Aus Liebe zum Duft Shop Duft Tagebuch

Torre of Tuscany @ Home – Raumdüfte die Zweite.

Geschrieben in Diffusoren,Duftkerzen,Raumdüfte,Raumsprays am 16.05.2012

Heute geht es fröhlich weiter mit den Raumdüften der brandneuen Torre of Tuscany-Kollektion, die uns Enzo Torre von Profumi del Forte soeben als neue Linie seines Hauses präsentierte.

Komplex geht es einher bei den Düften – ein Grund, weshalb ich sie mir alle zur Brust oder besser Nase nehme und sie Euch vorstelle. Ganz abgesehen davon, dass ich mir noch gar nicht sicher bin, welche alsbald in meinem Elfenbeinturm hier Anwendung finden werden und mit was ich beginne, bin ich mir sicher, dass der eine oder andere von Euch die Düfte ob ihrer feinen Kompositionen vielleicht gar als Duft verwenden wird. Nicht wenige sind mir bekannt, die das zum Beispiel mit Diptyques Galliano-Raumspray so betrieben, das leider nie als Parfum aufgelegt wurde. Wir werden sehen…

Drink

„CERTALDO – Limette und Basilikum. Mandarine mit all ihren Vorzügen, es hebt die Moral, begünstigt das Wohlbefinden und schenkt ein Lächeln. Ein Spritzer Zitrus, spaßig und voller Energie. Die Mischung wird perfektioniert durch Bergamotte und Basilikum, welche dem Auftreten eine Leichtigkeit verleiht.“

Certaldo zeigt sich übermütig agrumenfruchtig im Auftakt, was auch kein Wunder ist. Bergamotte, Zitrone und Mandarine bilden einen Dreiklang, der in der Basis von Patchouli und Eichenmoos herzlich begrüßt wird, die den Chyprecharakter des Duftes prägen. Bei einem guten Chypre sind Lederanmutungen nicht fern – so findet sich auch hier alsbald ein imposantes Lederchen ein, das den Duft mehr und mehr in seine Verwendungsrichtung dirigiert: Herrenzimmer. Oder Bauhausvilla. So elegant und minimalistisch ist das Chypre hier interpretiert – Zitrusfrüchte, der genuine Chyprecharakter, ein paar erlesene Kräuter und grasig-rauchig-salziger Vetiver. Herrlich. Und, nebenbei bemerkt: Auch hier einmal mehr – der Duft muss sich hinter keinem Parfum verstecken. Ein herausragendes Cologne hat auch nicht mehr auf dem Kasten.

Meisterhaeuser.

Royal jasmine, just opening„FIESOLE – Orangenblüten und Jasmin. Frühlingszeit, reich an Düften, mit dem Verlangen ihnen zu folgen und der warmen, frischen Sonne nach einem langen Winter entgegen zu laufen. Sizilianische Orangenblüten hüpfen erfrischend und scharf. Ägyptischer Jasmin und Veilchen bezaubern unsere Sinne und unser Lächeln. Und zu guter Letzt: Formosa Tuberose.“

Fiesole – würde ich mir sofort als Parfum kaufen. Er ist so wunderschön. Fröhlich-beschwingte Orangenblüte mit all der ihr genuinen Honigsüße, von Orange und Mandarine in ihrer Fruchtigkeit satt-saftig untermalt, trifft auf hell blühenden, strahlend-weißen un-indolischen Jasmin. Alleine das ist schon ein Vergnügen, das hier allerdings auf Eisenkraut und Veilchenblätter trifft. Was für eine geniale Idee. Das möchte bitte einmal jemand in einem Parfum umsetzen – mir fällt keines ein, in dem diese Noten derart präsent sind oder auch nur vorkommen. Das zitrisch-kräuterige Grün der Verbena und das bittergrüne Blattwerk der Veilchen zeigt sich als perfekter Gegenpart zu den Blüten, deren Anmutung undifferenziert von Tuberose und Freesie noch wässrig-opulent verstärkt wird. Ein betörend schöner Sommernachtstraum.

