Aus Liebe zum Duft Shop Duft Tagebuch

Ortigia Sicilia II.

Geschrieben in Ambriertes & Harziges,Duft,Fruchtiges,Holziges am 29.03.2012

Gestern hatte ich Euch bereits die ersten beiden Düfte der Ortigia Sicilia-Kollektion vorgestellt, jener neuen Firma der Crabtree & Evelyn Gründerin Sue Townsend, die dafür niemand Geringeren verpflichtete als Lorenzo Villoresi.

Heute folgen drei weitere Düfte, nämlich Melograno, Ambra Nera und Fico d’India. Drei, wieso nur drei – werden sich manche fragen. Stimmt, einen vierten Duft gibt es noch, den wir führen – Lime di Sicilia, dieser war allerdings, als ich für Euch diese Rezension schrieb, leider nicht als Tester verfügbar. Vielleicht ergibt sich irgendwann später noch die Gelegenheit, diese verpasste Chance nachzuholen.

Beginnen wir Melograno, gewidmet, klar – dem Granatapfel, zu dem ich an anderer Stelle schon einmal Geschichtliches dargelegt habe, ich zitiere mich einmal selbst:

„Der Granatapfel war schon seit je her ein mit verschiedenerlei Bedeutungen überfrachtetes Früchtchen. So galt er sowohl als Symbol für Reichtum, Leben und Fruchtbarkeit sowie Macht, weswegen er in der Heraldik auch gerne verwendet wurde, als auch als Motiv für Blut und Tod. Er gab der Granate seinen Namen wie auch dem Granaten, diesem tief dunkelroten Halbedelstein. Darüber hinaus fand er nicht nur Erwähnung in der griechischen Mythologie, wo er den Göttern des Hades, der Unterwelt zugeordnet wurde (Hades und Persephone), ihm kommt auch in der religiösen Symbolik eine wichtige Rolle zu, wie bereits Derrida feststellte.

Sowohl im Koran ist vom Granatapfel die Rede als auch in der Bibel: Im Hohelied Salomos zur Be- oder vielmehr: Umschreibung der Schönheit einer Frau. Des Weiteren rätseln Forscher bereits seit Jahren, ob der Granatapfel, manchmal auch als Paradiesapfel bezeichnet, nicht auch jene verhängnisvolle Frucht war, die für Adam und Eva die Vertreibung aus dem Paradies nach sich zog. Im eigentlichen ursprünglichen alttestamentarischen Text war nämlich nie die Rede von einem Apfelbaum, dieser Trugschluss erwuchs aus einer Falschübersetzung des Wortes malum, das sowohl für böse als auch für Apfelbaum steht. Insofern ist die Frage nach der Frucht der Erkenntnis bis heute nicht eindeutig geklärt – der Granatapfel ist allerdings in der Tat ein heißer Anwärter dafür.

Warum? Er galt schon seit je her als Aphrodisiakum, seine vielen Kerne als ein Zeichen der Fruchtbarkeit, seine Form ähnelt der weiblichen Brust (ja, finden einige…), seine Farbe ist signalrot wie die Liebe und die Verführung – nur nachgewiesen hat es ihm noch niemand, die luststeigernde Wirkung.“

Granatapfeldüfte gibt es wenige, sehr wenige: „Meiner“ Leserin Katharina habe ich noch eine Rezension versprochen, Melograno von Santa Maria Novella. Dann gäbe es da noch Jo Malones Pomegranate Noir, Annick Goutals Quel Amour! weist eine halbwegs zu identifizierende Granatapfelnote vor. Und dann wäre da noch Pomegranate von Marc Jacobs, das war es aber auch fast schon wieder.

Pomegranates

Ortigia spendieren uns nun einen weiteren Granatapfelduft, und dieser entpuppt sich als wahres Chamäleon: Hatte ich mir doch eigentlich eingebildet, Granatapfel sehr genau zu kennen, geruchstechnisch, bilde ich mir hier alle Sekunden ein, neben eben jenem noch mehrere Früchte im weiteren Sinne entdecken zu können – Ingwer und Pflaume vor allen Dingen. Herbe Fruchtigkeit, sehr dicht und kraftvoll, ein wenig mehlig und überaus saftig, von einer leichten Schärfe durchdrungen. Frisch und fruchtig, aber nicht unbedingt leicht – das hat für mich etwas von einem fruchtigen Cocktail, der trotz der Früchte eine alkoholbedingte Schwere besitzt. Interessant, wirklich. Und von beeindruckender Präsenz, vor allem auch für ein Cologne. Das sei aber ohnehin an dieser Stelle erwähnt: Auf meiner Haut ist die Haltbarkeit der Ortigia-Düfte sehr gut, wenn man bedenkt, dass es sich hier um Colognes handelt. Die Sillage ist ebenfalls nicht zu verachten, vor allem in diesem Fall hier. Der Granatapfel ist etwas für Kenner. Er gefällt sicher nicht jedem, das liegt aber an der eigenwilligen Frucht, die im Verlauf des Duftes immer deutlicher, klarer und strahlender zum Vorschein kommt.

Ambra Nera – der Name sagt schon alles, und ich wundere mich, wie so oft, nicht mehr: Ein Ambraduft darf in keiner italienischen Kollektion fehlen. Ehrlich gesagt ist Ambra generell nicht ganz mein Thema, ich mag Ambra und habe einige Lieblinge, brenne aber nicht so für diese Ingredienz, wie es viele andere tun. Und, ich gestehe – deshalb gehen mir mittlerweile Ambraveröffentlichungen ein wenig auf die Nerven, zumal viele doch recht klassischer Natur sind.

Ambra Nera unterscheidet sich davon dann doch, ich würde sogar noch nicht einmal sagen, dass es ein rein monothematischer Ambraduft ist – aber zuerst die Ingredienzen: Kopfnote: Gewürze, Hölzer; Herznote: Vetiver, Patchouli, Zedernholz; Basisnote: Labdanum (Zistrose), Moschus, Harze.

Hier entdecke ich, zumindest auf meiner Haut, den typischen Villoresi: Ein fein gesponnener, filigran gewebter Duftteppich von schillernden Harzen, warm und balsamisch einen tröstend umhüllend, verhalten-rauchiger Vetiver, Hölzer, trocken und zum Teil in der Glut schwelend, das Räucherwerk begleitend und von Gewürzen umgarnt. Ich meine auch etwas Rum-iges darin zu entdecken – Ihr auch?

Old "Magna Graecia" Figs of India: Les figures de l'Inde

In jedem Fall finde ich, dass dieser Duft der typischste Villoresi der Serie zu sein scheint – bisher. Denn Fico d’India ist ja noch übrig, was ich sogleich zu ändern gedenke.

Frisch aufgesprüht schreie ich – Philosykos! Doch der Feigling macht sich bald aus dem Staub – jene Honigheusüße schillert ein wenig hindurch, ist aber nicht durchgehend zu erkennen. Vielleicht ist es auch nur Wunschdenken, ist Philosykos doch erklärtermaßen meine Lieblingsfeige. Und Fico d’India ist auch keine “echte” Feige, sondern eine Kaktusfeige. Aber Fico d’India muss sich mitnichten verstecken – ein wirklich adretter Feigling ist auch dieser Duft: Grüne Feigenakzente wetteifern mit Blattwerk und floralen Anklängen, die einerseits an wässrige Blüten, andererseits an cremige Weißblüher erinnern. Fruchtig geht es auch sonst einher – ich rieche Melone, genauer: Wassermelone. Und Gurke, sowie mehlig-süße Birnen. Darunter grün-grasige Frische und fein-sauberes Zedernholz gezaubert – fertig ist der Duft.

