Aus Liebe zum Duft Shop Duft Tagebuch

Die Vergessenen – Ménage à Trois mit Atelier Flou, Parfums de Rosine und 10 Corso Como.

Geschrieben in Blüten,Duft,Hesperiden,Holziges,Solifloral am 17.02.2012

Heute habe ich wieder einmal in meinen Schubladen gegraben und für Euch ein paar Düfte hervorgesucht, die schon zu lange und vollkommen zu Unrecht einer Rezension harren. Deshalb kurz und knackig im Rahmen meiner Vergessenen-Kolumne: Atelier Flou Sloane Rose, Parfums de Rosine Glam Rose und 10 Corso Como Uomo.

Sloane Rose ist der letzte Duft von Atelier Flou, die ich vor nicht allzu letzter Zeit hier vorgestellt habe. Zum Zeitpunkt meiner Rezension war für mich kein Duftmuster dieses Duftes verfügbar, deshalb reiche ich die Rezension heute wie versprochen nach. Alles andere wäre ein echter Verlust gewesen, Sloane Rose ist nämlich ein durchaus entzückender Duft: Eine Hommage an die Sloane Rangers soll er sein, deren „Verkörperung der Weiblichkeit“, „zeitlosen Eleganz“ sowie ihrem „raffinierten Glamour“ Frisch, bezaubernd und frivol – genauso wie dieser Frauentyp, nachdem ich erstmal googeln musste. Wiki hilft, wie so oft:

„The term Sloane Ranger (often shortened to Sloane or less frequently Sloanie) refers to a stereotype in the UK of young, upper class or upper-middle-class women or men who share distinctive and common lifestyle traits. The term is a punning combination of “Sloane Square”, a location in Chelsea, London famed for the wealth of residents and frequenters, and the television Westerns character The Lone Ranger. Initially the term “Sloane Ranger” was used mostly in reference to women, a particular archetype being Diana, Princess of Wales. However, the term now usually includes men.“

Für diese ist der Duft aber nicht gedacht, es sei denn, um sie anzulocken… Das könnte mit Sloane Rose auch gut funktionieren: Saftige reife Orangenschnitze und herb-säuerliche Johannisbeere rufen einem beim Aufsprühen entgegen, alsbald in ein feminin-florales Herz überleitend. Cremiger Jasmin findet sich da genauso wie eine frisch-fruchtige Rose, flirtend und kokettierend und von einer sauberen und gleichsam wärmenden Amber-Zedern-Basis untermalt.

Ein bisschen in der transparenten Johannisbeerfrische an Odins 04, Petrana, die Wüsteniris erinnernd, entwickelt sich Sloane Rose beschwingt-weiblich und weiß durchaus, seine Reize auszuspielen, ohne jemals ein erdrückender, schwerer Duft zu sein.

Glam Rose aus dem Hause Parfums de Rosine mag es der Beschreibung nach rockiger: Nicht der Upperclass-Lady ist er gewidmet, sondern hier herrscht der Geist des Glamours, wie die Firma ihren Duft beschreibt: Veilchen und Rose und eine Prise Rock’n'Roll. In Violett und Rosa gehüllt soll Glam Rose an die Hochzeiten Hollywoods erinnern, an Musicals und die 70er Jahre. Das alles wird von einer Frau repräsentiert, die natürlich komplex ist, einzigartig, weiblich und kühn, eine rebellische und erotische Diva, provokant und exzentrisch.

Ob der Ingredienzen gerate ich diesbezüglich etwas ins Zweifeln – nach einem kultivierten Querulanten hören sie sich nämlich nicht an: Kopfnote: Rote Beeren, Ambrette; Herznote: Rose, Veilchen, Jasmin; Basisnote: Zedernholz, Moschus, Himbeere.

Wie zu erwarten war ist der Duft das auch nicht. Glamour? Ja. Pink? Ja. Aber – Rebell? Nö. Macht aber nichts, Glam Rose lässt einem trotzdem das Wasser im Munde zusammenlaufen: Köstliche Himbeere, frisch-fruchtig und samt-satt, trifft auf pudrig-erdiges Veilchen, cremig-süßen Jasmin und eine vollmundig-fruchtige Rose. Von anonymen Beerennoten begleitet, die mich an Johannis- und Brombeeren erinnern, bettet sich der Duft auf einem weichen, sauberen Lager. Sehr nett – und auch kinky, aber keine wirkliche Femme Fatale, eine gar vielleicht bedrohliche, sondern eher eine zuckersüße Lolita.

Von diesen beiden Damen kommen wir nun zum Mann im heutigen Bunde: 10 Corso Como Uomo. Die Zahl Zehn ist Programm: 10 Corso Como ist die Mailänder Adresse des gleichnamigen Lifestyle-Stores, der zu den angesagtesten Shops in ganz Mailand gehört. 1999 kam der wunderschöne Signature-Duft heraus, dem das Haus zehn Jahre später einen Nachfolger für die Männerwelt folgen ließ. Eigentlich unnötig, war 10CC doch auch schon unisex – sein Bruder ist es aber strenggenommen, auch insofern… Lange hat es gedauert, bis er nun auch endlich hier in Deutschland verfügbar war – als Fan des „alten“ Duftes freue ich mich darüber und stelle Euch nun Uomo vor, der mit folgenden Ingredienzen aufwartet: Kopfnote: Bergamotte, Mandarine, Ingwer; Herznote: Jasmin, Ylang-Ylang, Schwarzer Pfeffer; Basisnote: Zedernholz, Vanille, Moschus, Ambra.

„Tradition trifft auf Innovation“ heißt es da und von Gegensätzen ist die Rede, von heiß und kalt, die sich hier in diesem faszinierenden Parfum vereinen. Das Marketing-Blabla trifft hier den Nagel auf den Kopf: Schon beim Aufsprühen fällt mir auf, was dieser Duft für eine Aura hat – wie sein Vorgänger ist er sehr minimalistisch, aber enorm kraftvoll. Sobald er auf der Haut ankommt, beginnt er sich zu verdichten und präsentiert sich fortan als Einheit, oszillierend, aber im Großen und Ganzen sich selbst treu bleibend. Sehr hölzern, von Pfeffer würzig geschärft, eine warme Trockenheit ausstrahlend und gleichermaßen saubere Zedernkühlung atmend. Ingwer unterstützt nach Kräften mit der ihm genuinen, hier sehr ausgeprägt trocken-fruchtigen Herbheit.

Für mich riecht 10 Corso Como nach Holz. Und nach Steinen. Und ist somit reduziert, aber sehr eindrucksvoll. Wieder mal ein Volltreffer, anderes hatte ich nicht erwartet. Passt exzellent zu den ganzen dort vertretenen Avantgarde-Labeln, die ja ohnehin weitestgehend auf „Farben“ verzichten.

Freunde von Düften wie Costes, Il Profumos Touaregh, Miller et Bertaux und Montales Greyland sowie dem leider vergriffenen Cashmere Man von Cristiano Fissore sollten hier genauer hinschauen.

Damit beschließe ich nun ein weiteres Vergessenen-Kapitel und wünsche Euch ein schönes Wochenende!

Viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: A European mantis (Mantis religiosa) perches on a shrub rose von Huw Williams, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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Eine Loggia…
Duftverzeichnis


Atemberaubendes aus dem Hause Xerjoff – Sospiro die Zweite.

Geschrieben in Duft,Hesperiden,Holziges,Krautiges am 16.02.2012

Sospiro heißt sie, die neue Linie der Italiener von Xerjoff, und ich hatte gestern bereits das Vergnügen, Euch zwei Düfte vorzustellen: Capriccio und Duetto, welche mir, wie das Motto der Firma verspricht – „Takes your Breath away“ – tatsächlich den Atem stocken ließen. Umso gespannter bin ich, was uns heute erwartet mit Laylati und Vivace, die noch einer Rezension harren.

Laylati zeigt sich anfangs als Kräuterfee: Kühle Würze, bitteres Grün, herbe Frische und krautige Schärfe, auf ernstem Zedernholz gebettet. Die Zeder offeriert ihre besten Seiten – jene saubere Holzigkeit, gepaart mit der ihr ebenfalls genuinen strengen kühlen Harzigkeit. Patchouli haucht einmal mehr Tiefe ein, zaubert einen raumgreifenden Duftkörper… der im späteren Verlauf „altersmilde“ wird: Tabak, frische Tabakblätter und fruchtige Vanille, auf einem weichen Moschuslager gebettet. Versöhnliche Wärme, die einen gekonnten Gegenpol zu den kantigen Kräutern bildet, und eine ambivalente Aura kreiert. Gar entzückend finde ich die subtile Waldmeisterbrausenote, jene aromatische, die sich bei mir auf der Haut in der Basis räkelt, auf dem Duftstreifen allerdings viel weniger zum Tragen kommt – hier wäre ich sehr gespannt, wer diese Note auch auf seiner Haut wiederfindet.

Laylati ist, seinem Naturell nach, unisex. Allerdings werden sicherlich mehr Männer nach dem Duft greifen, was ihm nicht zum Nachteil gereicht. An Männern entfaltet er sich sicher größtenteils schöner, obgleich er auch für Frauen tragbar ist.

Ein, wie ich finde, wirklich eher maskuliner Duft ist Vivace. Unschwer am Namen zu erkennen ist Vivace dem Leben gewidmet, und wie Sospiro verspricht erwartet uns hier ein spritziges Hesperidenabenteuer. Die genauen Ingredienzen: Kopfnote: Limette, Basilikum, Muskatellersalbei, Oregano; Herznote: Nelke, Patchouli, Zimt, Geranium; Basisnote: Castoreum, Eichenmoos, Ambra, Labdanum (Zistrose), Moschus.

Zitrisch-spritzig und dementsprechend dynamisch, aber gleichermaßen… lieblich finde ich das Leben in der Kopfnote vor – Muskatellersalbei zaubert freundliche Effekte, während die Zitrusfrucht sich von frischen Kräutern umgarnt sieht. Zusammen ergeben sich daraus fast maritime Akzente, die von Geranium minzfrisch unterstrichen werden, während Nelke und Zimt im Hintergrund für pfeffrig würzige Konstraste sorgen. Die Basis ist markant-männlich mit holzigen Harzen und harzigen Hölzern, von Eichenmoos untermalt und von dezent-ambrierter Wärme.

Alles in allem – sehr klassisch, aber auch ziemlich gut. Zitrusfrüchte-Düfte in Kombination mit Pfeffer und/oder Gewürzen und Hölzern sind nun mal einfach eine gern genommene Möglichkeit für einen adretten Männerduft. Und in der Tat ist daran nichts falsch. Es gibt viele gute Vertreter dieser Gattung – da wird mir auch Harmen beipflichten, der mit Clive Christians 1872 ebenfalls einen sehr klassischen Kandidaten als absoluten Favoriten gewählt hat. Vivace ist zeitgemäß, aber gleichzeitig traditionsbewusst. Modern, aber trotzdem klassisch. Und steht sicher einigen Männern recht gut zu Gesicht. Der Duft mag bedingt auch für Frauen tragbar sein, ist aber seiner Natur nach, sorry, doch eher ein Mann.

Somit wären wir dann auch schon am Ende angekommen mit der Sospiro-Kollektion – und ich bin, ich gestehe, ganz verliebt in den für mich sehr untypischen Capriccio, der sich auf meiner Haut so seidenweichfloral entwickelt, das ich mich hineinlegen könnte.

Habt Ihr schon getestet? Wie findet Ihr die Linie und hat sie bei Euch (auch) schon Begehrlichkeiten geweckt?

Viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Citrus latifolia / Limetten von Daniel Zanetti, Asperula odorata / Waldmeister von Jerzy Opioła, some rights reserved, vielen lieben Dank!

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Sospiro…
Duftverzeichnis L – Z
Duftjunkies zu Besuch bei Aus Liebe zum Duft


Was hat ein Herrenschneider im Wald verloren?

Geschrieben in Duft,Gewürziges,Grünes,Hesperiden,Holziges,Krautiges am 13.02.2012

…mag vielleicht der erste Gedanke sein, wenn man den Namen Knize Forest hört. Diesem Mysterium werde ich heute auf den Grund gehen, haben mich doch die beiden kürzlich besprochenen Knize Ten und Knize Sec sehr beeindruckt. Katharina wird es zumindest freuen, diesen Duft hier einmal besprochen zu sehen, hat sie sich ja bereits als Fan dieses Waldduftes ausgegeben.

Grib skov

Die Duftnoten lassen ein würziges Portfolio erwarten: Kopfnote: Orange, Zitrone, Petitgrain, Bergamotte, Lavendel; Herznote: Rosmarin, Salbei, Oregano, Basilikum, Geranium, Rosenholz, Nelke; Basisnote: Vetiver, Patchouli, Sandelholz, Ambra, Labdanum (Zistrose), Eichenmoos, Moschus.

In Ludwig Tiecks Kunstmärchen „Der blonde Eckbert“ von 1796 wurde der Begriff „Waldeinsamkeit“ zuerst verwendet, um gewissermaßen eine heile Welt im Einklang mit der Natur zu formulieren.

Caspar David Friedrich 068Waldeinsamkeit,
Die mich erfreut,
So morgen wie heut
In ewger Zeit,
O wie mich freut
Waldeinsamkeit.

Waldeinsamkeit
Wie liegst du weit!
O Dir gereut
Einst mit der Zeit.
Ach einzge Freud
Waldeinsamkeit!

Waldeinsamkeit
Mich wieder freut,
Mir geschieht kein Leid,
Hier wohnt kein Neid
Von neuem mich freut
Waldeinsamkeit.

Als Gemälde brachte diese Haltung Caspar David Friedrich mit seinem hier rechts gezeigten Bild „Der Chasseur im Walde“ zum Audruck. Vor allem der deutsche Wald musste bereits für allerlei Politisches herhalten. Wer sich über dessen Kulturgeschichte informieren möchte, sei auf diesen lesenswerten Wikipedia-Artikel verwiesen.

