Aus Liebe zum Duft Shop Duft Tagebuch

Grossmith…

Geschrieben in Chypre,Duft,Fougère,Orientalen am 8.03.2011

… ist eines der ältesten Parfumhäuser Englands. Es wurde 1835 in London gegründet und machte sich mit den üblichen Verdächtigen einen Namen: Seifen, Gesichtspuder, Körperpflege, Öle und vieles mehr, unter anderem natürlich mit – Parfums. Natürlich war das Familienunternehmen auch Hoflieferant einiger Königshäuser. Und erlitt im 19. Jahrhundert ein Schicksal, das viele Familienunternehmen teilen – es wurde 1980 „eingestampft“, genauer: die Produktion wurde eingestellt. Heute, über 30 Jahre später, erlebt es nun seine Renaissance – und zwar durch Simon Brooke, den Ur-Urenkel des Gründers John Grossmith, der das Unternehmen zurück in den Familienbesitz holte und ihm zu neuem Glanz verhelfen möchte.

Dafür kooperierte man mit dem in Grasse ansässigen Aromastoffhersteller Robertet und ließ nun die drei größten Erfolge des Hauses wieder aufleben: Hasu-No-Hana von 1888, Phul-Nana von 1891 und Sem-El-Nessim von 1906.

Diese Idee ist natürlich wieder genau meins: Parfum ist Kulturgut und eine solch alte Firma „sterben zu lassen“ ist nicht nur ein (kunst)handwerklicher, sondern auch ein kultureller Verlust. So war ich gespannt auf die drei Düfte, die ich Euch hier jetzt vorstellen mag.

Hasu-No-Hana ist der japanischen Lotuslilie gewidmet. Liest man das oder vielmehr: lese ich das, denke ich an – Ätherisches. Lilie, ja, aber – leicht, aquatisch. Dieser Eindruck wird bereits vereitelt durch die nähere Beschreibung des Duftes, die „orientalische Facetten“ und „Chypre“ ankündigt, auf einer „holzigen, trockenen und sehr sinnlichen Basis.“ Ein Blick auf die Ingredienzen lässt ähnliches erahnen: Kopfnote: Bergamotte, Bitterorange; Herznote: Rose, Jasmin, Ylang-Ylang, Iris; Basisnote: Patchouli, Eichenmoos, Vetiver, Zedernholz, Sandelholz, Tonkabohne.

Und, in der Tat – genau das ist es, was sich da offenbart: Ein orientalischer Chypre oder auch: ein chyprierter Orientale. Eine Handvoll Hesperiden im Auftakt brilliert er durch sein übervolles Herz, das eine gelungene Hochzeit beider Duftfamilien, beider Welten offenbart. Satte Chypreakkorde mit Lederanklängen in Kombination mit üppigen Blüten und einer warmen orientalischen Süße, die in würzig-holziger Samtigkeit ausklingt.

Die Lilie erkenne ich hier nicht, und eine asiatische gleich gar nicht – aber vielleicht, sehr wahrscheinlich ist es nur eine Assoziation, und jene kann ich nachvollziehen, wenngleich auch nicht mit meinem Begriff von Asien in Einklang bringen. Ein Klassiker durch und durch, aber zeitgemäß und zeitlos. Und überaus weiblich.

Phul-Nana ist Hindi und heißt übersetzt soviel wie „schöne Blume“ und soll ein Bouquet der reizendsten indischen Blüten darstellen. 1891 kreiert, vermählt Phul-Nana die Impression eines Kräuter- mit einem Blumengarten und ebnete so laut der Firma den Weg für diverse orientalische Kreationen, die da folgen sollten. Dabei bezeichnet ihn diese als „frische und süße florale Komposition“ mit aromatischen Fougère-Anklängen auf einer sanften, holzig-warmen Basis. Die Ingredienzen: Kopfnote: Bergamotte, Orange, Neroli; Herznote: Geranium, Tuberose, Ylang-Ylang; Basisnote: Patchouli, Benzoeharz, Zedernholz, Sandelholz, Opoponax, Tonkabohne, Bourbon-Vanille.

Auch wenn ich Lavendel für Fougèregewitter hier vermisse, vermag ich doch diejenigen krautigen und kräuterigen Anklänge zu entdecken, die hier beschrieben werden: Dichte Anklänge von Zitrusfrüchten samt den ihnen anhängigen Bäumen, zu deren Wurzeln sich nicht nur Moos, sondern auch unzählige Kräuter und Kräutlein tummeln im warmen Sonnenlicht, von zahllosen Blumen begleitet, die ihre Häupter gen Sonne recken. Geranium spendiert einmal mehr minzige Rosennoten, welche von überschwänglichen weißen Blüten begleitet werden, die auf einer überaus warmen, harzigen Basis ruhen, von holzigen Noten gesäumt. Altmodisch, aber schön. Und durchaus tragbar, eben – ein weiterer Klassiker.

Mit einem ebensolchen geht es morgen weiter: Der dritte und letzte in der Reihe, Sheem-El-Nessim.

Bis dahin alles Gute und liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Hier finden Sie die Düfte von Grossmith in unserem Shop.

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Der schwarze Schwan…

Geschrieben in Duft,Fougère,Grünes,Holziges,Krautiges,Leder am 16.02.2011

…, ein Weib im übrigen, ist laut dem Pressematerial von Amouage ein…

… Teil unserer Identität und verkörpert zwei miteinander in Widerspruch stehende Seiten. Der schwarze Schwan symbolisiert die dunkle Seite in jedem von uns. Sie ist das Alter Ego des Flaneurs – er ist er und sie ist er. Sie und er existieren als Einheit. Sie bilden des anderen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ab. Sie teilen Freud und Leid des anderen und existieren doch getrennt voneinander. Reine Schönheit ist vergänglich. Das Dunkle, das Geheimnisvolle und das Unaussprechliche – darin liegt die Schönheit der Wahrheit, die dauerhaft fasziniert.

Faszination an Abgründen vermochte natürlich auch Baudelaire aufzubringen, dessen Gedicht Le Cygne, der Schwan, das Duftduo Memoir aus dem Hause Amouage gewidmet ist. Gestern hatte ich bereits den Damenduft vorgestellt, heute folgt nun die Herrenvariante. Die Ingredienzen: Kopfnote: Absinth, Wermut, Basilikum, Minze; Herznote: Rose, Weihrauch, Lavendel; Basisnote: Sandelholz, Vetiver, Guajakholz, Ambra, Vanille, Moschus, Eichenmoos, Leder, Tabak.

Die Parfumeurin von Memoir Man ließ mich schon bei der ersten Ankündigung des Duftes aufhorchen: Karine Vinchon-Spehner, jene, der wir bereits L’Artisan Parfumeurs Eau de Jatamansi sowie den einmaligen Cœur de Vétiver Sacré verdanken als auch Opus II für Amouage.