Ein schönes Sommer-Cologne – und reiht sich insofern nahtlos in die Kollektion ein, die daneben auch mit ihrer Haltbarkeit und mit ihrem Preis beeindruckt: 100ml für 68 Euro, das ist im Zuge ständig steigender Parfumpreise doch mal ein Wort, oder nicht?

Habt Ihr schon getestet? Was interessiert Euch am meisten?

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Von dem Naturschönen…

Geschrieben in Duft,Hesperiden,Holziges am 22.03.2012

…schwärmten im Laufe der Jahrhunderte viele Philosophen, Künstler und Literaten, so hat es auch seinen festen Platz in der vielgestaltigen und äußerst heterogenen Ästhetiktheorie. Vor allem bei den Romantikern lässt sich eine Rückbesinnung auf die Natur feststellen, die für sie den Gegenpol zur aufkommenden und als entmenschlichend wahrgenommenen Industrialisierung bildete. Ihre Verehrung für die Natur zeigte fast religiöse Züge – was eigentlich wieder mit einigen gesellschaftlichen Ausprägungen heutzutage vergleichbar ist. Allerdings sind die Romantiker ja ohnehin so etwas wie der Vorläufer des modernen, vielmehr postmodernen Menschen. Aber lassen wir das, ich schweife ab. ;)

Kommen wir zu jemandem, der ebenfalls Gefallen am Naturschönen findet und selbst nicht ganz unattraktiv zu sein scheint: Xavier Torre. Auf Korsika geboren, führte seine Tätigkeit als Künstler den Mann um die ganze Welt – die Heimatinsel immer im Herzen. 2008 gründete er dann sein eigenes Parfumhaus – Testa Maura. Das Besondere daran ist, dass für die Düfte zu 100% natürliche Ingredienzen verwendet werden. Wenige Firmen kenne ich, die dieses Credo bezüglich ihrer Parfums verfolgen: Honoré des Prés ist eine davon, ich hatte Euch die Düfte, allesamt von Olivia Giacobetti kreiert, bereits hier vorgestellt. Patyka hat einige Düfte im Sortiment. Und L’Artisan Parfumeur verfolgte mit L’Eau de Jatamansi dieses Konzept. Das war es aber auch schon wieder – mehr mag mir dazu spontan nicht wirklich einfallen.

Ich werde Euch heute und morgen die fünf Düfte der Bucolica-Kollektion vorstellen, die aus rein ätherischen Ölen und Alkohol aus biologischem Anbau hergestellt werden. Ich bin recht gespannt, wie ich gestehe. Eigentlich finde ich ja, die Mischung macht es – eine wohlüberlegte Mischung aus Natur und Synthetik. Mal schauen, ob mich Natur pur hier zu überzeugen vermag.

Beginnen wir mit Aléria:

„Aléria, korsisches Flachland durchzogen von unermesslichen Obstgärten in denen Apfelsinen, Mandarinen, Bergamotte und Zitronen gedeihen. Hier können unsere Sinne dem unverkennbaren Duft der Zitrusfrüchte aus den Destillierfässern nicht entfliehen.L’Eau de Parfum Aleria ist eine Hommage an die korsische Tradition, an die köstlichen, nach Zitrusfrüchten duftenden Liköre, veredelt durch Myrte und Bienenwachs.“

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Frisch auf der Haut strömt mir der Duft einer ganzen Hesperidenplantage in die Nase: Zitrisch, prickelnd, bitzelnd, spritzig, dynamisch zeigen sie sich, die Agrumengesellen, von einer sanften Fruchtsüße begleitet – saftige Mandarinen und Orangen, frisch-herbe Limette und säuerliche Zitrone. Ein paar zarte Blüten wachsen in dem Gärtchen – ich hätte hier nicht auf Ylang getippt, sondern eher auf Neroli. Myrte sorgt für krautig-knarzige Anleihen, von Gehölz unterstützt – Zeder, das ernsthafte, und Sandel, das warme Hölzchen. Letzteres wird von Noten kalten Bienenwachs unterstrichen, die sich deutlich zwischen die Zitrusfrüchte schieben – Honig und kaltes Wachs, ein wenig harzig anmutend. Eine schöne Ergänzung, die den Duft gelungen abrundet. Im Einklang zeigen sie sich, die Hesperiden mit dem Wachs – ein wie ich finde sehr schönes Zusammenspiel, das im Duftverlauf immer mehr an Sanftheit gewinnt. Gefällt mir, zumal Aléria nicht diese Quietschigkeit innewohnt, die man von manchen Sommerhesperiden kennt.

Acqua di Casta ist unser nächster Kandidat:

„Die Kastanienbäume von Castagniccia ernähren seit Generationen korsische Gebirgsbewohner. Eau de Parfum Aqua di Casta, eine Komposition aus warmen Hölzern – Sandel, Zeder und Vetiver -, der Stärke des schwarzen Pfeffers und Ingwers sowie der Frische einer archaischen Kastanie.“

Corsica. La Castagniccia

Kastanie… Düfte mit Kastaniennoten gibt es wenige, sehr wenige – Sienne L’Hiver von Eau d’Italie fällt mir dazu noch ein, von Aroma M meine ich mich zu entsinnen, gibt es auch etwas. Mehr allerdings weiß ich spontan nicht. Und stürze mich deshalb gleich auf Acqua di Casta.

Ernst ist er, dieser Duft – nicht weiter verwunderlich, hat man hier doch etliche Hölzer vereint. Und holzig geht es auch zu, vornehmlich. Pfeffer kontrastiert, mehr würzend als schärfend. Dahingegen zeigt sich Ingwer mehr scharf als herb, dafür aber ausnehmend fruchtig, was der Trockenheit des Duftes gut zu Gesicht steht. Je länger er auf der Haut ist, desto weicher scheint Acqua di Casta zu werden, was mir ausnehmend gut gefällt. Ob ich Kastanie rausrieche? Ich weiß es nicht. Eine Würze ist da, die sich gepaart mit der trockenen Anmutung durchaus kastanientauglich zeigt. Hätte ich es nicht gewusst, hätte ich sie vermutlich aber nicht als solche identifiziert. Nichtsdestotrotz – ein angenehmer, kontemplativer Duft, der Freunden von Düften wie Costes 1, 10 Corso Como und ähnlichen die Herzen höher schlagen lassen wird.

