Aus Liebe zum Duft Shop Duft Tagebuch

Träumen…

Geschrieben in Duft,Fruchtiges,Leder,Reines und Pudriges am 14.01.2014

r_ve_en_cuirwerden wir heute einen weiteren Tag mit Indult: Rêve en Cuir und Manakara sind die Objekte der Begierde, welche wir uns näher ansehen.

Rêve en Cuir war ursprünglich ein exklusiv für unsere amerikanischen Freunde von Luckyscent kreierter Duft und selbstredend – Nomen est Omen – ein Lederduft. „Ein Traum in Leder“ oder auch ein „Ledertraum“ – ein Versprechen, würde ich sagen. Wird der Duft dem auch gerecht? Schauen wir uns zuallererst die Ingredienzen an: Kopfnote: Bergamotte, Zitrone, Kardamom, Oregano, Gewürznelke; Herznote: Texas-Zedernholz, Patchouli, Leder; Basisnote: Eichenmoos, Vetiver, Vanille.

Club Room Suede Jacket

Rêve en Cuir ist in der Tat ein Unikat: Ein innovativer Lederduft, der seinesgleichen sucht. Im Auftakt zeigt sich das Lederchen noch nicht, hier haben wir es zuallererst mit einem Hauch Zitrischem sowie Gewürzen zu tun. Weder Oregano noch Kardamom will sich mir als frische Zutat zu erkennen geben, ich rieche hier nur getrocknete Kräuter und Gewürze, allen voran Gewürznelke. Eine süß-scharfe Vertreterin ihrer Gattung, die von der Basis Unterstützung erfährt: Eichenmoos fängt sachte auf und es zeichnet sich bereits eine Ahnung Creme ab, die von der später präsenteren Vanille herrührt. Pudrig ist sie auch, die Nelke – und harmoniert insofern perfekt mit dem weichen, samtigen Wildleder, das sich alsbald seinen Weg bahnt. Sehr dezent schmeichelt das Duo meiner Nase, meiner Haut – ganz offensichtlich ist das hier kein italienischer Kracher, weder was Leder, noch was Puder oder Süßigkeiten angeht. Wir haben es hier mit einem sehr distinguierten Understatement-Lederchen zu tun, skinnig und erotisch, von feinem Rauch umgeben. Damit kann man Männer verführen, dessen bin ich mir sicher: Ein selbstbewusster, besonderer und charakterstarker, aber gleichermaßen fragiler und sehr femininer Duft, den ich mir am „starken Geschlecht“ selbst nicht wirklich gut vorstellen kann.

IMG_9346 Long leather skirt

manakara_boxManakara, Duft Nummer Zwei, wurde nach einer Stadt an der Ostküste von Madagaskar benannt. Knapp 40.000 Einwohner leben dort heute, sowohl Einheimische als auch Chinesen und Europäer.

Seit der Fertigstellung der Eisenbahn von Fianarantsoa im Jahr 1936 ist die Stadt ein bedeutender Umschlagplatz mit einem wichtigen Hafen. Die Umgebung von Manakara ist bekannt für ihre Litschi-Plantagen – und Litschis sind auch das Thema des gleichnamigen Duftes. Indult postulieren in ihrem Pressematerial, dass Rosen, würde man sie als Früchte darstellen, am ehesten Litschis wären. Dem kann ich nicht so ganz folgen, liebe ich doch Rosen und deren Duft, kann aber Litschis nur duftend etwas abgewinnen. Deren Geschmack und vor allem auch Konsistenz ist mir ehrlicherweise zuwider, auch wenn ich ansonsten ein Faible für viele exotische Früchte habe.

La Terre magmatique

Manakara vermählt den Duft von Litschis mit kostbaren Rosen, genauer: Damaszener Rosen und Bulgarischen Rosen, jene Königinnen ihrer Zunft.

Ich mag es Kurkdjian, dem Parfumeur, nicht wirklich glauben, dass lediglich Litschis und Röslein in dem Duft vertreten sind, aber sei es drum… Die Litschis duften hier einerseits frisch, andererseits aber edelkaugummifruchtig und zart-pudernd-zuckerwattig, was mit den ohnehin von fruchtig-samtig-pudrigen Anklängen begleiteten Rosen sehr gut zu Gesicht steht.

Kurkdjian hat sich ja bereits für Riccis Juliette has a Gun-Kollektion an eine Rosen-Litschi-Kombination gewagt, die auf den schönen Namen Miss Charming hört. Miss Charming ist so etwas wie… die kleine, nette, sportliche Schwester von Manakara. Manakara ist die Dame, die reife (aber nicht überreife) Frau, die um ihre Reize weiß. Ich mag Manakaras Kontraste: Fruchtfrische und Pudersüße, von Rosen in satten, vornehmlich kräftigen und eher dunkleren Farben begleitet. Das macht sich überaus gut auf der Haut einer Frau.

Wie gefällt Euch Indult, was ist Euer Favorit?

Viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

P.S.: Tihota liefere ich noch nach, versprochen!

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Venus im Pelz oder: Midnight Oud von Juliette has a gun.
Indult…


Parfums de Marlys „Darcy“ – Kraft und Eleganz

Geschrieben in Blüten,Duft,Fruchtiges,Gourmand am 10.01.2014

darcy Einmal wieder brandaktuell in unserem Shop gelandet ist ein neuer Duft des pferdevernarrten Hauses Parfums de Marly und – wie sollte es auch anders sein – der neue Duft „Darcy“ ist wieder einem hochherrschaftlichen und altehrwürdigen Hafer- und Karottenenthusiasten gewidmet.

Ich habe einige Zeit hineingesteckt, um herauszufinden, um welchen Urahn des Vollbluts es dieses Mal geht und habe nach „Lippizan“ auch verschiedene Schreibweisen bei meiner Suche probiert. Ich vermute, dass es sich um D’Arcys White Turk, einen Urahn des Englischen Vollbluts, handeln könnte. Sicher bin ich mir aber nicht. Die Pferdekundigen unter Euch sind herzlich eingeladen, mich aufzuklären und Licht hinter die unliebsamen Scheuklappen zu bringen.

Viel wichtiger ist in diesem Fall aber, wie die dazugehörige Duftkreation wohl ausgefallen sein mag. Von Parfums de Marly sind bis jetzt nur gute Düfte gekommen und dementsprechend hoch sind auch meine Erwartungen. Kreative Nase hinter „Darcy“ ist der in Dubai ansässige Firmenich-Parfumeur Hamid Merati-Kashani, der für das gleiche Haus bereits den wunderbaren Herrenduft „Pegasus“ kreierte, den ich Euch in Kürze unbedingt einmal vorstellen muss.

Jamie and Sailor Dressage

Es geht los mit einem Auftakt aus Zitrusnoten, deren Spritzigkeit recht flüchtig ist, aber vor allem die Fruchtigkeit der Orange bleibt übrig und erinnert im folgenden Verlauf fast ein wenig an Pfirsich. Dieser Eindruck entsteht wohl aus dem Zusammenspiel mit den Herznoten, in denen sich allerlei Blüten tummeln: kühle Rosennoten werden von dem dominanteren Jasmin übermannt, sodass hier ein deutliches Weißblüherelement hinzukommt.

