittelweg ist ideal. Nur Fragmente „mittlerer“ Größe (für Chemie-Fans: Molmasse von 50.000 bis 400.000 Daltons) dringen wie gewünscht ein und erreichen eine nachweisbare Wirksamkeit. Diese geringere HS-Molekülmasse macht auch den Effekt der „Hydraphase Intense“ aus:

Besser als bei „konventioneller“ Hyaluronsäure überwindet die HS in fragmentierter Version die Hautbarriere und dringt tiefer in die Epidermis ein. Und dort legt sie los und kurbelt die Synthese der Zellvernetzungsproteine an. Soll heißen: Das eingangs besprochene Problem, dass die Verbindungen zwischen den Zellmembranen geschädigt sind, kann so wieder behoben werden.

Auf gut deutsch zusammengefasst bedeutet das:

„Hydraphase Intense“ spendet nicht nur intensiv Feuchtigkeit, sondern hilft der Haut auch nachhaltig, diese zu speichern. Der Feuchtigkeitsverlust der Haut wird einfach ausgebremst. Eine raffinierte Technologie, die sich auch noch sagenhaft gut anfühlt. Schon kurz nach dem Auftragen spürt man, wie sich der Teint entspannt. Ein seidiger, angenehmer Wellness-Effekt, den jeder lieben wird, dessen durstige Haut spannt und zickt.

Aber erinnern Sie sich an die Hauttypen, über die wir vorhin gesprochen haben? Jeder Teint braucht andere Formulierungen? Auch hier haben die Macher der „Hydraphase Intense“ mitgedacht: Denn es gibt die Power-Creme in zwei Formulierungen, einmal als „Legere“ für normale bis Mischhaut, und als „Riche“ – den reichhaltigen Kollegen für trockene Haut.

Ihr Constantin Herrmann.

Bildquelle: Around the loghouse von Phil Landowski, Erotic von Marek Bernat und Jelly von Fran Gambín – some rights reserved. Vielen Dank!

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The Day After Oder: Die besten Anti-Kater-Tricks.

Geschrieben in Allgemein am 23.06.2010

Nach jeder durchfeierten Partynacht folgt ein mehr oder wenig grausiges Erwachen. Das Dufttagebuch erklärt, wie Sie das nächste Mal den Schaden in Grenzen halten können. Kopfweh? War gestern.

Eine der goldenen Regeln für „Blogger“ lautet, man solle immer offen und ehrlich über das schreiben, was uns gerade bewegt. Ich bemühe mich, diese Maxim immer zu befolgen. Und Sie ahnen es bereits, beziehungsweise die Überschrift dürfte mich verraten haben: Mir geht es heute gar nicht gut. Gestern kam so ziemlich alles zusammen, was einen ganz normalen Tag in einen herrlichen Feier-Tag verwandelt. Sonnigstes Biergarten-Wetter, die Mai-Bäume wurden aufgestellt (eine bayrische Tradition, die bereits mittags mit Bier eingeleitet wird), dann schon leicht angeheitertes Dinner mit Aperitiv, Wein und Schnaps. Anschließend ab an die Champagner-Bar und ab dort nahm das Elend erst richtig seinen Lauf: Barhopping und finaler Absturz in einer Diskothek. Es war eine rauschende Ballnacht!

Aber heute morgen (na gut, Mittag)… Kopfweh, Schwindel, Raucherhusten, das ganze Programm. Ich sitze am Schreibtisch und schwöre wieder mal, niiiie wieder ein Glas Alkohol in die Hand zu nehmen. Das Ganze ist aber eigentlich besonders ärgerlich, weil ich als Beauty-Redakteur es eigentlich besser weiß! Denn, auch wenn es keine einzige wissenschaftlichen Beleg dafür gibt, dass irgend etwas auf dieser Welt zuverlässig gegen einen zünftigen Kater hilft, so gibt es doch zumindest einige erprobte Hausmittelchen, die das Leiden am nächsten Tag deutlich mindern. Man muss das Ganze nur rational angehen und sich vorbereiten wie auf einen Ausflug in die Wildnis. Da würden sie ja auch nicht in Badehosen und Flip-Flops drauf los stolpern. Deswegen erlaube ich mir, Ihnen ein kleines Marschgepäck zusammenzustellen für die nächste Party-Nacht. Oder anders gesagt, die goldenen Regeln für „Feiern ohne Reue“:

1. Bereiten Sie sich vor

Ja gut, Feste soll man feiern, wie sie fallen. Aber in den seltensten Fällen trifft Sie die Erkenntnis, dass Sie sich in einem Gelage befinden, überraschend. Meistens ahnt man zumindest am Anfang eines Abends, wohin die Reise führen wird. Dann ist es Zeit, ein paar Vorkehrmaßnahmen zu treffen. Und nein, damit ist nicht das berüchtigte „Vorglühen“ gemeint, das langsame Einstimmen auf den späteren Vollrausch. Vielmehr sollten Sie eine „Grundlage“ schaffen, um die Wucht zu mindern, mit der späterer Alkohol auf den Körper treffen wird. Das Non-Plus-Ultra vor jeder Party ist eine fettige Mahlzeit. Pizza, Pommes Frites mit Mayonnaise, Nudelauflauf mit Käse überbacken – werfen Sie für diese Nacht alle Diät-Vorsätze über Bord. Denn der Alkohol ruiniert Ihre Kalorien-Rechnung ohnehin, da kommt es auf eine fettige Mahlzeit auch nicht drauf an. Also schlemmen Sie ruhig, denn die Nahrungsfette werden im Dünndarm in Ihre Bestandteile zerlegt und binden dann Alkohol, so dass er nicht frei ins Blut gelangen kann. Aber: Wer mehr trinkt, als Bindungsstellen im Darm bereit stehen, kriegt eben doch wieder seinen Rausch ab. Das Ganze wird also nur in seiner Intensität gemindert und hinausgezögert.

2. Auf der Party

Es gibt ein paar Survival-Tricks, die Sie beherzigen sollten, während die Feier in vollem Gange ist. Vor allem anderen sollten Sie nämlich 1. Zwischendurch immer etwas knabbern und 2. Immer wieder Wasser trinken.

Salzige Snacks, also Mini-Gebäck, Chips, Salzstangen, gesalzene Nüsse, etc. verlangsamen die Alkoholaufnahme ins Blut und stärken den Kreislauf. Gleichzeitig bremsen Sie damit aber auch einen Effekt des Alkohols aus: Denn wer viel trinkt, bewirkt, dass der Körper sehr viel Flüssigkeit und Salze verliert. Das führt dann letztendlich zu Kopfweh. Also schon während der Feier darauf achten, dass Sie den mineralischen Raubbau ausgleichen. Das gilt auch für Wasser. Denn wer zu jedem Drink auch ein Glas Wasser trinkt, mindert die Wirkung des Alkohols und füllt die körpereigenen Flüssigkeitsspeicher immer wieder brav auf. Die Folge: sie sind nicht so schnell betrunken und bekommen nicht so leicht Kopfweh.

Aber für die Katerstimmung am nächsten Morgen ist auch entscheidend, was Sie trinken. Denn nicht jedes Getränk wirkt auf die gleiche Weise. Umso mehr Methanol ein alkoholisches Getränk enthält, desto schlimmer werden die Nachwehen. Rotwein ist zum Beispiel ein Methanol-Champion, soll heißen, wer viel trinkt wird am nächsten Tag bestimmt nicht fröhlich aus dem Bett hüpfen. Ähnlich üble Folgen haben auch die anderen Methanol-Giganten Rum, Brandy oder Whiskey. Aber Rotwein hat noch mehr Talente: Bei manchen Menschen lässt er die Konzentration von Histamin und Serotonin im Blut ansteigen. Dadurch erweitern sich die Blutgefäße – auch im Gehirn – und Kopfweh entstehen. Ergo: Wer sich eher an Weißwein, Gin oder Wodka hält (und nicht zu wild mischt!), minimiert die Kater-Problematik deutlich. Wie gesagt ist es wichtig, vor dem Feiern eine „fettige“ Nahrungsgrundlage zu schaffen. Dagegen hilft es aber wenig, viel zu essen, wenn man erstmal betrunken ist. Wer jetzt noch eine Grundlage schaffen möchte, ist zu spät dran, sorry. Doppelt gemein, denn meistens bekommt man mitten in der Nacht noch mal Heißhunger. Dem können Sie gerne nachgeben (Wie gesagt: die Kalorienbilanz dieser Nacht dürfte eh schon eine mittlere Katastrophe sein, es ist also schon egal), aber das späte Essen wird Ihnen nur marginal helfen, den Kater auszubremsen.

