Aus Liebe zum Duft Shop Duft Tagebuch

EgoFacto – The Tail of your Trails…

Geschrieben in Duft,Orientalen,Reines und Pudriges am 15.05.2013

Auswahl_004… ist der Slogan zu unserem Neuankömmling im Shop: Die Geschichte(n) zu unserer Reise. Der Macher hinter der Marke ist Pierre Aulas, ein anerkannter Duftexperte und Fragrance Consultant, dessen Karriere sich sehr ambitioniert liest: Weder aus einer Parfumeursfamilie stammend noch von Mutters oder Großmutters Duftregalen beeindruckt worden und nicht aus Grasse kommend, waren es bei ihm glückliche Zufälle oder Fügungen des Schicksals, je nach Gusto. Als Marketingmann in der Branche arbeitend, entdeckte er die Begeisterung für das duftproduzierende Gewerbe – und wurde selbst entdeckt aufgrund seiner exzellenten Riechfähigkeiten. Und zwar zuerst durch die Firma Mane, die im die Möglichkeit verschaffte, seinen Geruchssinn zu vertiefen und zu verbessern, und später durch den Aromastoffhersteller Firmenich, die ihn als perfekten Mittelsmann zwischen den Parfumeuren und der anderen Seite sahen. Aulas akzeptierte – unter einer Bedingung: Er wollte unbedingt an den Mugler-Parfumprojekten mitarbeiten. Man kam zu einer Einigung – und Aulas traf einen Menschen, der ihn sehr inspirieren sollte: Die frühere Thierry Mugler-Perfumes-Chefin Véra Strubi. Zusammen arbeiteten die beiden über zehn Jahre lang. Zehn erfolgreiche Jahre, in denen solche Parfums wie das Thierry Mugler Cologne und Alien auf den Markt kamen. Strubi war es schlussendlich auch, die Aulas dazu ermutigte, eine eigene Consulting-Firma zu gründen, woraus Art of Nose entstand. Erster Kunde der Firma: Véra Strubi. Beratend tätig war Aulas in Folge für alle möglichen Firmen, darunter Balenciaga, L’Occitane, Jil Sander, Choé, Cavalli, Pucci, Fendi und andere.

Auswahl_003Parallel keimte, wie kann es auch anders sein, natürlich der Wunsch in ihm, ein eigenes Parfumhaus zu haben, ein eigenes Label, wozu sich Aulas 2009 entschloss. Genug Kontakte und Freunde hatte er ja mittlerweile in der Branche, was sich auch an der Auswahl exzellenter Parfumeure zeigt, die für Aulas tätig waren: Dominique Ropion, Alberto Morillas, Laurent Bruyière, Anne Flipo sowie Jean und Aurélien Guichard. Muss ich dazu noch etwas sagen? Ich werde es tun, weil die Parfumschöpfungen, die sich hinter den Namen verbergen, so bemerkenswert sind.

Dominique Ropion ist ein Altmeister, verantwortlich für Düfte wie Ysatis und Amarige für Givenchy, Kenzo Jungle, Amor Amor für Cacharel, Alien (und andere) für Mugler, diverses für Armani, Burberry, Chopard, Gucci, Yves Saint Laurent und viele weitere. Darüber hinaus hat er einige Schönheiten für Malle geschaffen wie zum Beispiel Vétiver Extraordinaire, Carnal Flower, Géranium pour Monsieur, Une Fleur de Cassie und Portrait of a Lady sowie den schönen Homme und So Nude für Costume National.

Alberto Morillas Kundenliste liest sich nicht minder schick: Givenchy, Cartier, Lanvin, Bulgari, Giorgio Armani, Caroline Herrera, Lancôme, Issey Miyake. Kenzo, Narciso Rodriguez gehören zu seinen regelmäßigen Kunden. Des weiteren ist er die Nase hinter Thierry Muglers Cologne, Yves Saint Laurents kommerziellem Ouderfolg M7, Estée Lauders Intuition und Pleasures, Cartiers leider eingestellter Schönling Le Baiser du Dragon, Marc Jacobs Daisy (und diverse Variationen davon) und Lancômes Miracle. Was die sogenannte Nische angeht gehen unter anderem Acqua Dezima von Eau d’Italie, Vanille 44 für Le Labo, S-Perfume für S-Perfume (den Vorgänger von A Lab on Fire), Aspreys Purple Water und Amouages Opus VII auf sein Konto.

Laurent Bruyière schuf Düfte für Ferragamo, Gloria Vanderbilt, Thierry Mugler, Escada, Costume National, Yves Saint Laurent und Escada, unter anderem Alien in Zusammenarbeit mit Ropion sowie Amor Amor für Cacharel, ebenfalls mit Ropion. Im Alter von nur 43 Jahren verstarb er leider vor einigen Jahren.

Anne Flipo ist sicherlich vielen ebenfalls ein Begriff, diese Dame der Blüten: Verte Violette, La Chasse aux Papillons, Mimosa pour moi, Iris Pallida, Œillet Sauvage, Ananas Fizz, Fleur d’Oranger und Fleur de Narcisse von L’Artisan stammen von ihr, darüber hinaus beispielsweise der schöne La Nuit de L’Homme von Yves Saint Laurent.

Und zu guter Letzt noch die beiden Guichards: Aurélien hat so gut wie die ganze Flotte von Piguet kreiert, des weiteren einiges von Bond No. 9, für Kenzo, Escada, Miyake, Galliano, Gaultier und Davidoff erschaffen. Jean war zum Teil mit von der Partie, hat aber selbst diverse Klassiker zu verzeichnen: Obsession von Calvin Klein, Loulou und Eden von Cacharel, Poison von Dior, Asja von Fendi oder Parfum de Peau von Montana. Und ein weiteres hübsches Kleinod bleibt da noch übrig – der wunderbare Fifi Chachnil.

Jetzt dröhnen Euch die Ohren, oder? Wird Zeit, uns die Düfte virtuell unter die Nasen zu klemmen. Beginnen wir heute mit Piège à Filles:
Le plus bel amour de Don Juan

„Constructed on a round and snug “feminine” accord, in which the heliotrope flower and almond are dominant, it numbs the vigilance of anyone it wants to seduce, and is the ultimate weapon of a Don Juan, a rather talented hunter. The spicy notes of cumin come through afterwards, followed by its animalic facets. It’s too late. He’s got her trapped.“

Der Don Juan, der ewige Verführer – reine Lust, pure Leidenschaft, verliebt in die Verliebtheit, der Verführung verfallen. Ob der Duft dieser geschichtenumrankten Figur oder vielmehr: diesem vielschichtigen Motiv gerecht wird? Don Juan ist ja vielmehr die Personifikation der Leidenschaft, also abstrakt und nicht unbedingt in einer Figur darstellbar – so zumindest sieht es mein Dissertationsopfer Sören Kierkegaard, der einige interessante Überlegungen dazu angestellt hat, rekurrierend auf Mozarts Don Giovanni.