Morgen geht es weiter mit den restlichen drei Düften der Kollektion – bis dahin eine gute Zeit und viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Duftverzeichnis L – Z


Cologne du Maghreb…

Geschrieben in Duft,Hesperiden,Holziges,Krautiges am 21.03.2012

… ist ein nicht mehr ganz so neuer Duft aus den Phiolen des Andy Tauer, der uns nun endlich, endlich auch erreicht hat. Wahrscheinlich wird der eine oder andere schon etwas darüber gelesen haben, im Internet bleibt ja heutzutage kaum etwas verborgen. Und erst recht nicht bei einem Mann wie Tauer, der über eine solch begeisterte Fangemeinde verfügt und selbst im Netz sehr präsent ist: Mit seinem tollen Blog, über Facebook mit immer neuen sympathischen Einblicken in sein Leben und Wirken.

In jedem Fall ist das Cologne du Maghreb ein besonderes Projekt von Andy Tauer: Ein rein natürliches Cologne, ausschließlich aus ätherischen Ölen, Absolues und Harzen hergestellt. Keine natürlichen Chemikalien oder Einzelmoleküle, wie er uns schrieb – wirklich nur natürliche Extrakte. Ein Herzblutprojekt. Eines, das ursprünglich nur dem amerikanischen Shop indiescents.com vorbehalten war und nun – ein paar Menschen sei Dank – auch bei uns verfügbar ist. Wer weiß, wie lange? Bisher sieht es so aus, als ob die Verfügbarkeit begrenzt ist, zumindest temporär. Kein limitierter Duft, aber sehr wahrscheinlich nicht immer erhältlich.

„Warum nur natürliche Materialien?“ steht im Pressematerial zum Duft geschrieben. Beantwortet wird die Frage mit: „Weil es nichts anderes braucht!“ Zumindest nicht für ein ursprüngliches Cologne, das Andy Tauer schon immer einmal kreieren wollte. Ganz in dieser Tradition steht die Verwendung naturreiner Ingredienzen.

„Wie alle Kölnischwasser lebt auch das Cologne du Maghreb im Moment und erstrahlt für einen wunderbaren Augenblick, frisch und licht wie die Morgensonne über einem Zitrushain in Sizilien an einem frischen Frühlingstag. Doch wie alle Tauerdüfte hat auch dieses Cologne eine eigene Tiefe und Geschichte.“

Das hört sich schon einmal vielversprechend an, vor allem der Hinweis auf die tauertypischen (Un)Tiefen. Und je länger ich darüber nachdenke, desto einleuchtender finde ich die Idee, gerade ein Cologne aus komplett natürlichen Ingredienzen zu erschaffen. Es bietet sich an und ist nur konsequent.

Soeben auf der Haut angekommen kitzelt mich sogleich eine Zitrone heftig in der Nase, die nicht lange alleine bleibt. Lavendel rieche ich, erhabenen, ernsten Lavendel, der sich im Hintergrund mit Rosmarin vergnügt. Herb, krautig und aromatisch – das ideale Gegengewicht zu den Hesperidenblüten, die sich zu unserer Zitrone gesellen: Orangenblüten und Neroli, doppelt gemoppelt und wirklich schön inszeniert. Zitrische Frische, prickelnd. Eine zarte helle Rose stößt im weiteren Verlauf noch hinzu genauso wie Muskatellersalbei, welches florale Süße verströmt und die Agrumenfrüchte zitrisch-grün unterstreicht. Sonnenverwöhnt wirken alle Protagonisten – und reich. Gesunde Pflanzen und Blüten sind es, man riecht die Qualität der Ingredienzen vom ersten Schnupperer an. Und lässt sich gedanklich entführen: In einen wunderbar üppigen Garten oder auch eine Oase in vollem Sonnenlicht – mit Biopflanzen, wie man sie bei uns vermutlich nur auf sehr guten Bauernmärkten bekommt. Kraftstrotzend sind sie – und vermitteln eben jenen Eindruck reichhaltig-verschwenderischer Natur. Was für eine schöne Szenerie!

 Getting Back Home !!!

Andy Tauer wäre aber nicht Andy Tauer, hätte er nicht noch ein paar seiner Lieblingszutaten mit hineingepackt: Kein Birkenteer diesmal, aber Labdanum und Zedernholz lauern in der Basis, die eines Tauers würdig ist – zwischen Holzigkeit und Sauberkeit oszilliert die ernsthafte kühle Zeder, während Labdanum harzig wärmt und würzt. Das erinnert mich gegen später ein wenig an mein geliebtes Gravel Cologne und spendiert dem Duft einen orientalischen Touch, einen, der einem nochmals den Namen in Erinnerung ruft und die Region, der der Duft gewidmet ist – Nordafrika.

Ich finde Cologne du Maghreb äußerst gelungen: Für ein gutes Cologne bedarf es keiner 237 Zutaten – eine überschaubare Anzahl reicht vollkommen aus, um die Frische und Dynamik eines ebensolchen erzielen zu können. Die Hochwertigkeit derselben erschließt sich im Falle von Tauers Cologne du Maghreb sofort – reduziert auf das Wesentliche und von erlesener Qualität ist Cologne du Maghreb deshalb ein besonderer Cologne-Lichtblick.

Wie steht Ihr zu Colognes und – seid Ihr neugierig? Ich hoffe es doch sehr, denn… tadadada: Ihr habt – herzlichen Dank an Andy! – die Möglichkeit, ein Fläschchen Cologne du Maghreb zu gewinnen. Diesmal verlosen wir es nicht, sondern der- oder diejenige soll es besitzen, der/die uns bis Mittwoch, den 28.03., 24.00 Uhr, den kreativsten, besten, witzigsten, einleuchtendsten Kommentar zu diesem Artikel schreibt, wieso der Duft ihm/ihr gehören soll. Na dann, ran an die Tasten!

Viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

P.S.: Im übrigen läuft auf unserer Facebook-Seite ebenfalls eine zweite parallele Gewinnaktion im Laufe dieses Vormittags an, es gibt also insgesamt zwei Fläschchen Cologne du Maghreb zu gewinnen!

Bildquelle: Siwa Oasis: Sunset 1 von Davide Guglielmo, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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Freitagsverlosung
Atelier Cologne: Grand Néroli.
Atelier Cologne: Orange Sanguine.


Zu Ehren…

Geschrieben in Duft,Grünes,Holziges am 2.03.2012

… der diesjährigen Oscars hatte ich Euch gestern Bijou Romantique vorgestellt, und zwar im Zusammenhang mit Michel Hazanavicius’ Stummfilm The Artist. Heute ist der zweite große Abräumer an der Reihe, Hugo Cabret von Altmeister Martin Scorsese. Genau wie The Artist heimste Hugo Cabret fünf Oscars ein – Bestes Szenenbild, Beste Kamera, Bestes Kostümdesign, Bester Ton, Bester Tonschnitt und Beste visuelle Effekte.

Hugo Cabret beruht auf dem in Amerika sehr populären Kinderbuch Die Entdeckung des Hugo Cabret und fußte wohl, wie Scorsese sagt, auf dem Wunsch seiner Tochter: Würde er einmal einen Kinderfilm machen, solle er doch bitte ihren Hugo verfilmen. Das hat er nun getan – und einmal mehr gezeigt, wieso er zu den ganz Großen im Filmgeschäft gehört. Schwierig ist das mit Hugo, dem Film, weil er so ambivalent ist. Teuer war er, sehr teuer – nicht zuletzt deshalb, weil man in 3D drehte. Und selbst James Cameron, seines Zeichens ebenfalls Regisseur und mit Titanic und Avatar der Schöpfer der zwei erfolgreichsten Filme aller Zeiten, zieht seinen Hut: Für Avatar hatte Cameron über Jahre hinweg die technischen Grundlagen für 3D-Filme geschaffen. Und behauptet jetzt ohne Neid, dass Hugo Cabret der beste 3D-Film ist, der bisher gemacht wurde – obgleich er selbst mit Avatar einen, den ersten Meilenstein setzte.