Das letzte, was Sie vor dem Schlafengehen machen sollten, ist, Ihren Wasserspeicher noch einmal aufzufüllen: Trinken Sie einen halben Liter Wasser, idealerweise mit einer Magnesium-Brausetablette drin und einer Kopfschmerztablette dazu (Acetylsalicylsäure wäre das Mittel der Wahl, gibt’s in jeder Apotheke). Denn dann verbessern Sie auf jeden Fall die Qualität Ihres Schlafes. Der dürfte sonst ziemlich unruhig werden. Denn es stimmt zwar, dass Alkohol eine super Einschlaf-Hilfe ist, aber leider auch ein Durchschlaf-Gegner: Kommt der Körper erstmal nach ein paar Stunden Schlaf in den „Entzug“, funkt das Gehirn sozusagen SOS und versucht, uns zu wecken. Das Resultat: Auch wer lange schläft ist nicht ausgeruht, sondern fühlt sich wie erschlagen. Zusätzlich wird das sensible Verhältnis von Traumschlaf und Tiefschlaf verschoben, und zwar in Richtung Tiefschlaf. Um am nächsten Morgen ausgeruht aufzuwachen sind aber beide Phasen wichtig. Genau deshalb fühlt man sich auch so erledigt nach der Party, selbst wenn man eigentlich ausreichend lange geschlafen hat…

3. Der Morgen danach

Jetzt ist es soweit: blicken wir dem Feind ins Auge, soll heißen dem Kater. Den Namen verdankt dieser üble Zustand nach durchfeierten Nächten wahrscheinlich dem „Katarrh“, der altmodischen Bezeichnung für eine Erkältung. Denn so simpel ist der Kater eigentlich: Wir fühlen uns irgendwie grippig. Oder als hätte uns ein Lastwagen überrollt. Egal. Jedenfalls gibt es auch einen wissenschaftlichen Namen für unser aller Leid: „Veisalgia“ (Lustig: Versuchen Sie mal nach ein paar Glas Champagner Ihre Freunde davor zu warnen… Unaussprechbar!). Den Ursprung hat dieses fiktive Wort im norwegischen – hier steht „kveis“ für das Unwohlsein nach dem Feiern – und im griechischen (die alten Griechen waren ja bekannt für ausufernde Gelage): „algos“ steht für Schmerz. Schmerz-schmerz also. Wie treffend!

Wer aufsteht, wird erstmal einen „Brand“ haben. Durst hoch zehn. Löschen Sie dieses Bedürfnis am Besten mit Tee, Fruchtschorle oder einer Vitaminbrausetablette in Wasser aufgelöst. Das regt die Nieren an und gleicht den Flüssigkeitsverlust wieder aus. Frisch gepresster Zitronensaft im Wasser kommt auch gleich dem Kreislauf zugute. Noch besser: Richtige Vitaminbomben. Entweder Sie mixen sich selber einen Cocktail aus frisch pürierten Früchten (aber den will ich sehen, der verkatert aus dem bett kriecht und sich erstmal ans Pürieren macht!), oder Sie sorgen vor und stellen sich ein paar „Smoothies“ in den Kühlschrank. So oder so, mit den Vitamin-Drinks bekommen Sie in Rekordzeit alles, was Sie jetzt brauchen: Der Körper bekommt die nötige Flüssigkeit, damit er den Alkohol schneller „verestern“ kann, sprich abbauen. Gleichzeitig wird der Vitaminverlust behoben, der beim Ausnüchtern entsteht.

Manche Menschen schwören außerdem auf einen Espresso mit einem Schuss Zitronensaft darin. Das ist meiner Meinung nach aber Geschmackssache – mir wird davon nur noch schlechter. Aber generell ist – entgegen der weitverbreiteten Meinung – nichts gegen Kaffee zu sagen. Denn das enthaltene Koffein kann die Kopfschmerzen lindern, gleicht ebenfalls das Minus auf dem Flüssigkeitskonto aus und wirkt natürlich belebend. Aber das ist, wie gesagt, Geschmackssache.

Wem morgens übel ist, der sollte gut überlegen, was er isst. Alles, was sauer, scharf gewürzt oder salzig ist, hilft gegen Übelkeit. Also die Klassiker: saurer Rollmops, Essiggurken und sogar Äpfel. Wenn es Sie ganz „übel“ erwischt, kann Rote-Beete-Saft den Magen besänftigen und unterstützt außerdem die Leber bei ihrer Entgiftungs-Arbeit. Saure, scharfe oder salzige Speisen helfen außerdem gegen die Übelkeit, lautet der Tipp der Ernährungsexpertin. Die Säure fördere den Alkoholabbau, Salz ersetze verlorene Mineralstoffe und scharfe Gewürze regen die Verdauung an. Rollmops, Salzstangen und Essiggurken hätten also durchaus ihre Berechtigung.

Frühstück sollen Äpfel die Übelkeit bekämpfen und munter machen. Rote-Beete-Saft unterstützt ebenso wie Artischockensaft (bzw. eingelegte Artischockenherzen) die Leber und damit die Entgiftung des Körpers.

Die oberste Regel heißt aber: Vergessen Sie Konter-Biere und Co. Wer jetzt weiter trinkt, verzögert den Kater nur. Man fühlt sich vielleicht zunächst besser, aber der leidige Teil kommt unweigerlich, er wird nur hinausgezögert. Außerdem sollten Sie Ihrer Leber nach jeder Party ein paar Tage Ruhe gönnen, als Faustregel: Wer am Wochenende feiern war, sollte sich sieben Tage Alkohol-Verbot auferlegen.

Wenn Sie sich jetzt fragen, wieso wir uns den Kater-Streß eigentlich jedes Mal antun, muss ich zurückfragen. Ist es das nicht wert? Bisschen Kopfweh nehme ich doch hin und wieder gerne in Kauf für eine großartige Nacht wie gestern. Und das nächste Mal ziehe ich das ganze Register, kaufe rechtzeitig Smoothies, Kopfwehtabletten, Magnesium und ein paar Smoothies. Dann wird alles nur noch halb so wild. Und nicht vergessen: eine fröhliche Nacht wirkt sich auch auf Ihre Schönheit aus. Das hat mir schon meine geliebte Großmutter beigebracht. Denn wer richtig Spaß hat, lacht und feiert, der bewirkt für ein paar Tage, dass die gesamte Mimik sich „hebt“. Sie strahlen, das ganze Gesicht lächelt und irgendwie fühlen Sie sich großartig. Denn wer brav jede Nacht seinen Schönheitsschlaf hält, hat vielleicht weniger Kater, aber manchmal eben auch weniger vom Leben.

Ihr Constantin Herrmann.

Bildquelle: French Fries von Waggaway, Wine von Stefan Gustafsson, Toby von Sasarakt und Pickles von Michal Zacharzewski – alle via StockXchng. Some rights reserved. Vielen Dank!

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Iron Man 2 – Wie riecht eigentlich ein Superheld?

Geschrieben in Duft am 22.06.2010

Seht mal da oben… Ist das ein Flugzeug? Ein Ufo? Superman? Nein, alles falsch. Es ist Iron-Man 2, der an die Spitze der Kino-Charts fliegt. Und passend dazu: Der neue Superheldenduft von Diesel. Schnell lesen (‚Mach 5’ wäre durchaus angebracht), und schnell den Duft besorgen!

Hurra, es ist mal wieder soweit: Ich habe einen neuen Lieblingsfilm. Ach was, Film, einen neuen Lieblingsmann, einen neuen Lieblingshelden! Iron Man. Der mit dem feuerwehrroten Stahlanzug. Ein egozentrischer, manchmal unfreiwillig komischer Superheld mit der perfekten Mischung aus Sex-Appeal und arrogantem Machisme, abgeschmeckt mit einem überaus hohen Fun-Faktor und sehenswertem Action-Portfolio. Dabei muss ich zugeben, den Film habe ich erst vor ein paar Tagen an einem verregneten Sonntagnachmittag bei Freunden eher zufällig aus dem DVD-Schrank gezogen. Aber dann: wow! Für Fans von smarten Superhelden, Action-Filmen mit überlebensgroßen Bösewichten und rasanten Hightech-Waffen ist der Film ein richtiger Leckerbissen. Große Lacher inklusive. Und es kommt noch besser, denn aktuell läuft im Kino schon der zweite Teil! Iron Man is back. Und lassen sie es mich mit Keri Hilson sagen: I like!

“Schön, dass ich wieder da bin!”
Tony Stark aka Iron Man

Cineastische sechs Monate sind vergangen (im echten Leben eigentlich zwei Jahre), seit Tony Stark seine Geheimidentität im ersten Filmteil als Iron Man öffentlich gemacht hat. Tony Stark, gespielt von Robert Downey Jr., ist ein Ekel. Waffenproduzent (pauschal schon Mal: Pfui!), skrupellos, macht- und geldgeil. Irgendwie taugt das alles nicht so recht zum Helden. Bis er eines Tages entführt wird von irgendeiner islamistischen Miliz aus Afghanistan. Diese böse Buben-Anleihe aus dem echten Leben verleiht Iron Man 1 leider einen etwas negativen Beigeschmack, irgendwo zwischen bitterster Realität und hollywoodeskem Boulevardkino. Aber ansonsten erzählt der Film mit viel Witz und Hirn wie aus dem Waffenhändler ein plötzlich liebenswerter Superheld wird. Ohne Superkräfte, genetische Mutation oder irgend einem Chemielabor-Atom-was-auch-immer-Unfall, bastelt sich Tony Stark in der Gefangenschaft notgedrungen einen Kampfanzug und schafft es mit dem Ding, sich zu befreien. Von diesem Moment an beschließt er, der Welt Frieden zu bringen (natürlich vor allem für die USA) und feilt fleißig an seinem Kampfanzug-Boliden, bis das Ding eine funkelnde rot-goldene Power-Rüstung ist, die ihm ungeahnte Kräfte verleiht, ihn fliegen lässt und ganz nebenbei zum Frauenschwarm macht. Schließlich eröffnet Iron Man der Welt seine Identität: alle sollen erfahren, wer hinter der gepanzerten Maske des Philantropen steckt: Tony Stark!

