Aus Liebe zum Duft Shop Duft Tagebuch

Landschaften, Mythen, Szenerien – Die Düfte von Gritti

Die Düfte „Aqua Incanta“, „Damascus“ und „Doped Tuberose“ der Familie Gritti aus Venedig habe ich Euch gestern vorgestellt. Heute geht es mit „Fanós“, „Noctem Arabs“ und „Preludio“ weiter.

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fan_s Nicht ganz von dieser Welt, im Reich der Mythen scheint „Fanós“ verortet zu sein:

Über das Meer erreiche ich die Insel der Nymphe, es entführt mich ein Zauber, orientalische und okzidentalische Gerüche vermischen sich. Beseelt begebe ich mich auf die Suche nach etwas Unerreichbarem …

Helle Gewürze – vor allem Zimt und Kardamom – treffen auf grüne Veilchen- und Mimosennoten. Sandelholz, Orangenblüten, Vanille und Ambra sollen noch mit von der Partie sein, lassen sich aber nur schwer ausmachen. Meines Erachtens ist „Fanós“ bis jetzt der schwierigste Duft der Kollektion. Obwohl helle Gewürze und grüne Noten zusammen durchaus vorstellbar sind, gehen sie meines Erachtens hier nicht so recht zusammen. Eine schräge, aber dafür umso interessantere Mischung.

Duftkomposition:
Kopfnote: Ingwer, Kardamom, Zimt
Herznote: Veilchen, Mimose, Sandelholz
Basisnote: Orangenblüte, Vanille, Ambra

noctem_arabs Bei dem Namen „Noctem Arabs“ ist ein Orientale beinahe Pflicht.

Der unendliche Horizont der Wüste, die geheimnisvollen Schatten, Pferde, die mit halsbrecherischer Geschwindigkeit von den Prinzen der Himmel geritten werden. In einem Moment hält alles an. Die Begegnung mit einer Frau, deren Schönheit ich gesucht und nun gefunden habe.

In dieser Szenerie dominiert das Oud bereits auf den ersten Riecher. Und dieses Oud wurde mit Hölzern verstärkt, trocken, glühend, tief und auch weich. Wow! Ich kann von Oud nicht genug bekommen, obwohl die Kreationen mittlerweile Legion sind. Deswegen gefällt mir „Noctem Arabs“ bis jetzt am besten.

Duftkomposition:
Kopfnote: Tabak, Patchouli, Virginia-Zedernholz
Herznote: Adlerholz (Oud), Sandelholz
Basisnote: Moschus, Ambra, Myrrhe

preludio Einen Auftakt, ein Vorzeichen kündigt „Preludio“ an, doch was soll folgen?

Eine warme südliche Brise, die am Rande des Horizonts ein ruhiges smaragdgrünes Meer streichelt. Dann, plötzlich, ein frischer Ostwind, der den Duft von Geheimnis und Magie mit sich bringt …

Dieses Naturschauspiel, dieses Landschaftsgemälde verströmt tatsächlich eine Aufbruchstimmung. Aquatisch, würzig und auch etwas fruchtig – mit saftiger Melone und frischer Zitrone – geht es los, hinzu kommen noch leichte Holz- und Moschusnoten. Keine fundamental neue Interpretation der aquatischen Düfte, aber eine angenehme und natürlich wirkende Variante dieses Themas.

Duftkomposition:
Kopfnote: Lavendel, Aromatische Noten, Wassermelone, Zitrone
Herznote: Hölzer, Sandelholz, Pinie (Kiefer), Tabak
Basisnote: Ambra, Borretsch, Moschus

Abschließend lässt sich sagen, dass die Kollektion von Gritti ein breites Spektrum an Düften abdeckt, die allesamt sehr gut gemacht sind. Meine beiden persönlichen Favoriten sind der Zimtduft „Damascus“ und der Oudduft „Noctem Arabs“. Welche sind Eure Lieblinge?

Liebe Grüße
Harmen

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Collection d’Ailleurs …

Geschrieben in Duft,Fruchtiges,Solifloral am 17.07.2014

… ist der Name einer neuen Linie aus dem Hause Evody, der wir uns heute und morgen widmen werden.

Dazu habe ich noch ein nettes Bonbon für Euch, mit dem ich jetzt gleich herausplatze: Deren deutscher Vertrieb war so freundlich, uns von den drei neuen Duftschönheiten jeweils einen Flakon zum Verlosen zur Verfügung zu stellen. Wie Ihr daran teilnehmen könnt? Ganz einfach: Kommentiert den heutigen oder den morgigen Artikel und verratet mir, welchen Duft Ihr warum gewinnen wollt. Zeit habt Ihr dazu bis Sonntag, 20.07., 24 Uhr. Am Montag werden dann die Gewinner verraten.

Zurück zu Evody: Wir haben die Firma schon eine ganze Zeit im Sortiment – deren “normale” Kollektion sollten Stammleser bereits kennen. Zu dem Firmenhintergrund hatte ich bereits Folgendes verlauten lassen:

evodyfrauen“Zum Label selbst seien aber auch noch ein paar Worte verloren: Evody leitet sich von Evodia ab, dem Baum der hunderttausend Blüten – und hinter dieser schönen Assoziation steckt eine nette kleine Familiengeschichte in Form eines Frauenduos: Régine Droin und ihre Tochter Cérine Vasseur führen ein kleines, aber feines Geschäft im Herzen von Paris, welches neben auserlesenen Parfums auch Duftworkshops für diejenigen anbietet, die einmal unter fachkundiger Anleitung in die Geschichte des Parfums eintauchen wollen. Und haben sich vor einigen Jahren den Traum einer eigenen Kollektion erfüllt, die wir uns jetzt näher ansehen werden.”

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Näher ansehen gilt ebenfalls für heute, bezieht sich aber auf die Collection d’Ailleurs, die wir uns gemeinsam unter die Nasen klemmen werden, vielmehr: Ich mir für Euch.

“Die Collection d‘Ailleurs öffnet ein neues Kapitel der Geschichte von Evody. Sie ist eine Hommage an die Reichtümer der Natur und an die Vielfalt der Kulturen. Mit den Düften der Collection d‘Ailleurs schenken uns die Designerinnen ihre Interpretation weit entfernter Orte. Diese Duftbilder entstanden aus den Leidenschaften des Mutter-Tochter-Duos Régine und Cérine, dem Reisen und natürlich dem Parfum.

Seit ihrer Kindheit bereist Régine über Bücher fremde Orte. Sehnsuchtsorte, die sie später wirklich mit der noch jungen Cérine entdecken wird … Die Gefühle und das Staunen während ihrer Reise brachte sie dazu, dieses Abenteuer durch die Düfte fortzusetzen.