Auswahl_002Die Zutaten von Flipos Verführung, ihrem Verführer, sind schlau gewählt: Zitrusfrüchte, Kumin, Mandel, Heliotrop und Hölzer. Und was das Persönlichkeitsprofil des Trägers angeht, stapelt man hoch:

„No need for kid gloves! This man is a real man, a lady-killer. But does this preclude tenderness and sensitivity?“

Ja, ja und ja. Dieser geballten Ladung Verführung wohnt natürlich auch Sanftheit, anschmiegsame inne – wie sonst sollte sie funktionieren? Der Auftakt des Duftes glänzt mit Leichtigkeit, zitrisch-prickelnder, neugierig stimmender. Säuerliche Hesperidenfrische, die alsbald die dahinterliegende Wärme erahnen lässt. Erste samtige Anklänge lassen sich erhaschen, die von einer herausfordernden Würzigkeit geprägt sind – Kumin drängt sich charmant hervor, umgehend Ambivalenz heraufbeschwörend: Hier ist er, der Macho. Einer, den animalische Anklänge begleiten wie den Reiter auf dem Emblem des Flakons das Pferd. Eine sehr interessante Mischung, zumal sie von leisen Blüten und bittersüßem Marzipan getragen wird, auf edlen Hölzern ruhend. Und dann ist da noch diese orientalisch anmutende Hitze, die von unten lodert, und von der man sich fragt, woher sie denn kommt, die samtige…

Die Jagd(saison) ist eröffnet, wie Aulas in seinem netten Video zum Duft eben jenem bescheinigt. Das glaube ich wohl, denn Piège à Filles, die Mädchenfalle, wird einigen Damen den Kopf verdrehen – ob nun auf der eigenen Haut oder auf der eines mutigen Mannes, der sich einen solchen Duft zutraut. Denn typisch maskulin ist er nicht – aber wer sagt denn, dass Mann immer vorhersehbar sein muss und Männlichkeit sich immer prollig-offensiv und platt ausdrücken muss…

Ich für meinen Teil würde einen derartigen Duft sehr gerne mal am (richtigen) Mann riechen!

Verliebte Grüße,

Eure Ulrike.

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EgoFacto – Teil Drei.
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Jul et Mad – Amour de Palazzo

Geschrieben in Ambriertes & Harziges,Duft,Orientalen am 14.03.2013

des neuen Labels Jul et Mad erzählt von einem Liebesurlaub und dem Beginn oder vielmehr dem Wachsen der gegenseitigen Leidenschaft von, der Name sagt es schon, Jul und Mad. Das sind, wie ich gestern bereits berichtet, die Gründe des Hauses und, unschwer zu erkennen – Jul und Mad sind ein Liebespaar. Eines, das seine Geschichte mit einer Duftkollektion erzählt. Für jedes Kapitel der Liebe ein Duft. So, wie es gestern angefangen hat und, ich verrate es schon, auch noch weitergeht, kann man nur hoffen, dass diese Liebe von unendlicher Dauer sein wird und noch etliche Kapitel mehr aufweisen wird, die Vorlage für derlei bezaubernde Düfte sein werden.

amourdepalHeute lassen wir uns von Jul et Mad mit Amour de Palazzo nach Venedig entführen, der Stadt der Liebe:

La Serenissima – Venedig… der Ort wachsender Leidenschaft.

Sie ist es wirklich… Venedig enthüllt sich unserem begeisterten Blick wie das unendliche Dekor eines Traumtheaters. Hohe Fassaden erheben sich nackt aus den dunklen Wassern des Canal Grande, leicht verhüllt von den Nebeln der Morgendämmerung, nackt, aber schnell von den schillernden Girlanden der Sonnenstrahlen verziert. Bald wird man die drei Ankündigungssignale des Balls hören: die kostümierten Gäste werden dann den Ballsaal und die Balkone mit vielfarbigen Stickereien und Seidenstoffen füllen. Wird der Tag dieser magischen Nacht ein Ende bereiten? Im Halbdunkel liegen die sich kreuzenden, verschlungenen engen Gassen und Kanäle, von Brücken überquert. Hand in Hand, trunken von Liebe. Trunken vom langen Tanz. Wir gehen durch diese von Geschichte durchdrungenen Labyrinthe, um unseren Geist nach dieser verzauberten Nacht zu beruhigen: die langen Gänge des prächtigen Palazzo, den wir gerade erst verließen, seine reich dekorierten Ballsäle, so wunderbar im Licht der hängenden Kronleuchter. Die ersten Zeichen der Morgendämmerung zeigen sich in der „Serenissima”. Das opulente und schwere Parfum aus kostbaren Hölzern und von Ledermöbeln, welche von den Jahrhunderten auf Hochglanz poliert wurden, vermischt sich angenehm mit den lieblichen und heimeligen Düften, die aus den umliegenden Gärten emporsteigen. Die Feuchtigkeit der alten Steine und die uns umgebende Lagune sind stets an unserer Seite… Ist es ein Traum oder Wirklichkeit? Es spielt eigentlich keine Rolle… Hier befinden wir uns in vollkommener Harmonie, wir fühlen uns frei, frei uns zu lieben, frei, gemeinsam von einem Glück zu kosten… Frei, den Augenblick zu genießen… Jede einzelne Geste, ganz gleich wie einfach, wird nun von tiefer Bedeutung erfüllt.

Die edle Palette an Inhaltstoffen, die in dieser Kreation verwendet wurde, verleiht diesem Duft seinen kostbaren Charakter: ein würziger Beginn, frisch und leicht gourmandig zugleich, der den Weg für das Herz des Parfums freigibt, wo florale, holzige und ledrige Noten perfekt harmonieren… Ein göttlicher, herrlicher Ambra-Oud-Akkord zeigt sich sogleich, getragen von verführerischen animalischen Noten… Berauschend und unwiderstehlich…“

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Ein Oudduft, werden jetzt viele jammern… Aber ein ganz besonderer… Einmal auf der Haut, strömt mir als allererstes eine kühle und kühne Gewürzmischung entgegen: Pfeffrige und nelkige Schärfe von einer süß-samtigen Würze, aber dennoch kühl-holzig und trocken. Ingwer erweist sich als echte Bereicherung: Mittels der ihm eigenen Fruchtigkeit schafft er Balance, erweitert das Duftspektrum und verhindert, dass die Trockenheit Überhand gewinnt. Erdig, pudrig, samtig und verhalten holzig zeigt sich Amour de Palazzo fortan, offenbart aber alsbald das Geheimnis seiner Basis, die überaus erotisch ist: Zart kokelnde Harze, warme sinnliche Ambra und Oudleder, markantes. Gleichermaßen sanft wie wild, zart und unzähmbar ist diese Liebe, die lodernde Leidenschaft in sich trägt durch deutlich animalische, aber ihrer Natur nach wohlerzogene animalische Anklänge.

Dieser Moment einer Liebe, der Liebe von Jul et Mad, ist einer der schönsten, aber genauso gut einer der vielen schönen – denn die Liebe, sie hat ja viele Facetten… Mich begeistert Amour de Palazzo, dieser erotische Orientale, genauso wie Terrasse à St.-Germain – und ich bin gespannt, ob es Jul et Mads dritter Duft morgen ebenso tut. Ihr auch?

Viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Robert Piguets Nouvelle Collection…

ist neulich bei uns im Shop gelandet, nachdem ich sie ja bereits vor einiger Zeit angekündigt hatte hier im Blog. Ich muss gestehen – ich war sehr neugierig, hat die Firma doch bei mir schon immer einen gut für den grandiosen Banditen. Auch die Neuveröffentlichungen der letzten Jahre waren hübsch, und jetzt gibt es gleich fünf neue Düfte… Ich finde es toll, dass man diese altehrwürdige Marke wiederbelebt hat, dass man dieses traditionsreiche Unternehmen nicht komplett in Vergessenheit geraten lässt. Und, vor allem: Dass man die herrlichen alten Klassiker nicht sterben lässt. Was wäre eine Welt ohne Bandit oder Fracas, jene genialen Kompositionen aus den Händen der legendären Parfumeurin Germaine Cellier?

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Von Haus aus war Robert Piguet, der Firmengründer, Parfumeur und Modeschöpfer, und erblickte das Licht der Welt im Jahre 1898. Schon bald zog es ihn gegen den Willen der Familie nach Paris, wo er versuchte, sich in der Modewelt einen Namen zu machen, woran er zuerst mit Pauken und Trompeten scheiterte. Wo ein Wille ist, ist oft aber auch ein Weg, und so schaffte er es doch noch zu Ruhm, Ehre und Erfolg – Christian Dior, Hubert de Givenchy und Pierre Balmain gehörten zu seinen bekanntesten Schülern. Natürlich verkehrte Piguet auch in Künstlerkreisen, fertigte Kostüme für bekannte Stars wie Edith Piaf, Jean Cocteau oder Colette. Da Piguet allerdings keinen Nachfolger für sein Geschäft fand, schloss er es zwei Jahre vor seinem Tod im Jahre 1951.

Soviel zum historischen Hintergrund. Man bekommt die alten Düfte nach wie vor, die das Haus dufttechnisch so berühmt machten, welch ein Glück. Ein Teil davon, vielleicht auch alle, wurde sicher reformuliert, behutsam, allein wegen der heutigen Vorschriften (Tierschutz, Allergien etc.) – so wie mir scheint hat man dafür exakt einen Parfumeur gefunden, der bisher alles für das Haus gefertigt hat: Aurélien Guichard. Dieser werte Herr wurde bereits in die richtige Familie in der richtigen Stadt hineingeboren – seine Familie wohnt(e?) in Grasse und belieferte die Parfumhersteller mit Rohstoffen. Sein Vater, Jean Guichard, ist ebenfalls Parfumeur, der Direktor der Parfumeursschule von Givaudan und verantwortlich für Düfte wie Cacharel Loulou, Calvin Klein Obsession oder Fifi Chachnil. Der Sohnemann hat bereits eine ganze Reihe von Kreationen vorzuweisen außerhalb der Düfte für Piguet: Etliches für Kenzo, Nina Ricci, Azzaro, Davidoff und Thierry Mugler geht auf sein Konto, darüber hinaus Gucci Guilty, Issey Miyake Pleats Please, Guerlain Acqua Allegoria Anisia Bella sowie Comme des Garçons Play (der erste von 2007) als auch Andy Warhol Silver Factory sowie Chinatown für Bond No. 9.

Jetzt wissen wir alles – und ich würde sagen, wir stürzen uns nun auf die Düfte der Nouvelle Collection, deren Begleittexte Harmen so schön für den Shop übersetzt und überarbeitet hat.

Beginnen wir mit Casbah:

„Robert Piguet Parfums lädt sie zu einer Reise auf einem fliegenden Teppich nach Marokko ein – mit Casbah – einem eindrucksvollen und bezaubernden Duft. Casbah wurde von Marrakesch inspiriert und vermischt die Wärme marokkanischer Gewürze mit der strengen Eleganz des Atlas-Zedernholzes und rundet die Komposition mit kühler Iris ab. Modern und elegant – Casbah besitzt viele Wendungen und Überraschungen. Die Wärme flüstert von Schwarzem Pfeffer, und Muskatnuss empfängt die zarte, grüne Melodie der Angelika. Der sprudelnde Auftakt wird von einem Herz aus Iris abgemildert und von Tabakblättern umrahmt. Zedernholz bietet eine poliert erscheinende Kulisse für den komplexen, rauchigen Blütenakkord, während um salzigen Vetiver geschlungener Weihrauch das harmonische Finale bildet.“

Marlene D

Das erste, was mir hier entgegenfliegt, ist Muskat, und zwar eine ordentliche Portion, getragen von einer balsamischen Wärme, die sich bald ausdifferenzierter zeigt: Süß-rauchiger Tabak umweht meine Nase, der allerdings deutlich abgemildert wird von weißen Lilien, die ihm eine herrlich Milde bescheren und ihn skinnig werden lässt. Weihrauch greift jene Rauchschwaden, die zarten, auf und führt sie fort, von einer leisen Pfeffernote begleitet und durch Vetiver bekräftigt. Zeder stiftet Sauberkeit, holzige, ernsthafte Sauberkeit, und unterstützt die milde Weichheit des Duftes, die in Verbindung mit seiner überaus prominenten Würze seinen Reiz ausmacht. Und dann ist da noch Angelika, Engelwurz, aromatisch, krautig, grün und würzig.

Mich erinnert Casbah entfernt etwas an den leider eingestellten Angelique Encens von Creed, den ja Marlene Dietrich so geliebt haben soll. Sie hat ja auch Piguets Banditen getragen, Casbah hätte ihr somit sicher auch gefallen. Ich in jedem Fall sehe ihn an Männlein wie Weiblein – ein schöner, markanter und trotzdem unaufdringlicher Orientale.

Bois Noir, unser zweiter Kandidat, verspricht Folgendes:

Bois Noir setzt auf reichhaltige Hölzer und warme Balsame, um seine Geschichte zu erzählen; das Ergebnis jedoch ist strahlend und nuanciert. Sandelholz und Patchouli bilden das bittersüße Herz der Komposition, Guajakholz verleiht ihr einen rauchig-rosigen Hauch. Eine Schicht aus Zedernholz mildert die Dunkelheit von Bois Noir und setzt streichelweiche Ambra sowie Moschus in Szene. Die Dunkelheit kostbarer Hölzer, die rauchige Wärme des Balsams und die Süße der üppigen Ambra. Mit Bois Noir fügt Robert Piguet seiner Kollektion ein avantgardistisches, holziges Elixier hinzu. Bois Noir vereint die legendäre Piguet-Eleganz mit moderner Raffinesse und bietet uns einen kultivierten und opulenten Duft an, für all jene, die keine Angst davor haben, ein stilistisches Zeichen zu setzen.“

and then they danced

Bittersüß? Ja, stimmt, und zwar absolut. Bois Noir, das schwarze Holz, hat in der Tat ein großes, bittersüßes Herz. Hätte ich dem Duft einen Namen gegeben, ich weiß nicht, ob ich ihn nach Holz benannt hätte. Und doch, unverkennbar – ein Hölzerner, aber ein deutlich harziger. Was für ein Vergnügen ist dieser Duft doch: Frisch aufgesprüht habe ich kurz das Gefühl, ein paar grüne Blättchen in der Nase zu haben, die sich allerdings alsbald verflüchtigen – Bois Noir kommt sofort zum Wesentlichen, dem Holz und den Harzen. Kurze Zeit nimmt man noch Baumharz war, es erinnert an Tannenharz, sämiges, dunkelbraun-grün-schillerndes. Im Laufe der Zeit allerdings zeigt sich Bois Noir immer trockener, wärmer und, ja, rauchiger. Wärme, ambrierte, karamellisiertes Holz, würzige Sandelholzanklänge, zimtige Kakaonoten von unserem Freund Patchouli sowie angekokeltes Holz von feiner Süße dank Labdanum. Sehr sehr schön.