Verbena

„MONTALCINO – Rote Früchte und Puderzucker. Das Gefühl eines warmen späten Sommernachmittags in der Landschaft Sienas: Im Wald schimmern rote Beeren und parfümieren die magische Atmosphäre. Brombeere, Himbeere, Johannisbeere und Heidelbeere! Dann Freesie und Heckenrose, ein Triumph an Persönlichkeit, gemildert durch die Süße des Puderzuckers und der Vanilleschote.“

Sienne d’Hiver – Siena im Winter, das olfaktorische Denkmal von Duchaufour für Eau d’Italie beschäftigt sich bereits mit dieser toskanischen Gotikschönheit. Duchaufours Duft ist allerdings – melancholisch, poetisch – und passt damit in die kargen kalten Wintermonate, wärmt die Seele. Montalcino ist in gewisser Hinsicht das genaue Gegenteil: Er wärmt ebenfalls die Seele, allerdings in dem er einem auf Anhieb ein Lächeln ins Gesicht zaubert ob seiner heiter-beschwingten Unbeschwertheit. Beeren satt, man vermag sie sogar einzeln aus dem duftenden Stillleben herauszulösen: Kirschen und Johannisbeeren, rote (!), von säuerlicher Süße. Heidelbeeren mit ihrer zart-mehligen Fruchtigkeit. Dunkle Brombeeren und samtige Himbeeren. Ein Röslein atmet mit Freesie zusammen zitrisch-wässrige Frische. Und überstreut ist das ganze mit einer dicken Schicht Vanille- und Puderzucker. Himmlisch – ein echter Gute-Laune-Duft.

berry time

Und, euer erster Eindruck? Ist etwas für Euch dabei? Und, wenn ja – in welcher Form? Diffusor, Kerze, Spray? Was präferiert Ihr für Eure heimischen Gefilde?

Darüber hinaus wäre ich mächtig interessiert: Besteht grundsätzlich Interesse an mehr Artikeln zum Thema Raumdüfte?

Viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Torre of Tuscany…

Geschrieben in Diffusoren,Duftkerzen,Raumdüfte,Raumsprays am 15.05.2012

ist die neue Linie von Enzo Torre, dem Mann hinter Profumi del Forte, von der ich Euch bereits in meinen Messeberichten von der Düsseldorfer Global Art of Perfumery 2012 begeistert berichtet hatte. Vor allem auch die Raumdüfte hatten es mir angetan, deshalb werde ich Euch diese heute und morgen vorstellen. Leider umgibt mich kein großes Diffusorenheer, allerdings habe ich Abfüllungen der kompletten Kollektion erhalten, weswegen ich in der Lage dazu bin, Euch die Düfte einzeln vorzustellen. Sechs sind es an der Zahl, und sie sind sowohl als Raumsprays, Diffusoren als auch als Kerzen erhältlich.

Wie haltet Ihr es überhaupt mit Raumbeduftung? Das wäre eigentlich einmal ein Thema für einen eigenen Artikel, ich bin ja annähernd genauso raumduftverrückt wie parfumsüchtig… Allerdings bin ich, was Diffusoren angeht, manchmal ein bisschen schwierig: Ein Diffusor muss für mich den Balanceakt bewältigen, meine relativ offene, nicht übermäßig große, aber auch nicht ganz kleine Wohnung angenehm zu beduften, ohne mich, meine Katzen oder Besucher dabei zu erschlagen. Hört sich vernünftig und eigentlich einfach an, ist es aber nicht (immer). Torre of Tuscany werde ich, sobald mein jetziges Repertoire sich dem Ende zuneigt, dann einmal selbst versuchen, nachdem man mir versicherte, dass die Düfte wohl eine sehr gute Präsenz im Raum haben.

Untitled

„CAPALBIO – Osmanthus und Tiaré Blumen. Osmanthus Yunnan und Jasmin haben zusammen eine entspannende und revitalisierende Wirkung, auflösend in den heiteren Tönen der Rose, Blume der Schönheit. Sandelholz zum Beruhigen jeglichen Gefühls der Rastlosigkeit und als Veranlassung süßer Träume.“

In Capalbio ist es der sogenannte Osmanthus yunnanensis, der die Hauptrolle spielt: Diese zart nach Aprikosen duftende asiatische Strauchblüte zeigt sich hier seidenweich und fruchtig, von tropischen und deutlich vernehmbaren Maracujanoten begleitet. Jasmin wolkt weißblühend im Hintergrund, ohne sich jedoch allzu übermächtig ins Bild zu rücken oder irgendwelche indolischen Zweideutigkeiten an den Tag zu legen. Rosen sind für mich weniger greifbar, als vielmehr luftig-hell-transparent als Hauch vorhanden, Frische stiftend. Abgefedert wird das angenehm sauber wirkende Ganze von weichem Moschus. Ein entspannter fruchtig-floraler Feiner, der nach Sommer duftet und nach Urlaub riecht.