„Reisen, das ist seinem Leben Sinn zu geben, das ist seinen Sinnen Leben zu geben“. Alexandre Poussin”

“Welten eröffnen” soll uns die Collection d’Ailleurs, im besten Falle völlig neue, und uns “vom  Orient zum Okzident führen.” Sehen wir sie uns einfach einmal an – ich beginne heute mit D’Âme de Pique:

“Die Königin der Blumen erblickte das Licht der Welt vor den Toren Asiens, aber im Tal der Rosen am Fuße des Hohen Atlas kann man sie finden, ungestüm und dominierend. Gehüllt in Purpur und Samt spielt sie ihre Gegensätze aus: ihre Opulenz und Zartheit. Sie widersteht allem! Kälte, Trockenheit greifen sie nicht an. Gegenüber den Felsen thront sie. In den Bergen und zwischen Wasserfällen versteckt sie sich in den verborgenen Gärten. Die Erinnerungen bleiben unvergesslich. Die Sterne des nächtlichen Himmels bewundern sie, die Bezauberndste und Prächtigste. Die Königin ist da! Unvergleichlich in ihrer Blütenpracht …

D’Âme de Pique“ feiert diesen im Tal der Rosen allgegenwärtigen Duft. Evody haben die verschiedenen Gesichter der Königin der Blumen erforscht. „D’Âme de Pique“ öffnet sich auf einem grünen und spritzigen Hauch von Johannisbeerblättern in Verbindung mit einem Birnenakkord. Im Herz hat die Rose die Ehre. Die Essenzen und das Rosen-Absolue werden besonders von einer berauschenden Himbeeren-Auslese betont. Die milchigen und üppigen Sandelholz-Noten und das Vanille-Absolue – alles in Kontrast mit dem in der Sonne getrockneten Patchouli – bekleiden diese große Dame mit einer einmaligen Sinnlichkeit.”

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Betreffs des Namens lassen mich Evody hier ein wenig im Unklaren: Âme heißt in jedem Fall Seele, Pique hat unterschiedliche Wortbedeutungen – Pik, Laub, Spieß und Schippe, wobei die letzten beiden vermutlich eher nicht gemeint sind …

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Eine Rose ist es, eine Huldigung an dieselbe, und noch dazu eine ziemlich gut gemachte mit Noten, die mir umgehend ein Lächeln ins Gesicht zaubern: Schon im Auftakt präsentiert sich mir das Trio, das die Seele und somit den Charakter des Duftes ausmacht – Rose, schwarze Johannisbeere und Birne. Eine saftige, frisch-herbe Birne, die sich harmonisch mit den spritzig-säuerlichen Anklängen von Cassis vermählt – was für eine herrliche Fruchtkombination! Zu diesem schönen Obst-Duo stößt sofort die Rose, eine samtig-seidige mit latent fruchtigen Anklängen, die das Herz des Duftes ausmacht. Auf der Haut hält sich dieses wundervoll leuchtende Trio lange, schillernd und strahlend. Die Basis ist perfekt gewählt: Patchouli, na klar, immer erste Wahl bei Rosendüften, verstärkt, pudert und vertieft, während würziges Sandelholz und Vanille Süße, Wärme und somit Hautnähe stiften.

Eine feminine Rosenschönheit, die ihresgleichen sucht und sicherlich viele von Euch begeistern wird – zu Recht. Ich bin sehr gespannt auf die anderen beiden Düfte, die uns morgen erwarten – Ihr hoffentlich auch!

Viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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“Fesselnde Leidenschaft” …

Geschrieben in Ambriertes & Harziges,Duft,Fruchtiges,Gewürziges am 10.07.2014

… wollen L’Artisan Parfumeur mit Onde Sensuelle wecken, dem sechsten und (hoffentlich nur vorerst) letzten Duft ihrer Explosions d’Émotions-Kollektion.

„Verlangen ist eine Welle. Gewürze sind der beste Weg, in der Parfümerie Vibrationen zu kreieren.“ Bertrand Duchaufour

Gewürze machen mir in diesem Zusammenhang fast Angst, weckt das doch die Assoziation eines klassischen Orientalen – aber Herr Duchaufour wäre nicht Herr Duchaufour, wenn er nicht …

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“Dieser Duft ist wie ein Spiel der Blicke gemacht, die den anderen fesseln und nie mehr loslassen. Er lebt von Kontrasten zwischen dem feurig würzigen Bouquet aus Ingwer, Safran und Kumin und der eisigen Frische der Wacholderbeere und des Kardamoms. Er versinnbildlicht die alles durchdringende Spannung des Verlangens. Ein wahrer Zaubertrank der Leidenschaft. Mit Vorsicht zu genießen!

Wäre „Onde Sensuelle“ …
… eine Kunst: Sinnliche Musik
… eine Farbe: feuriges Rot
… eine Musik: klassisch-arabisch
… ein Wein: Pomerol – kräftig, warm und würzig
… ein Schmuckstück: ein mit Rubinen besetzter Anhänger
… ein Sprichwort: „Wir sehen nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar.“ A. de Saint-Exupéry”

Klassisch arabisch? Klassisch orientalisch? Mitnichten, Gott oder vielmehr: Duchaufour sei Dank! Hier die Ingredienzen: Kopfnote: Bergamotte, Grapefruit; Herznote: Jasmin, Ingwer, Kardamom, Kumin, Wacholderbeeren, Safran; Basisnote: Moschus, Ambra, Adlerholz (Oud).

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“Sinnliche Musik” ist weit gefasst – und das ist auch gut so, weil es ziemlich exakt auf den Duft passt: Bei Onde Sensuelle herrscht Sinnlichkeit, aber keine, wie man sie normalerweise aus 0815-Beschreibungen kennt … Was ist das, denke ich mir, denkt sich meine Nase – und mein Hirn arbeitet, meine Nase saugt den Duft ein, wieder und wieder und wieder. Ich kann gar nicht mehr davon lassen – ein Phänomen, das auf eine gute Anzahl der Explosions d’Émotions-Düfte zutrifft und sie für mich so besonders macht. Ich finde für alle keine Vergleiche, kann keine Querverweise zu anderen Düften bringen, da es so etwas vorher noch nie gab. Ich liebe sie, jene seltenen absoluten Innovationen in der Welt der Parfums!

Spritzig-säuerliche Hesperiden prickeln in der Kopfnote unverkennbar herb – ziemlich eindeutig die beiden Genannten, Grapefruit und Bergamotte, saftig und satt. Alsbald mischt sich eine weiche, hautnahe, skinnig-pudrige Süß-Schärfe darunter, die an Zimt erinnert, Safran in seiner gülden-roten, ihm genuinen Eigenartigkeit schillert damit um die Wette, während Ingwer und Wacholder die Agrumenfrüchte herb-fruchtig-holzig untermalen. Alleine schon diese Kombination ist Weltklasse, dazu gesellen sich dann noch grün-leuchtender Kardamom und sehr dezenter Kumin, der vermutlich für obige Süß-Schärfe verantwortlich sich zeichnet. Die ihm eigene, leicht an Transpiration erinnernde Note wohnt Onde Sensuelle nur sehr abstrakt inne – hautnah und intim zeigt sich der Duft, leidenschaftlich, das kann man durchaus so sagen. Und was sollte damit besser harmonieren als watteweicher Moschus als feines Bettchen, von Ambra sacht gesüßt und vertieft und dank einer subtilen Dosis Oud an Charakter gewinnend?

Does anybody know her? - Wanted! ;)

Onde Sensuelle sehe ich an Weiblein wie Männlein und verdammt, meine Lieben, der Duft ist ein Kracher!

Wie sieht es bei Euch aus? Habt Ihr schon getestet? Was interessiert Euch, für welchen Duft, welche Düfte schlägt Euer Herz?

Vergesst nicht unsere Aktion: Ihr habt bis heute Nacht, 24 Uhr, die Chance, einen von Duchaufour handsignierten Duft aus der Kollektion zu gewinnen – Déliria oder Amour Nocturne. Wie, das hat Harmen am Montag im Newsletter erläutert, siehe hier.