Aber wir haben ja nun „Knize Forest“ auf dem Zettel, deswegen geht es nun auch endlich mit dem Duft weiter. Holla die Waldfee! Los geht es mit einer walduntypischen zitrischen Frische, die mit Orange, Zitrone und Petitgrain kräftig aufspielt. Zaghaft strömen einige würzige Noten bei. Mit Lavendel, Rosmarin, Salbei, Oregano und Basilikum haben wir einen ganzen Strauß davon zur Hand – für mich drängt sich keiner nach vorne, um genauer identifiziert zu werden, jedenfalls könnte auch der Vetiver für eine grundsätzliche Krautigkeit verantwortlich sein. Das Sandelholz und auch der Moschus machen sich als weitere Kandidaten zuerst bemerkbar, zugleich bildet Geranium und das Rosenholz eine floral-würzige Komponente, die aber verhalten beiklingt.

Ein grüner, holziger, würziger und insgesamt facettenreicher Herrenduft, der sicherlich zu einem Dichter-Schöngeist passt, der die Waldeinsamkeit sucht, um einige Zeilen zu schreiben. Aus gutem Grund heißt er nicht „Knize Wood“, denn da ist nichts Urwüchsiges oder Wildes, eher ein kontemplativer, aber nicht schwermütiger Spaziergang auf einer Waldlichtung im Sommer.

Émile Bernard Madeleine au Bois d'Amour 1888

Ihr seht, ich kann mir durchaus auch eine Dame mit diesem Duft vorstellen, auch wenn er eher auf einen Mann hin konzipiert wurde. Nach drei tollen Düften von Knize brauche ich nun wirklich keinen weiteren Grund mehr, um mir auch noch die restlichen Parfums aus diesem Hause vorzunehmen: Knize Two und auch Lady Knize!

Es grüßt Euch Waldschrat
Harmen

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Profumi del Forte…

Geschrieben in Duft,Hesperiden am 10.02.2012

läuten verfrüht den Frühling ein: Und zwar mit einer netten kleinen Reihe, Colonia del Forte genannt, die ich mir sogleich mal unter die Nase klemmen werde.

Eine Art Hommage an die Kunst ist die Kollektion, die als Inspiration bekannte Künstler heranzieht, nach deren Geburtsjahren die Düfte benannt sind. Die vorerst ersten drei sind demnach Dante Alighieri, Leonardo da Vinci und Michelangelo Buonarroti gewidmet. „Mens sana in corpore sano“ ist das Motto, der Leitsatz der Linie – ein gesunder Geist in einem gesunden Körper. Von „Kreativität und Esprit“ ist die Rede, die sich in den Düften vereinigen, und so berauschend wirken – auf Körper und Geist, versteht sich. Tja, dann geben wir uns doch mal dem Rausche hin, nicht wahr? Vorab sei allerdings noch angemerkt, dass die Bezeichnung „Colonia“ hier irreführend ist, weist sie doch auf ein Cologne hin – alle Düfte sind von der Konzentration her Eau de Toilettes (im Gegensatz zu den „normalen“ Parfums von Profumi del Forte – das sind alles Eau de Parfums), haben aber einen (deutlichen) Cologne-Charakter. Eine gute Idee, die auch schon Atelier Cologne verfolgte – die ihrem Naturell nach so flüchtigen Colognes haltbarer zu machen mittels einer höheren Duftstoffkonzentration.

1265 ist das Geburtsjahr von Dante Alighieri, Verfasser der Göttlichen Komödie und einer der bedeutendsten Dichter des Mittelalters. Floral und würzig soll er sein, der Dante-Duft, und besteht aus folgenden Ingredienzen: Kopfnote: Bergamotte, Orange, Petitgrain; Herznote: Rose, Neroli, Heliotrop; Basisnote: Moschus, Rosmarin, Thymian.

Dante zählt noch nicht zur Neuzeit – das tut es der ihm zugeordnete Duft auch nicht. Sehr klassisch und überaus traditionell kommt er daher: Herb-prickelnde Bergamotte samt saftiger Orange im Kopf, bitter-säuerliches Petitgrain, das auf minzig-frische Rose trifft. Neroli bildet den leuchtenden Kontrast, in dem es auf gewohnt fruchtig-süß-florale Art Heiterkeit stiftet, von Kräutern und weichem Moschus untermalt. Ein typisch italienisches Cologne würde ich sagen – erinnert mich an Acqua di Parmas Colognes und somit an das, was aus unserem 4711 hätte werden können oder was es hätte bleiben müssen. Nicht sonderlich innovativ, aber qualitativ sehr gut gemacht, erfrischend und ein sicherer Hafen.

1452 steht für Leonardo da Vinci, jenem genialen italienischen Allroundtalent: Maler Bildhauer, Erfinder, Architekt, Bildhauer, Anatom, Mechaniker, Ingenieur und Naturphilosoph ist er gewesen – diese Ansammlung an Berufsbezeichnungen lassen sicherlich auch sämtliche Träger heute üblicher, oft in denglisch gehaltener (und bisweilen heftigst aufgeblasener) Titel erblassen. Das würde sich auf einer Visitenkarte sicher gut machen… Ihm, der uns vor allem für seine Mona Lisa bekannt ist, wurde ein zitronig-aromatischer Duft angedacht, den ich mir nun für Euch zu Gemüte führe.

1452 scheint wie sein Duftpate da Vinci einige Gesichter und viele Talente zu haben: Frisch aufgesprüht offenbaren sich mir saftige, vollreife Orangen- und Mandarinennoten, die von gummibärig-apfeligen Aldehyden umschwärmt werden. Auf dem Teststreifen bleibt der Duft länger zitrisch-hell, während sich auf meiner Haut die Prioritäten verschieben: Augenmerk liegt nach einiger Zeit hier auf, ich hatte es nicht geglaubt, cremig-sahnigen Anklängen, die sich samten, aber doch transparent um mich legen, von einer krautig-aromatischen Würze begleitet und zimtig anmutend ausgeschmückt. Florale Anklänge vernehme ich hier kaum, auf dem Teststreifen auch eher verhalten, aber hintergründig vorhanden. Eine seltene, seltsame Mischung – Hesperiden, Sahne und süße Würze. Interessant.

Michelangelo Buonarroti gehört zur (Jahres)Zahl 1475 und auch er war natürlich ein Multitalent: Bildhauer, Architekt, Dichter und Maler ist er gewesen, und wir verdanken im zum Beispiel den wunderschönen nackten David oder die Deckengemälde der Sixtinischen Kapelle im Vatikan. Für ihn hat man eine maritim-holzige Kombination geschaffen, die mit folgenden Ingredienzen aufwartet: Kopfnote: Zitrone, Blattgrün; Herznote: Ingwer, Fleur de Sel (Meersalz); Basisnote: Vanille, Eichenmoos.