Im Auftakt dominiert dunkelgrüne Minze, die in ihrer samtenen Pfeffrigkeit einen perfekten Gegenpol zu den anderen Noten einnimmt und diese ausbalanciert: verwegener und kokett-verführerisch schillernder, Abgründigkeit verheißender Absinth, grün-aromatische Krautigkeit, welche von rauchiger Holzigkeit überlagert und von ernst-würzigem Lavendel unterstrichen wird. Eichenmoos und Tabak verstärken die rauchigen Tendenzen im Laufe des Duftes noch, der von einer ambrierten Wärme getragen wird, welche von kräftig-bestimmten Ledernoten abgerundet wird.

Memoir Man ist eine interessante, da moderne und zeitgemäße Umsetzung jenes klassischen Fougère-Themas. Und wenn ich mir es so recht überlege, gab es bis auf wenige Ausnahmen die letzten Jahre fast keine (guten) Vertreter jener altehrwürdigen Duftfamilie – ausgenommen natürlich drei meiner Meinung nach alle einzeln als Meisterwerk zu bezeichnende Düfte: Opus III Duchaufours Sartorial für Penhaligon’s sowie Nicolaïs Patchouli Homme. Für einen weiteren Fougère war demnach in jedem Fall noch Platz – und Vinchon-Spehner hat mit diesem Exemplar hier ebenfalls ganze Arbeit geleistet, Chapeau!

Aber kommen wir nochmals auf den Schwan zurück: Jener drückt nämlich in der gängigen Literatur zwei Seiten derselben Medaille aus – einerseits die der Macht in Form von Gefahr, Gefährdung durch seine Krallen und seinen Schnabel und andererseits auch die der Ohnmacht in Form des eigenen Gefährdetseins durch Bedrohung von außen, wo wir wieder bei dem Göttlichen und dem Diabolischen von gestern wären, das in Tschaikowskys Schwanensee ganz offensichtlich wird in Gestalt der weißen und der schwarzen Schwanenkönigin.

An dieser Stelle komme ich nicht umhin Euch noch einen Film ans Herz zu legen – Black Swan von Darren Aronofsky, einem meiner Lieblingsregisseure und mit seinem jetzigen Meisterwerk heißer Oscaranwärter.

Mit dieser Mischung aus Drama, Persönlichkeitsstudie und Mystery um eine aufstrebende junge Primaballerina, die von dem ehrgeizigen Wunsch nach Perfektion und Karriere getrieben ist, greift Aronofsky alle Motive des Schwans und auch einige des Baudelaireschen Schwans auf und kleidet sie in eine mitreißende fiebernde Ästhetik, die durch das hervorragende Spiel von Natalie Portman geadelt wird.

Ein wunderbarer Film – habt Ihr ihn schon gesehen? Und kennt Ihr die beiden Amouage-Düfte auch schon?

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Black Swan von Nicolas Raymond via stockxchng, some rights reserved – vielen lieben Dank!

Hier finden Sie Amouage Memoir Man in unserem Shop.

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Dem Motiv des Schwans…
Im Namen der Rosen – Secrets de Rose von Parfums de Rosine.
Where the wild roses grow…


Al Andalus…

Geschrieben in Blüten,Duft,Fougère,Hesperiden am 14.01.2011

… ist einer jener fast unzähligen, sich ständig erweiternden und sehr schlecht zu besorgenden Attars aus dem Hause Amouage. Attar, was heißt Attar überhaupt? Attar ist der Name für – Öl, Parfumöl um genau zu sein, und zwar die reinste Form. Der Wortursprung liegt im Persischen, übersetzt lautet es wohl ungefähr „gut riechen“ oder auch „süß riechen“. Der Unterschied zu manch anderen Parfumölen liegt in jedem Falle in der Tatsache, dass Attar ausschließlich auf natürlichem Wege gewonnen wird – das heißt bei der Herstellung wirken keinerlei Chemikalien oder ähnliches mit. Es handelt sich bei Attar demnach um zu 100% reines und komplett natürliches Parfumöl.

Amouage nun haben eine ganze (zum Teil wechselnde) Reihe dieser Parfumöle im Angebot, wovon einige ganz zu Recht im ganzen Netz Lobeshymnen geerntet haben. Tribut und Homage sind die beiden Vorreiter der Attar-Kollektion und in ihnen spiegelt sich in der Tat wider, was Amouage so berühmt gemacht hat: Superbe Qualität und höchste Parfumeurskunst vereint in wunderschönen ikonischen Düften, die dank ihrer Attar-Darreichungsform über eine herausragende Haltbarkeit verfügen.

Hat man die Gelegenheit dazu, sollte man sich allerdings auch einmal die restlichen Attars zu Gemüte führen – das eine oder andere Juwel wartet dort noch für Jedermann… Eine, Euch wird es nicht weiter wundern nach der letzten Zeit mit meinen Wanderungen abseits angestammter Duftpfade, für meinen Geschmack eher untypische Entdeckung habe ich mit Al Andalus gemacht, der dank einer überaus netten Geste irgendwann überraschend in meinen Besitz kam.

Al Andalus ist nicht nur für mich untypisch – sondern eigentlich auch für Amouage. Aber fangen wir erstmal von vorne an: Al-Andalus ist der arabische Name für die zwischen 711 und 1492 muslimisch beherrschten Teile der Iberischen Halbinsel (jeweils Teile von Spanien und Portugal umfassend), so wusste Wiki etwas exakter als ich. Da Amouage wie bei so gut wie allen Attars auch nichts zum Duft verlauten lassen, könnte ich jetzt wild assoziieren – ein bisschen werde ich es tun, aber keine Angst ;)

Wenn ich an Al Andalus rieche, bekomme ich eine Assoziation: Die dortige Flora, von der ich ehrlicherweise keine Ahnung habe, wie sie um jene Zeit dort wuchs und gedieh. Al Andalus zitiert aber so einiges derselben: Kopfnote: Orangenblüte, Zitrone, Rosmarin; Herznote: Maiglöckchen, Muskatellersalbei, Geranium; Basisnote: Sandelholz, Eichenmoos, Moschus.

Ein ganz eigenartig schillernder Duft meine Lieben: Im Auftakt bereits von durchdringender Intensität verschafft er sich sofort Aufmerksamkeit. Intensive überschäumende Orangenblüte, von krautig-kräuterigem Rosmarin umrankt, das für aromatische Akzente sorgt. Alsbald bereitet sich luzides Geranium den Weg, das von einer einnehmenden und aussagekräftigen minzig-rosigen Frische ist. Maiglöckchen ist verhalten sauber-scheinend in lupenreinem Weiß im Hintergrund zu entdecken und wird von grünen Noten begleitet.

Alles in allem ist Al Andalus die Ambivalenz in Person: Der Duft oszilliert zwischen aquatisch-floralem Hell und aromatisch-krautigem Dunkel, ist sehr speziell, aber gleichermaßen doch auch ziemlich kommerziell. Fougèreanklänge blitzen auf, obgleich man Lavendel lange suchen kann.

Für mich ist Al Andalus etwas, nachdem ich lange gesucht habe, ohne es zu wissen: Eine überaus hinreißende und auf seltsame Weise betörende Mischung aus einer exzellenten Variante von Joop! Nightflight, einer Jugendliebe von mir – ich drehe mich heute noch nach JEDEM um, der danach duftet, wirklich wahr – sowie einem sanften Vorzeige-Fougère (gibt es das?) und meinem Traum-Orangenblütenduft.