Viel Glück und einen schönen Tag Euch, liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Aus L’Artisan Parfumeurs neuer Serie „Explosions d’Émotions“: „Déliria“


In Flakons …

Geschrieben in Chypre,Duft,Fruchtiges,Solifloral am 9.07.2014

… “eingefangene Begeisterung” soll Haute Voltige darstellen, unser zweiter Kandidat der drei neuen Explosions d’Émotions-Düfte aus dem Hause L’Artisan Parfumeur, aus den Händen von Bertrand Duchaufour:

„Ein Impuls, Ekstase, der Granatapfel wird zur Waffe der Verführung! Und kreiert gemeinsam mit der Pfingstrose ein metallisches Strahlen …“ Bertrand Duchaufour

Granatapfel, meine Lieben – ja, Ihr habt richtig gelesen! An dieser Stelle muss ich ja die Frage stellen: Wie haltet Ihr es denn mit jenem symbolträchtigen Früchtchen? Liebe und Tod, Macht und Fruchtbarkeit vermag er darzustellen und ist zwar in Kunst, Kultur und verschiedenen Religionen überaus präsent, in der Parfumwelt aber meiner Meinung nach noch viel zu unterrepräsentiert. Ich liebe nämlich Granatäpfel und deren leicht säuerlichen, mehligen Geschmack – auch und gerade in Düften. Jo Malones Pomegranate Noir steht selbstredend bei mir – das ist aber auch einer der weit und breit einzigen, halbwegs monothematischen Granatapfeldüfte. Ortigia hat noch einen in petto, Melograno, genauso wie Santa Maria Novella und Marc Jacobs, wobei vor allem letzterer eher eine Skizze eines Granatapfels darstellt. Für meinen Geschmack könnte es ruhig noch mehr davon geben, viel mehr … und wie sieht es bei Euch aus, habt Ihr auch Bedarf? Gibt es überhaupt Noten und/oder Ingredienzen, die Ihr euch häufiger in Düften wünscht?

hautevoltige

Haute Voltige, was soviel heißt wie hoch fliegen, flattern, tändeln, soll auf jeden Fall mit Freude assoziiert werden, quasi einem olfaktorischen Höhenflug gleichen:

“Dieser Duft ist eine Explosion der Freude. Symbol reiner Euphorie. Ein sehr moderner Chypre, der die Pfingstrose mit Patchouli und Eichenmoos verbindet. Ein vibrierender und leichtherziger Duft voll strahlender Freude!

Wäre „Haute Voltige“ …
… eine Kunst: Leidenschaftlicher Tanz
… eine Farbe: Fuchsia
… eine Musik: Samba
… ein Wein: Champagner – stilvoll, hochwertig, prickelnd
… ein Schmuckstück: Extravagante Ohrringe
… ein Sprichwort: „Lebensfreude ist ein hochinfektiöses Gefühl.“ (D. Wynot)”

Happy New Year

Nein, ich bin kein Samba-Fan. Und für mich ist das auch kein besonders leidenschaftlicher Tanz – da denke ich, wenn überhaupt, sofort an Tango. Champagner und Lebensfreude – das passt, ob nun beohrringt oder nicht …

Ein Chypre mit Pfingstrose und Granatapfel? Das liest sich toll, zumal es nur sehr wenige moderne Chypreinterpretationen auf dem Markt gibt – ich denke da unter anderem an The Different Companys wunderschönen Sublime Balkiss. Sehen wir uns die Zutaten an: Kopfnote: Granatapfel, schwarzer Pfeffer; Herznote: Pfingstrose, Wacholderbeeren; Basisnote: Hölzer, Eichenmoos, “Chypre-Akzent”, Patchouli.

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Ja, ja und nochmals JA: Was für ein herrlicher, moderner und zeitgemäßer Chypre ist Haute Voltige! Und was für ein genialer Granatapfelduft! Mehlig-säuerlich-saftig zeigt er sich, der leuchtend Rote, von metallisch-wässriger Pfingstrose wundervoll kontrastiert. Ein schwer zu toppendes Duo, das von der holzig-fruchtig-herben Wacholderbeerennote gar allerliebst untermalt wird. Pfeffer akzentuiert, wie häufiger, und auch hier passt es perfekt, fügt er sich harmonisch ein, verleiht Charakter und Kante. Patchouli stiftet Tiefe und Volumen und sorgt darüber hinaus für die chyprierten Akzente, die durch Eichenmoos vervollkommnet werden.

Kühl-fruchtig, einmal nicht ledrig – oder versteckt sich da gar noch ein zarter Anflug eines Glattlederchens? – und sehr speziell, ohne jedoch an Alltagstauglichkeit Mangel zu leiden – genau so wünschen wir uns doch unsere Düfte, oder nicht? Für mich als alten Chypre-, Pfingstrosen- und Granatapfelfan in jedem Fall “full bottle worthy” ;)

Bis morgen und viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Giulietta Capuleti …

Geschrieben in Duft,Fruchtiges,Solifloral am 2.07.2014

… lautet der wohlklingende Name einer neuen italienischen Kollektion, die dieser Tage bei uns im Shop gelandet ist. Mara De Guidi, gebürtige Veroneserin, zollt damit Juliet Capulet Tribut, der Shakespeareschen Julia. Das liegt zugegebenermaßen nahe, spielt Romeo und Julia doch in Verona. Mara De Guidi ist fasziniert von diesem alten Stoff, der – wie fast alles von Shakespeare – durch seine Aussagekraft hinsichtlich des Menschen Natur(ell) Zeitlosigkeit genießt. Julia stand also Pate für eine ganze Kollektion, eine, die wir uns heute und morgen näher ansehen werden.

Zur Erinnerung für all diejenigen, bei denen Romeo und Julia schon länger zurückliegt – hier die Inhaltsangabe, Wiki sei Dank:

DickseeRomeoandJuliet

„Die Tragödie spielt in der italienischen Stadt Verona und handelt von der Liebe Romeos und Julias, die zwei verfeindeten Familien angehören, den Montagues (Romeo) beziehungsweise den Capulets (Julia). Die Fehde geht so weit, dass sich die Beteiligten regelmäßig zu Beleidigungen und blutigen Fechtkämpfen hinreißen lassen, sobald sie in der Stadt aufeinander treffen. Deshalb halten Romeo und Julia ihre Liebesbeziehung vor ihren Eltern verborgen. Ohne deren Wissen lassen sie sich vom Pater Lorenzo trauen, der insgeheim hofft, auf diese Weise einen ersten Schritt zur Lösung des Konflikts beitragen zu können.

Trotzdem kommt es zwischen Romeo und Tybalt, einem Capulet und Cousin Julias, zum Kampf, in dessen Verlauf dieser von Romeo getötet wird. Romeo wird aus Verona verbannt und muss nach Mantua fliehen. Julia, die nach dem Willen ihrer Eltern in aller Eile mit einem gewissen Paris verheiratet werden soll, bittet erneut Pater Lorenzo um Hilfe. Dieser überredet sie, einen Schlaftrunk zu sich zu nehmen, der sie für 42 Stunden in einen todesähnlichen Zustand versetzen werde, um so der Hochzeit zu entrinnen. Romeo soll durch einen Brief, der ihn allerdings wegen eines Missgeschicks nie erreicht, von diesem Plan in Kenntnis gesetzt werden. In der Zwischenzeit sieht ein Freund Romeos die mittlerweile beigesetzte Julia in ihrer Familiengruft liegen, eilt zu Romeo und berichtet ihm vom angeblichen Tod seiner Liebsten. Romeo eilt nach Verona zum Grab seiner Frau, um sie noch ein letztes Mal zu sehen, dann nimmt er Gift und stirbt an ihrer Seite. Im selben Augenblick erwacht Julia aus ihrem todesähnlichen Schlaf, sieht, was geschehen ist, ergreift Romeos Dolch und tötet sich aus Verzweiflung ebenfalls.

