Aus Liebe zum Duft Shop Duft Tagebuch

Loewe – 7 – Original und Sportvariante

LoeweSchon vor längerer Zeit habe ich den Herstellertext von Loewe für unseren Shop geschrieben, dann aber die Marke wieder ein wenig aus den Augen verloren. Wir sprechen hier übrigens nicht von dem kriselnden deutschen Flimmerkistenhersteller, sondern von dem spanischen Label, das durch seine Luxuslederwaren bekannt wurde. Da wir über Loewe im Duft-Tagebuch noch nicht berichtet haben, kommt hier ein knackiger Abriss der Unternehmensgeschichte. Zwei spanische Handwerker eröffneten im Jahre 1846 einen lederverarbeitenden Betrieb, zu dem 1872 der deutsche Lederspezialist Enrique Roessberg Loewe hinzustoßen sollte. 1905 erlangte Loewe den Status des Lieferanten für das spanische Königshaus, was nun sicherlich dem gesunden Unternehmenswachstum nicht abträglich war. 1945 entwarf der Designer Peréz de Rozas Taschen aus Boxcalf, welche schnell zum Erkennungszeichen der Marke schlechthin avancierten. Es folgten Boutique-Eröffnungen rund um den Globus und große Designer wie Karl Lagerfeld, Giorgio Armani und Laura Biagiotti prägten das Erscheinungsbild des Hauses. Mode, dann Parfums – eine fast logische Konsequenz: 1972 brachte Loewe den ersten Damenduft mit dem schlichten Namen „L“ auf den Markt, Mitte der 80er Jahre folgte der Duft „Air Loewe“, welcher sich bis heute einer großen Beliebtheit erfreut. Seit dem Jahr 2000 wird die Parfumkollektion kontinuierlich erweitert wie zum Beispiel 2009 mit „I Loewe You“.

loewe-sport

Diese koninuierliche Erweiterung des Programms ist auch Anlass für diesen Artikel. Vor Kurzem erst kam eine neue Kollektion von Loewe herein, Loewe Sport, die die vier erfolgreichsten Herrendüfte des Hauses neu und sportlich interpretiert. Meine Idee war es, Euch nun die Düfte immer paarweise vorzustellen, auf der einen Seite der Ausgangsduft, auf der anderen Seite die neue Sportversion.

Loewe 7Loewe 7 Sport
Loewe EsenciaLoewe Esencia Sport
Loewe pour HommeLoewe pour Homme Sport
Loewe Solo LoeweLoewe Solo Loewe Sport

Die Idee hinter der „Loewe Sport“-Kollektion ist der Sport der Gentlemen – Traditionssport, der auf die Werte des 21. Jahrhunderts trifft. Hierfür stehen vier spanische Sportler, die auf dem Bild oben zu sehen sind:

· Loewe pour Homme Sport mit Javier Hernanz, Ruder-Champion
· Esencia Loewe Sport mit Iñaki Osa, Cesta-Punta-Champion
· Solo Loewe Sport mit Arturo Gracia, Champion im Bogenschießen
· 7 Loewe Sport mit Jordi Bargalló, Rollhockey-Champion

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„Loewe 7“ legt überraschend spritzig und dynamisch los. Kräftige Pfeffernoten legen sich von Beginn an ins Zeug und vermischen sich angenehm mit harzigem Weihrauch, holzigen Noten sowie Vetiver. Die übrigen Noten Apfel, Rose, Maiglöckchen, Neroli und Moschus verbleiben im Hintergrund und lassen so den entschieden maskulinen Noten den Vortritt. Sie sind als leichtest aquatische Tendenzen sowie hauchdünne Fruchtaromen wahrnehmbar. Nach einer Weile meint man noch Patchouli oder Gewürznelke wahrzunehmen – entweder das Ergebnis dieser Mischung oder geheimgehaltene Duftbestandteile. Ich rieche und rieche und diese Gewürznelke wird immer dominanter, bis ich versucht bin, hier von einem klaren Gewürznelkenduft mit Glühweinanleihen zu sprechen. Ihr seht, dieser Duft hält eine spannende Duftentwicklung bereit, die sicher auch von Haut zu Haut unterschiedlich verläuft. Wirklich abgefahren, was hier gerade passiert.

„Loewe 7 Sport“ hat mit seinem Vorgänger wenig gemein. Fruchtige Mandarine und saure Yuzufrucht treffen auf die grünen Noten von Minze und Tomatenblättern – auch hier mit einem aquatischen Einschlag. Auf der Haut gefällt er mit bedeutend besser, da hier die aquatischen Anklänge eher verschluckt werden. Ein durch und durch dynamischer, frischer Hesperidenduft mit grüner Seele. Die Basis von Weihrauch und Ambra bleibt nahezu stumm. Grundsolide, wer es extravaganter mag, ist bei dem Ursprungsduft besser aufgehoben.

Beide Düfte besitzen ihre ganz eigene Dynamik, der eine eher pfeffrig-gewürzig, der andere eher zitrisch und grün. Beide Düfte kann ich vor allem den Herren der Schöpfung vorbehaltlos empfehlen.