Nach diesem gelungenen Auftakt freue ich mich richtig auf morgen, auf die restlichen drei Düfte der Nouvelle Collection von Robert Piguet – ich hoffe, Ihr auch?

Viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

P.S.: Hat von Euch auch wer einen von den alten Piguet-Düften zu Hause im Schrank?

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Robert Piguets Nouvelle Collection – Die Zweite.
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Officina delle Essenze…

Geschrieben in Ambriertes & Harziges,Duft,Gourmand,Leder,Orientalen am 13.12.2012

präsentieren uns eine neue Linie mit (vorerst?) drei Düften: I Caldi. Caldo steht für die Wärme oder auch warm, demnach haben wir es hier mit warmen Düften zu tun – soweit das Namensversprechen. Caldo Orientale, Caldo Legnoso und Caldo Gourmand gibt es bisher in der Linie, die von Officina delle Essenze als „warm, behaglich, opulent und sinnlich“ beschrieben wird. Leidenschaft ist natürlich wie immer auch mit im Spiel, widmen wir uns also jetzt unserer Passion und stürzen wir uns auf die Düfte…

Caldo Orientale, der erste warme Knabe, ist ein Orientale und verspricht als solcher ein sinnlicher Duft zu sein, einer, „der unsere Seele in die Mitte einer Nacht voller Leidenschaft versetzt, im legendären Marrakesch.“ Marrakesch ist auch die Wahlheimat von Serge Lutens, der dort ein wundervolles Haus besitzt, eines, in das ich sogleich einziehen würde obgleich mir jene orientalische Opulenz normalerweise nicht so liegt – siehe hier, ein kleiner Rundgang sowie ein Interview, erschienen in der Vogue. Deshalb – begeben wir uns jetzt in die marokkanische Nacht, und zwar mit Caldo Orientale und folgenden Ingredienzen: Kopfnote: Bergamotte, Anis, Ylang-Ylang; Herznote: Myrrhe, Guajakholz, Ambra; Basisnote: Vanille, Patchouli, Moschus.

Marrakesh by night

Deutlich wahrnehmbar und dominant zeigen sich bereits im Auftakt die warme, sehr charakteristische Myrrhe samt einer ganz sicher durch Weihrauch abgefederten, frisch-glitzernden Aniswürze. Anis ist immer so eine Sache – bei Caldo Orientale sollte man ihn unbedingt mögen, sonst wird man mit diesem Duft hier nicht glücklich. Spannend finde ich die Ambivalenz, das zwischen flirrender Hitze und nächtlicher Abkühlung Oszillierende. Harzige Wärme umfängt einen, von Hölzern getragen, und strahlt Trockenheit aus… während die Nachtseite mit funkelnden Zitrussternchen am einsamen Orientalenfirmament lockt, von Vanille und Moschus sanft berührt.

Pacha

Wer Annick Goutals Orientalisten mag, sprich – auf reduziert-fokussierte Orientalen (ich weiß, eigentlich ein Oxymoron…) anspricht, für den ist Caldo Orientale unbedingt empfehlenswert. Ich sehe ihn an Männlein als auch Weiblein.

Think big thoughts but relish small pleasures.  ~H. Jackson Brown, Jr., Life's Little Instruction Book

Caldo Legnoso, der warme Hölzerne, wurde von Maurizio Lembo nach einer bestimmten Impression geschaffen. Er hatte das Bild eines kräftigen und selbstbewussten Mannes vor Augen, der wie eine (deutsche?) Eiche in der Wüste steht. Ein, obgleich der Vergleich in dem Zusammenhang mehr als hinkt, Fels in der Brandung, der, Obacht meine Damen, eine intime Wärme ausstrahlt. Die Zutaten dafür sind überschaubar: Kopfnote: Ambra, Benzoeharz; Herznote: Sandelholz, Tonkabohne, Vanille; Basisnote: Vetiver, Patchouli.

Mit Caldo Legnoso werde ich fast verrückt: Das ist ein Oudduft, und zwar einer ohne Oud. Für mich riecht er wie eine zilisiert-alltagstaugliche(re) Variante von Montales Aoud Cuir d’Arabie, den ich sehr schätze. Hätte mir niemand die Zutaten verraten – ich hätte hier Oud vermutet und Leder, in inniger Umarmung auf einer warmen Harzbasis sich bettend, von würzigem Sandelholz geküsst und durch Vanille liebkost. Patchouli als Rückgrat hätte ich dem Düftchen auch unterstellt – und hätte im Prinzip damit ja auch recht gehabt, wären da eben nicht die zwei für mich sowohl auf Haut als auch Teststreifen so präsenten Noten Oud und Leder, die, ja… woher eigentlich kommen? Ich denke, aus einer speziellen Melange von Sandelholz, Patchouli und den Harzen. Ist aber eigentlich auch völlig egal – fest steht: Ein sehr schöner Duft. Und jenen Mann, der da wie ein Baum in der Wüste steht, den würde ich, wenn er genauso markant ist wie der Duft, nun wirklich gerne einmal kennenlernen. Trotzdem sehe ich den Duft nicht nur an Männern – auch Frauen sind mit Caldo Legnoso gut beraten, allerdings sollte man dann solche Kaliber zu schätzen wissen.

Peanutbutter Caramel Monkey Bread Cupcakes

Strawberry Coconut Cuppies

Für all diejenigen Frauen, die es lieber etwas lieblicher mögen, ist der letzte Duft dann sicherlich einen Test wert: Caldo Gourmand. Dieser „warme Gourmand“ verspricht „mit Leib und Seele ein Gourmandduft zu sein“. Auf der Haut möchte er sich „weich anfühlen, aufregend und zugleich auch beruhigend, bezaubernd und sinnlich – auf ganz unschuldige Art und Weise.“ Dafür hat Maurizio Lembo Folgendes im Einsatz: Kopfnote: Vanille, Karamell; Herznote: Kokosnuss; Basisnote: Moschus, Hölzer.

Caldo Gourmand zaubert mir umgehend ein Lächeln ins Gesicht – meine Güte, was für ein Süßer :) Anfänglich hätte ich wetten können, dass sich da noch ein paar Beeren mit hineinverirrt haben… und, auf meiner Haut zumindest, scheint es auch so – klitzekleine Walderdbeeren blitzen durch dieses süße Dickicht, das sich weich seinen Raum bahnt, sämig wie Honig, dicht und opulent. Ich bin mir absolut sicher, würde es Werthers Echte mit Kokosgeschmack und mit einem leichten Hauch Walderdbeere geben und man würde sie erwärmen – exakt so würden sie riechen. Vielleicht gibt es ja ein solches Dessert? Wenn nicht müsste man es schleunigst erfinden, so sehe ich das. Caldo Gourmand ist mir persönlich einen Tick zu süß, um ihn zu tragen, er ist aber ein echter Seelenschmeichler, ein Wohlfühlduft, der einen heiter, freundlich und fröhlich stimmt – insofern hat er sich doch in mein Herz geschlichen.