Freesia

„BOLGHERI – Freesien und Harmonien von Baumwolle. Auftakt durch bulgarische Rosen, ein blumiger Ton; süße Orange und Freesie, Noten die beide sowohl lang als auch kurz sind, wieder belebende Noten. Vanille interveniert in der Herznote und ihr beruhigendes Aroma lockert jegliche Anspannung: eine Süße die uns die Kindheit vor Augen ruft.“

Bei Bolgheri wird, wie bei allen anderen Düften der Torre-Kollektion deutlich, auf welchen Holzweg man gedanklich gelangen kann, wenn man sich auf die zwei Stichwörtchen einlässt, die vorgegeben werden: Man denkt, dass man irgendeinen jener flachen Raumdüfte präsentiert bekommt, die es leider mittlerweile zuhauf gibt. Freesie und Baumwolle – ok, na dann… In Bolgheri tummeln sich aber noch viele Noten mehr – und den sauber-aquatischen Eindruck, der einem anhand der beiden Hauptnoten vermittelt wird, kann Bolgheri nicht halten: Eine hell-wässrige Freesie findet sich in der Tat, genauso wie Akzente von baumwollener Sauberkeit, durch Maiglöckchen frisch-floral verstärkt. Daneben stiftet aber eine opulente Basis aus Vanille, Moschus und Tonka süße Pudrigkeit, die von einer hellen Rose gekonnt kontrastiert wird. Das hier ist ein echter Saubermann, der allen Fans pudrig-reiner Angelegenheiten exzellent gefallen dürfte. Nur süßeln muss es dürfen, das tut er nämlich.

Freesia

„ARGENTARIO – Vanille und Ingwer. Ein Crescendo beginnend mit einem Hauch von Ingwer und süßer Sizilianischer Orange, reifend in Zedern- und Jasminholz. Eine Komposition reich an aromatischen Bestandteilen. Moschus, so einfach, eine Erinnerung an die natürlichen Wurzeln, entspannt und stellt Balance her, nur von einem Hauch von Vanille versüßt….“

Argentario bedient ein ganz anderes Klientel, was den Geschmack angeht – und das mit einer, wie ich finde, kultverdächtigen Kombination: Vanille und Ingwer. In Nanadebarys Classic Pink finden sich hier Ansätze davon genauso wie in La Vaniglia von Bois 1920. Ein einfacher, aber sehr beliebter Klassiker ist der Duft von L’Erbolario, jener italienischen, dem Bodyshop ähnelnden Kette – Vaniglia e Zenzero. Es funktioniert eben einfach, Vanille in Kombination mit Ingwer. Auch hier ist dieses Traumpaar exzellent umgesetzt: Die zitrisch anmutende Frische des Ingwers, seine ihm genuine fruchtig-säuerliche Herbheit. Orange, die die Hesperidenanklänge unterstützt, Orangenblüten, zarte Blütensüße stiftend, und Zeder, die die saubere Holzernsthaftigkeit des Ingwers unterstreicht. Ein Hauch blühender Jasmin, der sich nur weißblütig schemenhaft zeigt. Und eine opulente Basis, die, verhalten ambriert, vor lauter Vanilleweichheit nur so vor sich hinwallt. Würzig, fruchtig-frisch, holzig und gleichzeitig von einer weich-warmen Süße – was will man eigentlich mehr von einem markanten Wohlfühlraumduft?

vanilla-orchid

Morgen geht es weiter mit den restlichen drei Düften – bis dahin alles Gute und liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Vielleicht liegt es…

Geschrieben in Raumdüfte,Raumsprays am 3.03.2010

… an meinem Tagesrhythmus, bin ich doch auch quasi ein Nachtschattengewächs, so wie ich hier um halb zwei nachts am Texte tippen sitze: Ich liebe Tomaten. Ich bin zwar weder erlesener Gemüsefreund noch Gesünder-Leben-Fetischist, aber – ohne Tomaten kann ich nicht sein, wirklich nicht. Sie rangieren unangefochten auf Platz Nummer Eins der „Ich kann nicht ohne euch leben”-Gemüse und ich habe immer, immer, immer welche zu Hause.