Liebe Grüße
Harmen

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Laliques Traumpaar „Encre Noire“

Geschrieben in Duft,Holziges,Krautiges,Reines und Pudriges am 10.03.2014

Letzten Montag – in der Rezension von „Encre Noir Sport“ – habe ich Euch versprochen, auch „Encre Noir Pour Elle“ und „Encre Noir Pour Homme“ von Lalique vorzustellen. Ich hoffe, Ihr habt außerdem die kleine Abstinenz vom Duft-Tagebuch gut überstanden. :-)

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„Encre Noire Pour Homme“ – wie mag wohl diese schwarze Tinte riechen? Wie Comme des Garçons’ Nr. „2“, die von der japanischen Sumi-Tinte inspiriert wurde (s. Bericht hier)? Parfümeurin Nathalie Lorson ging 2006 einen anderen Weg und interpretierte das Süßgras Vetiver für ihre Zwecke. Übrigens, zum Thema Vetiver fällt mir immer der sehr unterhaltsam geschrieben Artikel von Erik Kormann in seinem aromatischen Blog ein – sehr lesenswert.

Der Vetiverduft von Lalique enttäuscht keinerlei Erwartungen: erdig, holzig, wurzelig und rauchig mutet er an, ganz wie man es erwartet und haben möchte. Im Kopf waltet die Zypresse ihres Amtes und fügt dem Ganzen frische und leicht nadelhölzerne Aspekte hinzu. Moschus und Kaschmirholz in der Basis unterstreichen wiederum die holzigen Charakterzüge von „Encre Noire Pour Homme“.

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Statt in tintenschwarzer Nacht zu versinken und den Mond anzuheulen, sehe ich hier einen dynamischen, taghellen Herrenduft. Kein Tauchgang im Tintenfass, vielmehr ein lässiger, aber gekonnter Schriftzug auf einem weichen handgeschöpften Papier.
Meine Herren, wer auf der Suche nach einem feinen profilierten Parfum ist, dem unterschreibe ich mit „Encre Noire“, dass er hier fündig werden kann.

Die Duftkomposition
Kopfnote: Zypresse
Herznote: Vetiver
Basisnote: Moschus, Kaschmirholz

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Der drei Jahre später erschienene „Encre Noire Pour Elle“ enthält in der Basis zwar auch Vetiver, im Gesamtbild aber lang nicht so prominent vertreten. Der kalligraphische Dekor des Flakons greift dabei das Tintenthema wieder auf. Parfümeurin Christine Nagel schuf mit diesem Duft einen weichen pudrigen Duft, in dem Moschus und Rose die Hauptrolle spielen. Frische Bergamotteakzente leuchten hier und da hervor, Ambrette unterstreicht das Pudrige und Freesie sowie Osmanthus die florale Komponente. Sicherlich ist es auch Osmanthus, der die leicht fruchtigen und süßen pfirsichartigen Töne transportiert. Diese kommen bei mir vor allem auf der Haut deutlicher heraus – die kühle und fast metallisch erscheinende Rose konstrastierend.

Die entschieden feminine Kreation hat mit dem Herrenduft trotz ihrer Pudrigkeit und Weichheit eine gewisse Distanziertheit gemein. Wer also Moschusdüfte liebt, Überschwang an Blüten und Früchten eher meidet, sollte sich „Encre Noire Pour Elle“ unbedingt zu Gemüte führen.

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Die Duftkomposition
Kopfnote: Bergamotte, Freesie, Ambrette
Herznote: Türkische Rose, Osmanthus, Ambra
Basisnote: Vetiver, Zedernholz, Weißer Moschus

Da beide Düfte schon Weile auf dem Markt sind, kennen einige von Euch sie sicher schon. Seid Ihr Fans der Encre-Noire-Düfte? Lasst es mich wissen :-)

Liebe Grüße
von Harmen

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Lalique „Encre Noir Sport“ – Vetiver mit Rennstreifen?

Geschrieben in Aquatisches,Duft,Holziges,Krautiges am 3.03.2014

Es ist höchste Zeit, auch einmal wieder etwas von Lalique zu berichten. Wie schön, dass wir mit dem neuen Duft „Encre Noir Sport“ passenderweise Gelegenheit dazu finden. Neuigkeiten sind immer ein bisschen spannender, deswegen fange ich mit „Encre Noir Sport“ an, werde aber auch in Kürze „Encre Noir Pour Homme“ und „Encre Noir Pour Elle“ nachlegen, versprochen.

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Schauen wir also einmal, was Lalique aus der schwarzen Tinte in Form eines Vetiverdufts gemacht haben. Sie selbst schreiben:

Lalique setzt die Erfolgsgeschichte des Klassikers „Encre Noire“ fort: gewohnt elegant, bereichert um eine dynamischere Facette. Der sportliche Charme der neuen Kreation trifft auf die Werte von Luxus und Raffinesse, Kennzeichen des Hauses Lalique. Zwischen den charakteristischen holzigen Noten entfaltet sich eine neue Frische.