Ein Duft für den Sonntag. Zum Lustwandeln. Flanieren. Vielleicht auch ein Duft für den Flaneur, den Baudelaireschen? Ich denke schon…

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

P.S.: Bei Interesse an dem Duft schreibt uns doch einfach eine e-Mail an die gewohnte Adresse, info@ausliebezumduft.de oder ruft gleich direkt bei unseren netten Mitarbeitern vor Ort an: 07251-97770 – wir waren nämlich bei unserem letzten Besuch im Oman dazu in der Lage, ein paar dieser Flakons extra für Euch mitzubringen.

Bildquelle: Kave Wall Stock, some rights reserved – vielen lieben Dank!

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Duftverzeichnis


Vom Lavendel geküsst

Geschrieben in Duft,Fougère,Gewürziges,Tabak & Rauchiges am 24.09.2010

sind unsere zwei heutigen Düfte – wieder zwei Vertreter des umfangreichen Nicolaï-Sortiments, nämlich: Carré d’As und Maharadjah. Nun ja, zugegebenermaßen ist die Duftnote Lavendel (abgesehen vom Geburtshaus natürlich) das Einzige, was die beiden Düfte verbindet, das kann man schon vor der eigentlichen Duftverkostung ganz klar feststellen. Ersterer ist ein eindeutig maskuliner Herrenduft (Pleonasmus olé!), während der indische Großfürst eher geschlechterübergreifend angewendet werden kann, wobei ich, müsste ich mich für Männlein oder Weiblein entscheiden, ihn wohl doch eher im femininen Lager ansiedeln würde. Aber zu den Details komme ich später.

Ganz entgegen jeglicher Benimmregeln (Herr Knigge würde sich im Grab umdrehen), bekommt der Herr heute den Vortritt: Carré d’As. Ich als alter Namensfuchs bin natürlich gleich wieder auf der onomatologischen Fährte. Dort lässt sich einiges finden: Carré d’As ist zum Beispiel ein beliebter Bootsname. Eine Yacht gleichen Namens wurde im Herbst letzten Jahres am Horn von Afrika von somalischen Piraten gekapert. Hierauf kann sich Frau de Nicolaï allerdings nicht beziehen, wurde ihr Duft doch schon im Jahre 1995 kreiert. Des weiteren finde ich Rennpferde sowie eine westafrikanische Sängerin namens Carré d’As. Alles recht interessant, aber nicht wirklich aufschlüssig. Durch Zufall stolpere ich darüber, dass der Pokerbegriff Four Aces auf Französisch Carré d’As heisst. Damit bin ich zufrieden. Poker bringe ich intuitiv (und da bin ich vom ein oder anderen Hollywood-Film geprägt) in Verbindung mit zwielichtigen Gestalten, Zigarren, allerlei Hochprozentigem, viel Geld, noch mehr Gebluffe und mindestens einer armen Verlierersocke, die sich bei irgendeinem Mafiaheini eine ordentliche Stange Geld leihen muss, was ihm später nur ganz viel Ärger einbringen wird. Mal sehen, ob das Parfum zum Glückspiel meinen Assoziationen gerecht wird.

Et voilà, die Ingredienzien: Leder, Melone, Minze, Lavendel, Limette, Zitrone, Petitgrain, Thymian, Kümmel, Gewürze, Rose, Hölzer, Heu, Tabak.

Zu allererst muss ich sagen, dass der Teststreifen mich ziemlich enttäuscht. Hier zeigt Carré d’As zuerst Aftershave-Noten par excellence, die später in eine floral-holzige Note übergehen und so langanhaltend ausklingen. Ganz anders dagegen meine Haut. Frisch aufgesprüht steigen schnapsige Noten zu meiner Schnuppernase empor, die alsbald von krautigen Akzenten begleitet, was den Schnaps schuppdiwupp in einen Kräuterlikör verwandelt. Wütender Lavendel gesellt sich hinzu – maskulin, herb, mit bitteren Nuancen und ein wenig Schärfe tobt er sich aus; besänftigt wird er schließlich nur durch ein wenig Melonenfruchtigkeit dunkelster Natur. Auch zitrische Noten eilen herbei, um den violetten Lippenblütler zu beruhigen. Dieser brodelt immer noch vor sich hin, ist aber merklich entspannter. Vielleicht mag es an dem Strauß floraler Noten liegen, die die Zitrusfrüchte wohl im Schlepptau hatten. Weiches Leder legt sich zudem wie eine wärmende Decke über den lavendelfarbenen Choleriker. Sanft ruht er duftend vor sich hin. Rauchige Noten und Gewürze übergeben ihn leise in den Morpheus’ Arme. In hellen Holz- und Tabaknoten klingt Carré d’As schließlich aus. Ein ebenso klassischer wie zeitloser Herrenduft, in dem ich einige Aspekte meiner Pokerassoziationen tatsächlich wiederfinde: Schnaps, Herren, Tabak, eine eher dunkle Stimmung und ein brodelnder Lavendel als furchteinflößender Mafiaboss. ;-)

Doch verlassen wir die Halbwelt des Glückspiels und widmen uns nun dem indischen Großfürsten: Maharadjah. Die Duftnoten: Lavendel, Zimt, Gewürznelke, Sandelholz, Patchouli, Vanille.

Der Duftverlauf auf Teststreifen und Haut erweist sich als ähnlich, aber das bedeutet ja noch lange nicht identisch. Zuerst zum Papierstreifen: hier tritt direkt nach dem Aufsprühen der Lavendel sehr deutlich hervor, sehr bald machen sich aber bereits die süßlich-würzigen Noten von Zimt bemerkbar, die mit der Zeit intensiver werden, aber nie das Duftruder übernehmen. Die Gewürznelke hält den Zimt im Zaum, wodurch sich der Duft insgesamt dezenter, zurückhaltender entwickelt als auf der Haut. Auf selbiger ist der Auftakt zuerst süß-würzig, doch alsbald eilt der Lavendel herbei, sehr authentisch, ja beinahe gewaltig entert er den Duft. Allerdings haben wir es hier mit dem feinen charakteristischen Duft der Lavendelblüten zu tun, der sich deutlich von dem krautig-bitteren Choleriker aus Carré d’As unterscheidet. Ich fühle mich wie ein Spaziergang durch blühende Lavendelfelder mit einem Spazierstock aus Zimt. Letzerer lugt zuerst nur ab und an um die duftende Ecke, tritt aber schließlich vollends hervor und zeigt sich in seiner ganzen Pracht: betörend-süße Zimtwürze, die mich spontan an die Big Red-Kaugummis denken lässt, wunderbar akzentuiert von dezenter Gewürznelke. Patchouli und Vanille unterstreichen die zimtige Süße mit balsamisch-lieblichen Noten, intensivieren sie und verleihen ihr zusätzlich Tiefe.

