Aus Liebe zum Duft Shop Duft Tagebuch

Torre of Tuscany @ Home – Raumdüfte die Zweite.

Geschrieben in Diffusoren,Duftkerzen,Raumdüfte,Raumsprays am 16.05.2012

Heute geht es fröhlich weiter mit den Raumdüften der brandneuen Torre of Tuscany-Kollektion, die uns Enzo Torre von Profumi del Forte soeben als neue Linie seines Hauses präsentierte.

Komplex geht es einher bei den Düften – ein Grund, weshalb ich sie mir alle zur Brust oder besser Nase nehme und sie Euch vorstelle. Ganz abgesehen davon, dass ich mir noch gar nicht sicher bin, welche alsbald in meinem Elfenbeinturm hier Anwendung finden werden und mit was ich beginne, bin ich mir sicher, dass der eine oder andere von Euch die Düfte ob ihrer feinen Kompositionen vielleicht gar als Duft verwenden wird. Nicht wenige sind mir bekannt, die das zum Beispiel mit Diptyques Galliano-Raumspray so betrieben, das leider nie als Parfum aufgelegt wurde. Wir werden sehen…

Drink

„CERTALDO – Limette und Basilikum. Mandarine mit all ihren Vorzügen, es hebt die Moral, begünstigt das Wohlbefinden und schenkt ein Lächeln. Ein Spritzer Zitrus, spaßig und voller Energie. Die Mischung wird perfektioniert durch Bergamotte und Basilikum, welche dem Auftreten eine Leichtigkeit verleiht.“

Certaldo zeigt sich übermütig agrumenfruchtig im Auftakt, was auch kein Wunder ist. Bergamotte, Zitrone und Mandarine bilden einen Dreiklang, der in der Basis von Patchouli und Eichenmoos herzlich begrüßt wird, die den Chyprecharakter des Duftes prägen. Bei einem guten Chypre sind Lederanmutungen nicht fern – so findet sich auch hier alsbald ein imposantes Lederchen ein, das den Duft mehr und mehr in seine Verwendungsrichtung dirigiert: Herrenzimmer. Oder Bauhausvilla. So elegant und minimalistisch ist das Chypre hier interpretiert – Zitrusfrüchte, der genuine Chyprecharakter, ein paar erlesene Kräuter und grasig-rauchig-salziger Vetiver. Herrlich. Und, nebenbei bemerkt: Auch hier einmal mehr – der Duft muss sich hinter keinem Parfum verstecken. Ein herausragendes Cologne hat auch nicht mehr auf dem Kasten.

Meisterhaeuser.

Royal jasmine, just opening„FIESOLE – Orangenblüten und Jasmin. Frühlingszeit, reich an Düften, mit dem Verlangen ihnen zu folgen und der warmen, frischen Sonne nach einem langen Winter entgegen zu laufen. Sizilianische Orangenblüten hüpfen erfrischend und scharf. Ägyptischer Jasmin und Veilchen bezaubern unsere Sinne und unser Lächeln. Und zu guter Letzt: Formosa Tuberose.“

Fiesole – würde ich mir sofort als Parfum kaufen. Er ist so wunderschön. Fröhlich-beschwingte Orangenblüte mit all der ihr genuinen Honigsüße, von Orange und Mandarine in ihrer Fruchtigkeit satt-saftig untermalt, trifft auf hell blühenden, strahlend-weißen un-indolischen Jasmin. Alleine das ist schon ein Vergnügen, das hier allerdings auf Eisenkraut und Veilchenblätter trifft. Was für eine geniale Idee. Das möchte bitte einmal jemand in einem Parfum umsetzen – mir fällt keines ein, in dem diese Noten derart präsent sind oder auch nur vorkommen. Das zitrisch-kräuterige Grün der Verbena und das bittergrüne Blattwerk der Veilchen zeigt sich als perfekter Gegenpart zu den Blüten, deren Anmutung undifferenziert von Tuberose und Freesie noch wässrig-opulent verstärkt wird. Ein betörend schöner Sommernachtstraum.

