Aus Liebe zum Duft Shop Duft Tagebuch

Ein Lavendel von Adel – Lavanda Nobile

Geschrieben in Duft,Krautiges am 2.12.2011

Und weiter geht es in meiner kleinen Reihe, die ganz dem Lavendel gewidmet ist. Ein Kandidat darf natürlich nicht fehlen: Lavanda Nobile von Nobile 1942. Mit seinen angegebenen Duftnoten muss er ein ganz feiner Duft sein, sodass schon vor einem ausgiebigen Test ganz Nobles erwartet werden darf: Kopfnote: Bergamotte, Mandarine, Kardamom, Lavendel; Herznote: Lavendel, Maritime Noten, Guajakholz; Basisnote: Weißer Moschus, Ambra, Tonkabohne, Benzoeharz, Eichenmoos.

Eine schöne Geschichte zu dem Duft gibt es obendrein, und diese will ich Euch auch nicht vorenthalten. Massimo Nobile kreierte diesen Duft als Erinnerung an seinen Vater, eine höchst persönliche Angelegenheit, welche mich auf die Idee bringt, Euch einmal zu fragen, wie Väter eigentlich riechen? Abgesehen von denjenigen Exemplaren, die durch stete Abwesenheit glänzen – diese riechen vermutlich nach L’Antimatière – habe ich doch schon im Gespräch mit vielen Leuten erfahren, dass sie einen ganz bestimmten Duft mit ihrem Vater verbinden.

Massimo Nobile beschreibt seinen Vater als einen Menschen, der eine natürliche Autorität besaß, der durch seine Art, sich zu kleiden, seine Gestik und seine verkörperten Prinzipien jemand war, der niemals um Erlaubnis fragen musste. Ein Mensch, der durch eine maßvolle Rede, geschliffene Umgangsformen und Entschlossenheit überzeugte. Kein Mann von großem Wuchs, aber mit einer imposanten Ausstrahlung, die Schönheit eines Mannes, der etwas mit seinen eigenen Händen erschaffen hatte. Und obwohl er hinter vielen Düften stand, trug er selbst doch nur ein spezielles Parfum: einen klassischen Lavendel, der auch schon damals längst nicht mehr hergestellt wurde. Massimo Nobile beschreibt, dass dieser Duft ihn geradezu kleidete, zu seinem Charakter passte und alle Dinge durchdrang, mit denen er zu schaffen hatte. „Ich weiß nicht, ob ‘Lavanda Nobile’ seinen Duft hätte ersetzen können. Aber er ist für ihn kreiert, und ihm ist er zugeeignet. Meinem Vater.“ – Massimo Nobile.

Sea lavender and dunes - geograph.org.uk - 909470

Auf dem Teststreifen erwartet mich ein gesitteter Lavendel. Die durchaus krautigen und manchmal auch etwas bissigen Eigenschaften des Lavendels wurden durch frische Noten im Auftakt gekonnt austariert, ohne dessen Charakter aber zu verfremden. Bergamotte, Mandarine und Kardamom wurden zu einem frischen Aspekt vereint, der eigentlich nur Frische mitgibt, ohne aber die Einzelakteure groß in Erscheinung treten zu lassen. Auch auf der Haut das gleiche Bild, jedoch werde ich hier von kräftigen aquatischen Noten überrascht, die dem gesamten Duft ihren Stempel aufdrücken. Eine ganz neue Variante Lavendelduft. Hatten wir es bislang mit Lavendelkrachern reinster Güte zu tun oder mit distinguierten, englisch anmutenden Düften, haben wir hier nun einen neuen Typus vorliegen: den aquatischen Lavendel. Die Basisnoten darf man sich als leise Hintergrundmusik vorstellen, auch hier sind Hölzer und Harze in Moschus und Ambra artig eingebettet.

Frisch, aquatisch und bislang auch die modernste Interpretation eines Lavendels, ganz klar für beide Geschlechter geeignet. Mir persönlich gefällt er ausgesprochen gut. Was denkt Ihr?

Es grüßt Euch
Harmen

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Freitagsverlosung

Geschrieben in Kosmetik am 2.12.2011

Hallo Ihr Lieben,

wie jede Woche so auch diesen Freitag unsere Freitagsverlosung: Fünf Probenpakete wollen sich zu Euch auf den Weg machen – wer eines empfangen möchte, schreibt uns bis Sonntag 24.00 eine Mail an info@ausliebezumduft.de und nennt uns neben Namen und Adresse einen Duft, den wir diese Woche hier im Blog rezensiert haben. Viel Glück!

In der letzten Woche haben gewonnen: Johannes S., Thomas S., Annette P., Katharina S. und Evelyn S., die das Glück hatte, 1x Rodial Life & Style Bathing Balm – Rehab 200 ml und 1x Rodial Life & Style Body Soufflé – Rehab 200 ml zu gewinnen – herzlichen Glückwunsch und viel Freude beim Testen!

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,

wünscht euch

Euer duftes Team

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Unsere Leser stellen sich vor: Teil II – Carola.