Ein wunderschöner Gewürzduft mit überraschendem Fougère-Auftakt – eher feminin, mit Hang zur Wuchtbrumme, sorgt in der kalten Jahreszeit für Wärme und Wohlgefühl. Dass Lavendel und Zimt so gut miteinander können, hätte ich nicht gedacht. Da sieht man es mal wieder: man lernt nie aus! :-)

Habt Ihr die beiden schon getestet? Was haltet Ihr vom indischen Großfürsten und dem Pokerduft?

Einen schönen Tag wünscht Euch,

Eure Stephanie.

Bildquelle: Hold’em von Todd Klassy und Lavendelblüten von Matthias Bauer – some rights reserved. Vielen lieben Dank!

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Riecht wie bei Oma im Schrank? Im Gegenteil!


A wie Anzug.

Geschrieben in Ambriertes & Harziges,Duft,Fougère am 19.08.2010

Am Anfang kam er, der Anzug oder besser: die Anzüge. Nämlich bei Herrn von Eden, jenem Hamburger Label, für das Frau Weisswange neben Iris von Arnim und Uli Schneider gerade fleißig war, wie ich die letzten Tage schon erzählte.

Eigentlich ist die Geschichte des Labels ganz witzig und sie beginnt mit einem noch verhältnismäßig jungen Mittdreißiger, welcher auf den aparten Namen Bent Angelo Jensen hört. Jener Jensen arbeitete bereits als Teenager in Second-Hand-Laden und hatte schon damals die Liebe zu Anzügen entdeckt, war er doch im Gegensatz zu seinem Lacoste-tragenden Popper-Bruder ein waschechter Mod – gebügelte Hemden, Hochwasserhosen, Hosenträger, ein Dandy im Hosentaschenformat quasi. In seinen Zwanzigern eröffnete er dementsprechend ein Geschäft für – Anzüge, genau. Anzüge satt aus diversen Jahrzehnten, kostbare und rare Vintageexemplare, die er in aller Welt zusammengetragen hatte und für einen monatlichen Obulus verlieh. Genauer: Er verkaufte Abos, welche jede Woche einen neuen Leihanzug beinhalteten, frisch gereinigt und gebügelt versteht sich. Es kam, wie es kommen mußte – einige seiner Kunden konnten sich unmöglich von ihren Lieblingsstücken trennen und irgendwann verkaufte er seine Anzüge und entwirft später dann gleich selbst ganze Kollektionen, die er in Kleinserien in Tschechien fertigen läßt und unter dem Namen Herr von Eden präsentiert.

Soweit so gut, heutzutage besitzt Jensen mit seinem Label Herr von Eden, für das er selbst modelt, einige Filialen in verschiedenen Großstädten [logisch: den wichtigen in Deutschland], hat prominentes Klientel [natürlich - darunter Bela B.von den Ärzten und Jan Delay] und hat sein Portfolio, das mittlerweile auch Damenmode, Strickmode und Jeans beinhaltet, um, na klar – eigene Düfte erweitert.

Drei an der Zahl, aus den Phiolen Weisswanges geschlüpft oder besser: geduftet. Und alle drei sehr unterschiedlicher Natur. Alle Düfte sind für Träger beiderlei Geschlechts bestimmt, was sich jetzt unverhältnismäßig gestelzt anhört, jedoch lediglich Resultat meiner Vermeidungshaltung dem Wörtchen „unisex“ gegenüber geschuldet ist: Unisex hat für mich immer Weichspülcharakter, etwas Verwaschenes, ein bißchen nicht Fleisch nicht Fisch, metrosexuell, Ihr wißt schon… nein, soviel kann ich sagen, das sind die Herr von Eden-Düfte nicht, ganz im Gegenteil. Schon bei der Namensfindung hat man tiiief in die Kiste gegriffen – die griechische Mythologie wurde bemüht, warum wissen… nur die Götter (selbst).

Ein solcher ist nämlich gleich dabei, Éros, der Gott der Liebe, der begehrlichen natürlich, dann lockt die Muse Euterpe, die Ergötzende, Frohsinnige, zu Tanz und Poesie und Éclipse umarmt die Liebenden Tag und Nacht behutsam… Hach, mir wird ganz warm ums Herz.

Bei meinem Frohsinn heute habe ich natürlich zuerst zu jener Dame gegriffen, Euterpe, wenn mich schon heute keine andere Muse küßt… Deren Ingredienzen: Kopfnote: Bergamotte, Lavendel, Rosmarin, Zitronengras, Koriander, Orangenblüte, Grapefruit; Herznote: Rose, Zimt, Nelke, Ylang-Ylang, Alpenveilchen; Basisnote: Sandelholz, Benzoeharz, Patchouli, Vetiver, Zedernholz, Tonkabohne, Vanille, Adlerholz (Oud).

Im Auftakt blitzt mir etwas von meiner Haut entgegen, das mich zuerst etwas verwirrt hinterläßt, bis ich darauf komme: Es sind Gourmandnoten, die mich an jenen fluffigen Innenteil des Schokoriegels Mars erinnern, jene luftig-geschlagene Schokoladen-Fudge-Creme, welche sich auf dem Teststreifen mal wieder nicht zu erkennen gibt. Bin gespannt, ob der eine oder andere ähnliches auf und mit seiner Haut erlebt… Die Hesperiden stieben auseinander und bereiten den Weg für einen samtigen Fougère mit ausgereifter Lavendelnote, die von den Kräutern noch unterstrichen wird, darüber hinaus eine ganz und gar appetitliche süß-scharfe Zimtwärme an den Tag legt. Untermalt von einer adretten holzig-harzigen Basis mit Vanilletupfen wird aus Euterpe so etwas wie eine Art Gourmandfougère und wirklich kein schlechter – der Frohsinn stimmt, mir zaubert der Duft sogleich ein anerkennendes Lächeln ins Gesicht.

[EDIT: Welches nachhaltig erhalten bleibt, da sich die zimtige Wärme in der Basis in eine karamellisiert-rauchige warme Holzigkeit wandelt auf meiner Haut, die ich ähnlich schön aus Micallefs Gaïac sowie aus Lutens' Chergui kenne... Klingeln die Ohren?]

Aber – in der Tat wird er auf meiner Haut wärmer und somit schöner, weil außergewöhnlicher als auf dem Streifen. Das scheint wohl zur Regel zu werden bei den Düftchen der Madame Weisswange… Selbst testen ist also angesagt. Der geneigte Parfumliebhaber wird es aber eh wissen – je mehr natürliche Essenzen in einem Duft vorhanden sind, umso wichtiger ist er, der Test auf der Haut. Denn jede Haut reagiert anders, ein Duft kann sich ergo vollkommen unterschiedlich entwickeln.

Was ich davon nicht alles für Geschichten erzählen könnte – von einer, die loszog und mit ihren Freundinnen schnuppern ging… ein Duft fand Platz auf fünf Armen – und roch komplett anders auf einigen der Beteiligten. Faszinierend, wie manche Haut Blumen zum Blühen bringt oder Hölzer zum Rauchen, Gras zum sprießen oder leider gerne auch mal Grapefruit zum Müffeln ;)

Kennt Ihr das auch? Was mögen Eure Häutchen und was nicht, was schlucken sie und was forcieren sie?