Und, ist was für Euch dabei?

Viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Sich Haschisch spritzen

Es gibt einfach Düfte, da geht bereits beim Titel das Kopfkino an. Nasomattos Black Afgano gehört zweifelsohne dazu. Der Kumpel vom Vetter meines Nachbarn hat wohl schon einmal mit Schwarzem Afghanen zu tun gehabt und gehörte zu den Jugendlichen, die sich am Bahnhof Haschischtabletten spritzen. So lautet vermutlich die öffentlichkeitstaugliche Version vieler, die im stillen Kämmerlein gerne an den einen oder anderen wilden Abend zurückdenken.

Neben andersfarbigen Sorten, wie dem „Grünen Türken“ oder „Roten Libanesen“, gehört der „Schwarze Afghane“ zu den dunklen Haschischsorten. Das Harz wird von der wachsenden Pflanze abgerieben und erhält durch langes Kneten seine dunkle Färbung. Warum dies so ist, darüber möchte ich gar nicht nachdenken.

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich den Flakon als wahre Augenweide empfinde. Die schwarze Flüssigkeit im glänzenden Glas und der herrliche Verschluss, der dem Themenduft die koksähnliche Krone aufsetzt. Gestalterisch vom Feinsten, würde ich sagen.

Auch die Beschreibung des Duftverlaufs lässt mir – als olfaktorischer Fressflash – das Wasser im Munde zusammenlaufen. Parfumeur Alessandro Gualtieri verwendete folgende stark miteinander verwobene Noten (Achtung, diese Noten vermuten wir nur):
Kopfnote: Cannabis, Krautige Noten
Herznote: Harze, Hölzer, Kaffee, Tabak
Basisnote: Weihrauch, Adlerholz (Oud)

Un peu de fumée...

Die spöttische Redewendung „sich Haschisch spritzen“, die unter Kennern der Materie die Unkenntnis und Vorurteile anderer auf den Punkt bringt, lässt sich mit Nasomattos „Black Afgano“ auf eine weitere Bedeutungsebene katapultieren. Der flüssige Nachbau des Schwarzen Afghanen lässt sich ja in der Tat zur äußeren Anwendung wohlgemerkt auf die Epidermis spritzen.

Wie viel vom Rausch liegt allein im Duft begründet? Von „hypnotischen Blumen“ und „psychedelischen Hölzern“ ist die Rede… dies gilt es nun zu überprüfen. Dem Duftstreifen entfleuchen narkotische florale Noten, die von Harzen und Hölzern begleitet werden. Obacht, liebe Hausfrauen, dieses Wässerchen macht wie erwartet Flecken aufs Mieder.

Auch auf der Haut ändert sich nicht viel an diesem Eindruck. Ich denke, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage, dass dieser Schwarze Afghane eher eine abstrakte Interpretation des Themas darstellt. Solltet Ihr Euch also mit Black Afgano satt beträufeln, dürfte auch bei einer Fahrzeugkontrolle der schnauzbärtige Schutzmann keinerlei Verdacht schöpfen.

Süßliche und leicht krautige Noten verbinden sich mit den Herznoten, sodass eine balsamisch-narkotische Mischung entsteht, bei der das Köpfchen glüht. Das ist ein ganz runder und austarierter Duft. Auch die oftmals als Kracher angelegten Basisnoten Weihrauch und Adlerholz halten sich vornehm zurück und steuern maßvoll ihre holzig-harzige Grundierung bei. Insgesamt ein durchweg kräftig-würzig-holzig angelegter Duft, der sich auf seine ganz eigene Art und Weise der Thematik annimmt.

Bridal

Ich bin wirklich angetan, ein toller Duft, den ich mir im Übrigen auch sehr gut an einer Dame vorstellen kann. Alles in allem ein hervorragendes Gesamtkonzept: ein exzellent gemachter Duft, ein provokatives Konzept und ein Flakon zum Niederknien – perfekt!

Was haltet Ihr von Black Afgano?

Viele rotäugige Grüße
Harmen

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Das Fenster ins Dunkel – Montales „Royal Aoud“

Geschrieben in Duft,Gewürziges,Holziges,Orientalen am 30.04.2012

Nach meinem kürzlichen Aha-Erlebnis mit Aoud Leather von Montale war natürlich die Neugier geweckt, erstens nach weiteren Düften aus diesem Hause und zweitens nach weiteren Ouddüften. „Royal Aoud“ heißt der nächste Kandidat, der heute unter die Lupe genommen werden soll.

Egg (safer kumquat replacement) Photography

Ich lasse mich nun gar nicht aufhalten und sprühe „Royal Aoud“ auf den Teststreifen und werde von einer Oudwolke überwältigt, holla die Waldfee! Nachdem sie aber davongewalzt ist, machen sich zitrische Noten breit – eine spannende Sache, wo doch oftmals zitrische Kopfnoten nach einem fulminanten Auftakt zu verschwinden drohen.

Auf der Haut ein ähnliches Bild, eine medizinisch-alkoholische Dampfwalze bügelt durch die Nase, lässt aber auch zeitig wieder nach, um einem differenzierteren Bild Platz zu machen. Die holzigen und rau durch die Nase gehenden Aspekte des Adlerholzes werden „sichtbar“, welche es genau sind, gibt auch der Hersteller nicht an. Zu Beginn des Duftverlaufs scheinen die Kopfnoten aus Kumquat und Grapefruit die medizinischen Instrumente des Ouds zu verlängern und über sich selbst hinauszutragen, später gehen sie dazu über, im immer komplexer werdenden Gebilde eine neue Rolle zu übernehmen. Sie kontrastieren das dunkelwürzige und rauchwerkartige Oud durch helle zitrische Noten wie ein Fenster, durch welches das Licht in einen dunklen Raum fällt.

The light within {ON EXPLORE}

Ein Sprichwort sagt: „Das Gesicht des Menschen erkennst du bei Licht, seinen Charakter im Dunkeln.“ So verhält es sich auch mit „Royal Aoud“. Ein undurchdringlich scheinende dominater Oudauftakt wird nach und nach von hellen Aspekten unterlaufen, die ihr freundliches Gesicht nach außen zeigen, der wahre Charakter liegt jedoch in der Komplexität des Adlerholzes, in den vielen dunklen Ahnungen und verworrenen Seelenwindungen.

Texture

Ein königlicher Duft, keine Frage, meine Neugier ist mit diesem Test keineswegs kleiner geworden, wie gut also, dass ich hier noch weitere Proben liegen habe, die sicherlich auch in nicht allzu ferner Zukunft hier einmal besprochen werden sollen.

Es soll ja Leute geben, die diesen Duft nicht mögen. Wie steht Ihr zu ihm?

Viele Grüße
Harmen

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Royal Crown…

Geschrieben in Duft,Orientalen,Solifloral am 25.01.2012

betont seine Herkunft schon im Namen – Königliches verspricht uns die neue Linie, die erst vor kurzem zusammen mit den Visconti-Düften Eingang in unser Sortiment fand. Von Visconti war ich, wie der geneigte Leser wissen wird, überraschend angetan – Grund genug, mich für Euch zu „opfern“ und mein geneigtes Näschen in der neuen Kollektion zu versenken…

Sieben Düfte sind es, die Euch und mich erwarten, nämlich: Noor, Tenebra und Poudre de Fleurs für die Damen, Rain, Musk Ubar und Tabac Royal für die Herren sowie Celebration für beide Geschlechter – unsere Beschäftigung für diese Woche.