Geschrieben in Allgemein am 1.12.2011

Heute setzen wir unsere Vorstellungsreihe fort und präsentieren Carola, die uns vor kurzem eine sehr freundliche Mail schrieb, welche wir hier einfach so wiedergeben:

Godward-The New Perfume-1914

Hallo Ulrike und Harmen,

da bin ich also: eine geneigte, aber doch eigentlich stille Leserin Eures Blogs! Bis vor etwa zwei Jahren kannte ich Düfte nur aus der Kaufhausabteilung. Keiner davon hat mich begeistert. Zu meinem 21. Geburtstag bekam ich Millefiori von Laura Biagiotti geschenkt und trug es nur zu besonders festlichen Anlässen, denn Parfum an sich verkörpert für mich unglaublichen Luxus.

Viele Jahre bin ich ganz ohne Parfum ausgekommen…. und dann kam da meine ausgefallene Do-it-yourself-Weihnachtsgeschenk-Idee: Raumduft. Für jeden, den ich beschenken möchte, ein individuelles. Na, da hatte ich mir etwas vorgenommen! So bin ich per Zufall hineingeschlittert in das Duft-Tagebuch, denn im Grunde war ich auf der Suche nach Zutaten und Anregungen zum Selbstherstellen von Raumdüften. Doch schon nach einigen fruchtlosen Experimenten kam ich zu der Erkenntnis, das meine Nase zu anspruchsvoll ist, meine Fähigkeiten im Duftmischen sehr begrenzt sind und gelernte Parfumeure es selbstverständlich viel besser können. Ein zufriedenstellendes, wenn auch unerwartetes Ergebnis hatte meine ungewöhnliche Geschenkidee am Ende aber doch noch: Die Idee, “mein” Parfum finden zu wollen, war geboren!

Nun verging kaum ein Tag, an dem ich nicht auf der Dufttagebuchseite und im ALzD-Onlineshop gestöbert hätte. Ich stellte schnell fest, dass, wenn ich die “Zutatenliste” eines Parfums lese, ich eine bestimmte Vorstellung vom Parfum habe, die aber gar nicht viel mit dem endgültigen Produkt zu tun haben muss. Hilfreicher waren die sorgfältig geschriebenen Blogeinträge im ALzD-Dufttagebuch. Durch das Lesen und Vergleichen lerne ich viel. Nicht nur über die Rohstoffe, die Parfums, ihre Erfinder und deren Ideen, auch über mich selbst kann ich eine Menge erfahren, indem ich in Düften stöbere. Viele Ihrer Rezensionen haben mich animiert, selbst einmal diesen oder jenen Duft schnuppern zu wollen (auch, aber nicht nur, weil ich mich auf die Suche nach meinem persönlichen Duft gemacht habe).

Inzwischen stehen auf meinem Schlafzimmerregal über 20 Probefläschchen und es werden definitiv noch einige dazukommen. Ich finde es spannend, nicht nur meine Vorlieben, sondern auch meine Abneigungen kennenzulernen. Ich weiß zum Beispiel, dass ich Cœur d’Été von Miller Harris nicht riechen mag, obwohl die Bestandteile Flieder, Cassia, Heliotrop es nicht vermuten ließen. Je nach Stimmung ändern sich auch meine Vorlieben, so dass mir Loukhoum Eau Poudrée von Keiko Mecheri, das ist mein Favorit für kuschelige Lesestunden auf dem Sofa, an manchen Tagen viel zu süß und intensiv erscheint. Carons Nuit de Noël trage ich gern bei Auftritten (ich bin Musikerin) und offiziellen Anlässen. Ich bin fasziniert von Frapin 1270 und hoffe, auch andere Düfte aus diesem Haus kennenlernen zu dürfen. Um meinen ganz persönlichen Duft zu finden, wird sicherlich noch viel geschnuppert und getestet werden müssen.

Was soll mein Parfum für mich tun?
Es soll meine Persönlichkeit unterstreichen, meine Stimmung aufhellen, gelegentlich mein Lampenfieber besänftigen, Erinnerungen wecken und Menschen, die mir begegnen interessiert umher schnuppern lassen und sie am liebsten auch noch meine Gegenwart als angenehm empfinden lassen. Das ist wahrhaftig viel verlangt, nicht wahr? Ich bin allerdings inzwischen fest davon überzeugt, dass das ALzD-Team unter den unglaublich vielen Möglichkeiten einen Duft finden kann, der meinen Geschmack genau trifft. Ob ihr Euch vielleicht gemeinsam mit mir auf die Suche begeben würdet? Es würde mich freuen.

Meine persönlichen Eckdaten:
vielseitig interessierte, aufgeschlossene 48-jährige Mutter von vier Söhnen (der Jüngste ist 7 Jahre alt), Musiklehrerin, Chorleiterin, Sängerin (vornehmlich “klassisch”, aber auch Jazz und Pop). Das ALzD-Tagebuch durchstöbere ich seit etwa einem Jahr regelmäßig, ohne allerdings selbst jemals einen Kommentar hinterlassen zu haben.

BYU Concert Choir with Poppies

Ganz vielen lieben Dank an Carola für ihren Beitrag
Liebe Grüße
Harmen.