Ohne dass man genau sagen könnte, um welche Leckereien es sich genau handelt, ist hier in jedem Fall noch eine zuckrig-süße Note gegeben, die sich in den fruchtig-floralen Akkord harmonisch einpasst, ohne aber allzu mächtig zu werden. Diese verhaltene Süße entsteht durch flankierend-zügelnde Noten von Hölzern, Patchouli und einem Hauch Moschus. Im weiteren Duftverlauf und vor allem in der Langzeitwirkung werden diese Zügel gestrafft, so dass diese für die Damenwelt vorgesehene Kreation durch jene eher herben Noten eine Wendung – nicht gerade ins dezidiert Maskuline – aber zumindest in den Unisexbereich vollzieht.

Die Duftnoten im Überblick
Zitrische Noten, Bergamotte, Orange
Florale Noten, Rose, Jasmin
Hölzer, Patchouli, Gourmand-Noten, Weißer Moschus

Ich persönlich halte diesen Duft deswegen auch in der Männerwelt für durchaus tragbar. „Darcy“ trägt einen lebendigen und fröhlichen Geist in sich voller Lebensfreude und Dynamik. Trotz dieser Jungspundigkeit bleibt aber auch sein edles Wesen und sein eleganter Auftritt erhalten – eine trefflich komponierte und ausbalancierte Mischung dieser Charaktereigenschaften.

Ich hoffe, ich konnte ich Euch – und nicht nur die Fans von Parfums de Marly – ein bisschen neugierig machen!?

Es grüßt Euch
Harmen

 

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Erinnert Ihr Euch…

Geschrieben in Duft,Fruchtiges am 19.12.2013

… noch an die Artikel, die ich zur Lancierung des Labels nu_be geschrieben hatte? Anfänglich hatte ich ja ein wenig Angst, wir könnten es mit einem zu konzeptionellen Haus zu tun haben. Mit einer Kollektion, die aufgrund ihrer Idee, ihres Hintergrundes mehr Aufsehen erregt als es die Düfte alleine tun würden. Diese Sorge war unbegründet: Exzellente Düfte, tolle Parfumeure und vor allem – Innovation. Einzelstücke, deren Unikatscharakter sich nicht auf die neuartige und aufwendige Verpackung beschränkte, Gott sei Dank. Deshalb freue ich mich, dass die Firma nachgelegt hat und uns dieser Tage mit zwei neuen Düften beglückte: 80Hg Mercury und 16S Sulphur, die ich Euch heute und morgen vorstellen möchte.

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80Hg Mercury – das Konzept, die Düfte nach chemischen Elementen zu benennen, wird weiterhin verfolgt, schön! Und ich kann mich dessen nicht erwehren, dass mich Chemie mittlerweile immer an die amerikanische Topserie Breaking Bad erinnert, die ich für die allerbeste Serie aller Zeiten halte: Walter White, ein vollkommen unterforderter weil überbegabter Chemielehrer, frustiert, ernüchtert, ausgebrannt, bekommt eine tödliche Krebsdiagnose. Und möchte seiner Frau, die von ihm einen Nachzügler erwartet, etwas hinterlassen können, weshalb WW beschließt, mit einem früheren Mitschüler Crack herzustellen… Sehr sehenswert. Darüber hinaus ist bei mir der Begriff Chemie nicht mehr so negativ besetzt. Ich gestehe – Chemie war mein Hassfach in der Schule, was vielleicht auch an dem einen oder anderen Lehrer lag. Vielleicht auch nicht. Wie sieht es bei Euch aus? Kennt Ihr Breaking Bad, mögt Ihr es? Was für Serien schaut Ihr generell? Und – welches waren Eure Qualfächer in der Schule?

Kommen wir zurück zum Quecksilber – der Parfumeur des Duftes, kein geringerer als Antoine Lie (bekannt unter anderem für Diverses für État Libre d’Orange, Comme des Garçons, Blood Concept, Zegna, Salvador Dali usw.) verkündet dazu Folgendes:

„Meine Inspiration steht mit der Tatsache in Verbindung, dass Quecksilber ein flüssiges und kein festes Element ist. Ich wollte den Eindruck einer glänzenden und leuchtenden Flüssigkeit mit metallischen Strukturen vermitteln, mit einem sauberen Ausdruck … Es sollte ein Duft mit einer starken Wirkung sein, denn Quecksilber ist meines Erachtens dynamisch und steht ebenso für Modernität und Technologie.

Ich habe mit einem metallischen Effekt gespielt, verbunden mit einem sauberen, technologischen und dynamischen Aspekt, um meine Idee von Quecksilber in einen Duft zu übersetzen. Für den Metalleffekt entwarf ich einen Oxidakkord, während eine Aldehyd-Mixtur, Rhabarber und Mandarine den sauberen, dynamischen und technologischen Charakter wiedergeben. Die Basis ist holzig mit Noten von Zedernholz und Sandelholz.“

Und weiter:

„Der Duft ist unwiderstehlich, außergewöhnlich, metallisch und dynamisch. Er ist schimmernd, silbrig und faszinierend: ein Zusammenspiel von Neonlichtern, Farbfolien und Stahlinstallationen. Wie ein Spiegel, der die Wirklichkeit vergrößert und verzerrt, gefährlich in der Luft schwebend voll akrobatischer Schwingungen.“

Womit setzt man diese Assoziationen olfaktorisch um? Das kann ich Euch verraten: Kopfnote: Zitrone, Mandarine, Aldehyde, Metallische Noten, Rhabarber, Schwarze Johannisbeere; Herznote: Geranium, Veilchen; Basisnote: Patchouli, Zedernholz, Sandelholz, Tolubalsam.

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80 Hg Mercury ist etwas für… Hartgesottene. Hier sind Parfumkenner gefragt, Duftliebhaber, die sich gerne mal auf etwas Neues einlassen. Die die Geduld für Kantiges mitbringen. Die sich Besonderes auch gerne mal erarbeiten.

Unser Quecksilber hier ist alles – aber mit Sicherheit kein sofort zugänglicher Duft. Ich habe ihn für Euch diverse Male getestet – und bin mittlerweile ziemlich angetan. Allerdings hat es bei mir ähnlich lange gedauert wie beispielsweise bei Humiecki & Graefs Multiple Rouge.

Frisch aufgesprüht zwickt mit eine Popart-Zitrone in die Nase, quirlig und flirrend. Aldehyde, jene synthetischen Früchtchen, wirbeln Wind auf, drängen sich in den Vordergrund – und leiten über zu den drei Protagonisten, die mir persönlich als am präsentesten erscheinen: Rhabarber, Johannisbeere und Metall. Rhabarber, säuerlich und herb, zwischendurch auch einmal an verhalten süßes Sorbet erinnernd. Johannisbeere, die Säuerlichkeit, die fruchtige, unterstreichend. Und Metall – kühles, kühnes, kantiges, karges Metall sowie ein Hauch Minze.