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Ich schnuppere nun beidarmig und kann vorausschicken, dass die Sport-Variante lang nicht so viel Vetiver enthält. Tatsächlich zeigt sie von Beginn an einen dominanten aquatischen Zug, der von Zitrusfrüchten und frisch-würzigen Zypressen- und Lavendelnoten flankiert wird. Wer auf die aquatischen Düfte bereits Erde geschippt hat, sollte doch noch einmal innehalten, denn diesem Kandidat gelingt das Kunststück, diese inflationär eingesetzten Noten in neuer Weise zu darzustellen. Dabei werden zwar nicht alle Regeln der Kunst über Bord gekippt, aber mich persönlich überzeugt die Komposition.

Die Frische und Würzigkeit der Kopfnoten, die Weichheit und leichte Holzigkeit der Basisnoten umschließen den aquatischen Ton. Bourbon-Vetiver und rauchiger Vetiver aus Haiti sollen ebenfalls enthalten sein. Ich kann diese ehrlicherweise nicht im Einzelnen identifizieren, ich vermute, dass sie mit der Würzigkeit der Kopfnoten verschmelzen.

Die Duftnoten
Kopfnote: Grapefruit, Bergamotte, Zypresse, Lavendel
Herznote: Aquatische Noten, Muskatnuss, Vetiver
Basisnote: Kaschmirholz, Moschus

Freunde rauchiger und erdiger Vetiverdüfte sollten vielleicht eine Alternative suchen, wer aber einen äußerst angenehmen Duft sucht, der eher im Herrensegment anzusiedeln ist, wird mit „Encre Noir Sport“ genau das Richtige finden. Absolut passend zu den nun endlich steigenden Temperaturen :-)

Liebe Grüße
Harmen

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Weihrauch und Patchouli…

Geschrieben in Ambriertes & Harziges,Duft,Holziges am 26.02.2014

von Franck Boclet fehlen uns noch, nachdem wir uns gestern bereits die ersten zwei Düfte angeschaut hatten. Also auf ins olfaktorische Gestürm!

Incense von Franck Boclet und Parfumeurin Mélanie Leroux ist eine würzig-holzige Kreation. Der Weihrauch wird in den Kopfnoten von Kardamom, Zimt, Pfeffer und Rosa Pfeffer umschlossen. Das Herz wird von Benzoeharz erfüllt. Die Basis bietet eine Mischung aus Guajakholz, Sandelholz und Ebenholz, welche die Komposition abrundet und wärmt.“

Die Ingredienzen: Kopfnote: Kardamom, Zimt, Pfeffer, Rosa Pfeffer; Herznote: Benzoeharz; Basisnote: Guajakholz, Sandelholz, Ebenholz.

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Mmmmh! Zimt und Weihrauch – ich frage mich, wieso darauf noch keiner gekommen ist – zumindest kann ich mich nicht daran erinnern, dass ich diese Kombination bereits einmal in einem Duft derart präsent wahrgenommen habe. Dabei ist sie berückend schön: Balsamisch-süßer Zimt von einer durch Pfeffer forcierten Schärfe, der sich mit kühl-aromatischem Weihrauchnebel vermählt. Pudrig und holzig geht es zu, die Basis, auf der unser Pärchen ruht – und Sandelholz tut hierbei sein übriges, indem es die warm-würzige Süße untermalt, von Guajakholz veredelt.

Ein schöner, harziger Holzling ist er, dieser Incense. Einer, der – leichter ist als viele seiner Genossen, was daran liegt, dass die Harzfraktion hier nicht überhand nimmt und zu sehr beschwert. Darüber hinaus lebt Incense seine Ambivalenz, indem er permanent zwischen seiner Weihrauchkühle und jener zimtgesüßt-harzigen Holzwärme oszilliert. Ein Duft, den ich mir sowohl an Frauen als an Männern sehr gut vorstellen kann und der echte Seelenschmeichlerqualitäten besitzt.

Patchouli ist eine Duftkomposition, in der holzig-orientalische Noten von Patchouli, von Zedernholz und Sandelholz getragen werden. Ambra, Benzoeharz und Tonkabohne bringen balsamische und süße Facetten hervor. Am Ende erweitern Vanille und Weißer Moschus die Kraft und Sinnlichkeit des Duftes.“

Die Ingredienzen: Kopfnote: Patchouli, Zedernholz, Sandelholz; Herznote: Ambra, Benzoeharz, Tonkabohne; Basisnote: Vanille, Weißer Moschus.

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Franck Boclet selbst – und sein erster Duft.

Unser Patchouli hier macht keine Gefangenen: Eine wahrlich beschwipste Variante, meine Lieben! Die Kopfnote kommt überaus likörig anmutend daher, erinnert an eine deliziöse kakaobestäubte Patchouli-Honig-Spezialität aus dem Edelalkoholika-Sortiment. Bald darauf allerdings übernehmen die Hölzer das Ruder: Rauchig-knarzig zeigen sie sich und bilden somit einen Gegenpol zu dem eher gourmandigen Auftakt, lassen dessen süße Verlockungen für eine gewisse Zeit in den Hintergrund rücken. Im Verlauf des Duftes schafft dieser spielend die Balance zwischen dem eher spartanisch-puristischem Ernst des Unterholzes sowie der heiteren Unbeschwertheit der Naschkatzenanklänge und offeriert darüber hinaus noch cremige Vanille.