Das klingt jetzt alles in etwa so wie die anderen üblichen Marvel-Helden. Alles Gutmenschen, entweder geläutert oder von Geburt an, die sich durch eine Schar von Widersachern kämpfen.

Aber Iron Man ist anders.

Irgendwie witziger. Nicht so abgebrüht wie Superman, nicht so tölpelhaft wie der junge Spiderman und schon gar nicht so depressiv wie Batman. Iron Man hat verdammt viel Spaß. Und der Zuschauer darf mitlachen. Und mitfiebern, denn irgendwo zwischen Welt-retten und Einfach-nur-cool-aussehen muss ja auch noch ein Frauenherz erobert werden.

Also, wie gesagt: sechs Monate ist es her, dass Tony Stark sich als coolster Mann des Planeten geoutet hat. Und er liebt seine neue Rolle, legt Auftritte hin wie ein Rockstar, lässt sich feiern. Dazu röhrt im jetzt laufenden zweiten Film der schlau ausgewählte Soundtrack von ACDC. Iron Man rockt das Haus! Aber was wäre ein Superheld ohne Gegner? Die stehen alsbald Schlange.

Es ist zwar nicht der zu erwartende „Mandarin“, seine kommunistische Antipode aus den alten Marvel-Comic-Heften, die Partie war dem Filmstudio wohl nicht mehr zeitgemäß. Dafür aber sieht sich der gutaussehende Lebemann dem wachsenden Druck seiner eigenen US-Regierung ausgesetzt, die den Kampfanzug gerne in Serie fertigen würden. Dann taucht plötzlich ein slawischer Schlägertyp auf, der Starks (an sich ja geheime) Technologie zu zwei verdammt gefährlichen Plasma-Peitschen umgebaut hat: Ivan „Whiplash“ Vanko (unglaublich toll-bös gespielt von Mickey Rourke)!

Aha, übrigens, der „Mandarin“ war den Filmemachern nicht mehr zeitgemäß (im Gegensatz zur in den 70’ern noch reale Bedrohung durch das rote China). Aber ein russisch-anmutender Ivan darf es dann doch sein?

Wie dem auch sei, es reiht sich noch ein fieser Waffenhändler in den Reigen der Widersacher ein, um gemeinsam mit Peitschen-Vanko eine Armee aus Roboter-Dronen zu bauen. Leider ist die dichte Handlung des Iron Man 2 deutlich überladen, aber in 125 Minuten Länge gelingt dem Regisseur John Favreau letztendlich doch der Spagat zwischen zu viel Stoff und angenehmer Screwball-Action-Unterhaltung. Und jetzt mal an alle Männer gesprochen: Nehmen Sie Ihre Frauen ruhig mit ins Kino. Der Film ist charmant genug, um auch weibliche Fans zu finden, die Damen dürfen nach Herzenslust Robert Downey Jr. und seine schlagfertigen Statements anschmachten, während die Herren der Schöpfung wahlweise Gwyneth Paltrow oder Scarlett Johansson gut finden dürfen (Tut Tony Stark ja auch: “Googelst du sie etwa?”
”Na, anstarren darf ich sie ja nicht.”). Und Iron Man als fliegende Kampfmaschine ist sowieso für alle Action-Freunde ein echter Kracher. Oder wie Mr. Stark es selbst sagt:

“Ich beschreibe es als das, was es in Wirklichkeit ist.”
“Und zwar?”
“Es ist eine… ähem… Hightech-Prothese.”

Stan Lee, der Autor der Marvel-Erfolge „Spider Man“, „Daredevil“ und „Fantastic Four“ schuf 1963 die Figur des Iron Man (übrigens: mal drauf achten, in Iron Man 1 und 2 tritt der Meister selbst in einer Mini-Rolle auf. Das ist dann, wenn die hartgesottenen Fans in den vorderen Reihen plötzlich gröhlen). Und er entschied sich bewusst gegen magische Kräfte oder ein Wesen aus dem All wie beim Silver Surfer. Iron Man schöpft seine Power aus einer genialen wissenschaftlichen Erfindung: der rot-goldene Kampfanzug, der Tony Starks Kräfte vervielfacht und ihn mit Mach 5 fliegen lässt…

Und, was fällt uns bei Stärke, Coolness und Superheld für ein Duft ein? Genau: Diesels ONLY THE BRAVE, der Duft im Faust-Flakon. Das dachten sich wohl auch die Diesel-Parfumeure und bringen jetzt zu Iron Man 2 eine limitierte Sonder-Edition auf den Markt: „Diesel Only The Brave Iron Man Limited Edition“ (längster Parfum-Name der Welt…). Die eh schon sehr ansehnliche Faust, die seit 2009 zu recht in unglaublich vielen Männerbadezimmern steht, trägt nun für kurze Zeit den feuerroten Handschuh des Iron Man – was ich persönlich einfach saustark (Pardon) finde. Kann ein Flakon noch mehr Selbstbewusstsein ausstrahlen?

Der Duft selbst ist – genau wie der Leinwandheld – die perfekte Mischung von lässig, unverschämt sexy und trendy. Den ersten Schlag machen in der Kopfnote frische Zitrone, Mandarine und Koriandernoten, eine Etage tiefer lauern (das von mir so geliebte) Labdanum, ein Hauch smartes Lavendel und charmante Rose, während in der Basis Ambra und Zedernholz für den mächtigen Wumms Sexappeal sorgen. Zugegeben, ein Mass-Market-Produkt, aber dafür ein richtig cooles. Wenn ich je die Welt rette, dann trage ich dabei diesen Duft! Und wenn sich Iron Man für einen seiner Star-Auftritte vor kreischenden weiblichen Fans rüstet, dann trägt er auch Diesel, davon bin ich mittlerweile überzeugt.

Denn:

Vielleicht mag ich gerade deswegen Tony Stark aka Iron Man so gerne. Er verkörpert alles, was wir Männer gerne wären: Er hat Geld wie Heu, zieht von Party zu Party, klopft coole Sprüche, sieht verdammt gut aus und rettet auch noch ganz nebenbei die Welt. Rasant, witzig, intelligent, unwiderstehlich. Eben genau wie der Duft! Also bitte, wenn es da draußen noch echte Helden gibt, dann besorgt Euch den Duft. Ich will keinen von Euch morgens in der U-Bahn ohne erwischen! Und für alle anderen Nicht-Heroes, Männer wie Frauen, gilt: Film angucken und schwärmen.

All you women who want a man of the street
But you don’t know which way you wanna turn
Just keep a coming and put your hand out to me
‘Cause I’m the one who’s gonna make you burn
(ACDC – „Shoot to Thrill“ aus dem Iron Man 2 Soundtrack)

Ihr Constantin Herrmann.

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Vielleicht liegt es…


Come Fly With Me

Geschrieben in Kosmetik am 18.06.2010

Der ewig-öde Streit, ob Hamburg, Berlin oder München am Tollsten ist, hat einen Schiedsrichter gefunden: Das Berliner Kosmetik-Label „Uslu Airlines“. Denn eine Stadt, aus der die schlichtweg coolsten Beauty-Produkte des Landes kommen, liegt im City-Ranking auf meiner Skala ganz weit oben. Buchen Sie also einen „Flug“ mit Uslu Airlines, der angesagtesten Marke dieses Sommers. Destination: Beautiful.

An dieser Stelle habe ich bereits ein paar Mal darüber sinniert, dass meiner Meinung nach die Zukunft im Airbrush-Make-up liegt. Die Marke „Kryolan“ (DER Profi für Theater-Schminke) hat hier für Deutschland schon vor Jahren die Latte hoch gehängt und ein kleines Heim-Gerät entwickelt, mit dem man sich einen hauchdünnen Farbfilm auf das Gesicht sprühen kann. Dior zog nach, mit einer Foundation aus der Sprühdose, die im Grunde wie ein Deo-Spray aussieht und eben die Idee des Airbrush im ganz Kleinen probt. Nun las ich zufällig, dass sich ein kleines Berliner Kosmetik-Unternehmen ebenfalls mit der Idee des Spray-On beschäftigt: „Uslu Airlines“.