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Klar, die Basis… die Basis wärmt ein wenig, strahlt ein bisschen, aber lässt das Statement des Duftes kein bisschen gefälliger ausfallen. Er ist und bleibt nun mal ein Spalter – und einen Test wert, absolut!

Viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle der letzten beiden Bilder: Kavewall – all rights reserved. Dankeschön!

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Dionysos ist…

Geschrieben in Duft,Fruchtiges am 6.12.2013

dom_rosa_eau_sanguine… uns einen weiteren Duft hold: Der Gott des Weines, dieser Tage in Gestalt von Philippe di Méo, beschert uns einen weiteren Duft aus seiner Eaux Sanguines-Trilogie, seiner Linie Les Liquides Imaginaires zugehörig:

„Diese Trilogie an Düften zieht ihre Inspiration aus dem heiligen Wein. Parfum wie Wein ist ein Gemisch, dessen Bestes durch menschliche Expertise und die Pflege der Natur kreiert werden. Diese Flüssigkeiten fließen durch die Venen imaginärer Charaktere, der Verkörperung moderner Helden. Eaux Sanguines, duftende rote Säfte, so berauschend wie die Leidenschaft, durchdringend wie eine Wunde oder ein Verrat, so heißblütig wie ein Sieg, ein triumphales Parfum!“

Dom Rosa ist der letzte Dom Rosa, eine Ode an Rosé-Champagner. Seid Ihr auch so ein Rosé-Fan? Schampus gibt es bei mir weniger häufig, vor allem Rosé, da dieser meist erlesen teuer und vor allem auch selten ist. Ich trinke allerdings sehr gerne Rosé-Sekt, wenn es die Gelegenheit her gibt. Und Rosé-Weine finde ich im Sommer herrlich… Aber Dom Rosa hat noch mehr zu bieten außer Champagner: Kopfnote: Champagner, Pampelmuse, Birne; Herznote: Damaszener Rose, Gewürznelke, Weihrauch; Basisnote: Hölzer, Zedernholz, Vetiver, Guajakholz.

Celebrate!

„Der Duft einer Rose, die für die Schönheit des Weines geopfert wurde. Ein jahrhundertealtes Ritual aus der Champagne. Blume der Leidenschaft, ihre Spannung weicht einem romantischen und mysteriösen Charme. Ein Parfum für die Leidenschaft.“

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Hier ist wohl in den Champagner noch ein Röschen geplumpst, noch dazu eine edle Damaszener Rose. Ist es tatsächlich Tradition, Rosen(blätter) in Champagner zu versenken? Ich kenne Rosen-Champagner-Gelee, das ist äußerst lecker und harmoniert hervorragend. Vielleicht kann mich ja einer von Euch aufklären?

Ich hatte es befürchtet… Es geht genauso spannend, innovativ und herrlich weiter wie gestern, als ich Euch die ersten beiden Düfte von Les Liquides Imaginaires vorstellte: Auf Anhieb fallen mir wenige Düfte ein, in denen Champagnernoten eine Rolle spielen – Josephine Baker von État Libre d’Orange gehört dazu sowie Kriglers No. 22, Sparkling Diamond. Royal Bain de Caron soll ja angeblich an ein Champagnerbad erinnern – das war zumindest die Vorgabe für den Duft, den ein amerikanischer Millionär sich 1941 bei Caron bestellte. Ich kann das, obgleich ich Royal Bain schätze, nicht ganz nachvollziehen.

Gänzlich anders gestaltet sich das bei Dom Rosa: Er riecht wirklich wie spritzig-herber, zart-prickelnder, überbordend-schäumender Champagner. Die Frische des gekühlten Getränkes wird durch gaumenkitzelnde Grapefruitsäuerlichkeit und eine sehr saftige, absolut nicht mehlige Birne untermalt. Die kostbare Damaszener Rose zeigt sich samtig und schillert, wie ich finde, hin und wieder auf seltsam ätherische Weise ledrig. Darüber hinaus ergänzt unser Röslein die Birne in deren fruchtiger Herbheit. Diese vier Ingredienzen zu versammeln ist genial – und duftet auch so. Die restlichen Zutaten schmücken nur, staffieren aus, lassen das Quartett leuchten, ach, was sage ich – strahlen. Denn Dom Rosa hat eine wundervolle Strahlkraft. Hier und da ein Quentchen süß-würzige Gewürznelkenschärfe, um dem Duft kontrastreiche Tiefe zu schenken. Ein paar trockene Hölzer als Gegenpol sowie etwas Rauch, allerdings sehr leise und diffus.

Bits and Pieces

Ich bin schon wieder kurz davor, mich ernsthaft zu verlieben. Und sehe schon, dass diese Kollektion mein neuer persönlicher Ruin werden wird…

Viele liebe Grüße und ein schönes Wochenende,

Eure Ulrike.

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Neue Marke, neues Glück…

Geschrieben in Duft,Fruchtiges,Gewürziges,Holziges am 5.12.2013

… das hoffe ich sehr, denn ich bin gespannt wie ein Flitzebogen auf die Düfte von Les Liquides Imaginaires. Wenn wir schon neulich bei den männlichen „Hotties“ der Parfumbranche waren – der Mann hinter Les Liquides Imaginaires gehört definitiv dazu: Philippe di Méo ist mir bereits auf der diesjährigen Mailänder Esxence über den Weg gelaufen – und, ich gestehe, ich hätte nicht nur seine Duftproben, sondern auch ihn selbst am liebsten sofort mitgenommen. Ein schöner und charismatischer Mann, geistreich, gebildet, sympathisch, freundlich. Eine Augenweide für mich während unseres interessanten und angeregten Gesprächs. Und die Düfte waren, analog dazu, eine „Nasenweide“, wenn Ihr so wollt. Äußerst vielversprechend, aber es sollte noch dauern. In letzter Zeit hatte ich mich häufiger mal daran erinnert und mich gefragt, wann, wann sie denn nun endlich kommen – und hier sind sie.

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Lange drumherum reden kann und will ich nicht, dafür bin ich viel zu neugierig – ergo stürzen wir uns nach ein paar Details zu Mann und Marke sofort ins duftende Getümmel!