Absolute Modernität hinsichtlich der Technik, aber nicht hinsichtlich des Sujets: Dies ist nämlich, sehr ähnlich wie in The Artist, ein ganz altmodisches – die Anfänge des Kinos, eingebettet in eine entzückend-herzliche kleine Geschichte. Eine Geschichte, die sich bei näherer Betrachtung zumindest in ihrer visuellen Umsetzung nur bedingt als kindertauglich entpuppt (und es somit schwer hat, ein echtes Zielpublikum zu finden). Zu historisch ist sie angehaucht, sie atmet den Geist des Films, der Liebe zum Film. Auf den zweiten Blick ist das also doch ein, wenn auch nicht typischer Scorsese, ist der Regisseur doch bekannt dafür, dass er sich seit Jahrzehnten für die Erhaltung alter Filme und deren Anerkennung als Kunst einsetzt.

Der Ort, an dem die Geschichte ihren Lauf nimmt, ist der Hauptbahnhof des Paris’ der frühen 30er Jahre. Dort geht es turbulent zu und zwischen all dem Getümmel lernt man die Hauptperson kennen: Hugo, einen kleinen Jungen, der sich scheinbar unsichtbar durch die Menschenmassen bewegt und, wie man wenig später erfährt, auf dem Bahnhof wohnt. Alleine kommt er einem vor, und einsam – hat er doch nur einen melancholisch dreinblickenden, scheinbar kaputten alten Roboter bei sich, der an den Blechmann aus dem Zauberer von Oz erinnert. Wenn Hugo nicht die Bahnhofsuhren wartet, bastelt er an seinem stählernen Freund, erfolglos. Was ihm fehlt ist ein Schlüssel – da hilft auch nicht das aus dem Spielwarenladen im Bahnhof gestohlene Werkzeug weiter. Und als er bald auf frischer Tat ertappt wird, entwendet ihm der erboste Besitzer desselben auch noch sein Skizzenbuch, indem sich wichtige Studien zu dem Blechmann befinden. Wer hat sie gezeichnet? Und wieso kennt sich dieser kleine Junge so gut mit Mechanik aus? – das sind die Fragen, die sich der ältere Spielwarenladenbesitzer stellt, so mutmaßt man. Nur spricht er sie nicht aus, dafür lernt Hugo dessen Nichte kennen, mit der er zusammen nicht nur die Geheimnisse seines traurigen Blechmanns erkundet, sondern auch einige andere lüftet…

Viel mehr wird an dieser Stelle nicht verraten, nur so viel: Hugo Cabret ist eine handwerklich perfekte und auf höchstem technischen Niveau produzierte, dabei aber gleichermaßen auf wohltuende Weise altmodische und bis ins kleinste Detail liebevolle Verbeugung, eine glühende Liebeserklärung an den Film. Zitiert werden George Méliès, einer der großen Filmpioniere, und dann natürlich die Gebrüder Lumière, die die Leute mit ihrem Kurzfilm L’Arrivée d’un train en gare de La Ciotat, der Ankunft eines Zugs im Bahnhof La Ciotat scharenweise vor Angst aus den Vorführräumen trieben – und somit wird, neben allem anderen, auch und vor allem die Geschichte des Films erzählt.

Ein wunderschöner Film, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Und der mich, als ich mir überlegt habe, welcher Duft denn dazu wohl passen könnte, an Yosh Hans neue Schöpfung Sombre Negra erinnert.

Sombre Negra, der schwarze Schatten, ist der Beginn einer neuen Reihe, der M-Kollektion:

„Indulge in the dark side of artisanal fragrances with the launch of Sombre Negra from Yosh Olfactory Sense. Sombre Negra, or black shadow, is the debut scent in her new and upcoming “M” Series. Highly sought after for her exclusive custom fragrances, the San Francisco based perfumer says, “The “M” series is a departure from the ethereal quality of my previous collections and explores fragrances that evoke our primal nature.““

Die Urinstinkte soll er ansprechen, jener Duft, den Yosh Han als rauchende Pistole von einem Duft bezeichnet – ein schönes Bild, meine Lieben:

„The smoking gun of fragrance, Sombre Negra (black shadow) is at once omnipresent and ghostly, casting doubt and arousing intrigue. Sombre Negra is a double agent: Intelligent, beguiling, captivating. The man who wears Sombre Negra is not what he seems. He is elegant and forbidden. His presence is undeniable but he can vanish without a trace. The woman who wears Sombre Negra is a smoldering beauty. Highly perceptive and discerning, she knows more than she lets on. She sees beyond the shadows, without fear of the unknown.“

Madame Han hat recht, sowohl mit der rauchenden Waffe als auch mit dem Doppelagenten: Sombre Negra ist wirklich sehr sehr besonders, aber kommen wir erstmal zu den Ingredienzen: Kopfnote: Zypresse, Schwarzer Pfeffer, Rosa Pfeffer, Gewürznelke; Herznote: Iriswurzel, Davana, Wacholder, Amyris, Kumin; Basisnote: Vetiver, Weihrauch, Patchouli, Guajakholz, Zedernholz.

Forest

Als waldig beschreibt die Parfumeurin ihren Duft, mit brodelnden unterschwelligen Noten von Patchouli, Weihrauch und geräucherter Zeder. Von einem dunklen geheimnisvollen Forst ist auch in einigen Rezensionen die Rede. Das stimmt – auf eine Art und Weise. Und auch wenn ich in Zukunft auf die Frage nach einem perfekten Waldduft Sombre Negra mit in meine Empfehlungen aufnehmen werde, passt Sombre Negra außerhalb von diesem Naturschönen auch ins Artifizielle, und damit in diesen Bahnhof der 30er Jahre. Zu der beginnenden Technik, den rauchenden Maschinen, dem stählernen Blechmann und dem elegant-hektischen Alltagstreiben des Films. Ich finde sogar die bezaubernde Blumenhändlerin des Films in dem Duft wieder, denn irgendwo hinten versteckt sich eine zarte, anishaft-honiglich duftende Blüte. Hinten heißt hinter dem restlichen Treiben, das da wäre: Grüne Holzigkeit, ernste Strenge, Kontraststerne aus Pfeffer, satter Wacholder inklusive der ihm genuinen, eigenartigen krautig-herben Fruchtigkeit. Rauchiger, ordentlich rauchiger Vetiver, von salzigen Akzenten begleitet und bisweilen wie Chanels göttlicher Sycomore schillernd und von seltsam metallischen Akzenten flankiert.

Steam Train - Leaving Connolly Station

Was für ein Duft. Ich finde ihn unglaublich schön in seiner (Strahl)Kraft, mit seinen Trutzburgeigenschaften, gleichermaßen elegant erscheinend. Und sehe ihn zwar eher an Männern, aber auch an einigen wie dafür gemachten Frauen.