… dem schließe ich, Ulrike, mich natürlich sofort an :)

Und habe noch einige Tipps für Sie, liebe Carola – obgleich ich jetzt noch gefragt hätte, was für eine Haarfarbe Sie haben, was für ein Typ Sie sind, schieße ich trotzdem anhand der Informationen, die ich habe, los: Mein ganz persönlicher Tipp wäre einmal Moulin Rouge 1889 von Histoires de Parfums sowie Like This!, der Promi-Duft für Tilda Swinton von État Libre d’Orange. Fragen Sie mich in diesem Fall nicht warum – ich denke, dass diese beiden Düfte etwas Feingeistiges haben, feminin und sehr besonders sind, sehr bildgewaltig sind von ihrem Verlauf her. Wenn Sie Flieder mögen, aber mit dem zugegebenermaßen sehr eigenwilligen Miller-Harris-Herzchen nicht zurecht kamen, dann könnten Sie es einmal mit der sehr schönen modernen Chypre-Variation Sublime Balkiss von The Different Company versuchen. Und wer ein Herz für alte Caron-Düfte hat, sollte sich eigentlich auch mal die Lubin-Kollektion zur Brust nehmen und unter die Nase klemmen – sollte dabei kein neuer Liebling sein, kann man wenigstens behaupten, sich kulturell weitergebildet zu haben, gehört Lubin doch zu den ältesten Häusern Frankreichs und ist deshalb ein Teil französischer Kulturgeschichte. Wenn Sie 1270 mögen, könnten Sie auch einmal zu einem weiteren Hersteller von Edelalkoholika schielen, den Winzern von Ginestet: Botrytis heißt der Gute, und riecht verführerisch nach Honigwein. Sollte ihnen dieser nach einem Edelpilz benannte Duft zu süß sein und/oder zu viel Honig enthalten sein, könnten Sie in jedem Fall mal Frapins 1697 testen – opulent, likörig, holzig, gourmandig, rauchig, hier bekommt man wie auch bei 1270 so einiges geboten. Bin gespannt, ob etwas für Sie dabei ist!

Herzliche Grüße,

Ulrike.

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Freitagsverlosung einmal anders…


Parfums für die lieben Kleinen…

Geschrieben in Duft,Fruchtiges,Solifloral am 30.11.2011

… gibt es ja einige, und wie meine Erfahrung zeigt, sind es für gewöhnlich nicht mal die Schlechtesten, was Ihr an dieser Stelle als schwäbisches Kompliment werten dürft. Für den einen oder anderen Nichtschwaben, der mit unserer Gattung noch nicht in Berührung gekommen ist: Das höchste Kompliment eines Schwaben ist jenes, dass er schon Schlechteres gehabt, beispielsweise nach einem Essen, dass er schon Schlechteres gegessen habe. Die Kenntnis des schwäbischen Charmes ist eine unerlässliche Voraussetzung für menschliche Interaktion jeder Art mit uns, insofern seid Ihr ja jetzt gewappnet. Aber kehren wir wieder zurück zum Thema – Kinderdüfte.

Bulgari erfreut uns schon seit Jahren mit Petits et Mamans, seinem Duft für kleine Kinder und deren Mütter. Alkoholfrei und in der Anmutung pudrig, rein, unschuldig und kuschelig hat der Duft nicht wenige erwachsene Fans. Auch wenn ich nun als Kinderlose über keine praktische Erfahrung verfüge – mein Baby würde ich, denke ich, nicht unbedingt mit Düften einsprühen. Aber für kleine Mädchen und auch Buben finde ich das eigentlich eine zauberhafte Idee. Viele von uns dürften das ja auch kennen und in den Biographien von so gut wie jedem Parfumeur steht eine ähnliche Geschichte: Das Bestaunen der mütterlichen Parfums im zarten Alter samt dem unbedingten Bedürfnis, an diesen zu schnuppern, diese zu tragen.

Nobile 1942 überraschten mich auf der Messe vor zwei Jahren mit zwei Parfumsets für Kinder, einem für Mädchen und einem für Jungs. Alla Corte del Re genannt trägt das Mädchenset den Beinamen Rosa Incantevole und das für Jungen heißt Cedro Atlas. Ich weiß noch, wie begeistert ich damals von den jeweils drei Düften im Set war: Einfache, wenig komplexe, aber kindgerechte, freundliche Düfte zum Layern, was den lieben Kleinen sicher besonderen Spaß machen dürfte. Und dann war da noch dieser tolle Erdbeerduft in dem Set für Mädchen, der nur noch durch den „Cola“ benannten Duft bei den Jungs getoppt wurde: Der Name ist hier absolut Programm. Ich habe nicht die leiseste Ahnung, wie das dem Parfumeur gelungen sein mag, Cola riecht aber wirklich nach Cola. Und macht somit unglaublich viel Spaß, weswegen ich den Duft sicher nicht nur kleinen Jungs ans Herz lege!

Überhaupt ist das doch ein wichtiger Aspekt an Parfums: Manchmal gibt es einfach Situationen, an denen man das Bedürfnis nach einem Duft hat, der einen einfach heiter, fröhlich, lustig stimmt. Und dann darf der Duft vielleicht auch etwas einfacher, kindlicher sein.

Ein Grund, weshalb mich Prudence Paris, deren Damendüfte ich letzte Woche vorgestellt hatte sowie gestern die Herren, mit ihren Kinderdüften vollkommen für sich einnehmen konnten: Mademoiselle heißen sie, die zwei Grazien, und sind den Mädchen gewidmet.