Als die verfeindeten Eltern von der tragischen Liebesbeziehung erfahren, erkennen sie ihre Mitschuld und versöhnen sich über dem Grab ihrer Kinder.“

Mara De Guidi weiß uns natürlich auch einiges zu erzählen zu den Hintergründen ihrer Kollektion:

soul_drops„Soul Drops, das ist Julia, die Essenz ihrer Seele, gefangen in einer Flasche. Die uralten Blüten, die geheimen Zutaten liegen in fünf Briefen, geschrieben, um Licht auf die Seele der Shakespeareschen Heldin zu werfen: eine starke und leidenschaftliche Frau. Aus dieser innewohnenden Seele wurde ein Duft geboren, der auf symbolische, fast ätherische Weise spricht, immer aber auch auf dem Boden bleibt.

Die Nacht, nicht die Stille, die Seele der Dinge erfüllt die Welt, zartes und bebendes Licht erzeugt Worte, wo eine sanfte Brise den Duft uralter Blüten begleitet, zarte Düfte, die das Herz berauschen, wo die scheue Liebe, stärker werdend, wie wahre Liebe nur bescheiden handelt. Die Zeit, das Leben. Wer wir sind? Geschichten, die völlig von dem Kern ihrer Legende verklärt werden. Das Reisen. Von Seite zu Seite, von Buch zu Buch, Streifzüge auf der Suche nach dem duftenden Fingerzeig in den Worten der Großen der Literatur und Philosophie. Der Traum, das Ziel zu erreichen. Ein Trank. Aus Essenzen, die jenseits ihrer Duftgestalt mit der magischen Anziehungskraft exklusiver Authentizität geschmückt sind. Giulietta Capuleti Soul Drops ist das geflüsterte Geheimnis von allem, das uns die Zeit berichtete, abgenommen und in Geheimnis gehüllt.“

Weiblichkeit, Leidenschaft, Literatur, Philosophie – herzlichen Glückwunsch liebe Frau De Guidi, für mich sind das alles natürlich Reizworte. Überhaupt gefallen mir Kollektionen, die sich an literarischen Vorbildern orientieren, an Klassikern, außerordentlich gut von der Idee her – Euch auch? Seid Ihr überhaupt auch so literaturverrückt wie ich – und wenn ja, was sind Eure Lieblinge, Leserichtungen? Kommen wir wieder zu unserer Julia – der erste Duft der Linie trägt den Namen Soul Drops – und dazu gibt es auch einige Gedanken:

„Soul Drops zelebriert die Intimität, das Innerste, das Herzensnahe. So kostbar und reich wie die Gefühlswelt der starken und doch so zarten Julia.

Der opulente Rosenduft wurde in seinem Zentrum mit verschiedensten Nuancen bestückt, die die Welt der Rosen zu bieten hat, sei es von der Wardia-Rose, der Türkischen Rose oder der Mai-Rose. Zu ihrem Ruhm und zu ihrer Ehre versammeln sich fruchtige Noten wie etwa von Granatapfel oder Schwarzer Johannisbeere, florale Noten wie Jasmin und Veilchen, aber auch tiefe und leidenschaftliche Töne wie von Moschus, Ambra und Hölzern. Trotz des Reichtums dieser Noten ist ein Duft entstanden, der klar, und geradlinig, voller klassischer Schönheit und mit elegantem Stil.“

Die Duftnoten versprechen bereits einiges, wie ich finde: Kopfnote: Rosa Pfeffer, Heidelbeere, Neroli, Blüten, Geranium; Herznote: Jasmin, Veilchen, Granatapfel, Rose, Wardia-Rose, Türkische Rose, Mai-Rose; Basisnote: Moschus, Ambra, Virginia-Zedernholz, Patchouli, Eichenmoos, Bourbon-Vanille.

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Soul Drops schmeichelt meiner Seele – falls ich denn eine habe -, sobald er auf meinem Handgelenk ankommt: Feminin, aber leicht wie eine Feder. Charaktervoll und mit Alleinstellungsmerkmalen, innovativ, aber dennoch elegant und bedacht auf Understatement und Hautnähe. Ein zartes, sanftes Spiel offenbart sich: Seidige Rosen in Kombination mit pudrig-zurückhaltendem Veilchen, seifig interpretiert und von deliziösen Früchtchen abgefedert. Beerennoten umschmeicheln meine Nase – die Heidelbeere hätte ich jetzt nicht herausgelesen, aber Ihr wisst ja, wie das ist: Sobald man es weiß, erschnuppert man derlei natürlich sofort ;) Die kostbaren Rosen brillieren ebenfalls mit fruchtigen Anklängen, während die Basis bereits eine erotische Wärme, eine vanillegeküsste verkündet. Patchouli stiftet, wie so oft Tiefe, unterstreicht die sachte Pudrigkeit des Duftes und schafft Rückgrat, von weichem Moos untermalt.

Für mich ist Soul Drops ein gelungener Auftakt, der mich überaus neugierig gemacht hat: Hier versteht jemand sein Handwerk, das sieht man auf den ersten Blick beziehungsweise erschnuppert man sofort. Zeitgemäße und dennoch zeitlose Damendüfte zu erschaffen ist nicht immer einfach – das hat man hier in Perfektion umgesetzt und somit mein Interesse auf den Rest der Linie geweckt, und wie!

Morgen geht es weiter mit unserer Julia – bis dahin alles Liebe und viele Grüße,

Eure Uli.

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Der Dienstag …


Vom kühlen Nass zu heißen Nächten mit Linari und LM Parfums

Geschrieben in Aquatisches,Duft,Fruchtiges,Gourmand am 24.06.2014

Um unsere zahlreichen Neuigkeiten ein bisschen aufzuholen, stelle ich Euch heute gleich zwei – recht gegensätzliche – Kreationen vor: LinarisMare Pacifico“ und „Ultimate Seduction“ von LM Parfums.

mare_pacifico

Stürzen wir uns zuerst ins kühle Nass des Pazifiks, dessen duftendes Abbild Parfumeur Mark Buxton kreierte. Es geht erwartungsgemäß zitrisch-frisch los, grüne Zypressennoten sorgen für eine würzige Frische und von Beginn an sind da auch die aquatischen Noten, die ein Duft mit diesem Namen fast zwingend haben muss. Vor allem auf der Haut zeigt sich zunehmend eine grün-würzige Note, die den Duft vom aquatischen Einerlei dieser Gattung auf ein anderes Level katapultiert. Patchouli schillert hier und da und man fühlt sich an eine Küste versetzt, wo Büsche in der Hitze der Sonne ihren Duft verströmen. Die vornehmen Rosennoten verleihen der Komposition Vielschichtigkeit.