Bemerkenswert sind vorab natürlich die Flakons: Die Linie präsentiert sich, Adel verpflichtet, in florentinischen Kristallflakons mit kunstfertig hergestelltem, von Hand mit Swarovski-Kristallen verziertem Deckel in Kronenform. Für den einen oder anderen Sammler sicher ein Augenschmaus.

Noor sieht sich als „Entdeckungsreise in die Welt des Weiblichen“, jenes „Universum der Femininität“ – ich will sehen, ob ich dabei folgen kann… „Sophisticated“ soll er sein und – ein Orientale. Für eine selbstbewusste Frau. Dafür haben Royal Crown tief in die holzige Harzkiste gegriffen, wie mir ein erster Blick auf die Ingredienzen verrät: Kopfnote: Koriander, Ylang-Ylang, Elemiharz; Herznote: Opoponax, Patchouli, Jasmin; Basisnote: Benzoeharz, Adlerholz (Oud), Myrrhe, Vetiver.

Nach einem ersten Schnuppertest frage ich mich nach dem Frauenbild, dass der Herr Parfumeur da so im Kopf hatte… In jedem Fall entspricht es sicherlich nicht dem gängigen Schönheitsideal der zum Teil fast schon in (Selbst)Auflösung inbegriffenen Size-Zero-oder-darunter-Frauen. Und auch nicht der Marschrichtung, die die meisten Mainstream-Parfums mittlerweile verfolgen, bei denen sauber gar nicht sauber genug riechen kann.

Noor zelebriert Wollust. Harzige Wollust. Eine überbordend-überschäumende Harz-Femme-Fatale in eine samtene Gewürzrobe gehüllt, mit einem ausladend-würzigen Holzhintern ausgestattet, der Begehrlichkeiten weckt. Hossa, was für ein Vollweib!

Tenebra, man riecht es gleich, huldigt der Tuberose – wir haben es also wieder mit einer Verführerin zu tun. Diesmal war der Duft schneller auf meinem Arm, als ich die Beschreibung lesen konnte – aber nach allem, was mir da entgegenweht, ist mir klar, dass man hier alles auf eine Karte gesetzt hat – die Tuberose. Und siehe da, im Text zum Duft, da steht es auch: Tenebra sei die fleisch-, pardon: duftgewordene Verführung in Reinform.

Entweder liegt es an meiner neu entflammten Tuberosenleidenschaft, die mir eine rosarote Brille beschert. Oder aber es sind mir wirklich bisher keine total vergurkten Soliflor-Tuberosen über den Weg gelaufen – zumindest keine, an die ich mich erinnern könnte. Tenebra schert ebenfalls nicht aus und reiht sich bei den Tuberosenschönheiten ein, die mir die letzten Monate unter die Nase kamen: Zitrische Herbheit zeigt sich im Auftakt, von zurückhaltend metallischen Akzenten untermalt, die von der Narzisse herrühren dürfte. Bittere Anklänge werden offenbar, die mich kurzfristig annehmen ließen, irgendwo Vetiver vorzufinden. Kein solcher ist angegeben, und die Bitterkeit nimmt uns an die Hand und führt uns in die Höhle der Löwin: Eine buttrige, narkotisierende Tuberose, wächsern und auf eine Art pfeffrig anmutend, auf einem weichen Lager von betörender Süße gebettet.

Fatal erinnert mich die Tuberose an ein Gedicht namens Sünde der Wienerin Lisa Baumfeld, die im zarten Alter von 19 Jahren 1897 verstarb:

Allein die Sünde ist unendlich reich …
(Loris.)
… Ein weißes Weib lehnt in den dunklen Falten
Mit steinig weißen, grau’nhaft schönen Gliedern,
An die sich gleißend eine Schlange schmiegt ….
Mit bleichem, sündhaft schönem Antlitz …
Aus seinen Zügen leuchtet, blaßroth schwellend,
Ein wundersüßer Mund, der vieles sagt,
Und lächelnd … viel verschweigt …
In ihrem Aug’, dem trunk’nen, zaubertiefen,
Brennt sehnsuchtsfeucht ein Blick, der lockt und fängt
Und schmeichelnd kost und tödlich wundet
Und glühendheiß macht und den Sinn verwirrt …
Wer bist du, seltsam Weib?
Was glüht in deinen Lippen?
Was rauscht sirenengleich
Aus deiner Augen Meer?
»Mein Name ist der älteste hienieden.
Ich bin im Hauch der starren Tuberose,
Der schweren, die in weißen Gluten brennt …
Ich bin, wo tolle Rhytmen wirbeln
Und Menschen lachend sich dem Klang hingeben
Und sinnberauschet in den Tod sich wirbeln …
In allem Dufte, der dich trunken macht
Und süß zu Tode küßt und duftet …
Bin im Accord, der brausend dich durchflutet,
Und deine Seele streichelt und zerreißt,
Dich elend macht und doch unsagbar glücklich!
Mein Reich ist, wenn der silberweiße Mond
Sein schimmernd Gift in Erdenwunden hinweint,
Und Lieb’ und Wahnsinn durch die Lüfte rasen …
In blassen schönen Frau’n kannst du mich fühlen.
Ich weh’ als Athem in des Mundes Gluten,
Ich zuck’ in ihrer Hand, die dich erbeben macht …
Ich bin im Duft der weichen Frauenhaare
Und hab’ an ihrer Brust, der kalten, dich durchfröstelt
Und fiebre in dem Kuß, der dir das Herz versengt …
Komm’, komm’ zu mir! Ich weiß ein schönes Märchen
Und weiß, dein Herz ist krank … ich küsse dich gesund!
In meinem Arm ist seliges Verbluten …
Komm’, komm’ zu mir! Ich weiß ein schönes Märchen …

Genug der duftenden Poesie für heute. Morgen geht es weiter mit Royal Crown – bis dahin alles Gute und viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Hans Hassenteufel: Tänzerin, Franz von Stuck (1893): Die Sünde, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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Viele kleine Italiener – Visconti die Dritte.

Heute geht es wie versprochen weiter mit Visconti – und selbst nach dem heutigen Tag werden wir mit dem Thema noch nicht abgeschlossen haben. Zu viele Düfte sind es einfach, und mich überrascht die Qualität dieser großen Kollektion sehr. Für gewöhnlich stimmt mich das immer ein wenig argwöhnisch, wenn eine Kollektion, von der ich noch nichts gehört habe, so viele Düfte hat oder gar mit so vielen Düften auf den Markt kommt. Hier aber habe ich dieser Tage schon einiges gerochen, das es mir durchaus angetan hat – und damit geht es munter weiter…

Akaba ist mein erster Kandidat, und lässt mich sofort schmunzeln: Eine echtes Unikat, eine Perle, das riecht man gleich. Und so eigenwillig und einzigartig, dass der Duft dafür sogleich einen Stein in meinem Brett einheimst. Was rieche ich auf den ersten Schnupperer? Trockenes würziges Heu, süßen aromatisierten Pfeifentabak mit Vanille und Lakritze. Drum herum holzt es noch ein wenig, Oud raucht außerordentlich zivilisiert vor sich hin im Hintergrund und Patchouli haucht Erdung ein. Aber im Grunde bleibt sich der Duft seinen Verlauf über treu. Und präsentiert eine so feine Mischung, dass es für Männlein und Weiblein mit Lakritzaffinität und Tabakleidenschaft eine wahre Freude sein dürfte.