Ich plädiere für einen Test, genauso wie für eine Kinokarte für Hugo – oder zumindest einen DVD-Abend ;)

Ein schönes Wochenende und viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Ein Duft mit Pferdestärken – Godolphin von Parfums de Marly


Ein Strauß Männlichkeit – Knize Two

Geschrieben in Blüten,Duft,Holziges,Reines und Pudriges am 20.02.2012

Knize - Graben, Vienna

Nach dem letzten hier besprochenen kontemplativen Waldduft Knize Forest habe ich nun Knize Two auf der Agenda und bin gespannt, was der Herrenausstatter mit diesem Feines auf den Markt geworfen hat.

Ein erster Sprüher zeigt mir klar, dass dieser Duft in eine ganz andere Richtung geht als die bislang besprochenen Ten, Sec und Forest. Ein definitiv gut im Futter stehender floraler Duft, dessen Veilchen- und Rosennoten nahezu unangefochten im Vordergrund stehen.

Um das florale Herz gruppieren sich hauchdünne zitrische Noten, die recht bald schon die Waffen strecken. Auf der anderen Seite verleihen Iris im Verbund mit Hölzern wie Zedernholz und Sandelholz sowie eine reich ausgestattete Basis mit Moos, Tonkabohne, Moschus und Ambra diesem Duft einen pudrig-sauberen Untergrund.

Die Duftnoten im Überblick:
Kopfnote: Bergamotte, Zitrone, Petitgrain, Grüne Noten, Galbanum
Herznote: Iris, Veilchen, Jasmin, Nelke, Rose, Aldehyde
Basisnote: Zedernholz, Sandelholz, Moos, Tonkabohne, Moschus, Ambra

Gerade aber die Hölzer bewahren den Duft davor, in eine zu feminine Ecke zu geraten, was ihn letzten Endes aber zu einem unisextauglichen Duft macht. Nach meinem Geschmack hätte man noch eine Kante herausarbeiten können, mir ist er ein wenig zu klassisch und geschliffen. Nichtsdestoweniger ein unheimlich distinguierter Herrenduft, der hervorragend zu einer mindestens gehobenen Garderobe passt.

Unserem Leser Christian, der mich kürzlich schon auf „Two“ hinwies, muss ich zustimmen. Der Duft „hat was Strahlendes ohne aufdringlich zu sein“ – auch ich denke bei „Two“ an eine helle, weiche Fläche, und vielleicht lässt sich hier der Bogen zu einem feinen Maßhemd schlagen. Auch wenn der Duft nicht ganz in mein Beuteschema passt, bin ich von der inneren Harmonie und Kunstfertigkeit der Komposition beeindruckt.

OutOfThePastMitchumGreer

Auch wenn sich beide Düfte nicht sonderlich ähneln, wer z. B. das von mir im letzten August besprochene Eau de Toilette von Domenico Caraceni gerne mag, dem dürfte auch „Knize Two“ gut gefallen. Beide haben gemeinsam, dass sie dominante florale Noten tragen, aber trotzdem zu einem klassischen Herrenduft taugen. Der Caraceni schafft die Wendung zum Herrenduft durch ein gutes Maß Weihrauch, Knize Two durch seine elegante und holzige „Seifigkeit“.

Abschließen werde ich diese kleine Knize-Serie in Kürze mit dem Damenduft aus dem Herrenhaus Lady Knize – ich bin gespannt!

Mein Fazit, was die Herrendüfte anbelangt: Knize ist definitiv eine große Empfehlung von meiner Seite. Feine, klassische Herrendüfte, die sich etwas trauen, indem sie Charakter und Profil zeigen, ohne den Bogen jedoch zu überspannen.

Ganz viele Grüße von
Harmen

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Die Vergessenen – Ménage à Trois mit Atelier Flou, Parfums de Rosine und 10 Corso Como.

Geschrieben in Blüten,Duft,Hesperiden,Holziges,Solifloral am 17.02.2012

Heute habe ich wieder einmal in meinen Schubladen gegraben und für Euch ein paar Düfte hervorgesucht, die schon zu lange und vollkommen zu Unrecht einer Rezension harren. Deshalb kurz und knackig im Rahmen meiner Vergessenen-Kolumne: Atelier Flou Sloane Rose, Parfums de Rosine Glam Rose und 10 Corso Como Uomo.

Sloane Rose ist der letzte Duft von Atelier Flou, die ich vor nicht allzu letzter Zeit hier vorgestellt habe. Zum Zeitpunkt meiner Rezension war für mich kein Duftmuster dieses Duftes verfügbar, deshalb reiche ich die Rezension heute wie versprochen nach. Alles andere wäre ein echter Verlust gewesen, Sloane Rose ist nämlich ein durchaus entzückender Duft: Eine Hommage an die Sloane Rangers soll er sein, deren „Verkörperung der Weiblichkeit“, „zeitlosen Eleganz“ sowie ihrem „raffinierten Glamour“ Frisch, bezaubernd und frivol – genauso wie dieser Frauentyp, nachdem ich erstmal googeln musste. Wiki hilft, wie so oft:

„The term Sloane Ranger (often shortened to Sloane or less frequently Sloanie) refers to a stereotype in the UK of young, upper class or upper-middle-class women or men who share distinctive and common lifestyle traits. The term is a punning combination of “Sloane Square”, a location in Chelsea, London famed for the wealth of residents and frequenters, and the television Westerns character The Lone Ranger. Initially the term “Sloane Ranger” was used mostly in reference to women, a particular archetype being Diana, Princess of Wales. However, the term now usually includes men.“

Für diese ist der Duft aber nicht gedacht, es sei denn, um sie anzulocken… Das könnte mit Sloane Rose auch gut funktionieren: Saftige reife Orangenschnitze und herb-säuerliche Johannisbeere rufen einem beim Aufsprühen entgegen, alsbald in ein feminin-florales Herz überleitend. Cremiger Jasmin findet sich da genauso wie eine frisch-fruchtige Rose, flirtend und kokettierend und von einer sauberen und gleichsam wärmenden Amber-Zedern-Basis untermalt.

Ein bisschen in der transparenten Johannisbeerfrische an Odins 04, Petrana, die Wüsteniris erinnernd, entwickelt sich Sloane Rose beschwingt-weiblich und weiß durchaus, seine Reize auszuspielen, ohne jemals ein erdrückender, schwerer Duft zu sein.

Glam Rose aus dem Hause Parfums de Rosine mag es der Beschreibung nach rockiger: Nicht der Upperclass-Lady ist er gewidmet, sondern hier herrscht der Geist des Glamours, wie die Firma ihren Duft beschreibt: Veilchen und Rose und eine Prise Rock’n'Roll. In Violett und Rosa gehüllt soll Glam Rose an die Hochzeiten Hollywoods erinnern, an Musicals und die 70er Jahre. Das alles wird von einer Frau repräsentiert, die natürlich komplex ist, einzigartig, weiblich und kühn, eine rebellische und erotische Diva, provokant und exzentrisch.