Wenn ich sage, kleines Unternehmen, dann meine ich eigentlich: ein Rising Star! Ein Überflieger-Projekt. Denn die Marke Uslu Airlines ist seit ihrem Take-off vor ein paar Jahren wie ein (Lufthansa-) Kondor aufgestiegen zu einer echten Szenegröße und verzückt Promis, schenkt alteingesessenen Beauty-Redakteurinnen ein freudiges Glitzern in den Augen und verschönert mittlerweile so ziemlich alles, was den Machern des Hauses unter die Finger kommt.

Aber langsam, beginnen wir von ganz vorne:

Uslu Airlines rollte das erste Mal 2003 auf die Startbahn der Beauty-Szene. Im Cockpit sitzen die türkischstämmige kreative Chefin Feride Uslu und ihr cleverer „Copilot“ und Lebensgefährte Jan Mihm, der vor allem die Zahlen und Fakten im Auge hat. Ein Winning-Team, wie sich schnell zeigen sollte. Vom Start weg machten die „Airflow“-Produkte der Marke Furore, ein System mit dem Feride bereits Ende der 90’er Jahre als Make-up-Artistin viel Erfahrung gesammelt hatte. Nur blöd, dass es so ein Airbrush-System so gut wie nirgends für zuhause zu kaufen gab! Gute Idee, dachten sich die beiden Firmengründer, machten sich an die Entwicklung – et voilà: Am 13.01.2003 wurde das erste Produkt bei „Colette“ in Paris verkauft. Der erste Riesenerfolg kam aber mit Nagellacken. Mit Farben, wie man sie bisher nicht kannte, die aber seither regelmäßig sogar von den ganz großen internationalen Marken kopiert werden (ich will jetzt mal keine Namen nennen…). Ich finde alleine schon die Namensgebung zum Niederknien genial. Statt von Produkten spricht die Marke von „Destinations“, wie man es aus dem Flugverkehr eben kennt. Und so tragen die umwerfend coolen Nagellacke konsequenterweise schicke (und manchmal völlig fremd anmutende) Namen von Flughäfen dieser Welt, inklusive der gebräuchlichen Drei-Buchstaben-Kürzel wie CDG (Charles-de-Gaulles, Paris) oder THF (Berlin Tempelhof). Die Farben? Von silber-schimmernd bis neongelb alles dabei.

Es geht aber noch cooler:

Unter dem Motto „The Colour of Sound“ holte sich Uslu vier DJs mit an Bord, die ihren eigenen Nagellack entwerfen durften: Von den Rollerboys gibt es ein pastelliges Lila („JMK“), von DJ Fetisch ein silber-metallisches „THF“, von Headman ein wirklich super-trendiges Hellblau, und – mein Favorit – von Busy P. ein zartgelb („PSG“), das im Dunkeln leuchtet! Mit in der Packung: eine Club-Mix-CD des jeweiligen Plattendrehers.

Das ist Kosmetik für das 21. Jahrhundert!

Wer rund um den Globus unterwegs ist, weiß, was Frauen überall auf der Welt sich wünschen: Makellosen Teint und ganz viel Spaß am Leben! Vor ihrer Zeit bei Uslu lebte Feride in New York, experimentierte auf Modenschauen und bei Fotoshootings mit Farbe und Textur von Make-up. Ihr Ziel: Ein perfekter Teint ohne maskenhaft zu wirken. Dieser „Au naturel“-Look mit knalligen Farben auf Lidern, Lippen und Nägeln wurde so etwas wie ihr Markenzeichen.

Feride Uslu entdeckte für sich bei ihrer Arbeit das Airbrush-System. Eine Farbpatrone einlegen und mit der kleinen Spritzpistole eine hauchdünne Schicht aufsprühen, fertig.

Aber warum der Name und das Spiel mit dem Wort „Airlines“? Weil Uslu Airlines die Welt des Make-ups so verändern möchte, wie Flugzeuge einst den internationalen Verkehr revolutionierten. Traumziele wurden auf einmal erreichbar, ob Hawaii, Indien oder die USA. Alles ist möglich. Jet-Set? Den gibt es nicht mehr. Heute kann sich jeder das Fliegen leisten und reist um die Welt. Und so stellt sich Uslu das auch mit Airflow-Make-up vor: In einigen Jahren, so prophezeit die Firmen-Chefin (und ich schließe mich ihrer Meinung an), wird ein Airbrush-System im Bad so selbstverständlich sein wie wir heute einen Last-Minute-Flug in die Sonne buchen.

Wer einen Eindruck von dieser neuen Airbrush-Welt bekommen möchte, muss nur mal auf Youtube nach Uslu suchen. Es gibt dutzende Videos. Kleiner Vorgeschmack gefällig?

Selbstbewusst, nicht wahr? Aber der Erfolg gibt der Marke recht. Im Moment noch ein Szene-Label, dessen Farbcodes sich die Schönen und Coolen auf Flash-Mob-Veranstaltungen und Underground-Partys zuflüstern, bin ich doch fest davon überzeugt, dass die Geheimtipp-Marke bald aus dem Beautymarkt nicht mehr weg zu denken ist. Schon heute verkauft Uslu über 180 „Destinations in mehr als 170 Ländern“. Das ist mehr, als Lufthansa, British Airways oder Air France bieten können, prahlen die Macher auf ihrer Homepage mit einem Augenzwinkern.

Zu erwähnen wären da übrigens noch unbedingt die Concealer der Marke. Sehen aus wie Lippenstifte, enthalten ganz viel Vitamin E, dafür aber keine Duftstoffe. Das macht sie superverträglich und pflegend, und sie decken perfekt ab ohne zu schmieren. Und jede Frau, die mit kleinen Unreinheiten oder Augenschatten zu kämpfen hat, weiß, wie schwierig ein guter Concealer zu finden ist! Zumal es bei Uslu nicht nur die üblichen hell-mittel-dunkel-Schattierungen gibt, sondern gleich acht tolle Nuancen, so dass jeder Hautton seine perfekte Farbe findet.

In den Anfängen der Marke machte Uslu mit Stickern auf sich aufmerksam, die sie bei Fashion Shows verteilten, mittlerweile führen die besten Shopping-Adressen der Welt ihre Produkte: „Colette Paris“, „Apropos“ Köln, „Corso Como 10“ Mailand oder das „Quartier 206“ in Berlin. Und Uslu hat keinesfalls vor, einen Zielflughafen anzusteuern. Die Reise-Flughöhe ist noch lange nicht erreicht! Mit den Designern von „Mykita“ entwarf das Berliner Team eine Sonnebrillen-Kollektion (die „Mykita Uslu Airlines Aviator Glasses“), eine Zusammenarbeit mit der Schmuckdesignerin Sabrina Dehoff soll Klunker mit integriertem Make-up auf den Markt bringen, und natürlich ganz viel Fashion (etwa T-Shirts in Kooperation mit „KassoforKasso“).

Das klingt jetzt alles super-modern und trendy, aber droht dann nicht immer eine Wolke der Oberflächlichkeit den Flug in Turbulenzen zu bringen? Nein. Denn Uslu beweist auch hier, wie schlau die Marke konzipiert ist. Denn die Nagellacke der „BBB“-Kollektion (die berühmte „Bread & Butter Berlin“-Modenschau) unterstützen auch noch ein Charity-Projekt. 90 Cent pro Fläschen gehen an die „Arche Berlin“, ein christlicher Verein, der armen Kindern und jungen Menschen hilft. Elf rasante Farben, von orange (BBE – Big Bell Australia) bis schillernd-pink (BBQ – Codrington Antigua). Sieht klasse aus und hilft Menschen, denen es nicht so gut geht. Nochmal: Wie cool ist das!?

Lassen Sie mich Ihr Flug-Lotse sein und besorgen Sie sich den vielleicht besten Nagellack der Republik. Oder einen Lippenstift, ein Airbrush für zu Hause, ach ganz egal, shoppen Sie alles, was Ihnen Spaß macht. Einchecken und abheben, würde man im Flugjargon wohl sagen. Hauptsache Sie verpassen nicht Uslu Airlines. Denn diese Marke wird Geschichte schreiben. Beauty-Geschichte. Und wir sind live dabei.

Ihr Constantin Herrmann.

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Von der Schwierigkeit, einem Mann etwas zu schenken.

Geschrieben in Allgemein,Duft am 16.06.2010

1. Natürlich ein Duft.

2. Aber welcher? Eine Typologie!

Und 3. Andy Tauers neuer Coup: „Orange Star“

Vor kurzem wurden in Berlin mal wieder die „Duftstars“ verliehen. Sozusagen die Jahresfeier der Beauty-Welt. Chefredakteure, Beauty-Experten, Mode-Designer und die Entourage der großen Duft-Hersteller feiern gemeinsam eine rauschende Party. Soweit jedes Jahr das Gleiche. Sehr lustige Nebenbeobachtung dieses Jahr: Ein Kamerateam interviewte prominente Gäste (Schauspielerinnen und Co.), was sie über Parfums als Geschenke denken. Und prompt, dem Anlass zum Trotz antworten alle einmütig: „Bitte keine Parfums verschenken. Das wäre schrecklich. Schmuck und Kleidung kämen viel besser an.“ Aha. Ist das so?