Patchouli ist ein wahrlich hübscher Vertreter seiner Gattung, der für meine Nase auch seltsam-anmutige Akzente gerösteter Erdnüsse aufweist, was ihn zu einem kleinen Unikat macht.

Und, neugierig?

Viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Nasengolds Frischegewitter „G.“

Geschrieben in Duft,Grünes,Hesperiden,Holziges am 17.02.2014

Letztes Jahr im Herbst habe ich Euch bereits zwei Kreationen des jungen Hamburger Labels Nasengold vorgestellt. Nun steht der dritte Duft von Christian Plesch in den Startlöchern mit dem Namen „G.“ (sprich G-Punkt).

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Mir ist vor allem der beschwipste Feierduft „#S“ in guter Erinnerung geblieben – meinen Bericht findet Ihr hier. „#S“ hatte wunderbar aufgedrehte Sekt- und Limo-Noten im Gepäck und überzeugte mich mit seiner guten Feierlaune. „:P“ kam nach eigener Aussage da her, wo der Pfeffer wächst. Ein nicht minder energiegeladenes Teilchen, das mit Pfeffer und holzigen Noten zeigte, wo der Hammer hängt – hier meine Besprechung dazu. Der neue Duft „G.“ schlägt in die gleiche Kerbe und ist definitiv kein schlüpfriger Lakenwälzer, wie sein Name es vermuten lassen könnte.

Christian Plesch

Aber der Reihe nach. „G.“ steht für „G.öttliche G.rapefruit“. Der Begleittext lässt verlauten:

„Für Parfumdesigner Christian Plesch ist seine Kreation ein poetischer Moment der Verwandlung: ‚Zum Ende des Tages beruhigt sich der Herzschlag der Zeit… Die Kleidung fällt, das nackte Spiegelbild verwischt im Zwielicht, die Reflektion nimmt animalische Formen an. Ein Mischwesen will sich erheben … und die Verwandlung geschieht. Das ist der G-Punkt!‘“

Als Duftnoten dieser Verwandlung werden folgende angeben:

Die Kopfnote: Grapefruit, Schwefelnoten, Rosa Pfeffer, Ingwer, Limette
Das Herz: Sambac, Rose, Orangenblüte
Der Fond: Zedernholz, ledrige Noten, Vetiver, Patchouly, Kakao

„G.“ ist seinem Vorgänger „#S“ gar nicht so unähnlich, zumindest auf dem Teststreifen, nur dass eben eine kräftige Grapefruitnote hinzukommt. Auch auf der Haut die typisch bitter-zitrische Grapefruit, die von Haus aus einen hauchdünnen Akzent mitbringt, den ich als stickig bezeichnen würde, hier wird er als schweflig beschrieben. Diese Komponente ist durchaus spannend, kann aber Grapfruitdüfte auch schwierig machen – was mich an „Citrus Paradisi“ (Bericht) von Czech & Speake erinnert. Hier kommt es vermutlich auf die weiteren Duftnoten und die persönliche Hautchemie an. So kann das Ganze in eine unschöne schweißige Richtung drehen, wenn man Pech hat. In diesem Fall habe ich Glück, nehme die Schwefelkomponente als interessante Wendung wahr, die von Pfeffer, Ingwer und Vetiver weitere Akzente erhält. Das floral geprägte Herz ist am ehesten noch auf dem Teststreifen wahrnehmbar und verschmilzt mit den holzigen und würzigen Noten der Basis. Immer bleibt aber die Frische der Grapefruit erhalten, die zunehmend grüne Züge zeigt.

Grapefruit Section

Parfümeur Christian Plesch schickt mit seiner neuen Duftkreation einen wahren Frischekick durch städtische Adern. G. ist Beat, Tanz und Adrenalinrausch, komponiert aus stimulierender Grapefruit, Rosa Pfeffer und ambriertem Kakao. Fließt dieser diabolische Stoff in den Kapillaren der Metropole, treibt er den Rhythmus an – und alle finden es g.öttlich.

Wie seine Vorgänger ist auch „G.“ grundpositiv, hell, aktiv, pulsierend – ein wahres „Frischegewitter“. Wem die beiden Vorgänger von Nasengold gefallen haben, werden auch „G.“ lieben. Auch ich als Hesperidenliebhaber meine, dass es eigentlich kaum noch Bedarf an neuen Düften dieser Gattung gibt, werde aber mit „G.“ eines Besseren belehrt. Da ist also durchaus noch Spielraum für innovative Kompositionen. Freunde, der sauren Früchtchen, unbedingt einmal testen!