Eine maritime Brise weht einem aus der Kopfnote entgegen, krautig-zitrisch und an Gischtkronen erinnernd. Ingwer, eine meiner Lieblingsingredienzen, ist fleißig mit am Werk, diese Meeresimpression zu festigen: Herb-fruchtig, gleichermaßen feucht wie trocken-salzig schillert er und evoziert Erinnerungen an Tage am Meer, alleine mit der Natur und ganz bestimmt ohne ein Heer von dicklichen Langnese-Urlaubern in zu knapper Badeuniform. Nein – 1475 verzichtet auf die All-Inclusive-Eindrücke und orientiert sich an einsamen Stränden und sonnengewärmtem Meeressand. Ein bisschen wie das Wunschkind einer leidenschaftlichen Liaison von The Different Companys Sel de Vétiver, Sigillis Ea und Heeleys Sel Marin – und damit Spross oder Mitglied einer ehrwürdigen Familie. Liebe Seeliebhaber, von denen es ja etliche gibt – hier ist ein weiterer Testkandidat!

Mein Liebling ist diesmal nicht einfach auszumachen, ich finde die ganze Linie sehr nett. Allerdings driftet da Vinci auf meiner Haut in ungeahnte, an Hühnerbrühe erinnernde Sphären ab – er und ich sind nicht füreinander gemacht, mit uns wird es nichts werden. Der Teststreifen dahingegen entwickelt ganz andere Qualitäten – insofern ist ein Selbstversuch hier dringend angeraten.

Wie steht Ihr denn überhaupt zu Colognes? Und was sind Eure Favoriten? Habt Ihr diese hier schon getestet? Ich bin gespannt!

Viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Dante in Exile, Leonardo da Vinci aus dem schwedischen Journal “Svenska Familj-Journalen” (1864-1887), Jacopo del Conte (1515 – 1598): Michelangelo Buonarroti, David von Michelangelo (Original aus der “Accademia” in Florenz) von Rico Heil/Silmaril, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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Floris privat – Private Collection die Vierte.

Geschrieben in Duft,Hesperiden,Reines und Pudriges am 9.02.2012

Drei Tage Floris Private Collection – und heute ist der letzte Tag, an dem ich Euch den letzten Duft abschließend vorstellen mag: Madonna of the Almonds.

Eine Mandelmadonna – was sich Floris dabei wohl gedacht haben? Einem Buch ist der Duft gewidmet, und zwar dessen Launch:

„An Eau de Parfum for women which was exclusively created for the launch of ‘The Madonna of the Almonds’, the highly acclaimed novel by internationally renowned author Marina Fiorato.“

Und weiter:

„The Madonna of the Almonds is the latest novel from internationally renowned author Marina Fiorato, an unforgettable story of love and art set against the backdrop of the Italian wars. Marina Fiorato worked with the Floris perfumer to create the Eau de Parfum drawing inspiration from particular beautiful places mentioned and precious ingredients used within the book.“

Ehrlich gesagt kannte ich Fiorato bis dato nicht – ein Blick ins Internet zeigt, warum: Ich lese keine Historienromane, Madame scheint aber dafür sehr bekannt zu sein und gerne gelesen zu werden. Von Liebe ist da die Rede, zwischen einem Maler, einem Schüler da Vincis, und seinem Model, der Witwe eines im Krieg gefallen Adligen. Liebe, Gefahr, Intrigen und Geheimnisse bahnen sich an… Sicher eine annehmbare Winterlektüre – wenn auch nicht für mich. Bisher gibt es das Werk nur auf Englisch, wie meine Recherche ergab Auf Deutsch heißt das Werk – danke Joanna! – “Die Madonna von Saronno”. Unabhängig davon und von meinen Lesepräferenzen finde ich aber die Idee natürlich sehr nett, einem Buch ein Parfum zu widmen. Für den Titel desselben sind zwei Aspekte verantwortlich: Madonna – weil die weibliche Hauptperson Model für ein Madonnenfresko steht. Und Mandeln – weil sie ihrem Liebhaber einen Drink daraus kredenzt, den berühmten Amaretto Disaronno.

Schauen wir doch, was Floris uns offerieren… Zitrone? Frische Zitrusfrüchte?!? Die Madonna hat mich eiskalt auf dem falschen Fuß erwischt – damit hatte ich nicht gerechnet. Im Kopf scheint sie nur Hesperiden zu tragen, zitrisch, prickelnd, „sparkling“ wie ein Champagner. Und es dauert eine ganze Weile, bis die Mandel sich zeigt – oder vielmehr: Ihre Blüte. Sanfte cremige Blüten, Weißblüher, Jasmin, der ins Bild hineinrankt und zart-marzipanige Anklänge, von einer indifferent-warmen Basis untermalt, welche im späteren Verlauf dann wirklich primär mandelig ist. Die sollte einen allerdings nicht darüber täuschen, dass der Duft, zumindest auf meiner Haut, vornehmlich über weite Strecken seines Verlaufs keine reine Mandelhommage ist. Bei mir zeigen sich die Agrumen äußerst vorwitzig und von hoher Präsenz, ich hätte hier deshalb in Kopf und Herz auch weder Mandel noch deren Blüte die Hauptrolle zugeordnet. Und dann ist da noch eine fruchtige Komponente mit im Spiel, die es mir schwer macht, sie eindeutig zuzuordnen – in der Kopfnote hätte ich auf Melone getippt, die ist es aber nicht wirklich, vielleicht sind es lediglich Aldehyde, die meine Nase verwirren?

In jedem Fall ist diese Madonna zwar von edler Herkunft, aber nicht mein Fall – genausowenig wie das zugehörige Buch. Das sollte aber keinen von Euch abhalten. Hesperiden sollte man schon mögen, wenn man diesbezüglich auf der Suche nach einem etwas feminineren Duft von zeitgemäßem Naturell ist und bei Mecheri nicht fündig wurde, der sollte hier einen Test in Erwägung ziehen.

Mein Liebling der Private Collection steht nach diesen fünf Tagen fest – es ist definitiv Mahon Leather, gefolgt von der Amaryllis. An dieser Stelle nochmals ein Dankeschön und liebe Grüße an Christian, der einen netten Reminder für mich darstellte betreffs der Rezension dieser Kollektion! :)

Euch einen schönen Tag, ein tolles Wochenende und alles Gute,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Almonds von Cher1969/Christina Ericsson, Lemons von calexcyou, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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Von Meerjungfrauen und seltenen Blüten – Floris Private Collection Teil 2.
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Royal Crown die Dritte.

Geschrieben in Aquatisches,Duft,Hesperiden,Leder am 27.01.2012

Drei Düfte sind vorerst noch übrig geblieben für unsere Royal Crown-Reihe, und zwar zwei für die Männerwelt – Musk Ubar und Rain – sowie ein „Unisex“-Duft, Celebration.

Musk Ubar ist angedacht, von dem „eleganten“ Mann getragen zu werden, wie es die Firma verlauten lässt. Ein „dichter, mysteriöser, warmer und rassiger“ Duft, der wohl sein Pendant sucht – einen Abenteurer natürlich oder auch einen Kapitän (nicht jeden, den unter diesen gibt es, wie wir spätestens seit neuestem leider wissen, auch ausgeprägte Hasenfüße…), jemand, der die Klippen des Lebens gut zu umschiffen weiß und der sturmerfahren ist. Souverän hört sich das an – schauen wir, ob es der Duft auch ist… Die Ingredienzen: Kopfnote: Angelika (Engelwurz), Wermut, Geranium; Herznote: Rose, Jasmin, Galbanum, Basisnote: Moschus, Ambra.