Ich muss ehrlich sagen, ich verschenke sehr gerne Düfte. Und freue mich jedes einzelne Mal, wenn ich welche bekomme. Das ist keinesfalls so einfallslos wie eine Krawatte oder ein Kochbuch, sondern viel mehr inspirierend! Ich habe schon Düfte bekommen, von denen ich nie gedacht hätte, dass sie mir gefallen. Aber wow, kaum hatte ich sie ausgepackt, war ich begeistert. Und hätte sie sonst vielleicht nie kennengelernt. Woher also diese hartnäckige Mär, dass Parfums zum Verschenken nicht taugen??

Nun ergab es sich, dass ich letzte Woche Geburtstag hatte. Jedes Jahr wieder ein unerfreulicher Anlass, den ich am liebsten ignorieren würde, denn meist bekomme ich Dinge geschenkt, die ich wirklich überhaupt nicht will, und muss trotzdem brav „Danke“ sagen! Und schon die letzten Wochen vor der Geschenkübergabe beginnen alle Freunde und Bekannte damit, mich zu löchern, was ich mir denn wünsche. Ich wünsche mir aber nix. Gar nix. Das ist eben so. Ich hab nämlich alles. Nicht, weil ich in unermesslichem Reichtum schwelge oder generell ein Großkotz bin, sondern weil ich wirklich glücklich und zufrieden mit meinem Leben bin. Das zu sagen nervt aber alle Geschenke-Suchenden, denn eine richtige Hilfe ist das ja nun nicht gerade, zugegeben. Aber ich verstehe das Problem nicht. Denn meiner Meinung nach freut sich ein Mann immer (ich wiederhole: Immer) über ein gutes (!) Parfum. Deswegen ein für alle mal, schwarz auf weiß, hier mein Plädoyer im Namen aller Männer:

Schenkt uns mehr Düfte! Aber bitte nur die Richtigen…

Denn wenn ich „Duft“ sage, meine ich: Irgendwas überraschendes. Nix, was es auch im Supermarkt gibt. Nix, was auf den Top Ten-Listen der örtlichen Drogerie zu finden ist. Sondern eben was Außergewöhnliches. Ich weiß durchaus, dass ich damit den Finger auf die Wunde vieler Geschenke-Suchenden gelegt habe. Denn genau das ist das Schwierige am Präsente-Shoppen: Den meisten fehlt es an Kreativität (und Zeit zum Suchen!). Wie also findet man auf Anhieb diesen einen, den außergewöhnlichen, den „richtigen“ Duft?

Die Antwort ist ganz einfach: Denken Sie in Klischees!

Klischees sind simpel und leicht umzusetzen, sogar, wenn man den Mann noch gar nicht sooo gut kennt, für den es gilt, einen Duft zu finden. Sehen Sie sich doch mal unsere kleine Duft-Typologie der gängigsten Männer-Exemplare an – so treffen Sie ohne Schwierigkeiten den olfaktorischen Nagel auf den Kopf:

- Der Gentleman

Für ihn kommt es nicht darauf an, welche Trends gerade hip oder „in“ sind. Für ihn zählen traditionelle Werte und er liebt Altmodisches, das gilt für Kleidung, Musik und Business. Dann steht er wahrscheinlich auf klassische Düfte mit Holznoten, die trocken und warm, aber sehr markant wirken. Bevorzugte Duftnoten sind wohl Vetiver, Patchouli, Zeder und Leder.

- Der moderne „Lifestyler“

Er blättert durchaus mal Mode-Magazine, weiß was „Loafers“ sind und wie man einen Herrenschal knotet. Und er kriegt gerne Komplimente für seine köstlich-wahrnehmbaren Düfte. Im Grunde ist er am einfachsten zu beschenken, denn dieser Typ Mann findet keineswegs, dass ein Kerl nur einen einzigen Duft benutzen sollte, sondern seine Parfums je nach Tagesform und Anlass gerne abwechseln darf. Über neue Inspirationen freut er sich also immer. Einen Volltreffer erzielen Sie bestimmt mit lässigen Chypre-Düften, also mit einer spritzigen Kopfnote (Bergamotte, Zitrone, etc.), einer blumigen Herznote (Rose, Jasmin) und einem warmen Schlussakkord (Moschus, Amber).

- Macher & Denker

Ob Banken-Boss, Fabrik-Direktor oder Schriftsteller – alle, die viel mit dem Kopf arbeiten und sich ihrer Macht-Position durchaus bewusst sind, werden wahrscheinlich auf Tabak-Noten stehen. Zugegeben, das ist stark vereinfacht, aber tatsächlich ergeben Studien immer wieder, dass Tabak und Macht irgendwie zusammen gehören (siehe Fidel Castro… kleiner Scherz). Alternativ dürfen Sie (wenn der Mann sich gerne den Anstrich des Mysteriösen, Undurchschaubaren gibt) gerne in die Reihe der „Orientalen“ greifen. Etwas Weihrauch, Myrrhe, Zimt stehen diesem Männertypus ebenfalls ganz ausgezeichnet.

- Sportliche Kerle

Die Neid erregenden Männer, die irgendwie ständig am Sporteln sind, morgens mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, nach Büroschluss ins Fitnesscenter springen und am Wochenende gerne Mountainbiken, klettern, wandern oder etwas ähnlich Absurdes tun, für die muss ein Duft vor allem ein Talent haben: Ihnen ständig das Gefühl geben, erfrischt zu sein. Hier führt kein Weg an zitrusfrischen Parfums vorbei. Orange, Limone, Mandarine, notfalls noch Bergamotte oder Petitgrain stehen bei Ihnen ganz oben auf der Favoriten-Liste.

- Die wilden Kerle (soll heißen: Abenteurer)

Sie fahren mit dem Jeep mal eben um die Ecke zum Brötchen holen, haben immer ein Survival-Messer dabei, navigieren mit ihrem GPS-Handy durch die Innenstadt als hätte man sie am Amazonas ausgesetzt und gucken nachts gerne die Sterne an, denn im Grunde wären sie doch am Liebsten Astronaut oder so etwas geworden. Großstadt-Cowboys, die scheinbar von einem inneren Drang erfüllt sind, die große Freiheit zu fühlen… und zu schnuppern. Wer so einen Mann beschenkt, wird seine Augen mit einem exotisch-aromatischen Parfum zum Leuchten bringen. Gewürz- oder Kräuter-Akkorde wie Minze, Salbei und Rosmarin treffen bei ihm ins Schwarze. Gerne auch mit einem Schuss Wild-West-Romantik, sprich Leder.

Alles, was Sie nun noch brauchen ist eine Marke, die für den nötigen Überraschungs-Kick sorgt. Da wird es schon schwieriger. Wer regelmäßig im ALzD-Dufttagebuch liest, kennt natürlich längst die meisten coolen Independent-Marken, die es zu erschnuppern lohnt. Der Rest der Welt muss sich eben erstmal durch die Online-Webshops der Republik klicken. Denn die wirklich außergewöhnlichen, großen Düfte finden Sie wie gesagt nicht im Discounter um die Ecke oder an der Supermarkt-Kasse. Wer etwas Besonderes sucht, wird im WWW am Leichtesten fündig. Und genau so eine außergewöhnliche Marke, die ich gerade für mich neu entdeckt habe, möchte ich ihnen heute ans Herz legen:

Andy Tauer – Orange Star

Genau diesen Duft habe ich nämlich zum Geburtstag geschenkt bekommen und da zum ersten Mal gerochen!

Andy Tauer ist sozusagen ein Autodidakt aus der Schweiz, der ein klitzekleines, aber umso exquisiteres Parfumhaus betreibt. Der neueste Duft aus seinem Repertoire, „Orange Star“, beweist sein Genie: ein strahlend-frischer Zitrus-Duft mit üppigem aber schwerelosem Fruchtaroma. Überhaupt nicht seifig oder süß-kitschig, sondern fröhlich, sauber und männlich. Hesperiden, Orangenblüten und Zitronengras schweben über einem Bett aus Tonkabohne, Vanille und Ambergris. Aus diesem Duft strahlt die Sonne, wenn ich das mal so sagen darf.

Nette Geschichte am Rande:

Andy Tauer Düfte kommen jetzt in einem neuen Flakon. Und dieser Falkon war … ein Geschenk! Paßt doch zu unserem Thema: In einem Interview verriet Tauer nämlich, dass eine Gruppe junger Designer auf ihn zukam. Sie hatten von seiner Marke gelesen und sich gedacht, dieser Mann braucht ein Re-Design. Also boten sie ihm an, ein neues Konzept zu entwickeln und schenkten ihm die Arbeit. Umsonst. Für lau! Hat nix gekostet. Ist das nicht toll? Denn jeder, der schon mal mit Produkt-Design zu tun hatte, weiß wie viel Arbeit in so einer Design-Arbeit steckt! Und eine professionelle Design-Agentur hätte sich Lauer nun mal (nach eigener Aussage) nicht leisten können. Das Ergebnis der Zusammenarbeit sehen wir bei Orange Star: ein blauer Fünfkant, der an einen Stern erinnert. Sehr sympathisch, sehr männlich, nicht überladen – ohne Krone, Wappen oder ähnlichem Schnick-Schnack. Eben pur. So wie der Duft.