Die Inspiration zu Les Liquides Imaginaires ist folgende: Di Méo bezieht sich auf den Ursprung des Wortes Parfum, das von dem lateinischen per fumum, „durch Rauch“ stammt. Weihrauch und Harze wurden schon vor Jahrtausenden in religiösen Zeremonien als Opfergaben verbrannt und verströmten so ihren Duft zu Ehren des Gottes, der Götter. Bis zum heutigen Tag hat das Parfum seinen Siegeszug fortgesetzt, wie wir ja alle wissen, und ziert nicht nur uns, sondern auch unseren Lebensraum, unsere Wäsche, unsere Autos und vieles mehr. Di Méo möchte mit seiner Kollektion nun zurückblicken und erinnern, uns schwelgen lassen und inspirieren:

philippedimeo2„Zurück zum Heiligen – Das Parfum muss wieder zurück zu seinem olfaktorischen Ursprung, um uns träumen zu lassen, zu reinigen, zu bezaubern, Fantasien zu erzeugen, um einen imaginären Duft der Vergänglichkeit zu zeichnen. Die Zeremonie wird wiederhergestellt, ein Ritual, das mit neuen Materialien und großen Gesten parfümiert ist. Die Kreation eines außergewöhnlichen Flakons ist eine Hommage an die Handwerkskunst und hat auch als alleinstehendes Objekt einen großen Wert. In einem geheimnisvollen Objekt, einer Amphora, ist die Urform des Parfums enthalten.“

Und ein weiteres schönes Zitat gibt es noch zu den Reflexionen di Méos:

„Der Verlauf des Lebens kann wahrhaftig in eine greifbare Form überführt werden: Sehnsüchte, Glaube, Stärken, Schwächen.“

Seine Kollektion verwirklichte der Designer in Zusammenarbeit mit Givaudan.

Fangen wir doch gleich mit den Düften an, die mir rein optisch natürlich sofort ins Auge stachen: Bello Rabelo und Bloody Wood. Beide gehören der Eaux Sanguines-Trilogie an:

„Diese Trilogie an Düften zieht ihre Inspiration aus dem heiligen Wein. Parfum wie Wein ist ein Gemisch, dessen Bestes durch menschliche Expertise und die Pflege der Natur kreiert werden. Diese Flüssigkeiten fließen durch die Venen imaginärer Charaktere, der Verkörperung moderner Helden. Eaux Sanguines, duftende rote Säfte, so berauschend wie die Leidenschaft, durchdringend wie eine Wunde oder ein Verrat, so heißblütig wie ein Sieg, ein triumphales Parfum!“

Bello Rabelo steht für „den Held von Porto“: „Dieser Duft ist ein Held, das lebendige Blut eines Kämpfers. Wie die Rabelo-Boote, die erst im Wind stark werden, hat er den Geschmack des Risikos und der unerschrockenen Abenteuer angenommen. Ein Parfum des Abenteuers.“bello_rabelo_eau_sanguine

… auch – des Abenteurers? Die Farbe ist göttlich: Ein Blutrot, ähnlich dem des legendären Nagellackes Rouge Noir von Chanel, der lange Jahre meine Farbe war. Die Ingredienzen: Kopfnote: Wein, Trockenfrüchte; Herznote: Balsamische Noten, Immortelle (Italienische Strohblume), Labdanum (Zistrose); Basisnote: Vanille, Hölzer, Benzoeharz.

Ja. Bello Rabelo ist auch ein Duft für – Abenteurer. Für mutige Herzen, kühne Charaktere und phantasievolle Träumer. Bello Rabelo strotzt frisch aufgesprüht bereits vor… Lebensfreude, Tatendrang, Charakter. Und zeigt sich als stolzer Duft voller Charisma: Überschäumende Beerennoten und ein paar Sauerkirschen vermählen sich hier mit dem deliziösen Aroma von sonnengetrockneten Früchten. Datteln? Feigen? In jedem Falle ruhen die Früchte allesamt in trockenem Rotwein, der dadurch an Tiefe und Körper gewinnt. Immortelle hat selbstverständlich auch ein Wörtchen mitzureden, denn wir haben es bei der italienischen Strohblume ja mit einer sehr prägnanten Note zu tun: Würzig-gewürzig, heu-trocken und ähnlich eigen wie Liebstöckel spaltet sie oft die Gemüter. Zu und in Bello Rabelo passt sie aber, und wie – sie fügt sich perfekt ein, während der Duft auf einer Basis von wärmenden Harzen, trockenen Hölzern und einer erlesenen Vanillecremenote ruht.

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Mich erinnert Bello Rabelo dem Naturell nach an Lubins tollen Idole: Ein malerisch schöner und kräftiger Duft, den ich mir an beiderlei Geschlechtern vorstellen kann.

Bloody Wood, das blutige Holz, brilliert mit folgenden Zutaten: Kopfnote: Wein, Veilchen, Rose; Herznote: Wein, Fruchtige Noten, Kirsche, Himbeere; Basisnote: Hölzer, Sandelholz, Eiche.

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Frisch aufgesprüht und… sofort bin ich mitten in meiner Kindheit gelandet: Woher kenne ich diesen pudrigen Rauch mit seiner satt-sanft-mehligen Süße? Ich muss nicht lange überlegen, mir fällt es sofort ein: Es ist natürlich Sandelholz und mich erinnert der Duft an die kleinen grünen Brennstoffkegelchen, die meine Mutter immer in unserem Räuchermännchen aus dem Erzgebirge verwendete und den ich damals schon so liebte. Eine glückliche und überaus heile Kindheitserinnerung, die mich sehr berührt. Rauchiges Sandelholz, getränkt in fruchtigen Rotwein mit deutlicher Kirschnote. Die Himbeere finde ich auch irgendwo im Hintergrund schillernd, der Rest ist mir aber schon fast schnuppe, weil der Duft ohnehin schon gewonnen hat.

Merry Christmas!

Was für ein Sandelholz! Bloody Wood ist herrlich – und eine Anschaffung wert. Das wäre dann seit langem der erste Sandelholzduft, der es in mein Repertoire schafft. Aber ich befürchte, er muss her.

Der Einstand von Les Liquides Imaginaires war perfekt – endlich einmal wieder ein innovatives Konzept, und dann eines von dieser Qualität… Ich bin sehr gespannt auf morgen – Ihr auch?

Viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Sancti…
„Die Nacht ist aus Tinte gemacht“…
Weiter geht es…


Gestern…

Geschrieben in Ambriertes & Harziges,Duft,Fruchtiges am 4.12.2013

… hat uns Jo Zarth Einblicke beschert, und zwar in seine kreativen Prozesse: Der unter der hübschen Webadresse www.zarthcore.de zu findende Designer schuf die herrlichen Illustrationen zu Erik Kormanns Weihrauch-Trio Eau de Fröhliche, dessen dritter und letzter (ja, ehrlich? Erik?) Duft dieser Tage bei uns im Shop gelandet ist.

eau_de_fr_hliche_3Das überzeugende Resultat einer gelungenen Zusammenarbeit ist Eau de Fröhliche 3, und zwar der von Erik Kormann, Alain Alchenberger (Forschungsparfumeur bei Givaudan – unter anderem Ralph for Woman für Ralph Lauren) und Dr. Philip Kraft (Givaudan). Wie diese zustande kam, werden sich aufmerksame Blogleser vielleicht schon denken können: Ich hatte vor einiger Zeit über Kormanns Duft September berichtet, der irgendwann einmal Kraft in die Hände fiel, welcher sich von dessen Duftkonzept überaus angetan zeigte. Kraft kreierte einen Remix, eine Variation von Kormanns September, von welchem wir dankenswerter Weise einige Flaschen im Blog verlosen durften.