Verbena

„MONTALCINO – Rote Früchte und Puderzucker. Das Gefühl eines warmen späten Sommernachmittags in der Landschaft Sienas: Im Wald schimmern rote Beeren und parfümieren die magische Atmosphäre. Brombeere, Himbeere, Johannisbeere und Heidelbeere! Dann Freesie und Heckenrose, ein Triumph an Persönlichkeit, gemildert durch die Süße des Puderzuckers und der Vanilleschote.“

Sienne d’Hiver – Siena im Winter, das olfaktorische Denkmal von Duchaufour für Eau d’Italie beschäftigt sich bereits mit dieser toskanischen Gotikschönheit. Duchaufours Duft ist allerdings – melancholisch, poetisch – und passt damit in die kargen kalten Wintermonate, wärmt die Seele. Montalcino ist in gewisser Hinsicht das genaue Gegenteil: Er wärmt ebenfalls die Seele, allerdings in dem er einem auf Anhieb ein Lächeln ins Gesicht zaubert ob seiner heiter-beschwingten Unbeschwertheit. Beeren satt, man vermag sie sogar einzeln aus dem duftenden Stillleben herauszulösen: Kirschen und Johannisbeeren, rote (!), von säuerlicher Süße. Heidelbeeren mit ihrer zart-mehligen Fruchtigkeit. Dunkle Brombeeren und samtige Himbeeren. Ein Röslein atmet mit Freesie zusammen zitrisch-wässrige Frische. Und überstreut ist das ganze mit einer dicken Schicht Vanille- und Puderzucker. Himmlisch – ein echter Gute-Laune-Duft.

berry time

Und, euer erster Eindruck? Ist etwas für Euch dabei? Und, wenn ja – in welcher Form? Diffusor, Kerze, Spray? Was präferiert Ihr für Eure heimischen Gefilde?

Darüber hinaus wäre ich mächtig interessiert: Besteht grundsätzlich Interesse an mehr Artikeln zum Thema Raumdüfte?

Viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Duftverzeichnis L – Z


Torre of Tuscany…

Geschrieben in Diffusoren,Duftkerzen,Raumdüfte,Raumsprays am 15.05.2012

ist die neue Linie von Enzo Torre, dem Mann hinter Profumi del Forte, von der ich Euch bereits in meinen Messeberichten von der Düsseldorfer Global Art of Perfumery 2012 begeistert berichtet hatte. Vor allem auch die Raumdüfte hatten es mir angetan, deshalb werde ich Euch diese heute und morgen vorstellen. Leider umgibt mich kein großes Diffusorenheer, allerdings habe ich Abfüllungen der kompletten Kollektion erhalten, weswegen ich in der Lage dazu bin, Euch die Düfte einzeln vorzustellen. Sechs sind es an der Zahl, und sie sind sowohl als Raumsprays, Diffusoren als auch als Kerzen erhältlich.

Wie haltet Ihr es überhaupt mit Raumbeduftung? Das wäre eigentlich einmal ein Thema für einen eigenen Artikel, ich bin ja annähernd genauso raumduftverrückt wie parfumsüchtig… Allerdings bin ich, was Diffusoren angeht, manchmal ein bisschen schwierig: Ein Diffusor muss für mich den Balanceakt bewältigen, meine relativ offene, nicht übermäßig große, aber auch nicht ganz kleine Wohnung angenehm zu beduften, ohne mich, meine Katzen oder Besucher dabei zu erschlagen. Hört sich vernünftig und eigentlich einfach an, ist es aber nicht (immer). Torre of Tuscany werde ich, sobald mein jetziges Repertoire sich dem Ende zuneigt, dann einmal selbst versuchen, nachdem man mir versicherte, dass die Düfte wohl eine sehr gute Präsenz im Raum haben.