Down by the Sea, Huanchaco, Abstract

Und da ist ja noch Kephalis … was wie der Name eines Pharaos oder ein griechischer Ziegenkäse klingt, ist tatsächlich eine Duftnote aus dem Hause Givaudan:

Olfactive note:

Rich, Warm, Woody, Ambery, Tobacco
Description:

Kephalis is a very versatile and rich product, used as a long lasting heart/basic note. It blends well with floral notes (jasmine, rose, violet, lavender, etc.) as well as sophisticated amber, woody-aldehydic, tobacco and masculine creations.

Quelle: Givaudan

Die Duftkomposition:
Kopfnote: Birke, Zitrone, Maté, Zypresse
Herznote: Ozonische Noten, Türkische Rose
Basisnote: Kephalis, Patchouli, Sandelholz, Moos

Wer einen alltagstauglichen, frischen, aquatischen und doch auch vielseitigen Unisexduft sucht, der wird sich für „Mare Pacifico“ begeistern! Übrigens gibt es auch eine passende Seife zum Duft. :-)

Laurent Mazzone – LM Parfums – Ultimate Seduction
Nach der Abkühlung im Pazifik wird es jetzt heiß, denn nichts weniger als die ultimative Verführung schreibt sich der neue Duft von LM Parfums auf die Fahnen. Wortkarg und nur noch zum Stöhnen folgender Schlagworte fähig: Insanity – Obsession – Desire – Toxicity – Seduction – Addiction.

ultiate-seduction

Wir befinden uns nun ganz offensichtlich etwas verschämt mit aufgeschlagenem Trenchcoat-Kragen in der Erwachsenenabteilung des Parfumuniversums. Das Bildmaterial deutet auf eine Dame hin, die sich mit zwei Männern vergnügt. Aus Mangel an jugendfreiem Bildmaterial, hier eine Illustration aus dem Tierreich.

Trojka

Folgende Duftnoten schaukeln laut Herstellerangaben übers Wasserbett:
Kopfnote: Rosa Pfeffer, Schwarze Johannisbeere, Orange
Herznote: Veilchen, Iris, Rose
Basisnote: Patchouli, Ambra, Hölzer, Zedernholz, Gourmand-Noten

ultimateseduction

Auf dem Duftstreifen lassen sich Johannisbeere, Orange und Gourmand-Noten ausmachen. Auf der splitternackten Haut kommen ebenfalls Orange und würzige Noten zum Vorschein wie auch florale und weiche Noten. Genauer kann ich die Noten nicht identifizieren, der Duft wirkt sehr rund und in sich geschlossen. Im Verlauf treten die weichen und gourmandigen Noten immer mehr hervor.

Die Verführungskünste von „Ultimate Seduction“ beruhen auf der Spannung zwischen den fruchtig-säuerlich-prickelnden Noten des Kopfes und den lukullischen Genüssen der Basis – und das in der hohen Intensität eines Extrait de Parfum.

Ich kann Euch nur empfehlen, diesen Duft zu testen und zu schauen, ob das Kopfkino angeht oder ob sogar mehr geschieht!? Über alles weitere decken wir diskret den Mantel des Schweigens ;-)

Liebe Grüße
Harmen

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Duftverzeichnis L – Z
Raumdüfte von LINARI – Symbiose aus puristischer Eleganz von Duft und Design
Neuigkeiten im Frühjahr 2014…


Dieser Tage…

Geschrieben in Duft,Fruchtiges,Gourmand,Hesperiden,Solifloral am 30.05.2014

… sitze ich einmal wieder da und weiß eigentlich gar nicht mehr, wo mir der Kopf steht: So viele neue Kollektionen, neue Düfte erweitern unser Sortiment jeden Tag, dass ich eigentlich gar nicht mehr weiß, wo ich anfangen soll mit meinen Rezensionen. Denn es sind natürlich etliche Schönheiten dabei und neugierig ist man als Parfumjunkie ja ohnehin – das beziehe ich auf Euch, aber selbstredend auch auf mich. Getestet werden muss – ALLES, ganz klar.

Heute wenden wir uns Dear Rose zu, habe ich beschlossen, und schauen uns diese Linie in zwei Tagen an.

“Chantal, die Mutter … Alexandra, die Tochter … zwei Welten … ein Universum. Chantal, Parfum … Alexandra, Musik … Und die unauflösbare Bindung zwischen Mutter und Tochter. Familiengeschichte? Natürlich … aber nicht nur.”

Roos heißen die beiden, Mutter und Tochter, mit Nachnamen. Chantal, die Mutter, blickt auf eine lange Karriere im Beauty-Segment zurück: 1976 fing sie bei Yves Saint-Laurent an, um 1992 einen Abstecher nach Japan zu Issey Miyake zu machen sowie 1993 zu Jean Paul Gaultier. Seit 2000 ist sie nun wieder zurück bei Yves Saint-Laurent, und zwar als Beauty-Chefin. Alexandra, die Tochter, ist Musikerin und kann bisher auf vier eigene Alben mit französischen, modern interpretierten Chansons zurückblicken. Zwei Frauen mit einer Ader für Kunst, für Schönheit – was lag da näher als sich zusammen an einer Duftmarke zu versuchen? Dear Rose ist dafür ein, wie ich finde, sehr schön gewählter Name.

A Capella, Bloody Rose, I love my man, La Favorite und Sympathy for the sun heißen die fünf Schönheiten, die es näher zu betrachten gilt – alle im übrigen geschaffen von Fabrice Pellegrin.

dearroseacapellaA Capella scheint eine Ode an den Morgen zu sein: „Der Tag bricht an, das Sonnenlicht weckt mich, in einem großen weißen Bett. Ich strecke meine Flügel aus und erhebe meine Hand zu dir, zum neuen Tag, der ruft.“ Die beiden Roos-Damen scheinen Frühaufsteherinnen zu sein – ganz im Gegenteil zu mir: Bis ich einmal den neuen Tag begrüße beziehungsweise auch nur annähernd so etwas wie “wach” bin, bin ich erst einmal schlafwandlerisch “auf” und brauche Minimum zwei Tassen Tee, um die Welt wahrzunehmen… Aber sei es drum – der Morgen lockt hier mit folgenden Ingredienzen: Kopfnote: Hedione, Bergamotte, Mandarine, Schwarze Johannisbeere; Herznote: Rose, Veilchen, Efeu; Basisnote: Zedernholz, Ambra.

One morning in September

Wie Ihr Euch sicher schon denken könnt – dieser Morgen ist durchaus lockend: Ich für meinen Teil träume ja immer noch vom kleinen Häuschen im Grünen, und ich bin mir sicher, wenn ich dann dort übe und einen einigermaßen grünen Daumen entwickele, dann könnte es dort an einem frühen Sommermorgen ähnlich duften – zumindest ist das meine Wunschvorstellung. Frische, dynamische Früchtchen in der Kopfnote – zur Kombination von Hesperiden und Cassis muss ich nicht viel sagen, oder? Hier hat man sie perfekt umgesetzt – ich mag das: Säuerlich-herb-fruchtig-frisch-prickelnd, ein herrliches Gespann, das hier taubenetzt daherkommt und einem netten Wake-Up-Call gleicht. Das Herz brilliert mit einer passend zum Kopf ausgesuchten Rose, einer, die gekonnt die zitrischen Anklänge aufgreift und verstärkt. Veilchen und Efeu erden und umranken in Grün, während die Basis gekonnt und unaufdringlich mit leichtem Holzcharakter und einer sanften Wärme abrundet.