Mit dem einen Mademoiselle-Duft werde ich auf der Stelle selbst wieder zum Mädchen, und nicht nur das: Was mir da von Teststreifen und Handgelenk entgegenweht erfüllt mich augenblicklich mit Lebenslust und Freude, anders kann ich das nicht sagen. Beeren sind es, und zwar ein sehr deutlich wahrzunehmendes Trio aus Himbeere, Erdbeere und Brombeere. Bei meinen Eltern zu Hause gab es die immer mit einem Hauch Zucker bestäubt, manchmal Puderzucker, manchmal normaler Zucker. Den rieche ich hier auch, mit einer feinen Prise Vanille vermischt. Und ich rieche noch eine bitzelnde Kindheitserinnerung: Ahoi Brause, meine zweitliebste, nämlich Himbeere.

Was für ein schöner, kleiner Duft, denke ich – und habe mich gerade umentschieden: Das kleine Fläschchen, das hier vor mir steht, kann ich unmöglich an die Tochter meiner Freundin weiterverschenken. Zumindest nicht, ohne mir vorher ein kleines bisschen abgezweigt zu haben.

Mademoiselle die Zweite zeigt sich ähnlich bezaubernd: Saftige Mandarine und helle Rose in der Kopfnote, würzig-warmer Anis ohne Ouzoanklänge und überaus üppige Orangenblüten, fruchtig-floral und von einer herzigen Honigsüße, die von der pudrig-warmen Basis aus Vanille und Ambra gekonnt abgerundet werden.

Orangenblüte sollte man hier schon mögen, da sie eine zentrale Rolle spielt. Wer das tut, könnte mit jenem feinen Düftchen aber vielleicht einen Anwärter auf seinen Orangenblüten-Holy-Grail finden, den Mademoiselle weiß durchaus als ebensolcher zu überzeugen und wird somit auch viele erwachsene Mädchen verzücken.

Nun haben wir alle Prudence-Düfte besprochen, ich bin richtig stolz auf mich. Moment – nicht alle: Einen Haustierduft hat Madame Kilgour noch parat, der aromatherapeutisch wirken soll und mit Hilfe von Veterinärmedizinern entwickelt wurde. Und, ganz ehrlich? Nach dieser ganzen Kollektion würde ich den auch wahnsinnig gerne mal testen, zumal eine meiner Katzendamen auch ganz verrückt nach Düften ist…

In diesem Sinne gehe ich jetzt erst mal die Katzen bespielen und wünsche Euch einen schönen Tag -

liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Canvas Baby Girl Polka Dot Shoes von Katerina Chuchuva, Berry Mix von Nicolas Raymond, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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Alles Gute für das neue Jahr 2009!
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Da heute…


Die Herren von Prudence Paris.

Geschrieben in Duft am 29.11.2011

Jetzt seid Ihr, meine männlichen Blogleser, letzte Woche wirklich etwas zu kurz gekommen, das räume ich ein. Die Damen waren an der Reihe, denn Prudence Kilgour hat für dieses Geschlecht so einiges im Repertoire ihrer Duftkollektion. Aber auch die Herren bekommen zum Schluss noch ein Schmankerl serviert – zwei Düfte sind es, die für Euch konzipiert wurden, und die ich Euch nicht vorenthalten möchte.

Steuart [sic!] und Augusto sind deren liebreizende Namen – und ich frage mich, wem Madame Kilgour diese wohl gewidmet hat… Aber lassen wir sie erst einmal selbst zu Wort kommen:

„AUGUSTO and STEUART are authentic original eau de toilette for the discerning man.  Both present a fascinating mixture of fragrances.“

Für den anspruchsvollen Mann also – das kann ich von meinen Bloglesern getrost behaupten, denke ich. Und stürze mich für Euch in den Test.

Augusto entwickelt bereits in der Kopfnote jede Menge Dynamik: Hesperiden satt, säuerlich-zitrisch und prickelnd, auf bewährte Art und Weise kombiniert mit großzügigem Unterholz. Diese Kombination kennt man aus diversen Herrendüften, hier hebt sie sich allerdings durch pudrig-grüne Mandel und vanillig-würzige Tonkabohne ein wenig ab, um auf einer warmen weichen Basis zur Ruhe zu kommen.

Augusto ist ein Immergeher, ein angenehmer Duft, mit dem man und vor allem auch: Mann nichts falsch macht, nie. Ecken und Kanten hat dieser Südländer aber keine, die dem einen oder anderen vielleicht fehlen könnten.

Diesbezüglich zeigt sich auch Steuart eher verhalten, ist aber alles in allem für meine Nase doch komplexer: Im Auftakt ebenfalls agrumenlastig mit herber Bergamotte und säuerlicher Grapefruit bringt sich alsbald Ingwer ins Spiel mitsamt der ihm eigenen Fruchtherbheit. Zusammen entwickeln diese Früchtchen im Tête-à-Tête aquatisch-maritime Anklänge, die allerdings durch zwei Aspekte veredelt werden: Durch Jasmin, grün-florales und dichtes Eichenmoos mit ledrigem Einschlag. Heraus kommt ein frischer und gleichermaßen maskuliner Duft, der gekonnt den Spagat zwischen angepasster Gefälligkeit und dem gewissen (individuellen) Etwas schafft und somit ein idealer Begleiter, vor allem auch für den (Arbeits)Tag, darstellt.

Und wer fehlt jetzt noch? Genau, die lieben Kleinen. Für die hat Madame Kilgour auch noch zwei Düfte geschaffen, die ich Euch morgen zum Abschluss der Prudence-Kollektion noch vorstellen mag.

Einen schönen Tag wünscht Euch

Eure Ulrike.