Musk Ubar zeigt sich als seiner Krone würdig, absolut. Ich bin normalerweise kein allzu großer Moschus-Liebhaber, diesen Duft aber würde ich nur zu gerne am richtigen Mann riechen. Moschus geht, möchte man es vereinfachen, vor allem in zwei Richtungen: Entweder in die weiche Ecke, dann entweder sauber und/oder süßlich interpretiert, oder in Richtung Bleistift, gerne mit animalischen Anklängen, die sich ab und an aber auch in die weichen Kandidaten verirren (Etros Musk ist dafür ein schönes Beispiel – ich spiele liebend gern mit diesem kleinen Schmuddelkind!). Dieser Moschus hier tendiert ganz klar in die Bleistiftrichtung, hat diesen feinen Graphitgeruch, der von Angelika und Geranium genial unterstrichen wird. Wärme stiften diese und Frische gleichermaßen, Würzigkeit und eine Prise Kraut. Und zudem entsteht in dieser ambrierten Kombination, die sachte von floralen Noten eingerahmt wird, eine ledrig-animalische Komponente. Dezent, aber wahrnehmbar. Temperamentvoll, aber erlesen und zivilisiert und von einer subtilen Süße untermalt. Endlich einmal wieder ein toller Moschus. Und eigentlich das, was ich von Lutens’ Muscs Koublaï Khän erwartet hätte.

Rain zelebriert einen Regentanz und soll als „zeitgemäßer, eleganter und klassischer Männerduft“ an Quellwasser, vielleicht gar einen Wasserfall erinnern. Gedacht natürlich auch für einen modernen Naturburschen, einen Kosmopoliten und weitgereist. Die Ingredienzen: Kopfnote: Mandarinenblätter, Bergamotte, Neroli

Herznote: Jasmin, Reseda, Rose; Basisnote: Sandelholz, Heliotrop, Vetiver, Ambra.

Rain ist – keiner jener aquatischen Schnösel, die man zuhauf draußen findet, nein. Vielmehr gehört er zu der Sorte Düfte, die ich als Edel-Aquatische bezeichnen würde: Eine kühle Mandarine im Kopf, saftig-frisch, ohne jedoch den normalerweise für Zitrusfrüchte üblichen Prickel-Charakter zu besitzen, gepaart mit einer minzig-floralen Frische, einer nahezu undefinierbaren. Die Basis zeigt sich von leichter, sonniger Wärme mit dezenten Holzanleihen. Ich mag derlei helle, frische und der Tendenz nach maskuline Düfte bisweilen gerne – habe aber mit Carons Anarchisten und mit Creeds Himalaya schon zwei sehr ähnliche Kandidaten bei mir stehen, insofern ist Rain für mich sicher kein Kaufkandidat, obgleich er sich als noch etwas ausgefeilter und komplexer als die beiden erweist.

Celebration, der letzte Duft der Royal Crown-Serie, ist einem Jubiläum gewidmet: 150 Jahre Bella Italia – die Geburt Italiens am 17.03.1861, die letztes Jahr groß gefeiert und von einigen Düften zelebriert wurde: Il Profumo, Profumi del Forte und Xerjoff leisteten ebenso ihren Beitrag.

Celebration sticht für mich eindeutig aus der Royal Crown-Kollektion heraus, und zwar in mehrfacher Hinsicht: Meiner Meinung nach ist er – experimenteller, nicht als typisch italienisch einzuordnen, reduzierter, kantiger. Die Ingredienzen lassen die Wucht, mit der einem dieses Düftchen um die Ohren oder vielmehr in die Nase knallt, nur schwerlich erahnen: Kopfnote: Zitrische Noten; Herznote: Grüne Minze, Mandarine, Bergamotte; Basisnote: Lilie, Iris.

Gleißend ist das erste Wort, das mir zu Celebration einfällt. Gleißend hell und von einer ohrenbetäubenden zitrischen Frische zeigt er sich. Tief durchatmen lässt er einen, obgleich er einem den Atem raubt. Nicht näher zu definierende Hesperiden haben sich hier zu einer grandiosen Macht zusammengeschlossen mit einer pfeffrig-frischen Minze. Mandarine stiftet verhalten süße, aber vor allen Dingen fruchtig-saftige Anklänge, während die Basis erdig und wässrig-floral unterstützt. Für mich eine Art ultramodernes Cologne, das, weil es kein Cologne ist, natürlich eine sehr viel bessere Haltbarkeit zeigt als jene. Eine Frischekick allererster Güte, der in seiner Reduziertheit ein wenig an die Handschrift architektonisch anmutend minimalistischer Düfte wie Humiecki & Graefs Eau Radieuse oder Putmans Préparation Parfumée erinnert. Vor allem mit ersterem hat er gewisse Ähnlichkeit – ein fetter Pluspunkt in meinen Augen, der in sofort auf meinen persönlichen Platz 1 der Kollektion katapultiert.

Wie sieht es bei Euch aus, schon getestet, schon etwas gefunden?

Viele herzliche Grüße und ein schönes Wochenende,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Picture of a waterfall (Kjosfossen) nearby Flåm, Norway von Yorian, Electric von Kavewall, some rights reserved, vielen lieben Dank!

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Herren vor – Atelier Flou die Dritte.

Geschrieben in Chypre,Duft,Hesperiden,Holziges,Leder am 20.01.2012

Heute sind wir wieder bei Atelier Flou gelandet, denn es stehen noch einige Düfte dieser von Jean‐François Cabos ins Leben gerufenen Linie an, die es zu rezensieren gilt. Stürzen wir uns zum Abschluss der Woche auf die verbleibenden Männer, die da heißen: Black Purple, Eau D’Aviateur und Monsieur Mon Amour.

Black Purple… Beginne ich bei diesem Namen ein kleines Brainstorming, fällt mir sofort im Zusammenhang mit Düften natürlich die Pflaume als Ingredienz ein. Und der Song Black Velvet. Mit ersterem liege ich schon einmal komplett falsch – keine Früchte weit und breit, dafür Folgendes: Kopfnote: „Chypre-Akzent“; Herznote: Rosmarin, Muskatnuss; Basisnote: Ambra, Vetiver, Liatrix.

„Mystery, Terrestrial and celestrial, Charming. All is extreme in this combination of heat and cold. The subtle association between the coolness of the rosemary of Morocco, the true harmony of the nutmeg of Indonesia and a passionate touch of absolute of Liatrix of America delicately associated with a deep amber. Between sky and earth.“

Von Ambivalenz ist bei Black Purple die Rede, von dem Spannungsverhältnis zwischen Wärme und Kälte… Viel interessanter ist aber für viele hier sicher die Frage nach Liatrix – was ist das? Liatrix, Liatris auch Liatrix Odoratissima oder auch Deer’s Tongue ist ein amerikanisches Kräutlein, das vornehmlich in der Savanne wächst. Auf den ersten Blick unscheinbar, entwickelt es getrocknet einen warmen, süßen, zum Teil pudrigen und stark an Vanille erinnernden Duft mit Anleihen von Heu (klar – Liatrix hat einen sehr hohen Cumarin-Gehalt) und Tabak. Zur Aromatisierung von letzterem diente die Pflanze auch Jahrzehnte.