tomate2Nein, nicht nur in der Tube oder Dose, das auch, aber auch immer frische Tomaten. Selbst im Winter. Ich vertilge Unmengen davon, was andern scheinbar doch häufiger einmal seltsam erscheint. Umso schleierhafter ist es mir, wie man ohne rohe Tomaten leben kann. Aufs Brot, in den Salat, pur, zwischendurch, zum Käse, solo – ich finde jederzeit Möglichkeiten und Anlässe zum Verzehr von Tomaten.

Natürlich ist der allererste Grund dafür, daß sie mir einfach schmecken, richtig gut schmecken. Darüber hinaus sind Tomaten aber so eine herrlich mediterrane Frucht in im besten Fall leuchtender Farbe, deshalb sind sie für mich häufig ein Gute-Laune-Garant, auch, weil sie mich an Italien erinnern.

tomate1Vor noch nicht allzu langer Zeit bin ich diesbezüglich auf Feuilles de Tomate von Parfum d’Orsay gestoßen – ein Raumduftset mit Kerze und Raumspray, auch einzeln erhältlich. Meine Neugierde war geweckt, nachdem ich die knappen Zeilen las: „Feuille de Tomate captures the scent of the crushed tomato leaf and is ideal for the kitchen.” – aha, der Duft zerdrückter Tomatenblätter soll es sein und ideal für die Küche, soso. Ein Test war unumgänglich, ihr könnt es Euch sicher denken.

Und, was soll ich sagen – ganz abgesehen davon, daß ich dieses kleine, urfranzösische Haus ohnehin für Tilleul und den Dandy sehr in mein Herz geschlossen habe – Feuilles de Tomate ist ehrlich und authentisch und riecht genau so, dem ist eigentlich nicht mehr allzu viel hinzuzufügen. Da die Rezension sonst jetzt aber fertig wäre, mache ich es doch ;)

Feuilles de Tomate riecht frisch gesprüht in der Tat wie junge, gerade gerupfte Tomatenblätter, saftig und grün, die man just in diesem Moment zwischen den Fingern zerrieben hat, während man damit beschäftigt ist, das Essen anzurichten: Nach Salat riecht es und einigen gepflückten Kräutern aus dem hauseigenen und sonnenverwöhnten Garten, nach Zitrone im Dressing und einem Hauch Minze, der sich auf den Tisch verirrt hat. Was wird daraus wohl werden? Insalata Mista? Oder eher Insalata Caprese? Auf jeden Fall wird auf der Terrasse gegessen, draußen in der Sonne, mit einem gemütlichen Gläschen Wein relaxt und den Moment genossen.

Hach. Nachdem alle anderen Zimmer hier schon dauerbeduftet sind und/oder werden, kommt Feuilles de Tomate auf jeden Fall in meine Küche. Für die hellen Gedanken in den trüben Wintermonaten. Und für die Illusion, daß jemand hier gut kochen könnte. Dafür gehe ich dann doch lieber gleich zum Italiener um die Ecke, der läßt auch nicht immer die Küchenkräuter eingehen ;)

In diesem Sinne -

viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Vielen lieben Dank an Paola für die beiden tollen Fotos “Red little Tomato” via stockxchng!

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Können Kerzen sexy sein? Diese schon: Byredo präsentiert „Bougie Parfumée“

Geschrieben in Duftkerzen,Raumdüfte am 29.12.2009

Ein Streichholz entzünden, an den Docht halten und schon verströmt die Duftkerze ihre Magie. Es könnte so simpel sein. Aber jeder, der sich mal durch die Wachs-gewordenen Duft-Träume der verschiedenen Anbieter probiert, wird schnell merken: Es ist nicht alles lecker, was brennt…