Dew covered rose flower basking in the morning sun

dearrosebloodyroseBloody Rose – der Name alleine verspricht schon ordentlich Dramatik. Und der Satz, der dem Duft von seitens des Roos-Duos gewidmet ist, verheißt ebenfalls Revoluzzertum: „Freiheit … ich wage es und entscheide, wen ich liebe … ich entscheide und liebe dich … Und wenn du mich liebst, sei auf der Hut …“ Femme Fatale durch und durch ist Bloody Rose nicht – zumindest meiner Meinung nach: Diese Frau hier ist keine Kämpferin mit Ecken und Kanten. Sie setzt ihren Kopf auf typisch weibliche Art und Weise durch, lockt mit ihrer Sinnlichkeit, betört mit Bedacht und beeinflusst auf subtilem Wege. Die Zutaten dafür: Kopfnote: Ylang-Ylang, Mandarine; Herznote: Weiße Blüten, Orangenblüte, Jasmin, Geranium; Basisnote: Patchouli, Gourmand-Noten.

Saftige Mandarine voller reifer Süße und honigsüße Ylang-Blüten treffen auf cremigen Jasmin und feinste Orangenblüten – ein sündiges Bouquet, das von erdig-pudrigem Patchouli, deliziöser Harzwärme und Noten von Karamell und Vanillecreme abgerundet wird. Kein Blut, keine Rose, aber ein überaus verführerischer Duft!

Sun and Jasmine

Am Dienstag geht es weiter mit den restlichen Düften – und ich bin sehr gespannt, da der Auftakt ein durchaus vielversprechender war.

Viele liebe Grüße und ein schönes Wochenende,

Eure Ulrike.

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Dear Rose…
Süßkram satt – Alice & Peter die Zweite.


Zwei Damen…

Geschrieben in Blüten,Duft,Fruchtiges am 21.05.2014

von Chabaud habe ich heute noch für Euch, und zwar Vintage und Chic et Bohème. Ganz schön mondän, so schwant mir – aber überzeugen wir uns doch selbst, würde ich sagen!

Vintage sieht sich inspiriert von den weiblichen Hollywood-Stars der vierziger und fünfziger Jahre. Diven, Musen, die mit fesselnden Geschichten und Persönlichkeiten aufwarten konnten. Hach… alle Leinwandschönheiten, jene berühmt-berüchtigten, stammen aus dieser Zeit: Katherine oder auch Audrey Hepburn, Norma Jeane Mortenson, auch bekannt unter dem Namen Marilyn Monroe, Marlene Dietrich, Greta Garbo, Rita Hayworth, Grace Kelly…

Dass ein Duft, der eine Hommage an solche Göttinnen sein möchte, Blüte aufbieten muss, war ja klar. Und ich hatte es schon gehofft – eine Tuberose ist natürlich auch dabei:

„Hingebungsvoll nostalgisch beginnt „Vintage“ mit einer Nelke und saftigen Mandarinenspritzern. Doch schnell wird klar, dass hier die Blüten das Heft in der Hand haben: Ylang-Ylang, Jasmin und Tuberose verströmen ihren ganz eigenen, zauberhaften Weißblühercharme. Köstliche Süßspeisennoten von Karamell, aromatischem Honig und hellen Mandeln setzen ihren fruchtig-floralen Vorgängern orientalisch anmutende Gaumenfreuden entgegen. Vintage ist ein Duft, der den Zauber der guten alten Zeit mit ihren klassischen Blütendüften einfängt, an süße Kindheitstage erinnert, dabei jedoch immer im Hier und Jetzt verankert bleibt. Ein nostalgischer und zugleich moderner Duft mit einem spannenden und sanften orientalischen Akzent.“

Ganz ehrlich, meine Lieben? Ich hätte anderes erwartet – und bin sehr sehr positiv überrascht. Werfen wir zuerst einmal einen Blick auf die Ingredienzen: Kopfnote: Nelke, Mandarine; Herznote: Ylang-Ylang, Jasmin, Tuberose; Basisnote: Karamell, Honig, Mandel.

Trotz der Zitrusfrüchtchen hätte ich ein opulentes, dickes und dichtes Herz mit überbordenden Blumen erwartet, untermalt von einer dominanten, sehr süß-pudrigen Basis. Diese Art von Duft ist natürlich feminin und hat durchaus seine Berechtigung, ist jetzt aber nicht total neu und vor allem meistens auch nicht „my cup of tea“. Umso überraschter bin ich von Vintage: Vintage mag zwar von den Ingredienzen her klassisch sein und ja, ein Weibchen ist er auch, aber… er beeindruckt ansonsten durch absolute Innovation. Und zwar haben wir es hier mit einem leichten, heiteren, unbeschwerten und beschwingten Duft zu tun, der mit seiner Weiblichkeit spielt, aber nicht auf Teufel komm raus jeden im Raume betören möchte – das gefällt mir, Ihr glaubt gar nicht wie!

Saftige Mandarine im Auftakt, fruchtig und voller Frische, und Nelke, endlich einmal. Viel zu wenige Düfte mit Nelkenblüten – nicht Gewürznelken – gibt es, dabei duften sie doch ganz wunderbar, jene Gartennelken wie zum Beispiel Bartnelken. Vintage greift deren zart-samtigen, dezent krautigen Duft ganz wundervoll auf und verwebt ihn mit der sanften Cremigkeit von Ylang, Jasmin und Tuberose. Dieses Dreigestirn verhält sich hier unerwartet zivilisiert, erwartet man doch meist einen Glockenschlag von ihm, ja, selbst eigentlich schon von einer einzigen der drei Grazien. Diese sind heiter gestimmt, tuscheln und turteln miteinander, Jasmin cremt zart, ansonsten steigt mir alsbald der feine Duft von Tuberose, eigentlich eher Gardenie in die Nase. Im weiteren Verlauf zeigt sich Vintage durchaus gourmandig, aber ebenfalls nicht in der Art und Weise, wie ich es eigentlich erwartet hätte: Wo vorher schon Cremigkeit dank Jasmin vorhanden war, pudert die Mandel vanillig und von einem ganz zarten Hauch Marzipan geküsst, während Karamell und Honig für eine freundliche Süße sorgen, ohne jedoch zuviel des Guten zu sein.

Vintage ist ein heller Duft und hat ein leichtes Naturell, besitzt aber dennoch eine gute Sillage auf meiner Haut. Mir gefällt sein Charakter ausgesprochen gut – müssen denn Damendüfte immer Kracher sein, was meint Ihr?

Chic et Bohème, unser zweiter Kandidat, ist mehr Diva als Vintage, das zeigt sich gleich deutlich – aber fangen wir erst einmal mit den Noten an: Kopfnote: Mandarine, Neroli, Ylang-Ylang; Herznote: Orangenblüte, Jasmin, Pflaume; Basisnote: Patchouli, Ambra, Vanille.

Einmal aufgesprüht fallen mir gleich zwei Düfte ein, die Vater und Mutter von Chic et Bohème sein könnten… Chic et Bohème duftet für mich wie das absolut habenswerte Ergebnis einer Amour Fou zwischen Juliette has a Guns Lady Vengeance – ein Alltime-Favorit von mir, seitdem er erschienen ist – und Indults Isvaraya, beide von Kurkdjian.