Liebe Grüße
Harmen

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Duftverzeichnis L – Z


Eutopie „No. 4“ – Unterwegs am Mittelmeer

Da wir hier gerne ganze Sachen machen, möchte ich gerne heute die Kollektion von Eutopie zum jetzigen Zeitpunkt vervollständigen. Die liebe Ulrike hatte ja bereits im Jahre des Herrn 2012 die „No. 1hier und die „No. 2“ sowie „No. 3hier vorgestellt. Eine No. 5 gibt es nicht, sodass ich im Oktober über die „No. 6berichtete, die zu meinen Lieblingsdüften des Jahres 2013 gehört – welch ein toller Lederduft!

Bleibt also noch die „No. 4“, die Ulrike nur kurz anreißen konnte, da ihr damals noch keine weiterführenden Informationen vorlagen.

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Aber ich zitiere:

Eutopie No. 4 steht auch schon vor mir in einer Winzlingsprobe auf dem Tisch – nur leider habe ich bisher keinerlei Material dazu erhalten, ergo kann ich nur sprühen und raten, vielmehr: ein wenig verraten. Auf den ersten Riecher wirkt er nicht wie ein typischer Orientale, da hatten wir mit Eutopie dieser Tage nun schon ganz anderes… Warm, trocken, pudrig und süß – Tonkabohne, Hölzer, ein Harzhauch samt irgendeiner Würze, einer süß und gleichermaßen scharf anmutenden… Schön. Ich bin schon sehr gespannt auf die Inspirationen zum Duft – dazu müssen wir uns wohl noch etwas gedulden…

Bei den ersten beiden Düfte handelte es sich um eher französisch inspirierte Orientalen, die „No. 3“ wandte sich bereits dem Mittelmeer zu und dort sind Eutopie auch für die „No. 4“ wieder eingekehrt. Ganz ehrlich, langsam reicht es mir mit diesem unentschlossenen Winter, der zumindest hier im Südwesten nicht so richtig in die Gänge kommen will und eine Achterbahnfahrt an Frühlings- und Wintertemperaturen zu bieten hat. Da wäre doch eine milde Frühlingsbrise am Mittelmeer genau das Richtige, um wieder etwas Farbe zu bekommen und Energie zu tanken.

Bis es soweit ist, nehme ich mit der „No. 4“ vorlieb. Es geht frisch los, wobei die Hesperiden sogleich von Patchouli und würzig-balsamischem Labdanum abgefangen werden. In den Herznoten folgen florale Noten, wobei die Rose kühl bleibt und auch das Veilchen seinen charakteristischen Duft nicht voll entfalten kann. Hierfür mogen die Sandelholznoten verantwortlich sein, die wiederum mit dem Labdanum bestens harmonieren. In der Basis wird es folgerichtig ebenfalls weich und balsamisch – Ambra und Moschus untermalen die mit rauchigen Aktenten versehene, herbe Vanille, die einen verhaltenen Hauch Süße beisteuert und somit harmonisch in die floralen Herznoten greift. Und irgendwo im Ausklang meint man auch das Meer zu riechen, ohne dass aber aquatische Noten zum Einsatz kommen.

Aci Castello Sicily Italy - Creative Commons by gnuckx

Eutopies „No. 4“ lässt sich am besten als hell-gewürziger Duft bezeichnen, der mit balsamischen Noten ausklingt. Dabei wurde wie bei den Vorgängerdüften ein perfektes Gleichgewicht gefunden, ein Balsamduft mit mediterran-frischem Einschlag, der sich konzeptionell in die europäisch-orientalische Doppelgesichtigkeit der anderen Eutopie-Düfte hervorragend einpasst.

So lässt sich auch die Reise der Parfumeurin Elodie Pollet nachvollziehen, die bereits mit dem Vorgänger die arabische Halbinsel verlassen hatte, um sich dem Mittelmeer zuzuwenden. Im Gepäck hat sie allerdings Gewürze und Kostbarkeiten des Orients dabei, welche sie mit französischer Leichtigkeit für die westliche Nase interpretiert.

Die Duftnoten im Überblick
Kopfnote: Patchouli, Bergamotte, Labdanum (Zistrose)
Herznote: Rose, Veilchen, Sandelholz
Basisnote: Ambra, Moschus, Vanille, Rauchige Noten

Eutopie – von den schönen Plätzen dieser Welt – diesem Motto bleibt das Duftlabel auch mit dieser Kreation treu. Vielleicht befinden wir uns in Sizilien, wo gerade die Araber, neben vielen anderen Kulturen, ihre Spuren hinterließen. Aber vielleicht müssen wir das ja auch gar nicht so genau wissen, damit jeder seine eigene Geschichte in diesen Duft legen kann. Ein Unisex-Duft, der Offenheit und Optimismus ausstrahlt, eine wunderbare Exkursion!

Liebe Grüße
Harmen

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Eutopie „No. 6“ – Die Reise durch die russische Seele
Aus einer idealen Welt…
Eutopie…


„König“ – Yoshs royale Waldeinsamkeit

Geschrieben in Duft,Holziges,Krautiges,Leder am 27.01.2014

yosh Heute möchte ich Euch etwas wahrhaft Königliches vorstellen, eine Duftneuheit aus dem Hause Yosh, das nebenbei bemerkt vermutlich das verschwommenste Logo der Welt besitzt. Ich mag es!