Von da an blieben Kormann und Kraft in Kontakt, Kormann begeisterte Kraft mit der Idee seines Steampunks und dann stand da ja noch ein neues Eau de Fröhliche ins Haus, die Nummer drei. Die Idee dazu schwirrte Erik nach eigenem Bekunden schon länger im Kopf herum, wie er in seinem Aromatischen Blog schrieb:

„Cassis, Weihrauch, Cashmeran und eine ganz kleine Menge Bohnenkraut, das war die ursprüngliche Idee zum dritten und letzten Duft der Serie Eau de Froehliche. Angefangen hatte alles mit einem sehr milden Weihrauchöl, was einen altersbedingten, für Weihrauchöle sicher auch untypisch niedrigen α-Pinen-Gehalt aufwies (der sollte bei einem frischen Öl bei ca. 40% liegen) und mich augenblicklich dufttechnisch verzauberte. Ich war hin und weg und fing sofort mit der Arbeit an – Weihrauch ist ein ganz klassisches Thema der Parfumerie – und stellte mir selbst die Aufgabe, zuerst einen orientalisch-lieblichen Duft und dann einen blumig-kühlen mit Anis geschmückten zu kreieren, bevor es zum Schluß eine Weihrauch-Cassis-Mischung geben sollte.“

Für schwarze Johannisbeeren ist Kraft natürlich Ansprechpartner Nummer Eins, geht doch der brandneue Duftstoff Cassyran auf sein Konto: Eine synthetische Cassisnote, und was für eine – säuerlich-saftige Frucht, die zum Hineinbeißen verlockt und einen latent-kühlen Sorbetcharakter besitzt. Ich persönlich bin mir ja sicher, dass Cassis eine der neuen Trendnoten werden wird in der nächsten Zeit und das uns noch einige, hoffentlich noch viele schöne Düfte mit diesen vorzüglichen Beerchen ins Haus stehen werden.

Freshed Picked Currants

Insofern denke ich, ist das Trio Kormann/Alchenberger/Kraft seiner Zeit mit Eau de Fröhliche 3 deutlich voraus, denn was das Cassyran angeht, schöpft man hier aus den Vollen: Eine ordentliche Portion, genauer: eine mutige „Überdosis“ von 10%, ist darin enthalten und die Strahlkraft dieser Johannisbeerexplosion in der Kopfnote ist enorm. Sie springt einen an, direkt und unvermittelt, so wie ich es liebe. Den Sorbetcharakter, dieses sahnig-cremige, ohne jedoch Sahne zu enthalten, das zartschmelzende, legt sich sofort auf meine Haut, weitere Beerennoten offenbarend: Pudrig und pastellrosa gibt es noch ein Himbeershake dazu, flankiert von kontrastierenden Pfefferanklängen. Und es bleibt spannend: Das Herz offenbart neben den hellen Beerentönen auch grüne Anleihen – minzige Geraniumfrische, fruchtig-frische Rose und wasserbenetzte Blüten (Pfingstrose, die auf meiner Haut weniger zum Vorschein kam als auf dem Teststreifen) sowie, sehr fein – Melone. Wassermelone.

Green stripe

Litschi findet sich noch in diesem Reigen, die ich allerdings nicht durchgängig bei meinen Tests erhaschen konnte. Für die grünen Noten sind vorrangig einerseits Bohnenkraut, pfeffrig-aromatisch-herb, und andererseits Shisoblätter verantwortlich, letztere sehr charakteristisch und eigenartig im eigentlichen Wortsinne duftend, ätherisch-minzig, dezent anishaft sowie bitter-grün und verhalten kümmelig.

Dieses grüne Johannisbeerherz wird eingehüllt von kühlem, sachte schwebendem kostbarem Somalia-Weihrauch, unterstreichend, begleitend, veredelnd. Die Basis rundet Eau de Fröhliche harmonisch ab: Cashmeran, das weiche Hölzchen, Zeder- und Sandelholz, etwas Ambrawärme und viel Moschusweichheit, wolkig-luftige. Und bis zum Ende bleibt – die Johannisbeere.

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Was für eine kühle, kühne Schönheit, dieser Duft! Bei mir zieht er ein und vervollkommnet damit das Eau de Fröhliche-Trio in meinem Repertoire. Und der letzte Duft mit Cassis und Cassyran wird es ganz bestimmt auch nicht sein, fürchte ich…

Vielen Dank Ihr drei!

Und, meine lieben Leser: Habt Ihr schon getestet? Seid Ihr schon gespannt? Wie sind Eure Meinungen zur No. 3 und zum ganzen Eau de Fröhliche-Trio?

Viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Gestern war…
Herbstwonnen – die Neuerscheinungen.
Trick or treat…


Aus L’Artisan Parfumeurs neuer Serie „Explosions d’Émotions“: „Déliria“

Geschrieben in Duft,Fruchtiges,Gourmand,Reines und Pudriges am 18.11.2013

Explosions d’Émotion“ – mit diesem spektakulären und explosiven Titel lanciert das Haus L’Artisan Parfumeur ein neues Duft-Trio, das in Kürze bei uns eintreffen wird.

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Hier war wieder Herr Duchaufour am Werk, was auf gelungene und faszinierende Duftkreationen hoffen lässt: „Amour Nocturne“ – mit dem Untertitel „Die Intimität der Nacht“, „Déliria“ – „Die Erleuchtung der Sinne“ und „Skin on Skin“ – „Eine übermütige Umarmung“. Na, wenn das nicht vielversprechend klingt!? Den Anfang macht heute „Déliria“.

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Ich frage mich schon manchmal, wer solche Duftnamen entwickelt. Ein Delirium ist so weit ich weiß auch im Französischen eine zweifelhaftes Vergnügen, aber wer weiß, vielleicht sollte hier einfach ein provokanter Titel zum Zuge kommen. Jedenfalls bedeutet „délirer“ auch fantasieren, außer sich sein. Und so biege ich mir die Bedeutung des Namens schlichtweg passend zurecht. Die im Kollektionsnamen angekündigten Gefühlsausbrüche münden bei diesem Duft scheinbar in ein Kopffeuerwerk der Fantasien. So viel sie verraten. L’Artisan Parfumeur wollten mit diesem Parfum einen Kontrast darstellen, was, wie ich finde, durchaus gelungen ist.

Denn halte ich mir die Komposition unter den Gesichtserker, kommen mir bunt wirkende Aldehyde entgegen. Es schillert in allen möglichen Fruchtfarben: Honigmelone, Apfel, säuerliche rote Früchte … in der Tat erscheinen diese etwas überreif und vergoren, ein Effekt, den wohl die Rumnoten hervorrufen. Was hier nach einer schweren, schwülstigen Fruchtbombe klingt, ist in Wahrheit ein kühler, trockener Duft, der ebenso auch saubere Aspekte sowie herbe Vanillenuancen besitzt:

Die Duftnoten
Zimt, Apfel, Aldehyde
Rum, Himbeere
Moschus, Vanille, Benzoeharz, Karamell

Laut Duftnoten könnte „Déliria“ ohne Frage ein üppiger Gourmandduft sein, aber weit gefehlt:

„Déliria“ ist ein fantastischer Kontrast aus einer kühlen Komponente und Rum mit köstlichen Noten von Karamell, Apfel und Zuckerwatte. Die Kopf- und Basisnoten verwandeln sich im Herzen des Duftes in eine atemberaubende Wolke.