Bildquelle: Jib, mast and sky von Kakiebauw, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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Prudence Paris Teil 3.
Prudence Paris Teil 4.
Prudence Paris…


Wacholder, Drinks und ein Neuer von Penhaligon’s

Geschrieben in Duft am 28.11.2011

So schwer es mir auch fällt, ich muss meine kleine Lavendelserie für eine Neuigkeit unterbrechen. Wir berichteten unlängst vom Parfumtreffen in den heiligen Hallen des Bruchsaler Geschäfts von Aus Liebe zum Duft. Auch wenn mir nach etwa 20 Düften ganz jämmerlich die Luft wegblieb, ist mir einer doch im Sinn geblieben, weswegen ich mir flugs eine Probe beschaffte, um ihn hier gehörig abzufeiern. Herr Wuchsa kam nämlich mit einem Duftstreifen auf mich zu, um mir den neuen Penhaligon’sJuniper Sling“ zu zeigen. Als erfolgreicher Geschäftsmann hat er vermutlich ein Händchen dafür, seine Kundschaft mit unerhört guten Düften anzufüttern… bei mit lag er mit einem Gin-Duft ganz richtig, habe ich doch eine kleine Schwäche für dieses Destillat. Gin Tonic schmeckt nicht nur hervorragend, er verschont mich auch am nächsten Tag mit allzu schweren Nachwirkungen, vorausgesetzt man spart nicht an der Qualität des Gins.

'The Seven Junipers' , ink on paper by Wen Zhengming (Wen Cheng-Ming)

Bei Gin handelt es sich im Grunde um Wacholderschnaps, der erst während der Destillation sowohl mit Wacholder als auch darüber hinaus mit weiteren Gewürzen wie Koriander oder Ingwer aromatisiert wird. Die Duftnoten von „Juniper Sling“ überraschen also nicht ungemein, machen aber nichtsdestoweniger neugierig: Kopfnote: Zimt, Weinbrand, Angelika (Engelwurz), Wachholderbeeren, Herznote: Kardamom, Leder, Schwarzer Pfeffer, Iriswurzel, Basisnote: Zuckerrohr, Kirsche, Vetiver, Ambra.

Welch ein leckerer Duft. Sowohl auf dem Teststreifen als auch auf der Haut werde ich von bitteren Gin-Noten empfangen, welche von Kardamom begleitet werden. Auf der Haut verfliegen diese leider allzu schnell und es kommt, Achtung, eine herbe, vielleicht etwas ledrige Cherry-Cola-Kirschnote bei mir heraus. Sehr spannend! Auf dem Duftstreifen erhält sich der Gin-Duft sehr authentisch, entwickelt sich aber dafür kaum weiter.

Obwohl wir es hier mit einer Wacholderspirituose zu tun haben, gibt es trotz allem einen Wermutstropfen: die Haltbarkeit. Ein relativ flüchtiges Bürschchen, dieser „Juniper Sling“, aber es ist zu verschmerzen.

Übrigens gibt es auch einen Cocktail zum Duft:
Der Parfumeur von „Juniper Sling“, Olivier Cresp, erschuf in Zusammenarbeit mit Maître Parfumeur und Thierry Hernandez, dem Chef der Bar des Pariser Plaza Athénée, ein köstlich klingendes Getränk.

Zutaten: Bombay Sapphire Gin, Cherry Brandy, Rhabarber, Cranberry-/Preiselbeersaft, Ingwersaft, Ingwerbier

Purple sacred2

Damit Ihnen der Juniper Sling Cocktail gelingt,
• Füllen Sie den großen Teil des Shakers mit Eiswürfeln,
• Füllen Sie alle Zutaten außer dem Ingwerbier in den kleinen Teil des Shakers.
• Mit Hilfe eines Siebes gießen Sie das angesammelte Wasser der Eiswürfel aus
dem großen Teil des Shakers ab, damit Sie „trockenes“ Eis bekommen.
• Schließen Sie den Shaker und schütteln Sie ihn energisch für 6 Sekunden.
• Den Cocktail in einen Tumbler auf einige Eiswürfel abseihen.
• Füllen Sie das Glas mit dem Ingwerbier auf.
• Vollenden Sie den Cocktail mit einem Spritzer Orange.

Also, wenn das mal nicht lecker klingt… Meine Damen und Herren: diesen Duft unbedingt testen. Für mich die größte Entdeckung in letzter Zeit.

Habt Ihr auch schon mal an diesem feinen Wacholder schnuppern dürfen?

Liebe Grüße von
Harmen

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Unser persönlicher Jahresrückblick – von Uli und Harmen


Prudence Paris Teil 4.

Geschrieben in Blüten,Chypre,Duft am 25.11.2011

Die letzten Damen nehme ich mir heute zur Brust: Diese Woche stand ganz unter dem Stern der neuen Prudence-Kollektion und ich habe Euch bereits einen Großteil der Frauendüfte vorgestellt. Heute folgen nun noch No. 8, No. 9 und No. 10.