Ob der Ingredienzen gerate ich diesbezüglich etwas ins Zweifeln – nach einem kultivierten Querulanten hören sie sich nämlich nicht an: Kopfnote: Rote Beeren, Ambrette; Herznote: Rose, Veilchen, Jasmin; Basisnote: Zedernholz, Moschus, Himbeere.

Wie zu erwarten war ist der Duft das auch nicht. Glamour? Ja. Pink? Ja. Aber – Rebell? Nö. Macht aber nichts, Glam Rose lässt einem trotzdem das Wasser im Munde zusammenlaufen: Köstliche Himbeere, frisch-fruchtig und samt-satt, trifft auf pudrig-erdiges Veilchen, cremig-süßen Jasmin und eine vollmundig-fruchtige Rose. Von anonymen Beerennoten begleitet, die mich an Johannis- und Brombeeren erinnern, bettet sich der Duft auf einem weichen, sauberen Lager. Sehr nett – und auch kinky, aber keine wirkliche Femme Fatale, eine gar vielleicht bedrohliche, sondern eher eine zuckersüße Lolita.

Von diesen beiden Damen kommen wir nun zum Mann im heutigen Bunde: 10 Corso Como Uomo. Die Zahl Zehn ist Programm: 10 Corso Como ist die Mailänder Adresse des gleichnamigen Lifestyle-Stores, der zu den angesagtesten Shops in ganz Mailand gehört. 1999 kam der wunderschöne Signature-Duft heraus, dem das Haus zehn Jahre später einen Nachfolger für die Männerwelt folgen ließ. Eigentlich unnötig, war 10CC doch auch schon unisex – sein Bruder ist es aber strenggenommen, auch insofern… Lange hat es gedauert, bis er nun auch endlich hier in Deutschland verfügbar war – als Fan des „alten“ Duftes freue ich mich darüber und stelle Euch nun Uomo vor, der mit folgenden Ingredienzen aufwartet: Kopfnote: Bergamotte, Mandarine, Ingwer; Herznote: Jasmin, Ylang-Ylang, Schwarzer Pfeffer; Basisnote: Zedernholz, Vanille, Moschus, Ambra.

„Tradition trifft auf Innovation“ heißt es da und von Gegensätzen ist die Rede, von heiß und kalt, die sich hier in diesem faszinierenden Parfum vereinen. Das Marketing-Blabla trifft hier den Nagel auf den Kopf: Schon beim Aufsprühen fällt mir auf, was dieser Duft für eine Aura hat – wie sein Vorgänger ist er sehr minimalistisch, aber enorm kraftvoll. Sobald er auf der Haut ankommt, beginnt er sich zu verdichten und präsentiert sich fortan als Einheit, oszillierend, aber im Großen und Ganzen sich selbst treu bleibend. Sehr hölzern, von Pfeffer würzig geschärft, eine warme Trockenheit ausstrahlend und gleichermaßen saubere Zedernkühlung atmend. Ingwer unterstützt nach Kräften mit der ihm genuinen, hier sehr ausgeprägt trocken-fruchtigen Herbheit.

Für mich riecht 10 Corso Como nach Holz. Und nach Steinen. Und ist somit reduziert, aber sehr eindrucksvoll. Wieder mal ein Volltreffer, anderes hatte ich nicht erwartet. Passt exzellent zu den ganzen dort vertretenen Avantgarde-Labeln, die ja ohnehin weitestgehend auf „Farben“ verzichten.

Freunde von Düften wie Costes, Il Profumos Touaregh, Miller et Bertaux und Montales Greyland sowie dem leider vergriffenen Cashmere Man von Cristiano Fissore sollten hier genauer hinschauen.

Damit beschließe ich nun ein weiteres Vergessenen-Kapitel und wünsche Euch ein schönes Wochenende!

Viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: A European mantis (Mantis religiosa) perches on a shrub rose von Huw Williams, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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Maison de Haute Parfumerie à Paris…
Eine Loggia…
Duftverzeichnis


Atemberaubendes aus dem Hause Xerjoff – Sospiro die Zweite.

Geschrieben in Duft,Hesperiden,Holziges,Krautiges am 16.02.2012

Sospiro heißt sie, die neue Linie der Italiener von Xerjoff, und ich hatte gestern bereits das Vergnügen, Euch zwei Düfte vorzustellen: Capriccio und Duetto, welche mir, wie das Motto der Firma verspricht – „Takes your Breath away“ – tatsächlich den Atem stocken ließen. Umso gespannter bin ich, was uns heute erwartet mit Laylati und Vivace, die noch einer Rezension harren.

Laylati zeigt sich anfangs als Kräuterfee: Kühle Würze, bitteres Grün, herbe Frische und krautige Schärfe, auf ernstem Zedernholz gebettet. Die Zeder offeriert ihre besten Seiten – jene saubere Holzigkeit, gepaart mit der ihr ebenfalls genuinen strengen kühlen Harzigkeit. Patchouli haucht einmal mehr Tiefe ein, zaubert einen raumgreifenden Duftkörper… der im späteren Verlauf „altersmilde“ wird: Tabak, frische Tabakblätter und fruchtige Vanille, auf einem weichen Moschuslager gebettet. Versöhnliche Wärme, die einen gekonnten Gegenpol zu den kantigen Kräutern bildet, und eine ambivalente Aura kreiert. Gar entzückend finde ich die subtile Waldmeisterbrausenote, jene aromatische, die sich bei mir auf der Haut in der Basis räkelt, auf dem Duftstreifen allerdings viel weniger zum Tragen kommt – hier wäre ich sehr gespannt, wer diese Note auch auf seiner Haut wiederfindet.

Laylati ist, seinem Naturell nach, unisex. Allerdings werden sicherlich mehr Männer nach dem Duft greifen, was ihm nicht zum Nachteil gereicht. An Männern entfaltet er sich sicher größtenteils schöner, obgleich er auch für Frauen tragbar ist.

Ein, wie ich finde, wirklich eher maskuliner Duft ist Vivace. Unschwer am Namen zu erkennen ist Vivace dem Leben gewidmet, und wie Sospiro verspricht erwartet uns hier ein spritziges Hesperidenabenteuer. Die genauen Ingredienzen: Kopfnote: Limette, Basilikum, Muskatellersalbei, Oregano; Herznote: Nelke, Patchouli, Zimt, Geranium; Basisnote: Castoreum, Eichenmoos, Ambra, Labdanum (Zistrose), Moschus.

Zitrisch-spritzig und dementsprechend dynamisch, aber gleichermaßen… lieblich finde ich das Leben in der Kopfnote vor – Muskatellersalbei zaubert freundliche Effekte, während die Zitrusfrucht sich von frischen Kräutern umgarnt sieht. Zusammen ergeben sich daraus fast maritime Akzente, die von Geranium minzfrisch unterstrichen werden, während Nelke und Zimt im Hintergrund für pfeffrig würzige Konstraste sorgen. Die Basis ist markant-männlich mit holzigen Harzen und harzigen Hölzern, von Eichenmoos untermalt und von dezent-ambrierter Wärme.