Aber zurück zu unserem Geschenke-Problem: Denn wer gerade keinen zitronigen Duft sucht, wird bei Tauer auch für die anderen gängigen Herren-Modelle fündig! Es gibt einen umwerfenden Orientalen, nämlich „L’Air du Desert marocain“ oder das aufregend-ledrige „Lone Star“ für den Abenteurer. Alles da, alles köstlich. Man muss eben nur suchen! Dann liegt das perfekte Männergeschenk zum Greifen nahe. Und ich muss der jungen Dame Recht geben, die mir vor ein paar Tagen meinen ersten Tauer überreicht hat: So schenkt man heute! Denn erlesene Parfums mit Überraschungseååffekt sind sogar für die Männer ein fantastisches Präsent, die (wie ich) meinen, eigentlich schon alles zu haben.

Ihr Constantin Herrmann.

Bildquelle: Blue Frosting Cupcake von Tara Sandsmark – some rights reserved. Vielen Dank!

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Behandle eine Frau wie ein Pferd.

Geschrieben in Allgemein am 14.06.2010

Die Geschichte lehrt uns vieles. In Politik, Umweltschutz und Wirtschaft. Manchmal aber eben auch in Sachen „Schönheit“! Und ich habe gerade einiges von einer Beauty-Pionierin gelernt, nämlich von Elizabeth Arden. Eine über hundert Jahre alte Denk-Lektion.

Zitate sind eine wundervolle Sache. Man erfährt viel über vergangene Zeiten und große Denker. Dabei ist aber nicht jedes gesprochene Wort so ohne weiteres verständlich. Oder wie sagte der amerikanische Pädagoge Amos Bronson Alcott einmal: „Man muss ein weiser Leser sein, um weise zitieren zu können.“ Dass er recht hatte, lernte ich diese Woche, als ich ein Zitat für einen Artikel suchte und in einem Buch auf folgenden Spruch der Elizabeth Arden stieß: „Behandle ein Pferd wie eine Frau, und eine Frau wie ein Pferd.“ Was in Gottes Namen wollte sie uns damit sagen? Aber ich muss zugeben, dieser Spruch ließ mich nicht mehr los. Ich wollte mehr wissen, über eine Frau aus den Jahren der Gründer-Zeit, was Kosmetik betrifft, sie so einen Satz von sich gibt. Und ich habe recherchiert, viel über diese Elizabeth Arden gelesen, und komme nun zu dem Schluss: Das ist eines der sinnvollsten Zitate, die ich je von einer Beauty-Queen gelesen habe.

Aber beginnen wir am Anfang…

Ende des 19. Jahrhunderts war Kosmetik noch etwas, das viele Frauen kaum kannten. Wer hatte schon Zeit, Geld und Muße, sich groß um sein Äußeres zu kümmern? Parfumerien wie wir Sie heute kennen gab es noch nicht. Die Frauen färbten sich vielleicht die Lippen und puderten Teint und Körper, um Unreinheiten zu verdecken. Aber das meistens nur Schauspielerinnen, Prostituierte und reiche Damen der Oberschicht. Hautpflege? Kaum. Von Mascara und ähnlichen Dingen ganz zu schweigen. In dieser Zeit wuchsen einige Pionierinnen auf, die ihr Leben dem Kampf um die Schönheit widmeten. Coco Chanel (geboren 1883), Helena Rubinstein (geboren so um 1870) oder Estée Lauder (geboren 1908) gehören zu den wichtigsten Persönlichkeiten, die das, was wir heute als „Schönheitspflege“ verstehen, erst auf den Weg gebracht haben. Und natürlich: Elizabeth Arden!

Sie wurde am 31. Dezember 1878 als „Florence Nightingale Graham“ auf einer kleinen Farm in dem kanadischen Städtchen Woodbridge bei Toronto geboren. Ohne Schulabschluss, den sich die Familie damals einfach nicht leisten konnte, probierte sich Florence erst einmal in allen möglichen Berufen, selbst als Krankenschwester – bei dem Namen (Florence Nightingale) war sie dafür ja sozusagen prädestiniert!. In dieser Schwesternschule lernte Florence einen jungen Mann kennen, der nebenher eine Creme gegen Hautunreinheiten entwickelte. Bis dato kannte sie so etwas noch überhaupt nicht. Sie ist von der Idee begeistert, bricht ihre eh ungeliebte Ausbildung ab und beginnt, selbst mit Cremes und Wässerchen in der Küche ihrer Eltern zu experimentieren – bis ihr Vater sie vor die Wahl stellt: Such dir endlich einen vernünftigen Job oder heirate. Die meisten Frauen der damaligen Zeit hätten diesem Drängen kampflos nachgegeben, aber nicht eine Frau wie Florence. Sie beschließt kurzerhand, sich dem Einfluss ihrer Eltern zu entziehen und zu ihrem Bruder nach New York zu ziehen. Was für ein Temperament!

Und hier beginnt Florence, mittlerweile dreißig Jahre alt, an ihrem großen Traum zu arbeiten: 1908 jobbt sie erst für ein Kosmetik-Unternehmen und gründet 1910 tatsächlich einen eigenen Schönheitssalon. Ihr Wunsch: Frauen beizubringen, wie sie mehr aus sich machen können. Das muss man sich im Kontext der damaligen zeit vorstellen: 1910 sieht die Welt anders aus, als wir sie heute kennen. Was damals Sensatonen waren, sind für uns heute selbstverständlich: Das Kaiserreich China beschließt gerade erst, die Sklaverei abzuschaffen. England eröffnet die ersten Arbeitsämter. Die britische Zeitung „The Illustrated London News“ veröffentlicht die allerersten Fotos vom Nordpol. New York ist die größte Stadt Amerikas mit 4,75 Millionen Einwohnern (heute: mehr als doppelt so viel!). In London fordern Frauenrechtlerinnen, die sogenannten „Suffragetten“, das Wahlrecht für Frauen. Wer hat in so einer Zeit schon Interesse an Hautpflege? Florence Nightingale! Sie ändert ihren Namen in Elizabeth Arden (ein fiktiver Kunstname) und macht sich bereit, die Welt ein bisschen schöner zu machen.

Eine neue Vision: Schönheit ist nicht nur Make-up!

Anfangs verkauft die Arden vor allem Cremes und Gesichtswasser, die sie von eigenen Chemikern herstellen lässt. Aber schnell reift in ihr die Vision der „total beauty“: Schönheit ist nicht nur eine Creme oder geschickt aufgetragenes Make-up – in den „Elizabeth Arden“-Salons wird die Frau als ganzes verwöhnt. Ein bis dahin absolut neuartiger Ansatz.

Aus dieser Zeit stammt auch der Satz: „Behandle ein Pferd wie eine Frau, und eine Frau wie ein Pferd.“ Dieser etwas merkwürdige Ausspruch macht aber in der Welt der Elizabeth Arden durchaus Sinn: Denn neben Schönheit gehört ihre zweite große Leidenschaft dem Pferdesport. Ihr Rennstall gewann in den 1940er Jahren riesige Summen, nicht zuletzt, weil sie sich um ihre Pferde persönlich kümmerte, und deren Muskeln vor jedem Rennen massieren ließ – damals als Spinnerei belächelt, heute im Pferdesport Routine.

Frauen dagegen, die in ihren Schönheitssalon kamen, verlangte die Arden einiges ab: es wurde nicht nur das Gesicht gepflegt, sondern der ganze Körper trainiert. Gymnastik, Dampfbad, Massage, Haarpflege, Mani- und Pediküre, ein Lunch mit Diät-Tipps und eine Make-up-Session. Nach diesem Programm fühlten sich die Kundinnen tatsächlich rundum versorgt. Die Steigerung dieses Konzeptes realisierte die Arden in Beauty-Häusern auf dem Land, die sie „Main Chance“ nannte (Vorläufer der heutigen Schönheits-Farm). Hier konnten Frauen sich über mehrere Wochen lang behandeln lassen. Elizabeth Arden hatte es geschafft: mit ihrem revolutionären Ansatz von „ganzheitlicher Schönheit“ und 6000 Dollar, die sie sich für ihren ersten Salon von ihrem Bruder geliehen hatte, schuf die Kanadierin ein Imperium: In den 1960’er Jahren existierten mehr als 20 Arden-Salons in den USA und über 200 im Rest der Welt. Aus der Pionierin Elizabeth Arden war eine globale Marke geworden.