Grepe "Fujiminori" (Fujisawa, Kanagawa, Japan)

Ich finde „Déliria“ absolut spannend, auf eine besondere Weise zurückgenommen, dezent und äußerst individuell. In der Langzeitwirkung und selbst nach dem Duschen ist noch eine weiche, holzige Moschusnote wahrnehmbar, die zuvor den Duft sauber unterlegte, um daraufhin mehr und mehr nach vorne zu treten. Man liest es oft, aber dieser Duft beinhaltet tatsächlich einen Kontrast, der so abgestimmt wurde, dass er eben doch ein großes Ganzes zeigt. Ein Widerspruch in sich selbst? Entscheidet selbst. :-)

Ganz liebe Grüße
von Harmen

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Herbstwonne 5 – Al Oudh von L’Artisan Parfumeur


Florale Kuriositäten…

Geschrieben in Duft,Fruchtiges,Solifloral am 14.11.2013

… nennt Ineke Rühland ihre Kollektion für Anthropologie, aus der ich Euch gestern bereits zwei Düfte vorgestellt habe. Heute geht es weiter mit den restlichen zwei Düften, die wir darüber hinaus noch im Sortiment haben – Angel’s Trumpet und Scarlet Larkspur.

inekeangelstrumpetAngel’s Trumpet – die Engelstrompete oder auch Stechapfelbaum. Als „wunderbare Wahl als Baum in der Stadt“ wird sie im Pressematerial bezeichnet. Ich kann das nur unterstreichen: Sie wächst schnell, ist einfach zu halten, genügsam, und blüht fast andauernd. Die riesigen hängenden Blüten sind wunderschön – und wenn man keine Teenager hat, die unbedingt auf den Spuren von Huxley & Konsorten wandeln müssen und sich (lebens)gefährliche Tränke aus dem alkaloidhaltigen Nachtschattengewächs brauen, dann steht dem (bitte nur auf das optische beschränkten) Genuss der Pflanze nichts im Wege. Während meines Urlaubs auf den Kapverden Anfang des Jahres hatte ich das Glück, diesen Blüten auch mal in freier Wildbahn zu begegnen, die ich vorher nur vom elterlichen Garten kannte – toll, ich als Fan großer Blumen war natürlich begeistert.

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Das bin ich auch von Inekes Angel’s Trumpet. Wie oft wünscht man, wünsche zumindest ich mir eine ausladende, fette, dicke Blüte in olfaktorischer Form – aber bitte eine, die nicht zu süß, nicht zu dicht, nicht zu erdrückend ist. Ét voilà – hier ist sie. Was bei Lilien und allgemein Weißblühern generell schnell mal ins Aus geht, hat hier funktioniert: Fruchtig-frisch und hell ist er, der Auftakt – saftig-luftige Orange und zarte (!) Honigmelone, begleitet von frisch-grünen Anklängen umgarnen einen lilienhaft duftende Protagonistin, die mich sofort um den Finger wickelt. Zart, betörend, leicht und von einer entzückenden wolkig-luftigen Süße. Zimt und Pfeffer nehme ich auf meiner Haut allenfalls als diffuse Akzente wahr, ein bisschen Kontrastwürze eben. Die Basis hält sich dankenswerter Weise zurück: Moschus und Zeder, ergo saubere Weichheit und weiche Sauberkeit. Der Fokus liegt demgemäß auf der Blüte und den Früchten und lässt diese so frühlingshaft erscheinen, dass ich sogleich im T-Shirt vor die Türe hüpfen könnte, wären draußen nicht ungefähr 4 Grad Celsius.

Brugmansia cultivar3

Das könnte ein zauberhafter Frühlingsbegleiter für mich werden!

inekescarletlarkspur

Scarlet Larkspur – hört sich das nicht ein bisschen an wie… eine Figur aus Harry Potter? Oder aus einem viktorianischen Fantasy-Schinken, vielleicht auch Steampunk-angehaucht? Shakespeare meets Tolkien? Ich musste in jedem Falle nachsehen – und habe erfahren, dass Scarlet Larkspur lediglich der englische Name für den Roten Rittersporn oder auch Delphinium Cardinale ist.

Ein Florientale soll er sein, der gleichnamige Duft von Ineke, für den sie folgende Zutaten außer dem Rittersporn verwendete: Kopfnote: Wein, Rote Johannisbeere, Kirsche, Blutorange; Herznote: Florale Noten, Safran, Amyris; Basisnote: Tonkabohne, Bourbon-Vanille.

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Bereits an den Noten werdet Ihr es gesehen haben: Das, was wir – ich inkludiere Euch jetzt einmal, wenn Ihr erlaubt – uns unter einem Florientalen vorstellen, das ist Scarlet Larkspur nicht, definitiv nicht. Das spricht aber in diesem Fall eindeutig für den Duft.

Für mich ist er ein Herbstduft, irgendwie, obgleich kein typischer, absolut nicht. Auf meiner Haut entfaltet sich eine wundervolle Kirsche, die von würziger Vanillecreme aufgefangen wird. Safran vermag ich sehr dezent wahrzunehmen in seiner seltsam-fruchtigen Trockenheit. Die Weinnoten, ja… ich weiß nicht, ob ich sie als solche identifiziert hätte. Allerdings sehe ich sie, ich rieche, was gemeint ist – mit Kenntnis ihres Vorhandenseins.

Scarlet Larkspur ist ein Kirsch-Gourmand und als solcher eine Seltenheit, denn der Duft ist kühl, cremig und besitzt eine besondere seifig-fruchtige Sauberkeit, die mich noch Stunden nach dem Aufsprühen mit der Nase an mein Handgelenk zwang.

Autumn 2009 (3)

Fires of fall

Die beiden Schönheiten heute sind meine erklärten Lieblinge der Kollektion – wie sieht es bei Euch aus, habt Ihr schon getestet? Und, wenn nicht, was spricht Euch an?

Viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Gilding the Lily.