Ulis Bericht über den ersten Duft aus Yosh Hans M-Serie „Sombre Negra“ fiel sehr positiv aus, sodass ich überaus gespannt bin, was der Duft mit dem deutschen Titel einem Land ohne Monarchen zu bieten hat. Nein, im Ernst, mich hat der Produkttext schon ganz neugierig gemacht, denn dort ist von einem König auf der Jagd die Rede:

„‚König‘: ein dunkles, charismatisches, würziges Elixier, das uns von einem sagenumwobenen, bayerischen, mittelalterlichen Wald träumen lässt. Die Inspiration für den alpinen Duft war die Vorstellung eines herrschaftlichen Königs auf der Jagd, inmitten eines dicht bewachsenen, satten Mischwaldes. Die herbe Kreation aus aromatischen Kräutern wie u. a. Salbei und Vetiver, kombiniert mit Zypresse, frischen, roten, süßen Äpfeln und weißen Schneeblumen liegt in der Luft. Langsam tritt weißer, balsamischer Moschus in den Vordergrund und geht dann schließlich über in den ledrigen Duft von feinstem Sattelleder, von rauchigem Brennholz abgerundet.“

König

Aber auch der König in uns selbst soll durch diesen Duft angesprochen werden. Der König in mir, was mag das sein? König Fußball? Ich hoffe durch den Duft weitere Einsichten zu gewinnen.

Mir gefällt der „König“ auf Anhieb ausgezeichnet. Schon zu Beginn kommen die Kräuter, aber auch der Apfel recht kräftig zur Geltung. Trockene Holznoten sind noch da, und der Rest des Duftes verschwimmt zwar ziemlich – so wie das Logo ;-) – aber als Lederfan nehme ich selbstverständlich äußerst wohlwollend diesen feinen Akzent wahr. Das Ganze ist weich gebettet auf Moschus- und Ambratönen, sodass Ihr Euch den Duft als weich, fast balsamisch und leise vorstellen könnt.

Caspar David Friedrich 068 Auch wenn Yosh hier eher die Waldeinsamkeit eines Königs auf der Jagd vorgibt, könnte ich mir auch ein altes, in Leder gebundenes Märchenbuch vorstellen, in dem der König seine Bahnen zieht. Der Lederband leicht rauchig, das alte Papier weich und vanillig, dabei krautig und holzig. All dies aber abgefedert, irgendwie entrückt und fern. Vielleicht ist er ja auch ein Märchenkönig?

Die Duftnoten:
Kopfnote: Aromatische Noten, Salbei, Zypresse, Apfel
Herznote: Papyrus, Florale Noten, Hölzer, Vetiver
Basisnote: Weißer Moschus, Leder, Ambra, Rauchige Noten

Freunde von EutopiesNo. 6“ oder MemosIrish Leather“ werden entzückt sein und mir vermutlich zustimmen, dass auch mit „König“ eine sanftere Variante des Lederthemas gelungen ist, das aber nicht nur durch den begleitenden Text die Märchenkönig-Assoziationen anknipst. Zwar zielt die Kreation eher auf die Herren der Schöpfung ab, meines Erachtens ist sie aber voll und ganz unisextauglich, in der Intensität im Übrigen auch moderat und alltagstauglich ausgefallen. Mit „König“ erhalten wir eine duftende Krönung, sodass das Königliche in uns zum Vorschein gebracht wird. Ich weiß nun, was gemeint ist. Ihr auch?

Herzliche Grüße von
Harmen

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Was hat ein Herrenschneider im Wald verloren?
Yosh…
Neuigkeiten die Zweite.


Aus dem Big Apple…

… hat uns der Göttervater Odin – in diesem Falle ein trendiger Menswear-Store – einmal wieder einen neuen Duft beschert: Odin New York – 11 Semma heißt er, der hoffentlich wieder einmal Schöne, den wir uns heute zu Gemüte führen wollen.

odin11semma„Ich war noch niemals in New York…“ könnte ich mit Udo Jürgens singen… und würde ganz bestimmt böse und vor allem verständnislose Blicke von meiner Freundin S. ernten, die mit ihrem Ehemann in schöner Regelmäßigkeit seit etlichen Jahren mindestens zwei Mal jährlich jene Weltmetropole bereist. Ihr wird es dort niemals langweilig – und für mich ist die Stadt noch ein weißer Fleck auf meiner Landkarte, neben etlichen anderen, wenn ich es mir so überlege. Früher dachte ich ja immer, ich sei ein Stadtmensch – und habe es dann mal für ein Jahr nach Köln geschafft. Die Zeit dort hat mich einiges gelehrt: 1. Ich bin nicht der Typ für egal welchen Ingenieursstudiengang. Ok, hätte man vorher wissen können. Punkt 2 drängt sich aber nicht ganz so auf: Ich bin doch ein Landei, entgegen aller Erwartungen. Nun sitze ich hier im, Verzeihung, doch recht provinziellen Stuttgart, und bin damit eigentlich ganz d’accord. Stuttgart und ich sind nicht verheiratet, aber Stuttgart tut nicht weh, meistens nicht. Manchmal auch ganz im Gegenteil. Trotzdem zieht es mich raus, ländlicher dürfte es sein, ruhiger. Zukunftsgedanken, Phantasiemalereien. Schreiben kann ich ja von überall aus. New York wäre, wie ich denke, sicherlich nicht meine Wahlheimat – ganz im Gegensatz zu Freundin S., die jedes Mal, wenn sie aus ihrem Urlaub zurückkommt, jammert, dass sie doch so gerne dort geblieben wäre und vor lauter Heimwehgram nicht mehr ansprechbar ist. Das nun würde, wird mir vermutlich nicht passieren, aber New York ist sicherlich eine Reise wert. The Makers Project hat mir unglaublich viel Lust auf Brooklyn gemacht. Vielleicht schließe ich mich doch mal Ortskundigen an – liebe Susanne, nimmst Du mich mit, einmal? Ich würde mich auch bekehren lassen, ein bisschen…