No. 8 will mir wie eine Liebeserklärung erscheinen, so schrieb ich auch bereits in unserem Shop: Eine Liebeserklärung an Frankreich, Frankreich im Spätsommer. Und eine Liebeserklärung an Parfums, französische Parfums, Frankreich als die Wiege der Parfumeurskunst. Hier ist an Ingredienzen alles vereint, der Duft ist an Reichhaltigkeit kaum zu überbieten: Farbenfroh leuchtende Blütenfelder von Rosen, Tuberosen und Jasmin, die von nasekitzelndem Pfeffer gelungen kontrastiert werden. Koriander stiftet frische, minzig anmutend, würzt aber auch auf aromatische Art und Weise. Neroli schließt sich mit Bienenhonig zusammen und sorgt für honigsüß-fruchtige Kontraste, von Zimt neckisch pudrig-scharf akzentuiert. In der Basis dominiert ganz klar Wärme: Würzig-warme süße Harze samt Rauch, von rauchig-grasigem Vetiver unterstrichen, knarzige Hölzer und cremige Vanille geben dem Duft den letzten Schliff. Auch meine ich, eine ordentliche Prise Gewürznelke in der Basis zu erhaschen, ebenso wie latent chyprierte Noten.

Auf meiner Haut zeigt sich die No. 8 anders als auf dem Teststreifen – pudrig-rauchiger, ja, ein wenig älter. Was mir vom Teststreifen entgegenwabert wirkt deutlich jünger, frischer, fruchtig-floraler, ausgewogener. Meine Hautchemie mag nicht funktionieren mit dem Duft – obgleich, vielleicht sollte ich ihn einmal tupfen. Das ist Euch ja sicherlich auch schon aufgefallen – getupft wirken manche Düfte nochmals ganz anders als gesprüht. So auch die No. 8, die ich getupft vor einiger Zeit bereits einmal himmlisch fand auf meinem Handrücken. Nun ist sie notiert – für einen weiteren Tupftest, denn so einfach gebe ich nicht auf ;)

Prudence No. 9 startet zitrisch mit deutlichen Fruchtanleihen, die ich nicht näher zu bestimmen vermag – Melone? Pfirsich? Madame Kilgour hüllt sich in Schweigen, bezeichnet sie die Ingredienzen doch ganz schlicht als Folgende: Kopfnote: Zitrusfrüchte; Herznote: Jasmin, Rose, Maiglöckchen, Früchte; Basisnote: holzige Chypreakzente, Patchouli, Vetiver, Moschus, Ambra, Vanille.

Um was für einen Duft handelt es sich hier? Ich würde sagen, wir haben es hier mit einem seltenen Sommerchypre zu tun. Chyprierte Anleihen sind nämlich sowohl auf meiner Haut, als auch auf dem Teststreifen zu entdecken, der auch diesmal etwas differiert. Ein fruchtig-floral verwobener, sacht chyprierter Duftteppich mit einer edlen, leisen, cremigen Basis und sauber-frischen Anklängen. Feminin, anziehend und sehr tragbar – und das nicht nur während der heißen Jahreszeit(en).

No. 10, der letzte Duft für die Damenwelt aus der Prudence-Kollektion, zeigt sich als klassischer Damenduft von ganz klar französischer Natur: Zitrisch glitzert es in der Kopfnote, während das Herz übervoll ist von Blüten – Ylang-Ylang, wie immer etwas exotisch und vor allem auch fruchtig-süß anmutend, von Neroli unterstrichen, Jasmin, Rose und Maiglöckchen, da haben wir sie alle beisammen. Cremig-floral, dezent betörend. Die Basis rundet erwartungsgemäß mit überaus pudrigen und verhalten holzigen Noten ab, während Moschus weiche Wärme stiftet.

Mit No. 10 hat Frau Kilgour das Rad sicherlich nicht neu erfunden – das muss man aber auch nicht (immer), wenn man einfach „nur“ einen schönen Duft für das weibliche Geschlecht kreieren möchte.

Habt Ihr schon getestet meine Lieben? Gibt es bei Euch Lieblinge? Habe ich Euch neugierig gemacht?

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Jasminum Officiniale von Javier Martin, Melon von Robertz65/Roberto Ribeiro, Cananga odorata/Ylang-Ylang von Nathalie Bordy, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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Die Herren von Prudence Paris.
Prudence Paris Teil 3.
Prudence Paris…


Freitagsverlosung

Geschrieben in Allgemein,Kosmetik am 25.11.2011

Hallo Ihr Lieben,

wie jede Woche so auch diesen Freitag unsere Freitagsverlosung: Fünf Probenpakete möchten sich auf den Weg machen – wer eines empfangen möchte, schreibt uns eine Mail bis Sonntag 24.00 an info@ausliebezumduft.de und nennt uns neben Namen und Adresse einen Duft, den wir diese Woche hier im Blog rezensiert haben. Viel Glück!

Darüber hinaus kommt natürlich noch, wie jeden letzten Freitag im Monat, ein ganz spezielles Präsent zur Verlosung: 1x Rodial Life & Style Bathing Balm – Rehab 200 ml und 1x Rodial Life & Style Body Soufflé – Rehab 200 ml im Wert von zusammen 88,00 EUR  –  machen Sie mit, es lohnt sich!

Die Rodial Life & Style Produkte finden Sie natürlich auch in unserem Shop http://www.ausliebezumduft.de/kosmetik/rodial/life-style.html

In der letzten Woche haben gewonnen: Annette S., Petra W., Rüdiger K., Barbara N. und Christina L.  – herzlichen Glückwunsch und viel Freude beim Testen!