Alles in allem – sehr klassisch, aber auch ziemlich gut. Zitrusfrüchte-Düfte in Kombination mit Pfeffer und/oder Gewürzen und Hölzern sind nun mal einfach eine gern genommene Möglichkeit für einen adretten Männerduft. Und in der Tat ist daran nichts falsch. Es gibt viele gute Vertreter dieser Gattung – da wird mir auch Harmen beipflichten, der mit Clive Christians 1872 ebenfalls einen sehr klassischen Kandidaten als absoluten Favoriten gewählt hat. Vivace ist zeitgemäß, aber gleichzeitig traditionsbewusst. Modern, aber trotzdem klassisch. Und steht sicher einigen Männern recht gut zu Gesicht. Der Duft mag bedingt auch für Frauen tragbar sein, ist aber seiner Natur nach, sorry, doch eher ein Mann.

Somit wären wir dann auch schon am Ende angekommen mit der Sospiro-Kollektion – und ich bin, ich gestehe, ganz verliebt in den für mich sehr untypischen Capriccio, der sich auf meiner Haut so seidenweichfloral entwickelt, das ich mich hineinlegen könnte.

Habt Ihr schon getestet? Wie findet Ihr die Linie und hat sie bei Euch (auch) schon Begehrlichkeiten geweckt?

Viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Citrus latifolia / Limetten von Daniel Zanetti, Asperula odorata / Waldmeister von Jerzy Opioła, some rights reserved, vielen lieben Dank!

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Sospiro…
Duftverzeichnis L – Z
Duftjunkies zu Besuch bei Aus Liebe zum Duft


Sospiro…

Geschrieben in Blüten,Duft,Holziges,Leder am 15.02.2012

… ist ein neues Spin-Off von Xerjoff, unseren italienischen (ja!) Freunden, und wird mit den euphorisch anmutenden Worten „Takes your Breath away“ beworben: Atemberaubend sollen sie sein, die neuen Düfte. Ein wenig atemberaubend ist auch der Preis, aber Xerjoff haben sich ja sowohl mit ihrer Hauptlinie als auch mit Casamorati 1888 im oberen Segment angesiedelt, insofern.. Wollen wir sehen, ob die Düfte das Versprechen halten!

Capriccio strahlt mir von meinem Handrücken entgegen, dass es eine wahre Freude ist… und ich schäme mich ehrlich gesagt gerade ein wenig, dass ich die Düfte eine ganze Zeit unbeachtet auf meinem Schreibtisch liegen ließ. Wieso? Weil ich, ich ganz persönlich, deren Verpackungen nicht ertragen kann. Lila, Gold, geschwungene Formen – zuviel des Guten für einen Minimalisten wie mich.

Und nun steigt mir bereits beim ersten Schnupperer mit Capriccio etwas in die Nase, von dem ich sofort sagen kann, dass es extrem hochwertig, sehr gut gemacht und – teuer riecht. Die herbe, fruchtig-frische Säuerlichkeit von Limette, die die fröhliche Freundlichkeit der honigsüßen Neroliblüten säumt, welche den Weg bereiten ins üppige, süß-zimtig kontrastierte, cremige Weißblüherherz. Ich vermag sie nur schwer auseinanderzupflücken, die Blümchen, die dort zu finden sind – Jasmin ist in jedem Fall dabei, vielleicht auch Tuberose, von roten Beerennoten begleitet. Unterstrichen wird das zarte Vergnügen mit einer ganzen Riege warmer und holziger Noten – Patchouli, Sandelholz, Ambra, Oud, Moschus, Vetiver und Cashmeran werden genannt und verhalten sich, wie man es von ihnen erwartet: Hölzerne Wärme, dezent ambriert und von einer zurückhaltenden würzigen Süße – eine optimale Abrundung des sehr sanften Duftes.

Ich bin extrem positiv überrascht: Capriccio ist ein feiner, sehr schön austarierter und überaus femininer Duft, der den Spagat zwischen Blüten, Frische und Wärme mehr als gelungen meistert und somit einen hohen Wohlfühlfaktor besitzt. Ein Kuschelkandidat, der gleichermaßen weiblich wirkt – somit ein Duft, den man für den (großen) Auftritt tragen kann, der aber trotzdem der Seele schmeichelt. Will sagen: Das Abendkleid, das sich trägt wie ein Kaschmirjogginganzug. Selten, sowas.

Noch in Watte gepackt holt mich Duetto gleich wieder zurück auf die Erde – das hier ist ein ganz anderes Kaliber als sein Vorgänger. Im Auftakt knattert es bereits los – Oud, unverkennbar und von Pfeffer gewürzt. Mögen muss man sie, diese Ingredienz – und trotzdem sie in den letzten Monaten inflationär gebraucht wurde, habe ich noch lange nicht die Nase voll. Das wäre schade – vor allem, weil Sospiros Duetto auch ein ziemlich adretter Zögling ist: Hier werden alle Facetten der faszinierenden Zutat ausgeleuchtet – medizinische, holzige, kühle, harzige und ledrige Anklänge schillern um die Wette, während sich eine helle Rose als Kontrast dazugesellt, so leuchtend wie ein Stern am Firmament.

Schon wieder eine Oud-Rose? Ja. Aber eine tolle, eine wirklich tolle. Wie auch beim Vorgänger Capriccio komme ich nicht umhin, zuzugeben, dass ich finde, dass Duetto nach einer erlesenen Qualität riecht genauso wie nach einem erlesenen Preis. So, wie sich mir der Duft hier präsentiert, hätte ich ihn ohne zu Zögern der by Kilianschen Arabian Nights-Kollektion zugeordnet, deren Rose mich ehrlicherweise ein wenig enttäuscht hat.

Duetto ist – eine mächtige Oud-Rose, aber noch viel mehr – riecht man nämlich genauer hin, erschließen sich die fein drapierten Begleiter: Ein Blütenhauch Jasmin, eine Prise Vanille, ein wenig Vetiverrauch sowie moosige Akzente.

Ich bin, unerwartet und überraschend, vollkommen beeindruckt – von beiden Düften. Und freue mich ehrlich auf morgen, denn da stelle ich Euch zwei weitere Düfte vor, Laylati und Vivace.

Viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Chanel Haute Couture Fall-Winter 2011-2012 Fashion Show held at Grand Palais in Paris von Haute Couture News, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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Atemberaubendes aus dem Hause Xerjoff – Sospiro die Zweite.
Duftverzeichnis L – Z
Global Art of Perfumer 2012 – Die Zweite.


Was hat ein Herrenschneider im Wald verloren?

Geschrieben in Duft,Gewürziges,Grünes,Hesperiden,Holziges,Krautiges am 13.02.2012

…mag vielleicht der erste Gedanke sein, wenn man den Namen Knize Forest hört. Diesem Mysterium werde ich heute auf den Grund gehen, haben mich doch die beiden kürzlich besprochenen Knize Ten und Knize Sec sehr beeindruckt. Katharina wird es zumindest freuen, diesen Duft hier einmal besprochen zu sehen, hat sie sich ja bereits als Fan dieses Waldduftes ausgegeben.

Grib skov

Die Duftnoten lassen ein würziges Portfolio erwarten: Kopfnote: Orange, Zitrone, Petitgrain, Bergamotte, Lavendel; Herznote: Rosmarin, Salbei, Oregano, Basilikum, Geranium, Rosenholz, Nelke; Basisnote: Vetiver, Patchouli, Sandelholz, Ambra, Labdanum (Zistrose), Eichenmoos, Moschus.