Ok, ja, das sind ein paar Zitrusfrüchte und deren schöne Blüten im Kopf, aber prägnant ist bei mir gleich ein Duftteppich aus saftig-samtiger Pflaume, dunklem Patchouli, cremigem Jasmin und nektarsüßer Orangenblüte. Dicht gewebt, betörend, hypnotisierend – und unglaublich schön. Dass Chic et Bohème ein Vollblutweib ist muss ich nicht erwähnen, oder?

Ich bin verzaubert – und Chic et Bohème ein Must-Have, ganz klar. Die Wesensverwandtschaft mit Lady Vengeance als auch meine Liebe zu Pflaumen und insofern auch zu diesem Prachtexemplar sind Erklärung genug, oder?

Herrlich – ein weiterer Duft auf die Wunschliste ;)

Viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Comme des Garçons – Wisteria Hysteria – wie hysterisch ist Blauregen?

Geschrieben in Blüten,Duft,Fruchtiges,Grünes am 19.05.2014

Wie hysterisch ist Blauregen? Bevor Ihr fragt, welche Drogen ich genommen habe und wo man sie bekommt, ein paar erklärende Worte. Vor Kurzem sind zwei neue Düfte von Comme des Garçons bei uns eingetroffen. Da ich sowieso die letzten Rezensionen für dieses Haus übernommen habe, durfte ich auch hier gleich wieder zuschlagen. „Wisteria Hysteria“ und „Serpentine“ heißen die neuen Duftwasser, von denen ich Euch heute die Wisterienhysterie vorstelle. Der andere folgt natürlich noch.

wisteria_hysteria_box

Stephen Jones und Comme des Garçons Parfums präsentieren ihren zweiten in Zusammenarbeit entstandenen Duft.

Den ersten Duft mit dem Titel „Stephen Jones“ ganz in Schwarz gehalten kann man hier bestaunen. Über Comme des Garçons und Rei Kawakubo wurde hier im Duft-Tagebuch schon ausführlich berichtet, ich lasse nun Uli qua Produkttext zu Wort kommen, wo sie Stephen Jones vorstellte, der nicht mit dem gleichnamigen walisischen Rugby-Union-Spieler zu verwechseln ist:

Und Stephen Jones ist – ein Mensch idiosynkratisch geprägter Natur, ein dandyesker Sonderling und – Hutmacher. Nicht irgendein Hutmacher, sondern – seit Eröffnung seines ersten Hutgeschäftes 1980 in Londons Covent Garden – der Hutmacher: Seine Kreationen, Tradition, Handwerkskunst und Moderne gekonnt verbindend, schmücken sowohl gekrönte Häupter als auch die Köpfe diverse Stars und Sternchen: Lady Diana, Boy George, die Rolling Stones, Pink, Marilyn Manson, Gwen Stefani – sie alle tragen sie, die Hüte von Stephen Jones.

Die Ulrike tut immer so schwierige Wörters tun machen: idiosynkratisch – bedeutet nichts weiter als „spezifisch“, „eigentümlich“.

Jedenfalls gibt es auch noch einen Kurzfilm zu „Wisteria Hysteria“, kreiert von Henry Pincus, welcher über das Projekt verlauten lässt: „Wenn man Stephen kennt, ist man amüsiert, begeistert und inspiriert von seiner Kreativität. Es ist eine Ehre und ein Privileg, Teil der Veröffentlichung dieses überwältigenden Dufts zu sein.“ Voller Kontraste und Dualitäten, erzählt der Film die Geschichte einer Frau, die einer anderen Seite ihres Selbst begegnet.

Eines vorweg, ich halte die Duftnoten für wenig hilfreich, um sich eine Vorstellung von „Wisteria Hysteria“ zu machen.

Trotzdem seien sie hier erwähnt.
Kopfnote: Pfeffer, Gewürznelke, Weihrauch, Rose
Herznote: Glyzinie, Rose, Maté
Basisnote: Weihrauch, Moschus, Styraxharz, Benzoeharz, Ambra, Hölzer

Der Duft ist sehr leicht und simpel konstruiert. Glyzinien sollen ein bisschen wie Weintrauben riechen und süß-floral. Und genau das trifft den Nagel auf den Kopf. Eine leichte, aber keineswegs süße, florale Wolke – an Flieder erinnernd –, die mit fruchtig grünen Anklängen tatsächlich ein wenig an grüne Weintrauben denken lässt. Auf der Haut kitzelt man noch ein bisschen mehr heraus, aber sehr viel mehr als ein warmer, etwas balsamischer Effekt und ein leicht synthetischer Hauch, vielleicht durch Weihrauch bedingt, ist es alles in allem nicht.

Das soll auch gar keine Beschwerde sein. Vielmehr entspricht der Duft seiner minimalistisch gehaltenen Präsentation und bietet einen floralen Duft mit grünen und leicht fruchtigen Anteilen. Mir gefällt er ausgesprochen gut. Floral, aber kein „Drama, Drama“. Nie war Hysterie so tiefenentspannt.

Liebe Grüße
Harmen

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Mit Milchdüften…

Geschrieben in Duft,Fruchtiges,Grünes,Reines und Pudriges am 15.05.2014

… hatten wir gestern aufgehört – Chabaud bescherte uns gleich drei davon, die Zuckerschnuten und Süßmäulchen (aber nicht nur die…) zu betören vermögen. Nahtlos anschließen an eben jene möchte ich mich Innocente Fragilité, der in eine sehr ähnliche Richtung geht:

innocentefragilite„Innocente Fragilité aus dem Hause Chabaud verbeugt sich tief vor der Reinheit, Unberührtheit und Zartheit der Blütenblätter und gleichzeitig auch vor der Zerbrechlichkeit der Unschuld. Ein Spritzer von kühler und frischer Kokosmilch teilt den hauchdünnen Schleier, der über der ätherischen Leichtigkeit des Herzens liegt. Dort zeigen sich schüchterne und gerade erwachte Blüten von Gardenien, Ylang-Ylang, Jasmin und Orange, die zaghaft und jungfräulich scheu von ihrer innewohnenden Kraft künden. Watteweicher Weißer Moschus verströmt hier und da aufleuchtende seidige Töne, weich und geborgen wie gestreichelte Haut. Weiß, weich und lichtdurchflutet lässt Innocente Fragilité von Chabaud einen kühnen Blick auf das Bild der reinen Unschuld erhaschen. Eine Kreation voller Unbeschwertheit und Leichtigkeit.“

Inspiriert sah sich Sophie Chabaud zu diesem Duft durch ihre Leidenschaft für Jasmin und Gardenien. Mit diesen Weißblühern erschuf sie eine duftende „Hommage an die Reinheit – ein Duft für die absolut feminine Frau – zart und zugleich wissend um die Zerbrechlichkeit der Unschuld.“

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Die unschuldige Zerbrechlichkeit, Empfindlichkeit, … wir wissen alle, was damit gemeint ist – Fragilität hört sich aber nicht nur besser an, sondern ist auch um einiges vieldeutiger. In solch einem Duft muss natürlich Moschus eine Rolle spielen – weiß, weich, wattegleich, sanft, sauber, sacht und seidig präsentiert er sich hier. Kokos würzt überaus zart im Hintergrund und wärmt ein wenig, auf kokette Art und Weise, die ein wenig holzig wirkt, sticht aber keinesfalls heraus. Das Blütenmeer gibt sich im Auftakt aldehydig-fruchtig, entwickelt sich im weiteren Verlauf dann zu unschuldig-nektarsüßen und ja, auch ein wenig lolitahaft lockenden Tropenblumen. Und die Kokosnuss entwickelt, zumindest auf meiner Haut, im weiteren Verlauf eine zimtig-würzige Süße, eingehüllt von der für Weißblüher typischen Cremigkeit.