Untitled

„CAPALBIO – Osmanthus und Tiaré Blumen. Osmanthus Yunnan und Jasmin haben zusammen eine entspannende und revitalisierende Wirkung, auflösend in den heiteren Tönen der Rose, Blume der Schönheit. Sandelholz zum Beruhigen jeglichen Gefühls der Rastlosigkeit und als Veranlassung süßer Träume.“

In Capalbio ist es der sogenannte Osmanthus yunnanensis, der die Hauptrolle spielt: Diese zart nach Aprikosen duftende asiatische Strauchblüte zeigt sich hier seidenweich und fruchtig, von tropischen und deutlich vernehmbaren Maracujanoten begleitet. Jasmin wolkt weißblühend im Hintergrund, ohne sich jedoch allzu übermächtig ins Bild zu rücken oder irgendwelche indolischen Zweideutigkeiten an den Tag zu legen. Rosen sind für mich weniger greifbar, als vielmehr luftig-hell-transparent als Hauch vorhanden, Frische stiftend. Abgefedert wird das angenehm sauber wirkende Ganze von weichem Moschus. Ein entspannter fruchtig-floraler Feiner, der nach Sommer duftet und nach Urlaub riecht.

Freesia

„BOLGHERI – Freesien und Harmonien von Baumwolle. Auftakt durch bulgarische Rosen, ein blumiger Ton; süße Orange und Freesie, Noten die beide sowohl lang als auch kurz sind, wieder belebende Noten. Vanille interveniert in der Herznote und ihr beruhigendes Aroma lockert jegliche Anspannung: eine Süße die uns die Kindheit vor Augen ruft.“

Bei Bolgheri wird, wie bei allen anderen Düften der Torre-Kollektion deutlich, auf welchen Holzweg man gedanklich gelangen kann, wenn man sich auf die zwei Stichwörtchen einlässt, die vorgegeben werden: Man denkt, dass man irgendeinen jener flachen Raumdüfte präsentiert bekommt, die es leider mittlerweile zuhauf gibt. Freesie und Baumwolle – ok, na dann… In Bolgheri tummeln sich aber noch viele Noten mehr – und den sauber-aquatischen Eindruck, der einem anhand der beiden Hauptnoten vermittelt wird, kann Bolgheri nicht halten: Eine hell-wässrige Freesie findet sich in der Tat, genauso wie Akzente von baumwollener Sauberkeit, durch Maiglöckchen frisch-floral verstärkt. Daneben stiftet aber eine opulente Basis aus Vanille, Moschus und Tonka süße Pudrigkeit, die von einer hellen Rose gekonnt kontrastiert wird. Das hier ist ein echter Saubermann, der allen Fans pudrig-reiner Angelegenheiten exzellent gefallen dürfte. Nur süßeln muss es dürfen, das tut er nämlich.

Freesia

„ARGENTARIO – Vanille und Ingwer. Ein Crescendo beginnend mit einem Hauch von Ingwer und süßer Sizilianischer Orange, reifend in Zedern- und Jasminholz. Eine Komposition reich an aromatischen Bestandteilen. Moschus, so einfach, eine Erinnerung an die natürlichen Wurzeln, entspannt und stellt Balance her, nur von einem Hauch von Vanille versüßt….“

Argentario bedient ein ganz anderes Klientel, was den Geschmack angeht – und das mit einer, wie ich finde, kultverdächtigen Kombination: Vanille und Ingwer. In Nanadebarys Classic Pink finden sich hier Ansätze davon genauso wie in La Vaniglia von Bois 1920. Ein einfacher, aber sehr beliebter Klassiker ist der Duft von L’Erbolario, jener italienischen, dem Bodyshop ähnelnden Kette – Vaniglia e Zenzero. Es funktioniert eben einfach, Vanille in Kombination mit Ingwer. Auch hier ist dieses Traumpaar exzellent umgesetzt: Die zitrisch anmutende Frische des Ingwers, seine ihm genuine fruchtig-säuerliche Herbheit. Orange, die die Hesperidenanklänge unterstützt, Orangenblüten, zarte Blütensüße stiftend, und Zeder, die die saubere Holzernsthaftigkeit des Ingwers unterstreicht. Ein Hauch blühender Jasmin, der sich nur weißblütig schemenhaft zeigt. Und eine opulente Basis, die, verhalten ambriert, vor lauter Vanilleweichheit nur so vor sich hinwallt. Würzig, fruchtig-frisch, holzig und gleichzeitig von einer weich-warmen Süße – was will man eigentlich mehr von einem markanten Wohlfühlraumduft?