„Ich interessiere mich nicht für das tatsächliche Alter. Frauen, die mir ihres verraten, sind dumm. Denn man ist immer nur so alt, wie man sich fühlt.“
Elizabeth Arden (1878 – 1966)

Heute, rund 70 Jahre später muss ich sagen, dieses Programm der „total beauty“ ist leider ein wenig in Vergessenheit geraten. Jeden Tag sehe ich in meinem Job Frauen, die viel Geld in Cremes und Treatments investieren, dabei aber das große Ganze aus den Augen verloren haben. Man kann noch soviel Make-up auftragen, noch so teure Cremes benutzen – wenn das Gesamtpaket nicht stimmt, wird keine Frau (und kein Mann!) wirklich gut aussehen. Denn Beauty ist nicht nur eine Frage der Pflege, sondern auch der inneren Haltung. Übergewicht kann man kaschieren, aber wer seinen Körper trimmt, wird sich wohler fühlen und aus sich heraus strahlen. Strikte Diäten mögen die Figur in kleinere Jeansgrößen passen lassen, aber wer seine Seele nicht von Zeit zu Zeit verwöhnt, sieht nicht gut aus, sondern verbissen. So gesehen hat sich seit damals das Schönheitsideal gar nicht so sehr verändert, meine ich. Denn damals wie heute galt: Frauen, die ihren Körper, ihren Geist und ihr Aussehen pflegen sind am Schönsten. Wie traurig, dass heutzutage so viele Frauen diesen Anspruch vergessen haben. Die einen – vor allem junge Mädchen – überschminken sich, toupieren ihre Haare zu einem absurden Mopp und züchten sich French-Manicure-Nägel, vernachlässigen aber ihren Körper. Die anderen – vor allem viele Frauen der Geschäftswelt – trimmen sich auf Size-Zero und vergessen dabei die innere Schönheit. Nur wer die Balance findet zwischen innerem Strahlen und äußerer Wirkung ist wirklich schön. Und dazu gehören nun mal Fitness, Pflege und geschmackvolles Auftreten. Klingt altmodisch? Finde ich nicht. Denn so gut wie kein „moderner“ Star taugt zu einem echten Vorbild in Sachen Schönheit. Denken Sie nur an Victoria Beckham (Magerwahn), Carla Bruni (OP-Irrsinn), Amy Winehouse (innere Verwahrlosung) oder Beth Dito (die ihren Körper vernachlässigt) Vielleicht ist es an der Zeit, alte Denkanstöße wieder aufzugreifen?

Ihr Constantin Herrmann.

Bildquelle: Elizabeth Arden von Alan Fisher und Foot Massage von dcarson924 – some rights reserved. Vielen Dank!

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Wie viel Neandertaler steckt in Ihnen?

Geschrieben in Allgemein am 10.06.2010

Forscher sagen voraus, wie Menschen der Zukunft aussehen werden. Die gute Nachricht: Schönheitsoperationen könnten überflüssig werden.

Wie das Leben manchmal so spielt: Ich lese gerade mit großer Begeisterung die Bücher des Jasper Fforde. Der 49jährige Londoner ist zwar eigentlich Kamera-Assistent von Beruf, nebenher aber ein fantastischer Schriftsteller. Und zwar ein hartnäckiger! Sein erstes Manuskript „The Big Over Easy“ wurde von sage und schreibe 76 Verlagen abgelehnt. Für den sympathisch-bescheidenen Mann mit dem irrwitzigen Humor aber kein Grund aufzugeben. Er schrieb weiter (zum Glück!) – und landete mit seinem Buch „Der Fall Jane Eyre“ (aus dem Jahr 2001) schließlich einen Hit. Erst Geheimtipp unter Literatur-Fans, dann weltweit ein Bestseller.

In dem Buch erleben wir eine Parallelwelt, die sich von unserem Alltag gar nicht so groß unterscheidet. Nur, dass alle Menschen verrückt sind nach Literatur; Mammuts in großen Herden durch englische Vorstädte vagabundieren und Neandertaler noch leben. Letztere werden aufgrund mangelnder Intelligenz vor allem als Zugschaffner und Busfahrer eingesetzt. Ach ja: Und das Wichtigste, die herrlich ironische Hauptfigur „Thursday Next“, erlebt Abenteuer in Büchern (!) – in die kann man nämlich hineinreisen. Im ersten der bisher 5 erschienen Bände muss die Literatur-Agentin Thursday so zum Beispiel die gekidnappte Jane Eyre im Original-Manuskript von Charlotte Bronte retten… Die Bücher sind unheimlich witzig geschrieben, fordern zwar ein wenig Literatur-Kenntnis, belohnen aber dafür mit vielen großen Lachern, irgendwo zwischen Fantasy, Parodie und Krimi.

Nun lese ich also gerade diese liebenswerten Abenteuer, als in der echten Welt (um genau zu sein: In der Tagesschau) die Meldung kommt: Der Neandertaler ist ein Vorfahr des Menschen! Das ist lustig, denn in Ffordes Büchern sind die tumben Kerlchen eher possierliche Vollidioten ohne emotionalen oder intelligenten Tiefgang. Und nun das. Mein Ur-Ur-ur-Opa war also ein Neandertaler? Vor ein paar Wochen wäre das noch eine handfeste Beleidigung wert gewesen, nun ist es wissenschaftliche Tatsache. Das ist durchaus bemerkenswert, denn bisher dachten Wissenschaftler, wir würden „nur“ vom Homo Sapiens abstammen. Nun entdeckte ein internationales Forscher-Team, dass wir alle bis zu vier Prozent Neandertaler-DNS in uns tragen. Die Erklärung für diesen Umstand lautet, dass Neandertaler und Homo Sapiens sich gepaart haben müssen – und daraus entstand dann im Laufe der Evolution der moderne Mensch, also wir.

Aber was bedeutet modern eigentlich? Sind wir die Speerspitze der Entwicklung? Oder werden unsere Nachfahren einmal über uns lächeln, wie wir heute grinsend davon ausgehen, dass ein Neandertaler in unserer Zeit höchstens zum Zugschaffner taugen würde? Stellen wir uns doch die Frage, wie der Mensch der Zukunft aussehen wird. Wie viel Neandertaler wird in unseren Nachfahren stecken? Eine faszinierende Frage, denn Evolutionsforscher streiten selbst ständig und viel darüber. Manche sagen, wir hätten den Gipfel der Entwicklung bereits erreicht. So wie wir heute aussehen und leben, sind wir perfekt. (Die sollen mal Freitag Abend in der kleinen Kneipe bei mir um die Ecke vorbei kommen und meine Nachbarn am Stammtisch angucken! Da wäre evolutionstechnisch durchaus noch Raum nach oben). Sehr viel sympathischer sind mir diejenigen Forscher, die die Meinung vertreten, der Mensch wäre noch nicht am „Peak“ angekommen, sondern werden in Zukunft immer besser aussehen.

Die Schönheit der Frau in 400 Jahren – Ein Besuch im amerikanischen Städtchen Framingham

Was die Frau betrifft, so sind sich Zukunftsstudien einig. Sie wird kleiner und dicker. Sie wird früher Kinder bekommen und dafür später in die Menopause schlittern. Und sie dürfte ein gesünderes Herz-Kreislauf-System besitzen als die Frauen heutzutage. Woher man das weiß? Vor rund 70 Jahren forschten Amerikaner massiv danach, warum die meisten US-Bürger an Herzkrankheiten sterben. Herzinfarkt, Schlaganfall, Risikofaktoren, Umwelteinflüsse, Ernährung – man wollte mehr lernen über diese Krankheiten und ihre Umstände. Und startete ein einzigartiges Projekt: Die Forscher erklärten ein ganzes Städtchen zum Forschungsobjekt. Rund 5200 Bewohner von Framingham wurden 1948 zu einer Langzeit-Studie herangezogen (Männer und Frauen). Ab den 1970er-Jahren wurden die Kinder der „Testobjekte“ mit einbezogen, so dass sich die Studie bis 1999 über mehrere Generationen erstreckte. Die Resultate veränderten die Sichtweise auf Lebensstil von Herz-Patienten enorm. Die Bedeutung des Bluthochdrucks stieg, Zigarettenrauchen, Alkoholkonsum, Bewegungsmangel, Depressionen und Falsche Ernährung rückten in den Fokus der Mediziner. Diese berühmte „Kohorten“-Studie lieferte nun auch Daten für die Untersuchungen des amerikanischen Evolutionsforschers Stephen Stearns. Im Auftrag der Universität von Yale verband er die Framingham-Ergebnisse mit eigenen Beobachtungen der aktuellen Bevölkerung von Massachusetts – und entdeckte, dass wir Menschen uns durchaus nach wie vor weiterentwickeln. Darwin lebt!