Ein Wintermärchen:
Der Junge mit den Zündelhölzern

Byredo DuftkerzenKerzen faszinieren diesen Jungen, seit er klein ist. Das flackernde Licht, das sie auf die Wände werfen, das Spiel der Schatten, die über den Tisch tanzen, der gold-gelbe Schein, der sich in allen Oberflächen wiederspiegelt. Allein das Wort „Kerze“ übt eine beinahe magische Wirkung auf ihn aus. Denn Cerus, das Wachslicht, wie die alten Lateiner noch sagten, hat die Fähigkeit, dunkle Räume in Licht zu tauchen, und das schon seit vielen tausend Jahren. Als das Christentum noch jung war, mussten sich die Anhänger dieser Religion tief unter Rom, in den Katakomben, verstecken. Und dort war es … dunkel. Welche Freude mussten damals, etwa hundert Jahre nach Christi Geburt, Kerzen bringen – statt der bis dahin verwendeten umständlichen, talggetränkten Fackeln. Den Jungen fasziniert die Kerze, dieser uralte Gegenstand, der in der Geschichte der Menschheit immer wieder modernisiert und verbessert wurde. Die ersten Wachskerzen waren noch unbezahlbar teuer, nur dem Adel vorbehalten, und ihr Docht musste alle paar Minuten gekürzt werden, um das übermäßige Rußen zu verhindern. Erst 1825 kam ein Patent für tropffreie und bezahlbare Parafin-Kerzen auf den Markt. Wieder sind es die Christen, die auf diese Erfindung reagieren und aus der Kerze einen Kultgegenstand machen: Erst erfanden sie den Adventskranz mit vier Kerzen, dann den Weihnachtsbaum, der im festlichen Kerzenschein das Wohnzimmer erstrahlen liess. Einfach nur eine Kerze? Nein, das kleine Licht bedeutet für den Jungen so viel mehr, es bedeutet Ruhe, Kraft und Genuß. Also setzt sich der Junge hin und erfindet die schönsten Duftkerzen, die ein Mensch jemals gerochen hat…

Nun gut, der letzte Teil ist geflunkert. Ich weiß nicht, wieso Ben Gorham, Erfinder der Byredo-Parfums, seine Duft-Kerzen-Kollektion entworfen hat. Aber eines stimmt doch: dass es umwerfend köstliche Kerzen sind, die aus dem einfachen Anzünden jedesmal ein kleines Ritual machen…

Erinnern Sie sich noch an die Zeit vor der Duftkerze?

Byredo Cassis KerzeDa standen schnöde Wachs- Teile auf unseren Tischen, die außer Abzubrennen nicht viel auf dem Kasten hatten. Die schwierigste Kaufentscheidung war bis dato vielleicht Farbe, Form und rußend oder nicht-rußend. Dann kam vor ein paar Jahren (arg lange ist es gar nicht her) ein neuer Trend: Aroma-Kerzen, die gut riechen konnten. Erst gab es sie auf Hippie-Märkten, mit merkwürdig verklärten Noten wie „Meditations-Weihrauch“ und „Seelenrein-Inkarnations-Bla“. Aber der Luxus-Markt lässt ja bekanntlich nicht lange auf sich warten, und plötzlich bekam man ständig Edel-Kerzen in schickem Design geschenkt, die wenigstens vernünftig, wenn auch eindimensional, nach Vanille oder Apfel rochen.

Mittlerweile hat sich der Markt verändert und es ist schon fast schwierig, eine Kerze zu finden, die nicht riecht. Segen oder Fluch? Immerhin, heutzutage kann sich jeder Duftkerzen leisten, die gibt es ja schon für ein paar Euro im Supermarkt. Oder sogar ganze Batterien duftender Teelichter aus dem Möbel-Markt. Der Haken: die meisten riechen scheußlich, Kopfweh inklusive. Aber, meine Damen und Herren,  wo viel Schatten, da gibt es auch viel Licht, oder so ähnlich. Und hier kommt Byredo ins Spiel:  Die „Bougie Parfumée“, zehn duftende Kunstwerke, sind das köstlichste, was ich seit langem gerochen habe!