vanilla-orchid

Morgen geht es weiter mit den restlichen drei Düften – bis dahin alles Gute und liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Vielleicht liegt es…

Geschrieben in Raumdüfte,Raumsprays am 3.03.2010

… an meinem Tagesrhythmus, bin ich doch auch quasi ein Nachtschattengewächs, so wie ich hier um halb zwei nachts am Texte tippen sitze: Ich liebe Tomaten. Ich bin zwar weder erlesener Gemüsefreund noch Gesünder-Leben-Fetischist, aber – ohne Tomaten kann ich nicht sein, wirklich nicht. Sie rangieren unangefochten auf Platz Nummer Eins der „Ich kann nicht ohne euch leben”-Gemüse und ich habe immer, immer, immer welche zu Hause.

tomate2Nein, nicht nur in der Tube oder Dose, das auch, aber auch immer frische Tomaten. Selbst im Winter. Ich vertilge Unmengen davon, was andern scheinbar doch häufiger einmal seltsam erscheint. Umso schleierhafter ist es mir, wie man ohne rohe Tomaten leben kann. Aufs Brot, in den Salat, pur, zwischendurch, zum Käse, solo – ich finde jederzeit Möglichkeiten und Anlässe zum Verzehr von Tomaten.

Natürlich ist der allererste Grund dafür, daß sie mir einfach schmecken, richtig gut schmecken. Darüber hinaus sind Tomaten aber so eine herrlich mediterrane Frucht in im besten Fall leuchtender Farbe, deshalb sind sie für mich häufig ein Gute-Laune-Garant, auch, weil sie mich an Italien erinnern.

tomate1Vor noch nicht allzu langer Zeit bin ich diesbezüglich auf Feuilles de Tomate von Parfum d’Orsay gestoßen – ein Raumduftset mit Kerze und Raumspray, auch einzeln erhältlich. Meine Neugierde war geweckt, nachdem ich die knappen Zeilen las: „Feuille de Tomate captures the scent of the crushed tomato leaf and is ideal for the kitchen.” – aha, der Duft zerdrückter Tomatenblätter soll es sein und ideal für die Küche, soso. Ein Test war unumgänglich, ihr könnt es Euch sicher denken.

Und, was soll ich sagen – ganz abgesehen davon, daß ich dieses kleine, urfranzösische Haus ohnehin für Tilleul und den Dandy sehr in mein Herz geschlossen habe – Feuilles de Tomate ist ehrlich und authentisch und riecht genau so, dem ist eigentlich nicht mehr allzu viel hinzuzufügen. Da die Rezension sonst jetzt aber fertig wäre, mache ich es doch ;)

Feuilles de Tomate riecht frisch gesprüht in der Tat wie junge, gerade gerupfte Tomatenblätter, saftig und grün, die man just in diesem Moment zwischen den Fingern zerrieben hat, während man damit beschäftigt ist, das Essen anzurichten: Nach Salat riecht es und einigen gepflückten Kräutern aus dem hauseigenen und sonnenverwöhnten Garten, nach Zitrone im Dressing und einem Hauch Minze, der sich auf den Tisch verirrt hat. Was wird daraus wohl werden? Insalata Mista? Oder eher Insalata Caprese? Auf jeden Fall wird auf der Terrasse gegessen, draußen in der Sonne, mit einem gemütlichen Gläschen Wein relaxt und den Moment genossen.

Hach. Nachdem alle anderen Zimmer hier schon dauerbeduftet sind und/oder werden, kommt Feuilles de Tomate auf jeden Fall in meine Küche. Für die hellen Gedanken in den trüben Wintermonaten. Und für die Illusion, daß jemand hier gut kochen könnte. Dafür gehe ich dann doch lieber gleich zum Italiener um die Ecke, der läßt auch nicht immer die Küchenkräuter eingehen ;)

In diesem Sinne -

viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Vielen lieben Dank an Paola für die beiden tollen Fotos “Red little Tomato” via stockxchng!

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