Einen schönen Tag und viele liebe Grüße,

Eure Ulrike, die Euch natürlich morgen noch die restlichen Düfte des Herrn von Eden rezensieren wird.

P.S.: Hier im übrigen in, nun ja, der Gala ein Interview mit Herrn Jensen. Und hier in einem Blog die Fotokampagne zu den Düften – gefällt sie Euch?

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Amouage Opus 2 & 3.

Geschrieben in Duft,Florientalisch,Fougère am 16.07.2010

Wie versprochen geht es heute weiter mit den neuen Werken aus der Parfumschmiede des Omans. Zuerst ist Opus 2 an der Reihe, welcher von Michele Saramito kreiert wurde. Saramito zeichnete sich wohl verantwortlich für Ferres Gieffeffe als auch für Carons Eau de Cologne Caron und einen Duft für Le Prince Jardinier, Citrus Allegro. Ansonsten hat man von ihm noch nichts gehört oder gelesen.

Opus 2 wird seitens des Pressematerials von Amouage als Blumig-Orientalisch beschrieben, was aber ein Fehler ist, wie sich nach einem Blick auf die Inhaltsstoffe schon vermuten läßt und im ersten Test auch zeigt – die Ingredienzen: Kopfnote: Lavendel, Absinth, rosa Pfeffer, Lorbeer; Herznote: Jasmin, Rose, Zimt, Kardamom; Basisnote: Zedernholz, Patchouli, Ambra, Moschus, Weihrauch.

Es ist, das ist fast auf den ersten Schnupperer klar: Ein Fougère, und was für einer… Ein Lavendelgewitter in dunkelstem grün und violett wird man gewahr samt maritimen Regennoten, unterstützt durch ebenfalls düster-glänzenden Lorbeer. Absinth oder besser: Wermut spendet die ihm genuine eigentümliche grüne Frische und Pfeffer besorgt die Würze, welche dem Ganzen einen besonderen Kick verleiht – eine wunderschöne Kopfnote, so harmonisch komponiert und so kraftvoll. Der Himmel klärt sich mit dem Herzen auf: Kardamom simuliert mal wieder ein wenig Nadelwald, der allerdings sofort den Blick freigibt auf balsamische Blüten, flankiert von fast aufsässigem Zimt, pfeffrig-würzig und warm. Dieser verbündet sich mit dem Kardamom und beide werden von der Basis aufgefangen, welche von balsamischer Wärme sowie einer überwiegenden, dezent rauchigen, aber dennoch kühlen und klaren Holzigkeit geprägt ist.

Opus 3 wird wie sein Vorgänger ebenfalls als Blumig-Orientalisch beschrieben, wird aber diesem „Etikett“ gerecht und hat folgende Ingredienzen: Kopfnote: Mimose, Ginster, Nelke, Muskatnuss, Thymian; Herznote: Veilchen, Jasmin, Ylang-Ylang, Orangenblüte; Basisnote: Ambrette, Moschus, Papyrus, Zedernholz, Sandelholz, Guajakholz, Benzoeharz, Vanille.

Verantwortlich für den Duft war Karine Vinchon-Spehner – wir erinnern uns, sie schuf bereits Jatamansi für L’Artisan Parfumeur und sitzt gerade an dem sehnlichst erwarteten Cœur de Vétiver Sacré.

Bei Opus 3 finde ich es ehrlicherweise im Gegensatz zu den beiden anderen ungleich viel schwieriger, die einzelnen Stadien herauszuriechen, da sie wesentlich weniger prägnant sind. Opus 3 legt schon im Auftakt mit sehr dominanten Veilchennoten los, die sich allerdings perfekt in diesen Orientalen einfügen. Nelke ist sogleich mit von der Partie sowie würzender Muskat und alsbald ein Weißblütler – Jasmin, betörend wie eh und je, umrankt von ein paar fruchtig-floralen Noten, welche sich als Orangenblüte und Ylang-Ylang verkaufen lassen. Die opulente Basis untermalt bereits frühzeitig das barocke Treiben – wie nicht anders zu vermuten holzig-harzig sowie mit Vanille und Moschus ausgestattet, handelt es sich hier um ein äußerst warmes und weiches, reich ausgestattetes Lager, auf dem sich die Blüten unter Vorherrschaft von Veilchen und Jasmin niederlassen dürfen.

Für mich persönlich ist Opus 2 der klare Favorit der Serie, dicht gefolgt von Opus 1. Ganz klar – ich habe ein Faible für eher kühle Düfte, das erfüllt Opus 2 vollkommen. An Opus 1 liebe ich die moderne und besondere Chypreinterpretation, die orientalisch anmutende. Opus 3 hat jedoch auch etwas Besonderes: Ein Veilchen inmitten dieses Orientalen, das ist mitnichten die Regel. Und es macht sich gut dieses Veilchen wirklich gut, spielt eine Verführerin an der Seite des Jasmins. Nur leider hat es bisher nur ein Veilchen geschafft, mich zu verführen – das bescheidene und herrlich authentische Parmaveilchen von Borsari, und das ist gänzlich anderer Natur.

Nichtsdestotrotz – ich finde alle drei Düfte äußerst gelungen. Und bin schon jetzt sehr gespannt auf Eure Meinungen, sobald Ihr zum Testen kommt!

Viele liebe Grüße und ein schönes Wochenende,

Eure Ulrike.

Bildquelle: Nature via stockx.chng und Paul Désiré Trouillebert: Harem Servant Girl (1874) fotografiert von AnonMoos via WikiCommons – vielen lieben Dank!

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Neuigkeiten die Dritte.


Monocle Scent Two: Laurel.

Geschrieben in Duft,Fougère,Gewürziges,Grünes am 14.01.2010

Wie versprochen kommen wir erneut zum Thema Comme des Garçons: Frau Kawakubo, Mastermind hinter dem Label, scheint dieses Jahr mal wieder omnipräsent zu sein auf dem Parfummarkt. Daphne, der Duft für und in Kooperation mit Daphne Guinness, Artek in Cooperation mit dem gleichnamigen dänischen Designermöbelfabrikanten, Dover Street Market für den eigenen In-Store in London – und jetzt auch noch ein neuer Monocle.

Duftkooperationen sind ganz Comme des Garçons’ Ding: Ein bißchen wie bei Celebrity-Düften profitiert man hier gegenseitig vom guten Ruf und Namen, allerdings steckt dahinter doch etwas mehr. Die Selektion der Kooperationspartner ist mit Bedacht gewählt, und das zu Recht – unterstreichen sie doch genau das, was das Label Comme des Garçons eigentlich ausmacht: Comme des Garçons ist Design und keine Mode im klassischen Sinne, ist vielmehr Weltzugang, Art zu leben, Lebensstil. So passen all jene bisher lancierten duften Kooperationen auch ganz hervorragend ins Konzept – es handelt sich durchgängig um Düfte für sehr spezielle Charaktere und Persönlichkeiten, Düfte für Hersteller von Gebrauchs- und Luxusartikeln mit identischer Auffassung von Design, ähnlicher Philosophie oder auch Düfte für „Kulturschaffende”, so auch Monocle.