Auch in diesem Duft scheint sie eine zentrale Rolle zu spielen: Zimtige Tabakblätter renken sich meinem Näschen entgegen und es entfaltet sich ein gar eigenartiger Duft. Blattwerk, dunkelgrünes, und Rosmarin, deutlich wahrzunehmen, sehen sich kontrastiert von warm-würzigen Akzenten, die im Duftverlauf immer mehr die Oberhand gewinnen. Samtene Wärme drückt hindurch, und es kommen in der Tat Noten zum Vorschein, die eigentlich nur von besagtem Liatrix-Pflänzchen stammen können: Vanille und Heu, von einem Hauch Ambra geadelt. An was erinnert mich das? Ein kleines bisschen an Parfumerie Générales Felanilla, was dessen dicht gewebtes Vanille-Ambra-Heu-Lager angeht. Sehr interessant – und sehr schwer einzuordnen. Auf den Ursprung des Namens komme ich allerdings immer noch nicht beziehungsweise kann nicht folgen, ganz abgesehen davon, dass ich farblich ganz anderes mit dem Duft assoziiere.

Eau d’Aviateur, der Duft des Piloten… Luftfahrtdüfte gab es schon einige, man erinnere sich beispielsweise an den großartigen En Avion von Caron, gewidmet der ersten Frauen, die fliegend den Himmel eroberten (Maryse Bastié, Adrienne Bolland & Hélène Boucher), oder an Brecourts Eau Libre. Abenteurer sind sie immer, diese Flieger – das sehen auch Atelier Flou so:

„Adventure, Density, Spirit. When the intense scene of extreme skies forces the contemplation by the voyager, from the Andes cordillera to Siberia. Bouquet of blue flowers, petitgrain of Sicily and orange oil of Brazil for this water which goes like one second spiritual skin. Obviousness.“

Flieger, grüß mir die Sonne – und die Agrumenfrüchte, die unter derselben so unwahrscheinlich köstlich heranreifen. Eau d’Aviateur ist ein Hesperidenduft, und insofern nicht wahnsinnig innovativ, gesellt er sich doch zu einer ganzen Reihe an zitrischen Früchtchen innerhalb der Parfumlandschaft. Auch die Ingredienzen oder deren Kombination stechen auf den ersten Blick nicht ins Auge: Kopfnote: Zitrische Noten, Orange, Bergamotte; Herznote: Veilchenblätter, Florale Noten, Petitgrain; Basisnote: Maté, Moschus, Zibet, Sandelholz.

Und doch – Eau d’Aviateur gefällt mir gut. Frisch, dynamisch, prickelnd, bitzelnd, säuerlich-zitrisch. Ein Hesperidenschwall mit dominanter Bergamotte, der Freude macht und den Kopf wach hält, umrankt von ein bisschen grünem Blattwerk und subtilen floralen Anklängen. Dazu gesellt sich eine Prise Tee und die Basis wärmt sandelholzig und moschusgeschwängert. Erinnert mich ein bisschen an Carthusias Mediterraneo oder an Acqua di Parmas Blu Mediterraneo Bergamotto di Calabria und befindet sich insofern in bester sommerlicher Gesellschaft.

Monsieur Mon Amour – beschwört die große Liebe, oder wie darf ich das verstehen?

„Elegant, Refined, Smart. Ultimate elegance signs this fragrance: the glowing of the hearth and the feeling of cosy leathers for an unusual and astonishing refinement. When the incense of Somalia meets the attar of the wood of Gaïac of Paraguay. Serenity.“

Was sich in der Theorie eher abenteuerlich anhört, hat auf dem Teststreifen tatsächlich das gewisse Etwas: Die Mischung aus Zitrusfrüchten, Jasmin, Hölzern und Leder, die ich mir vorab nicht so richtig vorzustellen vermochte. Der Teststreifen kündet von einem Strahlemann: Zitrisch-dynamisch mit einem interessanten Weißblüher-Kick, gebettet auf den üblichen Holzverdächtigen und von einem kühlen Leder veredelt. Hat was – leider nur auf dem Papier. Mein Handgelenk potenziert die vorhandenen Agrumenfrüchte derart, dass mir eine lange Zeit nur noch Fruchtbonbons im Stile von Nimm2 entgegenleuchten. Jene Vitaminexplosion zügelt sich im Verlauf des Duftes, sodass sich Haut und Papier vom Ergebnis her wieder annähern, trotz allem gefällt mir das Ergebnis auf meinem Händchen so nicht. Ich bin aber auch kein Mann, an denen wird sich Monsieur Mon Amour ohnehin schöner entfalten, da bin ich mir sicher.

Für diese Woche werde ich es damit bewenden lassen, nächsten Montag geht es dann weiter mit den letzten beiden Damendüften.

Bis dahin alles Liebe und Euch ein schönes Wochenende,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Electric von Kavewall, Photograph of aviator Charles J. Biddle (born 1890), Toul, September 1, 1918 via Wiki Commons, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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Die Vergessenen: Montale, Goutal, Jourquin & Zolty.

Meine Schubladen quillen über. Die letzten Monate kamen viele, viele Düfte auf den Markt, wie jedes Jahr in der Herbst/Wintersaison. Nach meinem Empfinden waren es aber dieses Jahr mehr als sonst. Und ich hinke mal wieder schwer hinterher, wie sollte es auch sonst sein. Deshalb kurz und knackig heute und auch in nächster Zeit mal wieder ein paar der (zu Unrecht) Vergessenen.

Montales Dark Purple – … ähnelt auf den ersten Riecher Montales Aoud Rose Petals. Und auch auf den zweiten lässt sich hier eine Bekanntschaft herstellen: Beide sind kühler, sehr kühler Natur. Während Aoud Rose Petals mit Rose und Oud (was sonst) auf Teakholz brilliert, findet sich hier ein Früchtestilleben – Pflaume, Blutorange und Beeren – vornehmlich in allen Rotnuancen leuchtender Früchte, von mit minzigem Geranium gestützten Rosen umrankt, auf einer leicht angewärmten Teakholzplatte.

Annick Goutal Mon Parfum Chérie par Camille – Die Ingredienzen verraten hier wenig über die Heftigkeit des Duftes (Kopfnote: Patchouli, Pflaume; Herznote: Heliotrop, Veilchen, Iris; Basisnote: Patchouli, Gewürze)… Wäre interessant, Camille Goutal, die den Duft ihrer Mutter gewidmet hat (die ihr seiner Zeit die wunderschöne Mädchenbirne Petite Chérie widmete), zu ihrem Verhältnis zu befragen sowie zu ihrem Mutterbild. Mon Parfum Chérie ist ein ziemlicher Kracher: Heftig viel Patchouli, erdig, aber staubtrocken und somit in Verbindung mit Veilchen und Iris eine pudrige Skinnote bildend, die Lippenstiftcharakter an den Tag legt. Überhaupt erinnert der Duft zusammen mit der fruchtigen Herbheit der Pflaume an eine kräftigere und chyprierte Variante von Histoires de Parfums Moulin Rouge 1889. Mon Parfum Chérie ist aber die finstere Schwester, würde ich sagen. Was noch dunkler ist als das traditionelle Etablissement in Paris? Die Ledernoten, die Mon Parfum Chérie in der Basis samt einer bitteren Würzigkeit an den Tag legt. Gegen diese Reitgerten-Lady haben die unschuldigen Tanzmädchen im Moulin Rouge keine Chance.