Wichtigste Feststellung von Stearns Forscherteam war die (zugegebenermaßen naheliegende) Beobachtung, dass die natürliche Selektion nicht wie früher auf dem Prinzip des Überlebens basiert. Seien wir ehrlich, wer von uns muss sich täglich noch da draußen gegen wilde Tiere und unzivilisierte Horden wehren? Und nein, ein fieser Chef und intrigante Kolleginnen zählen nicht! Hinzu kommen die enormen Fortschritte der modernen Medizin. Krankheiten, die früher lebensbedrohlich waren, sind heute heilbar. Wer früher an diesen Krankheiten starb, konnte sich nicht fortpflanzen. Dadurch ergibt sich ein evolutionstheoretischer Vorsprung für die Gene von Gesunden. In unserer Zeit bedeutet das: Frauen, die sich an das moderne Leben perfekt angepasst haben und medizinische Top-Leistungen erhalten, dürften rein rechnerisch mehr Kinder haben, so dass sich immer noch die gesünderen Gene durchsetzen. Bei ihrer Framingham-Analyse suchten die Forscher nach Eigenschaften, die bei kinderreichen Frauen gehäuft auftreten – und wurden fündig! Durchschnittlich sind diese Frauen etwas kleiner, von kräftigerer Statur und hatten einen niedrigeren Cholesterin-Spiegel sowie einen niedrigeren Blutdruck. Sollte sich die Gesellschaft in den kommenden Jahrzehnten nicht groß ändern, bedeutet das: Die Frauen der Zukunft werden bis zum Jahr 2400 circa 2 Zentimeter kleiner sein als der Durchschnitt heute, 1 Kilo schwerer, ihr erstes Kind 5 Monate früher bekommen und erst 10 Monate später in die Menopause kommen. Für die deutsche Frau übersetzt heißt das: Im Schnitt wird sie 1,65 m groß und 67,5 Kilo schwer sein. Klingt doch sehr gut, oder?

Und wie sieht der Mann bald aus?

Angesichts der rasanten technologischen Weiterentwicklung könnte man meinen, Männer entwickeln sich ebenfalls stetig. Mit Ötzi, dem Südtiroler Steinzeitmann, verbindet den Kerl von heute nichts mehr. Statt einer Keule schleppt der moderne Mann die Kreditkarte umher, um seine Familie zu ernähren. Statt zu Fuß die Alpen zu überqueren, steigt er in ein Flugzeug. Alles sehr modern, ja. Und größer werden die Männer doch auch, ein schlagender Beweis für Entwicklung. Im Schnitt überragt ein Jugendlicher heute seinen Urgroßvater bereits um 20 Zentimeter. Forscher sagen aber, das sei kein Evolutionsbeweis, sondern schlichtweg das Resultat besserer Ernährung. Ein ungleich höherer Eiweißanteil in der täglichen Nahrungszufuhr sorgt für mehr Wachstum und frühere Geschlechtsreife. Und würde man einen modernen Mann auf seine Neandertaler-Vorfahren treffen lassen, würde er unweigerlich den Kürzeren ziehen. Peter McAllister, Autor des Buches „Manthropology: the Science of Inadequate Modern Man“ hat es sehr schön auf den Punkt gebracht: Arnold Schwarzenegger hätte beim Armdrücken keine Chance gegen eine durchschnittliche Neandertalerin. Würde die eiweißreiche Nahrung wegfallen, wäre Schluss mit dem imposanten Größenwachstum. Denn so wirklich weiterentwickelt haben sich die Menschen eben doch nicht. Von der genetischen Anlage her sind die ersten anatomisch modernen Menschen, die vor 40.000 Jahren Europa besiedelten, und der Kerl von heute nun mal identisch. Aber ist der Mann von heute nicht schlauer als sein Vorfahr? Und wird der Traumprinz von morgen nicht noch mal intelligenter sein? Nein, sagen Forscher. Zwar beschleunigt sich das Wissenswachstum der gesamten Menschheit enorm – heute verdoppelt sich das Wissen der Menschheit alle fünf Jahre, zur Zeit unserer Urgroßeltern passierte das nur alle 100 Jahre. Aber: Der einzelne Mensch degeneriert eher. Oder können Sie einen Fisch jagen, ein Reh ausnehmen, ein Haus bauen, Feuer machen und selber Waffen bauen? Eben. Heute sind wir eine Gesellschaft von hochspezialisierten Denkern, jeder kann ein bisschen was, keiner kann sehr viel. Unser großer Vorteil ist das moderne Netzwerk, das wir aufgebaut haben und von dem wir profitieren. Für jedes Problem und jede Hürde gibt es einen Profi in unserer Nähe, den wir beauftragen können. Wir haben verlernt, autark zu sein.

Diese Entwicklungen werden auch das Aussehen der Männer in Zukunft stark beeinflussen. Bester Beweis: Die Weisheitszähne. Früher brauchten wir sie zum Zermahlen von harter Nahrung. Heute? Sind sie überflüssig geworden, lästig und oft genug sogar schmerzhaft. Aber da gibt es ja zum Glück den Zahnarzt, der schnell Abhilfe leisten kann. Und überhaupt: Ärzte beeinflussen die Entwicklung der Menschheit weiterhin enorm. Die natürliche Selektion wird durch neuzeitige Hilfsmittel beeinträchtigt. Beispiel Kurzsichtigkeit. Ein Steinzeitjäger, der (wie ich übrigens) mit -20 Dioptrien auskommen muss, hätte ein Problem gehabt sich fortzupflanzen. Denn wer halblind hinter einem Säbelzahntiger herläuft, überlebt nicht lange. Heute besorgt sich der Betroffene eine Brille, fertig… und spätestens seit der Erfindung der Kontaktlinsen erschwert Kurzsichtigkeit die Partnerauswahl auch nicht mehr wirklich. Das medizinische Leistungsspektrum verschiebt sogar die Alterungsphasen nach hinten. Soll heißen: ein 60jähriger wird demnächst noch voll aktiv und gesund im Leben stehen, wie heute ein 40jähriger. Damit verschiebt sich auch das Schönheitsideal. Heute sind Jugendliche (und daraus resultierend der Jugendwahn) im Fokus des Schönheitsempfindens. Schon in hundert Jahren werden aber ältere Menschen attraktiver auf uns wirken. Im Grunde wird sich das Schönheitsideal spalten. Einmal die schöne Jugend, dann aber eine neue, zweite Blüte – der Mensch mit 60 wird noch als schön anerkannt, sein Leben ist nicht über den Zenith hinaus, sondern nimmt ein zweites Mal vollen Anlauf.

„Es ist nicht unsere Aufgabe, die Zukunft vorauszusagen, sondern gut auf sie vorbereitet zu sein.“
Perikles (490 – 429 v. Chr.)

Bei allen Überlegungen, wie der Mensch in der Zukunft aussehen mag, bleibt bei mir im Kopf eigentlich vor allem ein Gedanke: Früher oder später wird es Zeit, dass die Gesellschaft einen neuen, unkomplizierten Umgang mit Schönheit lernt. Gehen wir – wie gerade erörtert – davon aus, dass wir alle länger leben, der Medizin sei Dank. Aber, dann müssen wir lernen, „alt“ sein nicht mehr zu stigmatisieren, sonst steuern wir auf eine Gesellschaft der Unzufriedenen zu. Stellen Sie sich nur vor: Wenn alle Menschen immer älter werden, aber nicht so aussehen wollen! Es ist doch allemal angenehmer umzudenken und ein neues Schönheitsideal zu suchen, als mit 100 Jahren noch krampfhaft aussehen zu müssen wie 30.

Und wenn wir schon bei der Medizin sind: Wozu all die Schönheits-Ops noch? Alle Menschen wünschen sich, die Ansprüche der Gesellschaft an ihr Aussehen bestmöglich zu erfüllen, die moderne Medizin und die Wirtschaftskraft jedes Einzelnen ermöglichen dies sogar. Nasen-Korrekturen, Brustvergrößerung, Fettabsaugung, Lifting. Wir kommen alle ohne Probleme an die makellose Norm der Schönheit heran. Aber was dann? Wenn wir alle uniform aussehen, also gleich schön, wie wertvoll wird diese Schönheit dann noch sein? Werden in der Zukunft nicht die kleinen „Makel“ unter denen wir heute ach so leiden plötzlich wieder liebenswert, weil sie uns besonders machen?

Würde ich morgen der Jane Eyre von 1847 begegnen, wie sie in den Büchern des Jasper Fforde lebendig ist, würde ich ihr sagen: „Gucken Sie nicht so erschreckt. Aufgespritzte Lippen und Botox-Partys sind nur eine kurze Phase, von der wir uns erholen werden. So wie die Frauen sich seit Ihrer Zeit von Mieder und Korsett befreit haben.“ Denn egal, was die Evolution für uns noch bereit hält, von einem bin ich überzeugt: Schönheit wird mit der Zeit wieder entspannter werden. Gute Cremes mit potenten Wirkstoffen, ja. Jugendwahn und maßlose Schönheits-Chirurgie, nein. Und in meinem Fall: Ich liebe meine kleine Neandertaler-Nase, die ich nun mal habe. Wenn das meine Reminiszenz an unsere Ur-Ur-Ur-Vorfahren ist, bin ich damit vollauf zufrieden.

Ihr Constantin Herrmann.

Bildquelle: Neandertaler von Stefan Scheer und Vitruvian Man von Leonardo da Vinci – some rights reserved. Vielen Dank!

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