Torre of Tuscany @ Home – Raumdüfte die Zweite.
Heute geht es fröhlich weiter mit den Raumdüften der brandneuen Torre of Tuscany-Kollektion, die uns Enzo Torre von Profumi del Forte soeben als neue Linie seines Hauses präsentierte.
Komplex geht es einher bei den Düften – ein Grund, weshalb ich sie mir alle zur Brust oder besser Nase nehme und sie Euch vorstelle. Ganz abgesehen davon, dass ich mir noch gar nicht sicher bin, welche alsbald in meinem Elfenbeinturm hier Anwendung finden werden und mit was ich beginne, bin ich mir sicher, dass der eine oder andere von Euch die Düfte ob ihrer feinen Kompositionen vielleicht gar als Duft verwenden wird. Nicht wenige sind mir bekannt, die das zum Beispiel mit Diptyques Galliano-Raumspray so betrieben, das leider nie als Parfum aufgelegt wurde. Wir werden sehen…
„CERTALDO – Limette und Basilikum. Mandarine mit all ihren Vorzügen, es hebt die Moral, begünstigt das Wohlbefinden und schenkt ein Lächeln. Ein Spritzer Zitrus, spaßig und voller Energie. Die Mischung wird perfektioniert durch Bergamotte und Basilikum, welche dem Auftreten eine Leichtigkeit verleiht.“
Certaldo zeigt sich übermütig agrumenfruchtig im Auftakt, was auch kein Wunder ist. Bergamotte, Zitrone und Mandarine bilden einen Dreiklang, der in der Basis von Patchouli und Eichenmoos herzlich begrüßt wird, die den Chyprecharakter des Duftes prägen. Bei einem guten Chypre sind Lederanmutungen nicht fern – so findet sich auch hier alsbald ein imposantes Lederchen ein, das den Duft mehr und mehr in seine Verwendungsrichtung dirigiert: Herrenzimmer. Oder Bauhausvilla. So elegant und minimalistisch ist das Chypre hier interpretiert – Zitrusfrüchte, der genuine Chyprecharakter, ein paar erlesene Kräuter und grasig-rauchig-salziger Vetiver. Herrlich. Und, nebenbei bemerkt: Auch hier einmal mehr – der Duft muss sich hinter keinem Parfum verstecken. Ein herausragendes Cologne hat auch nicht mehr auf dem Kasten.
„FIESOLE – Orangenblüten und Jasmin. Frühlingszeit, reich an Düften, mit dem Verlangen ihnen zu folgen und der warmen, frischen Sonne nach einem langen Winter entgegen zu laufen. Sizilianische Orangenblüten hüpfen erfrischend und scharf. Ägyptischer Jasmin und Veilchen bezaubern unsere Sinne und unser Lächeln. Und zu guter Letzt: Formosa Tuberose.“
Fiesole – würde ich mir sofort als Parfum kaufen. Er ist so wunderschön. Fröhlich-beschwingte Orangenblüte mit all der ihr genuinen Honigsüße, von Orange und Mandarine in ihrer Fruchtigkeit satt-saftig untermalt, trifft auf hell blühenden, strahlend-weißen un-indolischen Jasmin. Alleine das ist schon ein Vergnügen, das hier allerdings auf Eisenkraut und Veilchenblätter trifft. Was für eine geniale Idee. Das möchte bitte einmal jemand in einem Parfum umsetzen – mir fällt keines ein, in dem diese Noten derart präsent sind oder auch nur vorkommen. Das zitrisch-kräuterige Grün der Verbena und das bittergrüne Blattwerk der Veilchen zeigt sich als perfekter Gegenpart zu den Blüten, deren Anmutung undifferenziert von Tuberose und Freesie noch wässrig-opulent verstärkt wird. Ein betörend schöner Sommernachtstraum.
„MONTALCINO – Rote Früchte und Puderzucker. Das Gefühl eines warmen späten Sommernachmittags in der Landschaft Sienas: Im Wald schimmern rote Beeren und parfümieren die magische Atmosphäre. Brombeere, Himbeere, Johannisbeere und Heidelbeere! Dann Freesie und Heckenrose, ein Triumph an Persönlichkeit, gemildert durch die Süße des Puderzuckers und der Vanilleschote.“
Sienne d’Hiver – Siena im Winter, das olfaktorische Denkmal von Duchaufour für Eau d’Italie beschäftigt sich bereits mit dieser toskanischen Gotikschönheit. Duchaufours Duft ist allerdings – melancholisch, poetisch – und passt damit in die kargen kalten Wintermonate, wärmt die Seele. Montalcino ist in gewisser Hinsicht das genaue Gegenteil: Er wärmt ebenfalls die Seele, allerdings in dem er einem auf Anhieb ein Lächeln ins Gesicht zaubert ob seiner heiter-beschwingten Unbeschwertheit. Beeren satt, man vermag sie sogar einzeln aus dem duftenden Stillleben herauszulösen: Kirschen und Johannisbeeren, rote (!), von säuerlicher Süße. Heidelbeeren mit ihrer zart-mehligen Fruchtigkeit. Dunkle Brombeeren und samtige Himbeeren. Ein Röslein atmet mit Freesie zusammen zitrisch-wässrige Frische. Und überstreut ist das ganze mit einer dicken Schicht Vanille- und Puderzucker. Himmlisch – ein echter Gute-Laune-Duft.