Und wenn wir dann da sind, wenn ich dann endlich einmal dort bin – dann würde ich mir natürlich auch Odin anschauen, zumal der Laden schon alleine ob seiner Einrichtung wohl eine Augenweide sein dürfte, nehme ich an. Von Semma erhoffe ich mir natürlich auch einiges, hat mich der Rest der Kollektion doch bisher immer überzeugt.

Semma nun soll ein Orientale sein – kein typischer, wie man auf den ersten Blick feststellen kann, aber was ist schon „typisch“ bei Odin:

„Semma is a collection of notes from distant lands veiled in mystery. a vibrant composition blended in discoveries of sweet tobacco leaf and warm myrrh. core spices of cinnamon bark and herbaceous clove intertwine within the brightness of fresh chili pepper. aged sandalwood and powdery tonka bean uncover a buoyancy both familiar and enduring.“

Die Ingredienzen in ihrer Gesamtheit: Kopfnote: Myrrhe, Peperoni (Chili); Herznote: Zimtrinde, Gewürznelke; Basisnote: Sandelholz, Tonkabohne, Tabakblätter.

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Aufgesprüht und aaaacchhhh… Platt, aber wahr: Die erste Lautäußerung, die mir zu Semma entfährt, ist eine gutturale. Heiter, beschwingt, leichtlebig, satt, lebensfroh weht er mir entgegen, der Duft, der eine deutlich beschwipste warme Likörfruchtigkeit ausstrahlt. Nur – woher kommen diese Anklänge, die mich entfernt an Mangos erinnern, woher denn bloß? Anhand der Inhaltsstoffe kann ich es mir nur schlecht herleiten, ist aber auch egal… Tabakblätter, süße, die von Sandelholz in ihrer würzigen Pudrigkeit unterstrichen werden, zart glimmend. Scharf-fruchtig-frische Peperoni und süß-scharfer Zimt, von Nelkenpfeffrigkeit bestäubt. Würzig-sanfte Myrrhe von sachtem Schillern und Tonkabohne, vanillig-cremig den Hintergrund tupfend.

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Ein seelenschmeichelnder Schönling, aber was für einer? Ein Orientale? Nicht wirklich, tabak(blätter)lastig, aber nur verhalten rauchig. Harzig – ein bisschen. Würzig, ja, sehr – aber trotzdem sanft. Für mich einer jener, wie soll ich sagen – modernen, puristischen Orientalen. Einer jener Orientalen wie Célines Oriental Lounge, der auch zur Jeans und zum T-Shirt geht. Einer, der Charakter hat, ein Statement setzt, aber nie zuviel und nur selten zu schwer ist. Toll. Danke Odin – einmal mehr!

Viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: www.kavewall.com, all rights reserved – vielen lieben Dank!

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Anyway – Ein leichtes Herz lebt lang

Geschrieben in Düfte,Hesperiden,Holziges,Reines und Pudriges am 7.01.2014

Liebe Freunde der duftenden Essenzen, auch wenn ich nicht das Sandmännchen bin, habe ich Euch etwas mitgebracht, den neuesten Duft namens „Anyway“ aus dem Hause der bewaffneten Julia: Juliette Has a Gun.

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Wäre ich Uli, dann würde ich Euch vielleicht etwas zum Thema „Leichtigkeit“ aus philosophischer Perspektive erzählen, zur Leichtigkeit des Seins oder zur glückseligen Heiterkeit, die sich wie ein Kräuseln über die Wasseroberfläche der Seele zieht. Aber wenn ich so an mir herunterschaue, muss ich feststellen, dass ich nicht Uli bin, so bekommt Ihr heute meine ganz eigenen Eindrücke zu diesem Duft präsentiert.

Icy Cold Whiteness

Ein Zitat von William Shakespeare steht am Anfang des Produkttextes, nämlich: „A light heart lives long.” – „Ein leichtes Herz lebt lang.“

Ziel dieser Kreation ist nach eigener Aussage eine Schlichtheit und Leichtigkeit, verbunden mit der Einstellung, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen. Den lieben Gott einen guten Mann sein lassen, Gelassenheit inmitten der übertakteten Leistungsgesellschaft. Ein durchaus sympathischer Ansatz, wie ich finde, und vielleicht auch ein guter Vorsatz fürs neue Jahr?