Monocle Scent Two LaurelZusammen mit dem Nachrichten- und Lifestyle-Magazin kreierte Kawakubo bereits 2008 einen ersten Duft, Monocle Scent One: Hinoki (nach der japanischen Hinoki-Zypresse). Verantwortlicher Parfumeur war Antoine Maisondieu, verantwortlich für etliche der Düfte des „Pop-Art”-Labels L’État Libre d’Orange. Dieser war auch für den zweiten Monocle-Duft zuständig – Scent Two: Laurel.

Inspiriert wurde der Duft wohl durch einen Trip nach Bekaa Valley, einer Hochebene in der Nähe Beiruts und einer der fruchtbarsten Gegenden des Libanons. Tyler Brûlé, der Chefredakteur, beschreibt die Intention folgendermaßen: Wir wollten die Gerüche und Empfindungen einfangen, die wir während unseres Aufenthaltes bei Freunden in Batroun, Libanon, genießen durften. Regelmäßige Besucher des Libanon wird der Duft an die an die handgefertigten Lorbeer-Seifen und duftenden Gärten in Byblos erinnern. Er ist warm, einladend und zeitweise ein wenig scharf – genau wie das Land.”

Und Adrian Joffe, CEO von Comme des Garçons Parfum, verfällt noch mehr ins Schwärmen: „Von den mehr als 50 Düften, die ich kreiert habe, ist dieser wahrscheinlich mein Dauerfavorit. Ich trage ihn jeden Tag seit seiner Fertigstellung und ich habe ungeduldiger als sonst darauf gewartet, dass er herauskommt. Außerdem hat er in mir den Wunsch geweckt, den Libanon zu besuchen.”

Nun, was soll er auch anderes sagen, der CEO von Comme des Garçons ;) Ich teste lieber gleich selbst. Und muß zugeben, daß mich Lorbeer in der Tat neugierig macht – zusätzlich zu der Grundneugierde, die im Zusammenhang mit Comme des Garçons bei mir ohnehin sofort immer geweckt wird.

Laurel gefällt mir außerordentlich gut muß ich sagen, obgleich ich jedem nur empfehlen kann, den Duft direkt auf der Haut zu testen: Bei mir entpuppte er sich als absolutes Chamäleon, Teststreifen und Hautstellen differierten sehr in Duftverlauf, Ausprägung und Intensität. Wenn ich aber schon von Intensität spreche, kann ich auch gleich auf die Haltbarkeit des Duftes verweisen – eine solche ist definitiv gegeben.

Laurel startet extrem pfeffrig, grün und frisch. Allerdings Frische nicht im Sinne von Hesperidenfrische sondern eine von Kräutern herrührende Frische, die einen annähernd mentholischen Charakter besitzt. Dazu gesellen sich Lorbeer, frische Gewürze, eine Spur Muskat vielleicht, Nelke könnte ebenfalls mit von der Partie sein, darüber hinaus ist ein Hauch Weihrauch zu vernehmen. Der Hintergrund ist holzig-streng und stark von Zeder dominiert. Er gewinnt im Duftverlauf an Präsenz sowie an Sanftheit und führt auf eine sehr trockene Basis, die Anklänge von Patchouli und warmer, aber lediglich sehr verhalten süßer Ambra aufkommen läßt.

Alles in allem ist Laurel genauso „trendy” gelungen wie Hinoki: Ein moderner, minimalistischer Duft, zeitlos und puristisch. Beide Düfte sind in jedem Falle die ideale Wahl für kontemplative Momente, wohnt ihnen doch etwas sehr Aufgeräumtes, Reines, Geordnetes (?) inne.

Ich halte Laurel für einen bemerkenswert innovativen und sehr tragbaren Duft – aufgrund seiner Frische sicher vor allem im Frühjahr/Sommer schön, ist er ganzjährig tragbar, für Männlein wie Weiblein obgleich er vermutlich im Allgemeinen das männliche Geschlecht eher für sich einzunehmen vermag aufgrund seiner krautigen Herbheit. Wenn es mal nicht der xte Fougère-Duft sein soll und/oder eine moderne(re) Interpretation einer demgemäßen Richtung – bitte zugreifen!

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

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Weitere Einträge zu diesem Thema:

Winterneuheiten.
Duftverzeichnis


Drei auf einen Streich – die Neuen von Washington Tremlett.

Geschrieben in Blüten,Duft,Fougère,Hesperiden,Holziges am 23.12.2009

Washington Tremlett ist ein altehrwürdiges Haus. Bereits 1870 in Paris gegründet, verlegte man Mitte der Zwanziger Jahre den Firmensitz nach London in die Savile Row. So exklusiv wie die Adresse waren auch die Hemden des Hauses: Bis in die späten Sechziger Jahre galt Washington Tremlett als weltbester „shirtmaker”. Wohlhabende Amerikaner, die ihre Sommerferien gerne in den Southhamptons verbrachten, orderten die Hemden gleich zu Dutzenden und Prominente wie Sam Goldwyn, Cary Grant und Katherine Hepburn schworen auf sie. Darüber hinaus verfügte Washington Tremlett auch in Theaterkreisen über beachtliches Renommee, weswegen sie zum Ausstatter für Musicals wie My Fair Lady avancierten und nicht zuletzt kann das Haus als eigentlicher Erfinder der Krawatte gelten.

Eine nette Geschichte wie ich finde. Heutzutage hört man über Washington Tremlett allerdings eher im Zusammenhang mit Düften – die Hemdenherstellung scheint eingestellt und der Name beziehungsweise die Marke weiterverkauft worden zu sein.

Ganz abgesehen davon, daß ich doch eher selten Hemden trage, finde ich es immer schade, wenn derlei alte Firmen und/oder Namen „sterben” – allerdings scheint Washington Tremletts Tradition ja würdig weitergeführt zu werden: Die Duftkollektion, die seit ein paar Jahren auf dem Markt ist, kann sich durchaus sehen lassen.

Meine persönlichen Lieblinge waren immer Black Tie, der erste Herrenduft der Serie, ein elegantes, kühl-würziges Hölzlein mit ledrigen Akzenten sowie Royal Heroes 1805, ein ambivalentes Juwel: zitrische Holzigkeit kontrastiert mit Honig-Anis-Noten auf einer Patchouli-Tonka-Basis. Darüber hinaus hat mich Clove Absolute diesen Winter sehr beeindruckt – siehe hier – für mich eine der wenigen Gewürznelken, die es vielleicht in meine Sammlung schaffen wird.

In Anbetracht des gerade erst veröffentlichten Clove Absolute wunderte ich mich schon ein wenig, daß nun nach so kurzer Zeit die nächste Veröffentlichung anstand – und dann gleich drei Düfte? Schön! Die werde ich mir jetzt für Euch wie versprochen zu Gemüte führen.