Und, euer erster Eindruck? Ist etwas für Euch dabei? Und, wenn ja – in welcher Form? Diffusor, Kerze, Spray? Was präferiert Ihr für Eure heimischen Gefilde?
Darüber hinaus wäre ich mächtig interessiert: Besteht grundsätzlich Interesse an mehr Artikeln zum Thema Raumdüfte?
Viele liebe Grüße,
Eure Ulrike.


















Nein, nicht nur in der Tube oder Dose, das auch, aber auch immer frische Tomaten. Selbst im Winter. Ich vertilge Unmengen davon, was andern scheinbar doch häufiger einmal seltsam erscheint. Umso schleierhafter ist es mir, wie man ohne rohe Tomaten leben kann. Aufs Brot, in den Salat, pur, zwischendurch, zum Käse, solo – ich finde jederzeit Möglichkeiten und Anlässe zum Verzehr von Tomaten.
Vor noch nicht allzu langer Zeit bin ich diesbezüglich auf Feuilles de Tomate von
Kerzen faszinieren diesen Jungen, seit er klein ist. Das flackernde Licht, das sie auf die Wände werfen, das Spiel der Schatten, die über den Tisch tanzen, der gold-gelbe Schein, der sich in allen Oberflächen wiederspiegelt. Allein das Wort „Kerze“ übt eine beinahe magische Wirkung auf ihn aus. Denn Cerus, das Wachslicht, wie die alten Lateiner noch sagten, hat die Fähigkeit, dunkle Räume in Licht zu tauchen, und das schon seit vielen tausend Jahren. Als das Christentum noch jung war, mussten sich die Anhänger dieser Religion tief unter Rom, in den Katakomben, verstecken. Und dort war es … dunkel. Welche Freude mussten damals, etwa hundert Jahre nach Christi Geburt, Kerzen bringen – statt der bis dahin verwendeten umständlichen, talggetränkten Fackeln. Den Jungen fasziniert die Kerze, dieser uralte Gegenstand, der in der Geschichte der Menschheit immer wieder modernisiert und verbessert wurde. Die ersten Wachskerzen waren noch unbezahlbar teuer, nur dem Adel vorbehalten, und ihr Docht musste alle paar Minuten gekürzt werden, um das übermäßige Rußen zu verhindern. Erst 1825 kam ein Patent für tropffreie und bezahlbare Parafin-Kerzen auf den Markt. Wieder sind es die Christen, die auf diese Erfindung reagieren und aus der Kerze einen Kultgegenstand machen: Erst erfanden sie den Adventskranz mit vier Kerzen, dann den Weihnachtsbaum, der im festlichen Kerzenschein das Wohnzimmer erstrahlen liess. Einfach nur eine Kerze? Nein, das kleine Licht bedeutet für den Jungen so viel mehr, es bedeutet Ruhe, Kraft und Genuß. Also setzt sich der Junge hin und erfindet die schönsten Duftkerzen, die ein Mensch jemals gerochen hat…
Da standen schnöde Wachs- Teile auf unseren Tischen, die außer Abzubrennen nicht viel auf dem Kasten hatten. Die schwierigste Kaufentscheidung war bis dato vielleicht Farbe, Form und rußend oder nicht-rußend. Dann kam vor ein paar Jahren (arg lange ist es gar nicht her) ein neuer Trend: Aroma-Kerzen, die gut riechen konnten. Erst gab es sie auf Hippie-Märkten, mit merkwürdig verklärten Noten wie „Meditations-Weihrauch“ und „Seelenrein-Inkarnations-Bla“. Aber der Luxus-Markt lässt ja bekanntlich nicht lange auf sich warten, und plötzlich bekam man ständig Edel-Kerzen in schickem Design geschenkt, die wenigstens vernünftig, wenn auch eindimensional, nach Vanille oder Apfel rochen.
Bereits in der Vergangenheit bewies Linari eindrücklich, daß Diersche sowohl ein glückliches Händchen als auch Auge und Nase für seine Produkte hat: Die gesamte Linie überzeugt optisch in schöner Less-is-more-Manier, wie Bauhaus-Pionier Mies van der Rohe wohl attestiert hätte, durch Minimalismus und eine klare Formensprache. Die Verpackungen sind puristisch und pur, visuell als auch haptisch – die verwendeten Materialien wie beispielsweise Holz, Stahl, Glas und Samt zollen diesem Credo Tribut und gewinnen durch ihre gewollte Schlichtheit erst recht an Präsenz – simply perfect, könnte man sagen. Mir persönlich als Fan von reduziertem Design jedenfalls gefallen sie ausnehmend gut.