Die Duftnoten:
Kopfnote: Neroli, Limette
Herznote: Jasmin
Basisnote: Hölzer, Moschus, Ambroxan, Hedione

Der Duftstreifen bringt wenig mehr als einen deutlichen Ambroxanduft hervor. Ich wollte ja schon frotzeln, dass Escentric Molecules’ „Molecule 02“ (Bericht) ganz unverhofft zu einem Geschwisterlein gekommen sei. Dem ist aber nicht so, wie mich der Hauttest eines Besseren belehrt. Hier kommen – ganz orthodox dem Duftverlauf folgend – ein paar zitrisch-süße Noten zum Vorschein, die von Beginn an ein florales Gepräge tragen. Dieses findet im Herzen seinen Widerhall, wo es ein wenig üppiger und weißblühender mit Jasmin ausgeformt wird. Stets präsent, wenn auch nicht so dominant wie zuvor, ein Ambroxanhauch, der das Geschehen umweht.

Vielleicht kann man sich „Anyway“ so ein bisschen besser vorstellen: Man nehme den bereits erwähnten „Molecule 02“, vermische ihn mit Acca Kappas „Muschio Biancho“ und gebe ihm noch einen Blütenzweig hinzu.

Das Ergebnis ist ein transparenter, leichtfüßiger und heller Duft – weiß, hautnah, strahlend, ohne aber allzu sauber oder nach frisch gewaschener Wäsche riechen zu wollen. Entschieden unisex, trotz Schleifchen, Julia und Schnörkelschrift. :-)

Daumen hoch! Wer es an manchen Tagen ganz unkompliziert und leicht haben mag, der sollte sich unbedingt einmal „Anyway“ zu Gemüte führen.

Liebe Grüße
von Harmen

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Our summer draw goes into extra time!


„La Fumée Ottoman“ – so elegant ist Weihrauch!

Recht neu in unserem Sortiment ist der Duft „La Fumée Ottoman“ aus dem Hause Miller Harris. Ich finde, solche Düfte passen perfekt in die Winterzeit, gewürzig, orientalisch und mit einem Hauch von Geschichte.

Diese neue Kreation von Miller Harris ist eine limitierte Edition – inspiriert von dem legendären Duft „La Fumée“. „La Fumée Ottoman“ ist ein opulenter orientalischer Duft, der die Mystik des Osmanischen Reiches in sich trägt.

Wer sich noch einmal über den Ausgangsduft „La Fumée“ informieren möchte, sollte sich an dieser Stelle Ulrikes Bericht zu Gemüte führen.

la-fumee-ottoman

Die Duftnoten
Kopfnote: Bergamotte, Kardamom, Türkische Rose, Kumin
Herznote: Weihrauch, Zedernholz, Patchouli
Basisnote: Rauchige Noten, Ambra

Die Duftnoten tragen absolut das Zeug in sich, einen wahren Orientalen-Kracher zu erzeugen, und auch der Name deutet in diese Richtung. Ich musste bei Rauch und Orient ganz klischeehaft an Wasserpfeifen denken – aber dann kam doch alles ganz anders als gedacht.

Der erste Eindruck: huch, der ist ja ganz weich, der will nur spielen! Auf dem Duftstreifen tummeln sich allerhand Gewürze, von denen ich in der Duftnotenliste Safran vermisse, oder ist das pures Wunschdenken, dass mein Duftgedächtnis langsam selbstständig Duftnoten hinzuerfindet?

Zu Beginn sind sie da die herben Bergamottetöne, würziger-frischer Kardamom, die eigentümliche Art von Kumin, die Rose mag etwas untergehen bei diesen Gesellen. Die holzigen Seiten des Weihrauchs werden vom Zedernholz harmonisch verlängert, was eine allzu heftige Rauchigkeit verhindert – aber sie ist trotzdem da. Sonst würde der Duft seinen Namen gänzlich zu Unrecht tragen. Diese Rauchigkeit wird ganz weich und verschmilzt allmählich mit der Haut.

Herbstgeruch | smell of autumn

Die ganze Komposition wurde ausgewogen und für die europäische Nase konzipiert. Zwar ist „La Fumée Ottoman“ ein Eau de Parfum, trotzdem wurde bei der Intensität Maß gehalten, so dass ich dem Duft Alltags- und auch Bürotauglichkeit attestieren würde. Ach ja, Weihrauch, da stellt sich ja immer die Frage, ob Kirchenduft oder nicht. Keine Sorge, dieser Duft ist ganz profan, aber nur im kirchlichen Sinne. Meines Erachtens ist er nämlich ein tragbarer Gewürz-Weihrauch-Orientale, zurückgenommen, wohldosiert und damit äußerst elegant und übrigens auch unisex. Hut ab!

Ganz viele Grüße
von Harmen

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