Feminin und fein ist Innocente Fragilité, passend für nahezu alle Gelegenheiten und Jahreszeiten – solch Immergeher muss man oder vielmehr: Frau auch im Regal stehen haben, oder nicht?

Vert d’Eau, das grüne Wasser, ist unser Kandidat Nummer Zwei:

vertdeau„Vert d’Eau ist den beliebten grünen Tönen des Duftuniversums gewidmet, die wie die Farbe selbst an die Wiederauferstehung der Natur im Frühling und die Kraft einer neuen Liebe erinnern. Herb-säuerliche Zitronenschalen bilden den Auftakt in „Vert d’Eau“ und entführen uns zusammen mit Mandarine an die Sehnsuchtsorte des Mittelmeers, akzentuiert von hauchdünnen fruchtigen Pfirsichnuancen. Feigenblätter spenden das satte Grün, das so trefflich mit den Zitronenschalen harmoniert. Eher im Hintergrund bleiben die weißen Blüten, genauso wie die Basis, die diskret, aber wirkungsvoll für eine wohltemperierte Abrundung sowie einen dauerhaften Duftgenuss sorgt.
Vert d’Eau spendet mit seiner austarierten Harmonie eine tendenziell maskuline Note – grün, funkelnd und äußerst kultiviert. Eine perfekte Balance zwischen Frische und einem ausdauernden Dufterlebnis.“

Vert d’Eau gibt mir Rätsel auf: Er riecht wie eine äußerst gelungene Kombination aus verschiedenen grünen Düften, die ich bereits kenne… oder vielmehr: Er erinnert mich an einige grüne Schönheiten, was nicht heißt, dass es ihm an Innovation mangelt.

Planeta tierra

Grün, grün, grün sind alle meine Düfte – wer das von sich behaupten kann, der muss zuschlagen, keine Frage. Aber auch das restliche Duftklientel ist gefragt: Vert d’Eau ist eine schöne Frühling/Sommer-Alternative zu den ewigen Hesperidendüften. Ein Duft, der Frische ausstrahlt und grün schillert, ausnahmslos. Ja, da sind irgendwo ein paar Zitrusfrüchtchen oder, besser noch: deren Schalen im Hintergrund zu vermuten. Und vielleicht blühen auch irgendwo noch ein paar Blütchen, eventuell. Aber zuallererst und hauptsächlich haben wir es mit Blättern zu tun und Gras. Agrumenfrüchteblätter, Feigenblätter, Pfirsichblätter und Gräser, die sich dem lauen Wind entgegenrecken. Herb-bitter-säuerlich-grün-fruchtig-frisch, das ist Vert d’Eau, der Richtung Basis auch noch verhalten wässrig-saubere Tendenzen vorweisen kann.

5465 blackbird eating fig

Wer Grasiges mag, Blattwerk und grüne Feigen – der darf hier getrost blind zugreifen. Chabaud ließ sich zu Vert d’Eau von einer Urlaubsreise nach Italien inspirieren, von langen Spaziergänge durch Gärten und Felder hoch über der See, von Zitronenbäumen, der Hitze der Sonne und einem unbeschwerten Sommer. Für mich ist die Italienassoziation nicht in erster Linie gegeben – kann, aber muss nicht. Eben weil die Zitrusfrüchtchen hier nicht dominant sind – weder auf dem Teststreifen noch auf meiner Haut – würde ich Vert d’Eau, wie der Name eigentlich bereits verheißt, eher in die grüne Ecke packen. Üppig wucherndes Grün – ob nun in Italien, Frankreich oder bei uns um die Ecke. Schön ist er allemal, der Grünling hier.

Was die Farbe angeht bleiben wir dieser erst einmal treu – und auch die Mittelmeerinspirationen bleiben uns für einen weiteren Duft erhalten: Fleur de Figuier ist unsere Nummer Drei, die Feigenblüte:

fleurdefiguier„Fleur de Figuier von Chabaud lässt ein Bild vom Frühling und Sommer am Mittelmeer vor dem inneren Auge entstehen, und dem kraftvollen, entfesselten Grün, das die Natur so lebendig macht.
In Fleur de Figuier findet sich ein herrlicher Verbund grüner Noten versammelt, in verschiedenen Schattierungen schillernd: von der erdigen Kraft zarter Wurzeln bis hin zu dem reichen Laubwerk majestätischer Bäume. Das Herz schlägt für seine Protagonistin, die Feige, die mit ihrem charakteristisch fruchtig-grünen Aroma Nase und Gaumen zugleich anspricht. Neue Grünschraffierungen bringen die Nadelhölzer, namentlich Koniferen, und werden von krautigem Lavendel flankiert. Über allem thront die Feige mit einem geradezu minzig erscheinenden Strahlenkranz. Zedernholz und Sandelholz halten diese Explosion des Lebens mit bedachter Art im Zaum. Die Duftkreation Fleur de Figuier huldigt der warmen Jahreszeit am Mittelmeer, indem sie dieser mit zeitloser Eleganz, Frische und Weichheit begegnet.“

Feige, Feige, Feige… ich weiß – es gibt schon einige. Und nicht zu vergessen: Es gibt schon einige richtig gute – allen voran natürlich auch die „Ur-Feigen“ von Olivia Giacobetti, Premier Figuier für L’Artisan Parfumeur und Philosykos für Diptyque. Nichtsdestotrotz – mit einer guten Feige fängt man mich sehr schnell ein, den mein Herz schlägt in diesem Falle definitiv für Feiglinge ;)

figs for dessert...

Fleur de Figuier ist ein leichter Vertreter seiner Gattung, macht es aber anders, anders als viele anderen: Eine mittelreife, saftige, aber lediglich verhalten süße Feige, die auf meiner Haut duftet, als hätte man sie mit hauchfeinem Puderzucker leicht überpudert und jenen hernach von Tau benetzen lassen – könnt Ihr Euch das ungefähr vorstellen? Die grünen Noten, die ich hier wahrnehme, duften für mich nach nicht näher bestimmbaren Kräutern, denen ein ähnlich fruchtig-zitrisches Aroma innewohnt wie beispielsweise der Zitronenmelisse oder -verbene. In der Basis findet sich kein Moschus, was ich im Falle von Fleur de Figuier sehr angenehm finde. Dafür haben wir es mit sauberen, zurückhaltend-würzigen und nur mäßig warmen Hölzern zu tun, die dem Duft eine gewisse Sonnenwärme vermitteln.

Unkompliziert und schön – mein bisheriger Liebling, würde ich sagen! Ich bin gespannt, wie es weitergeht – Ihr auch?

Und wie findet Ihr eigentlich die Preisgestaltung von Chabaud? Ich persönlich bin ganz angetan davon, einmal wieder Düfte zu finden, bei denen es sogar 100ml-Größen für unter 100 Euro zu haben gibt. Wie habt es Ihr das so?

Viele liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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