In Ludwig Tiecks Kunstmärchen „Der blonde Eckbert“ von 1796 wurde der Begriff „Waldeinsamkeit“ zuerst verwendet, um gewissermaßen eine heile Welt im Einklang mit der Natur zu formulieren.

Caspar David Friedrich 068Waldeinsamkeit,
Die mich erfreut,
So morgen wie heut
In ewger Zeit,
O wie mich freut
Waldeinsamkeit.

Waldeinsamkeit
Wie liegst du weit!
O Dir gereut
Einst mit der Zeit.
Ach einzge Freud
Waldeinsamkeit!

Waldeinsamkeit
Mich wieder freut,
Mir geschieht kein Leid,
Hier wohnt kein Neid
Von neuem mich freut
Waldeinsamkeit.

Als Gemälde brachte diese Haltung Caspar David Friedrich mit seinem hier rechts gezeigten Bild „Der Chasseur im Walde“ zum Audruck. Vor allem der deutsche Wald musste bereits für allerlei Politisches herhalten. Wer sich über dessen Kulturgeschichte informieren möchte, sei auf diesen lesenswerten Wikipedia-Artikel verwiesen.

Aber wir haben ja nun „Knize Forest“ auf dem Zettel, deswegen geht es nun auch endlich mit dem Duft weiter. Holla die Waldfee! Los geht es mit einer walduntypischen zitrischen Frische, die mit Orange, Zitrone und Petitgrain kräftig aufspielt. Zaghaft strömen einige würzige Noten bei. Mit Lavendel, Rosmarin, Salbei, Oregano und Basilikum haben wir einen ganzen Strauß davon zur Hand – für mich drängt sich keiner nach vorne, um genauer identifiziert zu werden, jedenfalls könnte auch der Vetiver für eine grundsätzliche Krautigkeit verantwortlich sein. Das Sandelholz und auch der Moschus machen sich als weitere Kandidaten zuerst bemerkbar, zugleich bildet Geranium und das Rosenholz eine floral-würzige Komponente, die aber verhalten beiklingt.

Ein grüner, holziger, würziger und insgesamt facettenreicher Herrenduft, der sicherlich zu einem Dichter-Schöngeist passt, der die Waldeinsamkeit sucht, um einige Zeilen zu schreiben. Aus gutem Grund heißt er nicht „Knize Wood“, denn da ist nichts Urwüchsiges oder Wildes, eher ein kontemplativer, aber nicht schwermütiger Spaziergang auf einer Waldlichtung im Sommer.

Émile Bernard Madeleine au Bois d'Amour 1888

Ihr seht, ich kann mir durchaus auch eine Dame mit diesem Duft vorstellen, auch wenn er eher auf einen Mann hin konzipiert wurde. Nach drei tollen Düften von Knize brauche ich nun wirklich keinen weiteren Grund mehr, um mir auch noch die restlichen Parfums aus diesem Hause vorzunehmen: Knize Two und auch Lady Knize!

Es grüßt Euch Waldschrat
Harmen

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Ein Strauß Männlichkeit – Knize Two
Knizes Venusfalle
Knize Sec und Knize Ten – zwei ungleiche Brüder


Von der Liebe – MariaLux die Zweite.

Gestern hatte ich bereits mit Truly, dem ersten Duft des Trios begonnen, das die Künstlerin Lilian Driessen unter dem Namen MariaLux, ihres Alter Egos, letztes Jahr lancierte. Heute möchte ich Euch die anderen beiden Düfte vorstellen, Madly und Deeply. Madly steht für die „verborgene Liebe, die Liebe der Geliebten“, während Deeply Abgründe der Liebe auslotet – für die „schmerzvolle, tiefgründige Liebe“ stehend.

Madly… assoziiere ich im Zusammenhang mit der Liebe als Verrückt-Sein, Verrückt-Nacheinander-Sein. Leidenschaft, auch sexueller Natur. Anziehung, geistige, körperliche, seelische. Wen wundert also, dass Madly von samtener Wärme ist, und das bereits von Anfang an: Pulverig-pudrig warm und gefühlvoll offeriert er einen dichten olfaktorischen Teppich, dessen einzelne Ingredienzen einen vor ein Rätsel stellen – irgendwo da drinnen vermute ich Weißblüher, etwas narkotisierend, vermutlich Tuberose, fein verwoben in hellen Harzen und anfänglich von etwas würzig-krautigem wie beispielsweise Angelika eingeleutet. Und dann finden sich da noch Tabaknoten, ähnlich sinister-süße wie in Serge Lutens’ Fumerie Turque, die in cremig-skinnigen Anklängen baden.

Ich könnte mir vorstellen, dass Madly Frauen gefällt, die durchaus auf der Suche nach etwas Hautnahmen sind, dabei aber kokett-verführerische Vorwitzigkeit mögen – Fifi Chachnil wäre der Kandidat, der mir einfallen würde, müsste ich geistige Verwandte benennen.

Deeply allerdings tendiert in eine ganz andere Richtung, wie ich bereits in unserem Shop schrieb und mich an dieser Stelle gleich selbst zitiere:

„Deeply ist – ein Bekenntnis. Ein Bekenntnis der Liebe, ein Bekenntnis der Leidenschaft. „Doch alle Lust will Ewigkeit, will tiefe, tiefe Ewigkeit“, das wusste schon Friedrich Nietzsches Zarathustra – und die Liebe, sie sucht nichts anderes. Deeply vereinigt, verschmelzt – Ambra und Zimt, eine Amour Fou, die mit ihrem lichterlohen Feuer alles hell erstrahlen lässt. Würzig und von scharfer Süße, gourmandig, skinnig, lieblich und kokett, von fruchtigen Anklängen, der Ahnung eines Apfels begleitet und harzig anmutend leuchtet Deeply alle Facetten der Leidenschaft aus und vermag damit zu betören.“

Dass diese Form der Liebe ihre schmerzhaften Seiten hat, ihre Untiefen, dass der Grund bei dieser Art unsicher ist – das glaube ich gleich: Deeply ist loderndes Feuer der Leidenschaft, eine Harzexplosion der ganz besonderen Sorte: Ambra und Zimt als glühendes Liebespaar in inniger Umarmung, würzig, charaktervoll, harzig und scharf-sexy-süß. Karamell-holzige Anklänge gerösteter Natur strömen meiner Nase entgegen, die mich an eine dicke, krosse Glasur erinnern, die Glasur eines – … Bratapfelkuchens, der sich an einer Ecke süß-verkokelt zeigt. Hat sich da wohl ein bisschen Oud hinein verirrt?

Ihr wollt Vergleiche? Deeply riecht für mich wie das Kind einer heißblütigen Liaison von Nasomattos Black Afgano und Hermès’ Ambre Narguile aus der Hermessence-Kollektion – und ist damit mächtig und unbedingt habenswert.

Habt Ihr schon getestet? Was gefällt, was nicht, ist eine (neue) Liebe dabei?

Ich bin gespannt!

Viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: MariaLux; MADLY: Oh lover, make me yours again / DEEPLY: Pain & Pleasure, Faith & Fear.

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