Ein exzellenter Einstieg – und weiter geht es mit Rose Sauvage: Was steigt mir da in die holde Nase? Raumgreifend, ein wenig aldehydisch und mit Mandarine versehen, enthüllt sich hier ein gar meisterlich arrangiertes Blütenbouquet. Opulenter Jasmin, erdig-samtig-pudrige Iris und eine Mischung aus Rose, Patchouli sowie Tonka und Vanille, die mich sehr an einen meiner liebsten Düfte erinnert – Juliette has a Guns Lady Vengeance. Und überhaupt erinnert mich Rose Sauvage an eine gelungene Hochzeit zweier meiner absoluten Favoriten – besagte Rachegöttin sowie Iris Poudre, die ebenfalls Übermenschliche. Florale Frische in einer eigenartigen angewärmten Form, wie in Seide und Kaschmir gehüllt. Und zu allem Überfluss noch eine winzige Spur Tuberose. Ich bin hin und weg.

Rose Suprême, die zweite Rose, zeigt sich für mich auf meiner Haut deutlich chypriert. An eine Rose im Moos muss ich denken, eine zarte, im Halbschatten – das ist das Bild, dass ich zum Duft vor Augen habe. Eine luzide Rose, mit cremig-erdigem Veilchen und samtiger Iris im Gefolge, von herb-frischer Bergamotte beschienen und von Vetiver moosig-grasig umrankt.

Fleur de Nuit weckt vielfältige Assoziationen: Die Blume der Nacht lässt mich sofort an Nachtschwärmer denken, an Baudelaires Werk Les Fleurs du Mal und seinen vielbeschworenen dandyesken Flaneur, der beobachtend durch die Straßen zieht, … hach. Und der Duft enttäuscht nicht: Trocken, warm, süß, scharf und pfeffrig brodelt einem der Auftakt entgegen, und auf eine angenehme Weise animalisch. Sehr eigen- und überaus einzigartig, wobei gleichermaßen absolut tragbar. Nelke? Muskat? Piment? Pfeffer? Gemischt? Dazu kommen noch Rose und Jasmin, jetzt juckt es mich aber und ich wage einen Blick auf die Ingredienzen: Kopfnote: Peperoni (Chili), Muskatnuss, Mandarine, Bergamotte; Herznote: Jasmin, Türkische Rose, Nelke, Anis; Basisnote: Adlerholz (Oud), Sandelholz, Benzoeharz, Vanille, Honig, Moschus, Patchouli, Vetiver, Ambra.

Chili pfeffert also mit Muskat am Anfang und stiftet diese trockene Schärfe, die alsbald ambriert harzig wirkt. Oud hüllt rauchig-holzig-harzig ein, während Vanille cremig-süß untermalt. Harzige Hölzer dominieren den Verlauf, in enger Umarmung mit dem honigverzierten Blütenduo, während der anfänglich trocken-scharfe Unterton den ganzen Duft über bestehen bleibt.

So etwas, meine Lieben, habe ich so noch nicht, vermutlich noch nie gerochen. Das hier hätte auch von Lutens sein können – und zwar vom alten, der noch mit jedem Duft einen echten Knaller produzierte. Denkt bitte an Klassiker wie Chergui – Fleur de Nuit ist meines Erachtens nach durchaus vergleichbar.

Damit möchte ich die Visconti-Serie erstmal abschließen – vorübergehend. Denn jetzt, nach ein paar Testtagen, bin ich doch so überzeugt dass ich Euch auch irgendwann mal in naher Zukunft den Rest der Kollektion vorstellen werde.

Wie sieht es aus, habt Ihr schon getestet? Eure Meinungen?

Viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Michel Gobin (nach 1681): Junger Mann mit Pfeife, Pink Rose von Socyo/Bruno Sersocima, Chili von hejboel/Henrik Jensen, some rights reserved – vielen lieben Dank!

Hier finden Sie Antonio Visconti in unserem Shop.

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Viele kleine Italiener – Visconti die Zweite.

Geschrieben in Ambriertes & Harziges,Duft,Orientalen,Solifloral am 22.12.2011

Weiter geht es mit Antonio Visconti, jener umfangreichen neuen Kollektion.

Rebel – ein echter Rebell riecht natürlich nach…? Patchouli. Hätte mir klar sein müssen… Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Rebellen und einem Revolutionär? Egal, zumindest sehen sie sich beide als Freiheitskämpfer, soviel lässt sich an Gemeinsamkeit sicher feststellen. Unser Rebell hier hat ein güldenes Patchouliherz und trägt ein großes Feuer in sich, dass ihn zum neuen Patchoulihelden werden lassen kann: Samtig, erdig, süß und mit einer gehörigen Portion Kakao und Puder(zucker) erobert er das Feld, mit glitzernden Mandarinen- und Ylang-Sprenklern bekränzt. Erstaunlich viel Frucht zeigt sich da im Hintergrund – genauso wie ein Röschen, das wohl für die Ideale steht. Keine schlechte Mischung, Rose und Patchouli, wir kennen es von L’Artisan Parfumeurs Voleur de Roses. Jener Duft unterscheidet sich aber sehr von dieser eher gourmandig angehauchten Variante, die viel mehr an Patchouligrößen wie Mazzolaris Patchouly oder Lutens’ Borneo 1834 erinnern will.

Alhambra verdankt seinen Namen jener maurischen Stadtburg in Granada, die seit den 80ern Weltkulturerbe ist und zu den bedeutendsten Bauwerken der islamischen Kunst zählt. Wenn wundert es da, dass der Duft ein Orientale ist? Die Priorität liegt ganz klar auf der Kombination aus warmen Harzen und kantig-charakteristischem Oud, eine wunderschöne Melange, die von Rosen und Safran veredelt wird. Ein leiser Hauch Bergamotte schimmert in der Kopfnote, Koriander stiftet zarte dunkelgrün-aromatische Anklänge und Patchouli haucht dem ganzen noch mehr erdige Wärme und süße Tiefe ein. Ein Fest für Harz- und Patchoulifreunde, keine Frage.

La Divinia Tubereuse ist der nächste Duft in der Reihe – und geschwärmt habe ich schon bei der Beschreibung in unserem Shop:

„Tuberose, die Göttliche – das würde wohl auch Grenouille so sehen, der Protagonist in Süßkinds bekanntem Roman „Das Parfum“. Tuberose, jene edelste der Blüten, deren Duft so schwierig zu gewinnen ist. Jene, die ihre Seele nicht gerne preisgibt und deshalb so kostbar ist.