Vier Düfte für ein Halleluja…

Geschrieben in Duft,Fruchtiges,Solifloral am 13.11.2013

… ganz genau so: Vier Düfte für ein Halleluja bedurfte es bei mir, und zwar die schon so lange von mir angeschmachteten Ineke-Düfte aus der Floral Curiosities-Kollektion. Soliflore Düfte, die Ineke Rühland ursprünglich für Anthropologie kreierte, jene englische Edel-Boho-Gypsy-Shabby-Hippie-Style-Klamottenkette. Jetzt haben wir fast alle davon bei uns im Shop – und ich teste mich für Euch durch die Reihen, mit Vergnügen meine Lieben!

inekepoetsjasmineLasst uns mit Poet’s Jasmine anfangen – was für ein herrlicher Name! Es ist die englische Bezeichnung für Jasminum Officinale oder auch echter Jasmin, den zähesten und langblühendsten Vertreter seiner Gattung. Dichter gab es natürlich aber auch genügend, die sich über den schönen Weißblüher ausgelassen haben – nehmen wir doch einmal Shakespeare:

„Aus des Jasmin’s bescheid’nen Blüten,
die tags den Duft so sorglich hüten,
dass erst, wenn entschwand das Sonnenlicht,
aus zarten Kelchen köstliches Geheimnis bricht.“

Sehr treffend, oder nicht? Habt Ihr auch Jasmin in der Wohnung oder im Garten? Ich für meinen Teil habe leider keinen Garten, liebe aber meinen Zimmerjasmin, der zur richtigen Jahreszeit fast die ganze Wohnung mit seinem zauberhaften Duft erfüllt. Und natürlich Jasmintee, weißer oder grüner Tee mit Jasmin… haach. Aus den Blättern des Poet’s Jasmine habe ich noch nie Tee hergestellt, leider, denn eben jener war die Inspiration für den gleichnamigen Duft: Angeblich verfeinert(e) man diesen „echten“ Jasmintee gerne mit Scheiben von Zitrusfrüchten, die selbstredend auch im Duft nicht fehlen dürfen. Ich bin, was Tee angeht, Purist. Was Düfte angeht, können gerne ein paar Scheibchen der Hesperidengesellen vorhanden sein – hier gesellen sich des weiteren folgende Zutaten hinzu: Sternanis, Rosmarin, Absinth, Weihrauch, Kardamom, Hinoki-Scheinzypresse und Guajakholz.

Jasmine.

Gaanz zart und zitrisch ist er, dieser Jasmin, das bemerkt man sofort: Kaum auf der Haut angekommen ist mir, als würde ich unter einer sommerlichen Gartendusche stehen, die meine sonnengewärmte Haut mit lauwarmen Wasserperlen überströmt, während der Duft von Jasmin und Zitronen- sowie Orangenbäumchen um meine Nase konkurrieren. Nach einem kühlen Nass riecht es, einem erfrischenden – von nektarsüßem und gleichermaßen frischem Jasmin geküsst und zitrisch angehaucht. Das ist herrlich, vor allem auch durch die Authentizität dieses leichten, aber dennoch prägnanten Duftes. Blattgrün umrankt dieses schöne Bild, dass von Hölzern dezent eingerahmt sich zeigt.

Ein leichter, tragbarer Jasmin – das wünschen sich viele. Und es gibt davon nur wenige – Poet’s Jasmine ist einer. Einer, der überdies der perfekte florale Duft für jemand ist, der es gerne weniger üppig und nicht zu liebreizend mag und kein Parfum möchte, das ihn zur männermordenden Venusfalle macht.

Sweet William – damit ist nicht der englische Thronfolger gemeint, sondern die Pflanze namens Dianthus barbatus, die Bartnelke. Sie wird bereits seit dem 16. Jahrhundert gezüchtet und stammt ursprünglich aus den Karpaten, aus Russland, China, dem Balkan. Ich für meinen Teil liebe diese buschigen Blüten, die sich so herrlich in Sträußen machen – dicht gedrängt und in wundervollen Farben blühend. Weiße Bartnelken gibt es, ansonsten existieren sie in der kompletten Farbpalette der Rot-, Rosa-, Pink-Töne. Und sehen trotzdem nicht girly-mäßig aus.

"Pure love is a willingness to give without a thought of receiving anything in return."

inekesweetwilliamAber widmen wir uns dem Duft Sweet William: „Holzig und süß“ soll er sein, und mit einer Pfirischschnapsnote im Kopf brillieren. Ansonsten beeindruckt uns William mit Zimt, Gewürznelke, Nelke, Kumin, Sandelholz, Zedernholz, Patchouli und Bourbon-Vanille.

Den Schnappes bekomme ich sofort – wobei es sich meiner Meinung nach eher um eine Pfirsichbowle, eine leichte und schaumweinhaltige handelt. Der zweite Duft von vier zu rezensierenden aus Inekes Botanist’s Travel Sprays hat eine ebensolche Aussage wie der erste: Authentizität, Leichtigkeit, Transparenz, ätherische, sind hier gefragt. Die letzten Ineke-Düfte aus ihrer eigenen Kollektion sind opulenter, raumgreifender ausgefallen – die Floral Curiositites-Kollektion erinnert nun wieder an die ersten Ineke-Düfte, die in ihrer sanften Natur dahingehauchten Aquarellbildern ähneln. Mir gefällt das sehr gut – das gilt auch für Sweet William: Die Pfirsichbowle perlt im Hintergrund weiter, während sich allmählich die Protagonistin das Feld für sich erobert – Nelke. Grasige Nelke, grüne Nelke, frische Gartennelke, punktuell und sehr dezent akzentuiert durch pfeffrig-würzige Gewürznelke und süß-scharfen Zimt. Vor Kumin muss hier keiner Angst haben – ich nehme es weder auf dem Teststreifen noch auf meiner Haut wirklich wahr.

Joy of understanding

Je mehr ich mich in Sweet William hineinrieche, desto mehr fasziniert mich der Duft: Nelkenduft, grasig-grün und floral, aber gleichermaßen irgendwie… scharf und auch wässrig, der sich, je tiefer ich ihn einatme, immer mehr nach Gewächshaus, warmem, anfühlt. Die seltsame Pfirsichfruchtigkeit prickelt und sprudelt permanent, während sich hinter den Blüten eine holzige Wärme von latenter vanillecremiger Süße versteckt.

Für William muss man sich Zeit nehmen – dann entdeckt man, wie „sweet“ er ist. Und kann den Duft in seiner schönen Ganzheit wahrnehmen.

Nach diesem überaus gelungenen Auftakt freue ich mich schon auf die zweite Runde morgen – Ihr auch?

Viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Die Düfte von Arte Profumi – Teil Zwei.

Geschrieben in Ambriertes & Harziges,Duft,Florientalisch,Fruchtiges am 25.10.2013

ecclesiaeEinen weiteren Tag beschäftigen uns die Schönheiten aus dem Hause Arte Profumi – drei sind es noch, die ich Euch vorstellen möchte, nämlich Ecclesiæ, Harem Soirée und Secret.