David Jourquin ist ein neues Label – und ausnahmsweise mal ausschließlich für die Herrenwelt. Cuir Mandarine Jour pour Homme und Cuir Tabac Soir pour Homme heißen sie, die beiden Lederknaben, und sind, wie der Name schon verheißt, ein gut durchdachtes Duo für den ganzen Tag. Cuir Mandarine hätte, wie mir sofort klar wird, eigentlich Cuir Lavendel heißen sollen und wäre insofern etwas für Harmens Lavendel-Serie gewesen. Ob er ihm wohl gefallen würde, meinem Mitschreiberling? Ich glaube schon: Würziger Lavendel in der ihm üblichen eleganten Strenge, sehr klassisch ausgeprägt, aber von Mandarine fruchtig aufgelockert. Tabak begleitet aromatisch, während sich das Geschehen holzig auf glattem Leder räkelt. Ein cooler, dynamischer und eleganter Businessmann – ob der sich wohl abends auch aus dem Anzug schält? Nein. Tut er nicht. Er lässt die sportliche Mandarine weg und wirft sich würziger, aromatischer und ein bisschen erotischer, aber immer noch im Anzug (Wiederspricht sich das? Nein.) ins Nachtleben. Das Leder hier immer noch glatt, aber wärmer, facettierter, dominanter. Ein schönes Duo, wirklich – für den richtigen Mann. Für Frauen meines Erachtens nach weniger geeignet – ähnlich wie bei Knizes Ten (der in diesem Zusammenhang mein Lieblingsbeispiel ist) sind die beiden Düfte unverkennbar maskulin, ohne allerdings den Mann-Mann raushängen zu lassen.

Kommen wir zu einem weiteren netten Herrn, dem ehemaligen Männermodel Jacques Zolty, der es sich schon seit längerer Zeit auf der Karibikinsel St. Barthélemy, kurz: St. Barth, bequem gemacht und der uns von dort aus mit hübschen Düften erfreut: À bientôt heißt er, der neueste Streich – ein fröhlich zugerufenes „Bis bald!“, dessen Einladung ich gerade zu gerne folgen würde, urlaubsreif wie ich mal wieder bin.

Nach dem ersten Test würde ich gerne noch schneller in Richtung karibische Inseln entfleuchen, denn der neue Zolty ist wirklich ein Leckerchen: Fröhlich-herbe Hesperiden prickeln zitrisch vor sich hin wie eine Champagnerbowle, von aromatischen Kräutern, säuerlicher schwarzer Johannisbeere und wässrig-floralen Akzenten begleitet. In der Basis grün-grasiger Vetiver, die Kräuterchen aufgreifend, ein weiß-sauber-strahlendes Zedernholzbettchen und wärmende Ambrasonnenstrahlen. Meine Lieben, so lässt es sich leben!

In diesem Sinne – bis morgen, Euch allen einen schönen Tag!

Liebe Grüße,

Ulrike.

Bildquelle: Pears and Plums 3 von MichaelaW, Moulin Rouge von Andreas Praefcke, Shell Beach St. Barts von Nolangaskill, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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Ewige Jugend mit Penhaligon’s

Geschrieben in Duft,Gewürziges,Hesperiden am 13.12.2011

Kopfnote: Bergamotte, Mandarine, Lavendel, Salbei; Herznote: Geranium, Kaffee; Basisnote: Vetiver, Muskatnuss, Schwarzer Pfeffer, Kardamom, Moschus, Leder, Sandelholz, Weihrauch, Myrrhe…

Selene and EndymionAlso wenn das nicht aufregend klingt! Ob dieser Duft nun wirklich in meine Lavendelserie passt, wird sich noch zeigen müssen, einige andere dominante Ingredienzen lassen vermuten, dass der Duft auch in eine ganz andere Richtung gehen könnte. Die Rede ist von Endymion aus dem Hause Penhaligon’s.

Der Name Endymion führt uns in die griechische Mythologie: Endymion war der Liebhaber der Mondgöttin Selene. Um ihn unsterblich zu machen, versetzte ihn Zeus in einen ewigen Schlaf, der ihm seine Jugend erhalten sollte. Sonderlich tief geschlafen hat Endymion allerdings nicht, denn Nacht für Nacht kam Selene in seine Höhle, und diese Besuche führten zur Geburt von 50 Töchtern – der gute Endymion hat also nichts anbrennen lassen.

Ich bin neugierig, deswegen lasse ich mich nun nicht aufhalten, den Duft aufzusprühen. Auf dem Duftstreifen geht es streng nach den Angaben in der Kopfnote frisch her, denn Bergamotte und sicherlich auch etwas Kardamom sorgen für einen lebendigen Auftakt, der mit einigen bitteren Noten aber schon verrät, dass wir es hier mit keinem reinen Hesperidenduft zu tun haben. Deutlich kommt daraufhin auch Geranium zum Vorschein mit einer floralen, rosenähnlichen Note, die von sauberen Aspekten begleitet wird. Möglicherweise sind hierfür die Hölzer verantwortlich.

Da ich mal wieder so nicht weiterkomme, werde ich nun selbst beduftet. Natürlich fehlt auch hier der frische Auftakt nicht, aber es geht jetzt doch recht schnell in die floral-seifig-klassische Ecke und die große Frage für mich ist, wo denn eigentlich der Lavendel abgeblieben ist. Insgeheim hatte ich auch ein bisschen gehofft, kräftige Kaffeenoten zu finden, oder wenigstens einen ausgeprägten Weihrauchgrund. Hätte doch nur der Schwarze Pfeffer oder das Leder ein wenig vorlauter aufgespielt. Apropos Basisnoten: ein wenig Moschus zeigt sich schließlich, um in der insgesamt mäßigen Haltbarkeit des Duftes unterzugehen.

Natürlich ist mir klar, dass sich Penhaligon’s das klassisch-britische Understatement-Mäntelchen umgehängt haben, und dieser Linie bleiben sie auch bei diesem Duft treu. Ich hätte mir hier trotzdem etwas mehr Profil gewünscht, ist doch die griechische Mythologie voller sprudelnder Leidenschaft und großer Tragik. Mit Endymion haben wir einen äußerst distinguierten englischen Herrenduft vorliegen, der ganz hervorragend zu einer gehobenen Abendgarderobe passt.

In meine Lavendelserie passt Endymion allerdings absolut nicht, und meine Enttäuschung sei mir verziehen – ich habe schlicht und ergreifend mit einem ganz anderen Duft gerechnet. Unter dem Vorzeichen eines noblen Herrenduftes erfüllt Endymion jedoch alles, was das Herz begehrt. Wenn es denn Penhaligon’s sein soll, bleibe ich bei dem kürzlich besprochenenJuniper Sling“, wenn es ein Kaffee-Leder-Duft sein soll, greife ich dann doch lieber zu dem guten alten “Charles Street” von Mark Birley.