Byredo – eine (wahre) Geschichte von Luxus und Perfektion

Ben Gorham ist der vielleicht bestaussehendste Mann der Parfum-Branche. Der in Kanada aufgewachsene Hüne mit den unzähligen Tatoos gründete 2006 ein Unternehmen, das sozusagen über Nacht berühmt wurde. Seine erlesenen Düfte (allen voran das betörende „Fantastic Man“! Unbedingt mal proberiechen…) entstanden in Zusammenarbeit mit Big Names wie Olivia Giacobetti („Idole“ für Lubin, „Premier Figuier“ für L’Artisan Parfumeur) oder Jerome Epinette („Poudre“ für Jovoy Paris). Wo immer man den Namen Byredo heute liest, oder Beauty-Experten über ihn reden, überschlagen sich sofort die Superlative: Beste Zutaten, geniale Kompositionen, Schönstes Design… Und sie alle haben Recht, denn Byredo muss man lieben. Magie in Flaschen sozusagen. Und nun setzt Ben Gorham noch eins oben drauf: Magie in Kerzen.

„Don’t judge a book by it’s Cover“ sagt ein englisches Sprichwort. Bei diesen kleinen Kunstwerken verhält es sich genau anders: Schon das Design – von der edel-puristischen Schachtel bis zum simpel-chic des dunkelgrauen Glases, in dem das duftende Wachs gebettet wurde – machen Lust. Und dann die Namen der zehn Kerzen! Jede Kreation spricht schon im Titel Bände und hält, was sie verspricht. Nomen est Omen könnte nicht treffender umgesetzt werden. So duftet „Bohemia“ sehr mondän und freigeistig nach Opoponax (I love it!), Rum, Labdanum (das schon im alten Ägypten als Räucherwerk eingesetzt wurde) und Vanille. Oder „Bibliothèque“: Ein raffinierter Duft aus Pflaume, Pfirsich, Patchouli und Leder. Fast meint man, das Wohnzimmer würde sich beim Abbrennen der Kerze in eine mittelalterliche Bibliothek verwandeln, in der es dezent nach ledergebundenen Schmökern und jahrhunderte-alter Weisheit riecht. Sie haben keinen offenen Kamin? Dann werden Sie staunen: diese Kerze hat einen fast gleichen, anheimelnden Effekt.

Oder mögen Sie es frischer, verspielter? Dann werden Sie „Carrousel“ lieben. Eine kindlich-heitere Mischung aus Orange, Rhabarber, Alpenveilchen, Guave und Vetiver. Schließen Sie die Augen und drehen Sie eine Runde auf dem Karrussel: die Lichter, die vorbeiziehen, während Sie auf dem liebevoll geschnitzten Holzpferdchen reiten, die Leiernde Musik aus dem Orgel-Automaten…  Egal, wie viele Duftkerzen Sie schon ausprobiert haben – die „Bougie Parfumée“ entführen Sie eine ganz neue Welt der Erinnerungen und Assoziationen. Brauchen Sie noch einen guten Vorsatz für 2010? Wie wäre es mit diesem: Nie wieder Duftkerzen kaufen, die den Namen eigentlich gar nicht verdienen. Denn Duft sollte nie synthetisch sein oder nerven. Er sollte köstlich durch den Raum schweben und sie dazu bringen, darauf zu brennen, die Kerze das nächste Mal zu entzünden.

Ben Gorham sei Dank!

- Constantin Herrmann

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Herbstwonne 7 – Linari.

Geschrieben in Ankündigungen,Diffusoren,Raumdüfte am 25.09.2009

Rainer Diersche, seines Zeichens der kreative Kopf hinter Linari, kommt nicht nur aus dem hohen Norden oder besser: aus dem schönen Hamburg – heuer kommt er „von drauß’ vom Walde“ und beschert uns rechtzeitig zur dunklen Jahreszeit einen neuen Raumduft: Natale, Nomen est omen, ist der erste Weihnachtsduft der Linari-Kollektion.

Linari NataleBereits in der Vergangenheit bewies Linari eindrücklich, daß Diersche sowohl ein glückliches Händchen als auch Auge und Nase für seine Produkte hat: Die gesamte Linie überzeugt optisch in schöner Less-is-more-Manier, wie Bauhaus-Pionier Mies van der Rohe wohl attestiert hätte, durch Minimalismus und eine klare Formensprache. Die Verpackungen sind puristisch und pur, visuell als auch haptisch – die verwendeten Materialien wie beispielsweise Holz, Stahl, Glas und Samt zollen diesem Credo Tribut und gewinnen durch ihre gewollte Schlichtheit erst recht an Präsenz – simply perfect, könnte man sagen. Mir persönlich als Fan von reduziertem Design jedenfalls gefallen sie ausnehmend gut.