Ecclesiæ… ist selbstverständlich, Nomen est Omen, ein Kirchenduft – und was verbinden wir in allererster Linie mit Kirchen? Genau, Weihrauch:

„Ein Hauch von Ewigkeit in den steinernen Hallen der mittelalterlichen Kathedrale, in denen Gebet und Gesang zusammen mit Weihrauch gen Himmel steigen – in duftenden Schwaden, in heiligem Rauch, kreisende Engelschöre in Ehrfurcht und Hingabe. Um den Weihrauch herum konzipierten Arte Profumi ihren sakralen Duft mit dem passenden Namen „Ecclesiæ“. So bildet würziges Elemiharz das Präludium für den Hauptdarsteller Weihrauch, dem im Herzen Sandelholznoten ministrieren. Erdiges Patchouli und rauchig-herbes Vetiver verleihen der Komposition Tiefe und Volumen, ein Chor mit vielen Stimmen, der doch die gleiche Harmonie intoniert. Freunden der Kirchendüfte, Freunden des Weihrauchs, aber auch Orient-Liebhabern wird diese Kreation des Hauses Arte Profumi zur Freude gereichen.“

Vermutlich hängt mir der gestrige Kracher Fumoir noch in der Nase, deshalb hatte ich eigentlich etwas von der Aussagekraft eines Messe de Minuit von Etro erwartet. Weit gefehlt – und schön, dass es nicht so ist, ist die Mitternachtsmesse ja ohnehin nahezu unerreicht. Ecclesiæ überrascht mich, die ich Weihrauch prinzipiell sehr gerne mag, mittlerweile aber etwas übersättigt bin von den vielen, vielen Weihrauchdüften. Ecclesiæ macht es einmal anders: Kein Kathedralenweihrauch, der einen zu Bußgang ermutigt. Und auch keiner jener Vertreter, die man mit Zitrischem oder generell: Obst etwas aufgehübscht hat. Besinnlich sind sie natürlich alle, diese Weihrauchdüfte – das können wir kulturell bedingt vermutlich kaum anders wahrnehmen, es sei denn es besteht ein persönliches Trauma. Ecclesiæ ist kein harscher, harziger Weihrauch, vielmehr nehme ich ihn als fließend wahr, fließend wie weiche Seide, und am Anfang auch pudrig erscheinend. Würzig, aber nicht zu sehr. Frisch, fast schon ätherisch bisweilen. Verhalten rauchig, kühl und mit einem an Anis erinnernden Kuss veredelt. Schön, wirklich schön.

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Den Pressetext zu Harem Soirée hat Harmen, dessen Name sich so ähnlich anhört – ähöm – uns schön überarbeitet:

„Harem Soirée“ aus dem Hause Arte Profumi. Der Name deutet darauf hin, dass es sich bei dieser Art von Soirée um keine jener gehobenen Abendgesellschaften handelt, bei denen das Musizieren, Theaterspielen oder Vorlesen im Mittelpunkt steht. Hier geht es vielmehr um eine Abendgesellschaft in Zweisamkeit. Das entsprechend nur aus zwei Duftnoten bestehende Kunstwerk „Harem Soirée“ verbindet die betörenden, herben und süßen Honignoten der Rose mit weicher Ambra, die all ihre sinnliche Kraft zu entfalten weiß. Wie der Duft der Haut – samtig und weich – eine Ankündigung ein Versprechen, aus vollen Lippen. Ein floraler Duft, der sich reichhaltig, verführerisch und orientalisch gibt und auch durch herbe Akzente einen ganz besonderen Reiz verströmt. Der Auftakt zu einer langen Nacht.“

Dark Rose

Eine laaange leidenschaaaftliche Liiiebesnacht… Hach. Und bei all der augenzwinkernden Süffisanz, die da von meinen Lippen perlt – das ist ein Florientale, der sich gewaschen hat, meine Lieben! Ambra und Rose, völlig richtig. Je länger ich daran rieche, desto voluminöser wird der Duft. Jedoch entdecke ich nicht notwendigerweise mehr Inhaltsstoffe, nein. Ein paar Harze könnten sich noch darin tummeln, vielleicht ein paar Gewürze – all jene Eindrücke können aber auch durch Ambra entstehen, insofern möchte ich mich nicht versteifen. In jedem Fall zieht man hier ambratechnisch alle Register: Jede Facette wird ausgeleuchtet – samtig-pudrige Kakaoanleihen, eine ordentliche Portion Tier, Lederakzente, Würzigkeit, Feuer, Trockenheit, Wärme, harzige, und sachter Rauch. Und das alles in Kombination mit einer dunkelroten vollen Rose, fruchtig, samtig, ausladend und feminin. Ein Duft für Charakterfrauen.

Asia Global Belly Dance Competition 2012, held in Singapore.

Secret ist der letzte Duft von Arte Profumi, den wir uns erst einmal zu Gemüte führen:

„Ein duftendes Geheimnis, das die Fantasie zu einer wahren Bilderflut anregt. Das milde Licht der Nacht bahnt sich seinen Weg durch leichte, weiße, schwebende Vorhänge und fällt auf einen Körper, der wie gemalt, wie aus Elfenbein geschnitzt oder aus Marmor geschaffen daliegt.

Still Life With Granny

Kecke, fruchtig-säuerliche Apfelnoten verbinden sich mit einem grünen Veilchen. Der florale Charakter von „Secret“ kommt durch das Herz aus Heliotrop und Magnolie schließlich ganz zur Geltung. Die Basisnoten sorgen für den sinnlichen Abschluss, da sie mit betörendem Jasmin und streichelzartem Moschus an die Freuden der Nacht erinnern. Arte Profumis Blütenwerk „Secret“ flüstert sein Geheimnis zwar, aber doch in klaren Worten. Gemeinsam auf einem weißen Laken, ins Mondlicht getaucht und das himmlische Geräusch, wenn Haut über Haut streicht.“

Für mich ist dieses Geheimnis nichts – das lüfte ich schon von vorne herein. Allerdings kann ich mir durchaus vorstellen, dass Secret den Nerv einiger Frauen treffen wird: Es verschmelzen hier zwei Noten miteinander, von denen man zuerst, wenn man sie zusammen riecht, erkennt, wie gut sie eigentlich miteinander harmonieren: Apfel, grasgrüner Apfel, und Veilchen. Der Apfel bringt Frische, Saftigkeit, eine gewisse Säuerlichkeit, die vorzüglich mit der seltsam-eigenartigen, staubtrockenen Puderfruchtigkeit des süß-erdigen Veilchens harmonieren. Magnolie taucht beide hier in zartes Blütenwasser, das von Jasmin noch ein wenig intensiviert wird. Heliotrop und Moschus schaffen nur den Rahmen: Einen weichen, winzigerweise nach Vanillecreme duftenden.

Secret ist – innovativ. Und ein echtes Unikat. Dafür gibt es bei mir immer einen Bonus, einen nicht zu kleinen. Die Idee gefällt mir, der Duft auch. Aber nicht an mir.

Wie sieht es bei Euch aus, welche Düfte von Arte Profumi haben es Euch angetan von der Beschreibung her?

Ein schönes Wochenende wünsche ich Euch -

alles Liebe,

Eure Ulrike.

Weitere Einträge zu diesem Thema:

Neuigkeiten von Profumi del Forte: 3 neue Düfte.
Arte Profumi…
Borsari Arte – der Künste zweiter Teil.


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