Washington Tremlett Notting Hill CarnivalNotting Hill Carnival macht den Anfang – zeitlich auch durchaus passend, dürfen wir uns doch bereits kurz nach Weihnachten über den Beginn der fünften Jahreszeit freuen… oder eben auch nicht. Ich selbst bin absolut kein Karnevals- oder auch: Faschingsfan, wie man hier zu sagen pflegt. Notting Hill Carnival gefällt mir aber dennoch. Der Auftakt ist zitrisch-herb, das Limetten-Bergamotte-Duo zeigt sich von seiner besten Hesperidenseite. Schon Augenblicke später wird es allerdings würziger, aromatische Tendenzen gewinnen an Präsenz: dunkelgrüner Lorbeer, leicht bitterer Koriander und Pfeffer sind deutlich zu erkennen, gefolgt von fruchtigem Ingwer. Die Basis, die sich bereits erahnen läßt, offeriert schon jetzt ledrige Akzente, und erwärmt den Duft gegen später mittels Labdanum und Weihrauch.

Die Ingredienzen: Kopfnote: Limette, Bergamotte; Herznote: Lorbeer, Koriander, rosa Pfeffer, Ingwer; Basisnote: Leder, Weihrauch, Labdanum (Zistrose).

Notting Hill Carnival ist – auf eine bestimmte Art ausgelassen, ja. Allerdings ging es mir bei diesem Duft zuerst genauso wie bei Miller Harris’ Piment des Baies: Irgendwie erschloss sich mir der Karnevals-Zusammenhang nicht, der Bezug zu karibischen Rhythmen… Vielleicht, wie mir nach einer Zeit kam, liegt es einfach an meiner durchaus ein wenig negativ gefärbten Assoziation von Karneval: Quietschig und bunt, von allem zuviel, laut und so weiter… Das eben ist Notting Hill Carnival nicht. Und wenn man in den Pressetexten dazu lesen kann, daß der Duft „sexy” ist, dann muß man es auch nicht gleich mit der Angst bekommen – er ist mitnichten in dem Sinne sexy, wie ich ab und an Karnevalssexappeal definieren würde. Notting Hill ist weder platt noch vulgär und auch in keinster Weise aufdringlich. Ein wenig erinnert er mich an Inekes Field Notes from Paris, allerdings weniger süß und mit Ingwer ausgestattet, einer Note, die bei mir immer auf offene Türen stößt. Ein Spagat zwischen prickelnder Hesperidenfrische, fruchtiger Ingwerherbheit und sinnlich-wärmenden Harzen samt einem Hauch Leder. Für Männer und Frauen gleichermaßen geeignet würde ich sagen, obgleich in der  (Duftnoten)Anmutung auf den ersten Blick eher maskulin.

Washington Tremlett Chelsea GardenChelsea Garden ist der Rose gewidmet, einer ganz speziellen sogar: Rosa Centifolia oder Provence-Rose heißt dieses besondere Exemplar, gerne in Grasse gesehen und in diversen Düften vorfindlich. Und, natürlich – auch in dem Chelsea-Garten, einem der verstecktesten Gärten Londons. Gegründet 1673 findet man bis heute dort über 5000 verschiedene Rosensorten und Liebhaber reisen zur zweimal jährlich stattfindenden Chelsea Flower Show aus aller Welt an.

Die Ingredienzen: Kopfnote: Provence-Rose, Kardamom; Herznote: Zedernholz, Jasmin; Basisnote: marokkanische Rose, Moschus, Ambra, Guajakholz, Patchouli.

Schaut man sich die Ingredienzen an, ist Chelsea Garden nicht sonderlich innovativ, ja. Es gibt schon viele Rosendüfte, nicht wenige davon in ähnlichen Kombinationen. Trotzdem gefällt mir Chelsea Garden sehr gut, obgleich mich der Duft auf dem Teststreifen nicht einzunehmen vermag. Auf meiner Haut entwickelt er sich sehr fein, mich bisweilen ein wenig an Rose Poivrée erinnernd, allerdings viel eleganter als jene und niemals animalisch wirkend, eben eine schöne, volle Rose mit dezenter Kardamomwürze, garniert mit Jasmin auf einem holzig-aromatischen Bett. Das hört sich nun alles viel finsterer an, als es tatsächlich ist. Und das ist meines Erachtens nach der Trumpf des Duftes: Es gibt viele Dunkelrosen, einige davon habe ich hier auch schon im Blog beschrieben – und diese haben diverse Liebhaber. Es gibt allerdings auch nicht wenige Duftfans, die Rosen gerne mögen und die gerne mal eine etwas gewürzigere Rose tragen würden, für die es dann aber nicht gleich die „Mistress of the Dark” oder die Königin der Nacht sein muß. Für die ergo zum Beispiel sämtliche Oudrosen wie unter anderem die von Montale viel zu düster sind. Für all jene dürfte Chelsea Garden, der auf meiner Haut im Herzen zuerst eine gewisse Ähnlichkeit zu Eau d’Italies Paestum Rose aufweist – ein bißchen wie dessen gemäßigtere, gefälligere Schwester – um dann in eine süßfruchtig-kuschelige Basis überzugehen, einen Versuch wert sein, definitiv.

Hampstead Water ist nach dem Park Hampstead Heath benannt, dem ältesten und größten Londons, einer grünen Oase, in der man leicht vergißt, daß man sich gerade in einer pulsierenden Großstadt befindet. Ein elitäres Viertelchen und seit je her beliebt bei Promis, Künstlern, Autoren und ähnlichen – früher residierte hier Lord Byron, Agatha Christie und Sigmund Freud, heute leben dort unter anderem Doris Lessing, George Michel, Russel Crowe und viele andere.

Die Ingredienzen: Kopfnote: Bergamotte, Orange, Lavendel; Herznote: Wasserminze
Basisnote: Leder, Moschus.

Der Duft selbst ist ein Vertreter einer der klassischsten Duftfamilien überhaupt, der Fougère-Düfte. Und, uiuiui, er hat es in sich, ehrlich: Frisch aufgesprüht springt sie einen bereits an, die typische Fougère-Bitterkeit durch Lavendel. Streng, elegant, irgendwie old fashioned und määächtig. Bergamotte und Orange kreieren einen prickelnd-fruchtigen Hesperidenakkord, der im Verlauf des Duftes bestens mit der Wasserminze – Hommage an die Teiche im See, die von ebenjener bewachsen sind – harmoniert. Mich erinnert das Herz, das neben den bitteren Fougèreanklängen, die mit der Zeit etwas leiser werden, ebenjene Kombination von Orange oder Mandarine mit Minzigem an den Tag legt, an zwei Herrendüfte, die das ebenfalls tun und in welchen mir diese Kombination bereits bestens gefallen hat: Carons Anarchiste und Creeds Himalaya. Nicht vergessen darf man bei Hampstead Water die (Glatt)Ledernote, die durchaus prominent zur Geltung kommt. Ein beeindruckender Fougère mit Ausstrahlung und Präsenz. Für Männer gedacht und – nun, in diesem Falle würde ich sagen, gönnen wir ihnen diesen Duft für sich, er ist bei ihnen wesentlich besser aufgehoben ;)

Jetzt will ich erstmal schließen, ist heute ohnehin sehr lang geworden… Ich wünsche Euch noch einen schönen Tag mit nicht allzu viel Hektik beim Tätigen der letzten vorweihnachtlichen Besorgungen und vielleicht auch noch Geschenke -

liebe Grüße,

Eure Ulrike.