Der schönen Hülle wohnt darüber hinaus auch ein schöner Geist inne: Diersche konnte für seine Duftkollektion, die größtenteils aus Diffusoren und einigen Raumsprays besteht, jedoch auch um bisher vier bemerkenswerte Parfums ergänzt wurde, seit je her anerkannte Parfumeure gewinnen: Altmeister Egon Oelkers ist da vertreten genauso wie Bernard Ellena (der Bruder von Star- und Hermès-Hausparfumeur Jean Claude Ellena), Marc vom Ende, Mark Buxton (bekannt u.a. durch seine Comme des Garçons Düfte) und seine reizende Schwester Karoline, ebenfalls Parfumeurin.

Bekannte Nasen also stehen hinter den Linari-Raumdüften – das merkt man jenen auch an: Im Gegensatz zu vielen anderen sind Diersches Produkte erstaunlich komplex, was durchaus ein Novum für den Raumduftbereich darstellt.

Bisher bemühte ich oftmals und immer wieder gerne Annick Goutals zauberhafte Weihnachtskerze Noël, die so dermaßen authentisch nach Tannenbaum riecht, daß man fast meinen könnte, sich inmitten eines weihnachtlich schneebedeckten Nadelbaumwaldes zu befinden, in welchem einem Rudolph, das Rentier, mit seiner roten Nase den Weg zum Weihnachtsmann leuchtet.

Dieses Jahr muß Abwechslung her, es darf ruhig ein bißchen Innovation sein, für die Natale sicher sorgen wird. Passend festlich anmutend trägt Natale ein braunsamtiges Gewand über dem gewohnten Flaschendesign – die Samtbeflockung ist im übrigen ein Kniff Diersches und nur mittels aufwendigster Verarbeitung auf Glas durchzuführen. Die Metallapplikationen sind in luxuriös goldfarbenem Metall gehalten – so reiht sich der Duft auch optisch passend ins Zuhause ein und schafft ein weihnachtliches Ambiente.

Und wie riecht er denn nun, der Festtagsduft? Es treffen in dem edlen Fläschchen deliziöse, italienische Mandeln auf Orangen, das florale Herz aus Flieder, Jasmin und Freesie wird durch Nelke gewürzt, während die Basis das weihnachtliche Vergnügen mit Bourbon-Vanille, Zimt und einem Hauch weißen Moschus abrundet. Assoziationen mit den Leckereien alljährlicher Weihnachtsbäckerei sind anscheinend durchaus gewünscht, bündelt Natale doch in seinen Ingredienzen einige Zutaten derselben, ja vereinigt eigentlich annähernd alle Gerüche, die zu (m)einer olfaktorischen Impression von Weihnachten dazugehören.

Geschaffen wurde Natale von Olaf Larsen. Erhältlich in der gewohnten 500ml Größe als Diffusor sowie als 100ml Raumspray.

Neben Natale hat sich Diersche noch ein weiteres Schmankerl einfallen lassen: Ein absolutes Unikat im Bereich der Diffusorenraumdüfte stellt seine neue Linie „Grandezza Imperiale“ dar. Weltweit einzigartig in dieser Größe bringt Linari die vier Düfte seiner Velvet-Serie in 5000ml-Flakons heraus. Ja, richtig – 5000ml. Das gab es bisher noch nicht, insofern – eine tolle Idee. Konzipiert sowohl für repräsentative Räume und Bereiche als auch für den privaten Lebensraum sprechen die Düfte Geschäfts- wie auch Privatkunden an und dürften so sicherlich eine breite Palette an potentiellen neuen Besitzern finden.

Erhältlich sind in der Grandezza Imperiale-Linie wie erwähnt alle Düfte der Velvet-Linie, genauer: Menta, mein persönlicher Liebling: ein umwerfend schöner Minzduft mit fruchtigen Akzenten, Puro, ein sinnlicher Duft mit Vanille, fruchtigen Noten und einer holzig-ledrigen Basis samt Patchouli sowie Onice und Senso, erster ein kontemplativer Duft mit Lavendel und Bergamotte auf einer Basis von Moschus und Tonkabohne, letzterer ein aquatisch-zitrischer Duft mit floralem Herz und holziger Basis.

Liebe Grüße,

Ulrike.

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