Liebe Grüße und einen schönen 1. Advent,

wünscht Euch

Euer duftes Team

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Freitagsverlosung.
Freitagsverlosung.
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Prudence Paris Teil 3.

Geschrieben in Ambriertes & Harziges,Duft,Fruchtiges,Gourmand am 24.11.2011

Die Düfte von Prudence Kilgours kleiner Linie Prudence Paris beschäftigen uns diese Woche – und heute sind Duft No. 5, No. 6 und No. 7 an der Reihe.

In Prudence No. 5 schillert in der Kopfnote das auf, was ich „Nachbarin“ No. 4 gestern so vehement unterstellt hatte: Melone. Fein-fruchtig, leicht mehlig und von typischer Süße präsentiert sie sich, die Holde, um alsbald den Weg frei zu machen für ein überaus ansprechendes Herz. Johannisbeere, tief dunkelviolette in herber Pracht trifft auf betörenden Jasmin und würzig-warme Tonkabohne, welche sich in der Basis gekonnt von Vanille bekräftigt sieht. Untermalt wird dieses Geschehen von sanft-rauchiger Harzwärme durch Ambra.

An was erinnert mich das? Ich musste lange überlegen, bin dann aber doch noch draufgekommen: Eine entfernte Ähnlichkeit mit Parfum Pour Toi von The Pink Room ist vorhanden, durchaus ein Qualitätsmerkmal also. Wie Parfum Pour Toi ist auch dieses Düftchen hier französisch, ein bisschen Gauloises rauchende Audrey Hepburn, kokette-frivole Kindfrau, sinnlich, unschuldig, erotisch und vor allem auch erfrischend bis in die Fußspitze äh… Basisnote. Ich mag das. Mehr davon bitte.

Prudence No. 6 zeigt sich schon nach dem ersten Schnuppern als ganz anderes Kaliber: Weihrauch, meine Damen, in Kombination mit Rose. Hier geht es zwar nicht ganz so gruftig-kühl zur Sache wie bei den wunderschönen Weihrauchdüften von Andy Tauer, aber Madame Kilgour lässt es auch ordentlich krachen. Es raucht schon von vornherein gewaltig und Opoponax und Weihrauch entwickeln im Zusammenspiel mit Bergamotte ähnlich sonderbar-eindringliche Anklänge wie sie in Etros Mitternachtsmesse, Messe de Minuit, zu finden sind: Jener geniale Balanceakt zwischen kalten Kirchenwänden und harzig-trockener Wärme. Ein riesiger Brautstrauß dunkelroter Rosen, der irgendwo in einer alten Kirche einsam auf dem Altar wartet, große Emotionen verkündend? Ja, doch, dahin tendiert jener umhüllende Duft, der einen auf sehr ähnliche Weise schützend umfängt wie es die Etrosche Messe vermag. Allerdings ist die No. 6 weicher, harziger, ja – … gefälliger und brilliert darüber hinaus noch mit ihrem Rosenbouquet, das sich schön in das kontemplative Szenario einzufügen vermag.

Die No. 7 sprühe ich auf – und fühle mich gleich erinnert: Engelein höre ich singen, es weihnachtet ja auch schon… Ein waschechter Fruitchouly bahnt sich hier seinen Weg und erinnert deshalb zwangsläufig an die große Ikone, die die Duftfamilie der Gourmands überhaupt erst erfunden hat: Angel von Thierry Mugler. Geliebt wird er genauso heißblütig wie er gehasst wird – das wird auch auf die No. 7 zutreffen, wobei Fans von Profumi del Pantellerias Jailia und Micallefs Mon Parfum getrost zugreifen dürfen. Likörig-satte und herb-fruchtige Pflaume sowie Beerennoten, für mich Brombeere, die beiden fruchtigen Geliebten schmiegen sich sündig an den übermächtigen Patchouli, der gewandet in pudrigem Kakao dunkelster Sorte und cremige Vanille die unangefochtene Hauptrolle spielt. Ein sündhafter Gourmand für erwachsene Naschkatzen.

Morgen folgt der Abschluss der Prudence-Damenkollektion – bis dahin liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Hepburn & Peck in “Roman Holiday” (1953), Decke der Kathedrale von Kirckwall, Orkney/Schottland von Clemens Franz, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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Die Herren von Prudence Paris.
Prudence Paris Teil 4.
Prudence Paris…


Prudence Paris Teil 2.

Geschrieben in Duft,Reines und Pudriges,Solifloral am 23.11.2011

Diese Woche ist Prudence-Paris-Woche und heute klemme ich mir deshalb Duft No. 2, No. 3 und No. 4 für Euch unter die Nase.

Prudence No. 2 ist, wie ich bei uns im Shop schon geschrieben habe, eine Ode an die Rose, jene Blume der Liebe. Rosendüfte gibt es viele – dieses Argument ist durchaus stichhaltig und ein berechtigter Einwand. Allerdings ist die Rose eben nicht nur sehr beliebt, sondern bietet darüber hinaus auch etliche Facetten, die es auszuloten gilt. Mit No. 2 hat die Parfumeurin sich das zu Herzen genommen und einen kleinen, feinen Rosenduft kreiert, der sich auf eher leiseren Sohlen in die Herzen der einen oder anderen Dame schleichen wird.