Visconti hat dieser Blume, von der schon Baudelaire und Goethe schwärmten, ein olfaktorisches Denkmal gesetzt – die Blüte des Begehrens, deren Duft in dieser Ausfertigung unstillbare Begierde in uns weckt: La Divinia Tubereuse ist ein Meisterwerk und vermag es auf unnachahmliche Art und Weise, all jene Facetten abzubilden, für die man Tuberosen lieben (und auch hassen) kann. Als Inkarnation der Sinnlichkeit präsentiert sich jene Femme Fatale der Flora hier, buttrig-cremig, opulent weißfleischig und wächsern und verdreht so Nasen und Köpfe – Gegenwehr absolut zwecklos.“

Wie Ihr als geneigte Leser wohl bemerkt habt, haben es mir Blümchen in letzter Zeit sehr angetan, allen voran Tuberosen. Eine lange und sehr langsame, vorsichtige Annäherung. Jetzt aber kann ich kaum genug bekommen von dieser gefährlichen großen Blüte. Und La Divina Tubereuse ist ein ganz vorzügliches Exemplar, ein Duft, bei dem ich direkt noch schwach werden könnte, obgleich dieses Jahr schon drei hervorragende Tuberosen bei mir Einzug hielten. Im Auftakt für kurze Zeit schüchtern und grün taut unsere Diva alsbald auf und offenbart ihr eigentliches Naturell: Sinnlich und fleischig zeigt sie sich, wächsern weiß und nach allerfeinster Buttercreme duftend, von likörig-beschwipsten Noten und fruchtigen Anklängen begleitet. Ein erdiger Hauch umweht sie, latent umhüllt von versteckt karamelligen Akzenten.

Diese Tuberose, der jegliche mentholisch-metallisch-scharfen Noten fehlen und der auch jenes pilzige Moment, das in Gardeniendüften oftmals hervortritt, abgeht, muss sich nicht verstecken vor der Konkurrenz. Und erst recht nicht vor den großen Tuberosennamen – Viscontis Tuberose spielt meines Erachtens nach in der ersten Liga – und das obgleich es da draußen einige exzellente Tuberosen gibt wie ihr wisst.

Morgen geht es weiter mit Herrn Visconti – bis dahin alles Gute,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Alhambra von Solipsist/Andrew Dunn, Tuberose von Pkgmohan, some rights reserved – vielen lieben Dank!

Hier finden Sie Antonio Visconti in unserem Shop.

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Eau de Fröhliche – Teil 1.

Geschrieben in Ambriertes & Harziges,Duft,Gourmand,Orientalen am 17.08.2011

Ist sie jetzt völlig durchgedreht, ein Weihnachtswasser im Winter Sommer? Das wird sich der eine oder andere denken. Und ja, zugegebenermaßen, der Name erinnert spontan an Weihnachten, aber eigentlich ist er ganz wörtlich zu nehmen: Heiter geht es bei diesem Duft zu, und das obgleich die Hauptrolle von Weihrauch gespielt wird. Aber beginnen wir zuerst einmal von vorne – und zwar mit Erik Kormann.

Dessen Name und Person dürfte einigen Duftfans und/oder Berlinbesuchern ein Begriff sein: Erik Kormann schreibt das meines Erachtens nach ganz hervorragende Aromatische Blog, ein Blog über Düfte, duftende Rohstoffe und die hohe Kunst des Parfumhandwerks. Letzterem widmet er sich auch selbst mit Begeisterung und kreierte bereits Juli, August und September, drei Düfte, die den Anfang einer Monatsserie bilden. Diese Düfte kann man auch erwerben, und zwar in Kormanns wunderschönem Ladengeschäft, welches er seit 2001 mit seiner Partnerin Xenia Trost betreibt: 1000 & 1 Seife heißt die Seifenwerkstatt, die mittlerweile in den Rosenhöfen direkt am Durchgang zu den Hackeschen Höfen zu finden ist.

Dort findet man jede Seife, die das Herz begehrt: Von der „normalen“ Handwaschseife über die Shampooseife, Babyseife, Peelingseife, Rasierseife und viele mehr – alle mit viel Liebe handgefertigt und in individuell gestalteten Verpackungen zu erwerben. Man wird kaum eine Seife finden, die Erik Kormann nicht herstellen und bieten kann. Viele davon zeigt er in seiner stetig wachsenden Seifensammlung mit Exponanten aus aller Welt, die sich vor Ort bestaunen lassen. Zu den Klassikern des Hauses gehören unter anderem die „ZimtZiege“, eine Seife mit Ziegenmilch und Zimtaroma, „Tabula Rasa“, eine Peeling- und Rasierseife für Männer mit einem sanften Vetiver- und Kardamomaroma, „Kaffeeklatsch“ eine Seife, die unangenehme Küchengerüche von den Händen entfernt, „Mama Mia“, eine Seife für die besonderen Bedürfnisse Schwangerer und noch etliche weitere.

Der sympathische Erik Kormann selbst scheint ganz offensichtlich eine schillernde Persönlichkeit zu sein: Im Jahre 1966 geboren, betätigte er sich nach seiner schulischen Laufbahn als Tischler, archäologischer Ausgrabungstechniker, Kameraassistent sowie Bildjournalist, absolvierte ein Magister-Studium mit den Fächerschwerpunkten Kulturwissenschaft, Ästhetik, Gender-Studies als auch Musikwissenschaft und – stolperte natürlich irgendwann über Düfte, wie man an seinen jetzigen Tätigkeiten ablesen kann. Eine glühende Passion für Duftendes – das kennen wir doch irgendwoher…

Wie der Zufall es so wollte bekam Kormann vor nicht allzu langer Zeit nun ein Weihrauchöl in die Hände – und stellte sofort fest, dass er da einen ganz besonderen Schatz gefunden hatte: Tiefdunkel, dickflüssig und von einer merkwürdigen Süße – dieser Weihrauch zeigte sich von ganz besonderer und seltener Qualität, war einer wie keiner. Und Kormann, der zu diesem Zeitpunkt schon geübter war im Kreieren von Düften beschloss, den Weihrauch mit der Welt zu teilen und aus dem Bottich voll reinen Weihrauchglücks Düfte herzustellen.

Seine Intention war es, diesen kostbaren Rohstoff auf ganz besondere Art und Weise umzusetzen: Ein orientalisches Parfum sollte es sein, und zwar eines, dass nicht nur die Natur des Weihrauchs an sich, sondern die jenes ganz speziellen Öls einzufangen vermag. Denn Kormann war (und ist) ganz eingenommen von diesem Stöffchen, und das, obgleich er sich selbst nicht unbedingt als Weihrauchliebhaber bezeichnete – davor, vor diesem Öl, wie er betont.

Gesagt, getan – Eau de Fröhliche ist fertig, endlich. Und Herr Kormann hat sich dazu entschieden, den Duft mit uns zusammen zu verkaufen, worüber wir uns ganz außerordentlich gefreut haben.

Herr Kormann war so lieb, mir darüber hinaus Rede und Antwort zu stehen, mir ausführliche Informationen zu seinem Duft zu erzählen und auch zu schreiben. Jene möchte ich in jedem Falle für Euch einbinden, da sie ein Hintergrundwissen vermitteln, welches für Euch Duftfans sicherlich interessant sein dürfte.

Heute belasse ich es erst einmal mit der Vorgeschichte zum Duft, morgen erwartet Euch dann die genaue Beschreibung des Duftes sowie dessen Herstellungsprozesses.

Bis dahin viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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