Was haltet Ihr von Endymion? Übrigens gibt es zu diesem Duft auch noch eine Duftkerze, eine Shaving Cream und ein Bath & Shower Gel.

Liebe Grüße
Harmen

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Olfactive Studio…

Geschrieben in Duft,Hesperiden am 15.11.2011

… ist die Geschichte eines Traumes, eines kollektiven Traumes – und wie er zu einem zu einem solchen wurde, dazu findet sich einiges im Pressematerial dieser vollkommen neuen Firma, die uns dieser Tage auf dem Nischenmarkt erstmalig begegnet(e). Und ehrlich gesagt machen mich diese Lebensläufe immer ein wenig neidisch, aber gut… Da haben wir Céline, die in der Nähe des pittoresken Chambord geboren wird und ihre Kindheit liebend gerne in der gut duftenden Natur verbringt. Céline, die davon träumte, Architektin zu werden, um dann Unternehmensmarketing zu studieren und irgendwie bei Kenzo zu landen, wo sie über den Designer Pierre Broc fällt, der sie in die Kunst des Parfumdesigns einweiht. Und kurze Zeit später kreiert Céline, dann gerade mal knapp 30, Kenzos Duft Jungle mit Dominique Ropion und Jean-Louis Sieuzac, hernach L’Eau par Kenzo zusammen mit Olivier Cresp (der Schöpfer von, z.B., Angel von Thierry Mugler), um dann das Portal Osmoz.com nach einer Idee von Firmenich im Alleingang aus dem Boden zu stampfen. Respekt. Ach ja, Céline liebt natürlich auch Reisen und importierte während vieler derselben auch schon mal Weine, warum nicht. Aber da fehlte die olfaktorische Komponente, weshalb sie sich nach einigen Jahren bei L’Oréal einen ganz besonderen Weg einschlug: Sie gründete das Blog „Le Blog du Parfum qui n’existe pas (encore)“, auf Deutsch soviel wie „Das Blog zu dem Parfum, das es noch nicht gibt“. Die Offenheit des Internets und dessen Möglichkeit, Menschen aus aller Welt partizipieren zu lassen, sollte helfen, mittels kollektiver Intuition und Kreativität Neues zu schaffen – nämlich einen Duft, vielleicht auch mehrere Düfte. Internetnutzer als Schaffende, als Teil der Entscheidungsprozesse, der Entwicklung und als Botschafter der Marke – heutzutage umfasst die Internetseite, wie man sieht, schon weit über 5000 Fans.

Das besondere an Olfactive Studio ist aber eben auch, dass die Düfte – man erinnere sich an die Six Scents-Reihe – eine Art Kooperation sind:

„Olfactive Studio is at the crossroads of a photographic studio and a perfume design studio. This is the first time ever that perfumers have teamed up with photographers to draw inspiration from their œuvres. They sense the images to capture their essence. Photography and perfume capture the moment and rekindle the memory of past experiences. Imagining a sensorial, intimate, and poetic relationship between images and scents is to reconcile temporal spaces. «Perfumer’s proofs» are born out of the perfume creator’s emotions invoked by the picture and have proved to be authentic and original olfactory creations. They take us from a world where perfumes are harvested to one where time is captured.“

Parfumeure und Photographen schufen demnach zusammen die drei ersten Düfte der Linie, Autoportrait, Chambre Noire und Still Life, die es einzeln zu erwerben gibt oder auch zusammen in einem schönem Sammlerpaket mit Bildband. Das Konzept wurde im übrigen wie der Markenname, die Namen der Düfte sowie die Flakon- und Verpackungsentwicklung in obigem Blog diskutiert und mitbestimmt.

Aber genug schwadroniert, wenden wir uns den Düften zu, die natürlich alle drei mit passenden Fotos ausgestattet sind, wie wir es zum Beispiel von Humiecki & Graef bereits kennen.

Still Life ist der erste Duft in der Reihe – „a sparkling and festive perfume, Still Life is a celebration of life!“ Mit diesem Motto ist eigentlich schon fast alles gesagt, oder? Ein „überraschender“ Duft soll es sein, ein hell strahlender, der einen zum Feiern animieren soll. Und außerdem ist da im Rahmen dessen noch von exotischen Cocktails die Rede… Mir ist gerade eher nach Tee bei den Außentemperaturen, aber ich sprühe trotzdem mal – und weiß genau, was gemeint ist: Ein atemberaubender und kräftiger, farbenprächtiger Hesperidenduft, erwachsen und definitiv unisex. Das merkt man gleich und das bleibt auch so. Yuzu, jene japanische Agrumenfrucht, die ich in ihrer säuerlichen Herbheit und satten Spritzigkeit sehr gerne mag, in keckem Zusammenspiel mit verschiedenen Pfeffersorten – eine gerne genommene Kombination weil sehr schön akzentreich. Sternanis sorgt für einen Hauch Wärme, ähnlich wie in Byredos Fantastic Man, in dem er aber ebenfalls nicht dominant wird oder seine typische Anisader entdecken lässt. Die Basis des Duftes entwickelt alsbald eine schöne, dezent-harzige Wärme, die holzig und ein bisschen beschwipst an Lubins Idole erinnert, trotz allem zeigt sich immer noch federführend die Zitrusfrische.

Respekt – die noch junge Parfumeurin Dora Arnaud aus dem Hause Firmenich hat mit Still Life wirklich einen schönen und besonderen Hesperidenduft geschaffen. Einen von den jenen, die herausstechen aus dem großen Zitrusfrüchtekörbchen. Und einer, der trotzdem vollkommen unkompliziert getragen werden kann.

Nur das Foto, sorry – das verstehe ich nicht, finde ich vielmehr ziemlich banal. Der Fotograf Frédéric Lebain scheint wie Arnaud eine Art Shootingstar zu sein, mir sagt das Foto ehrlicherweise gar nichts – und in Zusammenhang mit dem Duft noch ein kleines bisschen weniger. Vielleicht hilft Euch der Text dazu, mir ward nicht mehr zu helfen (diesbezüglich?):

„A breeze could throw them off course yet Frédéric’s 2D spheres – faceted and seemingly frozen – continue spinning like lyrical and living sculptures. The paper they are made of is as crisp as the cocktails enjoyed around them. They dream of busting moves on the dance floor like teen girls indulging in the excitement of their first summer night parties. These images froze life to better prolong it. To immortalize nature is quite different from what the French call without any apparent reason nature morte, or literally “dead nature.” Perpetuated by the game of images of images, the balls reflect their joie de vivre as if every facet were carrying out its own photosynthesis. They breathe through every pore of pages transformed into paper balls and confetti and celebrate the coming of a Dionysian world of dance and delight. Here, they appear in time suspended, a moment frozen for all eternity. More appropriate than the French, the English still life does more justice than the French word to the life still resonating within. Cocktail attire optional.“

In diesem Sinne – ich bin hochgespannt auf die nächsten beiden Düfte, die ich Euch natürlich postwendend vorstellen werde.

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Hier finden Sie die Olfactive Studio-Kollektion in unserem Shop.

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