Bildquelle 1 und 2, some rights reserved.

Weitere Einträge zu diesem Thema:

Herbstwonne 3 – Clove Absolute von Washington Tremlett.
Freitagsverlosung.
Freitagsverlosung.


Dein Wunsch sei mir Befehl…

Geschrieben in Duft,Fougère,Leder am 3.12.2009

… liebe Jutta, obgleich Du ihn nicht offen aussprachst… Aber – Du hast mich gestern inspiriert mit Deinem Post, insofern kommt heute der von Dir eigentlich gestern erwartete Patchouli Homme von Parfums de Nicolaï an die Reihe, der ohnehin schon einige Zeit auf meinem Schreibtisch im Duftkörbchen seiner Rezension harrte. Heute paßt er ganz vorzüglich, steht doch diese Woche schon im Zeichen des Mannes, wenn man sich die gestrige Rezension noch einmal vor Augen führt – und ich glaube, ich setze das auch die nächsten beiden Tage so fort.

Ein Männerduft sollte es sein, den uns Patricia de Nicolaï mit Patchouli Homme beschert. Dem Patchouli spricht Nicolaï eine ganz besondere Wichtigkeit zu: Er spielt die „erste Geige” in dem Orchester der Ingredienzen wie sie sagt. Unter allen holzigen Noten ist er die sinnlichste, provoziert die meiste Reichhaltigkeit mittels seiner Facetten. Mit ihrem neuen Duft Patchouli Homme wollte Madame Nicolaï einen holzigen Orientalen explizit für das männliche Geschlecht kreieren – es zeigte sich jedoch sofort auch das weibliche Geschlecht sehr angetan von dem Duft, was Anlaß dazu gab, ihn demnächst in Patchouli Intense umzubenennen.

Vielleicht sollte ich fairerweise vorab erwähnen, daß ich persönlich Nicolaï für eines der vollkommen zu unrecht unterschätztesten Häuser am Markt halte. Ich weiß ehrlicherweise nicht, weshalb Nicolaïs Düfte nicht allgemein prominenter und vor allem auch bekannter sind – an der Qualität der Düfte kann es kaum liegen. Madame Nicolaï selbst stammt aus einer Parfumeursfamilie, hatte ergo das Handwerk bereits in die Wiege gelegt bekommen und wuchs damit auf – als Teil der Guerlain-Familie. Später studierte sie Chemie und daraufhin an der ISIPCA, der berüchtigten Versailler Parfumeursschmiede, um hernach als ebensolche zu arbeiten.

Parfums de Nicolaî Patchouli HommeGenauso wie bei Guerlain vermag man auch bei Frau Nicolaï immer eine Grundnuance zu erkennen, eine Handschrift, die sich wie ein roter Faden durch das olfaktorische Werk zieht: Was bei Guerlain die sogenannte Guerlinade ist, ist bei Nicolaî der zitrische Aufakt (Orange?), in diesem Falle kontrastiert mit würzigem Zimt und Lorbeer. Das darauffolgende Herz offenbart Fougère-Charakter: Der Duft wird bitter-herb und erlesen krautig, dunkelgrün für meine Nase. Er weckt mit Lavendel und Geranium sehr modern umgesetzte Reminiszenzen an die klassische Duftfamilie der Fougère-Düfte, während eine subtil im Hintergrund waltende Rose gekonnt süß-florale Akzente, kleinen feinen Nadelstichen gleich, setzt. Namenspatron Patchouli ist natürlich ebenfalls mit von der Partie – hier im Herzen in einer grün-krautigen und frischen Ausprägung. Auf meiner Haut hält sich das Parfum in diesem wunderbaren Stadium sehr lange und wird alsbald auch durch eine sehr elegante kühle Glattledernote raffiniert abgerundet. Die darauffolgende Basis, die immer noch einen prominenten Patchoulianteil offeriert, atmet einen Hauch Weihrauch, ist aber in erster Linie ambriert und durch das Zusammenspiel von Ambra, Vanille und Sandelholz warm und holzig-würzig.

Die Ingredienzen: Zimt, Lavendel, Rose, Geranium, Myrte, Leder, Ambra, Vanille, Weihrauch, Sandelholz.

Parfums de Nicolaî Patchouli HommePatchouli Homme ist extrem vielschichtig und komplex – der Duft mäandert während seines Verlaufs sich permanent verändernd, er oszilliert zwischen verschiedensten Impressionen umher. Die Qualität ist beeindruckend, genauso wie die Haltbarkeit.

Patchouli Homme wird nicht jedem gefallen, soviel ist klar. Ich sage das häufig, ich weiß, aber, wie ich meine, auch immer – oder zumindest meist ;) – zu und mit Recht. Der Duft ist aufgrund seiner Komplexität vermutlich nicht auf das erste Mal sofort zugänglich, darüber hinaus wird er nicht jedem Menschen stehen. Ich kann es nachvollziehen, daß auch Frauen Gefallen an ihm finden, gleichwohl sollte der Träger dieses Duftes mit Bedacht gewählt werden: Ob nun Frau oder Mann, nicht jeder ist für ihn gemacht und umgekehrt. Vor allem jüngeren Männern würde ich diesen Duft nun nicht wirklich empfehlen bzw. kann ihn mir an solchen nur schwer vorstellen.

Ich persönlich kann ihn mir sehr gut an einem selbstsicheren und reifen (nicht notwendigerweise alten!) Mann vorstellen – einem Mann mit Persönlichkeit, Charakter und Format, dem man jenes bereits an seiner Kleidung und an seinem Auftreten ablesen kann.

Nicht umsonst wanderte meine Phantasie einige Jahre zurück zu den damaligen Filmschauspielern: Ich assoziiere mit Patchouli Homme einen Mann wie Humphrey Bogart oder Gregory Peck – einen eleganten und gleichwohl coolen Mann, der sich seiner selbst sehr wohl bewußt ist. Oder, meinetwegen auch: Sean Connery, gerne als Bond.

dietrich1Warum hier dann Marlene noch mit ins Bild gerutscht ist? Weil sie so gut zu jenen Männern paßt. Und weil für mich Patchouli Hommes Herz, das langanhaltende, wie der optimale, obgleich zivilisiertere und subtilere männliche Begleiter für Piguets Banditen anmutet, dieses einzigartige Chyprebiest, einer der Lieblingsdüfte Marlenes.

Ich bin, wie immer, sehr gespannt auf Eurer Feedback, sobald Ihr ihn unter der Nase hattet!

Liebe Grüße,

Eure Ulrike.

P.S.: Für all die Neugierigen: Hier ein interessantes Interview mit Frau Nicolaî.

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