Ein dichtes, volles Bouquet verschiedener Rosensorten, unter anderem Provence-Rose und Damaszener Rose, geben sich hier ein Stelldichein, schillernd und frisch die unterschiedlichen geruchlichen Seiten der Rose(n) abbildend: Frische, Fruchtigkeit, dezente Säuerlichkeit, pfefferminzige und auf meiner Haut auch himbeerige Anklänge. Luzidität, ätherische fast schon, von einem Blattgrünkrönchen geschmückt und herrlich von Sternanis kontrastiert.

Im Gegensatz zu normalem Anis empfinde ich den Geruch von Sternanis immer als zurückhaltender, komplexer und harmonischer. Anis erinnert mich in Düften, siehe zum Beispiel Etros Anice, immer sehr an Ouzo, einen der leider einzigen Exportschlager Griechenlands. Zum Essen – hervorragend, aber bitte nicht zu viel davon. Auf meiner Haut fühle ich mich mit derlei Düften immer so, als ob ich in ein Ouzofass gefallen wäre und rechne jederzeit damit, von der Polizei an- und aufgehalten zu werden. Die meisten Düfte, in denen Sternanis vertreten ist und die mir aus dem Stegreif einfallen wie Borsaris Mirra e Anice Stellato oder Byredos Fantastic Man, weisen Sternanis-Noten auf, die überhaupt nicht an den durchdringenden Duft von Anis erinnern, sondern eher süßlich-frisch und gleichzeitig warm-würzig aromatisch wirken. Und das, obgleich Sternanis und Anis – die im übrigen NICHT verwandt sind – eine ähnliche Zusammensetzung der ätherischen Öle aufweisen und deshalb ähnlich schmecken sowie riechen und wirklich für dieselben Zwecke verwendet werden.

Nun, in jedem Falle zeigt sich jener Magnolienverwandter in der No. 2 als perfekte Ergänzung zur Rose, deren weiche warme Basis aus Vanille und Ambra wunderbar abfedernd. Das Duo aus Rosen und Sternanis harmoniert exzellent und offeriert sanfte aromatische Frische und Wärme, die auf jener warmen Basis zur Ruhe kommt.

Mich erinnert der Duft immer ein bisschen an – ich weiß nicht, einen Raum, in dem etwas Handwerkliches betrieben wird. Eine Küche in einem alten Bauernhaus vielleicht, in der das Rosenwasser für die Konfektherstellung bereitsteht? Eine alte Apotheke, in der man auch Rosenblätter kaufen kann? Eine schöne Stube in einem alten Haus, in der Kosmetik selbst hergestellt wird? In diese Richtung gehen die Impressionen, die ich zur No. 2 im Kopf habe und die diesen friedvollen und freundlichen Duft für mich bebildern.

Prudence No. 3 bietet auch Rosenwasser, allerdings kann dieses hier nur in Kosmetik oder Haarpflege gelandet sein, denn der Duft entführt uns nach anfänglicher floraler Koketterie gleich ins Boudoir: Während der Auftakt von rosenrotem Rosenwasser, lilablassblauen Veilchen und von Blattgrün umranktem Jasmin geprägt ist, von Bergamottesternchen zart beleuchtet, findet man sich alsbald in ganz anderen Gefilden wieder. Ich fühle mich erinnert an das Umkleidezimmer eines großen Stars, vielleicht einer Sängerin, Tänzerin oder Schauspielerin, das über und über mit Blumengrüßen mehr oder minder schüchterner, aber unzähliger Verehrer gefüllt ist. Und natürlich einen Schminktisch beherbergt, auf dem sich Schminkutensilien wie kostbare Puderdosen mit riesigen Quasten und Lippenstifte in kraftvollen Farben türmen. Ganz großes Kino – für Fans pudriger Düfte, die Weißblüher nicht scheuen.

Prudence No. 4 verwirrt mich vollkommen: Ein weißblühendes Herz ist gelistet, Jasmin, Maiglöckchen, Magnolie sowie Veilchen, Nelke und Pflaume, frische Bergamotte im Kopf und Vanille in der Basis… und ich rieche permanent Melone beim Aufsprühen. Vielleicht habe ich schon zu viel Melone gelesen, in den Beschreibungen der anderen Düfte, die da noch kommen? Ich weiß es nicht, wußte es nicht, beim ersten, zweiten Mal. Mittlerweile, zig Tests später, bin ich schlauer: Die säuerlich-fruchtigen Bergamottesprenkler sind es, die zusammen mit wässriger Magnolienblüte meine Nase durcheinander brachten. Alsbald allerdings gesellt sich zu deren Düft ein überaus üppiger Jasmin süß-fruchtiger Natur, von frisch-sauberem Maiglöckchen begleitet und von würzig-ernster, ein wenig bitter-grüner Nelke kontrastiert. Fruchtig-herbe Noten kommen ins Spiel, eine noch nicht ausgereifte Pflaume, satt-fleischig und saftig. Und die Basis rundet mit würziger Vanillesüße ab, die den Anschein erweckt, als hätte sie sich auf einem Sandelholzstühlchen niedergelassen.

Morgen geht es weiter mit Prudence Paris – bis dahin alles Gute,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Detailaufnahme einer Rose von Erixsen, Salt and Light von kslyesmith, Junge Dame im Boudoir (1829, Maler unbekannt), some rights reserved, vielen lieben Dank!

Weitere Einträge zu diesem Thema:

Die Herren von Prudence Paris.
Prudence Paris Teil 3.
Prudence Paris Teil 4.


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